Heeresberichte WK1
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 80674 | Verfasst am: 22.12.2005 - 17:41    Titel: Heeresberichte WK1 Antworten mit Zitat

Cool 1. Der deutsche Heeresbericht:
Eine neue Infanterieschlacht an der Arras-Front
Großes Hauptquartier, 28. April. 1917
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht:
Auf beiden Scarpe-Ufern setzte der Feind die starke Beschießung unserer Stellungen und des Hintergeländes fort. Wir bekämpften mit erkennbarer Wirkung die englischen Batterien.
Bei Monchy brachen gestern vormittag mehrere Angriffe der Engländer vor unseren Linien verlustreich zusammen.
Heute vor Tagesanbruch nahm der Feuerkampf von Loos bis Queant äußerste Heftigkeit an; nach Trommelfeuer ist bald darauf fast an der ganzen Front die Infanterieschlacht neu entbrannt.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz:
Die Kampflage ist bei wechselnd starkem Feuer gleich geblieben. Bei Braye ist ein französischer Angriff gescheitert; bei Hurtebise-Fe. wurden feindlichen Sturmtruppen bei erfolgreicher Abwehr Gefangene und Maschinengewehre abgenommen. Am Brimont und nördlich von Reims schlugen Erkundungsvorstöße des Feindes fehl.
Heeresgruppe Herzog Albrecht:
Keine wesentlichen Ereignisse.
Durch Abwehrfeuer wurden 3 feindliche Flugzeuge, durch Luftangriff 2 Fesselballons abgeschossen.
Östlicher Kriegsschauplatz:
Infolge lebhafter Tätigkeit der russischen Artillerie nahe der Küste, westlich von Luck, am Zlota Lipa, Narajowka und Putna war in diesen Abschnitten auch unser Feuer gesteigert.
Hinter unseren Linien stürzte nach Luftkampf ein russischer Flieger ab.
Mazedonische Front:
Bei Regen und Schneefall in den Bergen nur geringe Gefechtstätigkeit.
Der Erste Generalquartiermeister
Ludendorff. 1)
Auch der dritte englische Durchbruchsversuch mißlungen
Berlin, 28. April, abends. (Amtlich.)
Auf dem Schlachtfeld von Arras ist den Engländern heute zum drittenmal der Durchbruch der deutschen Linien völlig mißlungen. Die bei Tagesanbruch mit starken Massen in 30 Kilometer Frontbreite auf beiden Scarpe-Ufern einsetzenden Angriffe sind sämtlich durch Feuer und im Gegenstoß gescheitert. Von neuem hat der Feind eine schwere Niederlage erlitten, seine Verluste sind sehr groß.
An der Aisne und in der Champagne wechselnd starker Feuerkampf.
Im Osten nichts Wesentliches. 1)

Die dritte blutige Niederlage der Engländer an der Arras-Front
Am 28. April hat der Engländer seine dritte große blutige Niederlage an der Arras-Front erlitten.
Nach den außerordentlich heftigen hin und her wogenden Kämpfen verblieb den Engländern als einziger Erfolg der mit ungeheuren Massen unternommenen dritten Durchbruchsschlacht das von den englischen Granaten zermalmte, in der deutschen Vorstellung gelegene Dörfchen Arleux nördlich der Scarpe, dessen Trümmerstätte die Engländer mit aber Tausenden von Toten und Verwundeten bezahlten. Alle anderen Vorteile, die die Engländer im Verlaufe der heißen Schlacht hatten erringen können, wurden ihnen durch unsere Gegenstöße im Nahkampfe wieder abgenommen. Zum Teil verbesserte unsere Infanterie bei diesen wuchtig geführten Gegenstößen ihre alten Stellungen nach vorwärts. 12 Offiziere und über 400 Mann Gefangene sowie eine Anzahl Maschinengewehre sind bisher gezählt.
Dem Angriff nördlich der Scarpe ging neben mehrstündigem rasenden Trommelfeuer eine starke Vergasung unserer Artillerie voraus. In der Gegend von Avion südlich Lens wurden die englischen Bereitstellungen erkannt und sofort unter Vernichtungsfeuer genommen. Der Angriff wurde an dieser Stelle im Keime erstickt. Der in seine Sturmausgangsgräben dicht massierte Feind erlitt schwere Verluste.
Südlich der Scarpe erfolgten starke feindliche Angriffe von der Scarpe an bis in die Gegend Fontaine. Beiderseits der Straße Arras - Cambrai, wo der Gegner schon in den ersten Schlachttagen ungezählte Opfer liegen ließ, brachen sämtliche mit dichten Massen angesetzte Angriffe schon in unserem Vernichtungs- und Sperrfeuer zusammen. Auch weiter südlich wurden sie trotz wiederholtem Ansturm restlos durch Infanterie- und Artilleriefeuer abgewiesen. Der schwere, gewaltige Artilleriekampf hielt den ganzen Tag über an.
Am späten Abend wurde in der Gegend von Loos ein starkes Auffüllen der feindlichen Gräben erkannt. Der geplante und durch heftiges feindliches Artilleriefeuer vorbereitete Angriff wurde durch unser Vernichtungsfeuer niedergehalten. Von westlich Lens bis in die Gegend Quéant unterhielt der Feind die ganze Nacht hindurch sehr starkes Feuer.
Im Raume von Quentin wurden stärkere feindliche Abteilungen unter blutigen Verlusten abgewiesen. Die Stadt Quentin lag abermals unter schwerstem Feuer.
An der Aisne und in der Champagne an mehreren Stellen starke Artillerietätigkeit.

Erneute Beschießung des Hafens Margate - Luftgefechte vor der flandrischen Küste
Berlin, 28. April.
Am 26. April nachmittags griffen englische Großkampfflugzeuge einige vor der flandrischen Küste kreuzende Torpedoboote und den Hafen von Zeebrügge erfolglos mit Bomben an. Bei den anschließenden Luftgefechten wurde ein englisches Großkampfflugzeug durch einen unserer Seekampfeinsitzer abgeschossen; ein hinzukommendes französisches Flugboot wurde gleich darauf durch unsere Küstenbatterien außer Gefecht gesetzt. Drei Insassen und das Flugboot konnten geborgen werden.
Deutsche Seestreitkräfte führten in der Nacht vom 26. zum 27. April eine Unternehmung gegen die Themsemündung aus. Als sich auf dem Wasser kein Gegner zeigte. wurde der Hafen Margate mit den dazu gehörigen Befestigungsanlagen nachdrücklich beschossen. Die feindlichen Landbatterien erwiderten das Feuer lebhaft, aber erfolglos. Unsere Seestreitkräfte sind ohne Beschädigungen oder Verluste zurückgekehrt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine. 1)

Deutscher Fliegerangriff auf Sulina
Berlin, 28. April. (Amtlich.)
Deutsche Seeflugzeuge haben am 26. April die Hafenanlagen von Sulina erfolgreich mit Bomben beworfen. Starke Brandwirkung im Hafengelände und auf Leichtern wurde beobachtet. Sämtliche Flugzeuge sind trotz heftigen feindlichen Abwehrfeuers wohlbehalten zurückgekehrt. 1)

Der österreichisch-ungarische Heeresbericht:
Kein Ereignis von Belang
Wien, 28. April.
Amtlich wird verlautbart:
Keine Ereignisse von Bedeutung.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Heeresbericht ÖsterreichWien, 1. August 1917
Nichts von Belang.
1. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 2. August
Die Lage ist unverändert. In den Dolomiten wurde östlich des Siefsattels der Angriff von zwei italienischen Kompagnien abgewiesen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See:
Am 1. August um 7½ früh brach ein Geschwader von 14 italienischen Großkampfflugzeugen über Pirano nach Istrien ein. Linienschiffsleutnant Banfield stieg in Triest mit einem Seeflugzeug auf, verfolgte das feindliche Geschwader über ganz Istrien, erreichte dessen Gros - sieben Caproni - über Fiume in 2700 Meter Höhe und schoß ein Großkampfflugzeug ab. Führer tot. Zwei Beobachter gefangen. Banfield und sein Flugzeug blieben unversehrt.
Das italienische Unterseeboot "Giacinto Pullino" fiel in der nördlichen Adria in unsere Hände und wurde fast ganz unbeschädigt nach Pola geschleppt. Die gesamte Bemannung, bestehend aus 3 Offizieren und 18 Mann, wurde unverwundet gefangengenommen.
Flottenkommando.
Erfolgreiche See- und Luftgefechte in der Adria
Wien, 3. August
Bei erfolgreichen kleineren Unternehmungen wurden gestern im Borcolaabschnitt 140 Italiener, darunter 2 Offiziere, gefangen, 2 Maschinengewehre erbeutet. Auf den Höhen südwestlich Paneveggio wurden am 1. August wieder zwei italienische Bataillone unter den schwersten Verlusten zurückgeschlagen.
Sonst keine besonderen Ereignisse.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See:
Eine Gruppe unserer Torpedofahrzeuge hat am 2. August morgens militärische Objekte in Molfetta beschossen; ein Flugzeughangar wurde demoliert, eine Fabrik in Brand geschossen, eine andere beschädigt; bei der Rückkehr hatten diese Torpedofahrzeuge und der zu ihnen gestoßene Kreuzer "Aspern" ein kurzes Feuergefecht mit einer aus einem Kreuzer und sechs Zerstörern bestehenden feindlichen Abteilung. Nachdem unsererseits Treffer erzielt worden waren, wendeten die feindlichen Einheiten nach Süden ab und verschwanden. Unsere Einheiten kehrten unversehrt zurück.
In den Morgenstunden desselben Tages wurden fünf feindliche Landflugzeuge, welche über Durz (Durazzo) Bomben abgeworfen hatten, ohne irgendeinen Schaden anzurichten, von den dort sofort aufgestiegenen Seeflugzeugen verfolgt. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde einige Seemeilen südlich Durz (Durazzo) durch eines unserer Seeflugzeuge (Führer: Seefähnrich von Fritsch, Beobachter: Seefähnrich Sewera) zum Absturz gebracht und, nur leicht beschädigt, erbeutet. Von den beiden Insassen, welche die Flucht ergriffen hatten, wurde später ein Offizier von unseren Truppen gefangen.
Torpedofahrzeug „Magnet" wurde am 2. August vormittags von einem feindlichen Unterseeboot anlanciert und durch einen Torpedotreffer am Heck beschädigt. Hierbei wurden 2 Mann getötet, 4 verwundet; 7 Mann werden vermißt. Das Fahrzeug wurde in den Hafen eingebracht.
Flottenkommando.
Wien, 4. August
Die Lage ist unverändert. In mehreren Abschnitten der Isonzofront entwickelte die feindliche Artillerie gestern eine lebhafte Tätigkeit.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.


Michael1
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 87787 | Verfasst am: 25.02.2006 - 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Großes Hauptquartier, 11. Juli 1916

Westlicher Kriegsschauplatz:
Zwischen Ancre und Somme setzten die Engländer nachmittags und nachts starke Kräfte zum Angriff in breiter Front beiderseits der Straße Bapaume-Albert an. Nordwestlich der Straße wurden sie zusammengeschossen, ehe es zum Nahkampf kam, östlich der Straße entspannen sich heftige Kämpfe am Südrande des Dorfes Contalmaison und des Waldes von Mametz. Die wiederholten Versuche des Feindes, das Wäldchen von Trônes wieder in die Hand zu bekommen, scheiterten unter großen blutigen Verlusten für ihn und unter Einbuße von etwa hundert Gefangenen.
Südlich der Somme wurde der Ansturm von Negerfranzosen gegen die Höhe von La Maisonnette mit überwältigendem Feuer empfangen; einzelne Neger, die bis zu unseren Linien vordrangen, fielen unter den deutschen Bajonetten oder wurden gefangengenommen. Bei dem gestern berichteten Gegenangriff auf Barleux blieben fünf Offiziere, hundertsiebenundvierzig Mann gefangen in unserer Hand.
Die Artillerietätigkeit war im ganzen Kampfabschnitt bedeutend, unser Sperrfeuer unterband alle Angriffsabsichten des Feindes zwischen Belloy und Soyecourt.
Im Maasgebiet fanden sehr lebhafte Artilleriekämpfe statt.
Auf der übrigen Front stellenweise gesteigertes Feuer und mehrere ergebnislose Gasangriffe. Patrouillen und Erkundungsabteilungen unserer Gegner zeigten große Rührigkeit; sie wurden überall abgewiesen.
Bei Leintrey (Lothringen) drang eine deutsche Abteilung nach einer umfangreichen Sprengung in die stark beschädigten französische Stellung ein und nahm sechzig Mann gefangen; auch südlich von Lusse wurden von einer Patrouille Gefangene gemacht.
Bei sehr reger Fliegertätigkeit ist es zu zahlreichen Luftgefechten gekommen, in denen der Feind an der Somme und westlich von Vouziers je zwei Flugzeuge verlor. Außerdem ist ein englischer Doppeldecker bei Courcelette (an der Straße Bapaume-Albert) durch Abwehrfeuer heruntergeholt.
Östlicher Kriegsschauplatz:
An der Front von der Küste bis Pinsk keine besonderen Ereignisse. Bei Pinsk Ruhe. Die russische Veröffentlichung über die Räumung der Stadt ist frei erfunden. Gegen die Stochodlinie lief der Gegner an vielen Stellen vergeblich an, mit stärkeren Kräften bei Czerewiszcze, Hulewicze, Korsyni, Janowka und beiderseits der Bahn Kowel-Rowno. Bei Hulewicze wurde er durch kräftigen Gegenstoß über seine Stellung hinaus zurückgeworfen. Er büßte in diesen Kämpfen über 700 Gefangene und drei Maschinengewehre ein.
Unsere Fliegergeschwader haben Truppenausladungen bei Horodzieja (Strecke Baranowitschi- Minsk) ausgiebig mit Bomben belegt und ihre Angriffe auf russische Unterkunftsorte östlich des Stochod wiederholt.
Im Luftkampf wurde je ein feindliches Flugzeug bei Worontscha (westlich von Zirin) und westlich Okonsk abgeschossen.
Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer hatte ein Jagdkommando ein günstiges Gefecht südlich des Waldes von Burkanow und hat einige Dutzend Gefangene eingebracht.
Balkankriegsschauplatz:
Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.


Fred Winken
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