Friedrich Wilhelm von Seydlitz
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 162729 | Verfasst am: 08.11.2008 - 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das Grabmahl ist zerstört. Das Schloss steht noch.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162730 | Verfasst am: 08.11.2008 - 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ja es steht noch und teilt das Geschick so vieler Schlösser…

http://wroclaw.hydral.com.pl/12728,obiekt.html
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162746 | Verfasst am: 09.11.2008 - 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Das Grabmal in seinem ursprünglichen Zustand, bevor es 1857 mit einer Einfriedigung ergänzt wurde, die der damalige Schloßbesitzer Graf von Wartensleben veranlaßte.
http://i34.tinypic.com/biqa15.jpg

Das Grab wird folgendermaßen beschrieben:
„Seydlitzens Grab war 1774 noch ohne Denkmal und Grabschrift; auf Geheiß des Königs erbauten die Töchter des Reitergenerals das heute noch bestehende. Es steht in der Ecke des Schloßgartens, nahe an dem Gartenzaun, der sich an der Straße nach und von Namslau befindet. Die Form ist elliptisch. Auf der nach dem Garten längeren Seite ist die Inschrift:

Herois
Fried. Wilh.
L. B. de Seydlitz
Nat. A. MDCCXXI.
Denat. A. MDCCLXIII
Cineres.

In goldenen Buchstaben auf einer Tafel von schwarzem Marmor zu lesen, die andere längere Seite, nach dem Gartenzaun hin, ist frei. Auf den beiden kürzeren Seiten hängen ein Lorbeer- und ein Eichenkranz in halberhabener Arbeit. Auf dem Grabe steht eine große Urne von schwarzem Marmor und ein in die Länge ausgestreckter Löwe von weißem Marmor liegt mit dem Kopfe vor ihr.“
Das Bild, wie auch die Beschreibung stammen aus dem Buch: „Friedrich Wilhelm von Seydlitz, Königl. Preußischer General der Cavallerie. Der deutschen Reiterei gewidmet von einem deutschen Reiteroffizier.“, 1882.
Eine ähnliche Beschreibung der Grabstelle findet sich auch in dem Werk von E. Buxbaum, der auch verschiedentlich als der Autor des oben angeführten Buches genannt wird. Das kann durchaus sein, denn ganze Absätze sind praktisch in beiden Büchern identisch. Die Vorgänge bei Kranowitz sind z.B. in geringfügigen Details abweichend beschrieben. Buxbaum weist in seinem 1907 erschienen Werk darauf hin, daß es Strandorf gewesen sein „dürfte“, aber auch Bojanow möglich ist – das hatten wir weiter oben ja schon ausführlich.
Eine Schwarzweiß-Aufnahme wird von Klaus Christian Richter in seiner Seydlitz Biographie wiedergegeben und zeigt den Zustand des Grabmals efeuumrankt in den 1930iger Jahren. Ein fast ähnliches Bild findet man in dem obigen Verweis zu den Bildern des Schlosses.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 162751 | Verfasst am: 09.11.2008 - 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Steht das noch? Wie sieht das heute aus?
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162780 | Verfasst am: 09.11.2008 - 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:
Steht das noch? Wie sieht das heute aus?


Schau mal oben, was Kaiserulan geschrieben hat.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 162781 | Verfasst am: 09.11.2008 - 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Oh ja, sorry, habe ich übersehen! Haarsträubend

Wann und wer hat es denn zerstört? Polen, Russen oder andere? Weiß man das oder ist dazu nichts bekannt?
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 162783 | Verfasst am: 09.11.2008 - 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wer das war, ist nicht bekannt und vermutlich auch nicht mehr zu rekonstruieren. Die dort jetzt leben sind ja in der Regel erst nach ein paar Jahren nach Kriegsende dort angekommen.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 163039 | Verfasst am: 13.11.2008 - 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Aber vielleicht können wir eine andere Angelegenheit aufklären.
Ich hatte einen seiner Biographen den -General von Bismark- einmal weiter oben mit ck geschrieben und Jan-Hendrik wies darauf hin, daß Richter ihn nur mit k wiedergibt. Ein anders Buch führt in 1882 wieder mit ck an, vermutlich aus der gleichen Reichskanzlergewohnheit wie ich es tat.
Ich konnte mir nun endlich den 4. Teil der Reuter-Bibliothek von 1828 beschaffen. Es ist ein 9x14cm kleines Büchlein mit ca. 370 Seiten und Kartenbeilagen. Wie man auf den Bildern sieht, schreibt sich dieser Bismark tatsächlich nur mit k! Wobei mir auffällt, daß die Literaturaufstellung von 1882 auch ein anderes Erscheinungsjahr angibt. Aber es wäre ja durchaus eine weitere Auflage möglich gewesen und ein weiterer Biograph des gleichen Namens ist doch wohl eher unwahrscheinlich.
http://i37.tinypic.com/2qvd1xd.jpg
http://i33.tinypic.com/20qm2ia.jpg
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 163526 | Verfasst am: 24.11.2008 - 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

„In diesem seltenen Mann allerdings, vereinigte sich das Übersinnliche der Reuterkunst, auf eine so entschiedene Weise: daß es unmöglich ist seine Fußstapfen zu betreten, wenigstens nicht in der Absicht, ihn nachahmend erreichen, sich in seiner Gestalt werfen, und so die Natur um ihre Gaben betrügen zu wollen: das Öl, womit sein Reutergenie genährt worden, ist mit ihm in die Unsterblichkeit versunken.-„

Schöne Worte, die Bismark über Seydlitz findet und ein sehr interessantes Werk. Für den Einstieg aber wohl eher ungeeignet, weil der Autor Dinge voraussetzt, die eben 1828 noch selbstverständlich waren, jedoch 180 Jahre später einer Erklärung bedürfen. Wer sich ernsthaft mit Seydlitz beschäftigt und das Buch von Bismark einmal lesen möchte, der kann sich ja bei mir melden. Vielleicht findet sich eine Möglichkeit der „Fernleihe“. Lachen
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 163548 | Verfasst am: 24.11.2008 - 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Bietet es mehr Informationen als Richters Seydlitz-Biografie? Von Richters Biografie war ich ehrlich gesagt enttäuscht, nicht vom Schreibstil des Autors, sondern davon, dass die Quellenlage zu Seydlitz anscheinend sehr dürftig ist.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 163549 | Verfasst am: 24.11.2008 - 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, zur schlechten Quellenlage kann Richter natürlich nichts, das vorweg.
Sein Buch ist eigentlich die geraffte Form der zur Verfügung stehenden Quellen mit einer Bewertung aus dem heutigen Kenntnisstand. Die frühen Biographien – so auch Varnhagen von Ense – bringen natürlich mehr Einzelheiten, die Richter in seinem Buch gar nicht alle hat aufnehmen können. Viele Ereignisse werden ja auch unterschiedlich dargestellt, das hatten wir schon mehrmals durchgesprochen. Eigentlich muß sich jeder seine eigene Meinung bilden, welche der Schilderungen er für wahrscheinlicher hält, so sie nicht mehr tatsächlich handfest mit Belegen zu untermauern sind. Der Vorteil der frühen Werke ist eben der, daß damals noch Quellen zur Verfügung standen, die heute unwiederbringlich verloren sind. Insofern muß man den Wert auch des bismark’schen Werkes sehen: Abrundung des Kenntnisstandes und Einordnung in den bereits vorhandenen Wissensstand.
Man sollte auch immer mit berücksichtigen, wer die eigentliche Zielgruppe der Autoren waren. Bismark will zur Hebung der Kavallerie beitragen und spricht natürlich diesen Personenkreis an, sonst hätte er nicht seine Reuter-Bibliothek verfaßt. Genauso Kähler, der in seinem Vortrag vor der Militärischen Gesellschaft in Berlin anders berichten kann, als heute Richter, der einen großen Personenkreis ansprechen will und muß.
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 164883 | Verfasst am: 18.12.2008 - 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hier habe ich eine interessante Passage im Buch Charakter und Lebensgeschichte des Herrn von Seydlitz, Preußischen Generals der Kavallerie. vom Fr. von Blankenburg gefunden, die einen Einblick in die Ausbildung und das Training von Seydlitz und seinen Untergebenen ermöglicht.
Dieses Führungsprinzip war wegweisend und wurde bis in Wehrmachts-Zeiten als "Standard" angesehen. Ein berühmter moderner Kavallerist der ständig nach diesem Führungsprinzip handelte war Georg von Boeselager.

Der Vormittag wurde auf öffentliche Übungen aller Art, für seine Untergebenen sowohl als für sich selbst verwandt. Er war der festen Überzeugung, daß der Offizier alles das, was er von dem gemeinen Mann fordert, bis auf alle Kleinigkeiten herab, in größerer Vollkommenheit als dieser wissen und verstehen müsse, weil seine Befehle nur dadurch wirkliches Ansehen erlangen, und daß er dieses auch wissen und verstehen und treiben könne, ohne daß sein Geist dadurch kleinlich werde. Er hielt es nicht für genug daß dieser bloß gebietet, was jener zu machen hat; er mußte es ihm auch mustermäßig vorzumachen im Stande sein. Wenn z. B. vom dem Husaren verlangt wird, zu Pferde und bei voller Bewegung desselben sein Gewehr zu laden, und damit nicht in die Luft zu schießen, sondern zu treffen: so mußte der Offizier ihm auch die Möglichkeit, die Leichtigkeit davon mit seinem eigenen Beispiele zeigen: wenn jener ein wildes, unbändiges Pferd zu behandeln und zu zähmen wissen soll: so muß der Offizier dieses um desto eher verstehen; wenn der Husar auf seinem Wege kein Hindernis kennen darf, sondern mit seinem Pferde allenthalben soll können weiter kommen: so muß der Offizier auch weit minder, wie er, bei dergleichen Hindernissen sich nur besinnen, so müssen auch für diesen tiefe Gräben , hohe Hecken und Zäune, abwechselnde Berge und Thäler, ebenes Land sein. Alles, was dahin führen, was darin vervollkommen und den gemeinsamen Mann überzeugen konnte, daß seine Offiziere nicht bloß seine Befehlshaber, sondern ihm auch in Allem, was er zu leisten hatte, überlegen waren, wurde mit Eifer und Ernst getrieben; Und weder der H. von Seydlitz noch seine Offiziere ließen davon sich durch das, was gefährlich dabei scheinen konnte, abhalten.

Horrido!

Nicole
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 164895 | Verfasst am: 18.12.2008 - 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Seydlitz war ein kurzes Aufblitzen, dem wieder lange Dunkelheit folgte.
Auftragstaktik, dafür plädiert (in "System der Reuterei") auch Seydlitz‘ weiterer Biograph Bismark und bleibt damit für lange, lange Zeit ungehört.
Wie soll ein Führer die Gunst des Augenblickes nutzen, wenn er sie befehlsgemäß verstreichen lassen muß? Das ist bitter!
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 164908 | Verfasst am: 19.12.2008 - 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ja jetzt mal wieder ein interessantes Thema. Wer hat die Auftragstaktik als durchgehendes, leitendes Führungsprinzip in die preußische Armee eingeführt?
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 164921 | Verfasst am: 19.12.2008 - 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Kaiserulan hat Folgendes geschrieben:
Das ist ja jetzt mal wieder ein interessantes Thema. Wer hat die Auftragstaktik als durchgehendes, leitendes Führungsprinzip in die preußische Armee eingeführt?


Aber kein Thema für diesen Thread!

Horrido!

Nicole
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