Frankreich vs. Preußen 1870/1871
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 81720 | Verfasst am: 01.01.2006 - 00:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hier eine schöne Seite zur Schlacht um Mars-la-Tour 1870 :

http://mlt1870.chez-alice.fr/de/combats_de.htm

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 97344 | Verfasst am: 03.06.2006 - 22:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hat jemand heute des hier :

http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeck ... 0Woche/Grossen_20Schlachten/1227254.html

über die Sedans-Schlacht geschaut ? War echt ganz interessant gemacht , schön unknoppig Cool

Winken

Jan-Hendrik
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bani
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BeitragBeitrags-Nr.: 97364 | Verfasst am: 04.06.2006 - 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Wer's verpaßt hat - HEUTE 1400 Uhr kommt die Wiederholung.

Wer ich mir auf jeden Fall ansehen, da ich von den 4 Teilen bisher noch nicht einen einzigen komplett geschafft habe ...
Bin immer erst dazu gekommen, als es schon mittendrin war ... Weinen

Bisher gezeigt wurden:

- Magdeburg
- weis ich nicht mehr ( hab ich auch komplett verpaßt )
- Leipzig
- Sedan

Ist sehr gut gemacht.
Auf das Schlachtgescheh wird anhand von geschichtlichen Fakten und Tagebuchaufzeichnungen Beteiligter eingegangen.
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sharN
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BeitragBeitrags-Nr.: 142333 | Verfasst am: 12.03.2008 - 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben glaub ich immer noch 1,2 Bücher wo im Vorwort noch " zum Sedanstag" drinnen steht. Verrückt
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 143316 | Verfasst am: 20.03.2008 - 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Dei Schlacht von Sedan, verfaßt von Helmut Wihelmsmyer (zum Vergrößern bitte draufklicken):

http://i32.tinypic.com/3023m7b.jpg

Abgedruckt im Deutschen Soldatenjahrbuch 1995, Seite 23

Winken

Jan-Hendrik
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S 03
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BeitragBeitrags-Nr.: 156659 | Verfasst am: 17.08.2008 - 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ein Originalfoto vom Brandenburger Tor Geschmückt anlässlich des Sieges von Sedan:

http://i38.tinypic.com/2renuo2.jpg

Gruss Heiko
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S 03
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BeitragBeitrags-Nr.: 156775 | Verfasst am: 18.08.2008 - 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

http://i37.tinypic.com/254vfoh.jpg

Gruss Heiko
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 157040 | Verfasst am: 21.08.2008 - 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Geschichtsforscher,
auch hier habe ich in der Regimentsgeschichte der 2er Aschaffenburger Jäger zwei Seiten zu diesem Thema gefunden.
Gruß Andreas
http://i38.tinypic.com/2qsz7eo.jpg
http://i38.tinypic.com/2qvfjsw.jpg
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S 03
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BeitragBeitrags-Nr.: 157043 | Verfasst am: 21.08.2008 - 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Dir!!
Wieder etwas dazu Gelernt!


Gruss Heiko
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 159288 | Verfasst am: 11.09.2008 - 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn noch jemand Berichte zu Mars-la-Tour/ Vionville wäre ich herzlichst dankbar Lachen

Winken

Jan-Hendrik
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DemolitionMan
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BeitragBeitrags-Nr.: 159512 | Verfasst am: 14.09.2008 - 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

S 03 hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

Ein Originalfoto vom Brandenburger Tor Geschmückt anlässlich des Sieges von Sedan:

http://i38.tinypic.com/2renuo2.jpg

Gruss Heiko


Diese Schmückung erhielt das Tor allerdings anlässlich des "Sedan-Tages" am 2.September 1895. Quelle: "Das Brandenburger Tor" von Laurenz Demps.
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Matte
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BeitragBeitrags-Nr.: 161471 | Verfasst am: 17.10.2008 - 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zu Mars-la-Tour/ Vionville:
http://i38.tinypic.com/2croz8y.jpg
http://i35.tinypic.com/209nehc.jpg
http://i35.tinypic.com/2zh49bl.jpg

Aus: Avantgarde-Weg und Welt eines preußischen Reitergenerals Gut gemacht!

Winken Matte
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 161537 | Verfasst am: 19.10.2008 - 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank Gut gemacht!

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Jan-Hendrik
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 161920 | Verfasst am: 23.10.2008 - 10:48    Titel: Die Brigade Bredow bei Vionville-Mars-la-Tour Antworten mit Zitat

Die Brigade Bredow bei Vionville-Mars-la-Tour
am 16. August 1870

Die französichen Truppen waren am 2. August 1870 von Metz und Straßburg aus mit dem Schlachtruf "à Berlin" vorgerückt und hatten das nur schwach verteidigte Saarbrücken genommen. Aber die Freude währte nicht lange. Durch die siegreichen deutschen Kämpfe bei Weißenburg (4. August), Wörth und Spichern (6. August) mußten die französichen Marschälle Mac Mahon nach Chalons-sur-Marne und Bazaine in die Festung Metz zurückgehen. Sie wollten sich im Lager Chalons, wo ihre Reserven standen, vereinigen, um Paris zu schützen und vielleicht gemeinsam neu vorzustoßen.
Von drei deutschen Armeen rückte der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm mit der von ihm geführten 3 Armee nach Abzweigung eines Belagerungs-Korps für Straßburg unter General v. Werder durch die unverteidigten Vogesen-Pässe auf Nancy, die 1. Armee (General v. Steinmetz) marschierte auf Metz und die 2. Armee (Prinz Friedrich Karl von Preußen) auf Pont-à-Mousson mit der Absicht, die französische Rheinarmee in und bei Metz abzuschneiden und an einer Vereinigung mit Mac Mahon zu hindern. Durch die siegreiche Schlacht bei Colombey-Nouilly (14. August) konnte zunächst der Abzug der Franzosen auf Verdun verzögert werden. Aber noch stand der Weg nach Westen für Bazaine offen. Bei dem nun eingeleiteten Vormarsch der 2. Armee hatte das Magdeburger IV. Korps (General Gustav v. Alvensleben) mit der zu ihm gehörenden Kavallerie-Brigade des Generals Adalbert v. Bredow (Halberstädter Kürassiere No. 7 und Altmärkische Ulanen No. 16) den linken Flügel. Es mußte bei regnerischen Wetter große Marschleistungen vollbracht werden. Am 13. August trat die Brigade Bredow in den Verband der 5. Kavallerie-Division (General v. Rheinbaben) über und biwakierte nach Überschreiten der Mosel westlich Thiaucourt. Am 15./16. August bezog die Brigade Biwak bei Suzemont, wo sie wegen der Nähe des Feindes nicht absatteln durfte. Die Lebensmittel für Mann und Pferd mußten den mitgeführten "Eisernen Rationen" entnommen werden. Große Freude rief die erste Post hervor, die aus der Heimat hier verteilt werden konnte. Am 16. August trat das Hannoversche X. Korps von Thiaucourt in nordwestlicher Richtung auf St. Hilaire schräg gegen die Straße Metz-Verdun an. Die 5. Kavallerie-Division mit der Brigade Bredow wurde ihm an diesem Tage unterstellt. Sie sollte von ihren Biwakplätzen, verstärkt durch einige Batterien, eine gewaltsame Aufklärung weiter nordostwärts gegen die am 15. um Vionville und Rezonville festgestellten französischen Truppen durchführen. Hierdurch entfernte sich die 5. Kavallerie-Division immer mehr von der rechten Flanke des X. Korps und kam vor die Front des Brandenburger III. Korps (General Constantin v. Alvensleben) , das über Onville-Gorze von Süden her gegen die Abmarschstraße Metz-Verdun heranrückte. Aus eigenem Entschluß stellte Constantin v. Alvensleben mit seinem III. Korps die wesentlich stärkeren französischen Kräfte und es kam zu der Begegnungsschlacht von Vionville-Mars-la-Tour, welche Bazaine endgültig an dem Abmarsch nach Westen und der erstrebten Vereinigung mit Mac Mahon hinderte. Erst gegen Abend konnte Alvensleben mit Verstärkung seiner erschöpften Brandenburger durch das X. Korps rechnen. So lange mußte nach Einsatz aller Reserven gegen den erdrückenden Vorstoß vierfacher französischer Übermacht ausgehalten werden. Deshalb hatte General v. Rheinbaben der Brigade Bredow befohlen, bis an die Höhe hartwestlich Vionville vorzugehen, um sich hier rechts rückwärts der Artillerie und unmittelbar hinter der Schlachtlinie des III. Korps zum Eingreifen bereit zu halten.
Hier war es, wo der Generalstabschef des III. Korps, Oberst v. Voigt-Rhetz, General v. Bredow persönlich den Angriffsbefehl überbrachte:
"Sie sollen der Schlacht die Entscheidung geben".
Es galt, dem überlegenen Feinde das Gesetz des Handelns zu entwinden und ihn zu zwingen, seine Heeres-Kavallerie kleckernd einzusetzen, anstatt mit ihr die Entscheidung zu suchen. Diese Aufgabe haben die Kürassiere und Ulanen Bredows durch ihren Todesritt voll erfüllt.
Am frühen Nachmittag des 16. August erfolgte das Anreiten zur Attacke. Die beiden Regimenter, jedes zu drei Schwadronen, trabten zunächst an und zogen auseinander, Kürassiere links und Ulanen rechts. 500 Meter nördlich Vionville ließ der Brigadekommandeur v. Bredow, vor der Front beider Regimenter reitend, angaloppieren. Zunächst trafen die Reiter nach 1.800 Meter auf sieben feindliche Geschütze. Pallasch und Lanze räumten unter den Bedienungsmannschaften auf, von denen nach Ausspruch des Marschalls Bazaine nur ein einzelner unverwundet blieb. Der zweite Sprung der Brigade traf auf feuernde französiche Infanterie, die in aufgelöster Ordnung verfolgt wurde. Die immer weiter stürmenden Schwadronen überritten sogar die Leibwache des Marschalls Bazaine und stachen mehrere Offiziere seines Stabes von den Pferden, so weit waren sie in die feindliche Stellung eingedrungen. Als nun halblinks vorwärts eine zur Flucht abrückende Mitrailleusen-Batterie sichtbar wurde, waren die Reiter in wenigen Minuten auch in dieser Stellung. Ein harter Nahkampf um die Geschütze setzte ein. Hier machte der Kommandeur der Ulanen, Major v. der Dollen, den Brigadekommandeur darauf aufmerksam, daß von beiden Seiten und sogar im Rücken starke Kräfte französischer Kavallerie anritten. Die acht frischen Regimenter der beiden Kavallerie-Divisionen Fortan und Valabruègue, die auf der Höhe nordwestlich Rezonville bereit gestanden hatten, waren im Begriffe, unsere schwachen, abgehetzten sechs Schwadronen zu umringen. Bredow ließ sofort zum Appell blasen, aber in der Hitze des Gefechtes hörten das nur wenige. Selbst als die ersten französischen Reiter hereinbrachen, blieben die unsrigen einzeln kämpfend noch immer in der Vorwärtsbewegung. Das Vorwärtsstürmen der zerstreut kämpfenden Reiter wurde ihr Verhängnis.

Fortsetzung folgt.
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BeitragBeitrags-Nr.: 162009 | Verfasst am: 24.10.2008 - 12:34    Titel: Die Brigade Bredow bei Vionville-Mars-la-Tour Antworten mit Zitat

Teil II

Viele Beweise großer persönlicher Tapferkeit wurden erbracht. Ulan Schobb von der 4. Schwadron, im Frieden einer der besten Einzelfechter, wurde von mehreren feindlichen Kürassieren bedrängt. Durch kräftige Lanzendeckungen hielt er sich diese vom Leib, stach einen vom Pferde, vertrieb zwei andere durch gut gezielte Stiche nach den Köpfen der Pferde, eilte ihnen blitzschnell auf seiner Vollblutstute nach und stach auch diese beiden Reiter herunter.

Während die Halberstädter Kürassiere von der Übermacht der französichen Dragoner-Brigade Murat auf die vorher genommene feindliche Batterie zurückgeworfen wurden, waren die Ulanen weiter auf die französische Kürassier-Brigade Gramont vorgestürmt. Teile derselben kamen den Ulanen in die Flanke, und in wirrem Durcheinander wurden die Deutschen zurückgeworfen. Gerade noch konnten sie von den wieder vorgehenden Halberstädter Kürassieren herausgehauen werden. Aber jetzt brachen auch die vier leichten Regimenter der Division Valabruègue in ihre rechte Flanke ein. Angesichts dieser erdrückenden Übermacht mußten die Kürassiere und Ulanen endgültig zurück.
Der Standartenträger der Altmärkischen Ulanen Sergeant Gäbler, unterstützt von Sergeant Hansen, konnten nur mit genauer [großer] Not das Heiligtum des Regimentes aus dem Getümmel retten, als zu allem aus dem Walde heraus in der linken Flanke noch einige frische Schwadronen französischer Kürassiere auftauchten.
"Hierbei haben die meisten der Tapferen, die dort in kühler Erde ruhen, ihren Tod gefunden oder sind mit den erschossenen Pferden zusammenstürzend betäubt oder verwundet in Gefangenschaft gefallen." So berichtete der Adjutant der Ulanen, Oberleutnant v. Knobelsdorf, "denn jetzt kam erst das Schlimmste. Hinter uns, neben und zwischen uns feindliche Reiter, vor uns feindliche Infanterie, die von uns zwar überritten, sich aber in Resten wieder gesammelt hatte und unaufhörlich Salven in die dichten Haufen der Zurückreitenden sandte, die fortwährend mit den zwischen ihnen befindlichen Reitern kämpfend, auf müden, atemlosen Pferden den Weg zurück mußten, den sie eben im Siegeslauf durchmessen hatten; über Leichen und Verwundete, zwischen umgestürzten Geschützen und Protzen, zwischen den feuernden Infanterieknäulen sich durchwindend."
Glücklicherweise setzte die Division Valabruègue, deren Reiter auch sehr auseinander gekommen waren, über die französische Infanterie hinaus die Verfolgung nicht fort. Nur die feindlichen Kürassiere verfolgten noch weiter bis zu den deutschen Infanterie-Stellungen.
Als der verwundete unter seinem Pferd liegende Kommandeur der Altmärkischen Ulanen Major v. der Dollen, sich aufrichten wollte, wurde er von zurückeilenden Pferdehufen getreten. Dann hieben vier französische Kürassiere auf ihn ein, bis sie auf den Zuruf des in der Nähe auch verwundet liegenden französischen Brigade-Kommandeurs Gramont davon abließen und den verwundeten Major zum Verbandsplatz brachten.
Mit den letzten siener Brigade gelangte General v. Bredow an die deutsche Infanterie-Linie. Hier war es, wo ein Füsilier des Infanterie-Regimentes 20 einen französischen Kürassier-Offizier gerade in dem Augenblick vom Pferde schoß, als dieser zum tödlichen Streich gegen den General ausholte.
Als zum Sammeln geblasen wurde, fanden sich von dem Halberstädter Kürassier-Regiment nur 7 Offiziere und 70 Mann, von den Altmärkischen Ulanen nur 6 Offiziere und 80 Mann ein. Beide Standarten waren zur Stelle. Aus einer Brigade war eine schwache Schwadron geworden. Feldmarschall Graf Moltke stellt ihr folgendes Zeugnis aus:
"Die Opfer der todesmutigen Reiter waren nicht vergeblich. Die begonnene Vorbewegung des VI. französischen Korps war zum Stehen gebracht und wurde nun gänzlich aufgegeben."
Mit der Attacke war die Umfassung des linken Flügels des III. Korps, die dieses erdrückt hätte, vereitelt und somit der Ausbruch der Kräfte Bazaines, der fast gelungen wäre, verhindert worden. Hierdurch gewann die Schlacht von Vionville-Mars-la-Tour eine entscheidende Bedeutung.
Wie sparsam war man damals bei den Preußen mit Verleihungen von Auszeichnungen! Als Erste des Ulanen-Regimentes erhielten noch im August die tapferen Verteidiger der Standarte, die Sergeanten Gäbler und Hansen das Eiserne Kreuz II. Klasse. Wenig später der Chef der 2. Schwadron Rittmeister v. Porembsky, Leutnant d. R. Jordan und Ulan Schobb. Das einzige Eiserne Kreuz I. Klasse, das dem Regiment überwiesen wurde, bekam am 30. September nach e i n s t i m m i g e r Wahl des Offiziers-Korps Rittmeister zur Nedden, der Chef der 3. Schwadron. Als die Ulanen im November 1870 im Park von Versailles vor ihrem Armeeführer Kronprinz Friedrich Wilhelm in Parade standen, erhielten sie von ihm nochmals 28 Eiserne Kreuze II. Klasse.

Quelle: Heinrich-Detloff v. Kalben in Deutscher Soldaten Kalender 1960 / 8. Jahrbuch; Seite 90ff

Gruß, Uwe2
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