Vietnam: Fehler und Möglichkeiten
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stefan w
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 130980 | Verfasst am: 05.10.2007 - 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Tribun hat Folgendes geschrieben:
Die haben beim Angriff auf Lang Vei verstärkt PT-76 Panzer eingesetzt, die von den dort liegenden Special-Forces-Truppen mit ihren LAWs ausser Gefecht gesetzt wurden. Ansonsten habe die Nordvietnamesen ihre Panzer hauptsächlich zu Kriegsende, als die US-Truppen nicht mehr am Bodenkrieg teilnahmen eingesetzt um die Städte zu erobern.

Was man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen darf, ist die Tatsache das die Amis ganz langsam in den Krieg hineingezogen worden sind. Süd-Vietnam war ein westlich orientierter Staat, der immer stärker von dem kommunistischen Norden unterwandert wurde und deren Bauern vom Vietkong bedroht wurde. Sie brauchten Hilfe und baten die Amis (die Franzosen konnte sie ja nicht fragen, die haben ja schon mal gelost und wer fragt schon Verlierer) Ihnen Waffen und Berater zu schicken. Als dann die Nordvietnamesen immer offensichtlicher in den Konflikt eingriffen, mussten die Amis handeln. Sie konnten doch nicht den ganzen Südostasiatischen Raum an die Kommunisten verlieren... hätten die Amis da Schwäche gezeigt, wäre vielleicht irgendwann der Iwan auf die Idee gekommen, das der Westen schwach ist und wäre in Europa eingefallen... oder wie seht ihr das? Meine Meinung

http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=8770#8770


Abgesehen davon was Jan-Hendrik im nächsten Post antwortet ist die Vorstellung das die USA "hineingezogen" wurde einfach falsch.
Tatsächlich sah der geschichtliche Ablauf so aus.

hier kann man tatsächlich mal Wikipedia heranziehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg

aber mit folgenden Einschränkungen
Es gab zwei verschiedene Arten von Dominoeffekt
die 1.Version wurde von US-Propanda verbreitet
(hier beschrieben http://de.wikipedia.org/wiki/Domino-Theorie)

die 2.Version, welche die US-"Eliten" tatsächlich so wahrnahmen (aber natürlich nicht publiziert wurde), muß man unter dem Hintergrund von sozialen (nicht sozialistischen) und freiheitlichen Bewegungen in praktisch der gesamten Welt sehen.
Diese sozialen Bewegungen setzten die Interessen der Masse der Bevölkerung in den Mittelpunkt ihrer Ziele / Politik.
Diese Ziele stehen meist im Gegensatz zur US-Interessen. Wenn US-Wirtschaftsinteressen bedroht waren, Verstaatlichung von Industrie oder Rohstoffen (vor allem wenn sich diese im Besitz von US-Konzernen befindet) wird von den Besitzerkreisen - natürlich - als Bedrohung aufgefaßt.
Nur aus diesem Grund wurden / werden Staaten wie Kuba, Chile, Nicaragua, Südvietnam ... bekämpft bzw. sich in die Angelegenheiten solcher Staaten eingemischt.
Wenn "man" es zuläßt das sich die Bevölkerung selbst organisiert, eine tatsächlich Demokratie aufbaut und die Großbesitzer enteignet kann man davon ausgehen das sich dieses auch in anderen Ländern geschehen wird.

Soweit sahen die US-Eliten einen Dominoeffekt tatsächlich als gegeben an. Die Version das die UDSSR aber die treibende Kraft dahinter sei ist ein Märchen / ein nützliches Feindbild.
DAS ist inzwischen von US-Eliten auch zugegeben worden.

Zurück zum Thema "Südvietnam"
Die Franzosen wollten nach dem Krieg ihr Kolonialreich zurück. Die Bevölkerung fühlte sich durch die japanische Formel "Asien den Asiaten" und der US-Freiheits- und Unabhängigskeits-Parole aufgefordert dieses auch für ihr Land einzufordern. Daraus entstand der vietnamesische Aufstand gegen die franz. Kolonialherren. Frankreich erhielt, wie im Wikipedia-Artikel richtigerweise steht, erhebliche Mengen an Kriegsgerät. Ohne diese Unterstützung hätte Frankreich den Krieg nicht führen können.

Der Wikipedia-Artikel ist in folgendem NICHT stimmig. Nicht nur die UDSSR und China hintertrieben den Friedenvertrag Frankreich / Vietnam. Ebensowenig hatten ihn die USA akzeptiert. Verdeckte Operationen waren die Folge.
Daraus resultierte die Teilung in Nord- und Südkorea.
Die USA ist also nicht langsam hineingeschlittert sondern hatte von Anfang an ihre Hände in der Sache. Weniger als der Norden war der unter US-Kontrolle stehende Süden eine brutale Diktatur.

Im Ganzen gesehen haben die US-Aktivitäten in Vietnam Nichts aber auch gar nichts mit der so oft verkündeten Unterstützung für Freiheit, Frieden, Menschenrechte, Demokratie zu tun.

Der Wikipedia-Artikel ignoriert weiter die Tatsache das nicht alleine Nordvietnam bombadiert wurde. Sehr sehr dicht besiedelte Gebiete wurden mit Flächenbombardements überzogen. Das gleiche Ziel hatte die Operation Phönix in welchem zahllose vietnamesische Dörfer ausgelöscht wurde. My Lai war, anders als es im Westen dargestellt wird, nicht das einzige.

Des weiteren sollte man die illegalen US-Kriege gegen die Anreinerstaaten Vietnams nicht aus den Augen verlieren.

Wenn man das alles ins Blickfeld nimmt kann man nur das - der US-ANGRIFF auf Vietnam war ein Kriegsverbrechen, ein Verstoß gegen die UNO-Charta, der durch NICHTS zu rechtfertigen war.
Und der Eingangsfrage: "Vietnam: Fehler und Möglichkeiten" kann man nur antworten. Der gesamte Krieg war falsch und es traurig das die Veranwortlichen immer noch Rang / Namen und in Freiheit sind.


Seitenblick:
Die Ausführungen Tribun zum Koreakrieg sind ähnlich falsch, ebenso seine Aussage das "die Deutschen Schuld sind, das die Amis sich jetzt für die Weltpolizei halten." Dies Vorstellung ignoriert das die USA selbst Ziele und Interessen haben, zb das ein Ziel der USA vor und im 2.Wk war Großbritanien als einflußreichster Staat der Welt abzulösen.


grüße
st
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Beiträge: 982

BeitragBeitrags-Nr.: 131054 | Verfasst am: 06.10.2007 - 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Den Vietnamkrieg als einen Krieg darzustellen, in den die USA langsam hineingeschlittert sind ist völlig absurd. Er war President Lyndon Johnsons NSAM 273 vom 26.11.1963, das der CIA und deren südvietnamesischen Söldner freie Hand ließ bei Sabotageaktionen in Nordvietnam um diese zu Racheaktionen anzustacheln. Als dies nicht klappte wurde einfach der nie stattgefundene Vorfall im Golf von Tonkin erfunden, der von Lyndon Johnson missbraucht wurde, um die USA in einen 10 Jahre andauernden totalen Krieg hineinzustürzen, der Millionen Menschenleben vernichtete. Übrigens war der angeblich angegriffene US Zerstörer "Maddox" diese CIA-Sabotageaktionen unterstützte.
Das Johnson verzweifelt nach einer Möglichkeit suchte um den Krieg auszuweiten sagte er selbst, so zu Verteidigungsminister McNamara am 10.März 1964, ungefähr fünf Monate vor dem Zwischenfall im Golf von Tonkin:
"What I want is somebody that can lay up some planes to trap this guys and whoop the hell out of ´em, KILL SOME OF ´EM, that´s what I want to do".
http://www.youtube.com/watch?v=TWiEHBf77co
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