Das Kriegsverbrechen in Wereth...
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Timo
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BeitragBeitrags-Nr.: 65147 | Verfasst am: 13.07.2005 - 11:40    Titel: Das Kriegsverbrechen in Wereth... Antworten mit Zitat

Hat jemand weitere Informationen zur Kriegsverbrechen in Wereth?

Am 17. December 1944 zwischen 8:30 und 09.00 Uhr erhält die Versorgungsbatterie des amerikanischen 333rd Field Artillery Battalion den Befehl, sich nach Schonberg zu bewegen, dass die Ausweichstellung des Bataillons ist. Das 333rd Field Artillery besteht aus farbigen Soldaten, die von weißen Offizieren kommandiert werden. Als die Batterie aufbricht, kommt sie unter dichtes Granatwerfer - und Schützenfeuer der vorrückenden deutschen Infanterie. Der Batteriechef, Captain Robert C. Murphy, ist während des Angriffes abwesend, so dass ein anderer Offizier, Captain James A. Edmondson, befiehlt, die Ausrüstung zu zerstören und sich zu Fuß zurückzuziehen. Nur Edmondson, 27 Mannschaftsdienstgrade und ein Sanitäter schaffen es, sich mit dem Bataillon am Sammelpunkt zu vereinen. Elf Mitglieder der Versorgungsbatterie gehen am Ende des Tages durch das bewaldete Gelände. Um 16.00 Uhr erreichen sie ein Bauernhaus in Wereth, das Mathias Langer gehört. Die Männer haben nur zwei Gewehre und machen keine Anstalten, sie auch zu gebrauchen. Sie kommen mit erhobenen Händen und einer weißen Fahne, die sie über ihren Köpfen schwenken, an. Da keine Deutschen in dem Haus zu finden sind, bleiben die Amerikaner für ungefähr 45 Minuten und essen die von Langers Frau Maria zubereitete Mahlzeit. Eine andere Frau, Maria Martes, ist auch anwesend, vermutlich, weil sie die Langers besucht.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen vier oder fünf Soldaten der SS in einem Schwimmwagen zu dem Haus. Diese Männer waren sehr wahrscheinlich Angehörige der Schnellen Gruppe Knittel, die durch Wereth fuhren, um der Kampfgruppe Hansen zu folgen. Statt Langer, laufen die Amerikaner hinaus und heben die Hände. Die Deutschen durchsuchen sie, nehmen ihnen de Helme ab und befehlen ihnen, sich für eine Stunde bis zum Dunkelwerden auf den kalten und nassen Boden zu setzen. Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Männer auf der Straße aufgereiht und es wird ihnen befohlen, vor den Schwimmwagen her zu gehen. Mathias Langer berichtet, dass er oder seine Familie die schwarzen Soldaten niemals wiedergesehen hätten. In der frühen Dunkelheit treiben die SS-Männer die Artilleristen auf einen Feldweg ungefähr 75 m von der Hauptstraße, die durch Wereth nach Hallenfeld führt, entfernt. Die Art der Verletzungen der Opfer deutet auf die Aufeinanderfolge des Geschehenen. Vielleicht ging Private Pritchett nicht schnell genug, um seinen Häschern zu gefallen, weil seine Beine gebrochen waren, als man ihn gefunden hat, als ob er von dem Schwimmwagen getroffen worden war. Er starb an einem Schlag auf den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand, ähnlich einem Gewehrkolben. Sechs andere starben auf die gleiche Weise. Einige wurden erschossen, und einige hatten Bajonettwunden an ihren Köpfen, Armen und Händen. Die schneebedeckten Körper lagen fast zwei Monate lang auf dem Feldweg.

Die Körper von Private Curtis Adams, Corporal Mager Bradley, Pfc George Davis, Staff Sgt. Thomas J. Forte, Tech 5 Robert L. Green, Pfc James Leatherwood, Private Nathaniel Moss, Pfc George W Moten, Private William E. Pritchett, Tech 4 James A. Stewart und Pfc Due W Turner werden von amerikanischer Infanterie am 13. Februar 1945 entdeckt.
Am 19. Februar 1945 vernehmen die 1st Lieutenants Herbert Peterfund and John Polachek die Martes und die Langers. Laut dem belgischen Forscher Ferdinand M. Dessente zeigen diese Aussagen, wie die elf Soldaten von einem mit ihnen befreundeten Anwohner betrogen worden waren. Er findet es sehr seltsam, dass die Langers und Martes nicht für die Beherbergung und Verkostung der elf Amerikaner von den deutschen Truppen bestraft wurden. Zusätzlich hatten die Langers andere Gründe, sich vor den deutschen Truppen zu fürchten: Laut Berichten des Bezirksrats von Liège (Lüttich), waren zu der Zeit des Zwischenfalls belgische Männer im Heuhaufen der Langerschen Scheune versteckt, die versuchten, der Zwangsarbeit in deutschen Fabriken zu entgehen. Dies wirft ein gutes Licht auf die Langers und ihre Absichten. Mathias Langers spätere Taten lassen außerdem den Schluss zu, dass er sich über den Zwischenfall mit den afroamerikanischen Soldaten schämte. Amerikanische Truppen waren drei Wochen bevor die Leichen gefunden wurden durch das Gebiet gezogen, doch Langer fühlte sich nicht verantwortlich, den Soldaten zu berichten, was er wusste. Es war kurz nachdem die Amerikaner kamen, um nach Zeugen zu suchen, als Langer sich ihnen anvertraute. Aber selbst dann waren einige seiner Informationen vage.

Martes sagte aus:
„Ich war im Haus von Mathias Langer, als die 11 schwarzen Soldaten herein kamen und wir sie bewirtschafteten. Das war das letzte Mal, dass ich sie lebend sah. Ich verließ bald danach das Haus und ging die Straße herunter, als einige deutsche Soldaten in einem Fahrzeug ankamen. Der Anführer, ein Feldwebel (Oberscharführer), sprach mich ungewollt mit 'Heil Hitler' an und fragte dann nach den amerikanischen Soldaten. Ich sagte ihm, die Soldaten seien gegangen, was gelogen war. Wie auch immer, das Fahrzeug setzte seine Fahrt fort und die Deutschen gabelten die amerikanischen Soldaten bei dem Haus der Langers auf. Den Amerikanern wurden weg geführt und am nächsten Tag tot vorgefunden.“

Dessente bemerkt, dass Martes nicht nur wusste, welchen deutschen Truppen durch Wereth marschierten, sondern sie bemerkte auch den Rang des Mannes, mit dem sie geredet hatte. Dies war etwas, dass Langer nicht konnte. Dessente fragt sich außerdem, warum ein SS Feldwebel eine belgische Frau mit 'Heil Hitler' grüßen würden, wenn er nicht einen Gruß, der von ihr zuerst gemacht wurde, erwidern würde. Laut Martes Aussage wusste die SS bereits von der Anwesenheit der amerikanischen Soldaten. Aber wie konnten sie etwas davon mitbekommen haben, ohne vorher mit Martes gesprochen zu haben? Sie erzählte Lieutenant Peterfreund, dass sie gesagt habe, dass die Amerikaner schon weg sein. Aber die Deutschen gingen direkt zu den Langers, um sie aufzugreifen. Die Umstände lassen darauf schließen, dass einer von ihnen ein deutscher Sympathisant war, der den SS-Männern von den amerikanischen Soldaten im Haus der Langers erzählt hat.
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 65219 | Verfasst am: 13.07.2005 - 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Mal eine Frage: Gab es überhaupt Farbige in der US-Army? Wurden nicht nur Weiße eingezogen? Auch habe ich noch auf keinem Foto jemals einen Farbigen erkennen können. Gibts da welche?

Gruß

Jörg
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Timo
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BeitragBeitrags-Nr.: 65224 | Verfasst am: 13.07.2005 - 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Jörg-Sebastian hat Folgendes geschrieben:
Mal eine Frage: Gab es überhaupt Farbige in der US-Army?

Ja. Zum beispiel im 333rd Field Artillery Battalion Rollene Augen

Kennen Sie den Tuskagee Airmen?

Also, Baugnez. Januar 1945...
http://ourworld.compuserve.nl/GustlW2/Baugnez.jpg
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 65228 | Verfasst am: 13.07.2005 - 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ohh, danke, schon wieder etwas gelernt.

Gruß

Jörg
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 65233 | Verfasst am: 13.07.2005 - 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Schwarze Soldaten es reichlich(ca. 850.000), aber kaum in Kampftruppen, sondern hauptsächlich beim Nachschub.

Hier ist ein ca. 5 MB großes, englisches pdf.-file über die Rolle von schwarzen Soldaten seit 1775 dazu:


http://www-cgsc.army.mil/carl/download/csipubs/salter/salter_ch1_concl.pdf


Gruß Markus
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 65241 | Verfasst am: 13.07.2005 - 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank! Werds mir durchlesen...

Auch mal ein interessantes Thema, aber nun besser Back to Tobic...und zu Timos Frage...

Gruß

Jörg
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Kevin
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BeitragBeitrags-Nr.: 65283 | Verfasst am: 14.07.2005 - 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Nur noch kurz was zu schwarzen in der US Army, habe darüber mal einen Bericht gelesen und laut diesen Angaben wurden sie hauptsächlich als Tragehilfesoldaten für den Verwundetentransport eingesetzt.
Desweiteren habe ich von einem Panzerregiment und Fallschirmjägerregiment gehört. Das zuletzt geannte wurde aber hauptsächlich in den USA als "Feuerwehrleute" eingesetzt. Sie sprangen mit Fallschirmen über Waldbrandgebieten usw. ab. In diesem Bericht wurde von Feuern, die durch japanische Ballons verursacht worden, gesprochen.
Leider kenne ich die Quelle nicht mehr. Mehr weiß ich darüber auch nciht.

Kevin Winken
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Uli
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BeitragBeitrags-Nr.: 68233 | Verfasst am: 08.08.2005 - 21:16    Titel: 761st 'Black Panther' Tank Battalion Antworten mit Zitat

Staff Sgt. Ruben Rivers hat einige Panther der 11. Panzerdivision ( 15. - 19. November 1944, bei Guebling in Lothringen) plattgemacht und lange nach seinem Tod (1978) die "Congressional Medal of Honor" erhalten.

Nachzulesen in Englisch:

http://www.761st.com/index.php?page=Rivers

http://en.wikipedia.org/wiki/Ruben_Rivers

http://www.historynet.com/perspectivesbl ... lion-january-98-world-war-ii-feature.htm

http://www.army.mil/cmh-pg/books/wwii/lorraine/lorraine-ch07.htm

Liste der Afroamerikaner, welche die "Medal of Honor" erhalten haben. :

http://www.history.army.mil/html/moh/mohb.html

Edit: Links aktualisiert.


Zuletzt bearbeitet von Uli am 13.08.2010 - 22:14, insgesamt einmal bearbeitet
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weyax
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BeitragBeitrags-Nr.: 178254 | Verfasst am: 25.11.2009 - 13:56    Titel: Wereth Antworten mit Zitat

Bin durch meine Ardennenforschungen durch Zufall auf diesen alten Fred gestoßen.

Neuigkeiten zu Wereth??? Man hat ein Denkmal aufgestellt, die 11 Soldaten namentlich verifiziert, aber sonst zum Ablauf nichts Neues.

Ich denke mal, daß die Art der Verletzungen nicht auf ein regelgerechtes Vorgehen der Schwimmwagenbesatzung(der Kampfgruppe Knittel) hinweist, sodaß man hier wohl entgegen den Vorfällen in Ottre von einem Massaker sprechen kann.

Anbei ein paar Bilder:

http://up.picr.de/3297352.jpg
Die Toten im Frühjahr 45
http://up.picr.de/3297353.jpg

http://up.picr.de/3297354.jpg
Ursrüngliches u. neues Denkmal
http://up.picr.de/3297355.jpg

Mal zum Vergleich, Schwimmwagen der Kampfgruppe Knittel, die als einzigste mit dem 166er ausgerüstet waren:

http://up.picr.de/3297921.jpg

http://up.picr.de/3297922.jpg

http://up.picr.de/3297923.jpg

Aber vielleicht verschiebt mal jemand das Ganze in den Ardennenfred!

Grüße
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