Schlachtschiffe der Yamato-Klasse - Die IJN Yamato
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Thomas W.
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BeitragBeitrags-Nr.: 172361 | Verfasst am: 15.06.2009 - 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hi René

Ich kann Dir zwar bei vielen, aber nicht bei allen Deinen Ausführungen zustimmen.

Sicherlich ist es übertrieben zu sagen, dass die 40,6cm Geschütze der Amerikaner der Yamato-Klasse keinen oder nur unwesentlichen Schaden zufügen konnten. Schließlich konnte der maximale Panzerschutz der damaligen Schlachtschiffe nur über den wirklich wichtigsten Teilen (Munitionsbunker, Türme, Kommandoturm, teilweise Maschinen) angebracht werden. So besaß die Yamato ein Panzerdeck von 200mm Stärke, zweifellos ein beeindruckender, wenn auch nicht undurchdringlicher Wert. Diese Stärke zu durchdringen traue ich den amerikanischen Granaten durchaus zu, auch wenn ich zugegebenermaßen keine Durchschlagsleistungen kenne.
Andere Teile des Schiffes (Vordeck, Aufbauten) waren ungepanzert.

Die Reichweiten der Geschütze waren nicht so unterschiedlich:

Yamato: 44km
Iowa: 39km

Über Trefferwahrscheinlichkeiten in der damaligen Zeit müssen wir, denke ich, nicht sprechen. (Nebenbei: Weiss jemand vielleicht Gefechte zwischen Großkampfschiffen (außer Trägern), die über 20km+ geführt wurden?)

Der Prozentsatz der Panzerung an der Wasserverdrängung war keineswegs so einzigartig wie in deinem Post beschrieben. Zum Vergleich:

Nelson: 34%
KGV: 32%
Richelieu: 37%
Vittorio-Veneto: 36%
Bismarck: 38%
N.Carolina: 39,9%
Iowa: 41,6%

Yamato: 32% (laut meinen Zahlen)

Quelle: Breyer, Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer

Weißt Du eventuell noch die Stärke der Panzerplatte, mit der die Beschußtests durchgeführt wurden?
Und woher stammt die "historisch belegte Tatsache", dass die Yamato mehr als halbvoll getankt wurde?
Wie hoch war die Feuergeschwindigkeit der 45,7cm Geschütze? Leider habe ich darüber keine Angaben.


So, schönen Abend noch,

Thomas
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Hieronymus
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BeitragBeitrags-Nr.: 172370 | Verfasst am: 15.06.2009 - 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

danke vielmals für Deine interessante Antwort.

Du hast schon damit Recht das die Panzerung der Yamato nur die wesentlichen teile betraf keineswegs jedoch das gesamte Schiff, das wäre technisch nie realisierbar.
Sicherlich hätten 16" Granaten Schäden verursacht, inerster Linie Oberflächenschäden, so hätte die Flak durch Ihre aussgewöhnlich konzentrierte Aufstellung am meisten gelitten. Aber Aufbautensind genau das nämlich nur Aufbauten . Tatsächlich ist es so da man einem solchen Schiff diese Aufbauten prkatisch komplett wegschießen könnte ohne das das Schiff in Gefahr wäre zu sinken, theoretisch zumindestens. Die eigentliche Zitadelle beinhaltet alle Teile um das Schiff am leben zu erhalten, Antrieb, Brücke , Geschütze und Magazine. Solange der Rumpf und das ist der wesentlichste Teil eines Schiffes seine Integrität behält wird der Dampfer schwimmen( mehr oder weniger) Erst wenn es mit gelingt in den Rumpf Löcher zu machen durch die Wasser rein kann, säuft das Ding ab.

Die Zahlen der Panzerunganteile die Du da nennst sind mir noch nicht bekannt gewesen, auf jeden fall sehr interessant, die Yamato ist quasi so ein kleines Steckenpferd für mich ich bin eigentlich auf die US Navy spezialisiert. Vielleicht habe ich hier aber auch etwas falsch gelesen , auf jeden Fall wog die gesamte Panzerung von Yamato rund 22.800t und dessen bin ich mir sehr sicher.

Di Stärke der Panzerplatten die man für die Beschußtests verwendet nachdem man Sie in Kure fand kenn e ich leider nicht, Ich weiß nur noch das die rede war von Platten aus VH Stahl, das wäre dann Vickers Hardened Steel der wurde oben seitlich mit 410mm Stärke verbaut und an beiden vertikalen Enden der "Box" mit 340mm Stärke. Ob das jedoch alles stimmt kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen und auch nicht ob Sie tatsächlich diese Platten getestet haben.

Die Tatsache mit der übergebenen Treibstoffmnege stammt aus 3 Quellen. 1. A Glorious Way to Die , von Russel Spurr der die Geschichte der Yamaton recht gut in diesem Buch beschreibt. 2. Requiem for Battleship Yamato, von Yoshida Mitsuru einem Besatzzungsmitglied das die letzte Fahrt mitmachte un überlebte. Und zu guter Letzt in einem kleinen Taschenbuch das ich von einem Freund aus Japan geschickt bekam, leider in sehr schlechten Zustand ohne Einband, eigentlich fast nur noch eine kleine Sammlung von bedruckten Blättern. Titel Yamato, sonst leider nichts mehr feststellbar. Auch hierin wird beschrieben das der Kommandant des Treibstoffdepots seiner Mitarbeiter in die unterirdischen Tanks schickze um dden letzten verfügbaren Treibstoffrest heraus zu holen um Yamato sviel Treibstoff wie nur irgend möglich zur Verfügung zu stellen. Die genauesten Angaben hierzu stammen jedoch aus "A Glorious Way to Die"

Die Feuergeschwindigkeit der Yamato betrug bei niedriger Erhöhung ca. 28 Sekunden und bei maximaler Erhöhung von 45°, 40 Sekunden, die Rohre konnten nur in einer Stellung von 3° beladen werden, Die Erhöhung konnte mit einer Geschwindigkeit von 8°Sek verändert werden.

Alle Daten lt. The Battleship Yamato von Janusz Skulski

Viel Spaß mit meinen daten

Bis bald

Keep on modeling
René
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Thomas W.
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BeitragBeitrags-Nr.: 172383 | Verfasst am: 16.06.2009 - 09:18    Titel: Antworten mit Zitat

Is schon klar, um ein Schiff zu versenken, muss man es "anbohren" (am besten mit Minen oder Torpedos, aber von solchen Waffen sprechen wir ja hier nicht).

Allerdings muss es ja nicht immer sofort eine Versenkung sein. Granaten können auch ohne die Schwimmfähigkeit zu beeinträchtigen große Schäden verursachen und wesentliche Gefechtswerte herabsetzen. Als spontanes Beispiel fällt mir hier der Endkampf der Bismarck ein, als kurz nach Gefechtsbeginn eine britische Granate den Hauptartilleriestand zerstörte und die Bismarck dazu gezwungen war das Feuer mittels des achteren Leitstandes zu leiten, dann aber dieser seiner Beobachtungsgeräte beraubt wurde (ebenfalls durch einen Granateneinschlag) und die Türme ihr Feuer selber leiten mussten. Die Bismarck hat unter anderen dadurch bei ihrem letzten Gefecht mit keiner Granate ein britisches Schiff getroffen (Müllenheim-Rechberg, vierter Artillerieoffizier der Bismarck).
Schwere Schäden können auch Treffer in die Bunker der Mittelartillerie anrichten, diese sind nicht so stark gepanzert wie die der schweren Artillerie.

Ich möchte nur betonen, dass die Bewaffnung der Yamato zwar sicherlich der der Iowas überlegen war, letztere aber auch keineswegs wehrlos dastand und erstere auch nicht etwa "unverwundbar" gegen Geschützfeuer war.

Das Gesamtgewicht der Panzerung der Yamato betrug 22534ts (entspricht: 22895 metrischen Tonnen) nach Entwurf. Man vergleiche diese Zahlen einmal mit der Verdrängung von Schweren Kreuzern oder alten Schlachtschiffen. Geteilt durch die Konstruktionswasserverdrängung von 68000ts ergibt sich ein prozentualer Wert von 33% (in meinem ersten Post hat sich an der Stelle ein kleiner Fehler eingeschlichen). Der am stärksten gepanzerte Teil der Yamato, wie auch aller anderen Schlachtschiffe, war die Stirnseite der schweren Türme mit beispiellosen 650mm.

Danke für die Werte der Feuergeschwindigkeit und die Angabe der Quellen, sehr interessant.

Thomas
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Hieronymus
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BeitragBeitrags-Nr.: 172391 | Verfasst am: 16.06.2009 - 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

Du hast natürlich recht auch Yamato war nicht unverwundbar, schließlich wurde Sie und Ihr Schwesterschiff durch einen Mix von Bomben und Torpedos versenkt. Was dabei jedoch auffällt ist die schiere Menge was beide Schiffe abbekamen bevor sie sanken, ich glaube nicht das es irgend einen vergleichbaren Fall in der Marinehistorie gibt.

Gut das Due erwähnst wie dick die Panzerung der Yamato war, ich glaube viele Leute können sich das kaum vorstellen und noch weniger wissen wie widerstandsfähig solcher Panzerstahl ist.

Ich war vor Jahren an Bord der Alabama BB-60, South Dakota Klasse, dort haben Sie uns in die Barbette des vorderen Turms geführt. Man hat dort durch die Barbette einen Zugang mit Schweißbrennern geschaffen und kann auf einer der unteren Plattform reingehen, also unter dem eigenlichen Geschützturm. Ich kann mich leider nicht mehr genau erinnern aber Sie haben uns gesagt wie lange Sie gebraucht haben um sich mit Plasmabrennern durch diesen Barbett-Panzer durchzuschneiden aber ich meine es waren mehrere Wochen! Und dieses Schlachtschiff hat gerade einmal "nur" 38.000ts. Der barbettenpanzer hatte dort so um die 40cm!

Keep on modeling
René
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Andreas
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BeitragBeitrags-Nr.: 177767 | Verfasst am: 12.11.2009 - 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas W.,

Zitat:

Über Trefferwahrscheinlichkeiten in der damaligen Zeit müssen wir, denke ich, nicht sprechen. (Nebenbei: Weiss jemand vielleicht Gefechte zwischen Großkampfschiffen (außer Trägern), die über 20km+ geführt wurden?)


Die Scharnhorst am 4.6.1940 im Rahmen des Unternehmens Juno den engl. Flugzeugträger HMS Glorious zum erstenmal bei einer Entfernung von ca. 24 km getroffen.

http://www.navweaps.com/index_tech/tech-006.htm

Während der Seeschlacht bei Punta Stilo im Mittelmeer zwischen den Engländern und den Italienern am 9.7.1940 konnte die HMS Warspite auf der Gulio Cesare ebenfalls auf etwa 24 km Entfernung einen Treffer landen.
Gemäß Wikipedia hat die Guilo Cesare schon auf größere Entferung versucht, die Warspite zu treffen, diese jedoch verfehlt und stattdessen zwei englische Zerstörer beschädigt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Seeschlacht_bei_Punta_Stilo (bei "Verlauf der Schlacht")


Denke, daß zu derlei Treffern mit damaligen Möglichkeiten auch ein gutes Stück Glück gehört hat.
Ob die größere Reichweite der SA der Yamato bereits auf solch große Entfernung einen entscheidenden Vorteil hätte erringen können (egal gegen wen) , bezweifle ich.

Gruß, Andreas

Winken
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AG_Wittmann
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BeitragBeitrags-Nr.: 177791 | Verfasst am: 12.11.2009 - 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Wie schweißt man eigentlich solche dicken 20 cm oder noch dickere Panzerplatten zusammen?
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MGH
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BeitragBeitrags-Nr.: 180997 | Verfasst am: 05.02.2010 - 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Schweißdraht wohl kaum Verrückt Gibt da sicherlich ein spezielles Verfahren für! Vielleicht wurden sie glühend miteinander verbunden?????

Mal was zu Kampfentfernungen bei Seegefechten.
Während der Nachtschlacht im Iron Bottom Sund bei Guadalcanal vom 12. auf den 13. Nivember 1942 betrugen die Kampfentfernungen teilweise weniger als einen Kilometer! Der US Kreuzer "Atlanta" beschoß den Japanischen Zerstörer
"Akatsuki" auf weniger als eine Seemeile!
Der US Zerstörer "Laffey" wich dem Schlachtschiff "Hiei" nur haarscharf aus und eröffnete aus nächster Nähe das Feuer mit MGs, wobei Kapitän Masakane Suzuki, Admiral Abes Chef des Stabes getötet wurde.
Der Zerstörer "Cushing" beschoß die "Hiei" auf gut 1100 metern mit 6 Torpedos, die alle fehlgingen, und wurde seinerseits von der "Hiei" mit ihren 35,6cm Geschützen und anderen Japanischen Zerstörern im Kreuzfeuer schrecklich zusammengeschossen.

Quelle: "Versenkt im Pazifik" von Robert D. Ballard und Rick Archibold
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 181007 | Verfasst am: 06.02.2010 - 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Also dieses Nachtgefecht kann man ja wohl kaum als klassische Seeschlacht bezeichen.
Damals ist der "Tokio Express" mit den sichernden Schiffen der Amerikaner an und vor allem völlig durcheinandergeraten.
Das war ein Melee. Kein geordnetes Seegefecht.

Teilweise befunkte da ja jeder jeden.
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Karat
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BeitragBeitrags-Nr.: 181008 | Verfasst am: 06.02.2010 - 15:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
AG_Wittmann hat Folgendes geschrieben:
Wie schweißt man eigentlich solche dicken 20 cm oder noch dickere Panzerplatten zusammen?

Wie die Japaner das gelöst haben weiß ich leider auch nicht.
Bei der "Bismarck" wurden für die Panzerung die Materialien
KCnA-an der Außenseite cementierter 4%Nickelstahl nach dem Kruppverfahren neuer Art.Dieser war nicht schweißbar und wurde wie immer schon genietet.

Wh und Ww -Wotan hart und weich,ein homogenes Material das eine gute Festigkeit und hohe Zähigkeit aufwies.Es wurde in Stärken bis 150mm geliefert und konnte mit einer Spezialelektrode zuverlässig geschweißt werden.Diese enthielt allerdings Materialien die äußerst knapp waren, Die später zum Einsatz kommende Ersatzelektrode Böhler Fox A 7 erreichte fast die gleichen Ergebnisse,sie enthielt aber keine bewirtschafteten Materialien mehr.
Breyer/Koop "Schlachtschiff Bismarck" S.34-37.
mfg karat
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MGH
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BeitragBeitrags-Nr.: 181015 | Verfasst am: 06.02.2010 - 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

@ Eierhals
Ich habe auch nie behauptet, das dieses Nachtgefecht ein Klassisches Seegefecht war! Ich wollte nur darlegen, das es mitunter auch zu Kämpfen auf sehr viel kürzere Distanz kam Winken
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PanzerIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 198811 | Verfasst am: 12.03.2012 - 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

Kann mir jemand sagen wie viele Flugzeuge ungefähr von der Yamato letzendlich abgeschossen wurden ?
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vds242
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BeitragBeitrags-Nr.: 202367 | Verfasst am: 10.07.2013 - 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Panzer IV!

Auch wenn es schon eine Weile her ist.

Der gesamte Verband inklusive Yamato, hat 10 Flugzeuge abgschossen.

Hinzu kommt noch eine unbekannte Anzahl an Totalausfällen nach der Landung auf den jeweiligen Flugzeugträgern.

Einige Maschinen waren geradezu durchlöchert, aber wichtige Teile, wie Motoren, Tanks und Cockpits, waren stark genug gepanzert, bzw. die 25mm Geschosse der Japaner zu schwach!

Es gab zwei amerikanische Maschinen, die das gesamte Gefecht filmen sollten.

Eine Maschine wurde abgeschossen, die zweite so schwer beschädigt, das die Beatzung auf dem Rückweg alles von Bord schmeissen musste, inklusive der Kamera und der Filme, um das Flughzeug so leicht wie möglich zu machen, damit es noch zum Träger zuürckkehren konnte.

Gründe für die geringe Anzahl abgeschossener Flugzeuge:

1. Der schon oft erwähnte Mangel an einem FLa-Geschütz mittleren Kalibers. Die 25mm Fla-Kanone war einfach veraltet.

2. Der Verband hat sich unabhänging und unkoordiniert gewehrt. Somit war eine gezielte und koordinierte Abwehr unmöglich. Jedes Schiff war im Grunde genommen auf dem Präsentierteller!

3. Auf Yamato gab es zwar Leitgeräte für die jeweiligen Flawaffen, doch war zumindest das System für die 25mm Drillinge veraltet. Bei diesem System hat ein Leitgerät 2 oder 3 Drillingsgeschütze "ferngesteuert". Das benutzte System war aber schon 1943 veraltet, weil zu diesem Zeitpunkt die Flugzeuge weitaus schneller und wendiger waren, als man sich noch Mitte der Dreißiger Jahre, bei der Entwicklung des Leitsystems, vorstellen konnte.

Die Leitgeräte, in denen eine Person saß, konnten nicht schnell genug gerichtet/gesteuert werden, um die Ziele kontinuierlich zu verfolgen.

Aus diesem Grund entschied man sich zu Beginn des letzten Gefechtes, das jedes Drillingsgeschütz unabhängig Ziele aussuchen sollte.

4. Die schiere Anzahl der angreifenden Flugzeuge hatte es der Yamato unmöglich gemacht, sich entsprechend zu verteidigen.

Aber letztendlich kann man behaupten, auch wenn der gesamte Verband in einem koordiniertem Rundumschutz um die Yamato gewesen wäre, der Verband nie Okinawa erreicht hätte!

Was die "einfache" Versenkung der Yamato angeht, so wurde u.a. hier schon erwähnt, das die Amerikaner nur eine Seite angreifen sollten, damit das Schiff schneller kentert/untergeht. Das waren die Lehren die aus der Versenkung der Musashi gezogen wurden. Letztere hat sich nur so lange über Wasser gehalten, weil sie von beiden Seiten "gleichmäßig" beschädigt wurde.

Ein weitaus wichtigerer Aspekt sind aber zwei große Schwachpunkte im Defensivschutz der Yamatoklasse.

1.Zum einen war das Torpedoschott viel zu weit aussenbords angebracht worden. so gab es bei Treffern zu wenig Expansionraum für die jeweilige Explosion des Torpedos.
Als Beispiel sei die Bismarckklasse genannt, deren Torpedoschott doppelt so tief zur Schiffachse lag und sie somit weitaus mehr Expansionsraum hatte!

2. Ein gravierender Konstruktionsfehler war der Punkt, an dem die seitlichen Panzerplatten aufeinander stießen.
Das soll heißen, das der Verbindungpunkt zwischen der oberen 410mm Panzerplatte zur darunterliegenden 200mm Panzerplatte zum größten Teil nur genietet war.

Als die Yamato im Dezember 1943 einen Torpedotreffer eines U-Bootes erhielt, drangen über 3500 Tonnen Wasser in das Schiff ein.
Die Verbindung zwischen den oben genannten Panzerplatten riss weg und drückte die untere 200mm Panzerplatte ca. 50cm nach innen.
Von aussen war das Schiff auf 25m Länge und fünf Meter Höhe beschädigt!

Genau diese Konstruktionsschwäche war die Archillesverse der Yamatoklasse, was den Defensivschutz betraf.

Man darf aber nicht ausser Acht lassen, das zur Zeit der Planung und Konstruktion der Yamatoklasse, dieser Unterwaserschutz ausreichend war. Denn 1936 ging man davon aus, das maximal 400kg TNT bei Torpedos möglich war.
Bei einem Test 1939 mit eben 400kg TNT, brach der Verbindungspunkt zwischen den Panzerplatten nicht.
Der Torpedo, der die Yamato am 24. Dezember 1943 traf, hatte aber 288kg Torpex. Das ensprach der Explosionskraft von über 600kg TNT.

Falls noch weitere Fragen bezüglich der Yamatoklasse sind, nur zu.
Ich beschäftige mich seit über 30 Jahren damit Cool

Gruß,
Christian
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 202368 | Verfasst am: 10.07.2013 - 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessant, Christian! Gut gemacht! Schön, daß hier jemand auftaucht, der zu diesem Thema sehr kompetent ist, auch wenn dieses Forum weniger "wasserlastig" ist als spezielle Seekriegsforen. Zwinkern

Dennoch werden solche Themen gern und viel gelesen und den einen oder anderen Experten dazu gibt es hier auch.
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vds242
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Beiträge: 15
Wohnort: Bad Rothenfelde

BeitragBeitrags-Nr.: 202374 | Verfasst am: 10.07.2013 - 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo PIV!

Eigentlich bin ich über dieses Forum "gestolpert", bei der Recherche zu meinem aktuellen Modellbauprojekt, einem Köti in 1/35.

Nach über 20 Jahren Modellbau"Abstinenz", habe ich wieder angefangen.

Da ich damals schon sehr engagiert war, was die historische Genauigkeit von Modellen betrifft, möchte ich auch den Köti und alle zukünftigen Projekte, so "realistisch" wie möglich darstellen.

Was wiederum die Faszination der Yamatoklasse ausmacht, ist die Tatsache, das es bis heute nicht wirklich geklärt ist, wie beide Schiffe bei ihren letzten Einsätzen genau aussahen.

Die Japaner haben zum Ende des Krieges einen Großteil aller Militärakten vernichtet.

Ebenso kann das Wrack der Yamato keine Erkenntnisse dazu beitragen, offene Fragen zu beantworten.

Zwar gab es gerade in den letzten 10-15 Jahre viele "Updates", aber manchmal ist das nur an Annähern an plausible Möglichkeiten.

Gerade auch dieser Thread hat eine Menge Fehler. Die man aber teilweise zur Zeit der jeweiligen Posts nicht unbedingt wissen konnte.

Außer, man beschäftigt sich mit dieser einen Sache Jahrzehnte sehr intensiv, und ist immer up to date.

Die Wahrscheinlichkeit, das man bei beiden Schiffen jemals herausbekommen wird, wie das tatsächliche Aussehen beim jeweils letzten Einsatz war, geht gegen Null.

ABER, man kann auch sagen, das beide Schiffe zu ca. 95 Prozent "geklärt" sind.

Leider wird es immer weniger Menschen geben, die an den Gefechten und dem Krieg im Allgemeinen beteiligt waren, und noch leben.

Das gilt natürlich für alle Bereiche. Ob Schiffe, Flugzeuge, Panzer, usw.

Ich möchte garnicht wissen, wieviele Privatfotos in den letzten 60 Jahren einfach nie aufgetaucht sind.

Einerseits ermöglicht uns heutzutage gerade das Internet viel mehr Möglichkeiten, als das Recherchieren vor zwanzig Jahren.

Andererseits ist dieser Segen auch ein Fluch, da man viel zu viele Informationen erhalten kann, die oftmals kaum nachweisbar, bzw. schlicht erfunden sind.

Viele Grüße,

Christian
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 202482 | Verfasst am: 25.07.2013 - 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Auch darf man Faktor Zeit bei den Augenzeugen nicht vergessen, der Mensch hat die Neigung, dies und jenes zu vergessen und es seiner eigenen Unschärfe anheim fallen zu lassen.

Die Yamato wie die Musashi waren eindrucksvolle Studien der Machbarkeit, aber wie man spätestens seit dem 12. November 1940 wusste, sind Schlachtschiffe anfällig gegen gut geführte Luftangriffe. (Damals, als im Hafen von Tarent die Schiffe der Italiener auf Grund gingen)

Auch sah man in der See-Luft/Luftlandeschlacht um Kreta, daß das Sturzkampf Bombenflugzeug einem größeren Kriegsschiff sehr gefährlich werden kann. Die Briten hatten da einiges an Verlusten.

Ja eigentlich weiß man seit den "Bombing Tests" der Amerikaner zwischen den Kriegen, daß das Schlachtschiff eigentlich auf dem absteigenden Ast sich befindet und den Flugzeugträgern die Zukunft gehört. Damals wurde erstmalig bewiesen, daß ein "Capital Ship" durch einen Luftangriff durchaus versenkt werden kann.

Die Japaner, hier insbesondere Yamamoto waren diejenigen, die aus den beiden, isolierten Ereignissen die richtigen Schlussfolgerungen zogen und den Angriff auf Pearl Harbor von einer kombinierten Bomber und Torpedoarmada ausführen ließen.

Allerdings muss man das Denken der damaligen Militärs in Rechnung ziehen, es ist keine 30 Jahre her gewesen, daß Admiral Togo auf der Mikasa die Schlacht vor Tsushima ausfocht. Die Militärs waren teils vom technologischen Fortschritt überflügelt und überfordert. wenn man sieht in welch kurzen Abständen gleich 2 Weltkriege ausgefochten wurden...nicht einmal eine Generation lag dazwischen, unvorstellbar.
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