Die deutsche Kriegsvorbereitung
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Katukov
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BeitragBeitrags-Nr.: 76249 | Verfasst am: 04.11.2005 - 03:30    Titel: Die deutsche Kriegsvorbereitung Antworten mit Zitat

Die deutsche Kriegsvorbereitung

Der zweite Weltkrieg, dieser größte und blutigste aller menschlichen Konflikte, wurde, wie zu
zeigen sein wird, von Adolf Hitler langfristig vorbereitet und planmäßig entfesselt um die
Sowjetunion zu vernichten.
Hitler hatte sich einen Stufenplan zur Vernichtung des Bolschewismus zum Ziel gesetzt. Der
erste Schritt war die Erringung der Macht in Deutschland, dann die Vernichtung des
Marxismus in Deutschland, Aufbau des nationalsozialistischen Staates um das deutsche Volk
für den Endkampf gegen die Sowjetunion vorzubereiten und schließlich der Angriff auf die
Sowjetunion.
In einer Denkschrift vom 22. Oktober 1922, schrieb Hitler, dass seine Partei einzig und allein
zu dem Zweck gegründet wurde den Marxismus zu vernichten:

    „Die Bolschewisierung Deutschlands jedoch bedeutet die Vernichtung der
    gesamten christlich-abendländischen Kultur überhaupt. In der voraussehenden
    Erkenntnis dieser Katastrophe und der Unzulänglichkeit der Mittel zu ihrer
    Abwehr wurde vor drei Jahren, am 5.Januar 1919, die Nationalsozialistische
    Deutsche Arbeiterpartei gegründet. Ihr Ziel heißt ganz kurz: Vernichtung und
    Ausrottung der marxistischen Weltanschauung.“
(1)

Am 7. Dezember 1929 schrieb über den „Kampf gegen den Marxismus“: „Es war in diesen
Jahren meine heilige Absicht, die ganze Kraft meines kommenden Lebens nur dieser einzigen
Aufgabe zu widmen“(2). Und vor dem Gericht zum Hitler-Prozess 1924 bekannte er: „Was ich
werden wollte, das war der Zerbrecher des Marxismus“(3).
Hitler betrachtete die Sowjetunion als Zentrum der kommunistischen Bewegung, so erklärte er
im Sommer 1936 gegenüber den japanischen Botschafter Oshima: „Rußland müsse in seine
ursprünglichen historischen Teile zerlegt werden, damit die Welt endlich zur Ruhe kommt.“(4)
Die früheste überlieferte direkte Äußerung Hitlers einen Kreuzzug gegen den Bolschewismus
zu führen fällt ins Jahr 1922. Er führte Ende Dezember 1922 sinngemäß aus:

    „Es ist die Zertrümmerung Russlands mit Hilfe Englands zu versuchen. Russland
    gibt genügend Boden für deutsche Siedler und ein weites Betätigungsfeld für die
    deutsche Industrie“
(5)

1931 äußerte Hitler gegenüber dem einflussreichen Chefredakteur der Leipziger Neuesten
Nachrichten Richard Breiting:

    „Die Gefahr für die westliche Zivilisation war noch nie so groß. Wir müssen
    schon vor der Machtübernahme den Engländern, den Franzosen, sogar den
    Amerikanern und dem Vatikan klarmachen, daß wir früher oder später
    gezwungen sein werden, einen Kreuzzug gegen den Bolschewismus zu führen.“
(6)

Am 5. Oktober 1930 äußerte gegenüber Brüning, dass er Russland als Heimat des
Bolschewismus vernichten werde(7). 1932 sprach Hitler gegenüber dem Gutsherr Ewald von
Kleist-Schmenzin von den Feldzügen in Europa die er zu führen gedenke um Russland bis
nach Sibirien zurückzudrängen.(8)
Hitler empfand unbändigen Hass gegen die Sowjetunion, so erklärte er am 16.September
1941 gegenüber Otto Abetz:

    „Das ‚Giftnest Petersburg’, aus dem so lange das asiatische Gift in die Ostsee
    ‚hinausgequollen’ sei, müsse vom Erboden verschwinden.“
(9)

Gleich nach der Machtübergabe verkündete Hitler bei seinem Antrittsbesuch bei den
Generälen in der Wohnung des Generals Hammerstein-Equord am 3.Februar 1933:

    "Wie soll pol. Macht, wenn sie gewonnen ist, gebraucht werden? Jetzt noch nicht
    zu sagen. Vielleicht Erkämpfung neuer Export-Mögl., vielleicht - und wohl besser
    - Eroberung neuen Lebensraums im Osten u. dessen rücksichtslose
    Germanisierung."
(10)

Als zweites Ziel neben der Zerstörung des Kommunismus hatte er das Ziel Lebensraum im
Osten zu erobern. Seine Überlegungen waren mutmaßlich, von der Frage bestimmt was man
nach einer Eroberung der Sowjetunion mit dem eroberten Land macht, hier kam er auf die
Idee es als Lebensraum fürs deutsche Volk zu verwenden.
Sofort wurde mit der Aufrüstung der Wehrmacht begonnen. Als Hitler die ersten Panzer im
Manöver vorgeführt wurden rief er aus: „Das kann ich gebrauchen! Das will ich haben“.(11) Am
23.November 1939 bekannte er dann wofür die Wehrmacht gedacht war: „Grundsätzlich habe
ich die Wehrmacht nicht aufgestellt, um nicht zu schlagen. Der Entschluß zum Schlagen war
immer in mir.“(12)
Mit der Aufrüstung begann man auch die deutsche Jugend auf den Krieg vorzubereiten. So
schrieb Dr. Hellmut Stellrecht, der "Beauftragte des Reichsjugendführers für die Ertüchtigung
der Deutschen Jugend", in seinem 1936 erschienenen amtlichen Buch: „Die Wehrerziehung
der deutschen Jugend“:

    "Der Geist des Angriffs ist der Geist der nordischen Rasse. Er wirkt in ihrem Blut
    wie eine unnennbare Sehnsucht[...] Schiessen müssen unsere Jungen lernen. Die
    Büchse muss ihnen so selbstverständlich in der Hand liegen wie der
    Federhalter[...] Bilden will man die Menschen, als ob Schiessen nicht auch
    Bildung, als ob Wehrerziehung nicht eigentliche Bildung wäre. 'Wissen ist Macht'
    schreibt man über die Schultüren, als ob Macht sich in etwas mehr verkörpern
    könnte als in der Waffe."
(13)

Am 24.11.1936 forderte Oberst Thomas der Leiter des Wehrwirtschaftsstabes von der
„Deutschen Arbeitsfront“ ein gesundes und seelisch festes Volk für den Krieg:

    „Meine Herren! Der totale Krieg der Zukunft wird Forderungen an das Volk
    stellen, wie wir alle sie noch nicht kennen. Die seelischen und körperlichen
    Anstrengungen des Weltkrieges, die unserem deutschen Volke doch wirklich
    schwere Lasten auferlegt haben, werden im Kriege der Zukunft weit übertroffen
    werden. Und es wird ein seelisch und charakterlich festes, körperliches gesundes
    und ertüchtigtes und vor allem innerlich geeintes Volk dazu gehören, um diese
    Eindrücke und Anstrengungen zu ertragen.“
(14)

Der konkrete Entschluss zum Krieg fiel mit der geheimen Denkschrift Hitlers zum
Vierjahresplan vom 26.August 1936, in ihr heißt es:

    „Seit dem Ausbruch der französischen Revolution treibt die Welt in immer
    schärferen Tempo in eine neue Auseinandersetzung, deren extremste Lösung
    Bolschewismus heißt, deren Inhalt und Ziel aber nur die Beseitigung und
    Ersetzung der bislang führenden Gesellschaftsschichten der Menschheit durch
    das international verbreitete Judentum ist.
    Kein Staat wird sich dieser geschichtlichen Auseinandersetzung entziehen oder
    auch nur fernhalten können. Seit sich der Marxismus durch seinen Sieg in
    Russland eines der größten Reiche der Welt als Ausgangsbasis für seine weiteren
    Operationen geschaffen hat, ist diese Frage zu einer bedrohlichen geworden.
    […]
    Ich stelle damit folgende Aufgabe:
    I. Die deutsche Armee muß in 4 Jahren einsatzfähig sein.
    II. Die deutsche Wirtschaft muß in 4 Jahren kriegsfähig sein“
(15)

Am 4. September 1936 äußerte Göring, in einer Sitzung des Ministerrats für die
Durchführung des Vierjahresplans, über Hitlers Denkschrift: „Sie geht von dem
Grundgedanken aus, daß die Auseinandersetzung mit Rußland unvermeidbar ist“(16). Nach den
Erinnerungen von Hitlers Adjutanten Fritz Wiedemann sagte Göring im Herbst 1936 zu
Hitler:

    „Mein Führer, wenn ich die Dinge richtig sehe, dann ist in den nächsten fünf
    Jahren ein großer Krieg unvermeidlich. Sie sind wohl einverstanden, wenn ich
    alle meine Maßnahmen diesem Gesichtspunkt unterordne.“
(17)

Somit rüstete Deutschland seit 1936 für einen, 1940 bzw. 1941 anvisierten, Krieg gegen die
Sowjetunion.
Der Zweck des Vierjahrsplans war die Autarkiemachung der deutschen Wirtschaft, da
Deutschland sonst, mit seiner Rohstoffabhängigkeit keinen Krieg führen konnte. Ein
wesentlicher Bestandteil war die Produktion von Synthetischem Benzin und Synthetischen
Kautschuk (Buna). Die Produktion macht nur für den Krieg Sinn da die Erzeugung sehr
aufwendig und sehr viel teurer als der Einkauf auf dem Weltmarkt ist.
Bereits im November 1932 konferierten die IG-Farben-Direktoren Bütefisch und Gattineau
mit Hitler um ihn über die Bedeutung des synthetischen Benzins aufzuklären, sie erhielten die
Zusage die Produktion zu subventionieren.(18)
In einem geheimen Bericht des Rohstoff- und Devisenstabes wurde für 1938 für den
Mobilisierungsfall bereits eine 70-80 prozentige Deckung bei Synthetischen Benzin und 55-
60 % für Buna zugesichert. Um eine 100 prozentige Deckung für den Mobilisierungsfall zu
sichern wurde der Bau von 3-4 weiteren Anlagen beschlossen.(19)
Bei Kriegsbeginn waren 7 Hydrierwerke produzierend (das größte in Leuna), 3 kurz vor
Produktionsbeginn, 2 im Bau. Im Jahre 1943 gab es 13 produzierende Hydrierwerke. Im
Frühjahr 1944 15 produzierende Hydrierwerke.(20) Das heißt 12 von 15 Anlagen gab es schon
bei Kriegsbeginn. Während des Krieges deckte Deutschland etwa 50% seines Treibstoff und
Kautschuksbedarfs aus synthetischer Produktion.
Doch eine vollständige Autarkie war jedoch nicht zu erreichen, als Rohstofflieferanten boten
sich die Länder des Balkans an, so forderte am 28.April 1939 Carl Krauch, der
Vorstandsvorsitzende der IG Farben und Generalbevollmächtigter für Sonderfragen der
chemischen Erzeugung, vor dem Generalrat des Vierjahrsplans:

    „Heute wie 1914 erscheint die deutsche politische und wirtschaftliche Lage - eine
    von der Welt belagerte Festung - eine rasche Kriegsentscheidung durch
    Vernichtungsschläge gleich zu Beginn der Feindseligkeiten zu verlangen.[...]
    Deutschland muß das eigene Kriegspotential und das seiner Verbündeten so
    stärken, daß die Koalition den Anstrengungen fast der ganzen übrigen Welt
    gewachsen ist.“


Um „den Anstrengungen fast der ganzen übrigen Welt gewachsen“ zu sein forderte er:

    „Schaffung eines einheitlichen Großwirtschaftblocks der 4 europäischen
    Antikomintern-Partner, zu denen bald Jugoslawien und Bulgarien hinzutreten
    müssen. […] Der Block muß seinen Einfluß ausdehnen auf Rumänien, Türkei und
    Iran.“
(21)

Schon frühzeitig wurden zu den genanten Ländern wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut,
man versuchte sie in deutsche Außenhandelsabhängigkeit zu bringen.
Aus Rumänien brauchte man für die zukünftige Kriegsführung unbedingt das Erdöl, da die
synthetische Produktion nur rund 50% des Bedarfs decken konnte. Am 17.März 1939
informierte der rumänische Gesandte Tilea den britischen Außenminister, das Deutschland die
ultimative Forderung nach dem Exportmonopol für Erdöl gestellt hatte(22). Am 23.März 1939
wurde dann der deutsch-rumänische Wirtschaftsvertrag unterzeichnet, der Rumänien als
deutschen Verbündeten sicherte.
Mit dem in der Denkschrift zum Vierjahresplan gefassten Entschluss die Sowjetunion
anzugreifen, intensivierte die deutsche Führung auch ihre antikommunistische Propaganda.
In den „Richtlinien für die die antibolschewistische Propaganda“ die Goebbels im März 1937
erließ hieß es:

    „Der Kampf gegen den Weltbolschewismus ist die Generallinie der deutschen
    Politik […] Das deutsche Volk hat die große Mission, in dem Ringen gegen die
    Gefahr unseres Jahrhunderts an der Spitze zu marschieren“
(23)

Hitler hatte ursprünglich das Ziel eine europäische Koalition gegen den Bolschewismus zu
schaffen. Sein Wunschpartner war dabei England, bei der Ernennung Ribbentrops zum
Botschafter in London sagte er zu ihm: „bringen Sie mir England in den Antikominternpakt,
das wäre mein größter Wunsch“(24) Zur Erreichung des Bündnisses hat Hitler hatte in seinen
öffentlichen Reden und diplomatischen Kontakten immer wieder vor der Weltgefahr des
Bolschewismus gewarnt. Und laut den Erinnerungen seines Adjutanten Nicolaus von Below,
äußerte Hitler in den Jahren vor 1939 immer wieder den Wunsch die Engländer von der
Gefahr des Bolschewismus überzeugen zu können.(25)
Aber die Versuche ein Bündnis zu schaffen scheiterten da die Westmächte, eine unweigerlich
folgende, kontinentalbeherrschende Stellung Deutschlands nicht hinnehmen konnten.
Deswegen musste Hitler erst mit Frankreich und England abrechnen um den Rücken frei zu
haben. Bereits am 28. Februar 1934 führte Hitler in einer Besprechung in der Reichskanzlei
aus: es würde darum gehen „daß man für den Bevölkerungsüberschuss neuen Lebensraum
schaffe. Diesen würden aber die Westmächte uns nicht gönnen. Daher könnten kurze,
entscheidende Schläge erst nach Westen, dann nach Osten notwendig werden.“(26) Und am 23.
November 1939 sagte Hitler vor den Oberbefehlshabern: „Wir können Rußland nur
entgegentreten wenn wir im Westen frei sind.“(27)
Mit der Autarkie fiel dann endgültig die Entscheidung, den Krieg gegen die Sowjetunion ohne
ein Bündnis mit den Westmächten zu führen.
Die Anhänger einer Westorientierung wurden in der Folge aus ihren Positionen gedrängt. So
zum Beispiel Hjalmar Schacht, der als Vertreter der deutschen Reichsbank im Gremium der
Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), seine Kollegen ständig beschwor „Hitler
freie Hand im Osten zu geben“(28).
Auch in Militärkreisen, kursierten die Absichten die Sowjetunion zu überfallen, so berichtete
der französische Botschafter, seiner Regierung am 15.Dezember 1938 aus Berlin, dass man in
militärischen Kreisen bereits „von dem Ritt nach dem Kaukasus und bis nach Baku“ (29)
spreche.
Zwischen Deutschland und der Sowjetunion lag Polen, also musste man Polen für ein
Bündnis gewinnen oder vorher Polen angreifen. Bereits im März 1934 hat Göring wie der
Unterstaatssekretär im polnischen Außenministerium Graf Szembek schrieb „beinahe eine
antisowjetische Allianz und einen gemeinsamen Marsch auf Moskau“ (30) vorgeschlagen.
1938 schlug dann Ribbentrop den Polen nochmals ein Bündnis gegen die Sowjetunion vor,
das wiederum von den Polen abgelehnt wurde.
Nach den Erinnerungen von Herbert Döhring dem Verwalter von Hitlers Berghof, hat Hitler
immer wieder bedauert das der polnische Staatspräsident Josef Pilsdudski 1935 verstorben ist,
denn wenn er am Leben geblieben wäre, hätte sich Polen mit Deutschland gegen die
Sowjetunion verbündet.(31) Und laut den Erinnerungen von Fritz Thyssen war Hitler sehr
verärgert das Polen sich nicht mit ihm verbündet hat.(32) Bei der Beerdigung Pilsdudskis im
Mai 1935 schlug Göring dem französischen Außenminister Laval, nochmals ein europäischen
Pakt gegen den Bolschewismus vor.(33)
Um seine kriegerische Absicht zu verbergen sprach Hitler bei jeder seiner Reden vom
Frieden, aber am 10.11.1938 offenbarte er vor Pressevertretern:

    „Der Zwang war die Ursache, warum ich jahrelang nur von Frieden redete. Es
    war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen
    und ihm langsam klarzumachen, daß es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit
    friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt
    durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die
    Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen
    Volke bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, daß die innere
    Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann.“
(34)

Hitler hatte ein extrem kriegerisches Weltbild, so sagt er am 19/20.8.1941 im
Führerhauptquartier: „Wenn man dem deutschen Volke etwas Gutes wünschen will, dann
wäre es, alle fünfzehn bis zwanzig Jahre einen Krieg zu haben.“(35)
Oder auch Göring der auf einer Besprechung mit Luftfahrtindustriellen am 8.Juli 1938
ausführte:

    „Wir müssen uns ganz klar darauf einstellen. Ich glaube, so wie die Lage ist, ist
    es zu 10, zu 15% so, daß sich irgendwie die Sache verhältnismäßig noch in
    kleineren Aktionen lösen kann. Aber zu 80, 85, 90% bin ich überzeugt, daß es
    doch einmal einen größeren Kladderadatsch geben wird und daß wir dann einmal
    den großen Kampf machen müssen, den ich nicht scheue. Es kommt nur darauf
    an, daß nicht wieder schlapp gemacht wird.“
(36)

Die ersten Eroberungen waren die Einmärsche in Österreich und der Tschechoslowakei im
Jahre 1938. Hitler betrachte sie als konsequente Schritte auf dem Weg zum Krieg gegen die
Sowjetunion. Am 20.April 1938 äußerte Hitler gegenüber Keitel, die Tschechoslowakei
müsse erobert werden wegen „der strategisch unhaltbaren Lage, wenn einmal die große
Auseinandersetzung im Osten, nicht nur mit Polen, sondern vor allem mit dem
Bolschewismus kommen werde“(37) Am 10. Februar 1939 sagte Hitler auf einer Rede vor
Truppenkommandeuren:

    „alle die einzelnen Entschlüsse, die nun seit dem Jahre 1933 verwirklicht worden
    sind, sind nicht das Ergebnis augenblicklicher Überlegungen, sondern sie sind die
    Durchführung eines an sich vorhandenen Planes, nur vielleicht unter nicht
    genauer Einhaltung vorgesehener Termine[…] Wenn nun das Jahr 1938 mit dem
    vielleicht größten Erfolg zunächst in unserer Geschichte abgeschlossen hat, dann
    ist selbstverständlich auch das nur ein Schritt auf einem langen Weg, der uns,
    meine Herren, vorgezeichnet ist.“
(38)

Als schließlich am 1.September 1939 der Krieg entfesselt wurde, war die deutsche Wirtschaft
und die Armee, wie in Hitlers Denkschrift zum Vierjahrsplan gefordert, kriegsbereit. So
glaubte man gegenüber den Ländern der übrigen Welt einen Rüstungsvorsprung von
anderthalb Jahren erreicht zu haben. Der Chef des Wehrwirtschaftstabes Oberst Thomas
führte am 24.Mai 1939 aus:

    "Aus den wenigen zugelassenen Fabriken des Versailler Vertrages ist die
    mächtigste Rüstungsindustrie entstanden, die zur Zeit in der Welt besteht. Sie ist
    zu Leistungen herangewachsen, die teilweise die deutschen Kriegsleistungen
    erreichen, teilweise sogar übertreffen, Die Rohstahlproduktion Deutschlands ist
    heute nächst Amerika die größte der Welt, die Aluminiumerzeugung übertrifft die
    Amerikas und der anderen Staaten ganz erheblich. Die Fertigungsleistungen
    unserer Gewehr-, MG- und Geschützfabriken sind zur Zeit größer als die jedes
    anderen Staates. [...] Die Nachrichten, die bisher vorliegen, lassen nicht darauf
    schließen, daß in den westlichen Großstaaten die Aufrüstung schon mit der
    Energie betrieben wird wie hier bei uns.
    Wenn die politische Lage aber dazu führt, daß es zu einem längeren Wettrüsten
    kommt, so müssen wir uns natürlich klar sein, daß die Westmächte bei den
    Rüstungsausmaßen ihrer Wirtschaft in der Lage sein können, in etwa 1-1 ½
    Jahren den deutschen Rüstungsvorsprung einzuholen."
(39)

In einem Schnellplan der Reichsstelle für Wirtschaftsausbau für Pulver, Sprengstoffe und
chemische Kampfstoffe vom 13.August 1938 wird die Kriegsbereitschaft für den Herbst 1939
zugesichert:

    „Mit dem Schnellplan ist nach Ansicht der beteiligten Stellen sowie der
    durchführenden Industrie die maximale Steigerungsmöglichkeit bis Herbst 1939
    erschöpft. Der Schnellplan ist im einzelnen abgeglichen und volle
    Übereinstimmung erzielt zwischen
    OKW (Wstb), OKH (Wa A), Dr. Krauch.
    Der vorliegende Schnellplan ist ab jetzt die gemeinsame Grundlage des weiteren
    Vorgehens aller beteiligten Stellen. Bis Ende 1939 wird nach dem Schnellplan die
    Kapazität so weit erhöht, daß auf allen Gebieten praktisch die größte im
    Weltkrieg noch erzielte deutsche Erzeugungsmöglichkeit erreicht wird[...] Die
    Durchführung des Schnellplans ist nur möglich, wenn ganz besondere
    (kriegsmäßige) Vollmachten der für die Durchführung verantwortlichen Stelle
    gegeben werden."
(40)

Auch die Wehrmacht war bereit. General Hans von Seeckt, Chef der Heeresleitung hatte 1923
in einer Geheimstudie ein Kriegsherr mit 102 Divisionen mit 252 Generälen und acht Armeen
geplant. Am 1.September 1939 standen genau 102 Divisionen mit 252 Generälen unterteilt in
acht Armeen bereit(41). Am 21.April 1939 war im Völkischen Beobachter zu lesen: „Der
Aufbau der Wehrmacht ist vollendet“(42).
Am 23.August 1939 erhielt Hitler während des Abendessens auf dem Berghof einen Zettel
über den Nichtangriffspakt mit Russland gereicht. Er wurde hochrot, schlug auf den Tisch und
rief „Ich hab sie! Ich hab sie!“ In der Nacht sagte er dann beim Anblick eines Polarlichts „Das
sieht nach viel Blut aus. Dieses Mal wird es nicht ohne Gewalt abgehen.“(43) Am 30.August
1939 erklärte Hitler:

    „Meine Aufgabe liegt in Russland. Alle anderen Kämpfe dienen nur dem einen
    Ziel, sich den Rücken für die Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus
    freizumachen.“
(44)

Nachdem Polen sich nicht mit ihm gegen den Bolschewismus verbünden wollte, griff Hitler
am 1. September 1939 Polen an und entfesselte damit den Zweiten Weltkrieg. um sich wie er
sagte, die Basis für den Kampf gegen Russland zu schaffen.(45) Nachdem Polen besiegt war
wollte Hitler so schnell wie möglich Frankreich und England schlagen um, nach den
Erinnerungen Belows, schon im Frühjahr 1940 gegen Russland antreten zu können.(46)
Als die Wehrmacht dann Dänemark, Norwegen, Frankreich, Belgien und Holland besetzt
hatte, sagte Hitler am 2. Juni 1940 zu Generaloberst von Rundstedt, daß er nun nach einem
Friedensschluss mit London „endlich die Hände frei“ haben werde für seine „große und
eigentliche Aufgabe: Die Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus“(47) Im Frühjahr 1941
erklärte er vor den Oberbefehlshabern der Heeresgruppen:

    „Ich werde Russland hinwegfegen und damit dem Bolschewismus den Todesstoß
    versetzen. Ich kämpfe diesen Kampf für ganz Europa, für die Erhaltung der
    europäischen Kultur.“
(48)

Und schließlich stellte Goebbels nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22.Juni 1941 in
seinem Tagebuch aufatmend fest: „Es bereitet jedem alten Nazi eine tiefe Genugtuung, daß
wir das noch erleben. […] Wogegen wir unser ganzes Leben gekämpft haben, das vernichten
wir nun auch.“(49) Und die deutsche Wochenschau verkündete stolz: „Der Gesamtmarxismus
[…] wurde in 14-jährigen innenpolitischen Kampf niedergerungen. Jetzt hat der Endkampf
begonnen.“(50)
50 Millionen Menschen starben wegen Hitler, Goebbels und Göring.



(1) Ulrike Hörster-Phillips, Großkapital und Faschismus 1918-1945, Köln 1981, S. 35
(2) Enrico Syring, Hitler, Seine politische Utopie, Berlin 1994, S. 250
(3) Ernst Nolte, Der europäische Bürgerkrieg 1917-1945, München 2000, S.154
(4) Dietrich Eichholtz, Kurt Pätzold (Hrsg.), Der Weg in den Krieg, Berlin 1989, S. 154
(5) Ian Kershaw, Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998, S. 323
(6) Edouard Calic, Ohne Maske, Hitler-Breiting Geheimgespräche 1931, Frankfurt 1968, S. 100
(7) Kershaw, S. 429
(8) Syring, S. 259
(9) Rolf Dieter Müller, Gerd Ueberschär, Hitlers Krieg im Osten, Darmstadt 2000, S. 106
(10) Walther Hofer, Der Nationalsozialismus Dokumente 1933-1945, Frankfurt am Main 1957, S. 181
(11) Heinz Guderian, Erinnerungen eines Soldaten, Stuttgart 1994, S.23 f.
(12) Reinhard Kühnl, Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, Köln 1978, S.300
(13) Albert Schreiner, Vom totalen Krieg zur totalen Niederlage Hitlers, Berlin 1980, S.118 ff.
(14) Wolfgang Michalka, Deutsche Geschichte 1939-1945, Frankfurt am Main 1999, S.65 ff.
(15) Wilhelm Treue, Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan, in VfZG 2/1955, S. 204
(16) Michalka, Geschichte, S. 112
(17) David Irving, Hitlers Weg zum Krieg, München/Berlin 1979, S. 118
(18) Kurt Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus, Berlin 1988, S.347
(19) Dietrich Eichholtz, Wolfgang Schumann, Anatomie des Krieges, Berlin 1969, S. 141 f.
(20) Dietrich Eichholtz, Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft, Berlin 1985, Band 2, S. 353
(21) Anatomie des Krieges, S.210 f.
(22) Andreas Hillgruber, Hitler, König Carol und Marschall Antonescu, Wiesbaden 1965, S.35
(23) Hans-Erich Volkmann (Hrsg.), Das Russlandbild im Dritten Reich, Köln 1994, S. 95
(24) Wolfgang Michalka, Ribbentrop und die deutsche Weltpolitik 1933 – 1940, München 1980, S. 155
(25) Nicolaus von Below, Als Hitlers Adjutant 1937-45, Selent 1999, S.47
(26) Der Weg in den Krieg, S. 156
(27) Lew Besymenski, Generale ohne Maske, Berlin 1963, S.183
(28) Der Weg in den Krieg, S.12
(29) Hans Höhn (Hrsg.), Auf Antisowjetischen Kriegskurs, Berlin 1970, S. 86
(30) Höhn, S. 26
(31) Interview mit Herbert Döhring in Nationalzeitung vom 15.03.2002
(32) Anatomie des Krieges, S.215
(33) Michalka, Ribbentrop, S. 125
(34) Michalka, Geschichte, S.159 ff.
(35) Werner Jochmann, Adolf Hitler Monologe im Führerhauptquartier, München 1982, S. 58
(36) Gerhard Förster, Olaf Groehler, Der zweite Weltkrieg, Dokumente, Berlin 1972, S. 31
(37) Höhn, S. 313
(38) Ralf Reuth, Hitler Eine politische Biographie, München 2003, S.429
(39) Förster, S. 42 ff.
(40) Anatomie des Krieges, S. 188 f.
(41) Carl Dirks, Karl-Heinz Janssen, Der Krieg der Generäle, München 2001, S. 13
(42) Der Weg in den Krieg, S. 309
(43) Albert Speer, Erinnerungen, Frankfurt am Main – Berlin 1969, S.176 f.
(44) Below, S.192
(45) Below, S.170
(46) Below, S.217
(47) Gerd Ueberschär, Wolfram Wette (Hrsg.), Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, Frankfurt am Main 1991, S.25
(48) Albert Norden, Fälscher, Berlin 1959, S. 229
(49) Gerd Ueberschär, Lew Besymenski (Hrsg.), Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, Darmstadt 1998, S. 43
(50) Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, S. 278


Zuletzt bearbeitet von Katukov am 19.04.2006 - 23:58, insgesamt einmal bearbeitet
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 76251 | Verfasst am: 04.11.2005 - 07:33    Titel: Antworten mit Zitat

sag mal, versuchst du hier etwa Hitlers Propaganda und Rechtfertigungen zu verbreiten? Rollene Augen
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 76252 | Verfasst am: 04.11.2005 - 08:18    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn der Beitrag schon im "Forum der Wehrmacht" oder im "Nachrichtendienst für Historiker" (ohne größere Resonanz bis jetzt) gepostet wurde - es würde interessieren, welche Absichten der Author mit diesem Beitrag verfolgt - von seiner eigenen Meinung ist nichts zu lesen.

Schreibe mal bitte Deine Absichten und/oder Deine eigene Meinung, mein lieber Shukow. Zwinkern


Winken
Armin
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Katukov
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BeitragBeitrags-Nr.: 76262 | Verfasst am: 04.11.2005 - 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Armin hat Folgendes geschrieben:

Schreibe mal bitte Deine Absichten und/oder Deine eigene Meinung, mein lieber Shukow. Zwinkern


Meine Absichten sind die deutsche Kriegsschuld nachzuweisen, da wie ich leider feststellen musste sie immer weider geleugnet wird und zweitens meine Meinung auszudrücken das Hitler den ganzen Weltkrieg nur angefangen hat um die Sowjetunion zu vernichten.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 76266 | Verfasst am: 04.11.2005 - 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, in diesem Forum würde, so behaupte ich mal, niemand behaupten, Deutschland sei unschuldig am Kriegsausbruch. Was des Öfteren diskutiert wird ist die Frage nach der Größe Schuld (Alleinschuld, Hauptschuld etc). Daher halte ich den Vorsatz deines Beitrages für glatt verfehlt.
Außerdem wäre es hilfreicher, wenn du deine Beiträge dialektisch etwas besser aufbauen und begründen würdest, also z.B. eine für alle sofort verständliche Einleitung und einen Schluss/eine Synthese erstellst, was der Zweck deines Beitrages ist. Dann kämen auch keine Nachfragen. Winken
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 76269 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Meiner bescheidenen Meinung nach ist der Beitrag von
Katuckow gut!
Was die Diealektik anbetrift! Waß soll das bitte schön?
Und warum soll der Beitrag verfehlt sein?(Warscheinlich
weil er dier nicht gefällt? Oder passt er dier nur nicht)
Ich denke doch das ist en Forum zum Diskutieren und zum
Meinungsaustausch oder?

Georgi143 Meine Meinung
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 76270 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, ich bin ja auch seiner Meinung. Aber ein ellenlanges Zitieren und Zusammenfassen verfehlt seine Wirkung. man hat es ja gesehen, dass sich einige (mich eingeschlossen) zu erst die Frage stellte, was denn dieser Beitrag für eine Aussage und Zielsetzung hat. Sprich: "Was will uns der Autor sagen?"

Es wäre also besser, wenn Shukow/Katukow seinen Beitrag (der mir bekannt vorkommt. Wurde evtl schon mal in einem anderen Forum gebracht?) einleiten würde mit: Ich bin der Meinung, dass...
In diesem Fall aber wird der Beitrag als der Weisheit letzter Schluss verkauft, der auch keine anderen Meinungen mehr toleriert. Und das ruft wiederum Gegenbemerkungen hervor.
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 76271 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Hoover Winken Einverstanden

Georgi143
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MadderCat
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BeitragBeitrags-Nr.: 76272 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

ist shukow im einen forum gesperrt, spammt er als Katukow im nächsten weiter
naja, er hält's halt 30 Tage nicht durch die Vorderpfoten still zu halten....
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 76273 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

@Georgi

Dialektik
(griechisch διαλεκτική (τέχνη), dialektiké (téchne), eigentlich: "Kunst der Unterredung"; gleichbedeutend zu lateinisch (ars) dialectica:
"(Kunst der) Gesprächsführung") ist ein Begriff der Philosophie und der Rhetorik. Ursprünglich bezeichnete er in der griechischen Antike
eine Methode oder Theorie der Diskussion.

Eine gewisse Grundform der Dialektik hilft sehr, eine Diskussion vernünftig, nachvollziehbar und verständlich zu führen.

Ich denke, das Hoover in diese Richtung denkt - und sehe es genau wie er.


@Katutov (aka Shukow)

Na sicher. Deine Intention ist mir bekannt. Aber es reicht einfach nicht, nur den Text zu posten - ohne Deine Gedanken oder
Interpretation der Dinge. Du mußt auch den Forenmitgliedern eine Chance auf eine Diskussion bieten, die Dich nicht kennen und
somit Deine Intention nicht erkennen.

Die Kriegsschuld- und/oder Alleinschuldfrage ist nun wirklich sehr oft diskutiert worden. Keiner in unserem Forum spricht von einer Unschuld
des deutschen Reiches am Ausbruch des 2. Weltkrieges - wie Hoover schon schrieb.

Was also soll ein ohne weitere Kommentare des Autors geposteter Text? Andere Foren würden so etwas möglicherweise als Provokation
sehen und löschen.

Hier bekommst Du die Chance, Deine Gedankengänge mit anderen zu diskutieren.
Dazu müßtest Du allerdings auch auf eine Diskussion eingehen - "Copy & Paste" reicht dazu nicht.

Was Deinen Usernamen betrifft - unser Admin Jan hätte wohl kein Problem damit, ihn in "Shukow" zu ändern - es sei denn, Du findest Deinen
eigenen Nick zu sehr vorbelastet .. Zwinkern

@All

Ich habe diesen Thread in das Forum "Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) / Politik" verschoben, weil es sich hier ja eindeutig um eine politische Thematik handelt.

Winken
Armin
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Katukov
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Beiträge: 383

BeitragBeitrags-Nr.: 76276 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Armin hat Folgendes geschrieben:
Na sicher. Deine Intention ist mir bekannt. Aber es reicht einfach nicht, nur den Text zu posten - ohne Deine Gedanken oder
Interpretation der Dinge. Du mußt auch den Forenmitgliedern eine Chance auf eine Diskussion bieten, die Dich nicht kennen und
somit Deine Intention nicht erkennen.


Mit dem Text stelle ich meine Ansichten zur Diskussion.

1. Deutschland ist zu 80-90% Schuld am Zweiten Weltkrieg
2. Hitler hat den Krieg entfesselt um die Sowjetunion zu vernichten

Armin hat Folgendes geschrieben:
Die Kriegsschuld- und/oder Alleinschuldfrage ist nun wirklich sehr oft diskutiert worden. Keiner in unserem Forum spricht von einer Unschuld
des deutschen Reiches am Ausbruch des 2. Weltkrieges


Es wird aber versucht die Schuld Deutschlands zu relativieren und herabzusetzen, und genau das hat mich bewegt die Sache mal nachzulesen, leider scheint es kein Buch zu geben das die deutsche Kriegsschuld nachweist, ich musste also mühsam zusammen suchen und habe bestimmt noch lange nicht alles gefunden was man dazu sagen könnte.

Armin hat Folgendes geschrieben:
Was also soll ein ohne weitere Kommentare des Autors geposteter Text? Andere Foren würden so etwas möglicherweise als Provokation
sehen und löschen.


Mmmmmh, eine Provokation? Das war nicht meine Absicht. Mich stört bloß das viele Rechte die Kriegsschuld leugnen, und dagegen wollte ich angehen.
Ich komme aus dem Forum der Wehrmacht, das eine ganze Zeitlang mit Texten zugepostet wurde das die anderen die Schuld am Weltkrieg tragen, und ich mußte feststellen das dies auch in anderen Foren geschieht. Zum Beispiel wird in allen Foren die Präventivkriegsthese stark diskutiert, die einen Teil der deutschen Kriegsschuld leugnen will.

Zitat:
Du allerdings auch auf eine Diskussion eingehen - "Copy & Paste" reicht dazu nicht.


Ich bin gerne bereit auf eine Diskussion einzugehen.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 76277 | Verfasst am: 04.11.2005 - 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Armin, du bringst es immer auf den Punkt... Gut gemacht!
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 76279 | Verfasst am: 04.11.2005 - 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hitler hat den Krieg entfesselt um die Sowjetunion zu vernichten


Angriff auf SU wurde größtenteils mit dem Zwang motiviert die Mittel des Reiches von Heeresrüstung auf Luft- und Seerüstung umzustellen, um England zu vernichten. Solange SU nicht zu deutschen Verbündeten zählte musste Hitler ein starkes und kostspieliges Heer aufrechtzuerhalten, die Verhandlungen mit SU scheiterten so ergab sich für Hitler Zwang zum Handeln.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 76280 | Verfasst am: 04.11.2005 - 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zusätzlich zu Armins Kritik hinsichtlich der mangelhaften Methodik noch ein paar Punkte zur verwendeten Argumentation :

- Es entsteht der Eindruck , Deutschland und seine Entscheidungsträger hätten zw. 1919 und 1939 qausi im "luftleerem Raum" gelebt , die Einflüsse von Versailles , die daraus resultierenden innereuropäischen Spannungen bleiben außen vor

- Politische Geschehnisse außerhalb des Reichs werden vollkommen ignoriert respektive außen vorgelassen

- Keinerlei stringente Argumentation , lediglich eine wahllose Aneinanderreihung von Zitaten ohne Angabe zu deren Kontext , was in Hinsicht einer Beweisführung eher die mangelden Fähigkeiten des Autors unterstreicht .

- Einfluß der Diplomatie auf den Kriegsausbruch im September 1939 wird völlig ignoriert

- Thesenbildung zum Aubau der Wehrmacht , die angeblich bereits "im April 1939 bereit" gewesen sei, grenzt schon beinahe an Lächerlichkeit , das bringt den Fachmann an eine Grenze , wo er nicht mehr weiß ob er Lachen oder Weinen soll Grins

- Stalins Einfluß auf den Kriegsausbruch fällt ebenfalls unter den Tisch


Das alles läßt von meiner Warte aus leider nur den Schluß zu , werter Shukow/Katukov , das ein abschließendes Urteil zu Deinen Ausführungen im Eingangsbeitrag lediglich lediglich zu einem "Mangelhaft" führen kann . Mehr als plumpe Schwarzweißmalerei hast Du leider nicht zu bieten und genau damit kontakarierst Du Deine Grundintention .

Vielleicht solltest Du mal drüber nachdenken die konstruktive Kritik , die Deine Beiträge in gewissen Foren immer erzeugt , Dir mal zu Herzen zu nehmen .


Winken


Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 04.11.2005 - 19:33, insgesamt einmal bearbeitet
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 76281 | Verfasst am: 04.11.2005 - 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
- Thesenbildung zum Aubau der Wehrmacht , die angeblich bereits "im April 1939 bereit" gewesen sei grenzt schon beinahe an Lächerlichkeit , das bringt den Fachmann an eine Grenze , wo er nicht mehr weiß ob er Lachen oder Weinen soll


völlie Unterstützung meinerseits! Man müsste halt wissen das Deutschland alles auf eine Karte setzte, im September 1939.

Gruß
Tobias
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