Festungsfront Oder-Warthe-Bogen 1945
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hec801
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BeitragBeitrags-Nr.: 94360 | Verfasst am: 28.04.2006 - 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, dass einer unserer Verwundeten irgendwann vom GEB 122 kommend dahin versetzt wurde, um den Rest der Verwundung auszuheilen...

Sicher aus einem alten Brief oder einem MiBlatt! Taucht bestimmt wieder mal auf, sorry...
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 110569 | Verfasst am: 11.12.2006 - 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

So , hier mal eine Übersichtskarte zu den Kämpfen im Bereich des Oder-Warthe-Bogens :

http://i10.tinypic.com/30mv4uo.jpg

Die Karte ist aus Ulrich Safts Krieg im Osten - Das bittere Ende jenseits der Weichsel bis Oder und Neiße

Ich werde mich die Tage mal ran machen und einen kleinen Artikel über die Kämpfe 1945 zu verfassen Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Raffael
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BeitragBeitrags-Nr.: 110650 | Verfasst am: 12.12.2006 - 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich warte sehr gerne drauf!

Raffael
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 110654 | Verfasst am: 12.12.2006 - 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke mal , ich werd das von Nord nach Süd abarbeiten und dabei auch die Kämpfe zw. Festungsfront und Oder berücksichtigen . Da ich wohl Donnerstag und Freitag dafür Zeit haben werde ( so Gott will und nicht was dazwischen kommt Grins ) kann ich des endlich mal in Angriff nehmen , langsam nervts mich das die relevanten Sachen auf Threads/Foren/usw. verstreut sind . Also auf , die Kampfgruppen Scherer , Langkeit , Ballauf usw. warten Idee

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 110661 | Verfasst am: 12.12.2006 - 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Einleitung

Die Weichsel-Oder-Operation der Roten Armee, beginnend am 15.1.1945, zertrümmerte und zersplitterte die Kräft der deutschen 9.Armee zum großen Teil, andere wurden nach Westpreußen und Schlesien abgedrängt. In einer logistischen Meisterleistung überwanden die Kräfte der Roten Armee den mittelpolnischen Raum fast in einem Zuge. Die Festung Posen konnte zwar relativ lange halten, aber die erhoffte größere Bindung von sowjetischen Kräften fand nicht statt, deren Schnelle Truppen stießen einfach nördlich und südlich der Stadt vorbei. Somit waren auf einer Linie südlich Schneidemühl (welches ebenfalls zur Festung erklärt wurde, für nähere Angaben hierzu bitte in diesen Verweis :Der Kampf um die Festung Schneidemühl 1945 schauen) über Posen bis runter zur Oder bis auf Truppenfragmente und die besagte Festung Posen keine Widerstandskräfte von deutscher Seite vorhanden!

Stattdessen begann die Mobilisierung aller verfügbaren Ersatztruppen und Schulungseinrichtungen (diese werden als sog. Gneisenau-Einheiten bezeichnet), und diese werden in den Kämpfen zwischen Warthe und Oder noch ihre Rolle zu spielen haben .

Denn die sog. Festungsfront Oder-Warthe-Bogen, welche den einzigen Sperr-Riegel für die Rote Armee auf dem Weg zur mittleren Oder bildete, war dereinst für eine Verteidigungsbesatzung von 5 speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Divisionen angedacht. Nur , bei der personellen Lage der Wehrmacht am Beginn des Jahres 1945 : woher nehmen wenn nicht stehlen?



Die von der Roten Armee eingesetzten Truppen

Von Nord nach Süd (alle der 1.Weißrussichen Front unter Shukow)

- 5.Stoß-Armee (Kdr. Generaloberst Bezarin)
- 8.Garde-Armee (Kdr. General Tschuikow)
- 1.Garde-Panzer-Armee (Generaloberst Katukow)
- 69.Armee
- 33.Armee

Die deutschen Einheiten im behandelten Raum

Vom stellvertretendem Generalkommando II die Einsatzdivision Woldenberg im Raum Landsberg/Warthe unter Generalmajor Kegler. Südlich davon , im Bereich des stellvertretendem Generalkommandos XXI die Kampfgruppe Scherer.
Daran schloß sich die Division Nr.433 unter Generalleutnant Vollrath Lübbe an.

Im Zentralen Bereich befanden sich die Division Nr.463 unter Generalleutnant Rudolf Habenicht sowie die SS-Kampfgruppe Ballauf unter dem SS-Brigadeführer Werner Ballauf.

Ansonsten waren dort noch einige Btl. Volkssturm so wie nicht weiter definierbare Splittergruppen und -grüppchen von zersprengten Einheiten.

An der Oder, also im Hinterland formierte sich bei Frankfurt/Oder die Panzergrenadierdivision Kurmark unter Generalmajor Willi Langkeit . Details zur Aufstellung dieser neuen Division finden sich in Martin Blocks exzellentem Artikel hierzu! Im Raum Küstrin traf die wieder aufgefrischte 25.Panzergrenadierdivision ein.

Die deutsche Führung/Maßnahmen und Reaktionen

Als Reaktion auf den sowjetsichen Durchbruch wurde auf Vorschlag des Chefs des Generalstabes des Heeres, Generaloberst Heinz Guderian ,eine neue Heeresgruppe als Führungsorgan geschaffen, und zwar am 25.Januar 1945 die Heeresgruppe Weichsel. Diese wurde zwischen den Heeresgruppen Nord und Mitte und bestand zunächst aus den Resten der 9.Armee sowie der 2.Armee . Allerdings wurde von Hitler, sehr zum Alptraum Guderians, ausgerechnet der RFSS Heinrich Himmler ernannt! Dieser hatte schon zuvor als Führer der Heeresgruppe Oberrhein wenig Führungsqualitäten bewiesen und wird im Laufe der Kämpfe noch viele negative Entscheidungen zu verantworten haben (selbst SS-Obergruppenführer Paul Hausser äußerte sich nach dem Krieg dahingehend, das es ein Verbrechen gewesen sei, ausgerechnet Himmler eine Heeresgruppe anzuvertrauen!). Mit SS-Brigadeführer Heinz Lammerding suchte sich Himmler auch noch einen Chef des Stabes aus, der von Generalstabsarbeit ebensowenig verstand wie er selbst ...

Als erste Maßnahme kam die Order zur Mobilisierung der Wehrkreise II und XXI , die Wehrkreiskommandos übernahmen als Stellvertretende Generalkommandos II und XXI die Truppenführung in ihrem jeweiligen Gebiet. Im mittleren und südlichen Bereich der Festungsfront wurde der von der Südfront herangeführte Stab des V.SS-Freiwilligen-Gebirsgskorps unter SS-Obergruppenführer Friedrich Wilhelm Krüger die Führung übernehmen, der Befehl zur sorfortigen Übernahme des Kommandos im Abschnitt Posen einschl. Scharnikau datiert auf den 25.01.1945.

Insgesamt standen in der Festungsfront (inkl. Volkssturm-Batallione) meiner Schätzung nach ca. 12-16000 Mann an Kampftruppen zur Verfügung, mit den beiden an der Oder stehenden PzGrenDiv. Kurmark und der 25.Panzergrenadierdivision inkl. anderer Truppenteile im gesamten behandelten Gebiet zu dieser Zeit ca. 40-50000 Mann an Kampftruppen, genaue Zahlen sind leider nicht mehr zu eruieren!

Diese Gesamtsituation legt natürlich nahe, das die Chancen für ein erfolgreiches Halten der Festungsfront vorwärts der Oder sehr gering waren, zumal Himmlers "Führung" noch für eine Unzahl völlig unnötiger Friktionen auf allen Führungsebenen führte. Aber dazu später mehr ....


Der Verlauf der eigentlichen Kampfhandlungen

http://i10.tinypic.com/30mv4uo.jpg


Während die in Aufstellung begriffene Einsatzdivision Woldenberg, welche die Warthe-Übergänge in Landsberg verteidigen sollte, bereits am 2.Tag ihres bestehens zerschlagen wurde (Reste entkamen nach Küstrin) schaffte es die Kampfgruppe Scherer (siehe Kampfgruppe Scherer 1945) wenigstens punktuell die vorrückenden sowjetischen Truppen aufzuhalten& zu stören während sie sich quasi als "Wandernder Kessel" quer durch die Front Richtung Küstrin durchschlug. Als Konsequenz dieses Durchbruchs im nördlichen Bereich schaffte es die Rote Armee sich Brückenköpfe über die Oder im Raum Kienitz zu erkämpfen Somit war die Festungsfront nördlicherweis bereits "ausmarschiert"!

Für Generalmajor Kegler hat dies beinahe fatale Konsequenzen, Himmler befahl seine Verurteilung zum Tode, die allerdings in Degradierung zum Gefreiten und "Frontbewährung" umgewandelt wurde, siehe die Ausführungen von Generalmajor a.D. Kegler in der "Wehrwissenschaftlichen Rundschau " :

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Die DivNr.433, die sich in der Werkgruppe Schill westlich der Stadt Meseritz befand, konnte zunächst den Vorstoß des 8.Gde-Mech-Kps am 29.1.45 im Bereich der Werkgruppe aufhalten, mit der Konsequenz, das Katukow seine Kräfte weiter nach Süden gruppierte um am 30.Januar im Bereich der Werkgruppen York und Gneisenau von Süd-Ost aus nach Westen und Nord-Westen durchzubrechen, womit er auf die SS-Kampfgruppe Ballauf sowie die DivNr.463 traf. Am selben Tage wurde auch der Kdr. des stellverteretenden Generalkommandos XXI, General der Artillerie Walter Petzel von Himmler seinens Kommandos enthoben , mit der Führung wurde Oberst i.G. Wolfgang Hassenstein beauftragt . Dieser nahm sich am 31.1.45 bei Koritten das Leben, nachdem ein Antrag auf Rückverlegung der Verteidigungslinie auf Sternberg in seinem Bereich ihm das Todesurteil seitens Himmler einbrachte!

Am 30.1.45 entbrannten schwere Kämpfe, vor allem im Bereich der sowj. Hauptvormarschstraße von Kalau nach Hochwalde sowie im Bereich südlich Hochwalde bei Liebenau, welchem die Werkgruppe Scharnshorst vorgelagert war. Während die sowj. Memoirenliteratur ( Katukow, M.J.: An der Spitze des Hauptstosses) das Ganze als "leichten Sieg" beschreibt, gar von einem fast kampflosen Durchbruch beim Hauptstoß nach Hochwalde spricht, konnte ich diesbezüglich im Rahmen meiner bisherigen Recherchen eher feststellen, das es durchaus zu harten Kämpfen kam. Genaueres läßt sich aufgrund der widersprüchlichen Quellenlage nocht nicht eruieren, aber Katukows Darstellung erscheint doch stark "geschönt". Als herausragendes Beispiel sei hier der Kampf des Panzerwerkes 712 herausgestellt, welches völlig auf sich allein gestellt 2 Wochen aushielt, trotzdessen daß die Rote Armee schwerste Artillerie bis zum Kaliber 20,3cm auffuhr!

Als allerdings der Durchbruch nach Hochwalde geglückt war löste sich die Verteidigung in Einzelkämpfe auf, wobei es so ausschaut, das diverse Gruppen und Grüppchen sich als "Wandernde Kessel" Richtung Oder durchzuschlagen versuchten. Der sowjetische Vorstoß konzentrierte sich auf 2 Wege, einmal über den Truppenübungsplatz Wandern Richtung Zielenzig, zum anderen über die Reichsstraße 167 auf Sternberg (nördlich davon, in Kemnath ,lag der Stab des V.SS-Freiwilligen-Gebirgskorps). Derweil stieß die sowj. 33.Armee südlich des Forstes Neu Kunersdorf über Rädnitz und Crossen zuerst entlang der Oder vor um dann nach Nordosten zu schwenken , Richtung Frankfurt/Oder. Bei Pieske kam es zu einem verlustreichem Zusammentreffen der 40.GdePzBrg. mit der vorgeworfenen Jagdpanzerkompanie 1551 des Oberleutnant Lützows, dieser kostete anscheinend die Brigade ca. 18 Panzer. Als Generalleutnant Lübbe seine Division zum Rückzug antreten ließ weigerten sich die beiden unterstellten Volkssturmbatallione diesen mitzumachen. Sie verblieben in der Werkgruppe Schill und ergaben sich geschlossen dem 29.MotSchtzKps. Nach der Gefangenahme wurden bis auf 2 Verwundete alle erschossen (Quelle : BA-MA RH 2/2684 ).Die Durchbrüche der Roten Armee und die dadurch fließeneden motoriesierten Truppen schlossen langsan die DivNr.463 und die SS-Kampfgruppe Ballauf ein. Ebenso wurde der Gefechsstand des stellv.GenKdo. XXI in Niedewitz von Panzertruppen überrollt, während das Personal fliehen konnte fiel der sowj. Panzerspitze wertvolles Kartenmaterial in die Hände. Als aus diesen ersichtlich wurde, das sich die Kampfgruppe Kurmark bereits östlich der Oder befand und sich auf sie zu bewegte. Also wollte man sie umgehen und nicht frontal darauf prallen . Bei dieser Bewegung stieß das nach Nordwesten schwenkende 2.GdePzBtl. in Kemnath auf den Korpsstab des V.-SS-FrwGebKps samt dessen Korpsflakabteilung (SS-FlaAbt.505), während das 61.MotSchtzKps. grade Sternberg eroberte. Genau in diesem Moment kam auch über Reppen auf der Reichsstraße 167 die Kampfgruppe Kurmark heran. Dieser ließ schnell zum Gegenangriff antreten und drang nach Sternberg ein, haute den Korpsstab raus und hielt die Straße solange offen bis die Nachzügler, Volkssturmmänner, Zivlisten und zahllose Versprengte Richtung Frankfurt/Oder abfließen konnten. Seinen Hauptauftrag, nämlich den Stab des V.SSFrwGebKps "rauszuhauen" hatte er erfüllt und konnte sich so langsam auch in die selbe Richtung zurückziehen. Doch bei Reppen machten sich die Umgehungsversuche der Roten Armee bemerkbar, als überraschend sowjetische Panzer bei Kunersdorf gemeldet wurden. Ein erster Gegenangiff blieb liegen, die gegnerischen Kräfte waren viel zu stark. Um nocheinmal Luft zu bekommen wurde für den Morgen des 2.Februar Stuka-Unterstützung angefordert, beim ersten Büchsenlicht sollte möglichst überraschend der Gegenstoß noch einmal gewagt werden. Und dies wurde notwendig, inzwischen war die Kampfgruppe im Bereich Reppen de facto eingekesselt . Während die sowj. Panzer mit Front nach Osten auf den Ausbruch warteten kam die Stukunterstützung im Form der PzJg-Staffel des Oberst Rudel von Westen her anfliegend. Der Überraschungseffekt war durchschlagend, in der durch den Luftangriff herrschenden Verwirrung schafften die PzJg. und StuGs tatsächlich den Durchbruch, ein Flankenangriff von 6 sowj. Panzern wurde von der StuGBttr. des Feldwebels Adam Riedmüller abgeschlagen. Damit konnte sich die Kampfgruppe nebst Flüchtlingstrecks und allen "eingesammelten Soldaten" auf Frankfurt/Oder zurückziehen.

Der Kdr. Langkeit schrieb darüber folgenden Bericht an die HGr.Weichsel:

Abschrift

Pz.GrenDiv. " Kurmark" .................................Div.Gef.Stand, den 8.2.45

Gefechtsbericht über den Einsatz der Pz.Gren.Div. "Kurmark" in der Zeit vom 30.1- 5.2.1945

Die im Laufe des 30.1.45 in Cottbus aus Teilen der Pz.Gren.Ers.Brg. "Grossdeutschland" aufgestellte Brigade Langkeit erreichte in der Nacht zum 31.1.45, teils im Landmarsch, teils im Bahnstransport über Frankfurt/ Oder ihren Versammlungsraum Reppen- Polenzig- Grossrade- Leissow- Gut Kunersdorf mit Auftrag, sich für einen Einsatz nach Osten oder Nordosten am 31.1.45 bereitzuhalten. II./Pz.Gren.Rgt. Oberstleutnant Klüver und eine Batterie mit Flak-Kampftrupps des ArtRgt., Major Hammrich, sichern den Versammlungsraum der Brigade nach Südosten, Osten und Nordosten. Die Brigade wird dem V.SS-Geb.Korps unterstellt. Ia der Brigade, Major Spaeter, nimmt noch am 30.1.45 Verbindung mit V.SS-Geb.Korps auf.

31.1.45 Da die Brigade am 31.1.45 noch nicht mit allen Teilen versammelt ist, wird Einsatz auf den 1.2.45 verschoben. Kommandeur der Brigade meldet sich beim V.SS-Geb.Korps zwecks Besprechung des Einsatzes.

1.2.45 Die Brigade erhält durch Führerbefehl den Namen Pz.Gren.Div. "Kurmark". Auf Befehl V.SS-Geb.Korps stellt sich die Div. in zwei Kampfgruppen noch in der Nacht zum Angriff auf Koritten- Spiegelberg bereit. Gepanzerte Kampfgruppe. Führer Major Hudl, (verst. Pz.Abt. "Kurmark", II./Pz.Gren.Rgt. "Kurmark", 1 le.FH-Batterie ) in Sternberg; Kgr. Oberstleutnant Klüver (Pz.Gren.Rgt. "Kurmark" ohne II.Btl., mit unterstellter Pi.Kp., 1 s.Pak-Kp. und Restteilen der Sturmgesch.Lehrbrigade) in Pinnow. Verst. Art.Abt. ohne 1 le.FH-Bttr. überwacht aus Stellungen Raum westlich Sternberg die Bereitstellung zum Angriff.

Gep.K.Gr. Hudl erhält den Auftrag, über Koritten- Spiegelberg zunächst nach Grünow vorzustoßen und Gegner zu vernichten. Nach Erreichen des ersten Angriffsziels Eindrehen nach Nordosten, um in Flanke des fdl. Versammlungsraums auf Schönow zu stossen. Kgr. Klüver über Grünow auf Neulagow.

Die Verbindungsaufnahme zum Korps-Gef.Std. während der Bereitstellung gelingt nicht, da er von feindlichen Panzerkräften und Infanterie in Kemnat noch während der Nacht eingeschlossen wird und sich kämpfend nach Westen durchschlagen muss. Der Div.Führer entschließt sich, die linke Flanke durch einen Stoß mit Teilen der Kgr. Hudl am Kemnat zu bereinigen und mit Masse gleichzeitig nach Osten in Waldstücken ostw. Koritten gemeldeten Panzerfeind anzugreifen. Es entwickelt sich ein harter Panzerkampf, bei welchem Erfolge aber auch Verluste eintreten und der nicht zu dem Erfolg- Vernichtung des Panzerfeindes und Durchstoss nach Osten- führt. Die in den Raum Zielenzig- Drossen und nach Süden auf Döbernitz und Reichswalde angesetzte Aufklärung stellt fest, dass Gegner beiderseits der Rollbahn Reppen- Kunersdorf vorgestossen ist.

Der Gegner versucht, im konzentrischen Angriff nach Sternberg einzudringen wird aber durch die Div. "Kurmark" und die Kgr. Müller (Ortsverteidigung Sternberg) abgewehrt.

Um 1530 Uhr erhält Div. "Kurmark" Befehl, sich nach Reppen abzusetzen und sich in Linie Graden- Kl. Lübbichow- beiderseits Reppen zur Verteidigung einzurichten. Das Aufbauen der Verteidigungslinie gelingt nicht, da Gegner bereits von Graden- Lübbichow auf Reppen vorstößt. Durch Spähtrupp wird festgestellt, dass Gegner mit starken Panzerkräften Ort Neu-Bischofsseee sperrt.

2.2.45 Gegner setzt Angriff auf Reppen, Drenzig, Neuendorf fort, führt neue Panzerkräfte über Kolow- Zolow auf Neu-Bischofssee und Kunersdorf nach und dringt durch Forst Reppen in Richtung Frankfurt mit starken Infanteriekräften vor. Feindliche Angriffe werden abgewehrt und 21 Feindpanzer abgeschossen.

Da die Div. "Kurmark" eingeschlossen ist und der Feinddruck sich immer mehr verstärkt, entschließt sich der Div.-Führer zu einem planmässigen Durchbruch nach Westen auf die Brückenkopfstellung Frankfurt/O. Kgr. Klüver mit unterstellter Pz.Abt. und Art.Rgt. bekommt den Auftrag, die Strasse Neu-Bischofssee- Frankfurt freizukämpfen, dann nach Norden und Süden abzuschirmen, um das Zurückfliessen der Kolonnen und Verbände zu ermöglichen. Kgr. Müller hat Befehl, Reppen solange zu halten, bis Durchbruch nach Westen gelungen ist und sich dann als Nachhut abschnittsweise nach Westen abzusetzen. Um 1530 Uhr beginnt der Angriff bei Neu-Bischofssee. Es gelingt, den Ort gegen sich zäh verteidigenden Gegner durch Umfassung und unter Abschuss mehrerer Panzer zu nehmen. Der Angriff bleibt jedoch in den Waldstücken ostw. Kunersdorf liegen. Da die Waldstücke voll Panzer stehen, werden in der Nacht Panzer-Vernichtungstrupps eingesetzt, die mit gutem Erfolg arbeiten, außerdem Gefechtsaufklärung nach Norden, Osten und Süden angesetzt.

3.2.45 Der Div.-Führer befiehlt nach Aufbau einer starken Flankensicherung nach Norden mit Morgengrauen weiter entlang der Rollbahn nach Westen anzugreifen und mit einem Btl. Grenadiere durch den Wald nach Süden ausholend auf Kunersdorf durchzustossen. Laufende Angriffe von Nord und Süd werd abgewehrt, ein fdl. Panzerangriff aus Richtung Bischofssee zusammengeschossen. Der Durchbruch des südl. angesetzten Grenadier-Btls. gelingt Es wird sofort mit Teilen zur Verstärkung im Südteil des Brückenkopfes in Richtung Schwetig eingesetzt, mit Teilen beiderseits Kunersdorf.

Gruppe Klüver greift immer wieder den sich zäh verteidigenden Gegner im Waldgelände ostw. Kunersdorf an. Zahlreiche Panzer werden abgeschossen. Die eigenen Verluste sind ebenfalls groß 1130 Uhr gelingt es den Gegner zu werfen und die Rollbahn zu öffnen. Unter Abschirmung nach N und S und Abwehr zahlreicher Angriffe aus diesen Richtungen gelingt es, die gesamte Div. "Kurmark" mit unterstellten Kampfguppen, schweren Waffen und Flüchtlingskolonnen nach Frankfurt/O zu führen.

4.2.45 Um 0200 Uhr haben die letzten Teile der Nachhut Kunersdorf durchschritten.
Dem Gegner wurden während des Abwehr- und Durchbruchkampfes in der Zeit vom 1.2.- 3.2.45

73 Panzer
27 Pak
mehrere s.MG
24 mot. Fahrzeuge
1 Stalinorgel

vernichtet und hohe blutige Verluste beigebracht.

Das befehlsgemäss im Raum Kunersdorf zur Verteidigung eingesetzte II./Pz.Gren.Rgt. wehrt heftige Feindangriffe im Laufe der Nacht und am Morgen ab. Das Btl. wird durch eine le. FH-Bttr. und eine Pz.Jg.Kp. verstärkt. Die übrigen Teile sammeln in Frankfurt/O. Die I./Pz.Rgt, 26 wird der Div. "Kurmark" unterstellt.

Um 1030 Uhr erhält Div.-Führer vom V.SS-Geb.Korps den Auftrag, mit einer Kgr., bestehend aus I./Pz.Rgt. 26, I./Pz.Gren.Rgt. Kurmark, le. FH-Batterie Kurmark den Raum Podelzig zu erreichen und sich dort zur Bereinigung eines fdl. Brückenkopfes bei Reitwein und N davon bereitzuhalten.

.......................................gez. Langkeit


Die Reste der Divisionen Nr.433 und 463 wurden dann westlich der Oder in die neuaufgestellte Division Raegener eingegliedert .

Alle Versuche die sowjetischen Brückenköpfe über die Oder zu eliminieren schlugen fehl ....


Anmerkungen und Schlußbetrachtung

Eine langefristige Verteidiung der Festungsfront schlug aus mehreren Gründen fehl. Zu einem durch das "Ausmarschieren" seitens der Roten Armee im Norden wie im Süden, zum anderen auch durch den schlichten Mangel an brauchbaren Truppenverbänden sowie der dilettantischen Führung seitens des OB der Heeresgruppe Weichsel, Heinrich Himmler. Seine Führung behinderte die Stäbe mehr als das sie etwas nutze, seine Entscheidungen wie z.B. das Auswechseln der Kdr. der stellv. Generalkommandos II & XXI im entscheidenden Moment behinderten die Verteidiung im hohen Maße, zu mal fähiges Personal für diese Führungsebene im entscheidenden Zeitabschnitt Mangelware war!

Das Schicksal der Zivilbevölkerung im behandleten Gebiet habe ich bewußt ausgeklammert, dies hätte einfach den Rahmen dieser Ausarbeitung gesprengt . Ebenso habe ich mich Schätzungen zu den Verlusten beider Seiten enthalten, da mir diesbezüglich kein stichhaltiges Material vorliegt. Wollen wir hoffen , daß diese Ereignisse einmal einer genauen militärhistorischen Untersuchung unterworfen werden. Diese Ausarbeitung soll ein kleiner Schritt auf diesem Wege sein, sie bietet einen groben Überblick über die Ereignisse, soweit sie anhand der mir zur Verfügung stehenden Quellen darstellen lassen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich auf keinen Fall, hierzu gibt es noch zu viele Lücken und sich widersprechende Berichte im bearbeiteten Zeitraum. Von daher ist jede Korrektur und jede Ergänzung herzlichst Willkommen!

Verwendete Quellen

- Erich Murawski Die Eroberung Pommerns durch die Rote Armee 1945
- Ders. Der Wehrkreis II, veröffentlicht in Baltische Studien, Ausgabe 51 von 1965
- Ulrich Saft Krieg im Osten - Das bittere Ende jenseits der Weichsel bis Oder und Neisse
- Theodor Busse Die letzte Schlacht der 9.Armee, veröffentlicht in der WWR 4/Jhg 1955 und die Entgegnung von GM Kegler dazu , abgedruckt in der WWR 7
- Fritz Kohlase Brennendes Oderland Band 3
- Tony LeTissier Durchbruch an der Oder
- Schulze/Zinke/Wegmann Die Generale der Waffen-SS und der Polizei Band 1 & 2
- Perzyk/Miniewicz Die Festungsfront Oder-Warthebogen 1934-1945
- Kurt Burk Die Landesbefestigungen im Osten 1919-1945
- Jerzy Sadowski Die deutsch-polnische Denkschift Festungsfront Oder-Warthebogen
- Diverses Archivmaterial aus dem Fundes des Verfassers

Karten:

Landkreis Meseritz

Landkreis Sternberg





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Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 18.10.2008 - 16:58, insgesamt 18-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 112430 | Verfasst am: 07.01.2007 - 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist soweit Zwinkern

Cu

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Andreas1984
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BeitragBeitrags-Nr.: 112435 | Verfasst am: 07.01.2007 - 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Fleißig, fleißig. Gut gemacht! Cu
Gruß,

Andreas
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 112454 | Verfasst am: 08.01.2007 - 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ich grade den Quellenangaben von Jürgen Throwalds "Es begann an der Weichsel..." entnehmen konnte gibt es auch ein Manuskript von GdA Walter Petzel dazu , entsprechende Anfrage ans Bundesarchiv ist grade raus Zwinkern

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BeitragBeitrags-Nr.: 112762 | Verfasst am: 12.01.2007 - 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Kartenlink eingefügt , so ich noch brauchbare Karten dieser Gegend im Netz finde wird das natürlich noch erweitert !

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Raffael
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BeitragBeitrags-Nr.: 112765 | Verfasst am: 12.01.2007 - 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Das sind ja gute Karten. So kommt man besser mit den Dorfnamen klar.
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BeitragBeitrags-Nr.: 115426 | Verfasst am: 17.02.2007 - 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Um noch mal zu verdeutlichen welche Auswirkungen die Offensive bis Anfang Februar 1945 auf die Ostfront hatte hier eine Karte Rolf Hinzes Letztes Aufgebot zur Verteidung des Recihsgebiets - Kämpfe der Herresgruppe Nordukraine / A / Mitte , zur Verfüfung gestellt von unserem werten Wobo28 :

http://i19.tinypic.com/2wddkp2.jpg

Zum vergrößern bitte auf die Karte klicken Zwinkern

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BeitragBeitrags-Nr.: 116462 | Verfasst am: 04.03.2007 - 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Werner Ballauf in britischer Gefangenschaft :

http://www.specialcamp11.fsnet.co.uk/SS-Gruppenfuhrer%20Werner%20Ballauff.htm

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BeitragBeitrags-Nr.: 118478 | Verfasst am: 29.03.2007 - 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

So...

- "Feintuning" am Artikel durchgeführt
- das Ganze ob seines größeren Rahmens in den Bereich Militärische Operationen verschoben
- Thema in den Index eingetragen

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BeitragBeitrags-Nr.: 121405 | Verfasst am: 08.05.2007 - 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch was zu GL Lübbe, er geriet am 5.2.45 bei Kriescht, also nördlich Zielenzig verwundet in swoj. Gefangenschaft!

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BeitragBeitrags-Nr.: 124311 | Verfasst am: 16.06.2007 - 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Über das Schicksal eines außergewöhnlichen Soldaten - Oberst i. G. Wolfgang Hassenstein


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