90. Todestag von Manfred von Richthofen
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 146006 | Verfasst am: 21.04.2008 - 18:13    Titel: 90. Todestag von Manfred von Richthofen Antworten mit Zitat

Zur Erinnerung an den "Roten Baron" dessen Todestages, welcher sich heute (21.04.2008) zum 90. mal jährt.

http://i29.tinypic.com/25gfqlc.jpg

Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen (* 2. Mai 1892 in Breslau; † 21. April 1918 bei Vaux-sur-Somme) war ein deutscher Jagdflieger und Fliegerass im Ersten Weltkrieg. Er erzielte die höchste Zahl von Luftsiegen (insgesamt 80), die im Ersten Weltkrieg von einem einzelnen Piloten erreicht wurde.
Den berühmten Beinamen Der Rote Baron erhielt von Richthofen, der einen Großteil seiner Einsätze in mehr oder weniger rot gestrichenen Flugzeugen flog, erst nach dem Krieg.
Er geht auf ein englisches Nachkriegsbuch zurück, das seinen Titel „Freiherr“, den es im Englischen nicht gibt, mit „Baron“ übersetzte. Im Ersten Weltkrieg wurde Richthofen auf französischer Seite „Le Diable Rouge“ (Der rote Teufel) genannt, seine Autobiographie trägt den Titel „Der rote Kampfflieger“.

Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen wurde am 2. Mai 1892 in Breslau als zweites von vier Kindern geboren. Seine Eltern waren der Kavallerieoffizier Albrecht Freiherr von Richthofen (1859-1920) und dessen Frau Kunigunde, geb. von Schickfus und Neudorff (1868-1962). Er war ein Nachfahre des berühmten preußischen Feldmarschalls Leopold von Anhalt-Dessau. Manfreds Geschwister waren die Brüder Lothar (1894-1922), und Bolko (1903–1971) sowie seine Schwester Elisabeth genannt Ilse (1890–1963).

Im Alter von neun Jahren zog er mit seiner Familie nach Schweidnitz. Der Junge interessierte sich sehr für die Jagd und das Reiten. Nach dem Besuch der Kadettenanstalt Wahlstatt trat er 1911 in das 1. westpreußische Ulanen-Regiment Kaiser Alexander III. von Russland ein.

Zum Beginn des Ersten Weltkrieges war von Richthofen als Patrouillenführer an der Ost- und Westfront eingesetzt. Er war jedoch vom Glanz, welcher die Soldaten der Fliegertruppe umgab, fasziniert und ersuchte daher 1915 um Versetzung. Anfangs diente er als Beobachter in der Brieftauben-Abteilung-Ostende, der ersten deutschen Bomberformation. Später ließ er sich zum Flugzeugführer ausbilden. Im September 1916 kam er schließlich zur Jagdstaffel (Jasta) 2, die unter dem Kommando von Oswald Boelcke stand. Seinen ersten Abschuss erzielte er am 17. September 1916 über Cambrai.

Von Richthofen war ein geschickter Taktiker, der die von seinem Lehrer Boelcke aufgestellten Grundsätze (Dicta Boelcke) genau beachtete und vor einem Kampf meist alle Vorteile auf seine Seite brachte. Am 23. November 1916 traf die Jasta 2 über Le Sars auf die Staffel des bekannten britischen Fliegers Lanoe Hawker. Im Verlauf des Kampfes entwickelte sich ein Kurvenkampf zwischen Richthofen, der einen Albatros D.II-Doppeldecker flog, und Hawker in seinem Airco D.H.2. Der Westwind trieb die Gegner über deutsches Gebiet, weshalb Hawker schließlich den Kampf abzubrechen und auf alliiertes Gebiet zurückzukehren versuchte. Von Richthofens Albatros war das schnellere Flugzeug, deshalb konnte er den im Zickzack fliehenden Gegner abschießen, wobei Hawker ums Leben kam.

Nach seinem 18. Luftsieg erhielt von Richthofen den Orden Pour le Mérite, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung.

Im Januar 1917 wurde von Richthofen die Führung der Jagdstaffel 11 übertragen. Diese Staffel wurde bald als „Fliegender Zirkus“ bekannt, da die Männer ihre Flugzeuge bunt anstrichen, wobei Richthofen die Farbe Rot bevorzugte.

Nach dem Tod von Max Immelmann am 18. Juni 1916 und Oswald Boelcke am 28. Oktober 1916 war Manfred von Richthofen der mit Abstand erfolgreichste deutsche Jagdflieger. Es ist umstritten, ob die Briten dem Flieger, dem der Abschuss oder die Gefangennahme Richthofens gelang, das Victoria-Kreuz, eine Beförderung, ein eigenes Flugzeug als Geschenk, 5000 Pfund Sterling und einen besonderen Preis der Flugzeugfabrik, deren Flugzeug er benutzte, als Belohnung zusicherten. Es gilt weiter als unklar, ob der deutschen[1] oder britischen[2] Propaganda die Erfindung eines „Anti-Richthofen-Geschwaders“ zuzuschreiben ist, welches offiziell nie existiert hat.

In den Monaten, als Richthofen die Jasta 11 anführte, entwickelte sie sich zu einer Eliteeinheit. Er selbst schoss über 20 britische Flugzeuge ab, und auch seine Männer erzielten sehr hohe Abschusszahlen. Diese Staffel hatte großen Anteil daran, dass die Briten den April 1917 als „Blutigen April“ (bloody april) bezeichnen. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Piloten des Royal Flying Corps und des Royal Naval Air Service war von 295 Stunden auf 92 Stunden gefallen.

Im Juni 1917 wurde das Jagdgeschwader 1 aus den Jagdstaffeln 4, 6, 10 und 11 aufgestellt. Alle vier Staffeln operierten unter dem Kommando Manfred von Richthofens. Im Juli 1917 wurde er während eines Luftkampfes schwer am Kopf verwundet und musste, kurzzeitig erblindet, notlanden. Von dieser Verwundung sollte er sich nicht mehr erholen.

Am 21. April 1918 hob der Rote Baron mit einem Fokker-Dr.I-Dreidecker und neun anderen Fliegern vom Flugplatz Cappy ab. An diesem Tag verwickelte sich die Gruppe in einen Luftkampf mit den Sopwith Camels der No. 209 Squadron RAF, angeführt von dem Kanadier Arthur Roy Brown. Als sich der junge Leutnant Wilfrid May vom Kampfgeschehen entfernte, jagte von Richthofen ihm nach. Brown sah, dass May in Schwierigkeiten war, setzte sich hinter von Richthofen und schoss aus großer Entfernung einige Feuerstöße, die wahrscheinlich fehl gingen. Während von Richthofen May über die englischen Linien verfolgte, wurde er von drei australischen MG-Schützen beschossen. Von einer Kugel tödlich getroffen, stürzte von Richthofen nahe der australischen Stellung aus niedriger Höhe ab.

Manfred von Richthofen hatte in seiner Karriere bei der Fliegertruppe 80 bestätigte Luftsiege erzielt. Der Respekt beim Gegner war so groß, dass er am 22. April von den Australiern mit vollen militärischen Ehren in Bertangles bei Amiens beerdigt wurde. Er war wahrscheinlich der erste Pilot, zu dessen Trauerfeier die Missing Man Formation[3] geflogen wurde. Wie zu dieser Zeit üblich, sandten die britischen Truppen ein Foto des Grabes an ihre deutschen Gegner.

Sein Geschwader erfuhr vom Tod durch die Alliierten. Ein Jagdflugzeug überflog die Basis und warf folgende Botschaft ab: „An das deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen wurde am 21. April 1918 in einem Luftkampf getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren begraben.“ (Original: „To the German Flying Corps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen was killed in aerial combat on April 21st 1918. He was buried with full military honours.“)

Quelle: Wikipedia
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BeitragBeitrags-Nr.: 146038 | Verfasst am: 22.04.2008 - 09:28    Titel: Antworten mit Zitat

Toller Beitrag! Lachen

Horrido!

Nicole
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 146039 | Verfasst am: 22.04.2008 - 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Mehr dazu bei Luftfahrtgeschichte

Beim SPIEGEL hingegen schwätzt man vom Menschenjäger... Rollene Augen

Winken

Jan-Hendrik
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christitus
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BeitragBeitrags-Nr.: 146040 | Verfasst am: 22.04.2008 - 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Beim SPIEGEL hingegen schwätzt man vom Menschenjäger...

Der SPIEGEL zitiert lediglich aus den hinterlassenen Schriften Richthofens Zwinkern
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 146041 | Verfasst am: 22.04.2008 - 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

*räusper*

Schau mal den Verweis genau an, der heißt Tod eines kaltblütigen Menschenjägers Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 146042 | Verfasst am: 22.04.2008 - 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

Die können schreiben was sie wollen - Manfred von Richthofen war einfach Gut gemacht! Gut gemacht! Gut gemacht!

Winken

Nicole
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Panzerjäger I
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BeitragBeitrags-Nr.: 146053 | Verfasst am: 22.04.2008 - 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Was ist denn an dem Artikel im Spiegel so anstößig?
Wenn man sich mal abseits der Überschrift die Mühe macht den Text durchzulesen dann erweist er sich als durchaus ausgewogen und nicht dogmatisch verengt!
Was den kaltblütigen Menschenjäger betrifft, hat es Christius schon angemerkt, das bezog sich auf folgende Textpassage der Richthofenschen Schriften:
Zitat:
In seinen hinterlassenen Schriften wieder aufgefundene Zitate Richthofens dokumentieren allerdings auch Richthofens Direktheit: "Es liegt nicht jedem Menschen, im letzten Augenblick noch die volle Geistesgegenwart zu behalten, ruhig zu zielen über Visier und Korn und Kopf aufsitzen zu lassen. Diese Art Menschenjagd muss tatsächlich geübt werden."

Also, alles lesen und dann erst Urteil bilden, net nur nach der Überschrift. Zwinkern

Richthofen war im Grunde genommen, wie so viele Millionen anderer Kriegsteilnehmer auch, zu bemitleiden. Ein großer und mutiger Jagdflieger, ohne Zweifel. Aber nach seiner schweren Verwundung 1917 eigentlich nicht mehr fronttauglich, nicht mehr der unbeschwerte Mensch, der er davor war. Er war fertig! Und er ist geendet wie die meisten (zumindest deutschen) Asse, kurz vor "Toreschluss" vom Sensemann vereinnahmt.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 146064 | Verfasst am: 22.04.2008 - 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich war es eine Schande, dass man einen Mann wie Richthofen zu diesem Zeitpunkt noch fliegen ließ. Als Ausbilder hätte man ihn einsetzen müssen. Wenn jemand erst so viele Luftsiege errungen hat ist es nicht zu verantworten, dem Gegner im Falle seines Abschusses einen derartigen Propagandaerfolg zu gönnen.
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Tom Heyer
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BeitragBeitrags-Nr.: 146070 | Verfasst am: 22.04.2008 - 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn jemand erst so viele Luftsiege errungen hat ist es nicht zu verantworten, dem Gegner im Falle seines Abschusses einen derartigen Propagandaerfolg zu gönnen.

Wie wäre es mit seinem Leben retten, welches wohl wichtiger ist als der zu verhindernde Propaganda erfolg der Gegenseite. Rollene Augen
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 146079 | Verfasst am: 22.04.2008 - 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Manfred von Richthofen?
who is it????
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 146279 | Verfasst am: 24.04.2008 - 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie wäre es mit seinem Leben retten, welches wohl wichtiger ist als der zu verhindernde Propaganda erfolg der Gegenseite

Das eine bedingt das andere. Ich glaube kaum, dass von Richthofen als Ausbilder gefallen wäre.
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BeitragBeitrags-Nr.: 160718 | Verfasst am: 02.10.2008 - 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

...
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