Kriegskamerad Pferd - Erinnerungen an die Kriegspferde
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 140141 | Verfasst am: 18.02.2008 - 17:28    Titel: Kriegskamerad Pferd - Erinnerungen an die Kriegspferde Antworten mit Zitat

Dieser Bereich ist dem Andenken an die Kriegspferde gewidmet.
Seit Menschen gedenken kämpfen und sterben die vierbeinigen Kameraden Seite an Seite mit ihnen. Ohne den Kriegskameraden Pferd, hätte es viele Kriege nicht gegeben und die Zivilisation der Menschheit wäre andere Wege gegangen. Keinem anderen Lebewesen außer dem Pferd wurde diese Ehre und Last in solch überragendem Maße zuteil.
Mit zunehmender Modernisierung der Waffen und Technisierung des Krieges, verschlimmerte sich auch das Los der Pferde. Sie hatten sich still schweigend ihrem Schicksal zu beugen und wurden wie unter dem Sattel so auch im Gespann von Granaten zerrissen, im Salvenhagel zerschossen, verendeten langsam und qualvoll im Giftgas und wurden von ihren Herren, denen sie bedingungslos folgten und vertrauten, bewusst in den Tod geritten. Wenn der Soldat Deckung suchte, wurden die Rösser sich selbst überlassen. Der Motor gab nun die Geschwindigkeit und Marschleistungen vor. Lasten mitsamt Reiter und Waffen von mehr als 140 kg über 80 bis 100 km täglich, schleppten die Reitpferde, welche mit Wunden und Schrammen von Splittern und Kugeln übersät waren, Tage und Wochen mit ins tiefste Fleisch aufgescheuerten Rücken vom Satteldruck. Sie schleppten sich und ihre Lasten bis zur endgültigen Erschöpfung, als sie tot unter dem Sattel zusammenbrachen oder am Wegesrand stehen gelassen wurden. Anstelle in Pferdeerholungsheime hinter die Front gebracht zu werden, wurden sie getötet und landeten im Topf der Kämpfer. Als Heu und Hafer im Osten schwanden, knabberten sie verschimmeltes schwarzes Stroh von den Dächern und fraßen sich schließlich gegenseitig die Mähnen- und Schweifhaare ab. Was Geschosse und Hunger vergessen haben, erledigte die Räude - die Pferde scheuerten sich das Fell bis ins Blut herunter; solange sie nicht entkräftet eingingen.
Das Fluchttier, welches auf kleinste plötzliche Bewegungen und Geräusche mit panikartigem kopflosem Davonrennen reagiert, wurde rücksichtslos gegen feindliche gepanzerte Fahrzeuge gepeitscht und in gegnerische MG-Stellungen getrieben. Die Instinkte des Pferdes galt es zu überwinden, aber wie oft retten sie ihrem Reiter hiermit das Leben. Nur zu oft gab es zwischen Reiter und Pferd wie auch Fahrer und Pferd eine sehr enge Beziehung. Durch Leid und Not wurden beide Wesen zusammengeschweißt und hielten sich eine innige Zuneigung aufrecht, bis hin zur Kameradschaft.
Von diesen Dingen und den Leistungen der Kriegspferde und ihrer Reiter und Fahrer soll dieser Thread handeln.

Horrido!

Nicole


Zuletzt bearbeitet von Reiter am 09.06.2009 - 14:28, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 140142 | Verfasst am: 18.02.2008 - 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Sabulissa - Drei lose Tagebücher aus dem Buch “Kriegskamerad Pferd” - “Kriegsteilnehmer erzählen Erlebnisse mit Pferden aus dem großen Krieg” von Graf von Norman sen., S.80

Michalken, den 25. August 1914 XXIII. Korps
Wir sind soeben ins Quartier gekommen, es ist furchtbar. Die Russen haben alles zerstört. Ich schlafe wieder einmal mit Gerald zusammen bei den Pferden. Meine Sabulissa hat mich heute wieder durch dichtestes Kampfgetümmel getragen, dabei hat sie einen Streifschuß am Hals abgekriegt. Es sieht bös aus, aber Classens meint, es gibt sich wieder. Gerald schläft schon seit einer guten Stunde. Mir aber will der Schlaf nicht kommen. Die Nacht ist klar und hell. Ich sinne wieder darüber, warum eigentlich Krieg ist. Wenn man in diese klare Nacht sieht, kann man nicht verstehen, warum es Hader und Feindsch…

(Darunter von Gerald v. Minnigerode geschrieben: )
Leutnant Jost v. Kallindin gefallen den 26. August bei einem nächtlichen Überfall. Wir fanden ihn heute morgen, das Gewehr im Anschlag, neben seiner Stute liegen. Er trug seine Kopfbedeckung, der Überfall hatte ihn beim Schreiben überrascht. Über den Rücken seiner stilliegenden Sabulissa schoß er in die anstürmenden Russen. Eine Kugel, die in der Mitte der Stirne einschlug, hat ihn getötet. Sabulissa lag heute morgen, nach gut vier Stunden, noch immer unbeweglich, auch unverletzt, neben Jost. Das treue Tier, das bis zuletzt seine schwere Pflicht getan, ist nicht zu bewegen, von der Bahre des Toten fortzugehen. Sie verweigert ebenfalls das Futter.
Gerald v. Minningerode

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 140143 | Verfasst am: 18.02.2008 - 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Peter
Eine Kriegserinnerung von Bene Sporer S. 262 bis 267 aus dem Buch “Kriegskamerad Pferd - Kriegsteilnehmer erzählen Erlebnisse mit Pferden aus dem großen Krieg” von Graf von Norman sen.

Peter. So hieß mein Kriegspferd. Ein lieber Kamerad. Schicksalsverbundeheit gab uns die Treue, Kriegsnot gab uns die Liebe. Auf seinem Rücken war ich ein Kind, weil ich ihm vertraute, und ich war doch sein Herr, weil er mir willig folgte. Lacht mich doch aus, ich weiß es besser; Peter und ich, wir fühlten gemeinsam. An seinem tänzelnden Gebaren merkte ich sein Gefahr ahnendes Herz, und ich wenn ich mutlos, kriegsmüde und niedergeschlagen mich im Sattel gehen ließ, spannte er prall seine Rückenmuskeln. Komm Kamerad! Kopf hoch! Wollte er sagen, und ich Mensch, erhabener Mensch, folgte ihm.
Paschendaele. Du kennst ihn, Kriegskamerad, jenen Ort in Frankreich, wo die Erde durchlöchert von den Granaten und rot vom Blute unserer Brüder war.
Vor Paschendaele war es.
Ich führte den B-Wagen. Die Batterie rückte in Stellung vor. Der B-Wagen war zwischen dem 2. Und 3. Geschütz.
Wir mußten über eine Anhöhe hinweg. Der Teufel hole diese Anhöhen, die von Fesselballonen eingesehen waren. Und die englischen Fliegerbomben ärgerten verflucht gefährlich.
“Batterie - traab!”
Wir kommen auf die Höhe. Eine schmale Straße. Links und rechts an der Straße ein kleiner Graben und auf den Äckern Granatloch an Granatloch.
“Batterie - Galopp!”
Vorwärts! Ich gebe meinem Peter harten Schenkeldruck. Vorwärts. Kaum ein paar Meter. Da schießen die Kerls. “Leichte” sind es. Darüber hinweg. Vorn beim ersten Geschütz hat eine eingeschlagen. Ich sehe nur einen Haufen, einen Knäuel, Wagen, Pferde und Menschen. Ich brülle dem Vorderreiter zu: “Rechts vorbei!” Die Fahrer drücken die Pferde nach rechts, hinein in den Graben, über ihn hinweg. Ratsch! Ich sehe im Augenblick nichts. Peter bäumt sich auf, will über das Feld hinweg. Ich zerre an der Kandare. Die Granate hat den Protzenhaken des B-Wagens getroffen. Die Pferde rasen mit dem Vorderteil davon, der Hinterwagen überschlägt sich. Die Kanoniere werden aus den Sitzen geschleudert. Das Handpferd des Stangreiters fällt. Ein Wirrwarr. Ich rufe dem folgenden Geschütz zu. Die Kanoniere springen von dem Geschütz. Der Stangenreiter ist abgesprungen, springt zu seinem Handpferd. Er bringt es wieder auf die Füße. Die Kanoniere haben den B-Wagen mit Stricken zusammengebunden. “Aufsitzen!”, schreie ich dem Stangenreiter, der noch bei seinem Handpferd steht, zu. Ratsch! Ratsch! Neben dem Stangenpferd hat sie eingeschlagen. Das Pferd liegt auf dem Boden, wälzt sich auf dem Rücken. Ich springe vom Pferd. Der Fahrer? Er liegt mitten in den Pferden. Ich ziehe ihn heraus. Kamerad. Er ist verwundet. Der Sanitäter holt ihn.
Sein Stangenpferd liegt ruhig auf der Erde. Das Schicksal hat es ereilt.
Nicht weich werden! Zähne aufeinander beißen! Krieg. Unseliger Krieg. Pferd ausschirren! Ich schirre meinen Peter an die Stange. Und reite, reite. Vorwärts! Und mein Peter zieht, zieht tapfer. Mein lieber Peter. Ich weiß nicht, wie lange all dies Schreckliche gedauert hat. Eine Wut bekomme ich, eine sinnlose Wut. Gell, Peter, jetzt erst recht drauf. Marsch!
Die Batterie fährt in Stellung. Mein Stangenreiter ist schwer verletzt. Das Stangenpferd ist tot. 1. Geschütz Feuer! 2. Geschütz Feuer!
Scharf einrichten, Kanoniere! Mein Stangenreiter ist schwer verletzt und sein Stangenpferd ist tot.
Ich aber habe den Telephondraht in der Hand und springe über das offene Gelände, vor zur Beobachtung.
Die Pferde werden so ungefähr 30 Meter von der Batterie entfernt in einer Talmulde untergestellt.
Ich telephoniere. Gebe die Befehle durch. Alltag im Krieg.
“Was ist los?” Meldung von der Batteriestellung. “Die Pferde? Der Feind schießt sich auf die Pferde ein?”
Nun haben sie wahrscheinlich schlechten Fliegerschutz gemacht. Ich schimpfe und wettere vor mich hin.
Ich werde zappelig. Mich quält eine Unruhe. Keine Furcht. Es ist etwas Ahnendes. Herrgott, verzeihe mir! Ich denke in diesem Augenblick nicht an meine Kameraden, nicht an meine Freunde. Ist es Sünde? Ich denke in diesem Augenblick an meinen Peter, der ohne mich in jener Mulde steht. Ich denke an jene vielen Stunden, wo ich auf seinem Rücken saß, wo wir hintrabten, beide die Begeisterung im Herzen. Gell, Peter? Du und ich. An ihn denke ich in dieser Stunde, an meinen Peter….
Der Feind schießt sich auf den Pferdestand ein…
Ich darf zur Batterie zurückgehen. Man hat es mir erlaubt, und mich treibt die Unruhe.
Zurück den langen Weg. Granatlöcher…Granateinschläge…ein Sichhinwerfen, ein Aufstehen, ein Springen…ich verlache euch…speiende Fetzen…
Die Pferde haben sie weiter westlich gebracht. Um so ein paar Hecken herum stehen sie.
Ich liege im Telephon”quartier”. Der Abend schleicht herbei . Ein paar Stunden Leuchtposten stehen. In der Nacht in Frankreich. Nächte in Frankreich. Schön, schaurig schön. Illuminiert vom Abschußfeuerschein der Haubitzen. Nächte in Frankreich.
Und dann penne ich. Penne dem Morgen entgegen…
Dem Morgen…
Ich gehe zu den Pferden. Sie sind alle unruhig.
“Heut gibt´s noch was”, meint der Fahrer.
Auch Peter ist unruhig. Ich streichle ihm seinen Hals. Er drückt immer nach links. Was hast du denn, Kerl ? Mit seinem linken Hinterschenkel schlägt er aus. Ich kenne dich gar nicht, Peter. Ich fahre mit der Hand über seinen Rücken. Er aber drückt mich nach links an das Gebüsch. Am Kopfe vorbei gehe ich zur rechten Seite des Pferdes. Eigenartig. Das tat ich noch nie. Aber kaum stehe ich auf der rechten Seite des Pferdes, als Peter ruhig wird. Eigenartig. Wenn ich nach links gehen will, drückt er sich zur Seite und will mich einfach nicht an die Linksseite gehen lassen. Ich zürne ihm. Zuletzt bin ich noch dein Herr, Peter!
Ratsch…! Sie heulen. Vor uns, hinter uns, an der Seite, überall schlagen die Granaten ein. Mit aller Gewalt müssen wir die Pferde halten. Erde, Steine, vermengt mit den unheilvollen Splittern surren um uns her. Ich drücke meinen Körper ganz eng an das Pferd, den Kopf an seine Vorderflanke gelegt. Immer toller schießen die Feinde. Immer öfter kommen die Granaten und immer näher, immer näher. Dort hat eine eingeschlagen, nur ein paar Meter vor uns. Noch ist niemand verwundet. Hilflos stehen wir an unsere Pferde geduckt.
Peter ist ganz ruhig. Nur sein Körper zittert. Ich glaube seinen Herzschlag zu hören. Jetzt - reißt eine Granate neben uns ein Loch, und hoch auf spritzt die Erde. Unwillkürlich schließe ich die Augen. Mich wirft es zu Boden. Peter hat sich losgerissen. Wo bin ich? Wo Peter? Mein rechter Schenkel! Herrgott! Ich taste meinen Körper ab. Unverletzt…aber Peter?
Ich schreie: Peter!! -
Sie haben aufgehört mit Schießen. Auf einmal. Jetzt haben sie aufgehört.
Ich bin unverwundet…
Peter hat mich gedeckt…
Peter…
Dort…springt er…läuft er…humpelt…er…über das Feld…auf…drei Beinen…auf…drei Beinen…und sein linkes Hinterbein schaukelt hin…und - her…an einem Fleischstück noch hängend…der…Peter…armer Peter…
Soldatenaugen schauen ihm nach, dem Peter, wie er so, so über das Feld humpelt…auf drei Beinen nur…
Und Pferdeköpfe wenden sich nach ihm, wie er so, so über das Feld humpelt…auf drei Beinen nur…
Ein Rappe wiehert. Oder heult er?-
Peter. Mit deinem Körper hast du mich gedeckt. Und ich…ich fange meinen Peter ein. Willig, so willig lässt er sich halten…ich…lege meinen Kopf an seinen Kopf…und…dann…gebe ich…ich…meinem Peter, der mich gedeckt, den Gnadenschuß…
Um zum ersten Male im Kriege habe ich geweint - Peter…mein Peter…

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 140652 | Verfasst am: 24.02.2008 - 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

"Treue" Von Fritz Gleichmann

Ein kleines Erlebnis, das ich und meine Kameraden hatten, insofern, als wir Augenzeugen des ganzen Vorgangs waren, möchte ich zu gerne erzählen. Mich bewegt dabei nicht nur die Erinnerung an jene große Zeit, die wir alle damals durchlebten, sondern auch das, was wir mit ansahen: die Treue eines Pferdes zu einem ihm anscheinend sehr liebgewordenen Reiter, also der Dankesausbruch des Tieres für den, der ihm Gutes getan haben musste.
Ich will es schlicht und kurz erzählen. Unser 39. Reserve Armeekorps, dem die 78. Reserve-Division mit den Reserve-Infanterie-Regimentern 258, 259 und 260 angehörte, befand sich im Vormarsch. Ich gehörte der 8. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 259 an.
Unser II. Bataillon hatte die Vorhut, und meine Kompanie war an der Spitze. Ich war damals Gefreiter und führte die Spitzengruppe. Vor uns ritt eine Patrouille vom Liebhusaren-Regiment Prinzessin Viktoria Luise unter Führung eines Leutnants, und so näherten wir uns einem Wald.
Als die Kavallerie diesem Wald bis auf 30 Meter nahe gekommen war, erhielt sie plötzlich starkes russisches Infanteriefeuer. Die Husaren sprengten sofort auseinander und kamen im Galopp zurück. Bei diesem Ritt stürzte ein Husar aus dem Sattel, während sein Pferd noch im vollem Schwung etwa 50 Meter mit den anderen Pferden vorprellte. Dann aber kehrte es um und lief zu seinem Reiter zurück. Bei diesem angekommen, blieb das Pferd stehen, so dass sich der gestürzte Husar wieder in den Sattel schwingen und seinen Kameraden nachjagen konnte.
Das geschah im starken Infanteriefeuer, denn inzwischen waren auch wir in Stellung gegangen und hatten das Feuer erwidert. Und es geschah auch noch früh genug, denn gleich darauf traten die Russen zum Angriff an und erreichten die Stelle, wo der Husar gelegen war.
Das haben wir alle angesehen, und wir haben dann später auch darüber gesprochen….Der Name des Husaren ist uns unbekannt geblieben, und das tut ja auch nichts zur Sache, das tatsächliche Erlebnis ist aber in uns geblieben und hat uns noch oft zu denken gegeben.
...............................................................

Zur Klarstellung möchte ich hinzufügen, daß es sich beim Verhalten des Pferdes nicht um Treue handelte, wie man es zum Beispiel von einem Hund erwarten könnte. Die Reaktion des Pferdes lässt sich so erklären, daß es wohl während der Ausbildung darauf trainiert worden ist, beim Sturz des Reiters und/oder auf dessen Zuruf zu diesem zurück zu kehren und bei diesem zu verharren, bis er sich wieder in den Sattel schwingt.
Man beachte: die Hengste der Spahis wurden seid Jahrhunderten darauf trainiert.

Horrido! Winken

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 140653 | Verfasst am: 24.02.2008 - 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessant Gut gemacht!

Zitat:
Zur Klarstellung möchte ich hinzufügen, daß es sich beim Verhalten des Pferdes nicht um Treue handelte, wie man es zum Beispiel von einem Hund erwarten könnte. Die Reaktion des Pferdes lässt sich so erklären, daß es wohl während der Ausbildung darauf trainiert worden ist, beim Sturz des Reiters und/oder auf dessen Zuruf zu diesem zurück zu kehren und bei diesem zu verharren, bis er sich wieder in den Sattel schwingt.
Man beachte: die Hengste der Spahis wurden seid Jahrhunderten darauf trainiert.


Sowas stand in der Alten Armee doch aber nicht in der Dienstvorschrift für Pferdeerziehung, oder?

Winken

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BeitragBeitrags-Nr.: 140658 | Verfasst am: 24.02.2008 - 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, Winken

aufgrund der großen Zahl von auszubildenden Reitern und Pferden, denke ich nicht, daß diese Arten von Gehorsamsübungen je in den Dienstplänen standen. Keine Ahnung

Weitere interessante Übungen wären beispielsweise noch solche wie das Hinsetzen bzw. Hinlegen um das Pferd unter anderem auch als Gewehrauflage zu benutzen (selten wohl mit scharfem Schuss), das Steigen, Überwinden von unterschiedlichsten Hindernissen wie Sprünge über andere Pferde oder Autos oder das Hinabrutschen von meterhohen Steilhängen. Bilder stelle ich noch ein, allerdings nicht in diesen Thread!!!

Man muß dabei auch immer bedenken, daß hierfür sowohl von Reiter als auch vom Vierbeiner ein gewisses Talent vorausgesetzt wird, was die breite Masse nun mal nicht hat und damit diese Lektionen niemals ausführen könnte.

Das Erlangen der Sattelfestigkeit und Beherrschung des durchschnittlich ausgebildeten Pferdes an sich, verlangte schon eine gewisse Zeit, ebenso das Üben der Attacke mit Lanze und Säbel. Infolge dessen wurde auch die infanteristische Ausbilung entsprechend vernachlässigt in der alten Armee. Aber das nur nebenbei...

Vielleicht hat auch jemand mal eine Erzählung über ein "Soldatenpferd" gehört oder sogar einen Erlebnisbericht zuhaus?

Horrido! Winken

Nicole
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 140704 | Verfasst am: 25.02.2008 - 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Erlangen der Sattelfestigkeit und Beherrschung des durchschnittlich ausgebildeten Pferdes an sich, verlangte schon eine gewisse Zeit,


Was jeder angehende Reiter auch schnell merkt Grins

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 140737 | Verfasst am: 25.02.2008 - 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Bestimmt weiß hier jemand wann die letzten vierbeinigen Veteranen gestorben sind, die im Ersten und im Zweiten Welkrieg dienten Zwinkern

Hat jemand eine Ahnung?

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 144545 | Verfasst am: 01.04.2008 - 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Obige Frage kann ich leider nicht beantworten. Hat keiner von euch zufällig Zahlen dazu? Keine Ahnung

Anderes Thema:
Was wurde eigentlich aus den Armeepferden, die den 1. Weltkrieg überlebten?
Einige von ihnen wurden, soweit es ihr Gesundheitszustand noch zu ließ, in den Dienst der Freikorps und der Reichswehr übernommen.
Eines dieser Glückskinder war der Rappe Siegfried, der sogar bis 1934 im Trompeterkorps des Kav. Reg. 5 in Belgard bis zu dessen Auflösung unter Alfred Stieler als Paukenpferd voran ritt.


1938 zählte man auf deutscher Seite noch 7.000 vierbeinige WK1-Veteranen. Ihre Namen sind schon längst vergessen, aber ihre treuen Dienste und ihre bedingungslose Aufopferung stehen als ewiges Denkmal in den Geschichtsbüchern geschrieben, denn ohne sie hätte kein Soldatenheer die erbrachten Leistungen erreicht.

Horrido!

Nicole


Zuletzt bearbeitet von Reiter am 20.03.2010 - 20:47, insgesamt 2-mal bearbeitet
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 144560 | Verfasst am: 01.04.2008 - 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

Sie teilten die Not, die auch ihre Menschen nach dem verlorenen Krieg betroffen hat! Auflösung, Reparationsleistung und und und…
Viele werden wohl an Hunger und unzureichender Pflege zugrunde gegangen sein oder aber sie sind der alliierten Hungerblockade zum Opfer gefallen und endeten beim Metzger, um zumindest einem Teil der Bevölkerung das Verhungern zu ersparen. Aber ob es darüber Statistiken und Zahlen gibt? Muß mal stöbern.

Ein ebenso großes Problem betraf aber die deutsche Pferdezucht. Ein riesiger, sicherer Abnehmer junger Pferde viel einfach weg: Das Heer. Auch die Ausbildung junger Reiter durch die Armee entfiel. Damals wurde der Grundstock vieler ländlicher Reitervereine gelegt. Es war der einzigartige Gustav Rau, der dem deutschen Pferdesport und auch der Pferdezucht wieder durch seinen unermüdlichen Einsatz auf die Beine half. Sein Motto war, daß der deutsche Bauer auf deutschem Pferd auch wieder dereinst in die Weltspitze kommt. Er sollte recht behalten, denn die Springen Anfang der 30er Jahre in Rom und nicht zuletzt die Olympiade 1936 legen hierüber ein beredetes Zeugnis ab.
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BeitragBeitrags-Nr.: 144619 | Verfasst am: 02.04.2008 - 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dauerwelle, Winken

das viele beim Schlachter landeten stimmt; das habe ich oft gelesen. Gerade jene, die körperlich nicht mehr voll belastbar oder total verstört aus dem Krieg zurück gekehrt sind...eine schwere Zeit für Mensch und Tier.

Wenn Du zu diesem traurigen Kapitel Zahlen dazu finden könntest, würde ich mich sehr freuen.

Horrido!

Nicole
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 144696 | Verfasst am: 03.04.2008 - 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

http://i30.tinypic.com/mcavkp.jpg

Aus: Altgold. Die Geschichte eines Kriegspferdes
von Gustav Rau, Stuttgart 1925
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 144700 | Verfasst am: 03.04.2008 - 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ist zwar von nach dem Zweiten Weltkrieg, paßt aber, wie ich finde, ganz gut hier mit rein Zwinkern

http://i31.tinypic.com/yjxua.jpg

Es ist wenig bekannt, daß es einst in deutschen Landen für den treuesten Kameraden des Soldaten, das Pferd, Denkmäler gab. Hierbei darf an das sinnvolle Pferde-Denkmal vor dem Tannenberg-Krug in der Nähe des Reichsehrenmals Tannenberg bei Hohenstein/ Ostpreußen erinnert werden.
Doch auch nach dem 2.Weltkrieg wurden im Westen Deutschlands Pferde-Denkmäler neu geschaffen oder wieder aufgestellt. So wurde auf dem Gelände des ehem. Kgl. Bayerischen Kriegsministeriums in der Münchner Schönfeldstraße das von Prof. Bernhard Bleeker geschaffene "Denkmal der deutschen Kavallerie" am 28.Mai 1960 eingeweiht.
Seit dem Frühjahr 1978 steht nun "Kamerad Pferd" im Areal der Nürnberger "Infanteriekaserne" in der Gustav-Adolf-Straße in treuer Obhut der dort stationierten Bundeswehr-Einheiten. Auf Anregung des Chefveterinärs des "Wehrkreispferdelazaretts" Nürnberg (XIII.AK) vor dem Zweiten Weltkrieg geschaffen, hat die Denkmalsgruppe Krieg und Nachkrieg fast unversehrt überstanden und war schließlich in Vergessenheit geraten. Maßgeblichen Einfluß auf die Entstehung des Denkmals hatte der szt. Stabsvet. Dr Froelich. Nach zwei Entwürfen entschied man sich für die Darstellung eines Soldaten im langen Fahrermantel, der seinen "Kameraden Pferd" aus dem Staahlhelm tränkt. Der unterfränkische Bildhauer Fried Heuler schuf das Denkmal aus Kalksandstein; es wurde vor dem Pferdelazarett an der Nürnberger Wallensteinstraße im Spätsommer 1938 aufgestellt und eingeweiht. Etwa 1000 Tiere berittener und bespannter Einheiten wurden im Laufe der Jahre behandelt.
Nach dem Kriege übernahm der Bayerische Rundfunk das Gelände für sein "Studio Nürnberg". Intendant Reinhold Vöth und Studio-Chef Konrad Michel erhoiben keine Einwände, als man 1977 mit der Bitte um "Verlegung" in das Kasernengelände an der Gustav-Adolf-Straße an sie herantrat. Der damalige Kommandeur des Transportbatallions 270, Oberstleutnant Hans Zangl, konnte den Transport der Steingruppe ermöglichen und fand unter seinen wehrpflichtigen Soldaten einen jungen Steinmetz, Obergefr. Berthold Schneider, der mit Sachkenntnis und Liebe die Altersspuren beseitigte. Im Rahmen einer schlichten Feierstunde wurde das Denkmal am 30.März 1978 wieder enthüllt. Zahlreiche Gäste hatten sich zur Einweihung eingefunden, unter ihnen die Witwe des Bildhauers Heuler und der inzwischen 75jährige "geistige Vater" des Denkmals, Oberstabsvet. a.D. Dr.Hans Werner Froelich. Die eindrucksvolle Ansprache hielt Oberpostdirektor Dipl.-Ing. Heinz-Joachim Fincke, Nürnberg. Dann wurde unter dem Trompeterruf "Absatteln" das Denkmal erneut enthüllt.


Quelle:

Artikel von Peter Wacker, abgedruckt in Deutsches Soldatenjahrbuch 1982, Seite 405

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 144701 | Verfasst am: 03.04.2008 - 16:08    Titel: Antworten mit Zitat

Stehen die Denkmäler in München und Nürnberg noch? Weißt Du das? Oder ist es ihnen wie so vielen anderen Kriegerdenkmälern ergangen?
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 144704 | Verfasst am: 03.04.2008 - 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab nur den Artikel aus dem DSB...Bajuwaristan ist weit von mir weg Keine Ahnung

Könnte das mal jemand von unseren bayerischen Kollegen prüfen??

Winken

Jan-Hendrik
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