3.Panzerdivision
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Martin Block
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BeitragBeitrags-Nr.: 166426 | Verfasst am: 18.01.2009 - 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Das StuG IV kann ich bestätigen. Woher es kam ist mir z. Zt. allerdings noch unklar. Aus den monatlichen Meldungen geht hervor, dass die 3. Pz.Div. m Ok./Nov. 1944 insgesamt mindestens 3 StuG erhalten hat. Da keine direkten Lieferungen verzeichnet sind wurden sie wahrscheinlich von anderen Einheiten übernommen. Nach Typ aufgeschlüsselte Meldungen der Division liegen erst ab dem 1.1.1945 vor und dort ist dann auch 1 StuG IV erstmalig verzeichnet. Die folgenden Meldungen zeigen dieses 1 StuG IV dann noch bis einschließlich 1.3.1945. Spätere solcher Meldungen der Division gibt es nicht mehr. Ich kann also nicht eindeutig sagen wie lange es noch im Einsatz war.

Mit der StuH habe ich so meine Probleme. Die Meldung vom 15.4.1945 dürfte aus einer mir ebenfalls bekannten Pz.-Lage Zusammenstellung stammen, also nicht direkt von der Division. Bei diesen Zusammenstellungen ist nach meiner Erfahrung immer eine gewisse Skepsis angesagt (hatte ich wenn ich mich recht erinnere im Forum schon gelegentlich erwähnt). Ich halte hier durchaus eine Verwechslung mit dem obigen StuG IV für möglich weil

a) diese angebliche StuH auch in einer Pz.Lage von Anfang Januar 1945 schon auftaucht aber nicht in der Meldung der Division selber (Div. selber meldet 10 StuG III + 1 IV aber Pz.Lage verzeichnet 10 StuG III + 1 StuH)
b) In diesen Pz.Lage Übersichten die Spalten für StuG IV und StuH direkt nebeneinander liegen Idee

Weitere Verwirrung stiften dann entsprechende die Übersichten vom 10.4.1945 (1 StuG IV + 1 StuH) und die vom 15.4.1945 (1 StuG III + 1 StuH)

Wenn Du mich fragst spricht hier einiges für Einträge in der falschen Spalte, will sagen die in den Übersichten gemeldete StuH war in Wirklichkeit das tatsächlich bei der Division gemeldete StuG IV. Kann ich allerdings nicht mit allerletzter Sicherheit bestätigen, da es von Mitte April 1945 keine detaillierte Meldung der Division selber mehr gibt.

Was die 2 angeblichen Jagdpz. 38 angeht, so habe ich hier eine ähnliche Vermutung. Die Pz.Jg.Abt. 543 hatte laut Meldung der 3. Pz.Div. vom 1.4.1945 noch 3 Jagdpz. IV (L/48) im Bestand. Die Meldung vom 15.4.1945 stammt wiederum aus einer Pz.Lage Übersicht. Das Problem ist nun aber, dass es in den großen Pz.Lage Übersichten vom April 1945 keine Spalte für den Jagdpz. IV (L/48) mehr gab!!! (Wahrscheinlich weil das Fahrzeug inzwischen so selten geworden war) Die Sachbearbeiter haben dann die Restbestände an Jagdpz. IV (L/48) in die Spalten für Jagdpz. 38 und StuG IV eingetragen (so geschehen bei 12., 20., 21., 23. PD und noch'n paar mehr), in einem Fall (26. PD) sogar in die Spalte für Pz. IV/70. Auch im Falle der 3. Pz.Div. halte ich daher einen fehlerhaften Eintrag und eine daraus resultierende falsche Schlussfolgerung von Herrn Nevenkin für sehr wahrscheinlich.

Martin Block
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Harry64
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BeitragBeitrags-Nr.: 166474 | Verfasst am: 19.01.2009 - 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Martin,

auch dieses Mal wieder ein großes Dankeschön für Deine Mühe. Gut gemacht!

Harry Winken
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 174722 | Verfasst am: 16.08.2009 - 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Laut Horst Riemann, "Deutsche Panzergrenadiere":

"...wurde auf Befehl von Guderian aus den Panzer-Lehr-Truppen eine gemischte Panzerabteilung gebildet, die aus 3 Kompanien Panzer III und IV sowie aus einer MTW-Kompanie bestand und als II. Abt./Pz.Rgt. 5 am Feldzug in Polen teilnahm."

Hat jemand eine Fahrzeugausstattung für die II./Pz.Rgt.5 mit Stand um den 1.9.39 bzw. kann mir jemand den Typ des MTW sagen? Handelte es sich hier um die wenigen im Polenfeldzug vorhandenen sdkfz 251?

Winken

Gruß
Tobias
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Martin Block
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BeitragBeitrags-Nr.: 174726 | Verfasst am: 16.08.2009 - 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zu den ersten Kriegsjahren habe ich wenig an Originalunterlagen, da mein Hauptinteresse in den späteren Jaren liegt. Daher muss ich mich für das Folgende auf Literaturangaben berufen:

Nach T. Jentz 'Panzertruppen' sowie der Regimentsgeschichte des Pz.Rgt. 5 wurde die Pz.Lehr-Abt. dem Regiment als 3te Abteilung taktisch unterstellt, nicht als II./Pz.Rgt. 5, denn die existierte paralell dazu ebenfalls noch. Die Pz.Lehr-Abt. bestand aus Stab, Nachr.Zug, le.Pz.Zug, 2 le. und 1 m.Pz.Kp. mit insgesamt 20 Pz. II, 37 Pz. III, 14 Pz. IV, 2 Pz.Bef.Wg., von einer SPW-Kp. ist allerdings nicht die Rede.

Die beiden Abteilungen des Pz.Rgt. 5 waren zur selben Zeit hauptsächlich mit Pz. I und II und nur wenigen Pz. III und IV ausgestattet. Der einzige SPW der in der Regimentschronik erwähnt wird ist der, den anscheinend der Korps-Kdr. General Guderian als Kommandofahrzeug benutzte als er das Regiment am 1.9.1939 begleitete.

Nach Jentz 'Panzer-Tracts 15-2' waren im Polenfeldzug überhaupt nur "a few" d.h. nur eine Handvoll m.SPW eingesetzt, davon auch noch ein Teil als Kommandofahrzeuge (passt ja sogar zu dem oben geschriebenen!). Er macht aber keine genaueren Angaben über Zahlen bzw. Einheit(en).

Laut der Divisionsgeschichte(n) der 1. Pz.Div. war jedoch die 3./Schtz.Rgt. 1 bereits vor dem Polenfeldzug komplett mit SPW ausgerüstet worden.

Wie bereits gesagt, alles ohne Gewähr

Martin Block
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 174729 | Verfasst am: 16.08.2009 - 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

vielen Dank für die Auskunft! Da hat sich Herr Riemann dann aber ganz schön verrant bei dieser Angabe. Verrückt

Winken

Gruß
Tobias
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 176377 | Verfasst am: 03.10.2009 - 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zustand des Pz.Rgt.6 nach den Kämpfen um Mzensk und während der Kämpfe Bolchow:

http://i37.tinypic.com/291kj95.jpg

Auch mit allen drei Abteilungen beim Regiment kamen kaum mehr als 80 einsatzbereite Panzer auf einmal zusammen Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 179452 | Verfasst am: 30.12.2009 - 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Und so sah es dann Mitte Dezember 1941 aus:

http://i47.tinypic.com/2mchw1u.jpg

http://i48.tinypic.com/16gh2qg.jpg

http://i48.tinypic.com/2q836t0.jpg

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 182983 | Verfasst am: 20.03.2010 - 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Tobias Giebel hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

Laut Horst Riemann, "Deutsche Panzergrenadiere":

"...wurde auf Befehl von Guderian aus den Panzer-Lehr-Truppen eine gemischte Panzerabteilung gebildet, die aus 3 Kompanien Panzer III und IV sowie aus einer MTW-Kompanie bestand und als II. Abt./Pz.Rgt. 5 am Feldzug in Polen teilnahm."

Hat jemand eine Fahrzeugausstattung für die II./Pz.Rgt.5 mit Stand um den 1.9.39 bzw. kann mir jemand den Typ des MTW sagen? Handelte es sich hier um die wenigen im Polenfeldzug vorhandenen sdkfz 251?

Winken

Gruß
Tobias


Die 3.Panzer-Division erhält zur Durchführung ihrer Aufgaben noch unterstellt: die Panzer-Lehrabteilung unter Major v. Lewinski, das Flak-Regiment 101 und eine Heeresfliegerstaffel. Die Pz.Brigade 3 verfügt bei Ausbruch der Feindseligkeiten über insgesamt 324 Panzerwagen vom Typ P-I und P-II. Dagegen besitzt die Pz.-Lehr-Abt. bereits die ersten P-III und P-IV

Quelle:

Günther Richter Geschichte der 3. Panzer-Division Berlin-Brandenburg 1935 - 1945, Seite 14

Übrigens war die Zugführer der 6./Pz.Rgt. 6 zwei alte Bekannte, die Leutnante von Kageneck und von Diest-Körber Idee

Auf die Schnelle ahbe ich aber nix von SPW finden können...

Winken

Jan-Hendrik
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NagaSadow
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BeitragBeitrags-Nr.: 182985 | Verfasst am: 20.03.2010 - 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

In dem Zusammenhang könnten diese Bilder aus dem Bundesarchiv von Interesse sein:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co ... er_den_Linden%2C_Sch%C3%BCtzenpanzer.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co ... er_den_Linden%2C_Sch%C3%BCtzenpanzer.jpg

Es handelt sich zwar nicht um Sd.Kfz. 251, sondern um ungepanzerte Mannschaftstransportwagen (Sd.Kfz.11), außerdem wurden die Bilder erst nach dem Polenfeldzug, 1940 in Berlin um genau zu sein, aufgenommen, aber die Fahrzeuge tragen das L-Emblem des Panzer-Lehr-Regiments. Das taktische Zeichen einer Panzer-Kompanie zudem, was ich jetzt mal als Hinweis auf I./Pz.Lehr-Rgt. bzw. Pz.Lehr-Abt. deuten würde.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 182988 | Verfasst am: 20.03.2010 - 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag:

Laut Chronik wir die I./SR 3 erst im Sommer 1940 mit SPW ausgestattet (siehe Seite 100).

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 184319 | Verfasst am: 16.04.2010 - 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Oberfunkmeister Klaus Hoelck (RK KVK mS 21.02.1944)

Weiterführende Angaben sind natürlich herzlich Willkommen Lachen



Winken

Jan-Hendrik
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Gastolli
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BeitragBeitrags-Nr.: 184360 | Verfasst am: 16.04.2010 - 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

wie wär's damit:


Panzer-Werkstattkompanie, Panzer-Regiment 6
O.U, den 15. Dezember 1943

Vorschlagliste Nr. 1 für die Verleihung des Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern

O.U., den 15.12. 1943

gez. Fiehl
Hauptmann und Komp.-Chef

An Oberkommando des Heeres
Pa 1. Staffel
a.d.D.

Hoelck, Klaus
geb. 10.02.1913 in Wrohm, Holstein, Krs. Dithmarschen
Oberfunkmeister (akt.)
Führer der Nachrichtenwerkstatt und Leiter der Abt. V (N) des Regiments seit 21.8.1939

Diensteintritt: 1.4.1935
Friedenstruppenteil: Panzer-Regiment 6

Auszeichnungen:
29.07.1940 = K.V.K. 2. Kl. m. Schw.
01.09.1942 = K.V.K. 1. Kl. m. Schw.


Kurze Begründung und Stellungnahme der Zwischenvorgesetzten:
Oberfunkmeister Hoelck gehört seit der Aufstellung des Regiments am 15.10.1935 zum Regiment.

Seine Verdienste im Krieg und Frieden auf dem Gebiete des Nachrichtenwesens sind außergewöhnlich groß. Da der Funk das einzige Führungsmittel einer Panzereinheit im Kampf ist, ist Holck’s Anteil an den Erfolgen des Regiments und somit an den erfolgreichen Einsätzen in Polen, Frankreich und Russland sehr erheblich.

In den Jahren 1935 bis 1939 hat er das Regiment nachrichtentechnisch verschiedene Male neu ausgestattet. Er hat tagsüber die Instandsetzungsarbeiten und die Erprobung der Funkgeräte durchgeführt, sowie die Panzerkampfwagen ausgerüstet. Die umfangreiche Schreibarbeit, die für die Beschaffung und den Nachweis des Geräts erforderlich war, hat er freiwillig nach dem Dienst bis in die späten Abendstunden eigenhändig erledigt.

Dazu hat er eine vorbildliche Nachrichtenwerkstatt aufgebaut. Durch einen unerhörten Fleiss ist es ihm gelungen, nebenher auch noch seine Meisterprüfung als Elektromechaniker abzulegen. Dieses gab ihm die Grundlage, hervorragendes Personal für die Nachrichtenwerkstatt, und Funkmechaniker für die Kompanien des Regiments auszubilden.

An der Entwicklung und Erprobung des Geräts hat er sich führend beteiligt. Er hat alle Anregungen und Bedingungen seiner Vorgesetzten, die sich bei Übungen als taktisch notwendig erwiesen, restlos erfüllt. So hat er Panzerbefehlswagen immer mit eigenen Mitteln gut ausgestattet und Rahmenantennen entwickelt, die sich bestens bewährt haben.

Bei Aufstellung von zwei Panzerkompanien für die Legion Kondor hat er die Nachrichtenausstattung vollzogen. Am Feldzug in Spanien hat er selbst teilgenommen und diese Kompanien nachrichtentechnisch erstklassig betreut. Er hat sich hier das Spanienkreuz in Silber erworben.

Danach hat er als letzte Vorbereitung für den Einsatz auf Grund seiner nun schon sehr großen Erfahrungen die Funkwerkstatt im Rahmen der Panzerwerkstattkompanie des Regiments mustergültig aufgestellt.

Er hat somit als sein Verdienst zu buchen, daß das Regiment nachrichtentechnisch sehr gut ausgestattet und mit bestem Nachrichten-Fachpersonal gut vorbereitet in den Einsatz zog.

Seit dieser Zeit leitet Hoelck die Funkwerkstatt und bearbeitet das Aufgabengebiet der Abteilung V (N) des Regiments.

Während der Feldzüge im Polen und Frankreich ist ihm die Instandhaltung der Funkanlagen in den Panzerkampfwagen trotz der vielen Beschußschäden voll und ganz gelungen. Durch seinen unermüdlichen Arbeitseifer und großen Fleiss war es möglich, auch größere Instandsetzungsarbeiten an den Funkgeräten selbst durchzuführen. Es ist hierdurch erreicht worden, daß kaum Ausfälle und Nachschubschwierigkeiten, die durch den schnellen Vormarsch bedingt waren, aufgetreten sind. Es ist nie vorgekommen, daß ein Panzerkampfwagen wegen Funkschäden nicht einsatzbereit war. Er hat selbst Funkgeräte in die Bereitstellungsräume gebracht und dort in die Panzerkampfwagen eingebaut.

Der Russlandfeldzug stellte Hoelck vor besonders große Schwierigkeiten. Die Ausfälle durch Beschuss wurden zahlreicher und Witterungseinflüsse, besonders die Nässe während der Regen- und Schlammperiode, bedingten neue grosse Schäden am Funkgerät. Die Ersatzteilfrage spitzte sich immer mehr zu.

Um diese Lage zu meistern, machte es sich Hoelck zum Grundsatz, es darf jetzt möglichst keine Totalausfälle mehr geben.

Aus jedem zerschossenen Kampfwagen, auch aus solchen, die auf dem Schlachtfeld liegenblieben, wurden die Funkgeräte geborgen. Vollkommen zertrümmerte Geräte schlachtete er zur Ersatzteil- und Materialgewinnung aus.

So hat er nach der großen Abwehrschlacht bei Slobin im Juli 1941, bei der nur von einer Abteilung des Regiments 24 Panzerkampfwagen abgeschossen wurden, aus 10 Kampfwagen die ausbrannten und dem Russen nachher in die Hände fielen, in einer Nacht die wertvollen Funkgeräte geborgen. Mit diesen Geräten konnte er die übrigen schwer beschädigten Panzerkampfwagen wieder einsatzbereit machen.

Auch durch die danach folgende Kesselschlacht bei Kiew, den Vormarsch auf Tula und die harten Winterkämpfe im Jahre 1941 auf 1942, die sehr große Materialausfälle nach sich zogen, ist kein Fall eingetreten, daß Mangel an Ersatzteilen, oder Fehl an Nachrichtenmitteln, Ausfälle von Panzerkampfwagen bedingten.

Hoelck hat der Truppenführung in den schwierigsten Lagen, besonders im Winter 1941/1942, wo das Regiment in großem Raum weit verzweigt eingesetzt war die erforderlichen Nachrichtenmittel zur Verfügung gestellt und dadurch erheblich Anteil an dem erforderlichen Gelingen dieser Kämpfe.

Nach kurzer Auffrischungszeit im Mai 1942 hat Hoelck die weiterhin schwierige Instandhaltung des Geräts beim Vormarsch zum Kaukasus und während des Rückzuges meisterhaft bewältigt. Eine ganz besondere Leistung hat er bei den großen Abwehrkämpfen um Charkow im Sommer 1943 vollbracht. Aus elf durch Beschuß und Minen beschädigten Geräten hat er innerhalb von 3 Tagen in unermüdlicher Tages- und Nachtarbeit 9 Geräte wieder vollwertig instandgesetzt.

Daneben hat er ohne Aufforderung, aus sich heraus, allen Truppenteilen der Division trotz Überlastung Geräte instandgesetzt und geholfen, wo zu helfen war.

Trotz der langenund ununterbrochenen Einsätze des Regiments ist es Hoelck gelungen, daß die Nachrichtenausstattung des Regiments immer in vollem Umfange brauchbar war. Seine Funkmechaniker sind durch Erfahrungen und dauernde Schulung, sowie sein persönliches Vorbild, immer besser geworden. Es kann behauptet werden, daß seine Funkwerkstatt ein Musterbetrieb ist.

Hoelck meistert jede Lage und hat durch seinen unerhörten Eifer und seine Einsatzfreudigkeit sich so große Verdienste erworben, daß die Auszeichnung mit dem Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern voll und ganz als gerechtfertigt erscheint.

gez. Fiehl
Hauptmann u. Kompanie-Chef


Der Vorschlag wird sehr befürwortet, denn der Oberfunkmeister Hoelck hat sich während seiner 8-jährigen Tätigkeit im Regiment ganz außergewöhnliche Verdienste um Entwicklung, Ausbildung und Einsatzbereitschaft des Nachrichten-Apparates erworben. Somit entfällt ein entscheidender Anteil an den Kampferfolgen des Regiments auf seine Person.

Besonders verdient gemacht hat sich H. in dem Winter 1941/1942, wo das Regiment auf mehr als 400 km und auf 2 Heeresgruppen getrennt eingesetzt war. Nur durch seine Umsicht, ungewöhnlich große Arbeitskraft und seinen Ideenreichtum war es möglich, unter diesen schwierigen Verhältnissen die Panzerkampfwagen an den einzelnen Stellen mit Nachrichtenmitteln laufend auszustatten und zum Einsatz zu bringen. Nach Beendigung des Rückzuges im Frühjahr 1943 hat H. durch Findigkeit und unermüdlichen Einsatz das Regiment in vorbildlicher Weise mit Nachrichtengerät ausgestattet.

Über sein eigentliches ............................ (nicht lesbar) H. oft innerhalb der Panzerwerkstattkompanie als Vorkommando- oder als Ordonnanzoffizier Verwendung und hat auch hier vorzügliches geleistet und, soweit seine Erkundungen im gefährlichen Feuerbereich lagen, persönliche Tapferkeit bewiesen.

H. ist ein lauterer ........., ..................., (nicht lesbar) fleissiger, arbeitsamer Mensch, dessen Arbeit auch stets fruchtbar und erfolgreich war, der einfallreich und ohne von Vorgesetzten angetrieben zu sein, Außergewöhnliches geleistet hat. Er ist dieser hohen Auszeichnung in vollem Umfange würdig.

(Bernuth)
Oberst und Regimentskommandeur

* * * * * *

3. Panzerdivision
IIa Div.Gef.St., den 24. Dezember 1943

Stellungnahme zum Vorschlag des Panzer-Regiments 6 für die Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern an Oberfunkmeister Hoelck.

Oberfunkmeister Hoelck hat sich zwar hervorragende Verdienste um das Nachrichtenwesen des Regiments erworben, jedoch sind seine Leistungen nicht so überragend, dass man von einer entscheidenden Auswirkung für die Kriegsführung sprechen kann. Ich vermag daher den Vorschlag auf Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern nicht zu befürworten.

Ich halte eine Auszeichnung mit dem Deutschen Kreuz in Silber für gegeben.

Md.F.b.

(Bayerlein)
Generalmajor

* * * * * *

Der Oberbefehlshaber A.Gef.St., den 4.1.1944
der 8. Armee

Auch ich halte die Verleihung des Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern an Oberfunkmeister Hoelck für nicht hinreichend begründet.

Die vom Kommandeur der 3. Pz.Div. vorgeschlagene und vom kommandierenden General des III. Pz.Korps befürwortete Auszeichnung durch das Deutsche Kreuz in Silber vermag ich gleichfalls nicht zu befürworten, da H. im September 42 durch das K.V.K. 1. Klasse ausgezeichnet wurde und seine Leistungen und Verdienste seit dieser Zeit nicht so überragend und vielfach sind, daß sie diese Auszeichnung rechtfertigen.

(Wöhler)
General der Infanterie

* * * * * *

Oberkommando der Heeresgruppe Süd
Abt. IIa – Az. 29 H.Qu., den 6.1.1944

Betr.: Vorschlag zur Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes.

-1- Vorschlag, doppelt

An
Oberkommando des Heeres
PA 1. Staffel

In der Anlage wird ein Vorschlag zur Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes an

Oberfunkmeister Hoelck, Pz.Rgt. 6 (3. Pz.Div.)

vorgelegt.

Da Oberfunkmeister Hoelck bisher nur das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse besitzt, sind die Voraussetzungen zur Verleihung der beantragten Auszeichnung nicht voll erfüllt.

Auch kann ich auf Grund der Stellungnahme des Oberbefehlshabers der 8. Armee, der ich mich anschließe, die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber nicht befürworten.

Der Oberbefehlshaber
(v. Manstein)

* * * * * *

Der Chef des Heeresnachrichtenwesens H.Qu., den 29. Januar 1944
Az. 29 Z 1 Nr. 768/44 Fspr. (A) 2135

Betr.: Vorschlag für Verleihung des Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern an Obfm. Hoelck, Pz.Rgt. 6
- 1 – Anlage (5 Blatt)

An
HPA / P5 1.Staffel

Ich kann mich der Stellungnahme des Divisionskommandeurs, Kommandierenden Generals und des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Süd nicht anschließen, sondern möchte im Gegensatz dazu die Begründung des Kompaniechefs und des Regimentskommandeurs des Pz.Rgt. 6 unterstreichen.

Von der Ausstattung eines Panzerregiments mit Nachrichtenmitteln hängt die Einsatz- und Führungsmöglichkeit eines derartigen Regiments entscheidend ab. Wenn, wie das in der Begründung des Komp.Chefs betont ist, es der persönlichen Tätigkeit, dem Sachverständnis und der Einsatzbereitschaft des Oberfunkmeisters Hoelck zu danken ist, daß die Ausstattung mit Nachrichtenmitteln nicht nur immer wieder ergänzt, aufgefrischt und auf dem laufenden gehalten worden ist, sondern Oberfunkmeister Hoelck sich darüber hinaus durch eigene unermüdliche Tätigkeit stets bemüht hat, derartig komplizierte Geräte, wie sie Panzerfunkgeräte sind, in der von ihm geschaffenen Werkstatt mit eigenen Mitteln instandzusetzen und durch ausgebaute Teile aus zerschossenen Panzern zu ergänzen, in unmittelbarer Zusammenarbeit mit der Truppe immer wieder für die nachrichtentechnische Einsatzbereitschaft des Regiments zu sorgen, so muß man anerkennen, daß hier ein ganz besonderes kriegsentscheidendes Verdienst um die Einsatzbereitschaft des ganzen Regiments vorliegt.

Panzer sind nun einmal, das liegt in der Eigenart dieser Waffe, nur dann einsatzbereit und zu führen, wenn ihre nachrichtenteschniche Ausstattung einwandfrei arbeitet. Das hat Oberfunkmeister Hoelck erkannt und dementsprechend, unter Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit dafür gesorgt, daß für das Regiment die Bedingungen geschaffen wurden, die eine dauernde Kampfbereitschaft immer wieder ermöglichten.

Es kann durchaus sein und trifft in diesem Fall zu, daß ein Oberfunkmeister aus diesen Gründen ein außergewöhnliches Verdienst um die stete Einsatzbereitschaft eines ganzen Panzer-Regiments hat.

Ich befürworte daher die Verleihung des Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz an Oberfunkmeister Hoelck wärmstens.

(Fellgiebel)


* * * * * *

Stellungnahme!
- - - - - - - - - - -
Alle Zwischenvorgesetzten (Div. – H.Gr.) lehnen R.K.z.K.V.K. ab, auch Chef HNW ! – D.K.i.S. – befürwortet durch Div.Kdr. und Kom.Gen. – wird durch beide O.B. ebenfalls abgelehnt.

In seiner Stellungnahme bringt Chef HNW zum Ausdruck, daß die Verdienste H.‘s auf nachr.techn.Gebiet entscheidend für den Einsatz des Pz.Rgt. 6 waren. Besitzt KVK. 1.Kl. s. 1.9.42.

Vorschlag: R.K.z.K.V.K. nein !
D.K.i.Silber unter Umständen ja !

Obfkm. H. wäre dann – abgesehen von 2 Werkmeistern – der erste Uffz. mit diesem Orden.

(...)

* * * * * *

Quelle: Bestand RH 7, BAMA Freiburg

Winken
Oliver
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 184363 | Verfasst am: 16.04.2010 - 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

G-E-N-I-T-A-L-!!!!

Oliver, det ist echt dat Sahnehäubchen!!!

Schwer begeistert bedankt sich

Cu

Jan-Hendrik
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roesnrw
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BeitragBeitrags-Nr.: 187975 | Verfasst am: 31.08.2010 - 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mein Vater Friedrich Dietsch, geb. 8.5.1919 in Bonn, ist am 10.1945 in Stuhlweissenburg gefallen. Er war Feldwebel und in der 3. PanzerDivison. Kann mir jemand Näheres da schreiben. Vielen Dank.
Gruss Helga
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 187977 | Verfasst am: 31.08.2010 - 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hast Du denn schon einen militärischen Werdegang bei der WASt beantragt?

Winken

Jan-Hendrik
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