Kompromissfrieden 1918?
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 71451 | Verfasst am: 11.09.2005 - 13:36    Titel: Kompromissfrieden 1918? Antworten mit Zitat

Hallo Leute!

In einem anderen Forum diskutieren wir gerade über einen Kompromissfrieden im sommer 1918. Die Ansichten sind recht unterschiedlich, ob die Parteien einen solchen Frieden zustimmen würden, ud unter welchen Bedingungen.

Mich würde jetzt eurer Meinung interessieren, ob jetzt speziell Dtl einem Frieden zugestimmt hätte, und unter welchen Umständen. Welche forderungen würde Dtl stellen, und zu welchen zugeständnissen wären die Entente-Mächte bereit?

Ich setzte mal die Gespräche auf April-Juni 1918 festsetzen, also in die Zeitspann der dt. Grossoffensive.


mfg

alex
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 71456 | Verfasst am: 11.09.2005 - 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde sagen: Status Quo, wenn überhaupt. Ich denke aber nicht, das die Entente damit einverstanden wären. (sieht man ja auch im Realen, mit dem VV).
Deutschland denke ich hingegen, wäre dazu bereit. Vielleicht mit der Bedingung die Ostgebiete selber zu verwalten...

Gruß

Jörg
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 74478 | Verfasst am: 10.10.2005 - 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Welche forderungen würde Dtl stellen, und zu welchen zugeständnissen wären die Entente-Mächte bereit?


Die Frage sollte eher lauten wieviele Zugeständnisse Dtl. hätte machen müssen, damit die Entente-Mächte überhaupt zu Verhandlungen bereit wären.

Die Chancen für einen Kompromissfrieden liegen nach m.A. bei Null. Besonders auf deutscher Seite kann ich keinerlei Kompromissbereitschaft erkennen. Dass das Deutsche Reich immer noch auf einem Siegfrieden beharrte, ist mit dem Vertrag von Brest-Litowsk überdeutlich zum Ausdruck gekommen und selbst wenn Deutschland zu einem Verständigungsfrieden bereit gewesen wäre, hätten Frankreich und England kaum einen Grund gehabt zu einem so späten Zeitpunkt noch Zugeständnisse zu machen. Vor dem Kriegseintritt der USA wäre das eventuell etwas anderes gewesen, aber zu den Zeitpunkt war Dtl. noch siegessicherer.


Gruß Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 74525 | Verfasst am: 10.10.2005 - 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Welche diplomatischen Friedensbemühungen gab es denn während des I. Weltkrieges? Weiss darüber jemand Bescheid

Grüße
Thomas Fragend
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 74579 | Verfasst am: 11.10.2005 - 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ösiland-Ungarn hat 2 oder 3 mal die Fühler ausgestreckt, mit Karl IV. mindestens 1*.

Dann noch Vatikan mindestens 1*....



Ich glaube, im Frühjahr 1918 wäre noch ein Friedensangebot dt seits noch aufgegriffen worden. Die Grossoffensive gewinnt stark Boden, Russland ist aus dem Krieg ausgeschieden.

1917 war der Frieden noch wahrscheinlicher (ö-u Durchbruch in Italien, Chaos in Ru., fr. Armee nicht einsatzbereit, USA noch nicht stark involviert)


mfg

alex
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 74591 | Verfasst am: 11.10.2005 - 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

M.W haben die USA 1916 vorgefühlt, in wie weit Vermittlungsversuche erwünscht sind und sich überall eine Abfuhr geholt.
Ab 1917 hat die Entente nur noch auf Zeit gespielt und den Kriegseintritt der USA abgewartet.


Gruß Markus
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91624 | Verfasst am: 04.04.2006 - 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Kompromissfrieden war nicht mehr möglich. Frankreich war zu sehr der Ansicht, dass die erbrachten Opfer entschädigt werden mussten. Und man kann es ihnen nicht verübeln. Zudem war Österreich-Ungarn so am Ende, dass die Alliierten eindeutig nicht auf einen Kompromissfrieden aus sein mussten. Deutschland war arm dran. Wahrlich.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 142405 | Verfasst am: 13.03.2008 - 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, mit einem strategischen Rückzug auf die Rheinlinie nach der gescheiterten Offensive 1918 hätte man die ausgelaugten Westmächte schon zu Gesprächen "animieren" können Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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sharN
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BeitragBeitrags-Nr.: 142417 | Verfasst am: 13.03.2008 - 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Frage sollte eher lauten wieviele Zugeständnisse Dtl. hätte machen müssen, damit die Entente-Mächte überhaupt zu Verhandlungen bereit wären.


Finde ich auch.

Aber zu diesem Eintritt der USA, wäre es sogar vllt gar nicht gekommen, hätte Wilhelm II. nicht den "uneingeschränkten Ubootkrieg" praktiziert.

Wäre die USA nicht zum Eintritt bereit gewesen, dann kann man von einer Status Quo-Situation im Westen ausgehen und im Osten würde das Kaiserrech halt soviele Gebiete annektieren wie es "lust zu hat".


So aber finde ich war Deutschland Anfang 1918 nicht mehr in der Lage Gebietsansprüche zu stellen, oder den anderen ein Friedensangebot zu machen, vorallem nach der gescheiterten Frühjahrsoffensive 1918.
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BeitragBeitrags-Nr.: 152415 | Verfasst am: 07.07.2008 - 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Was hier so alles an Unwissen grasiert ist ja fürchterlich!
Wo gab es denn Gebietsansprüche vom Reich an England und Frankreich?
Der uneingeschränkte U-Bootkrieg war genauso erforderlich, wie die Hungerblockade der Engländer scheinbar erforderlich war.
Die USA war fast seit Anfang an auf der Seite der Entente oder wie verhält sich sonst ein neutraler Staat?
Im Übrigen hat das Reich den Krieg im Osten gewonnen, hat Polen (wieder-)gegründet und hat die politische Struktur verändert, welche Gebiete wollte man sich eigentlich "einverleiben"?
Zu guter Letzt sei erinnert daran wie wortbrüchig die Entente bei dem ausgehandelten Waffenstillstand war, was ist übriggeblieben von Wilson sein 10 Punkte Progranmm?
Man hätte Durchhalten müssen auf eine kürzere Linie unter Beibehaltung der belgischen Festungen und über ausbluten des Gegners einen Status Quo- Friedensvertrag erzwingen können , alles andere wäre fatal gewesen und ist es auch geworden.
Das Versailler Diktat, wirtschaftliche Krisen, Hitler etc.pp.....
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BeitragBeitrags-Nr.: 152423 | Verfasst am: 07.07.2008 - 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Aber wie sieht es an der Süd-Flanke aus? Österreich-Ungarn, Bulgarien und das Osmanische Reich waren schon längst am Zerbröseln...
Wo sollten wir Truppen her bekommen, um die Ecke auch noch stabil zu halten?

Horrido! Winken

Nicole
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 152424 | Verfasst am: 07.07.2008 - 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Nach dem Kriegseintritt der USA gab es keine Chance mehr auf einen Kompromissfrieden.
Während sich vorher die Kräfte Deutschlands / Österreich <-> Entende ausgeglichen haben mit dem Resultat das keine Seite gewinnen konnte hat sich mit dem Kriegeintritt der USA das Kräfteverhältnis komplett gewandet. Frankreich / England hätten sich auf keinerlei Kompromisse mehr eingelassen.

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Da die 10 Punkte von Wilson wohl ohne Wissen der anderen Entende-Staaten angeboten wurden waren diese Staaten auch nicht wortbrüchig.
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BeitragBeitrags-Nr.: 152426 | Verfasst am: 07.07.2008 - 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Stefan, ich denke die 10 Punkte Wilsons waren eher ein Lockangebot, um Deutschland durch die Hintertür schneller nieder zu bekommen. Immerhin faselte diese religiöse Spinner in Versailles davon, er sei der Abgesannte Jesu Christi auf Erden Verrückt

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 152434 | Verfasst am: 07.07.2008 - 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

das sehe ich etwas anders, es gab keine technische Überlegenheit, sondern nur Masse und wirtschaftliche Überlegenheit! Mit Masse aber war im WKI nichts auszurichten (Siehe Raumgewinne in Ost und Westfront) und wirtschaftliche Überlegenheit braucht lange Zeit um zu Wirken. Ich möchte nicht die US Öffentlichkeit gehört haben, wenn die ersten 100.000 Tote bei Erstürmung der Höhe X oder Y angefallen wären, deshalb war ein Status quo Frieden immer im Bereich des möglichen. Die Südfront war nebenrangig, wie schwer die Entente sich da tat, sah man die Jahre vorher gegen das Osmanische Reich. Das der Krieg nicht mehr zu gewinnen war für das Reich, ist jedoch hier kein Diskussionsthema mehr, das ist doch mehr als klar. Auflösungserscheinungen gab es auch bei der franz. Armee und anderen Verbündeten.
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 152461 | Verfasst am: 08.07.2008 - 06:54    Titel: Antworten mit Zitat

Nicole
Lockangebot
Kann man so sehen, muß man aber nicht.
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