Offensive Michael im Westen 1918
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 84823 | Verfasst am: 28.01.2006 - 14:31    Titel: Offensive Michael im Westen 1918 Antworten mit Zitat

Cool Am 21.März 1918 begann im Westen die Letzte Offensieve des
Kaiserlichen Heeres im I.Weltkrieg,und endete mit einer Niederlage des deutschen Heeres.
Die OHL konzentrierte die 17.,2.und 18.Armee mit 76 Divisionen(einschließlich stellungsdivisionen und Reserven),6608 Geschütze,3534 Mienenwerfer und zirka 1000 Flugzeugen.
Am ersten Tag wurden davon 43 Divisionen eingesetzt.
Die im Angriffsabschnitt stehenden britischen Armeen (5.,3.und 1.Armee) verfügten über 34,5 Divisionen,3 Kavalleriedivisionen 7 Panzerbataillone und insgesamt 2686 Geschütze.
Davon befanden sich zu beginn der Offensieve 18,5 Divisionen in der vorderen Stellung.
Die Offensieve hatte zwei Schwerpunkte: nördlich der Somme bei der 17.und 2.Armee um den Cambrai-Bogen abzuschneiden und anschliesend nach Nordwesten/Westen vorzustoßen,sowie bei der 18.Armee südlich gegen die britische 5.Armee und die französischen Reserven.
Trotz das der Angriff keine Überraschung für den Gegner war gelang in den ersten Tagen durch die Überlegenheit an Kräften der taktische Erfolg.
Die britische 5.Armee wurde zerschlagen,die 3.Armee erlitt schwere Verluste.
Bis zum 23.März war eine 80km breite und 20km tiefe Bresche in die Front geschlagen.
Die 18.Armee errang den größten Anfangserfolg,sie konnte am 23.März den Crozatkanal überschreiten und Ham einnehmen.
Dagegen war es der 17.,und 2.Armee nicht gelungen den Cambrai-Bogen zu erreichen.
Durch das Nichterreichen dieses taktischen Zieles war der Gegner in der Lage Reserven an die Front zu verlegen und die Offensiefe zum stehen zu bringen.

Dazu diese Karte
http://i1.tinypic.com/mrpmhx.jpg

Quelle: Der erste Weltkrieg
Militärhistorischer Abriß
Militärverlag der DDR 1975

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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 90703 | Verfasst am: 28.03.2006 - 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hinzu gefügt werden sollte, dass auf Grund des vierjährigen Krieges den deutschen Truppen es nicht möglich war, die Artillerie so schnell wie benötigt nachzuziehen. Es fehlten Zugmaschinen oder Pferde. Damit war letztendlich die Infanterie, trotz ihrer Erfolge, irgendwann außerhalb der Reichweite der eigen Artillerie, die somit keine Unterstützung schießen konnte. Und das Warten auf die Artillerie, bis sie nachgerückt war, gab dem Gegner die Zeit und die Möglichkeiten, Abfangstellungen aufzubauen und damit den Vormarsch zu stoppen.

Desweiteren war dies eine rein militärische Offensive, die keinen politischen Hintergrund besaß. General Ludendorff hatte zwar das militärische Ziel, die britischen und belgischen Truppen von den französischen Truppen abzuschneiden, wie oben beschrieben. Aber es fehlte der gesamten Aktion ein politisches Ziel. Ludendorff hatte kein erklärtes politisches Ziel, das er mit der Offensive erreichen wollte.
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 90865 | Verfasst am: 30.03.2006 - 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, insgesamt muss man schon sagen, dass die Offensive eigentlich nicht wirklich Sinn machte. Es fehlte eben ein Plan für das weitere Vorgehen. Ludendorff selbst gab als Antwort auf eine dahingehende Frage: "Wir schlagen ein Loch hinein, der Rest ergibt sich."
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91000 | Verfasst am: 31.03.2006 - 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ja das Problem dieser Offensive gewesen. Das Ziel war zwar die feindlichen Linien zu durchbrechen. Aber das letztendliche politische Ziel fehlte. Dies liegt alles daran, dass seit 1916 mit der 3.OHL im Deutschen Reich das Militär das Ruder in der Hand hatte. Die Politik hatte sich hier aus ihrer Funktion und Verantwortung herausdrücken lassen. Militärs sind keine Politiker. Und Politiker keine Militärs. Es gibt Ausnahmen, siehe Churchill zum Beispiel. Aber Fakt ist, es gab kein politisches Ziel und damit war die Offensive schon vor Beginn zum Scheitern verurteilt gewesen.
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 91015 | Verfasst am: 31.03.2006 - 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, ob Churchill es wirklich hinbekommen hat Politik und Militär in seiner Person zu vereinen, darüber lässt sich wohl streiten.
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91017 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

Aber sicherlich, schaut man sich die Vita von Churchill an, so wird man erstaunt feststellen, dass der gute Churchill zu Erst Militär war und später Politiker, aber den Soldaten in seiner Politik nie abgelegt hat. Es lohnt sich, über Churchill zu lesen.
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 91021 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Sein Werdegang ist mir natürlich bekannt, wenn gleich ich noch nicht allzu viel über ihn gelesen habe. Das er soldatische Züge behalten hat ist ja auch verständlich, wer vom Militär geprägt ist kann das nur schlecht wieder ablegen. Davon abgesehen muss so eine Prägung ja nichts Schlechtes bedeuten.
Ich wollte mit meiner Antwort eigentlich auch mehr darauf anspielen, dass er nicht unbedingt der begnadete Militär war, ich denke da an die Dardanellen.
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91022 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Zeitpunkt der Landung an den Dardanellen war Churchill schon längst Politiker. Damit war er für die Landung verantwortlich, aber geplant und letztendlich durchgeführt hat er diese nicht. Dafür waren Militärs zuständig. Churchill hat nur seinen Kopf hinhalten müssen.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91025 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das würde ich so unterschreiben , seine militärischen Fähigkeiten waren abseits seiner literarischen "Fähigkeiten" nicht wirklich pralle , ich empfehle da als Lektüre John Charmleys "Churchill - das Ende einer Legende" , eine ziemlich klare Abrechnung mit der Vita dieses Mannes Gut gemacht!

Winken

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BeitragBeitrags-Nr.: 91026 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Bei der Landung an den Dardanellen war er schon ein reiner Politiker? War er da nicht noch in der Admiralität? Davon abgesehen ist das ja nicht das einzige negative Beispiel. Der Versuch Antwerpen zu entsetzen war ja auch nicht gerade von Erfolg gekrönt, zudem wagte er sich mit dieser Aktion doch wohl weiter vor, als er eigentlich durfte.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91027 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Da war er als erster Lord der Admiralität voll verantwortlich Zwinkern

Aber auch seine Versuche , als Politiker noch den Militär raushängen zu lassen endeten meist peinlich ( siehe 2.WK Haarsträubend ) . Leider wird dies im "öffentlichen" britischen Churchill-Bild ( welches meiner Ansicht nach arg vom Mythos geprägt ist ) alles meist komplett ausgeblendet ... Rollene Augen

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91030 | Verfasst am: 31.03.2006 - 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht vergessen: Churchill ist zum Briten des Jahrhunderts gewählt worden, warum auch immer...
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91090 | Verfasst am: 01.04.2006 - 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Wahl zum Briten des Jahrhundert liegt sicherlich daran, dass Churchill durch seinen Willen allein die Briten dazu bewegt hatte, nicht zu kapitulieren, sondern den Kampf auch alleine aufzunehmen. Und dies zu einem Zeitpunkt, wo das Deutsche Reich nur gegen die Briten und dem Commonwealth gekämpft hat.
Stellt es Euch vor, eine Nation und ihre Tochterstaaten stehen alleine einer militärischen Streitmacht gegenüber, die viele Teile Europas erobert hat und den Rest in Angst und Schrecken hält. Jeder Zeit steht die Invasion vor, und weit und breit keine Verbündeten in sicht. Zudem steht die Existens des Empire auf dem Spiel. Fällt Britannien, zersplittern sich die Kolonien. Dass Britannien diese schwere Zeit durchstanden hat und heute noch existiert, dass verdanken die Briten Churchill. Deshalb haben sie ihn zum Briten des Jahrhunderts gewählt. Glaube ich zumindest.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91091 | Verfasst am: 01.04.2006 - 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Nunja , im Gegenzug war er der letzliche Totengräber des Empires , da er , ebenso wie restliche Politikerkaste des Empires nicht sah , das wirkliche Sukzessor des Empires die USA waren Zwinkern

Insofern halte ich diese Interpretationen für ziemlich überkandidelt , hört zwar alles dolle an , aber wenn man die Relität betrachtet bleibt kaum mehr als hohler Schein ...

Zumal auch ein Churchill die Gefahr namens Stalin erst erkannte als diser mit seinen Truppen defacto schon in Berlin stand Zwinkern

Meine Meinung

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91099 | Verfasst am: 01.04.2006 - 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast vollkommen Recht, was Du da sagst. Aber Dein Fehler dabei ist die Sichtweise. Man kann in der Geschichte nicht von heute-auf-gestern urteilen. Dies ist immer der falsche Weg, das ist "Schlaumeierei."
Churchill musste Britannien retten und das Empire. Und er ist diese Aufgabe mit aller Kraft angegangen. Chruchill hatte immer die Hoffnung, dass Britannien am Ende des Krieges wie vor dem Krieg dastehen wird. Aber 1943 hat es sich dann abgezeichnet, als die USA und die SU immer mehr den Ton angaben. Selbst bis zum Ende des Krieges hin hat Churchill um den Fortbestand des Empire gekämpft.
Churchill erkannt die Gefahr von Stalin schon viel früher. Denn die Briten waren es, die auf die Landung in Italien gedrängt hatten. Churchill wollte einen Keil zwischen den Sowjets und dem westlichen Europa treiben. Von Italien über die Alpen bis zur Ostsee sollten die alliierten Truppen durchbrechen und damit die Russen aufhalten. Aber der Amerikaner und die Sowjets setzen sich mit der Landung in der Normandie, oder der Idee für so etwas, durch.
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