Schlacht bei Tannenberg
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Paul v. Hindenburg
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BeitragBeitrags-Nr.: 5689 | Verfasst am: 20.02.2004 - 00:50    Titel: Schlacht bei Tannenberg Antworten mit Zitat

Schlacht bei Tannenberg
(Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon)



Tannenberg (heute Stębark, Polen) fand während des Ersten Weltkriegs vom 26. bis 30. August 1914 zwischen Russland und Deutschland statt.
Der Schlacht vorausgegangen waren die im deutschen Schlieffen-Plan nicht vorgesehenen russischen Angriffe auf die nur durch die 8. deutsche Armee geschützte Ostfront. Unter Führung von Generaloberst von Prittwitz wurde die 8. Armee schon Mitte August 1914 von der 1. russischen Armee (Njemen-Armee) und der 2. russische Armee (Narew-Armee) in Ostpreußen attackiert und zurückgedrängt. Um einer Einkesselung seitens der russischen Armeen, die schon in bedrohliche Nähe der Stadt Königsberg gelangt waren, zu entgehen, entschloss man sich, gegen die Njemen-Armee in die Offensive zu gehen und so die beiden Armeen separat zu bekämpfen. In der folgenden Schlacht von Gumbinnen (heute Gussew, Russland) am 19. und 20. August 1914 wurde die 8. Armee jedoch unter hohen Verlusten entscheidend geschlagen.

Angesichts der überlegenen russischen Kräfte zog sich die 8. Armee hinter die Weichsel zurück und lieferte damit die ostpreußische Zivilbevölkerung schutzlos den vorrückenden russischen Truppen aus. Als diese begannen Dörfer zu plündern und einzelne Bewohner hinzurichten, lösten sie eine Massenflucht unter ostpreußischen Bevölkerung aus. Kaiser Wilhelm II. entzog daraufhin dem in die Kritik geratenen von Prittwitz den Oberbefehl und betraute Paul von Hindenburg, der von dem neuen Stabschef Erich Ludendorff unterstützt wurde, mit dessen Nachfolge.

An der Westfront wurden als Konsequenz Truppenteile abgezogen, die zur Unterstützung der Ostfront dringend benötigt wurden. Auf diese Weise neu gestärkt und gruppiert, ging die nun 150.000 Mann zählende Armee am 26. August bei Tannenberg gegen die Narew-Armee vor. Obwohl die russische Armee numerisch überlegen war und außerdem die russische Njemen-Armee nur 40 km weiter nördlich zur Unterstützung bereit stand, konnten die deutschen Truppen die Narew-Armee unter dem Oberbefehl von General Samsonow einkreisen und ihr empfindliche Verluste zufügen.

Der Erfolg dieses riskanten Manövers beruhte vor allem darauf, dass es den Deutschen gelungen war, die russische Nachrichtenübertragung zu dekodieren und sie daher schon im Voraus über russische Truppenbewegungen Kenntnis besaß. Des Weiteren konnte die deutsche Armee mit ihrer qualitativ deutlich besseren militärischen Ausrüstung ihre zahlenmäßige Unterlegenheit mehr als ausgleichen. Zudem war die russische Armee aufgrund der nicht zuende geführten Mobilmachung in ihren Manöverbewegungen bei weitem nicht so flexibel wie die deutsche Armee. In der Schlacht, in der sich circa 150.000 Deutsche und etwa 190.000 Russen gegenüber standen, mussten sich die Russen nach der Einkesselung geschlagen geben. Ungefähr 90.000 russische Soldaten gingen in deutsche Kriegsgefangenschaft, ihr Oberbefehlshaber, General Samsonow, erschoss sich noch auf dem Schlachtfeld, um der Gefangennahme zu entgehen. Die russische Seite hatte insgesamt Verluste von insgesamt ungefähr 120.000 Mann (darunter 6.700 Gefallene) und etwa 300 Geschützen zu beklagen, während die deutsche Seite circa 14.000 Mann (darunter 4.000 Gefallene) verlor.

Nachdem auch die erste russische Armee in der nachfolgenden Schlacht bei den Masurischen Seen vom 6. bis 15. September 1914 von der 8. deutschen Armee geschlagen werden konnte, kam es in der begeisterten deutschen Öffentlichkeit zu einem wahren Hindenburg-„Kult“, der so weit ging, dass man den „Held von Tannenberg“ nach seinem Tod im Jahre 1934 in einer Gruft im „Tannenberg-Denkmal“ bei Hohenstein (heute: Olsztynek, Polen) beisetzen ließ. Dieses Denkmal wurde 1927 zu Ehren der Siege der Schlachten von Tannenberg und den Masurischen Seen errichtet, allerdings 1945 auf Geheiß Hitlers (teilweise) gesprengt, bevor es von der heranrückenden Roten Armee erreicht werden konnte.
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Hauptmann
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BeitragBeitrags-Nr.: 5834 | Verfasst am: 21.02.2004 - 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

und? noch fragen?
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 6727 | Verfasst am: 03.03.2004 - 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Stell dir mal vor, die Schlacht wäre daneben gegangen!
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Hpstf. Michael Wittmann
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BeitragBeitrags-Nr.: 6733 | Verfasst am: 04.03.2004 - 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Lord of the Board hat Folgendes geschrieben:
Stell dir mal vor, die Schlacht wäre daneben gegangen!
Das ist jetzt aber gemein von dir, kannst den Jungen doch net so eine schwere Frage an den Kopf werfen Cool
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 13155 | Verfasst am: 06.06.2004 - 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Also nach dem was ich weiß kamen die 2 Korps Verstärkungen erst nach der Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen an. Und die Entscheidung Rennenkampfs Armee mehr oder weniger unbeachtet zu lassen und sich auf Samsonow zu konzentrieren kam nicht von Hindenburg sondern von Oberstleutnant Max Hoffmann, Mitglied des Generalstabes der 8. Armee.
Auch während der Schlacht spielt Hindenburg eher eine Nebenrolle, hier war Ludendorff die dominante Person. Auch der Beitrag von General Francois´ sollte nicht vergessen werden. Entgegen seinen Befehle umging er Samsonows linke Flanke und kesselte ihn so ein.
(klugscheißerei ich weiß, aber ich wollte auch mal was schlaues sagen!)
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 81709 | Verfasst am: 31.12.2005 - 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.tannenberg1914.de

Winken

Jan-Hendrik
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 81719 | Verfasst am: 31.12.2005 - 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Link jan-Hendrik,
aber ich empfehle dazu noch Reichsarchiv "Schlachten des Weltkrieges" Band 19 von 1927.
Sollte es noch gelegtnlich im Anti geben, habe vor zwei Jahren 9,- Euro bezahlt.

Gruß
Fred
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 81721 | Verfasst am: 31.12.2005 - 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Hinweis Gut gemacht!

Hier noch eine schöne Seite über den GFM v. Hindenburg :

http://www.rosenberg-wpr.de/Hindenburg/Hindenburg.htm

Winken

Jan-Hendrik
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Helfdane
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BeitragBeitrags-Nr.: 91016 | Verfasst am: 31.03.2006 - 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Bei den Werken über die Schlachten des Ersten Weltkrieges aus den Jahren zwischen 1919 und 1945 sollte man Vorsicht walten lassen. Bedenket immer bei diesen Werken, dass der Erste Weltkrieg verloren ging und die "Dolchstoßlegende" in der Republik grassierte. Noch immer waren Teile der Bevölkerung davon überzeugt, dass das deutsche Heer ungeschlagen war. Der Tenor jener Werke ist einseitig und läßt jeglicher Objektivität zu wünschen übrig.
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vidal
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BeitragBeitrags-Nr.: 95779 | Verfasst am: 17.05.2006 - 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Werke über den Ersten Weltkrieg die teilweise schon während und auch nach dem Krieg erschienen sind mit grösster Vorsicht "zu geniessen". Habe selbst noch ein paar solcher alter, vergilbter Bände die kaum mit den heutigen Erkenntnissen über die Geschehnisse der jeweiligen Kriegsjahre mehr korrespondieren.

Insofern
vidal
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 95781 | Verfasst am: 17.05.2006 - 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Nein , unsereiner hat sich och noch nie mit Geschichte beschäftigt ... Verrückt

Danke für Eure Hinweise diesbezüglich , aber des dürfte doch wohl für Jeden , der nich mehr ganz grün hinter den Ohren ist , klar sein Zwinkern

Cu

Jan-Hendrik
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richard.hargreaves
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BeitragBeitrags-Nr.: 140422 | Verfasst am: 21.02.2008 - 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
http://www.tannenberg1914.de

Winken

Jan-Hendrik


Ausgezeichnete Seite! Danke. Ich will ein Buch der Tannenberg einmal schreiben.

Winken
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 158504 | Verfasst am: 03.09.2008 - 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

...

Zuletzt bearbeitet von Reiter am 20.03.2010 - 18:45, insgesamt einmal bearbeitet
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 163707 | Verfasst am: 28.11.2008 - 07:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Habe selbst noch ein paar solcher alter, vergilbter Bände die kaum mit den heutigen Erkenntnissen über die Geschehnisse der jeweiligen Kriegsjahre mehr korrespondieren.


Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal mal, worauf diese "neuen Erkenntnisse" fundieren Zwinkern Immerhin ist mit dem Brand des Heeresarchivs in Potsdam 1945 die wohl wichtigste Primärquelle, die Heeresakten, zum größten Teil vernichtet worden. Ob nun die heutigen politischen Ansichten mit der damaligen Perspektive nicht mehr konvergieren ist doch für die militärhistorsiche Untersuchung eher sekundär, oder? Idee

Zitat:
Der Tenor jener Werke ist einseitig und läßt jeglicher Objektivität zu wünschen übrig.


Den "Tenor" des Zeitgeistes liest man auch in "heutigen" Geschichtswerken zu genüge Rollene Augen Wichtig ist nunmal, über eine möglichst breite Quellenbasis an ein Thema ran zu gehen. Und da kommt man kaum an den Reichsarchiv-Bänden vorbei Idee

Meine Meinung

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 163716 | Verfasst am: 28.11.2008 - 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Bei den Werken über die Schlachten des Ersten Weltkrieges aus den Jahren zwischen 1919 und 1945 sollte man Vorsicht walten lassen


Zitat:
Werke über den Ersten Weltkrieg die teilweise schon während und auch nach dem Krieg erschienen sind mit grösster Vorsicht "zu geniessen"


Also, bei sowas muß ich echt mit dem Kopf schütteln. Haarsträubend

Horrido!

Nicole
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