unbekanntes Geschütz
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Maus
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BeitragBeitrags-Nr.: 4827 | Verfasst am: 22.01.2004 - 19:57    Titel: unbekanntes Geschütz Antworten mit Zitat

hallo leute...

ich habe von einem Geschütz gehört, das die Wehrmacht eingegraben hat.
es soll sich um ein rohr von über 100m länge handeln.
das geschoss soll durch mehrere im rohr befindlichen ladungen beschleunigt werden, um eine hohe anfangsgeschwindigkeit zu erreichen.
kann mir jemand sagen, was das war und ob davon bilder existieren.

mfg
maus
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THE CAMPMAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 4828 | Verfasst am: 22.01.2004 - 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Das war die V3, sie wurde bei Calais gebaut und sollte London beschießen.
An Bildern gibts nur die konstruktionszeichnungen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 4829 | Verfasst am: 22.01.2004 - 20:07    Titel: danke schön... Antworten mit Zitat

danke dir für die schnelle antwort. wo kann ich solche bilder von der konstruktion finden? ....

mfg
maus
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 4830 | Verfasst am: 22.01.2004 - 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube er meint das fleissige Lieschen.

Es gibt sowohl Fotos als auch original Bilder.

Gibt ein gutes WA-Heft dazu. Musst mal bei Ebay gucken. Dort steht alles drin. Bin noch nicht dazu gekommen es auf der Seite einzubauen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 4833 | Verfasst am: 24.01.2004 - 01:20    Titel: Antworten mit Zitat

jaa... das ding mein ich. Verrückt
habe nur ein foto gefunden, das das deckblatt eines buches ziert. hat jemand noch andere bilder davon?

mfg
maus
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 4834 | Verfasst am: 24.01.2004 - 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Könnten es bei Gelegenheit mal Scannen. Dann schicke ich sie dir zu.
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BeitragBeitrags-Nr.: 4862 | Verfasst am: 26.01.2004 - 22:36    Titel: danke Antworten mit Zitat

danke dir... schick es einfach an rene.schrader@epost.de :D
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Hpstf. Michael Wittmann
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BeitragBeitrags-Nr.: 4952 | Verfasst am: 02.02.2004 - 02:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Vergeltungswaffe V3

Im August 1943 wurde in der Nähe von Calais, genauer direkt beim Ort Mimoyecques, mit dem Bau einer Feuerstellung für das noch in der Konstruktion begriffene Mehrkammergeschütz "Hochdruckpumpe", auch unter den Namen "Tausendfüßler" und "Vergeltungswaffe V3" bekannt.

Hitler maß dem Projekt eine erhebliche Bedeutung zu und verlangte mit Ungeduld eine Beschleunigung beim Bau der Anlage und ebenso der Fertigstellung der Geschütze als auch bei der Munitionserzeugung.

Der Grund dafür lag einfach darin, daß er die Möglichkeit einer relativ kurzfristig und preiswert verfügbaren Vergeltungswaffe für den Beschuß Londons sah! Die V1 und V2 waren ja noch nicht verfügbar und man konnte noch keinen Einsatztermin nennen.

Um den Bau zu errichten, realisierte man eine sehr einfache, aber effektive Idee:
Zunächst bohrte man einen zweigleisigen Eisenbahntunnel in den Berg, errichtete Bahnsteige und Seitenstollen zum Entladen und Lagern des Baumaterials - Holz, Zement, Werkzeuge etc., alles angeliefert mit der Eisenbahn, die über ein Anschlußgleis von der Haupstrecke abzweigen konnte. Danach wurde die eigentliche Abschußanlage gleich neben den Bahnsteigen in den Berg getrieben. So konnte man ungestört durch feindliche Aktivitäten im Berg die Züge entladen und weitere Stollen vortreiben. Über dem sogenannten Bahnhof befinden sich immerhin 30 Meter Kreidefels, zum damaligen Zeitpunkt als Bombensicher betrachtet.

Alle untertägigen Anlagen waren mit einem weitverzweigten Schienennetz verbunden. Die bahngleise waren ebenerdig verlegt, damit auch andere Fahrzeuge die Stollen befahren konnten.

Es wurden 100 Meter tiefe Schächte abgeteuft, auf deren tiefsten Sohlen die Verschlußstücke der vorgesehenen 50 Geschützrohre von je 130 Meter Länge eingebaut werden sollten. Von den Sohlen aus wurden dann für fünf genau nebeneinander liegende Geschützrohre zehn Schrägschächte aufgefahren, die in einem Winkel von 25 Grad nach übertage führten. Alle Rohre zeigten genau auf London, wobei das mittlere Rohrbündel exakt auf die Tower-Bridge ausgerichtet war. Die Schußweite bis London betrug etwa 160 km. Oben wurden die Kanonensschächte mit fünf Meter dicken Stahlbetonplatten geschützt. Zusätzlich hatte Krupp in einer Spezialanfertigung 20 cm dicke Stahltüren gebaut, deren Öffnungen so gestellt werden konnten, daß beim schießen nur schmale Mündungsschlitze offen blieben.

Vermutlich befanden sich auf 80 mTiefe neben den Stollen zur Bedienung der unteren Geschützkammern noch eine Etage mit einer Fertigungsanlage der Pfeilgeschosse, mit sanitären Einrichtungen, Schlafräumen und Speisesälen. Nur so erklärt sich der von den Deutschen bei den französischenKraftwerken angemeldete Bedarf von 5000 kw Stromleistung für das Projekt.

Die Baustelle hatte gewaltige Dimensionen. Die "Organisation Todt"
beschäftigte bei dem Bau der Anlage, bei OT intern als Bauvorhaben 61 bezeichnet, zeitweise mehr als 5000 Arbeiter, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter.Es sollte ein vollstädiges Regiment mit ca. 1000 Mann und fünf Batterien mit den kompletten Munitionsvorräten unter dem Kreidefelsen stationiert werden.

Die umfangreichen Tarnmaßnahmen umfassten sogar die Einfärbung des abgebauten Gestein mit grüner Farbe. Dies wurde schon vor der Beladung der Eisenbahnwaggone gehandhabt. Somit konnten Zweck und Umfang des Projektes einige Zeit vor der alliierten Luftaufklärung verborgen werden. Im November 1943 jedoch begannen nach Entdeckung englischer Aufklärer und Auswertung der Bilder und Meldungen die Bmbardements der Anlage! Dabei wurden durch Bomber der 9.US Airforce Teile so schwer beschädigt, daß die Hälfte der Anlage aufgegeben werden mußte. In der Folge wurde der Ausbau auf einen Geschützbunker mit 25 Rohren begrenzt.

Am 6. July 1944 griffen abermals englische Bomber mit 5.5 t "Tallboy" - Bomben die Anlage an. Drei dieser "Erdbebenbomben" durchschlugen die Batterieschächte, Schuttmassen stürzten bis auf die 100 m - Sohle und verstopften diese. Arbeiter und Soldaten, welche während des Angriffs in die tieferen Schächte geflüchtet waren, wurden durch Einsturz aber auch durch Grundwasser, welches durch die gewaltigen Kräfte freigesetzt wurde, getötet.Die Toten wurden bis heute nicht geborgen.

Der militärische Leiter der Großbaustelle, Obersteutnant Honig, teilte am 11. July 1944 dem Generalkommando mit: "Eine Weiterführung der Bauarbeiten für den gachten Zweck wird unter diesen Umständen für zwecklos gehalten." Baurat Huber, Ingenieur des Planungsamtes schrieb der obersten Heeresleitung: " Der Bau von Mimoyecques könne als erledigt angesehen werden.

Heute erinnert eine internationale Gedenkstätte an die tausende Opfer, die hier unter ihren Füßen begraben sind. Arbeiter und Deportierte vieler Nationen starben unter dem alliierten Bombenhagel: 18 Flaggen erinnern daran

Die englische und die amerikanische Flagge symbolisieren die Flieger, die bei Bombenangriffen auf Mimoyecques durch deutsche Abwehr den Tod fanden.

Das Mahnmal wurde am 7. July 1985 im Beisein hoher Vertreter der beteiligten Nationen eingeweiht.

http://html2.free.fr/canons/v3/v3_50.jpg http://html2.free.fr/canons/v3/v3muni.jpg
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Irondigger
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BeitragBeitrags-Nr.: 191180 | Verfasst am: 30.12.2010 - 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hpstf. Michael Wittmann hat Folgendes geschrieben:
Die Vergeltungswaffe V3

Im August 1943 wurde in der Nähe von Calais, genauer direkt beim Ort Mimoyecques, mit dem Bau einer Feuerstellung für das noch in der Konstruktion begriffene Mehrkammergeschütz "Hochdruckpumpe", auch unter den Namen "Tausendfüßler" und "Vergeltungswaffe V3" bekannt.

Hitler maß dem Projekt eine erhebliche Bedeutung zu und verlangte mit Ungeduld eine Beschleunigung beim Bau der Anlage und ebenso der Fertigstellung der Geschütze als auch bei der Munitionserzeugung.

Der Grund dafür lag einfach darin, daß er die Möglichkeit einer relativ kurzfristig und preiswert verfügbaren Vergeltungswaffe für den Beschuß Londons sah! Die V1 und V2 waren ja noch nicht verfügbar und man konnte noch keinen Einsatztermin nennen.

Um den Bau zu errichten, realisierte man eine sehr einfache, aber effektive Idee:
Zunächst bohrte man einen zweigleisigen Eisenbahntunnel in den Berg, errichtete Bahnsteige und Seitenstollen zum Entladen und Lagern des Baumaterials - Holz, Zement, Werkzeuge etc., alles angeliefert mit der Eisenbahn, die über ein Anschlußgleis von der Haupstrecke abzweigen konnte. Danach wurde die eigentliche Abschußanlage gleich neben den Bahnsteigen in den Berg getrieben. So konnte man ungestört durch feindliche Aktivitäten im Berg die Züge entladen und weitere Stollen vortreiben. Über dem sogenannten Bahnhof befinden sich immerhin 30 Meter Kreidefels, zum damaligen Zeitpunkt als Bombensicher betrachtet.

Alle untertägigen Anlagen waren mit einem weitverzweigten Schienennetz verbunden. Die bahngleise waren ebenerdig verlegt, damit auch andere Fahrzeuge die Stollen befahren konnten.

Es wurden 100 Meter tiefe Schächte abgeteuft, auf deren tiefsten Sohlen die Verschlußstücke der vorgesehenen 50 Geschützrohre von je 130 Meter Länge eingebaut werden sollten. Von den Sohlen aus wurden dann für fünf genau nebeneinander liegende Geschützrohre zehn Schrägschächte aufgefahren, die in einem Winkel von 25 Grad nach übertage führten. Alle Rohre zeigten genau auf London, wobei das mittlere Rohrbündel exakt auf die Tower-Bridge ausgerichtet war. Die Schußweite bis London betrug etwa 160 km. Oben wurden die Kanonensschächte mit fünf Meter dicken Stahlbetonplatten geschützt. Zusätzlich hatte Krupp in einer Spezialanfertigung 20 cm dicke Stahltüren gebaut, deren Öffnungen so gestellt werden konnten, daß beim schießen nur schmale Mündungsschlitze offen blieben.

Vermutlich befanden sich auf 80 mTiefe neben den Stollen zur Bedienung der unteren Geschützkammern noch eine Etage mit einer Fertigungsanlage der Pfeilgeschosse, mit sanitären Einrichtungen, Schlafräumen und Speisesälen. Nur so erklärt sich der von den Deutschen bei den französischenKraftwerken angemeldete Bedarf von 5000 kw Stromleistung für das Projekt.

Die Baustelle hatte gewaltige Dimensionen. Die "Organisation Todt"
beschäftigte bei dem Bau der Anlage, bei OT intern als Bauvorhaben 61 bezeichnet, zeitweise mehr als 5000 Arbeiter, darunter zahlreiche Zwangsarbeiter.Es sollte ein vollstädiges Regiment mit ca. 1000 Mann und fünf Batterien mit den kompletten Munitionsvorräten unter dem Kreidefelsen stationiert werden.

Die umfangreichen Tarnmaßnahmen umfassten sogar die Einfärbung des abgebauten Gestein mit grüner Farbe. Dies wurde schon vor der Beladung der Eisenbahnwaggone gehandhabt. Somit konnten Zweck und Umfang des Projektes einige Zeit vor der alliierten Luftaufklärung verborgen werden. Im November 1943 jedoch begannen nach Entdeckung englischer Aufklärer und Auswertung der Bilder und Meldungen die Bmbardements der Anlage! Dabei wurden durch Bomber der 9.US Airforce Teile so schwer beschädigt, daß die Hälfte der Anlage aufgegeben werden mußte. In der Folge wurde der Ausbau auf einen Geschützbunker mit 25 Rohren begrenzt.

Am 6. July 1944 griffen abermals englische Bomber mit 5.5 t "Tallboy" - Bomben die Anlage an. Drei dieser "Erdbebenbomben" durchschlugen die Batterieschächte, Schuttmassen stürzten bis auf die 100 m - Sohle und verstopften diese. Arbeiter und Soldaten, welche während des Angriffs in die tieferen Schächte geflüchtet waren, wurden durch Einsturz aber auch durch Grundwasser, welches durch die gewaltigen Kräfte freigesetzt wurde, getötet.Die Toten wurden bis heute nicht geborgen.

Der militärische Leiter der Großbaustelle, Obersteutnant Honig, teilte am 11. July 1944 dem Generalkommando mit: "Eine Weiterführung der Bauarbeiten für den gachten Zweck wird unter diesen Umständen für zwecklos gehalten." Baurat Huber, Ingenieur des Planungsamtes schrieb der obersten Heeresleitung: " Der Bau von Mimoyecques könne als erledigt angesehen werden.

Heute erinnert eine internationale Gedenkstätte an die tausende Opfer, die hier unter ihren Füßen begraben sind. Arbeiter und Deportierte vieler Nationen starben unter dem alliierten Bombenhagel: 18 Flaggen erinnern daran

Die englische und die amerikanische Flagge symbolisieren die Flieger, die bei Bombenangriffen auf Mimoyecques durch deutsche Abwehr den Tod fanden.

Das Mahnmal wurde am 7. July 1985 im Beisein hoher Vertreter der beteiligten Nationen eingeweiht.

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Hallo
Wenn du mal gerne ein V3 Geschoss in Natura sehen willst im Museum im Diekrich Luxembourg ist ein ganzes Geschoss
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Michael aus G
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Beiträge: 1939

BeitragBeitrags-Nr.: 191280 | Verfasst am: 03.01.2011 - 04:03    Titel: Antworten mit Zitat

Irondigger hat Folgendes geschrieben:

Hallo
Wenn du mal gerne ein V3 Geschoss in Natura sehen willst im Museum im Diekrich Luxembourg ist ein ganzes Geschoss


In Röthenbach/Franken gibts auch welche. Stehen nicht auch in Sinsheim welche rum?!
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