Israelische Kommandoaktion Entebbe
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Spähtrupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 119458 | Verfasst am: 12.04.2007 - 12:47    Titel: Israelische Kommandoaktion Entebbe Antworten mit Zitat

Israelische Kommandoaktion Entebbe

Codename: Operation Thunderball (auch Thunderbolt), später umbenannt in Operation Jonathan

Ausgangssituation
Am 27. Juni 1976 wurde eine Passagiermaschine der Air France auf dem Flug von Athen nach Paris (Flug 139) von acht palästinensischen Terroristen der Volksfront zur Befreiung Palästinas und der Wadi-Hadad sowie von zwei deutschen linksradikalen Terroristen der sogenannten Revolutionären Zellen entführt und zunächst nach Libyen umgeleitet. Schließlich wurde der französische Flugkapitän gezwungen, nach Ostafrika weiterzufliegen und auf dem Internationalen Flughafen Ugandas in Entebbe zu landen.
Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel 1972 unterstützte die ugandische Regierung unter Präsident Idi Amin offen den palästinensischen Befreiungskampf und gewährte deshalb der entführten Air France-Maschine Landerecht, was als aktive Unterstützung der Flugzeugentführung gewertet wurde.

http://img83.imageshack.us/img83/6432/flugplatzentebbecy4.jpg
Entebbe International Airport, der Internationale Flughafen von Uganda

Forderungen der Entführer
Ziel der Entführung war vordergründig die Freipressung von über 50 inhaftierten Terroristen in Israel, Frankreich, der Bundesrepublik und der Schweiz, darunter auch Mitglieder der RAF und der sogenannten „Bewegung 2. Juni“. Zusätzlich wurde eine Geldforderung in Höhe von 5 Millionen US-Dollar erhoben.
In einem zynischen Akt wurden die jüdischen Passagiere (80 Israelis und etwa 20 Franzosen) mutmaßlich unter der Regie des deutschen Entführers Wilfried Böse aussortiert und in einer alten Transithalle des Flughafenterminals als Geiseln gefangen gehalten. Die übrigen Passagiere wurden in einer herbeigeorderten zweiten Air France-Maschine ausgeflogen. Davon ausgeschlossen war auf eigenen Wunsch die Flugzeugbesatzung von Flug 139 unter ihrem Kapitän Michel Bacos, die sich unter Berufung auf ihre Verantwortung für alle Passagiere geweigert hatte, die jüdischen Geiseln im Stich zu lassen.

Die Geiselbefreiung
In Israel bereitete man unverzüglich eine Befreiungsaktion der Geiseln vor, nachdem der israelische Geheimdienst Mossad innerhalb weniger Tage alle erforderlichen Informationen gesammelt und ausgewertet hatte. In der Nacht des 3. Juli flog ein Spezialkommando aus mehreren Mossad-Mitarbeitern und über 100 Elitesoldaten der Spezialeinheit Sajaret Matkal vom israelischen Heeresnachrichtendienst Aman in vier Hercules-Transportflugzeugen vom Typ Lockheed C-130H nach Entebbe und landete dort auf dem Flugfeld. Die Kampfhandlungen dauerten ca. eine halbe Stunde und forderten 56 Menschenleben. Neben sieben getöteten Terroristen starben drei Geiseln im Kugelhagel, und bei den Gefechten mit Einheiten der ugandischen Armee kamen sowohl der Leiter der israelischen Befreiungsoperation, Oberst Jonathan Netanjahu, als auch 45 ugandische Soldaten ums Leben.

http://img187.imageshack.us/img187/2710/c130haf4.jpg
Eine Hercules-Transportmaschine, wie sie bei der israelischen Befreiungsaktion eingesetzt wurde

Die Israelis setzten bei dieser Gelegenheit auch die auf dem Flugfeld stationierten Kampfflugzeuge der ugandischen Luftwaffe, vier MiG-17 und sieben MiG-21, außer Gefecht. Die befreiten 100 Geiseln wurden wenig später über Nairobi nach Israel ausgeflogen.
Tags darauf, am 4. Juli, war noch ein zusätzliches Opfer zu beklagen. Die 75-jährige Jüdin Dora Bloch, eine Holocaust-Überlebende, war eine der Geiseln und wurde aus medizinischen Gründen noch vor der Befreiungsaktion in ein Krankenhaus nach Kampala gebracht, wo sie schließlich von ugandischen Soldaten kaltblütig ermordet wurde.

Die Geiselbefreiungsoperation wurde später im Gedenken an den dabei ums Leben gekommenen Oberst Jonathan Netanjahu in Operation Jonathan umbenannt.


Quelle: hauptsächlich wikipedia
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Andre
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BeitragBeitrags-Nr.: 119504 | Verfasst am: 12.04.2007 - 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Muki Betser und Robert Rosenberg beschreiben in ihrem Buch " In geheimem Auftrag" die Operation sehr genau. Wenn ich Zeit finde stelle ich dazu nochwas ein.

Hier ein Foto aus dem Buch:

http://i10.tinypic.com/3y60zkz.jpg

Bildunterschrift:
(...) Auf dem Rückflug steht Muki Betser bei einer Zwischenlandung in Sharm el Sheikh neben dem inzwischen legendär gewordenen schwarzen Mercedes in der geöffneten Heckklappe einer Hercules Transportmaschine.

Es handelt sich um einen W115 genannt /8 (hier: 1. Serie) Baujahr 1968-1976. Autos vom Typ Mercedes waren damals eher selten in Israel. In dem Buch wird auch die Beschaffung beschrieben. Ein Geschäftsmann besaß eines der seltenen Exemplare aus Untertürkheim und bekam Besuch vom Mossad, der ihm das Ding unter größter Geheimhaltung abschwatzte. Der Wagen (220D = zornige 60 PS) war der Schlüssel zum Erfolg!

Gruß
Andre
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 119517 | Verfasst am: 12.04.2007 - 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

ja die Aktion war tollkühn, Respekt vor Israelis!
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 119518 | Verfasst am: 12.04.2007 - 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Strich-Achter waren ja auch noch richtige Autos Cool

Leider hat Daimler des nach der 124er-Serie aufgegeben Weinen

Dagegen

Jan-Hendrik
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Spähtrupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 119540 | Verfasst am: 12.04.2007 - 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Kosmos hat Folgendes geschrieben:
ja die Aktion war tollkühn, Respekt vor Israelis!

Sehe ich auch so.
Nicht auszudenken, was ansonsten mit den jüdischen Geiseln geschehen wäre, wenn - und das ist anzunehmen - die Forderungen der Entführer nicht erfüllt worden wären.
Dass die palästinensischen Terroristen nicht zimperlich waren, bewiesen sie ja bereits mit der Ermordung der israelischen Geiseln während der Olympischen Sommerspiele in München 1972.
Interessant (und bestürzend zugleich) ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Ugandas Präsident Idi Amin nach dieser Tragödie ein Telegramm an den UNO-Generalsekretär schickte, in dem er die Bluttat der Palästinenser verherrlichte.
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Andreas1984
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BeitragBeitrags-Nr.: 119576 | Verfasst am: 13.04.2007 - 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Was sich mir noch nicht so ganz erschließt ist der Zusammenhang zwischen dem Daimler und der Kommandoaktion. Kann mir des vllt. jemand erläutern? Danke.
Gruß,

Andreas
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 119582 | Verfasst am: 13.04.2007 - 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

Fällt mir übrigens grade auf ... der alte 220D hatte nur 55 Ps , die 60PSsige Variante kam erst später Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 119584 | Verfasst am: 13.04.2007 - 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Also, Buchtipps dazu:

Muki Betser/Robert Rosenberg: Soldat in geheimen Auftrag
Born in battle No. 5: Entebbe
William Stevenson: 90 Mintuten in Entebbe

Was der Merci damit zu tun hat?
Ein Mercedes gleichen Typs wurde von hohen ugandischen Bamten etc genutzt. Der Mercedes wurde als erstes abgesetzt und fuhr außer Sichtweite zum Eingang des Flughafens, gefolgt von 2 Land Rovern, alle voll mit isrl Kommandosoladten. Die Wachtposten dachten, es komme eine Kontrolle und passten mehr auf die Pkw auf als auf das Flugfeld.

Also Ablenkung.

Ach ja, der ganze Einsatz konnte nur stattfinden, weil eine israelsiche Firma den Flughafen gebaut hat und der IDF die Pläne zur Verfügung stellte. Uganda war lange Zeit mit Israel eng verbündet, ugandische Soldaten wurden in Israel ausgebildet, Idi Amin trug (unberechtigt) das isr. Fallschrimjägerabzeichen.

Hier eine Skizze von dem Ablauf

http://img.photobucket.com/albums/v102/golani/karteEntebbe.jpg
Quelle: "90 Minuten in Entebbe"

Die ganze Aktion wurde in israel als Spielfilm nachgedreht, leider habe ich den Film noch nicht gesehen.
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Andreas1984
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BeitragBeitrags-Nr.: 119587 | Verfasst am: 13.04.2007 - 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

Aha...danke, Hoover.
Gruß,

Andreas
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Spähtrupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 119651 | Verfasst am: 14.04.2007 - 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die überaus interessanten Detail-Infos und die Operations-Skizze, Hoover! Gut gemacht!
Dass Idi Amin das israelische Fallschirmjägerabzeichen unberechtigt trug, war mir nicht bekannt. Er wurde ja 1966 durch den MI6 zur Spezialausbildung nach Israel vermittelt, und deshalb dachte ich, er hätte das Abzeichen regulär erworben.
Zumindest trug er es auch später (also nach 1972) noch stolz an seiner Uniformjacke, die übrigens eigens für ihn umgeschneidert und verlängert wurde, damit alle Orden darauf Platz hatten. Kein Witz.
Hier mal zum Vergleich:
http://img246.imageshack.us/img246/3533/idiaminmitfallschirmjgeaq4.png http://img246.imageshack.us/img246/5359/ordenvonidiaminjn6.jpg
Auf dem Foto links ist Idi Amins Fallschirmjägerabzeichen deutlich über der linken Brusttasche zu sehen.
Auf dem Foto rechts, ca. 1977, geht es angesichts einer buchstäblich inflationären Orden-Schwemme beinahe unter.
Worum es sich bei den übrigen, z.T. selbstverliehenen Orden im Einzelnen handelt, kann ich mangels Fachwissen
leider nicht sagen. Sieht auf jeden Fall recht imposant aus, das ganze bunte Blech...


Was die Spielfilmproduktion bezüglich der Geiselbefreiung betrifft, so gibt es derer gleich drei, alle hochkarätig besetzt, alle für das Fernsehen produziert:

1. Victory At Entebbe (Unternehmen Entebbe), USA 1976
mit Burt Lancaster, Elizabeth Taylor, Richard Dreyfuss, Anthony Hopkins u.a.
Regie: Marvin Chomsky

2. Raid On Entebbe (kein Synchrontitel bekannt), USA 1977
mit Charles Bronson, Peter Finch, Horst Buchholz, Yaphet Kotto u.a.
Regie: Irvin Kershner

3. Mivtsa Yonatan (Operation Thunderbolt), Israel 1977
mit Klaus Kinski, Sybil Danning u.a.
Regie: Menahem Golan

Quelle: wikipedia

Ich selbst habe bislang keinen dieser Filme gesehen und kann deshalb auch nichts darüber sagen.

http://img180.imageshack.us/img180/9255/entebbeairportkl4.jpg
Laut der Operationsskizze müsste dies hier das alte Terminalgebäude auf dem EIA sein,
in dem die jüdischen Flugzeug-Passagiere bis zum 3. Juli 1976 als Geiseln festgehalten wurden.


Zuletzt bearbeitet von Spähtrupp am 14.04.2007 - 14:59, insgesamt 4-mal bearbeitet
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 119653 | Verfasst am: 14.04.2007 - 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Über Israel mag man denken wie man will, aber das sie kompromisslos für ihre Bürger eintreten, egal wo auf der Welt, ringt mir persönlich Hochachtung ab. Und natürlich auch, daß sie Soldaten haben die das können.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 119661 | Verfasst am: 14.04.2007 - 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

3. Mivtsa Yonatan (Operation Thunderbolt), Israel 1977
mit Klaus Kinski, Sybil Danning u.a.
Regie: Menahem Golan

der isses. Die anderen habe ich gesehen. Sind reine Hollywood-Versionen, actionbetont halt.

Den israelischen gibt es auf DVD, aber nur in Hebräisch....
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Andre
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BeitragBeitrags-Nr.: 119663 | Verfasst am: 14.04.2007 - 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hi! Ist zwar strahlender Sonnenschein draussen, aber hier ein paar Zeilen zu Entebbe.

Nach der Entführung der Maschine der Air France und einer Zwischenlandung in Libyen, wurde bekannt das die Maschine in Entebbe /Uganda gelandet war. Die Forderungen der Terroristen waren bekannt. Aber die Haltung von Idi "Dada" Amin war noch unbekannt. Er bot sich großzügig als Vermittler an und empfahl alle Forderungen der Terroristen zu erfüllen. Es war die Stunde der Diplomaten!

Unabhängig davon arbeiten die führenden Experten der IDF (Israel Defense Forces) an versch. Befreiungsmöglichkeiten. Insg. wurden vier Pläne erarbeitet.
1. Fallschirmjäger und Kampfschwimmer mit Schlauchbooten sollten über dem Victoriasee abspringen und die Geiseln auf dem, nahe des Sees gelegenen, Flughafen befreien.
2. Mit einem Schiff vom befreundeten Kenia über den Victoria-Se und dann angreifen.
3. Zum Schein auf die Forderungen der Entführer eingehen und dem Austausch zustimmen. Dann mit einer als Zivilflugzeug getarnten Militärmaschine und verkleideten israelischen Soldaten in Entebbe landen und angreifen.
Danach wollten sich Retter und Gerettete unter den Schutz Idi Amins stellen.
Es war bis dahin immer nooch nicht klar ob Amin eine Befreiungsaktion begrüßen würde und freien Abzug gewähren würde. Man wußte nicht warum die ugandischen Fallschirmjäger, die bis vor vier Jahren von den Isarelis ausgebildet wurden, das Gebäude umstellt hatten. Wollten sie die Geiseln beschützen, die Terroristen bewachen oder einen Befreiungsversuch verhindern? Es gelang sogar mit Amin zu telefonieren, aber auch danach war man nicht schlauer. Er beteuerte weiter seine Unschuld, empfahl aber alle Forderungen zu erfüllen.

Der vierte Plan nannte sich die "IDF-Option". Man wollte mit einer 1000 Mann starken Streitmacht nach Uganda fliegen, um für alles gerüstet zu sein.

Den Ausschlag für den vierte Plan gaben die folgenden Ereignisse. Es begann sich abzuzeichnen das die Europäer (Franzosen) einen "Deal" mit den Entführern machten. Und tatsächlich kamen die nichtjüdischen Geiseln frei und wurden nach Frankreich geflogen. Ein Mitglied des Planungsstabs flog daraufhin in Zivil nach Frankreich. Zu dieser Zeit hielt sich auch der israelische Chef-Unterhändler in Paris auf. Da niemand von den Planungen wußte, durfte dieser das Mitglied des Planungstabs nicht sehen. Israel ist klein und man kennt sich offensichtlich. Es gelang fünf Gerettete zu befragen. Darunter einen ehem. französischen Offizier. Dieser war sowieso schon stocksauer auf die Entführer und erahnte warum der Israeli ihn befragte. Er lieferte die gewünschten Infos (Gebäude, Bewachung, Sprengsätze, Anzahl der Terroristen etc.) mit dem geübten Auge eines Militärs.
Dieser franz. Offizier konnte aber auch von offensichtlicher Zusammenarbeit der Terroristen mit den Ugandern berichten. Damit waren die Pläne Nr. 1-3 nicht mehr durchführbar.
Nach langen Überlegungen gab Shimon Peres grünes Licht für die "IDF-Option".
Die Trennung der Geiseln nach Juden und Nichtjuden wurde von den Israelis als "Selektion" betrachtet und rief böse Erinnerungen wach. Der "Deal" über die Freilassung der Nichtjuden bewies Israel das es allein war und auch allein kämpfen mußte. Die Crew der Air-Fance Maschine ist übrigens freiwillig bei den jüdischen Geislen geblieben.

Die Kampfstärke und die Eigenarten der ugandischen Soldaten und gerade der Fallschirmjägern war den Isralelis bestens bekannt. Man schätzte sie nicht sehr hoch ein. Auch Entebbe selber war den Israelis aus ihrer Zeit in Uganda bekannt.
Eine Unart der Ugander war es, dass alle Offiziere ab Bataillons-Kommandeur aufwärts im Mercedes herumfuhren, dahinter immer ein paar Landrover mit Soldaten darauf. Kein ugandischer Soldat oder Wachtposten würde es wagen so einen Konvoi anzuhalten. Also wurde der Benz und zwei Landrover beschafft.

Insgesamt sollen vier Hercules Maschinen in Entebbe landen. Insgesamt natürlich keine 1000 Mann. Die Zahl mußte reduziert werden.
Die ersten Soldaten sollen elektr. Lampen auslegen, falls die Landebahnbefeuerung abgeschaltet ist. Ein Sturmtrupp sollte dann getarnt als ugandischer Regimentskommandeur mit seinem Anhang, mit dem Mercedes und den beiden Landrovern, mit eingeschalteten Scheinwefen und in normaler Geschwindigkeit zum alten Terminal fahren.
Nach sieben Minuten soll die zweite Maschine landen. Zwei BTRs sollten die nähere Umgebung des Terminals sichern.
Eine Minute später soll die dritte Maschine landen, mit zwei weiteren BTRs an Bord. Die drei Gruppen Soldaten an Bord sollen das neue Terminal und die Betankungsanlage nehmen und die Landebahn bewachen. Ein BTR fährt zum Liegeplatz der MIGs und der andere BTR fährt als Verstärkung zum alten Terminal.
In der vierten Maschine landen dann die Sanitäter um evtl. Verletzte zu versorgen.
Es sind Soldaten der Spezialeinheit Sayaret-Matkal, der Fallschirmjäger und der Golani-Briagde beteiligt. Aber auch Techniker der israelischen Luftwaffe, um die Hercules-Maschinen mit der o.g. Betankungsanlage aufzutanken.

Soweit die Vorgeschichte und der Plan.

Fortsetzung folgt........

@Jan-Hendrik: Der W115 220D hatte schon immer 60 PS, der 200D hatte 55PS!!!!!!!!
Es wurde von Anfang an der Motortyp OM 615 verbaut. Leistung 60 PS bei 4200 U/min. Der oben abgebildete Wagen hatte sogar den langen Radstand (8 oder 9- Sitzer). Vollbesetzt wäre heute sowas ein Verkehrshindernis.

Gruß
Andre


Zuletzt bearbeitet von Andre am 14.04.2007 - 16:56, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 119666 | Verfasst am: 14.04.2007 - 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Fein, dann brauche ich das nicht mehr zusamenzufassen Winken
Wäre mir auc im Moment zu viel Arbeit.
Ach ja, die BTR waren BTR 40.

http://www.davidpride.com/Israeli_Armor/images/IL_Armor_04_255.jpg
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Felix
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BeitragBeitrags-Nr.: 119674 | Verfasst am: 14.04.2007 - 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wurden die BTR-40 nach ihrer Erbeutung durch die Israelis regulär weiterverwendet, oder wurden sie nur nochmal für diese Aktion rausgekramt (vieleicht weil sie durch ihre größe besser in die C-130 passen!?) ? Den ich dachte bis jetzt das T-55 und T-62 das einzigste Beutematerial war, was durch Israel weiterverwendet wurde.

Winken
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