Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse - Die Tirpitz
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 113486 | Verfasst am: 23.01.2007 - 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Am 03.09.1939 vorhandene alten Boote:
1St R-Kl
11 St S-Kl
58St V/W-Kl
3St Shakespeare-Kl
7St Scott-Kl

1933-1939 verschrottet:
1934: 1St R, 6St S
1936: 1*R, 10*S, 3*V/W, 2*Shakespeare
1937: 6*R, 1*S, 1*V/W
1938: 1*S
1939: 1*M, 1*Scott

Insgesamt: 1*M, 7*R, 18*S, 4*V/W, 3 Flotillenführer = 33 Boote

mfg

alex
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Andreas
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BeitragBeitrags-Nr.: 113523 | Verfasst am: 23.01.2007 - 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Rein von der Menge hatten die Engländer nätürlich mehr Schiffe, vor allem mit der Unterstützung der Verbündeten. Aber wie schaut´s den mit dem Modernität der Schiffe aus ? Mitte der 30er waren das meist samt und sonders Veteranen aus dem 1. WK - natürlich modernisiert, aber trotzdem alt. Gut, man hatte die Hood (Schicksal allseits bekannt) und die Nelson-Klasse (wohl gut bewaffnet und gepanzert, aber extem langsam).

Italien zog mit der Vittorio Veneto-Klasse nach, das waren moderne Schiffe, die m.E. im Gefecht den alten Engländern überlegen gewesen wären.
Japan plante an der Yamto-Klasse und baute viele Träger, eine echte Bedrohung für das Empire und dessen Seewege.

Also mußte man auf britischer Seite dringend nachziehen, auch ohne deutsche Schlachtschiffe. Zudem sah man sich als Seemacht Nummer 1 und brauchte wohl auch ein bißchen aus Prestige neue Schlachtschiffe.
Gebe natürlich zu, daß man wohl auf die eine oder andere Einheit verzichtet hätte, hätte es Scharnhorst & Co. nicht gegeben.
Aber auch eine größere Zahl britischer Geleitschiffe usw. hätte nichts daran ändern können, daß mehr deutsche U-Boote mehr Schaden hätten anrichten können, als vier Schlachtschiffe.
Wie gesagt, ich finde Schiffe wie die Bismarck sehr, sehr beeindruckend, aber mit mehr U-Booten hätte ich einen weit größeren militärischen Nutzen gesehen.

Warum man sich deutscherseits nach den Erfahrungen des 1.WK überhaupt auf den neuerlichen Schlachtschiffbau eingelassen hat, läßt sich m.E. nur mit Prestigedenken erklären. Von vorne herein muß es doch zwingend klar gewesen sein, daß England es niemals zugelassen hätte, eine halbwegs ernstzunehemende Gefahr zu See neben sich entstehen zu lassen. Man hatte in D einfach knappe 15 Jahre veloren und die wäre man mit großen Einheiten immer hinterher gewesen. Deswegen wäre es umso logischer gewesen, viel mehr auf U-Boote und leichtere Einheiten zu setzen . Diese sind viel schneller gebaut (auch weit unauffälliger) und blockieren nicht jahrelang Werften und Liegeplätze. Hätte man keine großen Einheiten gebaut, wäre zudem viel Material&Arbeitskraft für die anderen Waffengattungen frei geworden, das jetzt zur Attraktion der Fische auf dem Meeresgrund liegt.
Ähnliches sehe ich übrigens für die Graf Zeppelin. Fertig gestellt, wäre sie gnadenlos gejagt worden, bis man ihrer habhaft geworden wäre (oder einfach am Auslaufen gehindert worden). Also m.E. nutzlos für Deutschland im 2.WK.

Zum Deutsch-Englischen Flottenabkommen : solche Abkommen sind wohl dazu da, unterlaufen zu werden. Schließlich hatte die Deutschland-Klasse auch mehr als die gemäß Versailer Vetrag erlaubten 10000 ts.

Gruß, Andreas

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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 113532 | Verfasst am: 23.01.2007 - 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Im Bezug auf die Royal Navy muß ich einige Dinge ins rechte Licht rücken.
1922 wurde das Washingtoner Flottenabkommen verabschiedet, das nicht nur die Größe einzelner Schlachtschiffe begrenzte, sondern auch einen 10-jährigen Neubaustopp vorsah. Daher hatten alle Flotten zu beginn des 2.WK eine sehr große Zahl ältere Großkampfschiffe in Dienst. Betrachten wir das mal im einzelnen:

Bis auf die beiden schnellen Nagatos, stammten alle Großkampfschiffe Japans aus dem 1.WK und den Jahren davor und waren entweder nicht besonders schnell oder unzureichend geschützt. Der Bau der Yamatos wurde absolut geheim gehalten, erst 1944(!) bekamen sie Nichtjapaner zu Gesicht.
Italien legte die Vittorio Venetos erst 1938 auf Kiel, davor hatte die Regia Marina nur ein paar schnelle, aber sehr leicht bewaffnete und wenig gepanzerte Einheiten aus dem 1.WK.
Äußerst modern kam die US Navy daher, sieben ihrer Schlachtschiffe wurden gegen Ende oder unmittelbar nach dem Krieg gebaut. Das waren aber auch keine Rennpferde.

Werfen wir nun einen Blick auf die RN:

Es ist zwar richtig, dass die Nelsons „nur“ 23,5 Knoten schafften, aber bei der Konstruktion mussten das 35.000 Tonnen Limit eingehalten werden, somit hinkt der Vergleich mit einem 45.000 Tonner, der u.U. auch noch 10 Jahre jünger ist.
Die Schiffe der QE Klasse waren allesamt sehr ausgewogene Konstruktionen mit guter Bewaffnung, Panzerung und einer Geschwindigkeit, die auch noch zu Beginn des 2.WK in Ordnung war. Lediglich die Schiffe der Revenge-Klasse verdienen die Bezeichnung „veraltet“, hauptsächlich wegen konstruktiver Schwächen der Panzerung, daher sollten sie durch die Lions ersetzt werden.
Schlachtschifftechnisch war die RN gut aufgestellt und moderne Schiffe(KGV) standen kurz vor der Fertigstellung.

Wie passt die Kriegsmarine da rein? M.A. gar nicht! Schon vor dem 1.WK konnte Dtl. bei einem maritimen Wettrüsten gegen England nicht mithalten und damals hatte England nur einen Vorsprung von einem Schlachtschiff, nicht fünfzehn. Und tatsächlich sahen Hitlers Kriegpläne England eher als Verbündeten oder zumindest wohlwollenden Neutrale und nicht als Gegner. Das dt-engl. Flottenabkommen unterstreicht das.
Bei der Suche nach „handfesten“ Gründen für den dt. Schlachtschiffbau fällt mein Blick eher auf Frankreich, das Anfang der 30´er nur wenige und reichlich alte Schiffe hatte.
Auslösender Faktor werden die Panzerschiffe der Deutschland-Klasse gewesen sein, die etwas Irreführerweise als „stärker, als jedes schnellere und schneller, als jedes stärkere Schiffe“ beschrieben werden.
Die RN brauchte sich um die Panzerschiffe keine großartigen Sorgen zu machen, da sie drei Schlachtkreuzer hatte, die schneller und stärker waren. Bis zur Indienststellung der Dunkerque-Klasse hatte Frankreich aber keine Schiffe, die die Deutschlands bekämpfen konnten. Die deutsche Antwort darauf waren die Scharnhorsts, die allerdings einige Schwächen hatten und zum Bau der Bismarck-Klasse führten.

Ein Wort noch zur Geschwindigkeit. Ein Tempo von 30 Knoten ist ein absolutes Muß, wenn es darum geht Flugzeugträgern Geleitschutz zu geben. Aber Flugzeugträger haben sich erst während des Krieges als die Waffe der Zukunft herausgestellt. Bei einem Kampf Schlachtschiff gegen Schlachtschiff -der er von allen Marinen als entscheidend angesehen wurde- ist Geschwindigkeit drittrangig, da kommt es auf Bewaffnung und Panzerung an.


Gruß Markus
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Andreas
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BeitragBeitrags-Nr.: 113683 | Verfasst am: 25.01.2007 - 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

Du hast recht, man versuchte den Bau der Yamatos vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten, was u.U. auch gelungen sein mag. Sicherlich wußte die britische Admiralität zumindest bescheid (und zwar frühzeitig), daß Japan große Schlachtschiffe plant bzw. daß die Marine dergleichen vor hat. Japan war eine aufstrebende Macht im Fernen Osten und wurde von den Engländern als Bedrohung auf dem Pazifik und Indik gesehen.
Ähnliches galt für Italien im Mittelmeer. Italien, ebenfalls aufstrebend, „Kolonial-Konkurrent“ in Nordafrika und mögliche Bedrohung für den britischen Handel durch Gefahr u.a. für den Suezkanal. Die ersten beiden Vittorio Venettos wurden schon 1934 auf Kiel gelegt.
Zwei potentielle Gegener, die ihre Seestreitkräfte aufrüsten - dies dürfte wohl ausgereicht haben, daß England moderne Schlachtschiffe plant und auch ausführt. Auch ohne große deutsche Einheiten hätte England die KGVs gebaut.

Man hatte dies, drignend nötig. Zwar mit modernisierten Einheiten ausgestattet, die aber trotzdem nicht mehr zeitgemäß waren. Anscheinend litten sie nachwievor unter britischen Konstruktionsmängeln wie schlechter Schutz gegen Torpedoangriffe :
Royal Oak (Revenge-Klasse) bekannterweise von U 47 versenkt,
Barham (Queen Elisabeth-Klasse) von U 331 im Mittelmeer versenkt
sowie ein schlechter horizontaler Schutz der Munitionskammern, wodurch wohl die Hood verloren ging.

Du schreibst, daß die Engländer vor dem 1.WK nur ein Schlachtschiff mehr als Deutschland hatten. Ein paar mehr waren´s schon, laut Breyers „Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer von 1905-1970“ hatte Deutschland 1914 17 Schlachtschiffe und fünf Schlachtkreuzer fertiggestellt, die Engländer 24 und zehn. In den 30er war das Verhältnis bekanntlicherweise noch viel krasser.

Habe mich auch schon öfters gefragt, warum es bei der Deutschland-Klasse immer heißt „schneller als stärkere und stärker bewaffnet als schnellere Schiff“. Schließlich hatten ja die Engländer diverse schnellere und gleichzeitig stärkere Schiffe. Daß man französische Gegener damit meinte, darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Immerhin war die Deutschland-Klasse erfolgreich im Einsatz gegen Handelsschiffe.

Um mal zurück zur Tirpitz zu kommen - hat die eigenlich mal einen Gegner versenkt oder aufgebracht ?



Gruß, Andreas


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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 113690 | Verfasst am: 25.01.2007 - 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas, du hast Recht. Die letzten zwei Vittorio Venetos wurden erst 38 auf Kiel gelegt, die ersten zwei schon 34.

Die Royal Oak gehörte zu der erwähnten, veralteten Revenge-Klasse, während die Barham eines der am wenigsten modernisierten Schiffe der QE-Klasse war, m.W. betraf das auch den Schutz gegen Torpedos. Die Hood war nur ein Schlachtkreuzer und hätte als solcher in einem Gefecht mit einem Schlachtschiff so oder so nicht zu suchen gehabt.
Selbst die Amerikaner hatten noch zwei Schiffe mit 30cm Geschützen in Dienst und zwei weitere, die von Dampfmachinen(keinen Dampfturbinen) angetrieben wurden.

1.WK: Damit meinte ich nicht 1914, sondern die Jahre davor. Da durch den Bau der HMS Dreadnought die vor-Dreadnoughts bedeutungslos wurden, hatte England 1906 genau ein Schlachtschiff mehr als Dtl.

Markus
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 113709 | Verfasst am: 26.01.2007 - 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

@Markus:

Zitat:
und zwei weitere, die von Dampfmachinen(keinen Dampfturbinen) angetrieben wurden


mW absolut falsch. Die Amerikaner hatten ihre Schlachtschiffe zwischen den Kriegen mehrmals modernisiert, und keines der bis 1941 überlebenden Schiffe hatte je Dampfmaschinen...

Hood, Refit und Repair waren für eine Sache absolut gut: die Dtl-Klasse jagen. Tatsächlich waren bis zur Indienststellung der Dunkerques lediglich diese drei Schlachtkreuzer die einzigen auf der WElt, die den Panzerschiffen gefährlich werden konnten, und auch gegen die Schwestern waren sie durchaus Faktoren, mit denen man rechnen musste. Gegen eine BM oder VV - naja, Kanonenfutter. Gegen alles andere....

Egal, wie ihr es dreht und wendet, mit dem kompletten Verzicht auf die Bismarcks hätte Dtl eher noch mehr Probleme, als mit diesen beiden Schiffen.

1, England kann es sich leisten, die 5 KGVs und die 4 Lions (und Vanguard) nicht, oder nur teilweise zu bauen, das gleiche trifft noch mehr auf die neuen "leichten" Kreuzer zu
2, Der Bau von zusätzlichen 100-200 U-Booten wäre ein enormer Verstoss gegen das dt-engl. Flottenabkommen gewesen, was die Engländer auf keinen Fall ohne Antwort gelassen hätten. 10-20% Verdrängungsschumelei sind eine Sache, die Verdoppelung der Verdrängung und der Zahl der Einheiten eine andere!

Begint jetzt Dtl U-Boote zu bauen - irgendwann 1937/1938! - wäre es mit dem Appleasement schluss, keine Aufteilung der Tschechoslowakei, keine Ausrüstung für weitere 30-40 Divisionen, usw, sondern schon im Oktober 1938 Krieg...


mfg

alex
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BeitragBeitrags-Nr.: 113735 | Verfasst am: 26.01.2007 - 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

*ALEX* hat Folgendes geschrieben:
@Markus:

mW absolut falsch. Die Amerikaner hatten ihre Schlachtschiffe zwischen den Kriegen mehrmals modernisiert, und keines der bis 1941 überlebenden Schiffe hatte je Dampfmaschinen...


alex



Mit Ausnahme von USS Texas und USS New York. Die sind zwar von Kohle auf Ölfeuerung umgestellt worden, aber Turbinen wurden dabei nicht eingebaut.

Markus
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Olli
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BeitragBeitrags-Nr.: 113748 | Verfasst am: 26.01.2007 - 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

*ALEX* hat Folgendes geschrieben:
Hood, Refit und Repair waren für eine Sache absolut gut: die Dtl-Klasse jagen. Tatsächlich waren bis zur Indienststellung der Dunkerques lediglich diese drei Schlachtkreuzer die einzigen auf der WElt, die den Panzerschiffen gefährlich werden konnten, und auch gegen die Schwestern waren sie durchaus Faktoren, mit denen man rechnen musste. Gegen eine BM oder VV - naja, Kanonenfutter. Gegen alles andere....


Refit?? Repair???

BM?? (ich tippe auf Bismarck?!)
VV???
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 113749 | Verfasst am: 26.01.2007 - 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Olli hat Folgendes geschrieben:


Refit?? Repair???

BM?? (ich tippe auf Bismarck?!)
VV???


BM = Bismarck
VV = Vittori Veneto

Und HMS Renown und Repulse waren *hüstel* etwas wartungsintensive Schiffe, daher hat der britische Humor schnell für passende Spitznamen gesorgt.

edit: Das Gefecht gegen Scharnhorst und Gneisenau hat HMS Renown nur dank der mangelnden Seetüchtigkeit der dt. Schiffe überlebt. Bei besserem Wetter wäre dieser minimal gepanzerte Schlachtkreuzer erledigt gewesen.

Markus


Zuletzt bearbeitet von Markus am 26.01.2007 - 14:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Olli
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BeitragBeitrags-Nr.: 113750 | Verfasst am: 26.01.2007 - 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

hehe - oki. alles klar

danke für die antwort!

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Andreas
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BeitragBeitrags-Nr.: 113776 | Verfasst am: 26.01.2007 - 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Begint jetzt Dtl U-Boote zu bauen - irgendwann 1937/1938! - wäre es mit dem Appleasement schluss, keine Aufteilung der Tschechoslowakei, keine Ausrüstung für weitere 30-40 Divisionen, usw, sondern schon im Oktober 1938 Krieg...


Das hieße ja, daß die Briten U-Boote gefährlicher angesehen haben als Schlachtschiffe ! Zwinkern

Nun, jeder hat seine eigene Wahrheit und sich darüber unterhalten macht doch schließlich Freude. Bleibe auch bei meiner, daß Deutschland im 2.WK im Überwasserseekrieg gar nichts zu holen hatte. Wo ist der Nutzen bei großen Einheiten, wenn einem der Gegener zahlenmäßig so stark überlegen ist ? Viel Aufwand für mehr oder weniger gar nichts. Gut, Bindung starker gegenerischer Einheiten – das hätten aber mehr U-Boote auch getan. Wahrscheinlich sogar in wesenlich größerem Ausmaß, da U-Boote ja viel beweglicher sind. Bei gleichzeitig mehr Schaden für den Gegner.
Man sehe mir diese etwas nüchterne Aufstellung im Hinblick auf die vielen gefallenen Seeleute nach. !

Tirpitz und Bismarck haben auch noch nach Kriegsbeginn Mengen an Arbeitskraft und Material gebraucht, da war das Deutsch-Enlische Flottenabkommen schon hinfällig. Und das Material&die Arbeit hätte ich anderswo viel besser „investiert“ gesehen. Derartiges Prestigedenken bei der Admiralität und dt. Führung war absolut fehl am Platz und in meinen Augen eher ein Klotz am Bein.

Gruß, Andreas

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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 113778 | Verfasst am: 26.01.2007 - 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Wo der nutzen der großen Einheiten ( soweit noch vorhanden und einsatzbereit ) lag hat sich ja dann in der 2.Jahreshälfte 1944 und 1945 gezeigt Zwinkern

Daß die dt. Flotte bei Kriegsbeginn ( auch bezüglich der bereits laufenden Bauten und Projekte ) absolut unausgewogen war dürfte wohl jedem klar sein , sie sollte ja erst wesentlich später "kriegsbereit" sein . Und sie wurde durch die sprunghafte "Strategie" ( oder besser das Fehlen selbiger ) vor Aufgaben gestellt , die sie so kaum lösen konnte ( allein schon der Mangel an kleineren und mittleren Einheiten zur Geleitsicherung war mehr als eklatant ) .

Bezüglich der Planungen der Kriegsmarine im bautechnischen Bereich empfehle ich als Lektüre Carl Dreessens "Die deutsche Flottenrüstung" Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 113802 | Verfasst am: 27.01.2007 - 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, das Problem lag mM darin, dass Dtl eine komplette Flotte von 0 auf in relativ kurzer Zeit aufbauen musste (sogar 10 Jahre sind in diesem Sinne nur eine "kurze Zeit"!).

Die Probleme, die ein solcher Aufbau mit sich bringt, sind enorm! Auf Marine-Archiv haben wir letztes Jahr versucht, eine 1938-1943 eine Flotte aufzubauen, die (fast) den Flottenabkommen entsprach, UND die Handelsschiffbauten nicht eingeschränkt werden müssen (jaja.. die Handelsflotte musste auch neu aufgebaut werden...). Der Aufbau ging nur sehr schwer, und wir haben einen Bruchteil dessen gebaut, was im Z-Plan vorgesehen war!

@Andreas:
Nutzen von schweren Einheiten? Denk mal an den Ausflug der Schwestern und von Bismarck! Das ganze Geleitzugsystem geriet durcheinander, obwohl es "nur" je zwei Schiffe waren (oder PQ17...)! Wann bitte hat der U-Boot-Krieg die Einstellung des Verkehrs bewirkt? Zwinkern
Ob jetzt die Englander U-Boote oder Grosskampfschiffe als grössere GEfahr angesehen haben/hätten, ist im Endeffekt uninteressant. Wichtig ist der eklatante Verstoss gegen das erst abgeschlossene Flottenabkommen (woran sich Dtl sowieso kaum gehalten hat). Ein solcher, von euch propagierter Ausbau der U-Boot-Flotte schon 1937 hätte auf jeden Fall Folgen gehabt!

mfg

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BeitragBeitrags-Nr.: 114389 | Verfasst am: 04.02.2007 - 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt mal im Ernst,

Du wilst doch nicht behaupten, daß die Schlachtschiffeinsätze hinderlicher&gefährlicher für die Geleitzüge waren, als die Angriffe der U-Boote.

Die Bismarck wurde bei ihrem ersten Einsatz versenkt, der Einsatz der Tirpitz gegen den PQ 17 bewirkte die Auflösung des Geleitzugs, keine Einstellung der Route. Den Geleitzug vorgenommen haben sich dann U-Boote und Flugzeuge.
Wie oft wurde ein Geleitzug im Zuge eines Rudelangriffs aufgelöst ?

Recht hast Du natürlich, daß es ein Verstoß gegen das Abkommen gewesen wäre, mehr U-Boote zu bauen. Sicher wäre das geahndet worden bzw. hätte ein Reaktion gehabt.
Aber : zu Beginn des Krieges waren die U-Boote sehr erfolgreich ("Torpedo-Krise" mal ausgenommen), da die Technik & Taktik der Gegner noch nicht ausgereift war. In diesem Stadium hätten mehr U-Boote viel mehr Nutzen bringen können. Deswegen bleibe ich dabei, daß man deutscherseits aus den Erfahrungen des 1.WK hätte lernen können, daß Schlachtschiffe schlicht und einfach im Vergleich zum Aufwand wenig Nutzen haben. Sinnvoller Schritt wäre gewesen, die großen Einheiten (Bismarck, Tripitz, Scharnhorst und Gneisenau) gar nicht erst auf Kiel zu legen und spätestens bei absehbarem Beginn des Krieges soviele U-Boote wie nur möglich zu produzieren (mit eingespartem Material und Kapazitäten), wiederum im Hinlick auf gemachte Erfahrungen im 1.WK. Eine Gegenerschaft Englands muß absehbar gewesen sein.

Du hast recht, die Flotte war nicht kriegsbereit, bzw. sah sich nicht so. Bin aber der Meinung, daß mehr Schlachtschiffe usw. auch nur dazu geführt hätten, daß mehr davon versenkt worden wären. Die großen Schlachtschiffe wären sehr beeindruckend gewesen, aber hätten erstens ebenfalls ein Reaktion der Gegner gebracht. England als "natürliche" Seemacht hat einfach weit größere Baukapazitäten als Deutschland (auch mit erobertem Farnkreich), von Amerika ganz zu Schweigen. Und zweitens wären wohl auch mehr Schlachtschiffe nur mehr aufwendig hergestellte Ziele für gegnerische Flugzeuge und U-Boote gewesen.
Deswegen : keine dicken Pötte, mehr U-Boote, mehr Zerstörer und mehr Handelschiffe. Zwinkern
Das mit dem Aufbau auf "Marine-Archiv" würde mich interessieren - ein Onlinespiel ?

An Jan-Hendrik :
Du spielst sicher auf die Unterstützung der Schweren Kreuzer und Ex-Panzerschiffe bei der Rettung von Flüchtlingen und Unterstützung gegen die Rote Armee an. Eine sehr wichtige Aufgabe, zweifelos. Schlachtschiffe waren daran aber nicht beteiligt und derlei Unterstützung erfolgte auch von kleineren Einheiten. Natürlich hast Du recht, daß es zuwenig kleine (man hatte ja hervorragende Zerstörer) und mittlere Einheiten gab. Wahrscheinlich aber auch deswegen, weil man durch den Bau der großen Prestigeobjekte zu wenig Kapazitäten frei hatte.
Nach dem Buch werde ich auf jeden Fall mal in der Bücherei schau´n. Zwinkern


Gruß, Andreas

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BeitragBeitrags-Nr.: 114391 | Verfasst am: 04.02.2007 - 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hier der Link zum Kern-Thread, für jede Schiffsklasse gibts einen eigenen Entwicklungsthread:

http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,1567.0.html

und ja, ich behaupte, dass Dickschiffe uU gefährlicher für einen GEleitzug sein können. Beispiele gibts genug. Hipper, die Schwestern, uA haben "ihre" Geleitzüge praktisch alleine vernichtet. Jedes mal, als ein Dickschiff auf einen Geleitzug traf, wurde dieser Aufgelöst, Vernichtet, oder zumindest schwer angeschlagen (ich denke hier nicht nur an Dtl, die Royal Navy hat sowas im Mittelmeer auch des Öfteren hingekriegt).

nein, ich sage nicht, dass mehr Dickschiffe hätten gebaut werden sollen, nur dass eine ausgewogene Flotte hätte gebaut werden sollen (laut dem Vertrag bestand auch die Möglichkeit dazu!)


mfg

alex
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