Bombardierung von Städten
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4 ... 15, 16, 17  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Hoover
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.05.2004
Beiträge: 7876
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 82079 | Verfasst am: 03.01.2006 - 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hier wird mit Worten wie Verbrechen und Terror umhergeworfen, aber niemand regt sich darüber auf, warum dieses denn nötig wurde. Wenn Land A mit einem Land B im Krieg ist, welches selber auf Konventionen und Moral keinen Pfenning goibt, dann wird sich Land aller Mittel bemächtigen und bedienen, um den Krieg zu gewinnen. Für die Alliierten war bis 1944 die Luftwaffe das einzige Instrument, um gegen Deutschland loszuschlagen. Im Totalen Krieg ist jedes Mittel recht. Moral mag hier ein Gespenst sein.

Zitat:
Ob die Versorgung mit Konsumgütern so viel von den Luftangriffen und nicht viel eher von der Umstellung auf den 'totalen Krieg', der nunmal Kanonen forderte, wäre interessant zu untersuchen.


Es wurde anhand der gesteigerten PÜroduktion in der 2. Hälfte 1944 gezeigt, dass die Bombenangriffe wirkungslos waren. Ich sage, dies ist falsch. die gesteigerte Produktion wurde erreicht durch Verlagerung und Umstellung der Produktion auf Kosten der Zivilwirtschaft.

Wenn man die Gesamtmenge sieht, welche für die Abwehr der Angriffe aufgewendet wurde, so waren die Angriffe in diesem Punkt erfolgreich. Ich habe irgendwo die zahlen, was an Geschützen, Personal und Munition für die heimatflak aufgebracht wurde. Diese rieseigen Zahlen konnten nicht an der Front genutzt werden. Und die Moral war stellenweise am Boden. Ich habe die Berichte eines Oberleutnants der Feuerschutzpolizei aus Hamburg, wo es gut nachzulesen ist. die ´Großstädte waren am Ende, nur die deutsche Kadavergehorsam und der Durchhaltewillen der Einzelnen hat Paniken oder Meutereien verhindert.

Ich verurteile die Angriffe nciht, weil ich es an Stelle der Alliierten vermutlich genauso gemacht hätte. Moral hin oder her.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
stefan w
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82087 | Verfasst am: 03.01.2006 - 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Hoover
Zitat:
Hier wird mit Worten wie Verbrechen und Terror umhergeworfen, aber niemand regt sich darüber auf, warum dieses denn nötig wurde. Wenn Land A mit einem Land B im Krieg ist, welches selber auf Konventionen und Moral keinen Pfenning goibt, dann wird sich Land aller Mittel bemächtigen und bedienen, um den Krieg zu gewinnen. Für die Alliierten war bis 1944 die Luftwaffe das einzige Instrument, um gegen Deutschland loszuschlagen. Im Totalen Krieg ist jedes Mittel recht. Moral mag hier ein Gespenst sein.

Verbrechen / Terror ist Verbrechen / Terror egal ob es von US-Amerikaner oder Deutschen, Russen, Engländern, Japaner oder sonstwem durchgeführt wird.
Ein Verbrechen wird nicht besser wenn von "guten" Staaten mit "rechtschaffenen" Absichten ausgeführt wird.
Es wird nicht schlechter wenn es von "kommunisten" oder "nazis" ausgeführt wird.

Dazu kommt wenn man sich die Menschenrechtsbilanz der "guten" Staaten wie USA oder GB ansieht, naja Prost.


Die USA hat zb nach dem span. -amerikanischen Krieg die Phillipinen und Kuba besetzt. Die Bevölkerung auf den Phillipinen haben sich dagegen gewehrt, US-Massaker dort (das mein ich im Ernst) kosteten über 150000 Philipinos das Leben. Den Japanern wird vorgeworfen im 2.wk brutal geherrscht und Kriegsgefangene behandelt zu haben. Was ja auch stimmt. Dafür wurden, nach dem Krieg, über 1000 jap Offiziere und "Verantwortliche" gehängt. Allerdings war die USA kaum besser, ähnliche Maßstäbe (wie in den jap. Kriegsverbrecherprozessen) an die US-Soldaten angelegt hätte auch hier erhebliche Todesopfer gefordert. Noch schlimmer wird es nach dem 2.wk. JEDER einzelne US-Präsident hätte nach den Standarts der Nürnberger (oder auch Tokioer) Kriegsverbrecherprozesse hingerichtet werden müssen. JEDER einzelne.

Die britische Terror-Bilanz in Indien ist noch verheerender als die US-Bilanz vor dem 2.wk.
Die Briten haben nach dem 1.wk im Nahen Osten aufständische moslemische / arabische aus der Luft mit Giftgas "polizeilich" behandelt. Führender Verfechter dieser Polizeiaktionen war Churchill. Die geht aus veröffentlichten britischen Akten hervor.

Tatsache ist das in unserer westlichen Zivilisation jeder als Terrorist bezeichnet wird der sich gegen die Mission (oder wirtschaftlichen Ziele) der Westmächte wehrt. Er ist ein Verbündeter wenn er sich diesen Zielen beugt, egal was dies für die Bevölkerung des Landes bedeutet. Verbrecher wie Saddam werden dann als "moderat" bezeichnet, falls sie es wagen ihre Politik zu ändern (eigene Wege zu gehen) werden sie plötzlich zu den Verbrechern die schon vorher waren.

gruß
st
Nach oben
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82092 | Verfasst am: 04.01.2006 - 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

stefan w hat Folgendes geschrieben:

Aber was sagte die dt. Haltung 39 / 40??

Dienstvorschriften schön und gut, aber
Man wägt ab, dann wird Warschau in einer für den polnischen Krieg sinnlosen Phase bombardiert.
Man wägt ab, wird über England im Tagesinsatz gerupft/bzw. kommt nicht zum gewünschten Ergebnis, dann gehts an die Städte.
Wir hatten uns schon darauf geeinigt, dass die "Aufrechnungslage" keine Basis ist. Die Bombardierungen deutscher Städte in der gleichen Zeit sind also kein Argument und hatten eine andere Qualität als das "wir werden ihre Städte ausradieren" (aber das ist schon wieder eine Abwägung

stefan w hat Folgendes geschrieben:

Allerdings kamen dein folgender Absatz
thomas hat Folgendes geschrieben:
Die bedingungslose Gefolgschaft bei der Überziehung des Kontinents mit Massenmorden und der von Deutschland begonnene Vernichtungskrieg im Osten lassen das Ende konsequent erscheinen, weil man den Besiegten (zwar nicht die Kollektivschuld, zusprechen, aber) die Berechtigung zu einer Moraldiskussion über die "angemessene" Kriegführung zur Niederlage Deutschlands hin absprechen kann.

Es spielt aber auch eine Rolle, was Deutschland in Europa angerichtet hatte, auch die millionenfachen Morde schwingen da mit, platt gesagt zum Reinbomben in die bedingungslose Kapitulation ohne jede Rücksicht auf (zivile) Verluste. Das am Ende eines solch barbarischen Krieges jede zivilatorische Zurückhaltung fehlt, ist nachvollziehbar und zugleich vom moralischen Standpunkt aus verwerflich, auch ohne die Frage nach den ersten Bombardierungen zu stellen.

bei eben so an.


Lies genau: Fragend
Meine "moralischen" Betrachtungen bezogen sich ausschließlich auf die Perspektive des Rückblicks (vgl. die Tempi: Gegenwart!)

Gilt auch für Dein nächstes Zitat. Präsenz! und "läßt sich denken"
So schwer? Die zivilrechtliche Notwehrlage war plakativ für die völkerrechtliche Lage angeführt. Der Schützengraben war nicht gemeint Grins


stefan w hat Folgendes geschrieben:

ja, was aber natürlich auch für alle anderen gilt (ohne dir etwas unterstellen zu wollen).
oder??

Wieso diese Frage, das hast Du richtig verstanden, Zwinkern in dieser schwierigen Diskussion: "Wir"!

Gruß
Thomas
Nach oben
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23785
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 82096 | Verfasst am: 04.01.2006 - 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

So , meine werten Freunde , da hier schon wieder die Gefahr besteht , das sich das Ganze in einer Endlosdiskussion verzettelt , gestatte ich mir noch mal ein paar Anmerkungen ....

- Erstmal etwas grundsätzliches vorneweg : Terror läßt sich nicht durch Terror rechtfertigen , ebensoweng wie Verbrechen mit Verbrechen !

- Ich htte mich bewußt auf eine gewisse Zeitperiode bezogen , nämlich die letzten Kriegsmonate mit ihren schwersten Bombenangriffen ! Denn ich habe irgendwie geahnt , was dann diesbezüglich an Argumenten kommen würde Zwinkern Seien wir doch mal ehrlich und verstecken uns nicht hinter althergebrachten Rechtfertigungen ...

Die Heimatflak was , so sie denn nicht ortsfest war , schon längst an der Front im Erdkampfeinsatz ( oder bei Selbigem vernichtet Rollene Augen ) ; die Feuerschutzpolizei ( interessantes Thema an sich , könnte sich ja mal jemand die Mühe machen , mehr drüber zu schreiben Zwinkern ) , nun ja , hatte ihre Bindung in den Städten ab Februar 1945 noch irgendeine kriegswichtige Relevanz ? Die Produktion , die man ja angeblich stoppen wollte , sie nützte zu dem Zeitpunkt nix mehr , der Feind stand auf dt. Gebiet , die Transportwege waren zerschlagen ( und die Feindlagebearbeiter des Gegners wußten des verdammt gut Zwinkern ) . Fällt also für die Argumentation ebenfalls flach . Das man die Transportwege nicht nachhaltig zerstören sollte , wenn man später mit den eigenen vollmotorisierten Truppen nutzen muß , nun , die Lektion hätte man alliierterseits bereits aus Frankreich 1944 lernen müssen ...

Insofern ich für mich das Fazit ziehe ( ohne damit irgendwelche Vergleiche oder AUfrechnungen heraufzubeschwören ) , das wenn man die Angriffe 1945 nüchtern und emotionslos betrachtet , sie letztendlich nur als sinnloses dahinmorden bezeichnen kann . Denn die "Rechtfertigungen" erweisen sich letztendlich doch nur als "Luftbuchungen" ...

Winken

Jan-Hendrik

P.S:Und nehmt Euch bitte einen guten Vorsatz fürs neue Jahr ( Jan-Hendrik zuliebe Zwinkern ) , vermeidet doch bitte einen derart exzessiven Gebrauch der Zitierfunktion !
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82127 | Verfasst am: 04.01.2006 - 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jan-Hendrik,

vom moralischen Standpunkt und aus einer Schuldbeurteilung heraus stellt der Bombenkrieg in der von Dir genannten Phase des Krieges für sich genommen ein Verbrechen dar, keine Frage. Es ist nicht offiziell verurteilt worden, geschichtlich war und ist das wohl meistens so, vae victis. Und es gab 1945 auch keine ernstzunehmenden militärischen Gründe dafür.

Nun sind diese Bombenangriffe aber keine singulären Ereignisse, sondern fanden in einem nicht beendeten Krieg statt, der eine industriealisierte Brutalisierung ohne Beispiel und eine Gewalteskalation in Linie von 1939 bis 1945 aufweist. Sie richteten sich gegen den (schon feststehenden) "Unterlegenen", auch richtig. Insofern liegt das alttestamentarische Vergeltungsprinzip näher als "Mitleid" mit der geschlagenen Nation, oder das Bestreben, den Krieg mit Rücksicht zu beenden. Was/Wer sollte denn hier (1945) maßregelnd noch eingreifen, und das soll nicht als Aufrechnung/Rechtfertigung, sondern als Beschreibung der Geschehnisse verstanden werden.

Grüße
Thomas Winken
Nach oben
stefan w
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82135 | Verfasst am: 04.01.2006 - 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Thomas
** Warschau war eine Festung und es fanden Bodenkämpfe statt. Also durchaus nicht unbedingt sinnlos.
**
Zitat:
...England...Tagesinsatz...

das ist schon derart verkürzt das es kaum noch kürzer geht. Da bin ich von dir doch erheblich mehr Differenzierungen gewöhnt.
** "Aufrechnung---Wo liest er das nur.

Zitat:
Lies genau:
Meine "moralischen" Betrachtungen bezogen sich ausschließlich auf die Perspektive des Rückblicks (vgl. die Tempi: Gegenwart!)

Gilt auch für Dein nächstes Zitat. Präsenz! und "läßt sich denken"
So schwer? Die zivilrechtliche Notwehrlage war plakativ für die völkerrechtliche Lage angeführt. Der Schützengraben war nicht gemeint

Keine Ahnung Schreien
Krank
Peace
vielleicht sollte sich Thomas seine eigenen Bemerkungen (Punkte 1-3) TATSÄCHLICH auch zu Herzen nehmen und das: "kam bei mir so an" nicht zu hoch hängen. Schließlich ist darin weder Wertung noch Verantwortlichkeit (für das Mißverständnis) enthalten.
Zitat:
Gilt auch für Dein nächstes Zitat. Präsenz! und "läßt sich denken"
So schwer? Die zivilrechtliche Notwehrlage war plakativ für die völkerrechtliche Lage angeführt. Der Schützengraben war nicht gemeint Grins

Im Völkerrecht gab (gibt) es ein Notwehrrecht??? Das wäre mir neu. Aber zeige mir die entsprechenden Absätze dann wer ich dir es glauben.
Zitat:
Wieso diese Frage, das hast Du richtig verstanden, Zwinkern in dieser schwierigen Diskussion: "Wir"!

Lachen Man kann das "Wir" auch durchaus manipulativ gebrauchen.

@jan-hendrik
seh ich auch so

gruß
st

und
@thomas deine Zeilen von heute 12:52
Zitat:

Es ist nicht offiziell verurteilt worden, geschichtlich war und ist das wohl meistens so, vae victis. Und es gab 1945 auch keine ernstzunehmenden militärischen Gründe dafür.

Es ist offiziell verurteilt, aber nicht geahndet worden.

Deine nächsten Zeilen zeigen die "normale" westliche Sichtweise.
Du unterstellst eine "normale" kriegerische Gewaltspirale.
Diese war und ist eben nicht "normal".
Es gab und gibt Kriegsgesetze an die sich ALLE Staaten halten mußten. Es liegt in der Verantwortung von hohen Politikern / Juristen und Militärs diesen bis zu den Kampfeinheiten diesen Kriegsgesetzen Macht zu verleihen.
Es gab deutsche Kriegsverbrechen--diese waren aber nicht der Auslöser / Rechtfertigung etc. für eskalierende britische Bombardements. Das hatten wir ja schon.
Richtiger das Gegenteil, in der us-+ britischen Bomberdoktrin waren Terrorbombardements als Hauptbestandteil vorgesehen und wären auch bei einer anderen deutschen Regierung (wie auch ohne dt. Kriegsverbrechen) ausgeführt worden.
Weiter ist zu beobachten das in den europäischen Kriegen (zb Napoleon aber auch noch im Friedenschluß von Brest-Litowsk) eben das "alttestamentarische Vergeltungsprinzip" NICHT Grundlage von militärischen / politischen Planungen waren. Dieses kann allerdings bei anglo-amerikanischen Kriegen IMMER beobachten.
Ich denke wir sehen nicht eine "normale" kriegerische Gewaltspirale, die es in allen Kriegen gegeben haben soll (was falsch ist) sondern eine Eigenart der westlichen, noch genauer britisch-US-Kriegsführung, ist.
Nach oben
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82154 | Verfasst am: 04.01.2006 - 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan,

meine vorletzter post hatte nur korrigierende Funktion um zu vermeiden, andere Schlüsse hineinzulegen. Also kein Grund zur Aufregung. Vielleicht können wir uns ja einmal auf eine Auslegung als Leistung mittlerer Art und Güte analog § 243 BGB Zwinkern einigen (um vorzubeugen: dort stets nichts zur Auslegung von Texten Grins ). In diesem Sinne also der Reihe nach:

Die Notwendigkeit der Bombardierung Warschaus - Festung hin oder her - sehe ich nicht in dem Stadium des Krieges. Wenn Du das vom militärischen Standpunkt aus für begründet ansiehst, ist das eben eine andere Sichtweise. Zwischen "nicht unbedingt sinnlos" und "sinnlos" gibt es sicher auch Zwischenstandpunkte, z. B. vermeidbar.

Bezüglich Luftkrieg gegen England habe ich den Übergang von den Angriffen auf Flugplätze etc zu den nächtlichen Städtebombardierungen (mit innerstädtischen Kriegszielen) angesprochen als Teil der kriegerischen Eskalation (das es eine war, ist wohl selbst von AH so gesehen worden, Vorbehaltsbefehl). Die Verkürzung sollte also kein Problem sein.

Notwehrlage/Völkerrecht: deshalb mein Zusatz "plakativ", weil so nicht übertragbar. Dein Hinweis auf "manipulatives wir" verstehe ich nicht. Das Thema kann juristisch, moralisch oder historisch-deskriptiv bearbeitet werden (ggf. auch noch politisch, ohne dies nun von den vorgenannten drei Bereichen abgrenzen zu wollen)

Ich unterstelle für WKII keine "normale" kriegerische Gewaltspirale (daher bei mir: "ohne Beispiel"). Das "Auge um Auge" aus der eigenen (auch falschen) Sichtweise des Siegers ist keine angelsächsische Erfindung. Richtig ist dagegen, dass es auch kluge Politiker gab, die Friedensschlüsse "gewinnen" konnten, damit auch stabilisieren konnten, durch angemessene Kriegsbeendigung. Ich unterstelle/unterstellte auch keine "normale" Gewaltspirale für alle übrigen Kriege.

Grüße
Thomas Winken
Nach oben
stefan w
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82164 | Verfasst am: 04.01.2006 - 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas
Bombardierung Warschaus
tja, welche Bombardierung war/ist nicht vermeidbar. Ich halte diese im Falle Warschau noch "gerechtfertigter" als die Alliierten Bomb... des Jahres 1945. Warschau band erheblich Truppen die im Westen benötigt wurden.

Die GB / US-Ziele des Jahres 1945 banden nichts.

a.) waren die dt. Städtebombardierungen als Replik zu den RAF-Bombardierungen (auch wenn sie wenig Schäden verursachten) deutscher Städte gedacht. Sie sollten die Engländer zwingen diese einzustellen und waren damit den damaligen Kriegsgesetzen gedeckt.
b.) wurden zwar Ziele in Städten angegriffen, aber auch hier wurden Kriegswirtschaftliche Ziele getroffen (auch laut Aussage der britischen Seite).
c.) es keine "unvermeidliche" Eskalation sondern eine Fehleinschätzung von Göring / Hitler. Die Lw-Generäle waren eher dagegen.

Zitat:
Das "Auge um Auge" aus der eigenen (auch falschen) Sichtweise des Siegers ist keine angelsächsische Erfindung.

keine angelsächsische Erfindung---richtig, man kann diese allerdings bei praktisch allen Kriegen dieser Staaten beobachten.

gruß
st
Nach oben
Hoover
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.05.2004
Beiträge: 7876
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 82190 | Verfasst am: 04.01.2006 - 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Trotzdem seht ihr die bombardierungen mit heutigen Augen. Das ist aber nur ein Teil, denn die damalige Situation sah nun anders aus.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82213 | Verfasst am: 04.01.2006 - 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan,

hast Du zu der von Dir angegebenen Truppenbindung um Warschau nähere Informationen? Anläßlich des threads zu Franreich 1939 hatte ich mir mal die deutschen PD und leichten Divisionen angesehen. Die wurden jedenfalls überwiegend in aller Gemütsruhe erst mal in ihre Garnisionsquartiere aus Polen zurück verlegt, von einer Hektik, bei der es auf 2-3 Tage für die Westverlegung ankommt, ist da nichts zu finden.

Zu den Bombardierungen der englischen Städte: natürlich ging es "auch" um die kriegswirtschaftlich wichtigen Ziele. Ein Aspekt war aber die Demoralisierung der Bevölkerung, wie die peniblen laufenden deutschen Auswertungen über die verbleibende Kriegsmoral der englischen Bevölkerung während der Bombenangriffe belegt. Es gibt dazu entliche Einträge in den Kriegstagebüchern der SKL - Luftlage und Großbritannien - (TB der Luftwaffe ist ja wohl nicht verfügbar), wo diese Berichterstattung wiedergegeben wird. Wären mehr Kampfflieger verfügbar gewesen für die Einsätze - was hätten die wohl gemacht?


@Hoover,

für die Bombardierungen 1945 lagen den Allierten wohl genügend Informationen vor, oder? Diese hatten keinen rationalen und rein militärischen Hintergrund mehr, wie von Jan-Hendrik auch schon gesagt wurde. Anders sicherlich die Beurteilungen bis 1944.

Grüße
Thomas Winken
Nach oben
frank
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 07.08.2004
Beiträge: 1446
Wohnort: Düsseldorf

BeitragBeitrags-Nr.: 82215 | Verfasst am: 04.01.2006 - 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

@Thomas

Wären mehr Kampfflieger verfügbar gewesen für die Einsätze - was hätten die wohl gemacht?

Mehr Städte zerstört.


frank
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82217 | Verfasst am: 04.01.2006 - 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Genau! Zwinkern
Nach oben
Kai
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 09.07.2004
Beiträge: 672
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 82218 | Verfasst am: 04.01.2006 - 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:
Hier wird mit Worten wie Verbrechen und Terror umhergeworfen, aber niemand regt sich darüber auf, warum dieses denn nötig wurde.


Die Begrifflichkeiten Terror und Verbrechen sind zwar hart, aber angebracht.


terror (Lat.; vom Verb terrere, ableitet vom griechischen τρε̃ιν) ist die absolut beste Vokabel um den Charakter der meisten britischen Luftangriffe sowie der amerikanischen später zu bezeichnen.
terror nämlich ist die Angst vor der Macht des auswärtigen Feindes, genau eben jene Art von Angst, die intendiert war.


Ein Verbrechen begeht man beim bewussten Töten (nicht Morden!) von Nonkombattanten. Dieser Tatbestand dürfte ebenso unbestreitbar vorhanden sein.
Die Bombardierung von Städten ist dann gestattet, wenn sie belagert wird. Von 'verteidigten' Städten steht in der HLKO nichts - weil sich zum Zeitpunkt des Aufsetzens niemand denken konnte, wieso man eine nicht-belagerte Stadt verteidigen sollte.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 82233 | Verfasst am: 04.01.2006 - 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kai!

Zur Ergänzung:
Artikel 22 HLKO
Die Kriegführenden haben kein unbeschränktes Recht in der Wahl der Mittel zur Schädigung des Feindes. (siehe Artikel 23)

Artikel 25 HLKO:
Es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei. anzugreifen oder zu beschießen.

Allgemein:
Die Interpretation des Völkerrechts bis 1945 wertete (in Unkenntnis?) solche Flächenbombardements verteidigter (nicht offener) Städte nicht als Kriegsverbrechen, daher auch die Neuregelung 1949.

Statt "bewußtem Töten" würde ich besser von "vorsätzlichem Töten" als "Meucheln" im Sinne der HLKO reden. Mord ist eine strafrechtliche Kategorie, bei der ein niedriges Motiv des Täters hinzutreten muss.

Grüße
Thomas Winken
Nach oben
Kai
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 09.07.2004
Beiträge: 672
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 82238 | Verfasst am: 04.01.2006 - 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, richtig... ich sehe bei den Angriffen der Engländer - die eben bewusste Zivilisten anvisierten - keinen Mord. Denn es war kein niederes Motiv vorhanden, sondern zumindest zu Beginn der Glaube, dass man damit den Krieg beenden könne.

("vorsätzlich" war der Begriff, der mich nicht eingefallen ist Zwinkern )
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4 ... 15, 16, 17  Weiter
Seite 3 von 17

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.