SS-Panzerbrigade 'Westfalen'
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Kra-Wumm!
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BeitragBeitrags-Nr.: 184236 | Verfasst am: 14.04.2010 - 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hier eine Suchmeldung aus dem Freiwilligen, 2/98, etwas merkwürdig, zumindest mir ist eine Abteilung Heuer nicht untergekommen:

Gesucht werden Kameraden, die in der letzten Kriegsphase mit der sogenannten "Kampfgruppe Westfalen" im Raum Etteln-Henglarn südlich von Paderborn eingesetzt waren. Ein Abteilungsführer soll Hauptsturmführer HEUER gewesen sein. Ferner werden die Namen genannt: Untersturmführer Erdmann, Unterscharführer Halhege, Uscha. Grün(d)ler, Uscha. Heinzel. Gibt es eine Kameradschaft, in der die Angehörigen der ehemaligen "Kampfgruppe Westfalen" evtl. angeschlossen sind?
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BeitragBeitrags-Nr.: 184246 | Verfasst am: 14.04.2010 - 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, der Tietelsen Bericht ist in der Ausgabe Juni 1995.



Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Welcher Jahrgang? Dann könnte ich suchen....

Jan-Hendrik

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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 184248 | Verfasst am: 14.04.2010 - 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

OK, kommt demnächst Zwinkern

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BeitragBeitrags-Nr.: 184318 | Verfasst am: 16.04.2010 - 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hier nun der Bericht von Clemens Menze aus dem Juni-Heft/Der Freiwillige, Jhg. 1995:

http://i39.tinypic.com/2u8vwol.jpg

http://i42.tinypic.com/6fv8rl.jpg

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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 184421 | Verfasst am: 18.04.2010 - 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, hat sich gelohnt, einiges Neues an Informationen. Gut gemacht!
Zitat:
Anzumerken bleibt noch, daß am 7. April 1945 ein Zeuge die Hinrichtung von acht deutschen Gefangenen durch die Amerikaner in der Nähe von Klus Eddessen bei Borgholz beobachtete.


Dürfte sich wohl um diesen Fall aus dem Tieke-Westfalen-Buch handeln:

Am Nachmittag des 7.April setzen sich die deutschen Verteidiger aus Borgholz ab. Da Borgholz bereits beiderseits von den Amerikanern eingeschlossen ist, bricht der Zusammenhang der Einheit in dem Chaos vollends auseinander. Am befohlenden Sammelplatz findet Friedrich bereits 5 feindliche Panzer und etwa 120 amerikanische Infanteristen vor. “Wir sahen, wie sie 8 Mann von uns erschossen“, so Friedrich, der sich mit 5 Kameraden am Morgen des 8.April südlich von Beverungen zur Weser durchschlagen kann (Tieke, S. 42).
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BeitragBeitrags-Nr.: 187230 | Verfasst am: 01.08.2010 - 14:07    Titel: Willebadessen Antworten mit Zitat

http://www.wiki-willebadessen.de/images/4/45/Panzer-02.jpg

Anscheinend Willebadessen. Muss nicht unbedingt sPzAbt 507 sein, die gemischte Panzerkompanie Tietz der Westfalen käme auch in Betracht. Eventuell ist es dieser Tiger:

Just as A and B Companies entered Willebadessen (1.April), an old type Mark VI, lost, came into town from the north. It was knocked out by an American tank. 38th Infantry, 2nd Inf Div, Interview with: Major James W. Love, S-2
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Kra-Wumm!
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BeitragBeitrags-Nr.: 196394 | Verfasst am: 26.08.2011 - 20:52    Titel: Re: Willebadessen Antworten mit Zitat

Gesucht: Können "Das Reich" Spezialisten eventuell anhand folgender Information diesen "SS Hauptmann" identifizieren:

Der einzige anderer Gefangene mit irgendwelchen taktischen Informationen war ein SS Hauptmann der “Westphalia Brigade”. Er wurde in Osterode gefangen genommen, als er vom seinem Battalion des „SS Panzer Training Regiments“getrennt wurde, dass er befehligte.

Bevor er zur Westfalenbrigade gekommen war, war er ein Angehöriger der SS Division „DAS REICH“ gewesen und er war von von Brauchitsch für außergewöhnliche Tapferkeit in Russland ausgezeichnet worden.

Er erzählte das die Stärke des gesamten Ausbildungsregimentes etwa 350 Mann war. Sein eigenes Battalion war mit 150 Mann und 26 Panzern das Stärkste, als es zuerst in Meschede eingesetzt wurde. Das Battalion hat sich im Laufe der Kämpfe geradezu verflüssigt und als er einen wenig erfolgreichen Widerstandspunkt auf der Westseite der Weser organisierte, hatte er noch 70 Mann über.

Der Gefangene meldete sich 1939 freiwillig zur SS, davor war er ein Bankangestellter in Koblenz. Was zeigt das deutsche Bankangestellte mit hoher Wahrscheinlich genau so Bösewichter sind, wie alle anderen auch.

Aus einem Gefangenreport der 1st US Inf. Div.
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Kra-Wumm!
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BeitragBeitrags-Nr.: 197265 | Verfasst am: 02.11.2011 - 21:34    Titel: Re: Willebadessen Antworten mit Zitat

Obwohl diese Foto mit "near Duderstadt" untertitelt ist fand ich den Ort rund 50km westlich, an der Straße zwischen Adelebsen nach Harste im Solling.

http://i41.tinypic.com/af905j.jpg

Farbfilmaufnahmen bei Critical Past:
http://www.criticalpast.com/video/656750 ... d_firing-on-village_infantrymen_cemetery

Herbert Taege schrieb hierzu:

„Unter eigener Sicherung am Ortsrand rastete die Kompanie Niermann auf dem Dorfplatz von Harste," schreibt Herbert Taege. (...)
Der OO, ein Oberjunker, und der Fahrer Daub fuhren mit dem PKW - mit Genehmigung von Hauptsturmführer Grams - noch einmal die Marschstrecke zurück, um in einem verlassenen Flak-Eisenbahnzug nach Waffen und Lebensmitteln zu schauen. Kaum waren sie abgefahren, hörten wir Granatdetonationen und wenig später kam der OO mit der Schreckensnachricht zurück, daß US Panzer vor dem Ort ständen und der PKW abgeschossen worden sei; der Fahrer sei tot.


Vorher war dieser Flakzug schon dem Eisenbahner August Klinge zum Verhängnis geworden. Zwei SS-Offiziere, so heißt es, bekamen ein dienstliches Telefongespräch mit, in dem Klinge den Standort des Flakzuges seinem Vorgesetzten mitteilte. Er wird daraufhin in Hettensen erschossen:

http://rglahe.homepage.t-online.de/1-krieg.html
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hollowhills
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BeitragBeitrags-Nr.: 200493 | Verfasst am: 21.11.2012 - 05:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen-
das passt zwar nicht so richtig zum Thema, hat aber Verbindungen dazu:

An einem Baum

Das Todesurteil gegen Wilhelm Gräfer, ehemals Bürgermeister im westfälischen Lemgo, ist aufgehoben, der Verurteilte rehabilitiert worden. Aber der Beschluß der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Detmold kam fast ein Vierteljahrhundert zu spät: Gräfer war am 5. April 1945 hingerichtet worden.

"Plötzlich sah ich einige Gewehrkolben durch die Luft fahren", gab am 15. Juni 1945 der demobilisierte Stabsgefreite Hubert Lentzen auf einer Polizeidienststelle in Lemgo über den Tod des Bürgermeisters zu Protokoll: "Gleich darauf hörte ich einen Schuß." Als Lentzen wenig später noch einmal zum Tatort, dem Marktplatz von Bodenwerder, zurückkehrte, sah er "die Leiche des Bürgermeisters Gräfer, den Kopf bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, an einem Baum hängen".

Gräfer, damals 59, war von einem Standgericht wegen Landesverrats zum Tode verurteilt worden. Urteilsspruch: "Erschießen und erhängen."

Die ihn verurteilten, ein Generalmajor und andere Offiziere, überlebten den Krieg. Später wurden sie von Staatsanwälten vernommen, aber allesamt außer Verfolgung gesetzt. Angehörige des Exekutionskommandos konnten bisher nicht belangt werden, weil Namen, Einheiten und Aufenthalt nicht bekannt sind. Ein Hauptmann Sommer, der angeblich die Hinrichtung befehligt hatte, wurde nicht verhört.

Gräfer war erschossen und erhängt worden, weil er Anfang April 1945 versucht hatte, Lemgo kampflos der anrückenden 2. US-Panzerdivision ("Hölle auf Rädern") zu übergeben, um die Stadt vor Bombardement und Beschuß zu bewahren.

An-i Morgen des 4. April 1945, gegen sieben Uhr, war Gräfer im Auto eines Polizeioffiziers durch die dünnen deutschen Linien nach Hörstmar gefahren, einem Dorf an Lemgos Stadtgrenze, in dem bereits amerikanische Panzer standen. Stadtkommandant Hauptmann Walter Heckmann, zugleich NS-Führungsoffizier, hatte dem Unternehmen zugestimmt, so jedenfalls äußerte sich Gräfer. Der Bürgermeister handelte mit einem amerikanischen Colonel eine halbstündige Feuerpause aus, während der sich ein deutscher Offizier zu weiteren Verhandlungen bei den Amerikanern melden sollte.

Ungehindert kehrte der Parlamentär zurück. Als Gräfer dem Stadtkommandanten Hedkmann Bericht erstattete, fuhr ihn der NS-Führungsoffizier unvermittelt an: "Was, Sie sind heim Feind gewesen? Das kostet den Kopf!"

Ein Standgericht trat gegen 15 Uhr im Gemeindehaus von Lügde bei Bad Pyrmont zusammen. Den Vorsitz führte Generalmajor Paul Goerbig, zu dessen Kampfgruppe die ungenügend ausgerüsteten Truppenreste gehörten, die Lemgo verteidigen sollten.

Man hatte es eilig. Der Angeklagte bekam keinen Verteidiger, auf ein Protokoll wurde verzichtet, Goerbig fungierte gleichzeitig als Ankläger und Vorsitzender, und das Urteil wurde mündlich verkündet.

Die sofortige Vollstreckung wurde durch das Auftauchen amerikanischer Truppen verhindert. So wurde Grafer nach Bodenwerder geschafft und am Morgen des 5. April umgebracht.

Holländische Zwangsarbeiter, die auf ihrem Heimmarsch an jenem Morgen durch Bodenwerder gekommen waren, brachten die erste Nachricht vom Tod des Bürgermeisters nach Lemgo. Als dann, im Juni 1945, der demobilisierte Hauptmann Heckmann nach dem Flecken Lütte bei Lemgo heimkehrte, mußte er, wie ein Polizeibericht meldete, "zu seinem Schutz vorerst in Schutzhaft genommen" werden, "da die Wut der Stadtbevölkerung gegen Heckmann sehr groß ist".

Seitdem wurden Verdächtige verhaftet, vernommen und wieder freigelassen oder erst gar nicht vernommen. Und während es Staatsanwälten und Gerichten immer nur um die formale Frage ging, ob das Standgericht, das Gräfer verurteilte, Rechtens verfahren war, geht es den Freunden des früheren Bürgermeisters auch heute noch darum, die Angehörigen des Hinrichtungskommandos ausfindig zu machen und vor Gericht zu bringen.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit gegen Heckmann wurde 1948 eingestellt. Eine Beschwerde dagegen beschied Generalstaatsanwalt Dr. Wilhelm Kesseböhmer in Hamm ablehnend, da Heckmann, wie er formulierte, nur "seiner militärischen Pflicht entsprechend" gehandelt habe.

Die "erniedrigende und entehrende Form der Urteilsvollstreckung" beurteilte Kesseböhmer allerdings "rechtlich anders": Sie "dürfte nazistisches Gepräge tragen". An der Vollstreckung war Heckmann jedoch nicht beteiligt.

Ebenfalls 1948 kam ein Verfahren gegen den Standgerichtsvorsitzenden Goerbig in Gang. Der Ex-General wurde Anfang April 1949 in Hamburg verhaftet und nach Paderborn überstellt. Goerbig rechtfertigte sich vor der Staatsanwaltschaft, Ihm sei der Bürgermeister von Lemgo vom Divisionsstab des Generalmajors Karl Becher mit dem Befehl übergeben worden, Gräfer "wegen Verrats in Lemgo während des Kampfes zu erschießen". Diesen Befehl habe Becher wiederum vom Stellvertretenden Korps-Kommandeur General Franz Mattenklott erhalten.

Weil Goerbig annahm, daß der Fall Gräfer "eines Tages zur Sprache kommen würde", holte er sich in Gefangenschaft Rat beim Lagerkameraden Mattenklott, der ihn beruhigte, die "Sache" sei "völlig in Ordnung" gewesen. Sodann sprach Goerbig, wie er zu Protokoll gab, Becher an, doch Becher "bestritt zu meiner größten Empörung, mir überhaupt einen Befehl gegeben zu haben".

Korps-General Franz Mattenklott, ebenfalls in Paderborn vernommen, bestätigte die Angaben Goerbigs und übernahm die "volle Verantwortung" -- freilich "eigentlich die Verantwortung von Becher, der als Divisionskommandeur für die Bildung des Standgerichts zuständig war".

Die Staatsanwaltschaft begnügte sich mit diesem Manneswort und ließ die Generale die Verantwortung reihum reichen. Divisionskommandeur Becher wurde nicht einmal gehört. 1957 starb er.

1959 nahm die Staatsanwaltschaft Paderborn wegen einer Anzeige gegen Goerbig erneut Ermittlungen auf, die sich nun auch auf andere Mitglieder des damaligen Standgerichts erstreckten. Dabei wurde Becher noch mehr belastet. Vor allem aber wurde nun Gräfer obendrein nachgesagt, er habe das Leben deutscher Soldaten auf dem Gewissen.

So gab der frühere Oberstleutnant Martin Gierga zu Protokoll, daß ihm bei der Standgerichtsverhandlung erklärt worden sei, Gräfer habe sich auf Schleichwegen zum Feind begeben und dann eine amerikanische Abteilung hinter die deutschen Linien geführt, wobei eine deutsche Einheit bei einem Feuerüberfall der Amerikaner aufgerieben worden sei.

Auch dieses Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Die Gräfer-Freunde fahndeten weiter. 1968 erwirkten sie die Wiederaufnahme des Verfahrens, nachdem sie jenen amerikanischen Oberst in den USA ausfindig gemacht hatten, mit dem Gräfer 1945 verhandelte. Ex-Colonel Hugh R. O'Farrel erklärte, die Behauptung, der Bürgermeister habe damals den Amerikanern den Weg durch die deutschen Linien gezeigt, sei "absurd".

Überdies trieben die privaten Rechercheure ehemalige hohe Offiziere aus dem Stab Mattenklotts auf -- was der Staatsanwaltschaft nicht gelang -, die Goerbigs Aussagen und seinen Versuch, dein toten General Becher alle Verantwortung anzulasten, in Frage stellten. Die Befragten wußten nichts von einem Erschießungsbefehl Mattenklotts, und an Becher erinnerte sich niemand.

Auch diesmal verzichtete das Landgericht Detmold auf neue Zeugen. Der Leitende Oberstaatsanwalt beantragte aber, Gräfer "unter Aufhebung des standgerichtlichen Urteils freizusprechen". Das damalige Verfahren sei mit "erheblichen strafprozessualen Mängeln behaftet", und dem Angeklagten sei "zu Unrecht" vorgeworfen worden, er hätte den Tod deutscher Soldaten verschuldet.

Das Landgericht befand in der Urteilsbegründung sowohl als auch: Es monierte zwar Mängel in dem Standgerichtsverfahren, ließ aber doch noch offen, ob den "rechtsstaatlichen Mindestanforderungen" damals entsprochen worden ist. Immerhin qualifizierte es die Vorwürfe gegen Gräfer, er habe deutsche Soldaten verraten, als "offensichtlich aus der Luft gegriffen".

Folglich ist Bürgermeister Gräfer aufgrund unwahrer Behauptungen verurteilt und hingerichtet worden; denn sein Versuch, Lemgo in auswegloser militärischer Situation vor der Zerstörung zu bewahren, ist nach Erkenntnis des Gerichts auch "nach den damals geltenden Bestimmungen" nicht strafbar gewesen. Aber diejenigen, die ihn mit dem Tode bestraft haben, sind davongekommen.

Gräfer-Freunde und -Verwandte wollen deshalb die Akte Gräfer auch jetzt noch nicht schließen. Sie suchen nach den Holländern, die im April 1945 vom Tod des Bürgermeisters berichtet hatten. Laut Gräfers Sohn Dieter haben sich "bereits einige Zeugen gemeldet".
DER SPIEGEL 9/1970

Gruss von Guido
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Gotrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 205212 | Verfasst am: 10.12.2015 - 23:26    Titel: Re: Herbram / Paderbornerland April 1945 Antworten mit Zitat

Leibhusar hat Folgendes geschrieben:
Hallo, wirklich hoch interessantes Thema.

Einheiten der SS Panzerbrigade Westfalen müssen es gewesen sein, die auf dem Hof meiner Oma in Herbram bei Paderborn gelegen haben. Aus den Erzählungen meines Vaters weiß ich, dass Waffen SS-Soldaten Anfang April auf dem Hof einquartiert waren und u.a. die Feldküche auf der Deele des Hauses stand. Vor dem Deelentor stand ein Königstiger, auf und in dem die Kinder spielten.

Wen´s interessiert kann ich gerne Augenzeugenberichte von der Schlacht um das Dorf geben.

Vielleicht eine Frage:
In der Dorfchronik Steht, dass beim Kampf um das Dorf ein Waffen-SS Mann und 3 Wehrmachtssoldaten fielen.
u.a. 1 Soldat vom Gren. Ers. Btl. 82 aus Göttingen
und 2 vom Inf. Panzer-Jäger Ers. Btl. 216 aus Götingen

So eine Einheitsbezeichnung habe ich noch nie gehört....kennt die jemand?????

Waren also in der Panzerbrigade Westfalen nicht nur Waffen-SS Soldaten zusammngefasst, sondern auch reguläre Wehrmachtsverbände????
Weiß jemand etwas über Fallschirmjägerverbände die von 1944 bis zum März 1945 in Herbram/Paderborner Land einquatiert waren? Welche Einheiten waren das?

Im voraus Danke für die Antwort![/list]


In April 1945 gibt es auch Wehrmacht soldaten mit SS-Brigade Westfalen, aber ich weiss nicht wie lange:

"...Südlich der Diemel sollte sich der Kampfverband Bortscheller, der aus drei aus Hannover herangeführten Kompanien bestand, an die Brigade "Westfalen" anschließen."
Quelle: Die Kampfe zwischen Eggegebirge und Weser im Fruhjahr 1945 (Waldemar Becker).

Einheit Bortscheller (auch als Sperrverband Bortscheller) war mit panzerfausten und PAK ausgestatet.
Ich habe ein Soldbuch von ein Hauptmann die in dieser einheit war, er wurde im April 1945 verwunded und geholfen in Truppenverbandplatz "Meyer" (SS-Regiment Meyer, SS-Brigade Westfalen).
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 205259 | Verfasst am: 26.12.2015 - 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Weiß jemand wieviel Personal vom aufgelöstem Schlachtgeschwader 103 tatsächlich noch bei der Westfalen ankam?


Vermutlich gar niemand. Ein Teil flog noch bis Mai in Prag, ein anderer lag in Fassberg
Offiziell gibts natürlich nüschte, aber die wenigen personenbezogenen Daten sind doch recht deutlich
Ich hau 2016 mal die spärlichen Fragmente hierzu raus
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 205279 | Verfasst am: 29.12.2015 - 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hab gerade etwas Zeit:

PRAG
http://www.hultschiner-soldaten.de/__de/mensch.php?id=4003
http://en.ww2awards.com/person/23435
Karl-Georg Gschwendtner was killed in action near Prague on May 5th, 1945. At that moment he served with 1. / Schlachtgeschwader 103 in the rank of Leutnant.

FASSBERG
https://www.huesken.com/shop/de/luftwaffe-zerstoerer-schlachtflieger/urkunden-nachlass-59595.html
https://books.google.de/books?id=VAW8CQA ... p;q=Schlachtgeschwader%20103&f=false

ALLGEMEIN
Als Rudel in Kitzingen landete, wurde eine der Maschinen vom RK-Träger Major Kurt Lau geflogen (Kommandeur II./S.G.103)

Das sind alles auch wieder nur der übliche Krümelkram. Da ich im Interpretieren solcher Fragmente mittlerweile etwas geübt bin:
Es hat deutlich den Anschein, das nach der offiziellen Auflösung des Geschwaders am 16.4.45 noch Teile in Prag flogen
Vermutlich blieben Einsatzfähige Teile einfach dort, während der Rest nach Fassberg verlegte (s.a.Link 2/Fassberg - Buchauszug Bericht Ertl

Reste des Geschwaders, die infanteristisch eingesetzt wurden, finden sich im Raum Uelzen/Dannenberg nach diesem Datum – die Dokumente dazu muss ich jedoch noch mal irgendwo rauskramen

Am 16.4. standen die Amerikaner jedenfalls schon längst an der Elbe. Eine Verlegung von Fassberg Richtung Süden erschient daher zumindest fragwürdig
Und die Westfalen bestand da ja wohl auch nur noch aus Treibgut, das im Harz angespült wurde
Deswegen behaupte ich mal etwas kühn, das diese beiden Einheiten so nicht mehr zusammenfanden
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edit: Falscher Link gelöscht
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 205384 | Verfasst am: 11.01.2016 - 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hätte da noch einen Ostuf. v.Kliest, der am 6.April fiel. Vormals Kp.Chef 4./SS-Pz.Rgt3.

Quelle:

Ian Michael Wood History of the Totenkopf's Panther-Abteilung, Anhang 3

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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 205386 | Verfasst am: 11.01.2016 - 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

*Grr*

von Kleist natürlich Rollene Augen

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Jan-Hendrik

Nachtrag:

Lothar von Kleist SS-Nr.423810
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BeitragBeitrags-Nr.: 205903 | Verfasst am: 23.03.2016 - 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Anfrage von Dierk zu

Stubaf. Meyer

habe ich in einen separaten Thread ausgegliedert.

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