Größtes Nachkriegstreffen der Waffen-SS in Verden 1952
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BeitragBeitrags-Nr.: 126167 | Verfasst am: 11.07.2007 - 11:30    Titel: Größtes Nachkriegstreffen der Waffen-SS in Verden 1952 Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe gerade einige sehr interessante Informationen zum größten Nachkriegstreffen ehemaluger Angehöriger der Waffen-SS in Verden (Aller) am 25./26.10.1952 bekommen und dachte, es wäre vielleicht auch für hier interessant.

Geplant wurde das Treffen in Verden von der HIAG, die zum Einen mit dieser Versammlung für eine Gleichstellung der Waffen-SS Angehörigen mit den Soldaten der Wehrmacht demonstrieren wollten (nicht zuletzt in Hinsicht der Kriegsgeschädigtenversorgung), sondern auch als Zweitgrund zur Aufklärung von Vermisstenschicksale (dazu später mehr) und als Drittgrund ein Bekenntnis zur Demokratie abgeben wollten.

Als das Treffen auf einer HIAG-Tagung am 03.10.52 angekündigt wurde (man beachte die kurze Zeit zwischen Ankündigung und Durchführung!) auch das britische Außenministerium auf diese Versammlung in Verden aufmerksam, da Verden schließlich einer der größten britischen Militärgarnisonen in Niedersachsen war. Die britische militärische Aufklärung ("Regional Intelligence Office") begann dann auch sofort mit der Beobachtung und Analyse der Veranstaltung.

Das Organisationskommitee der HIAG bezog am 22.10.52 in einer Gaststätte am damaligen Von-Einem-Platz (heute Anita-Augspurg-Platz) Quartier. Felix Steiner und Herbert Gille waren die Versammlungsführer, und Steiner machte in der Vorwoche gar einen Antrittsbesuch beim Verdener Stadtkommadnanten, A.H. Willcocks. Eine Einladung zum Treffen lehnte der Brite dankend ab. Während der gesamten Versammlung hatten die britiscihen Soldaten den Befehl, die Innenstadt und das Stadion (wo eine große Kundgebung stattfand) zu meiden. Am gesamten Wochenende gab es denn auch keinen Zwischenfall.

Insgesamt kamen etwa 500o ehemalige Waffen-SS-Angehörige (die Veranstalter sprachen von 7.000), die in diversen Schulen und Sporthallen untergebracht waren. Das DRK richtete 2 Befragungsstellen ein, wo ein Großteil der Teilnehmer nach Vermissten- und Gefallenenschicksale befragt wurden. Die Ergebnisse wurden dann in die DRK-Suchlisten eingepflegt.

Es gab ein großes Antreten auf dem Rathausplatz, wo 4.000 Mann teilnahmen. Die Soldatenverbände der Wehrmachtsteile sandten Abordnungen.

Samstag abend gab es Kameradschafttreffen in allen Verdener Gasthäusern. Um 20.00 Uhr gab es Redebeiträge auf dem Rathausvorplatz, wo Felix Steiner und Gille klare Bekenntnisse zur Bundesrepublik abgaben und die Politik aufforderten, für die Gleichberechtigung der W-SS mit der Wehrmacht zu arbeiten. Dann hielt Ramcke eine Rede, in der der ehemalige Fallschirmjägergeneral gegen die Alliierten hetzte und "politisch extreme Forderungen" stellte. Nach einem Pfeifkonzert beendete er seine Rede, aber die diversen Informanten der Briten, der Bundesregierung und natürlich der Presse hatten schon ihre Story. Der "Spiegel" zog sich denn auch hauptsächlich an der Ramcke-Rede hoch, nicht an den Beiträgen von Steiner und Gille. Die Wellen wegen Ramcke schlugen so hoch, dass sich Konrad Adenauer am 30.10.52 schriftlich beim brtiischen Hohen Kommissar, Sir Ivone Kirkpatrick, entschuldigte und seine Missbilligung ausdrückte. Sogar in einer Unterhausdebatte am 06.11.52 wurde in London diese Rede angesprochen, und die französische Nationalversammlung beriet, ob man Deustchland weitere solcher Versammlungen genehmigen sollte.

Anzumerken ist zum Schluss, dass es an dem gesamten Wochenende zu keinem Zwischenfall kam, weder zwischen Deustchen noch mit den Briten. Bis auf den Ramcke-Zwischenfall blieb die Versammlung gemäßigt und georndet.
Durch den Ramcke-Twischenfall wurden allerdings alle politischen Diskussionen blockiert, für die Waffen-SS-Angehörigen änderte sich erstmal nicht.

Anmerkungen: Verden wurde von den Briten mit Absicht genehmigt, weil man im Falle von Unruhen sofort eine kampfstarke Garnison zur Verfügung hätte. Hannover und Kiel wurden zuvor abgelehnt.
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Dennis
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BeitragBeitrags-Nr.: 126180 | Verfasst am: 11.07.2007 - 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

ich find solche treffen ehemaliger soldaten interessant ( egal ob wehrmacht oder waffen-ss ) Meine Meinung

würde mich gerne mal mit den alten herrschaft unterhalten Grins

Gruß Dennis
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