Das Kaukasusprojekt der Alliierten vom Jahre 1940
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Mario
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BeitragBeitrags-Nr.: 105090 | Verfasst am: 15.09.2006 - 21:17    Titel: Das Kaukasusprojekt der Alliierten vom Jahre 1940 Antworten mit Zitat

Ich zitiere aus einem Vortrag von Günter Kahle aus dem Jahr 1973.
Am 19.6.1940 erbeuteten deutsche Truppen in einigen Güterwagen auf dem Bahnhof des kleinen französischen Staedtchens La Charite`sur Loire zahlreiche geheime Akten des französischen Generalstabes, die wichtige Aufschlüsse über die Pläne des alliierten Obersten Kriegsrates gaben. Darüber hinaus schien ihr Inhalt geeignet, sowohl die Beziehung Englands und Frankreichs zu verschiedenen, nicht am Krieg beteiligten als auch das Verhältnis einiger neutraler Länder untereinander erheblich zu belasten.

Was war nun der Inhalt dieser Dokumente?
In seiner Reichstagsrede vom 19.7.1940 nahm Hitler auf sie Bezug und behauptete,daß aus ihnen hervorgehe,daß die englischen und französischen Politiker und Militärs versucht hatten"Finnland für ihre Interessen zu verwenden, wie sie sich entschlossen hatten, Norwegen und Schweden zum Kriegsschauplatz zu machen, wie sie beabsichtigten, den Balkan in Brand zu stecken, um von dort hundert Divisionen als Hilfe zu bekommen, und"wie sie die Vorbereitungen trafen zum Bombardement von Batum und Baku unter einer ebenso gerissenen wie skrupellosen Ausdeutung der ihnen nicht abholden türkischen Neutralität...
Hitlers Behauptungen entsprachen den Tatsachen.
Aufsehenerregend wirkte aber vor allem sein Hinweis auf die militärischen Pläne der Alliierten gegen die sowjetischen Erdölzentren im Kaukasus.


Weitere Infos folgen Winken

Mario
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 105098 | Verfasst am: 16.09.2006 - 08:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, es ging um Planungen einer Bombardierung der Erdölfelder von Grosny und Maikop, so weit ich mich erinnern kann.
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Mario
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BeitragBeitrags-Nr.: 105124 | Verfasst am: 16.09.2006 - 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Auch. Ich werde den ganzen Vortrag mal edithieren und in diesem Thread veröffentlichen. Meine Meinung Es ist sehr interessant und ich denke man sollte diesen Vortrag sich mal zu gemüte führen.

Gruß Mario
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 105136 | Verfasst am: 16.09.2006 - 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, mach´ das mal bitte, Mario. Ist sicher sehr interessant!
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Mario
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BeitragBeitrags-Nr.: 105467 | Verfasst am: 19.09.2006 - 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

2.Teil Das Kaukasusprojekt.


Während man in Großbritannien im Herbst und Winter 1939/40 überwiegend zu der Auffassung neigte,daß in diesem Stadium des Krieges und bei dem derzeitigen Stand der englischen Rüstung die wirtschaftl. Blockade gegen Deutschland eines der sichersten-und zugleich risikolosesten-Mittel sei, die zum Siege führen würden , waren die Franzosen vor allem bestrebt, den Krieg von ihrer Ostgrenze fernzuhalten. Deshalb waren sie besonders daran interessiert, neue und fernere Kriegsschauplätze zu schaffen, und hofften, damit zugleich ihre eigene Kraft durch die Gewinnung weiterer Verbündeter zu stärken. Zur Verwirklichung dieses Vorhaben schienen sich Ende 1939 sowohl in Skandinavien als auch auf dem Balkan und in Vorderasien Möglichkeiten zu bieten.

Im Norden hatte sich das finnisch-sowjetische Verhältnis verschlechtert,und am 30.11.39 begann mit dem sowjetischen Angriff auf Finnland der Krieg zwischen beiden Staaten.


Gut gemacht! weitere Teile folgen.

Mario
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Semper Fidelis
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BeitragBeitrags-Nr.: 113295 | Verfasst am: 21.01.2007 - 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

In der aktuellen DMZ (Nr. 55, Januar - Februar 2007) befindet sich ebenfalls ein Artikel, welcher sich mit dem für die Monate Juni/Juli des Jahres 1940 vorgesehenen Angriffsplan der Briten und Franzosen auf die Sowjetunion beschäftigt (Autor: Dr. Günther Deschner). Ist schon ein sehr interessantes Thema, vor allem, da es wohl ein Desiderat innerhalb der Forschung darstellt. Mir jedenfalls ist keine Publikation bekannt, welche sich ihm explizit widmet. Falls jemand mehr dazu weiß, dann nur her damit. Interessant wäre schon einmal zu wissen, unter welchem Operationsnamen das Unternehmen laufen sollte.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 113321 | Verfasst am: 21.01.2007 - 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Laut "Luftkrieg 1939-1945" von Janusz Piekalkiewicz ( Seite 62-67 )fanden am 30.3.1940 ( nach Baku ) und am 5.4.1940 ( nach Poti ) Aufklärungsflüge seitens der Briten von Habbaniya im Irak aus statt .Die Angriffe sollten von Djezireh ( Armee de L'Air ) und Mossul ( RAF ) starten , hierfür sollten ingesamt 9 Staffeln mit 117 Bombern eingesetzt werden , diese sollten 122 Ziele im Kauskasus angreifen ( 67 im Raum Baku , 43 im Raum Grosny und 12 im Raum Batum ) . Stattfinden sollte das Ganze entweder Ende Juni oder Anfang Juli 1940 .

Winken

Jan-Hendrik
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MisterL
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BeitragBeitrags-Nr.: 113325 | Verfasst am: 21.01.2007 - 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Angenommen, die einsätze hätten tatsächlich Juli 1940 stattgefunden. Wie wäre die reaktion Stalins und Hitlers gewesen?

Hätten die beiden Diktatoren nicht sofort ein Waffenbündnis gegen die Aliierierten geschmiedet?
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Katukov
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BeitragBeitrags-Nr.: 120863 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

MisterL hat Folgendes geschrieben:

Hätten die beiden Diktatoren nicht sofort ein Waffenbündnis gegen die Aliierierten geschmiedet?


Niemals, denn der Zweite Weltkrieg war die große Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Und Deutschland war die Speerspitze der Weltreaktion gegen die Sowjetunion.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 120869 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
große Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus



Jens, jetzt wirds langsam peinlich Lachen

Wieso haben die Westalllierten dann ab 1941 die SU mit ihrer Hilfe am Leben erhalten??

Winken

Jan-Hendrik
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 120870 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

wow!!! Das nenn ich!

Gibts irgendwas in der Welt, was nicht gegen die armearme, friedliebende SU gerichtet war?

Nehme mal an, dass sogar der Tunguska-Meteor ein fehlgeschlagener Plan Ausseriridischer war, die SU zu vernichten - nur zu früh abgeworfen Verrückt

mfg

alex
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 120876 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Oha, die DMZ...

Zum Eingangsthema:
Deustchland war mit Rußland verbündet (zumindest wirtschaftlich). Da ist es nur normal, dass die Gegner auch gegen diesen Maßnahmen planen.

Ich kann mir schon den Zweck dieses Threads denken...
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Katukov
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BeitragBeitrags-Nr.: 120877 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
große Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus



Jens, jetzt wirds langsam peinlich Lachen

Wieso haben die Westalllierten dann ab 1941 die SU mit ihrer Hilfe am Leben erhalten??

Winken

Jan-Hendrik


Deutschland wurde von den Westalliierten erst dazu in die Lage versetzt, den Krieg beginnen zu können. Aber als der deutsche Imperialismus auch die Westmächte bedrohte wurde er zu einem gefährlicheren Gegner als die Sowjetunion. So einfach ist das.
Nachdem Deutschland erledigt war, schalteten die Westmächte wieder auf ihren eigentlichen Gegner um, und der Kalte Krieg entstand.

2 Beispiele für die Aufrüstung Deutschlands durch die Westmächte:


  • Für Hochverdichtende Flugzeugmotoren brauchte Deutschland unbedingt das Benzin-Additiv Blei-Tetra-Ethyl.

    Mit Hilfe des amerikanischen Ölkonzerns Standard Oil baute man in Deutschland 2 Fabriken für die Produktion dieses Additivs, aber im Juli 1938 war die Produktion noch unzureichend, so dass für den Einmarsch ins Sudetenland und in die Tschechei eine Lieferung von Standard Oil im Wert von 20 Millionen Dollar nötig wurde.

    Im Sommer 1939 lieferten die Engländer dieses Additiv nochmals im Wert von 15 Millionen Dollar, damit konnten auch die ersten Angriffe gegen England geflogen werden.


  • Für Deutschlands Kriegsführung war Brightstock absolut kriegswichtig. Brightstock ist ein hochwertiges Ölprodukt das zum Beispiel für Panzermotoren gebraucht wird. Die Lieferung musste während des Krieges erfolgen und erfolgte von Standard Oil in einer für den ganzen Krieg ausreichenden Menge.



Quelle: Dieter Schröder und Joachim Schroeder "Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde", Doku der ARD
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 120883 | Verfasst am: 03.05.2007 - 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

sorry, aber das wird langsam DERMASSEN lächerlich!!


Einerseits schreibst du, dass die GANZE Welt gegen die SU ziehen wollte (Arbeiterhölle... dings.. Paradies, Heimat der Arbeiterbewegung) - dann allerdings, dass ist plötzlich der dt. Imperialismus - der laut deinen Threads immer die SU vernichten wollte - wesentlich gefährlicher????

2 Beispiele für die Aufrüstung der SU durch die Westmächte:

- Lizenzvergabe des Ford-Lkws an die SU - ohne diese Hilfe wäre es kaum möglich gewesen, die ru. LKW-Produktion in Gang zu bringen
- Lizenzvergabe (bzw kompletter Verkauf) von Vickers-Panzer und der Christie-Technologie. Lediglich so konnte die ru. Panzerproduktion in Gang gebracht werden (T-26, BT-Familie, T-34...)
- Lizenzvergabe Flugzeugmotoren seitens Wight und Hispano-Suiza. So konnte die Flugzeugindustrie in Gang gebracht werden.
- TEchnologietransfer seitens der Italiener (guckemal, Taskent, Typ 7 und 7U-Zerstörer, Pläne für die neuen Schlachtschiffe, die grossen leichten Kreuzer)


Alles weit VOR Ausbruch des 2wks....

mfg

alex
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Katukov
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BeitragBeitrags-Nr.: 120885 | Verfasst am: 03.05.2007 - 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

*ALEX* hat Folgendes geschrieben:
sorry, aber das wird langsam DERMASSEN lächerlich!!


Einerseits schreibst du, dass die GANZE Welt gegen die SU ziehen wollte (Arbeiterhölle... dings.. Paradies, Heimat der Arbeiterbewegung) - dann allerdings, dass ist plötzlich der dt. Imperialismus - der laut deinen Threads immer die SU vernichten wollte - wesentlich gefährlicher????


Die Westmächte haben sich erst mit der SU verbündet als sie von Deutschland angegriffen wurden.
Vorher wollten sie die deutsche Aggression gegen die Sowjetunion lenken und überlegten, siehe diesen Thread, selbst die SU anzugreifen.
Was ist daran so schwer zu begreifen?

Übrigens haben die Amerikaner um Deutschland als Speerspitze gegen die Sowjetunion zu benutzen die Machtübergabe an Hitler unterstützt.

So schrieb der Attaché der amerikanischen Botschaft in Berlin, George Gordon,
am 23. September 1930 an den amerikanischen Außenminister Henry Stimson:

„Tatsächlich gewinnt man in den letzten Tagen den Eindruck, dass wichtige
finanzielle Kreise – wenn auch nicht in dem wie oben gekennzeichneten Umfang –
auf den Kanzler und andere Mitglieder der Regierung einen Druck ausgeübt haben
und ausüben, um das Experiment zu unternehmen, die Nazis an der Regierung zu
beteiligen […] Gerade heute erreicht mich ein Gerücht aus gewöhnlich sehr gut
informierter Quelle, dass verschiedene amerikanische Finanzkreise, die hier
vertreten sind, in gleicher Richtung sehr aktiv sind.


Quelle: Dietrich Eichholtz, Wolfgang Schumann (Hrsg.), Anatomie des Krieges, Berlin 1969, S. 88 f.
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