Peiper Buch: Meine Stellungnahme als Autor
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Jens Westemeier
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BeitragBeitrags-Nr.: 91477 | Verfasst am: 03.04.2006 - 20:06    Titel: Peiper Buch: Meine Stellungnahme als Autor Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die bisher recht sachliche Diskussion um mein Buch.

Natürlich bin ich nicht frei von Fehlern, und auch stilistisch und orthographisch fehlte mir, wie von „Panzerass“ angemahnt, sicher ein Lektor. Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht, trotzdem bleiben Fehler ärgerlich. Da ich gerade an der englischen Ausgabe des Buches arbeite, ist mir u.a. bewusst geworden, dass manchmal eine klare Linie zwischen Haupttext und Fussnotentext, u.a. bei der Kritik der Quellen oder Sekundarliteratur fehlt. Ich werde versuchen, dies zu korrigieren. Und bei aller Kritik, handwerklich konnten keine Quellenmanipulation, falsche Quellen oder absichtlich gefälschte Quellen aufgezeigt werden. Und das würde ich wissentlich auch nie tun.

Neue Quellen veranlassen mich aber, im Falle der englsichen Edition, auch inhaltlich weitere Korrekturen und viele weitere Ergänzungen einzuarbeiten.

Bei den inhaltlichen Korrekturen wird es nur um die Beurteilung von Peipers während seines letzten Lebensabschnittes gehen, ansonsten untermauern neue Quellenfunde meine bisherige Beurteilung von Joachim Peiper. Also kein ständiger Meinugswechsel, sondern vertiefende Auseinandersetzung durch neue Quellen. Durch Eingabe des Manuskriptes und die Drucklegung hinkt man als Autor inhaltlich meist zwei bis drei Jahre hinter seinem aktuellen Wissenstand her, so dass bis auf wenige kleine Last-Minute Eingaben viele Quellen und neue Erkenntnisse nicht mehr Berücksichtigung finden konnten.

Meine Bild von Joachim Peiper hat sich seit Beginn der Beschäftigung mit seiner Person Grundlegend verändert. Zum Teil durch Änderung der Perspektive und gewonnener Lebenserfahrung, aber entscheidend durch die gewachsenen Erkenntnisse nach Auswertungen der Quellen, die ich seit 1995 u.a. in Archiven des Bundes und in den USA lokalisieren konnte. Zwar müsste ich hier im Internet vor unbekannten Menschen keine Rechtfertigung abgeben, doch mögen meine Ausführungen hier manches Erklären. Wie bestimmt viele andere an Militärgeschichte (meist eingeengt auf die reine Operationsgeschichte) Interessierte auch, habe ich mich Joachim Peiper zunächst über „Klassiker“ der apologetischen SS Veteranen Literatur, wie Paul Hausser oder E.-G. Krätschmer genähert. Wie sonst würde man für einen Himmler Adjutanten Interesse entwickeln können. Und dieses strahlende Bild war natürlich schön. Zudem verfiel ich einem typischen „Biographen“-Fehler-- kein Abstand zum Forschungsobjekt (Charles Messenger kam in Hitler´s Gladiator gar zu dem Schluss, dass Sepp Dietrich überhaupt kein Nazi gewesen sei!!!). So habe ich unfreiwillig in meiner naiven Publikation von 1996 auch einen kleinen Beitrag (bei so geringen Auflagezahlen eher Kleinstbeitrag) zur Verbreitung klassischer Peiper Geschichten geleistet. Hausaufgaben nicht gemacht-- vielleicht, aber ich bin gar nicht erst auf die Idee gekommen, in andere Richtungen zu forschen, obwohl meine Peiper Biograhie von 1996 Peiper´s Zeit bei Himmler sehr wohl kritisch beleuchtet. Meine Erkenntnisse fanden auch Eingang in die Literatur von James Weingartner. Trotzdem hackt das Buch vor allem an dem Glauben einer Trennung von SS und Waffen-SS, und der naiven Beurteilung der SS-Kriegsverbrechen. „Vom Ritterkreuz geblendet!“ Allerdings habe ich nach den neuen Erkenntnissen nie versucht, Peiper obsessiv zu verteufeln, was natürlich auch totaler Blödsinn wäre. Ich kann nur empfehlen, neben den gängigen Militärarchiven auch die Augen für die Archive der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltung und KZ Gedenkstätten zu öffnen. Hier finden sich statt schöner Ritterkreuzvorschläge andere Quellen zu Joachim Peiper und der Waffen-SS.

Der Peiper Mythos vom strahlenden SS-Kriegshelden findet seine Wurzeln in den SS-Propaganda Berichten des „Schwarzen Korps“, und wurde in den fünfziger Jahren bewusst von Paul Hausser (Abdruck seines „Landsberger“ Briefes) und E.-G. Krätschmer (Krätschmer´s Ritterkreuzträger der Waffen-SS stellt selbst manche der berüchtigtsten NS Verbrecher wie Bach-Zelewski, Gustav Lombard, Theodor Eicke, Curt von Gottberg oder gar Oskar Dirlewanger noch als untadelige Soldaten dar.) weiter verbreitet. Krätschmer ist hilfreich für biographische Daten, aber aus meiner heutigen Sicht, für jugendliche Leser ein geradezu gefährliches Machwerk, schon gar nicht zitierfähig, um SS-Führer darzustellen. Zudem eignen sich Ritterkreuzvorschläge kaum für charakterliche Beurteilungen, ebensowenig die üblichen Veteranengeschichten „...weist Du noch!“ Die Berichte der „Erlebnisgeneration“ werden häufig unkritisch übernommen. Wer würde schon glauben können, dass ein Ritterkreuzträger Lügenmärchen auftischt. Das wurde mir in den letzten Jahren immer bewußter, wenn ich bei Veteranentreffen die glänzenden Augen der zumeist jugendlich Lauschenden sah. Deja-vu, so hab ich wahrscheinlich vor zwanzig Jahren auch gelauscht. In den 50er Jahren war die Intention der SS-Veteranen, meist vertreten durch die HIAG, klar: Entpolitisierung der Waffen-SS, Anerkennung von Pensionsansprüchen, in den 60er Jahren dann Debatte um Verjährung von NS Verbrechen. Im Rahmen des Kalten Krieges und der westdeutschen Wiederbewaffnung wurde von politischer Seite in der Adenauer Ära hier manch Auge zugedrückt. Die Legende der „Soldaten wie andere auch“ ist eine reine Erfindung der SS Veteranen. (Ich bin nicht bereit, diese Debatte hier zu führen, wer meint, die Angehörigen der Waffen-SS seien „Soldaten wie andere auch“ gewesen, soll bei seiner Meinung bleiben. Ich komme zu dem Ergebnis: „Hitler´s politische Kämpfer“.)
Die Intention der SS Veteranen blieb bis heute stets gleich: Durch Reinwaschung von Peiper eine Reinwaschung der Waffen-SS zu erzielen.

Zurück zu Peiper. Ich möchte nicht auf alle Punkte eingehen, allerdings seien hier zwei konkrete Peiper Mythen genannt:
Peipers unpolitischer Eintritt in die SS.
Peiper trat, ebenso wie sein Bruder Horst, durch einen aktiven Schritt in die SS, der Schutzstaffel der NSDAP ein. Seine rechts nationale Einstellung wurde von seinem Vater unterstützt, und fand in seiner Teilnahme an schulischen „Wehrsport“ Aktivitäten und einem Lehrgang des Kuratoriums für Jugendertüchtigung schon in jugendlichen Jahren einen ersten Ausdruck. Noch während er die Oberrealschule besuchte, trug er schon die schwarze Uniform der SS. Seine SS Erzieher waren mit Gustav Lombard, Adolf Emil Sator, und August-Wilhelm Trabandt ausgesprochen radikale Antisemiten. Über die direkte Beeinflussung durch Heinrich Himmler in drei Jahren Adjutantentätigkeit braucht hier wohl nicht weiter eingegangen werden. Peiper hat sich von den SS Idealen und Phantasmagorien nie lösen können. Stereotype gegenüber den klassischen Feindbildern der SS, Juden und Slawen, finden sich in Briefen bis zu seinem Tode (eindeutige Quellen liegen mir dazu vor). Die Geschichte, er sei durch damaligen Oberst von Reichenau zum Eintritt in die SS aufgefordert worden, wurde von Peiper persönlich in einem Interview mit dem leichtgläubigen Charles Whiting in die Welt gesetzt, widerspricht jedoch den historischen Fakten. Im Prozess gegen Dr. Werner Best geht Peiper Ende der 60er Jahre sogar soweit zu behaupten, dass er durch ein „Geheimabkommen“ zwischen Reichswehr und SS zum Eintritt in die SS gezwungen wurde. Das ist natürlich ein glatte Lüge und eine Verdrehung der eigenen Geschichte

Peiper als brillanter Panzerführer.
Peiper übernahm im November 1943 das Panzerregiment der LAH und verheizte dieses innerhalb kürzester Zeit. Und da spielt es auch keine Rolle, wenn er dabei die Angriffe selber mitfuhr. Mitte Dezember verblieben ihm nur noch 12 Panzer. Das mag reines Zahlenspiel sein, aber-- selbst Kommandeur Wisch sah sich veranlasst, den Einsatz von Panzern neu zu regeln (Lehmann, Rudolf: Chronik der Leibstandarte, Bd. III, englische Ausgabe, S. 434). Für Apologeten ein schneidiger Führungsstil. Doch auch als nicht ausgebildeter „Panzermann“ kann ich hier nichts Brillantes erkennen. Für manchen der jungen SS-Führer sicher kein Problem, entsprach dieser Führungsstil doch der SS Ideologie und versprach eine reichliche Ordensflut. Dass die Überlebenden SS Veteranen dies auch noch heute verteidigen, ist menschlich verständlich. In der Normandy fand praktisch keine taktische Führung durch die Regimentsführung statt. (Aussagen SS Veteranen Fritz Kosmehl, Heinz Schuhmann, Rolf Reiser, mit der Einschränkung, dass SS Männer, SS Unterführer und subalterne SS Führer eine nur sehr begrenzte Einsicht in diese Vorgänge hatten. Zumindest konnten sich zwei Veteranen der Führungspanzerbesatzung an keinen Einsatz mit Peiper in der Normandie erinnern). Während der Ardennenoffensive kann ich auch keine große taktische Führungsleistung erkennen, zumindest nichts, was eine Verleihung der „Schwerter“ begründen könnte. Um es ähnlich wie Altbundestrainer Erich Ribbeck auszudrücken-- Nach meiner objektiven Beurteilung der Quellen komme ich zu meinen subjektiven Bewertungen. Dass nicht alle Leser meine Beurteilung teilen, kann gar nicht sein, muss auch nicht sein.

Allgemein ist vielleicht noch anzumerken, dass viel „Wissen“ über die Waffen-SS, gerade bei der Durchsicht so mancher Internet Seite, doch einseitig auf apologetischen Schriften, meist von ehemaligen SS-Angehörigen selbst, beruht. Gerade auf dem deutschen Buchmarkt ist dieses Thema eindeutig besetzt. Vor Peter Witte: Himmler´s Dienstkalender, Martin Cüppers Studie zum Kommandostab SS oder zahlreichen Einzelstudien zur Konzentrationslager-SS werden meist die Augen geschlossen, genauso wie zu Malmedy zwar die SS Publikation von Tiemann, Greil und Ziemssen für bar genommen werden, der Griff zu James Weingartner und John Bauserman (mit den Autopsie Berichten der US Opfer) aber peinlichst vermieden wird.

Erneut, organisierte SS Veteranen, die klassischen Helfer bei Fragen von militärisch Interessierten, sollten hier etwas kritischer betrachtet werden. In ihren Briefen und Interviews werden meist gebetsmühlenartig die entpolitisierten Führerschulen, die reine Fronttruppe, die gänzliche Unschuld von Kriegsverbrechen, bei völliger Unkenntnis des Holocaust, hervorgehoben. Stete Entschuldigungen...aber die anderen haben doch auch, und noch viel schlimmer...(meist noch gemischt mit revisionistischen und anti-amerikanischen Gedanken...sind typisch. Hier sei der unbelehrbar notorische Alt-Nazi und Holocaust Leugner Johannes Göhler, der stets ganze Scharen von Waffen-SS Begeisterten um sich hielt, aber auch Otto Kumm oder Richard Schulze-Kossens, dessen Buch über die Junkerschulen eine klassisch apologetische Geschichtsverbiegungen ist, genannt. Um etwas mehr Sachlichkeit bei der Quadratur des Kreises ist Hubert Meyer bemüht. Kritische Stimmen habe ich meist nur unter Zusicherung der Anonymität erhalten. Einzig Herbert Walther habe ich erlebt, der auf den Treffen der SS Veteranen ehemalige Kommandeure scharf wegen deren Führungsstil sehr laut und nachhaltig, auch vor größerer Runde, attackierte. Otto Dinse, der mir viele Hintergründe mitteilte, wurde daraufhin sogar als menthal senil und dadurch unglaubwürdig abgestempelt-- natürlich nicht, wenn er etwas positives zur Waffen-SS berichten konnte. HIAG intern hatten z.B. auch Albert Frey (siehe dazu Whiting oder Lehmann), Hans Gruhle (siehe Jost Schneider) oder Dietrich Ziemssen (Quellen in meinem Besitz) eine andere Meinung zu Peiper.

Ich hoffe, hiermit etwas zum Hintergrund beigetragen zu haben. Ich habe nicht die Absicht, jemanden zu belehren oder krampfhaft von meiner Ansicht zu überzeugen. Wenn jemand weiter an dem Bild von Peiper als „Verkörperung besten deutschen Soldatentums“ festhalten möchte, so werde ich ihn sicherlich nicht daran hindern. Ich möchte hier auch keine neuen Diskussion auslösen, dazu fehlt mir auch die Zeit. Ich habe mich rein an die Quellen gehalten, und nach der Kritik diese auch als Historiker bewertet. Anhand der Quellen bin ich zu der Beurteilung von Peiper gelangt. Mein Buch ist keine Quellenedition, obwohl manche Quellen für sich sprechen (Ritterkreuz Eichenlaubvorschlag 800-900 Tote, keine Nennung von Gefangenen, Eichenlaub: 1450 Tote- keine Gefangenen; 930 Tote- 3 Gefangene. Werft mal hier einen Blick auf die Beschreibung der mit Flammenwerfern angegriffenen Ortschaften. Wäre hier alles immer so „normal“ als Gefechtsauswirkung abgelaufen, hätte Oswald Sigmund sich in seinem Buch kaum schämen müssen, hätte Herbert Walther, Fritz Kosmehl und Jakob Hanreich daran wohl keinen Anstoss genommen). In diesem Zusammenhang, sollte an der einen oder anderen Stelle meines Buches der Hinweis auf die Quelle fehlen, so liegt dies an Absprachen mit meinem sehr guten Freund Danny Parker, der ebenfalls an einer Peiper Biographie arbeitet und die bei DaCapo Press für 2006/2007 unter dem Arbeitstitel: At the Crossroads. Joachim Peiper and the Malmedy Massacre“ angekündigt ist. Ich habe keine Behauptung ohne verläßliche Quellen aufgestellt, (besonders zum „Abfackeln“ der Ortschaften und willkürlichen Erschiessungen von Zivilisten in der UdSSR weitere Quellen).

Wünsche trotz manch verursachten Kopfschüttelns, viel Spass beim Lesen, und vielleicht findet der eine oder andere doch noch neue Denkanstösse.
Das Kapitel Peiper wird auch mich weiter beschäftigen. Für Hinweise zu Fehlern oder anderen Quellen bin ich stets offen. Anregungen und Verbesserungsvorschlägen habe ich noch nie abgelehnt. An Beurteilungsdiskussion möchte ich mich hier aber nicht weiter beteiligen. Ich glaube, dass ich mit dieser Stellungnahme in Internet vor unbekannter Leserschaft mehr als genug persönliches Preis gegeben habe. Wie gesagt, ich beanspruche nicht die alleinige Weisheit und bin für meine Fehler alleine verantwortlich.

Jens Westemeier

PS: Ein peinlicher Fehler ist mir bei Peipers SS Übernahme zum SS „Vollmitglied“ unterlaufen, der bisher jedoch noch niemandem aufgefallen ist. Ich habe die in der Personalakte handgeschriebene 1 mit 7 verwechselt. Es muss also Januar 1934 und nicht Juli 1934 heissen. Zu den ärgerlichen Fehlern: Den Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. (27. Januar) habe ich leider auch falsch datiert.
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Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 91482 | Verfasst am: 03.04.2006 - 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Für Besucher, die diese Diskussion vielleicht in der letzten Zeit nicht so verfolgt haben, finden hier die Topics mit den Beiträgen zum Buch:

-> http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=2343
-> http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=4203

Viele Grüße
Jan
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schwarzermai
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BeitragBeitrags-Nr.: 91488 | Verfasst am: 03.04.2006 - 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens,

gute Stellungnahme, gefällt mir, auch wenn ich nicht immer mit Dir einer Meinung bin.
("Soldaten wie andere auch oder politische Soldaten" - das ist zu einfach, das Schubladendenken hilft nicht weiter)

Was mich an Deinem Buch gestört hat, sind für mich völlig falsche Schlußfolgerungen, wie zB.

siehe Seite 4, Peipers Vater - " der wiedergegründete Staat Polen kämpfte völkerrechtswidrig um eine Verschiebung der dt. Grenze in Schlesien..."

--- eigentlich eine klare Aussage, völkerrechtswidrig = aggressiv = falsch, das wiederum sollte eine Abwehr des Angriffs legitimieren und als richtig befinden---

aber es folgt dann eine politische Einschätzung der Freikorps, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Überfall Polens auf Schlesiens Grenze zu tun hat. da wird wieder alles in einen Topf geworfen, um zu beweisen, wie reaktionär/"Brutstätte des Nationalsozialismus" die Freikorps waren. Mit Schlesien und Polen und den dortigen Kämpfen hat das nichts zu tun.
Aber die Abwehrkämpfe haben mit Vaterlandsliebe und Kampf um Freiheit der Menschen dort zu tun. (von der Hilfe der Franzosen für die Polen steht auch nichts da...)

aus der Teilnahme Peiper's Vater an den Freikorps Kämpfen in Schlesien leitest Du eine "klaren Hinweis auf seinen politische Anschauung als "radikalen und politischen Nationalisten" ab.

hm....

so wird aus einem völkerrechtswidrigen Überfall , der Abwehr dessen und dem kampf um Freiheit ein negative Sache - ""Brutstätte des Nationalsozialismus" - Sammelbecken von "radikalen und politischen Nationalisten" -

leider Thema verfehlt.

Da sind noch einige Sachen, die gründlich daneben gegangen sind.
Das obige steht am Anfang.

Gruss Uwe
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 91495 | Verfasst am: 03.04.2006 - 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens !

Erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum !

Wie Du sicher weißt habe ich die teilweise heftigen persönlichen Anfeindungen eines gewissen "Fan-Clubs" in 2 englischsprachigen Foren mit gewissen Entsetzen mitverfolgt . Insofern freut es mich , hier diese doch sehr ehrliche und deutliche Stellungnahme Deinerseits zu lesen . Das bedeutet für mich erstmal mir das Buch zu besorgen und mir ein eigenes Bild davon zu machen , insofern halte ich mich aus der thematischen Diskussion diesbezüglich erst einmal raus Zwinkern

Vielleicht findet sich ja jemand , der es bereits gelesen hat , dazu bereit , für unsere Hauptseite eine entsprechende Rezension dazu zu verfassen ...

Winken

Jan-Hendrik
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 91501 | Verfasst am: 03.04.2006 - 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens,

schön, dass sich mal ein Autor hier einer Kritik stellt, das ist ja (leider) eine Seltenheit.

Ich habe ja schon in einem anderem Thema meine Meinung erläutert, ich hofe, dies ist nicht "in den falschen Hals" gekommen. Grins

Ich habe einen (für mich) größeren Kritikpunkt an dem Buch:

Es wird zwar des Öfteren auf die menschenverachtende Gefechtsführung Peipers hingewiesen, was mir fehlt sind aber genauere Angaben, wie sich diese Einsätze zeigten. Bloße Verlustaufzählungen sagen in einem Krieg nicht viel aus. Hier sehe ich es schon, dass die Peiper-Fanfraktion diese Negativa an Peipers Aura einfach wegwischen wird.

Trotzdem habe ich das Buch verschlungen und kann es nur weiterempfehlen!
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 91513 | Verfasst am: 04.04.2006 - 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens,
vielen Dank für diesen Beitrag.

Zuerst auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem Forum.

Es ist wohl ungewöhnlich, das ein Autor eine derart ausführliche und offene
Stellungnahme in ein öffentliches Forum setzt.
Wir schätzen Deinen Mut zu diesem Schritt und hoffen, das dies nicht Dein letzter
Beitrag in unserem Forum sein wird.


Ehrlich (positiv) verblüfft,
Armin

Gut gemacht!
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BeitragBeitrags-Nr.: 91520 | Verfasst am: 04.04.2006 - 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:

Es wird zwar des Öfteren auf die menschenverachtende Gefechtsführung Peipers hingewiesen, was mir fehlt sind aber genauere Angaben, wie sich diese Einsätze zeigten. Bloße Verlustaufzählungen sagen in einem Krieg nicht viel aus. Hier sehe ich es schon, dass die Peiper-Fanfraktion diese Negativa an Peipers Aura einfach wegwischen wird.


Hallo,

zunächst einmal möchte ich mich bei Herrn Westemeier bedanken, die Öffentlichkeit hier im Forum zu nutzen.
Ich kenne das Buch noch nicht, werde es mir aber besorgen. Aus der Diskussion oben und aus dem Beitrag von Hoover, dem ich voll zustimme, ergibt sich doch eine grundlegende Problematik in der Bewertung der militärischen Leistungen von Personen im Zweiten Weltkrieg - ohne dass jetzt speziell auf Peiper zu beziehen: bestimmte Einheiten des Heeres und der Waffen-SS standen fortwährend an den Brennpunkten des Geschehens. Das soll nun nicht das Schicksal der IDs relativieren, die beispielsweise durch russische Offensiven betroffen waren.
Der erstere Einheiten-Typ brannte mehrfach aus, immer wieder aufgefrischt.

Speziell zu Peiper: Bei den Einsätze der LSSAH hatten wir schon in dem threat von Jan-Hendrik zu Lage westlich Kiew im Nov+Dez43 auf die russische Grossoffensive und den von Manstein vorgenommenen Gegenschlag zur Stabilisierung der inneren Flügel zwischen HG Mitte+Süd hingeweisen. Diese Offensive wurde mit allerletzter Kraft geführt, um eine drohende Katastrophe für den gesamten Südflügel Ende 1943 abzuwenden. Dieses muss aber den Einsätzen relativierend hinzugefügt werde, man kann nicht einfach in diesen Fällen nur auf das rücksichtslose Antreiben der Truppe verweisen. Der Führungsdruck von oben (von Manstein bis runter zu den Bataillonskommandeuren) wird entsprechend groß gewesen sein, um den Erfolg mit allen Mitteln zu erzwingen.

Das Umfeld der Einsätze ist also für eine Bewertung entscheidend. Und da ist zweifellos der Zeitraum Nov+Dez43 und der anschließende Beginn der russischen Winteroffensive - mit entscheidenden Durchbrüchen - ein wesentlicher Faktor.

Grüße
Thomas Winken
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 91522 | Verfasst am: 04.04.2006 - 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens und willkommen hier im Forum.

Ich für meine Person finde es bemerkenswert wenn sich ein Autor hier offiziell zu seinem Buch äußert, das ist ja nun keine Selbstverstendlichkeit.

Vielen Dank dafür.

Ich kenne das Buch von Frank Agte und werde nun auf Grund der Gegensätzlichkeit und der Diskussionen auch Dein Buch lesen.

In einem völlig anderen Gesellschaftssystem aufgewachsen und schon immer geschichtsinteressiert habe ich diese Epoche zweimal verstehen gelernt. Als heranwachsender immer nur mit den "Verbrechen der Wehrmacht und SS" einseitig konfrontiert habe ich nach der Wende alles in mich hereingestopft was ich bekommen konnte und habe es erst die letzten Jahre ordentlich verarbeiten können so das ich der Meinung bin differenzieren zu können.

Ich kann bei verschiedenen Punkten Deiner Stellungnahme nicht mitgehen aber es währe schlimm wenn die Welt ohne Meinungsverschiedenheiten währe, denn eine vernünftige Auseinandersetzung mit diesen entwickelt uns innerhalb eines Lernprozesses weiter.

@Jan-Hendrik, es ist ein Phänomen das gerade unsere Kriegsgegner, speziell die Engländer, für die SS schwermen. Das mußte ich auch schon im "Armortek-Forum" feststellen.
Das kann ich mir eigentlich nicht so richtig erklären. Das könnte mal einen extra Thread wert sein,

Gruß
Fred Winken
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 91529 | Verfasst am: 04.04.2006 - 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Jan-Hendrik, es ist ein Phänomen das gerade unsere Kriegsgegner, speziell die Engländer, für die SS schwermen. Das mußte ich auch schon im "Armortek-Forum" feststellen.


@Fred: Ich kenne viele britische und US-Reenactors, die mit Gegeisterung SS darstellen. Warum? Ganz einfach: Ich habe nicht einen einzigen getroffen, der sich kritisch mit der SS auseinandersetzte. Sie sahen immer nur das glänzende, heroische (und die tollen Uniformen), aber niemand beschäftigte sich mit den Schattenseiten.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 91537 | Verfasst am: 04.04.2006 - 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Auch ich finde den Post des Autors positiv. Natürlich ist es schwierig über ein Buch zu diskutieren, wenn man es noch nicht gelesen hat, zumal wenn es sich zum Ziel gesetzt hat möglichst viele Facetten einer Person darzustellen.

Allerdings schließe ich mich der Meinung von Thomas und Hoover an, die ich selbst im Thread zu Peiper ja schon deutlich gemacht habe, daß es auch für einen Historiker schwierig ist reale milit. Verhältnisse, Abläufe und Gegebenheiten so zu werten, so daß hier eine realistische Wertung zu Führungskunst etc. möglich ist. Zumal das Buch ja schon offensichtlich kontrovers zur Person Peiper ausgelegt ist.

Ich denke, daß es für die heutige Generation die Schwere der Kämpfe und Art und Ausmaß von Verlusten sowieso kaum nachzuvollziehen sind, insofern sagt auch meiner Meinung nach das bloße Aufzählen von Verlusten oder Verlustzeiten sehr wenig über tatsächliche Führungsleistung aus, zumal in der Vielzahl der schweren Kämpfe, in die das SPW-Battl. oder das PzRgt. der LAH fast ständig eingesetzt wurde.

Wenn man alle Militärs rein nach den o. g. Kriterien beurteilen würde und nicht nach operativen oder sonstigen Erfolgen, dann wären selbst die herausragensten Leistungen und Siege der Militärgeschichte keine, weil auch sie nur mit Verlusten, in oftmals hoher Zahl, erreicht wurden.

Daher geht mir der Gedankengang und die Argumentationskette des Autors auch zu den soldat. und milit. Leistungen Peipers nicht ganz auf. Zumal das vor allem ehemals Untergebene Peipers wohl ebenfalls ganz anders als der Autor sehen. Und das nicht alle zu einer Person einer Meinung sind verwundert nicht, zumal gerade auch unter ehemaligen SS-Führern sicher auch rein menschliche Faktoren wie Neid etc. eine Rolle spielen dürften.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 103130 | Verfasst am: 21.08.2006 - 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wollt hier nicht jemand mal ne Rezension für die Hauptseite schreiben ?

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 103150 | Verfasst am: 21.08.2006 - 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hält dich doch keiner auf? Grins Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 120234 | Verfasst am: 22.04.2007 - 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Um noch mal auf die Panzerlage bei der LAH zurückzukommen...


..................Soll ......einsatzbereit......in kurzfristiger Reparatur

Bericht 1.12.43

StuG& StuH.......46...............12.................26

PzIII...............13................3..................1

PzIV................96...............24.................45

PzV.................96...............15.................53

PzVI................42................2.................14

sonst.gepz.Fhrz...214............103.................88

Pak SF..............27...............10................15

Bericht 31.12.43

StuG& StuH........50................9.................27

PzIII................13...............-..................3

PzIV................96...............12..................7

PzV..................96...............7..................9

PzVI.................42................2..................5

sonst.gepz.Fhrz....214..............97................66

Pak SF..............27................2..................8


Bericht 31.1.44

StuG................103(*)..........29.................3

PzIII..................13...............-.................1

PzIV...................94.............15...............19

PzV...................94.............22................27

PzVI...................42.............2..................4

sonst.gepz.Fhrz......214............60................53

Pak SF................27...............4...............6


*= möglicher Tippfehler im Original Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 205848 | Verfasst am: 14.03.2016 - 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hier findet Ihr Jens' Arbeit zu Hans Rudolf Jauß, ehemals Hauptsturmführer der Waffen-SS online Gut gemacht!

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 205894 | Verfasst am: 22.03.2016 - 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Link.

Hier der Versuch, den Kriegsverbrechen Peipers in Rußland nachzugehen.

Und hier die in diesem Zusammenhang benutzte Quelle "IMT Bd. XX", bei Westemeier mit S.432 angegeben, bezieht sie sich wohl auf S. 394f, Befragung von Paul Hausser.

Jeder der an der Waffen-SS im Allgemeinen oder Peiper im Speziellen interessiert ist, sollte Westemeier lesen.
Jedem sollte aber auch klar sein, dass viele sehr starke Aussagen aus der Zeit 42-45 mit äußerst schwachen Belegen bei ihm auskommen müssen, ohne dass der Autor weiter darauf eingeht. Dabei beziehe ich mich auf "Himmlers Krieger" von Jens Westemeier.

Wer aber Agte und Westemeier als zwei Seiten einer Medaille sieht, der denkt vielleicht auch, dass Donald Duck eine passende Ergänzung zu einem Biologiebuch ist. Meine Meinung
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