Die Schlacht um Stalingrad und ihre Vorgeschichte
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Robert K.
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BeitragBeitrags-Nr.: 164171 | Verfasst am: 07.12.2008 - 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist ein kleines Büchlein in die Hände gekommen das mich nach dem Durchlesen doch schon bewegt hat.
Es wird in diesem Buch aus Briefen zitiert die im Kessel von Stalingrad geschrieben worden sind und nie ihre Adressaten erreicht haben.
Die letzten 7 Postsäcke aus Stalingrad wurden beschlagnahmt um „die Stimmung in der Festung Stalingrad kennenzulernen“.

Teil I


Liebster Vater!

Die Division ist ausgeschlackt für den Großkampf, aber der Großkampf wird nicht stattfinden.
Du wirst Dich wundern, das ich an Dich schreibe und an Deine Adresse im Amt, aber was
ich in diesem Brief zu sagen habe, ist nur unter Männern zu sagen. Du wirst es in der Dir
eigenen Form an Mutter weitergeben. Wir dürfen heute schreiben, heißt es bei uns. Das
bedeutet für einen, der die Lage kennt, wir können es nur noch einmal.
Du bist Oberst, lieber Vater und Generalstäbler. Du weißt, was das bedeutet, und mir ersparst
Du damit Erklärungen, die sentimental klingen könnten. Es ist Schluß.
Ich denke, es wird noch ungefähr acht Tage lang gehen, dann ist der Kragen zu. Ich will nicht
nach Gründen suchen, die man für oder gegen unsere Situation ins Feld führen könnte.
Diese Gründe sind jetzt gänzlich unwichtig, und außerdem ohne Nutzen, aber wenn ich dazu etwas
zu sagen habe, dann das eine: sucht nicht nach Erklärungen für die Situation bei uns, sondern bei Euch
und bei dem, der dieses zu verantworten hat. Haltet den Nacken steif. Du, Vater, und die mit Dir der gleichen
Ansicht sind. Seid auf der Hut, damit nicht größeres Unheil über unser Vaterland kommt.
Die Hölle an der Wolga soll Euch Warnung sein. Ich bitte Euch, schlagt diese
Erkenntnis nicht in den Wind. Und nun noch zum Gegenwärtigem. Von der Division sind
noch 69 Mann verwendungsfähig. Bleyer lebt noch und Hartlieb auch. Der kleine Degen
hat beide Arme verloren, er wird wohl bald in Deutschland sein. Für ihn ist auch Schluß.
Fragt ihn dann nach den Einzelheiten, die für Euch wissenswert sind. D. hat keine Hoffnung
mehr. Ich möchte wissen, was er manchmal über die Lage und ihre Folgen denkt. Wir haben
noch zwei MG und vierhundert Schuß. Einen Granatwerfer und 10 Granaten. Sonst nur noch Kohldampf und Müdigkeit.
Berg ist mit 20 Mann ausgebrochen, ohne Befehl. Besser, in drei Tagen wissen, wie es ausgeht, als in drei Wochen.
Kann es ihm nicht verdenken.
Zum Schluß das Persönliche. Du kannst dich darauf verlassen, das alles anständig zu Ende gehen wird.
Ist ein bisschen früh mit dreißig Jahren, ich weiß. Keine Sentiments.
Händedruck für Lydia und Helene. Kuß für Mama (vorsichtig sein, alter Herr, Herzfehler
bedenken), Kuß für Gerda. Grundsätzlichen Gruß an alle übrigen.
Hand an den Helm, Vater, Oberleutnant meldet sich bei Dir ab.



Tschüss
Robert K.
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seekarnickel
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BeitragBeitrags-Nr.: 166578 | Verfasst am: 22.01.2009 - 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Moin,

Ich plane mit Freunden in den Raum Stalingard zu fahren und uns mal die Gegend anzuschauen.
War einer von euch schon mal da ??
Gibt es da noch spuren oder so ??

Würde mich freuen wenn jemand da Infos hat und uns Tipps geben kann...

MFG2
Marco
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Izverg
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BeitragBeitrags-Nr.: 170375 | Verfasst am: 20.04.2009 - 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

marde hat Folgendes geschrieben:
Hi,
gibt es vom südlichen Teile von Stalingrad ( vom Hauptbahnhof in Richtung Getreidesilos/Konservenfabrik) Luftaufnahmen von damals ?
Gruß
marde


http://www.wwii-photos-maps.com/battle-of-stalingrad/
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Cartwright
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BeitragBeitrags-Nr.: 170417 | Verfasst am: 21.04.2009 - 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Robert K. hat Folgendes geschrieben:
Mir ist ein kleines Büchlein in die Hände gekommen das mich nach dem Durchlesen doch schon bewegt hat.


Hallo Robert,

es ist aber nicht zufällig das Büchlein Letzte Briefe aus Stalingrad? Da gibt es einen Streit um die Echtheit der Briefe, s. z.B. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Letzte_Briefe_aus_Stalingrad

Viele Grüße
Volker
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 182661 | Verfasst am: 14.03.2010 - 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Ähm: Gumrak heute.

http://i41.tinypic.com/2f0cflt.jpg

Zum vergrößern draufklicken.


Michael1 Winken
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Christian
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BeitragBeitrags-Nr.: 182717 | Verfasst am: 16.03.2010 - 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

Der ehemalige Feldflugplatz Gumrak ist auch heute noch sein beeindruckender Ort.
Es ist sehr seltsam durch die Balkas zu laufen, links und rechts die eingefallenen Unterstände und Bunker, wärend kaum einen Steinwurf entfernt die Flieger landen.
Da kommt man zwangsweise ins Grübeln. Vor zwei Jahren konnten aus einem alten Unterstand in zwei Stunden die Überreste von 15 Gefallenen geborgen werden...alle ohne Marke.
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obiwan
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BeitragBeitrags-Nr.: 184578 | Verfasst am: 22.04.2010 - 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin persönlich von Stalingrad betroffen. Mein Opa war Volksdeutscher und kämpfte in Stalingrad. Er ist vermisst. Soll heissen tot. Er wurde verwundet. Von einem seiner Kameraden die das Glück hatten aus der Gefangenschaft heimzukehren, hat man erfahren, dass er einen Beinschuss hatte. Nur leider war kein Verbandszeug mehr vorhanden. Somit kann man davon ausgehen, dass er verblutet ist, oder dass er an einer Infektion starb. Die Verwundeten wurden ja in der Endphase der Kämpfe nicht mehr versorgt, bekamen auch nichts mehr zu essen und zu trinken. Er hinterliess eine junge Frau und drei kleine Kinder. So weit so gut. Von seinem Dorf kamen 2 Kameraden zurück, alle anderen starben auf dem Schlachtfeld oder in der Gefangenschaft. Auch nach Jahren konnte die Volksgräberfürsorge sein Grab nicht finden. Wir haben jahrelang nach Ihm suchen lassen aber leider ohne Erfolg.

Aber da meine Oma Volksdeutsche war, musste Sie 5 Jahre in Russland Zwangsarbeit leisten in den Kohlengruben in Sibirien. Von Ihrem Dorf sind fast alle Frauen gestorben an Ruhr, Hunger, erschlagen von Kohlenbrocken im Schacht usw.

Es wird immer nur von den Greueltaten der SS berichtet, aber nie was die Russen mit den noch lebenden Deutschen gemacht hat in den ehemals besetzten Gebieten oder verbündeten Staaten auf dem Balkan. Oder von den Kriegsgefangenen. Da waren die nicht besser als die Wehrmacht.

Es gab bei den Volksdeutschen Deportationen in die Arbeitslager (Gulags) nach Sibirien und andere unmenschliche Ecken in Russland. Meine Oma wurde in einen Viehwaggon gesteckt mit 100 anderen Frauen und alle die arbeiten konnten. Nur Greise und Kinder wurden von der Deportation verschont. Erst haben die Ihren Vater an der Front verloren, dann die Mutter im Arbeitslager.

Darüber ist leider nie berichtet worden und man spricht auch nicht gerne darüber da die Siegermächte alles Saubermänner waren.
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 209206 | Verfasst am: 18.11.2017 - 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

75 Jahre ist es her, am 19.11.1942, als die sowjetische Gegenoffensive über die HGr B herein brach ...

https://gardesducorps.wordpress.com/2017/11/18/operation-uranus/
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 209213 | Verfasst am: 18.11.2017 - 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gardes du Corps,

verallgemeinerst Du nicht etwas stark, wenn Du schreibst, das die Russen 100000 Gefangne der Wehrmacht und der verbündeten verhungern und erfrieren liesen? Immerhin befanden sich besagte Kriegsgefangene, und damit meine ich die unteren Chargen, in der Regel in einem bedauernswerten Zustand. Das Umland von Stalingrad war durch die Kriegsereignisse stark verwüstet, die Infrastruktur zerstört. Die Russen wußten doch anfangs garnicht, wohin mit den Kriegsgefangenen (es waren wohl 90000), geschweige denn, diese zu ernähren. Klar, gab es Übergriffe und das Landser auch verhungert sind, obwohl ihnen hätte von der Roten Armee geholfen werden können. Hier rächte sich vielleicht schon der Umgang mit den sowjet. Kriegsgefangenen nach den kesselschlachten 1941/42.

MfG Wirbelwind
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 209217 | Verfasst am: 18.11.2017 - 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

wirbelwind hat Folgendes geschrieben:
Hallo Gardes du Corps,

verallgemeinerst Du nicht etwas stark, wenn Du schreibst, das die Russen 100000 Gefangne der Wehrmacht und der verbündeten verhungern und erfrieren liesen?


Du warst dort? Lass Dir von jemandem erzählen, wie man die Toten fand ... 2x um Stalingrad herum getrieben, bis die Hälfte tot war ... wie die Sowjets, insbesondere die Kommunisten mit deutschen Gefangenen - vom ersten Tag an! - umging, kann, wer nicht gerade zart besaitet ist, bei Franz W. Seidler "Verbrechen an der Wehrmacht" nachlesen. Und Überlebende haben darüber berichtet, dass die Nichtsadisten in der Minderheit waren

wirbelwind hat Folgendes geschrieben:
Hier rächte sich vielleicht schon der Umgang mit den sowjet. Kriegsgefangenen nach den kesselschlachten 1941/42.


wie hätte man doppelt so viele Gefangene versorgen sollen, als man selbst Soldaten zu versorgen hat? Aus einem Land, welches durch seine Armee alle Vorräte beim Rückzug vernichten liess? Wo man Fallschirmagenten absetzte, mit dem Ziel, Lager und Speicher anzuzünden? Und heute benennt man noch eine Metrostation in Moskau nach diesen "Partisanen" - Partisanskaja - ehemals Izmailovsky Park.

"Partisanen", das waren Heckenschützen und Meuchelmörder die sogar Landsleute aufhängten, wenn diese nicht grausam zu den "Faschisten" waren, sondern menschlich ... und in der Metrostation zwischen den Gleisen stellt man darin eine Statue der Brandstifterin Soja Kosmodemjanskaja auf ...

Die Haupttodesursache der sowjetischen Gefangenen aus 41/42 war nicht Hunger oder Willkür - es war das von Läusen übertragene Fleckfieber (Typhus exanthemicus), welches sogar auf die Bewachungsmannschaften übergriff und Tausende deutsche Familienväter dahin raffte

Im Übrigen hat sich die Sowjetunion nicht an die Genfer Konventionen gehalten oder die Haager Landkriegsordnung ... erst 1944 hat sie in großem Umfange Gefangene gemacht und am Leben gelassen. Bis 1943 lag die Todesrate der Gefangenen bei über 95% .. danach nur noch bei 60%

Viele sowjetische Gefangene stellten sich freiwillig in den Dienst der Wehrmacht. Es waren fast 2 Millionen, so dass sogar Planstellen in den Divisionen für sie eingerichtet wurden
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 209223 | Verfasst am: 18.11.2017 - 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im Übrigen hat sich die Sowjetunion nicht an die Genfer Konventionen gehalten oder die Haager Landkriegsordnung

Da gaben sich beide Seiten nichts an der Ostfront, oder? Beim und hatten wir einen Veteranen im Traditionsbataillon, der gleich zu Beginn Ende November mit seiner Kompanie kapituliert hat. Das war sein Glück, denn sie durften dann die Waffen und das noch brauchbare Gerät sammeln für die Russen, dafür haben sie tatsächlich ein bisschen was zum Essen bekommen. Wie es den anderen, dem Großteil der deutschen Gefangenen ging kann man in den einschlägigen Büchern nachlesen.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 209237 | Verfasst am: 19.11.2017 - 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Die JF mit einem schönen Artikel dazu.

https://jungefreiheit.de/debatte/streiflicht/2017/namen-die-keiner-mehr-nennt/

Eine kleine Foto-und Postbriefsammlung aus jenen Tagen und ein Schicksal von vielen.

http://www.lauritzen-hamburg.de/ekkehard_johler_stalingrad-fotos.html#oben

http://www.lauritzen-hamburg.de/ekkehard_johler_stalingrad.html

http://www.lauritzen-hamburg.de/ekkehard_johler_stalingrad2.html
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 209243 | Verfasst am: 19.11.2017 - 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gardes du Corps,

selbst war ich nicht in Wolgograd bzw. in der Umgebung. Das sehe ich aber nicht als Voraussetzung an, um an dieser Stelle mit zu diskutieren. Einer meiner Onkels ist im Stalingrader Kessel ums Leben gekommen. Oma hatte nach dem Krieg brieflichen Kontakt zu einem seiner Kompaniekameraden. Außerdem wohnte ich mit einem ehem. Stalingradkämpfer längere Zeit in einem Haus, zu dem ich guten Kontakt hatte. Das sind so meine Quellen neben einer Anzahl von gelesenen Büchern über diese Problematik. Das Thema ,,Stalingrad" wird immer emotionsgeladen sein. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, Dich von meinen Ansichten zu überzeugen. Warum auch.
Jeder soll seine Auffassungen haben. Nur bei allen konträren Ansichten, die hier im Forum ausgetauscht werden, darf es nicht beleidigend werden gegen Jedermann.
Ich habe nie bestritten, dass es keine Aversion bei der Roten Armee gegen die Wehrmacht gegeben hat und das die kriegsgefangenen Wehrmachtsangehörigen und deren Verbündete dies spüren mußten. Genauso unbestreitbar ist aber auch, dass das Umland von Stalingrad vollkommen zerstört war mit allen Folgen für die Kriegsgefangenen. Zum Teil mußten die gefangenen Landser auch deshalb hin und her marschieren, weil die Behelfslager nicht fertig waren. Sicherlich hat der Russe dabei keine besondere Eile entwickelt, weil dem Oberkommando das Schicksal der Landser egal war. Du führst an, dass für die Bewachung der russ. Kriegsgefangenen viele deutsche Familienväter ihr Leben liesen, weil sie sich ansteckten. Wie sah es denn umgekehrt aus? Viele, die nach den Kämpfen um Stalingrad in russ. Kriegsgefangenschaft erkrankten an Fleckfieber, Ruhr u.ä.. Da wird es auch russ. Ärzte, Pfleger und soldaten erwischt haben, die in Kontakt zu den Erkrankten standen. Für die Ernährungslage im Kessel war natürlich mittelbar die russ. Flak verantwortlich aber zuvorderst Göring mit seiner Großspurigkeit und dem Missmanagment. Wo blieb die erforderlich hochkalorische Nahrung, stattdessen gab es ein paar Tonnen Gewürze oder Handzettel, was im russ. Winter zu tun sei. Diese Diskussionen gab es im Forum bereits, deswegen braucht es von mir nicht nochmal aufgewärmt werden. Es stellt sich doch auch die Frage, wer hat denn in der Regel die Kämpfe und die anschließende Kriegsgefangenschaft überlebt? Von den einfachen Landsern waren die wenigsten unter den etwa 6000 Heimkehrern. Der Hausnachbar hat als 19 jähriger Gefreite wahrscheinlich auch deshalb nur überlebt, weil er bei der Wehrmacht Nachschub nach Stalingrad brachte und später zeitweise in der Gefangenenküche arbeitete. Dir ist doch selbst bekannt, dass von den in russ. Kriegsgefangenenschaft gegangenen dt. Generälen nur einer, General Heitz an Magenkrebs verstarb. Warum die anderen überlebten brauche wohl nicht weiter auszuführen.
MfG Wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 209245 | Verfasst am: 19.11.2017 - 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiss nur, dass die meisten Kämpfer der Heeresgruppe A den Stalingrad-Helden ihr Leben verdanken.
Ich ergehen mich auch nicht in Beleidigungen der obersten Kommandeure, die sicher ihr Bestes gaben, aber an den Möglichkeiten scheiterten und mit ihren Aussagen Hoffnung verbreiten wollten.

Dass die Wehrmacht scheiterte, lag daran, dass die sowjetrussische Rüstung seit 1936 und der Ausbau des militärisch industriellen Komplexes nicht richtig erkannt wurde - das totalitäre Sklavenregime in der Sowjetunion, aus dem kaum Informationen nach Aussen drangen, "bewährte" sich hier und die britisch-amerikanischen Lieferungen rollten auch schon über Persien und die grusinische Heerstr.

Was ich mit den Wolgogradbesuchen meinte war, dass ich sah, wo und wie man die Landser um Stalingrad herum fand. Zu hunderten in Strassengräben verscharrt, der Wertgegenstände beraubt und der Erkennungsmarken...
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 209286 | Verfasst am: 22.11.2017 - 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gardes du Corps,

finde , Du vereinfachst das Scheitern der Wehrmacht und ihrer Verbündeten im Zusammenhang mit Stalingrad, wenn Du meinst, Hitler und seine Generäle wären dem Desaster entgangen, wäre nur die tatsächliche Aufrüstung Sowjetrußlands bekannt gewesen. Zum einen könnte ich Dir entgegnen, dass haben totalitäre Regime so an sich. Desweiteren befanden sich Vertreter der Reichswehr und später der Wehrmacht im Rahmen des Abkommens Weimaer Republik/Sowjetunion im Land. warum fiel denen nichts auf? Außerdem ist mittlerweile bekannt, dass die Ressourcen der Wehrmacht damals niemals ausgereicht haben, einen längeren Krieg gegen die Russen durchzustehen. Außerdem ist Dir als ehm. Militär bekannt, wie die Flanken des dt. Heeres in dem entscheidenden Zeitraum im Zusammenhang mit Stalingrad beschaffen waren. Abgesehen, was dann noch im Zusammenhang mit der Donbrücke bei Kalatsch passierte. Ob das Ausharren im Kessel anfang Januar noch die Entlastung für die Heeresgruppe A beim Rückzug aus dem Kaukasus brachte, habe ich so meine Zweifel. Auf alle Fälle wäre der Gesundheitszustand der Eingeschlossenen noch ein anderer gewesen, so dass die Möglichkeit bestanden hätte, dass es eine größere Anzahl von Überlebenden geben hätte können. Nur dann wären wir beim Prinzip ,,Fahrradkette" .

MfG Wirbelwind
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