Wachbattalion BMVg
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 77870 | Verfasst am: 22.11.2005 - 15:14    Titel: Wachbattalion BMVg Antworten mit Zitat

Zitat:

Geschichte und Tradition der Gardetruppe

Nicht ganz zu unrecht wird das Wachbataillon oft als der "letzte preußische Verband" Deutschlands bezeichnet. Immerhin pflegt dieser Verband Formen, die in den übrigen Streitkräften als nicht mehr zeitgemäß verworfen worden sind. Ausdruck dessen sind überproportionale Ausbildung im Exerzieren, der preußische Präsentiergriff mit dem Karabiner 98 k, das Stillgestanden mit gestreckter Hand statt mit geschlossener Hand sowie die betont straffe Disziplin. Pflichtbewusstsein, Höflichkeit und korrektes Auftreten in und außer Dienst sollen den Protokollsoldaten auszeichnen.

Mit dem altsilbernen "Gotischen W" am Barett führt das Wachbataillon das Wahrzeichen der "Wachtruppe Berlin" der Reichswehr. Zugleich pflegt es die Erinnerung an das ehemals in Potsdam stationierte Preußische "1. Regiment Garde zu Fuß", dessen Tradition von seinem letzten Kommandeur, Graf zu Eulenberg, am 13. Mai 1961 dem Wachbataillon übertragen wurde. In Anerkennung seines besonderen Auftrages ist es dadurch einem gestickten Ärmelstreifen gegenüber anderen Verbänden hervorgehoben.

Seinen eigentlichen Ursprung hat das Wachbataillon im Königsregiment Nr. 6 des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I., das der Monarch aus überdurchschnittlich groß gewachsenen Männern rekrutierte, die speziell für diesen Zweck im In- und Ausland angeworben wurden. Auf deren Mütze war auf einem Metallschirm der Wahlspruch "Semper talis" eingeprägt, die Mahnung, im Frieden wie im Kriege "immer gleich" die Ersten zu sein. Diese berühmte Riesengarde der "Langen Kerls" wurde allerdings von Friedrich dem Großen bald wieder aufgelöst und durch ein "Regimente Garde" und ein Kürassierregiment "Garde du Corps" ersetzt. Ab 1813 nahm diese Funktion dann das 1. Regiment Garde zu Fuß ein.

Um als Offizier in dieses Regiment zu gelangen, das als Mindestgröße immerhin 1,82m vorsah, reichte es nicht aus guter Familie zu stammen; man musste "von Familie" sein und auch über genügend finanziellen Rückhalt verfügen.

Nach dem Ende des Kaiserreiches übernahm 1921 das Infanterieregiment 9 in Potsdam die Tradition der alten Preußengarde. Wie zu anfangs erwähnt gehörte der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker diesem Regiment als Hauptmann an. Angesichts der revolutionären Unruhen in Berlin zu dieser Zeit war die Präsenz eines militärischen Machtinstruments zur unmittelbaren Verfügung der Reichsregierung notwendig geworden. Im November 1920 wurde vom Reichspräsidenten Friedrich Ebert die Formierung einer "Wachtruppe" angeordnet. Auftrag war die Sicherung der Reichsregierung und die militärische Repräsentation. Dieser Verband wurde 1937 umbenannt in "Wachregiment Berlin", das nunmehr auf die rein repräsentative Funktion einer militärischen Ehrengarde beschränkt blieb. Das Wachregiment Berlin und das Infanterieregiment 9 gingen beide in den Kämpfen des Zweiten Weltkrieges unter.

Im Zuge der Vorbereitungen zur Aufstellung der Bundeswehr herrschte Übereinstimmung im Bundestag darüber, dass militärische Zeremonielle und Tradition auf ein Minimum beschränkt werden sollten. Trotzdem hieß es in einem Schreiben des Planungsstabes vom 14.10.54, dass diese Gedanken "nicht Anwendung finden auf diejenigen Formen des Truppenzeremoniells, die zu Zwecken der staatlichen Repräsentation entsprechend dem Internationalen Protokoll angewendet werden. Diese Formen sollen von einem besonderen Wachregiment angewandt werden."

Nachdem bereits 1956 erste protokollarische Einsätze durch die in Andernach stationierte Unteroffizierlehrkompanie durchgeführt worden waren, wurde mit Aufstellungsbefehl Nr. 40 vom 16.12.57 das "Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung" (WachBtlBMVg) verfügt. Zunächst als reiner Heeresverband anfangs in Rheinbach, dann Siegburg und schließlich in Berlin stationiert. Ende 1959 kam die Luftwaffenkompanie dazu.

Eine hohe Ehre erfuhr das Bataillon im Mai 1965 durch die Verleihung der ersten Truppenfahne aus der Hand von Bundespräsident Lübke als "äußeres Zeichen gemeinsamer Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Staat."

Um den protokollarischen Geflogenheiten zu genügen, waren die Einsätze mit Soldaten aller Teilstreitkräfte durchzuführen. Für die Marine bedeutete dies, jeweils eine Kompanie für wenige Tage nach Siegburg anreisen zu lassen. Mit der Verlegung einer Inspektion der Küstendienstschule als 4. Kompanie WachBtl in die Brückberg-Kaserne am 28. Juni 1973 war das Wachbataillon komplett für die Wahrnehmung seiner protokollarischen Aufgaben.

Neue Einsatzformen gewährte dem Wachbataillon die Wiedervereinigung Deutschlands. War zuvor selbst ein Einsatz im Westteil Berlin unmöglich, so konnte 1992 erstmals eine protokollarische Ehrung der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 im Bendlerblock erfolgen. Jährlich findet an diesem Tag hier nun das Gelöbnis der Wehrpflichtigen des Wachbataillons statt.



Meine Fragen:

Was haltet ihr von dem Verein?
Warum seh ich im Fernsehen nur GEfreite?


Gruss

waYne Teufel
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 77883 | Verfasst am: 22.11.2005 - 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

tja, es steht ja schon im Artikel, das dieses Bataillon alles ist, was wir noch von (und für!!!) unserm einst so angesehenen militärischen deutschen Brauchtum und Tradition übrig haben! Weinen

4 Kompanie = ca. 450 Mann militärische Tradition! Schreien

Winken

Gruß
Tobias
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jagdtiger
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BeitragBeitrags-Nr.: 124199 | Verfasst am: 14.06.2007 - 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

warum du nur gfreite siehst??

ganz einfach, nach der grundausbildung, 3 monate, erfolgt die vollausbildung, nochmal 3 monate! nach 6 monaten erfolgt die beförderung zum gefreiten und die jungs werden erst nach der vollausbildung eingesetzt! ich war 91 auch in dem verein. 5./ WachBtl BmVg
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DemolitionMan
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BeitragBeitrags-Nr.: 124200 | Verfasst am: 14.06.2007 - 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Heute wird man aber schon nach 3 Monaten Gefreiter und nach 6 Obergefreiter...
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jagdtiger
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BeitragBeitrags-Nr.: 124208 | Verfasst am: 14.06.2007 - 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

das ist ja erschreckend! das, wo doch früher die obergefreiten die stütze der armee waren Haarsträubend
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DemolitionMan
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BeitragBeitrags-Nr.: 124218 | Verfasst am: 14.06.2007 - 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, bei den HGs die ich erlebt hab würd ich sagen sie sind es immer noch. Zwinkern
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