Verkaufte die Wehrmacht Ihre Seele ?
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 60813 | Verfasst am: 04.06.2005 - 10:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das Du das nicht verstehst, Kosmos, ist wohl klar.
Die wenigsten Menschen in der heutigen Zeit können das verstehen bzw nachvollziehen.

Der Begriff "Ehre" (und damit die innere Standfestigkeit) war damals auch mit Starrsinn und Scheuklappen versehen - für die damalige Zeit so normal wie er es heute in anderer Art für uns ist.

Damals stand "ein Mann zu seinem Wort" - meist bis in die letzte Konsequenz. Heute lässt man sich auch (gerne) mal von seinem Wort abbringen. Manchmal weil es vernünftiger ist, manchmal weil es bequemer ist.

Legt man heutzutage ein Treuegelöbnis ab - oder wird man auf den Staat vereidigt - so ist dies doch für die meisten Menschen eine Formsache. Fast inhaltslos.
Damals bedeutete (übrigends in aller Welt - nicht nur in Deutschland) etwas derartiges ungleich mehr.

Die Problematik liegt heute darin, damalige Vorgänge nicht nach heutigen Maßstäben zu bemessen. Heute sehen wir vieles anders. Vielleicht wird irgendwann in Zukunft eine Meinung herrschen, die unser heutiges Handeln und Denken als altertümlich oder gar abstruß bewertet.

Mein Vater (*1927) hatte seinen Vater noch mit "Herr Vater" angesprochen - das war bestimmt schon damals eine eher selten gewordene Ausnahme. Aber es zeigt den damaligen Geist innerhalb Familien und der Gesellschaft.
In unserer heutigen Zeit ist vom Respekt in der Familie und dem ausdrücken desselben nicht viel übrig geblieben. Viele haben sogar den Respekt vor sich selber verloren. Von einer solchen Generation darf man wohl nicht erwarten, die damaligen sozialen Eigenheiten zu verstehen.

Dies zeigt auch, das Sprüche wie "Ich wäre damals nicht ... " oder "Ich hätte damals nicht.." einfach nur lächerlich sind.
Sie wären und sie hätten.

Winken
Armin
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 60835 | Verfasst am: 04.06.2005 - 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Beitrag, Armin, und ein wahrer dazu, sehe ich genauso!
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 60857 | Verfasst am: 04.06.2005 - 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Treuegelöbnis richtet sich, für mich, an beide Seiten. Hat Hitler eigentlich auch ein Treuegelöbnis abgelegt?
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 60860 | Verfasst am: 04.06.2005 - 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wofür? Meinst du im Ersten Weltkrieg? Da gehe ich doch mal sehr stark von aus...

Gruß

Jörg
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frank
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BeitragBeitrags-Nr.: 60862 | Verfasst am: 04.06.2005 - 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

@kosmos

wie soll das denn gehen?von beiden seiten

wenn du den eid schwörst stehst du für den staat ein,also für alle menschen die darin leben und somit auch für einen selbst.


frank
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 60868 | Verfasst am: 04.06.2005 - 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Armin hat Folgendes geschrieben:

Die Problematik liegt heute darin, damalige Vorgänge nicht nach heutigen Maßstäben zu bemessen. Heute sehen wir vieles anders.

Armin


Selbst nach damaligen Maßstäben war der Treuschwur auf die Person Hitlers ein Traditionsbruch sondergleichen, da nicht wie früher auf König/KaiserFührer und Vaterland geschworen wurde, sondern nur auf den Führer.


Gruß Markus
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 60891 | Verfasst am: 04.06.2005 - 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wofür? Meinst du im Ersten Weltkrieg? Da gehe ich doch mal sehr stark von aus...


nein, als politischer Führer Deutschlands.

Zitat:
wie soll das denn gehen?von beiden seiten

wenn du den eid schwörst stehst du für den staat ein,also für alle menschen die darin leben und somit auch für einen selbst.


also schworen die Soldaten für den Staat oder für Hitler? Denn um Hitler zu retten mußte man bis 45 sterben, um Deutschland zu reten hätte man 1942 aufgeben müßen denn sonst schadete man dem deutschen Staat.
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 60918 | Verfasst am: 05.06.2005 - 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

@Markus

Sicher war der Schwur auf "den Führer" ein Traditionsbruch. Das ist normal - Dinge ändern sich.
Oder glaubst Du im Ernst, wir würden noch heute auf Kaiser/Führer/Kanzler und Vaterland ein Gelöbnis ablegen?

Wie lautet denn unsere heutige Variante?

"Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen"

Da steht nichts von "Vaterland" oder einer seiner führenden Personen.
Man gelobt, einer politischen Institution und dem deutschen Volk notfalls mit Waffengewalt bei einer Freiheitsverteidigung zur Seite zu stehen.
Anderer Text, gleicher martialischer Inhalt.

Ein weiterer Traditionsbruch? Nein, einfach eine Entwicklung der Zeit ...

Dieser Schwur ( oder "Gelöbnis") ist einseitig - die BRD und ihr Volk schwören den Gelöbnisablegenden nichts. Das war auch im 3. Reich und vorher so. Die Verpflichtungen des Staates dem Gelöbnisablegenden gegenüber sind im Staatsbürgerrecht (damals Volks- oder Reichsbürgerrecht) definiert. (Die Rechte des Bundesbürgers/Volksdeutschen/Reichsdeutschen etc).


@Kosmos

Kosmos hat Folgendes geschrieben:
also schworen die Soldaten für den Staat oder für Hitler? Denn um Hitler zu retten mußte man bis 45 sterben, um Deutschland zu reten hätte man 1942 aufgeben müßen denn sonst schadete man dem deutschen Staat.


Das gilt auch für die heutigen Bundeswehrsoldaten.
Oder glaubst Du im Ernst, das sie nach Hause dürfen, wenn "es losgehen" sollte?
Was ist denn die "Bundesrepublik"? Das sind die Leute, die bestimmen, wie lange ein Soldat zu verteidigen und somit zu sterben hat.


Kosmos, ich bin mehr von Dir gewohnt. Zwinkern




Winken
Armin
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 60924 | Verfasst am: 05.06.2005 - 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

hallo
diesen thread finde ich ziemlich schräg.
da wird über leute / zeiten geurteilt deren erziehung/welt wir nicht im geringsten mehr nachempfinden können.
denen auch oft genug die nötigen informationen fehlten um wie wir heute zu urteilen.
ich würde wirklich gerne wissen wie einige die hier ziemlich hart urteilen damals gehandelt hätten oder in ähnlicher zeit handeln würden.

DAS heißt natürlich nicht, das alles handeln entschuldigt ist. in keinem fall, aber ein bißchen mehr einfühlungsvermögen und verständnis wäre vielleicht angebracht.
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 60936 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das gilt auch für die heutigen Bundeswehrsoldaten.
Oder glaubst Du im Ernst, das sie nach Hause dürfen, wenn "es losgehen" sollte?
Was ist denn die "Bundesrepublik"? Das sind die Leute, die bestimmen, wie lange ein Soldat zu verteidigen und somit zu sterben hat.


wenn man miteinbezieht das in WW2 Deutschland als Staat und Hitler gleichzusetzen waren dann

Zitat:
Da steht nichts von "Vaterland" oder einer seiner führenden Personen.
Man gelobt, einer politischen Institution und dem deutschen Volk notfalls mit Waffengewalt bei einer Freiheitsverteidigung zur Seite zu stehen.
Anderer Text, gleicher martialischer Inhalt.


nicht so einfach, Gelöbnis auf einen Kaiser geht zurück bis nach Mittelalter bzw in noch frühere Zeiten als es sowas wie Nationen/Staaten im eigentlichen Sinne nicht gab, da waren der "Führer" und Staat gleichzusetzen denn politische Räume wurden durch einen "Führer" gebildet bzw zusammengefügt.
D.h. der Unterschied ist, und das hat nichts mit "inneren Standfestigkeit" zu tun, das beim Schwur auf "Bundesrepublik" oder "Vaterland" eben diese Institutionen die maßgeben sind und nicht wer zu dem Zeitpunkt die politische Führung innehat, dagegen bei Schwur direkt auf eine Person eben diese Person die primäre Institution ist und der eventuell vorhandener Staat und sein Wohlergehen ist irrelevant.

Deshalb war meine FRage:

Zitat:
also schworen die Soldaten für den Staat oder für Hitler? Denn um Hitler zu retten mußte man bis 45 sterben, um Deutschland zu reten hätte man 1942 aufgeben müßen denn sonst schadete man dem deutschen Staat.


auch berechtigt.
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Olv
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BeitragBeitrags-Nr.: 60937 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Wer würde denn festlegen, ab wann es für den Staat besser ist aufzugeben? Verrückt
Ich denk, man müsste einfach dem Kanzler/Ministerpräsident/Bundespräsident... folgen, und darauf hoffen, dass er weiss, was das beste für sein Land und seine Bürger ist.
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 60938 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Armin hat Folgendes geschrieben:
@Markus

Sicher war der Schwur auf "den Führer" ein Traditionsbruch. Das ist normal - Dinge ändern sich.

Armin


Mit Nichten, das nur einer Person und nicht auch dem Staat/Volk die Treue geschworen und dann auch noch bedingungslos geschworen wurde, war eben nicht normal. Von den weiteren Umständen ganz zu schweigen:


Zitat:

Eine Besonderheit der Vereidigung am 2. August 1934 war es, dass alle im Dienst befindlichen Soldaten neu vereidigt wurden, der neue Eid also nicht nur für diejenigen galt, die nach dem Erlass des neuen Eides eintraten. General a. D. Ulrich de Maizière berichtet in einem seiner Bücher: „Das Neuruppiner Bataillon wurde zu einem Vereidigungsappell befohlen, ohne dass wir den Wortlaut des Eides vorher kannten.

...

Die Unbedingtheit des Gehorsams, die zum wesentlichen Inhalt des Fahneneides der Wehrmacht geworden ist, war in solcher Absolutheit nicht Bestandteil von Eidesformeln der deutschen Monarchien,...



Das soll normal sein?




Gruß Markus
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 60940 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich denk, man müsste einfach dem Kanzler/Ministerpräsident/Bundespräsident... folgen, und darauf hoffen, dass er weiss, was das beste für sein Land und seine Bürger ist.



jap, das ist am einfachsten. Traurig
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Olv
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BeitragBeitrags-Nr.: 60941 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Alles andere wäre aber im Kriegsfall Hochverrat...
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 60942 | Verfasst am: 05.06.2005 - 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

sei denn man ist erfolgreich..... dann retet man die Nation sowohl subjektiv als auch objektiv, im Fall von WW2.
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