Großer Kreuzer Blücher
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BeitragBeitrags-Nr.: 82257 | Verfasst am: 04.01.2006 - 21:35    Titel: Großer Kreuzer Blücher Antworten mit Zitat

Hallo!


Die Blücher wurde während der Doggerbank-Schlacht versenkt. Sie war an diesem Tag als "Ersatz" im Schlachtkreuzer-Verband dabei, der auf die englische Schlachtkreuzer-Gruppe stieß.

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, ein wesentlich langsameres Schiff mit unterlegenem Kaliber 20,3cm dem Schlachtkreuzer-Aufklärungsverband zuzuteilen?

Grüße
Thomas Winken
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BeitragBeitrags-Nr.: 82356 | Verfasst am: 05.01.2006 - 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

die Geschwindigkeit der Blüher nicht soooo viel kleiner.

26 vs 28 Knoten. Geht noch.

mfg

alex
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BeitragBeitrags-Nr.: 82379 | Verfasst am: 05.01.2006 - 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Huch!

Das hätte ich mir als Abstand größer vorgestellt. Die 2 Knoten können aber bei einer Verfolgung des Verbandes wichtig werden.


Grüße
Thomas Winken
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BeitragBeitrags-Nr.: 82387 | Verfasst am: 05.01.2006 - 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso?

Die engl. Schlachtkreuzer waren sowieso schneller, die Schlachtschiffe sowieso langsamer...


mfg

alex
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mainlu
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BeitragBeitrags-Nr.: 82425 | Verfasst am: 06.01.2006 - 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
hier mal etwas zur Blücher:

Blücher

Als im Jahre 1906 nach englischem Vorbild auch die anderen Seemächte zum Bau von Großkampfschiffen (DREADNOUGHT-Typ) übergingen, genügten die bisherigen Großen Kreuzer bzw. Panzerkreuzer nicht mehr den Anforderungen. Die deutsche Marineleitung konnte sich jedoch noch nicht zum Bau eines großen Schlachtkreuzers entschließen, weil man noch der Ansicht war, daß ein Gefecht von Kreuzern gegeneinander durch ein Massenfeuer der Artillerie entscheiden werden würde. Infolgedessen entstand in der Kaiserlichen Marine mit der Inbaugabe des Großen Kreuzers BLÜCHER ein Übergangstyp zwischen Panzerkreuzer und Schlachtkreuzer.
Der Große Kreuzer BLÜCHER wurde am 1.9.1909 in Dienst gestellt. Wegen seiner zahlreichen Bewaffnung mit Geschützen unterschiedlichen Kalibers wurde BLÜCHER 1911 der Schiffsartillerieschule als Schulschiff zugewiesen. In den Jahren 1913/14 wurde der Große Kreuzer umgebaut und erhielt hierbei als erstes Schiff der Kaiserlichen Marine einen Dreibein-Gefechtsmast. Zu Beginn des I. Weltkrieges war BLÜCHER wieder dienstbereit und stieß zur I. Aufklärungsgruppe, dem Schlachtkreuzer-Geschwader der Hochseeflotte. Mit diesem Verband nahm das Schiff am 16.12.1914 an der Beschießung des englischen Hafens Hartlepool teil, wobei es vier Granattreffer von englischen Küstenbatterien erhielt. Am 24.1.1915 unternahm der Aufklärungsverband unter dem Befahl von Konteradmiral Hipper mit den Schlachtkreuzern SEYDLITZ; MOLTKE; DERFFLINGER und dem Großen Kreuzer BLÜCHER einen Vorstoß gegen die Doggerbank. Hierbei kam es zum Gefecht mit englischen Schlachtkreuzern unter Vice Admiral Beatty, dem sogenannten Seegefecht an der Doggerbank, BLÜCHER, ältestes, schwächstes und zudem noch langsamstes Schiff des deutschen Schlachtkreuzerverbandes, wurde von den überlegenen englischen Schiffen zusammengeschossen und versank kenternd in der Nordsee.


Technische Daten

Stapellauf: 11.4.1908
Bauwerft: Kaiserliche Werft, Kiel
Wasserverdrängung standard: 15.842 t
Wasserverdrängung maximal: 17.500 t
Besatzung: 853 Mann
Länge: 161,8 m
Breite: 24,5 m
Tiefgang: 8,84 m
Maschinenleistung: 43.886 PS
Geschwindigkeit: 25,8 kn
Bewaffnung: zwölf 21-cm-Kanonen in Doppeltürmen; acht 14-cm-Kanon
en in Kasematten; sechzehen 8,8-cm-Kanonen; vier 45-cm-
Torpedorohre unter Wasser ( 1 Heck-, 1 Bug-, 2 Seiten-
Rohre).


uwys
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Fox M
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BeitragBeitrags-Nr.: 84925 | Verfasst am: 29.01.2006 - 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

habe ebend mal etwas gegoggelt und folgenden Text gefunden...


"Im Gefecht auf der Doggerbank gehörte Blücher zu dem von Vizeadmiral Franz von Hipper geführten Flottenverband, welcher am Morgen des 24. Januar 1915 von überlegenen britischen Seestreitkräften zum Kampf gestellt wurde. Die fünf britischen Schlachtkreuzer konzentrierten ihr Feuer ausschließlich auf Blücher, die langsamer als die anderen Einheiten war und daher den Schluss des sich zurückziehenden deutschen Verbandes bildete. Die eigentliche Ursache für die britische Konzentration auf Blücher lag allerdings im britischen Signalsystem. Das auf dem Flaggschiff HMS Lion gehisste Signal wurde von den Kommandanten der nachfolgenden Schlachtkreuzer so interpretiert, dass das Feuer auf das letzte Schiff konzentriert werden sollte. Dies erschien zwar unsinnig, wurde aber widerspruchslos und ohne Nachfrage ausgeführt. Tatsächlich hatte Admiral Beatty signalisiert, dass das Feuer auf alle gegnerischen Schiffe verteilt werden sollte. Um 11:30 Uhr erhielt die Blücher einen schweren Treffer, wodurch die Geschwindigkeit auf 17 Knoten sank. Admiral Hipper musste Blücher ihrem Schicksal überlassen, weil Hilfsversuche nur weitere Schiffe der Vernichtung ausgesetzt hätte.

Untergang der "Blücher"Blücher wurde von vier der fünf britischen Schlachtkreuzern unter schweres Feuer genommen und schließlich um 13:13 Uhr mit Torpedos versenkt. 792 Besatzungsmitglieder starben, 260 wurden gerettet und kamen in britische Kriegsgefangenschaft."

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/SMS_Bl%C3%BCcher#Gro.C3.9Fer_Kreuzer_Bl.C3.BCcher

also wenn ich das so lese, habe die Deutschen nicht gerade den Kampf gesucht...
auch das die deut. 21cm Geschütze zuklein waren stimmt wohl so nicht, sie waren den engl. 23,3cm Geschützen ebenbürtig bzw. sogar überlegen...


mfG

Maik
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BeitragBeitrags-Nr.: 85468 | Verfasst am: 05.02.2006 - 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

liegt da nicht ein Mißverständnis bezüglich des Kalibers der englischen Schiffe vor:

Die englischen Schlachtkreuzer (u.a. Doggerbank) hatten m.E. 34,3 cm bzw. 30.5 cm. Auch laut Wikipedia war die Vermutung der 23,5 cm -Bewaffnung ein Irrtum. Denen wäre die 21cm-Bewaffnung wohl ebenbürtig gewesen.

Grüße
Thomas Winken
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Le Marquis
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BeitragBeitrags-Nr.: 94743 | Verfasst am: 02.05.2006 - 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Die Schlacht auf der Doggerbank war, wie mich deucht, das erste Gefecht (erstes direktes Duell) zwischen Dreaudnaught Schiffen. Die Blücher war an diesem Tag zu ihrem Pech nur als Aushilfe im Verband von Hippers Schlachtkreuzern mitgefahren. Sie war weder adäquat bewaffnet, noch gut genug gepanzert um mit den anderen Schiffen mitzuhalten. Trotz der modernen Turmaufstellung ihrer Bewaffnung mit Einheitskaliber und ihrer relativ hohen Geschwindigkeit war sie durch ihren überalterten Entwurf und durch die unzeitgemäße Konstruktion definitiv kein Dreadnaught Schiff. (Ist noch auf der Helling umkonstruiert worden)

Dass die Anwesenheit eines solchen Schiffes in einem Gefecht mit einem ebenbürtigen Gegner alle anderen Schiffe im Verband gefährdet hätte man wissen müssen. Ich denke Hipper wusste das auch und hat die Blücher folgerichtig ihrem Schicksal überlassen. Das ist zwar bitter aber eine Rettung wäre wohl unmöglic gewesen und hätte zu weiteren Verlusten geführt. Umso unverständlicher ist, dass man bei der Skagerrakschlacht die völlig veralteten Linienschiffe der 6. (?) Flotte mitgeschleppt hat, aber das ist ein anderes Thema.

Allerdings muß man überlegen, ob der Verlust der Blücher nicht das kleinere Übel an dieser Begegnung war. Schließlich war die Tatsache, dass plötzlich die Britische Schlachtlinie abdrehte und die Blücher zerschoss beim Absetzen der anderen Schiffe hilfreich.

Le Marquis

PS: Man hätte damals die Blücher im Hafen lassen und sie anstelle der Goeben an die Türkei verkaufen sollen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 94793 | Verfasst am: 02.05.2006 - 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

über die Blücher wird auch hier diskutiert, und sie kommt gar nicht mal so schlecht weg.
http://forum-marinearchiv.de/viewtopic.php?t=1613&highlight=bl%FCcher

Grüße
Thomas Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 94794 | Verfasst am: 02.05.2006 - 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Kinders , bedenkt bitte , das die Diskussionen im Marine-Archiv nur noch dort registrierten Mitgliedern zugänglich sind Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 94796 | Verfasst am: 02.05.2006 - 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jan-Hendrik,

sorry, hatte ich übersehen Rot werden
Darf man einen Post mit Zitatangabe kopieren oder ist das nicht statthaft?

Grüße
Thomas Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 94797 | Verfasst am: 02.05.2006 - 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Mußt Du Denjenigen fragen ders dort verfaßt hat Zwinkern

Winken

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BeitragBeitrags-Nr.: 94822 | Verfasst am: 03.05.2006 - 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ist ja auch in Ordnung, die Blücher mag kein schlechtes Schiff gewesen sein, dennoch war sie gewissermaßen eine improvisierte Notlösung. Man kann auch sagen, sie wurde falsch eingesetzt. Wie man es dreht und wendet war sie ein Süßwasserkreuzer. Wäre bestimmt ein tolles Schulschiff oder ein gefährlicher Handelsstörer in Übersee gewesen (siehe Emden).

Le Marquis
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 163802 | Verfasst am: 30.11.2008 - 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich mich recht entsinne, war die Blücher schon lange auf Kiel gelegt und bereits zur Hälfte gebaut, als die Briten mit ihrer "Invincible/Inflexible" die Katze aus dem Sack ließen und den ersten "All Big Gun" - Kreuzer in Dienst stellten. Die Invincible/Inflexible hatten im Gegensatz zu den vermuteten 23,5cm Türmen, wie sie auf den bisherigen britischen Panzerkreuzern zum Einsatz kamen, deren 30,5cm und demzufoge Schlachtschiff Kanonen, bei Kreuzermäßiger Panzerung.

Was dann im ersten Weltkrieg übrigens so manchen Admiral bewog derartige Schiffe in seine Schlachtreihen einzuordnen, wofür sie sich aber aufgrund ihrer mangelhaften Standfestigkeit nun mal nicht eigneten und was dramatisch in der Skagerakschlcht beim Verlust von "Queen Mary", "Indefatigable" und "Invicible" zum Vorschein kam.

Hätten die Deutschen also das fast fertige Schiff wieder abbrechen sollen? Eine andere Ausrüstung kam konstruktiv nun ja nicht mehr in Frage....

Nein, hat man natürlich nicht gemacht, denn für den Auslandsdienst wäre die Blücher durchaus eine respektable Einheit gewesen...Immerhin entsprach ihre Bewaffnung immer noch der, die man nach dem Washington Kreuzer Limitierungen und den damit im 2. Weltkrieg verfügbaren Einheiten einem schweren und einem Leichten Kreuzer zuorden hätte können.
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 163920 | Verfasst am: 03.12.2008 - 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Blücher: Kiellegung: Februar 1907, in Dienst: Oktober 1909
Invincible-Klasse: Kiellegung Februar-April 1906, in Dienst: Juni 1908-März 1909

Zwinkern

Tatsächlich hat man nichts wirkliches in Dtl mit der Invincible anzufangen UND es gab das berühmte Flottengesetz mit Tirpitz. Um das Gesetzt nicht zu kippen, musste zeitgleich mit den Nassaus die Blücher gebaut werden - eine VDT hätte unangenehme Fragen aufgeworfen. Und wie gesagt, das Schlachtkreuzer-Konzept war etwas, mit dem man nicht viel anfangen konnte.

An Literatur kann ich Empfehlen: Axel Grießmer: Grosse Kreuzer der Kaiserlichen Marine und Linienschiffe der Kaiserlichen Marine (beiders 1907-1918)

mfg

alex
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