Schlacht bei Zorndorf 1758
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 162795 | Verfasst am: 09.11.2008 - 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Es muss etwas dran sein.

Ich habe Oechelhaeuser 1987 selbst kennen gelernt, als er uns auf der Offizierschule in Hannover auf einer Abendveranstaltung, die unter dem Motto Traditionsvermittlung stand, Teile aus dem Buch "Adelheit es ist soweit" vorgelesen hat. Die Besten des Offizierlehrgangs haben das Buch dann als Geschenk überreicht bekommen.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162798 | Verfasst am: 09.11.2008 - 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn er weiter so schöne Geschichten erzählt hat und auch noch Leute fand, die es glaubten…

Gute Güte. Wir unterhalten uns, ob Seydlitz zu früh oder zu spät angegriffen hat oder gar einen Befehl des Königs mißachtete, welchen auch immer und da kommt einer daher und behauptet, ein Rittmeister der Garde du Corps hätte entschieden, die letzte entscheidende Attacke zu reiten. Das ist HUMBUG. Warum hat Friedrich nicht dem Rittmeister nach der Schlacht gedankt, sondern Seydlitz?

Ehrlich gesagt, bin ich nur noch entsetzt.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162809 | Verfasst am: 10.11.2008 - 07:10    Titel: Antworten mit Zitat

So, nachdem ich mich jetzt beruhigt habe.
@Kaiserulan, Du kennst die Geschichte der Zorndorfer Schlacht sehr genau. Die aufgestellte Behauptung, Seydlitz hätte fälschlicherweise den Ausspruch über die GdC getan, ist doch mehr als daneben. Ich kenne keinen Autor, der Seydlitz diese Worte in den Mund legt. Es würde doch auch überhaupt keinen Sinn machen. Dieser oder ein ähnlicher Satz: „Ich will nicht, daß eine Schlacht verloren ist, bevor nicht die Garde du Corps attackiert hat.“ kann nur von einem Offizier dieses Regimentes stammen und nicht vom Führer der Kavallerie. Solche Verdrehungen machen mich einfach nur wütend. Sie werden abgeschrieben und immer weiter verbreitet. Es macht die folgenden Dinge nicht eben gerade glaubwürdig, ganz im Gegenteil.
Wenn er „Adelheid“ dann noch als nette Anekdote gebracht hätte, die man sich erzählt, dann hätte man das vielleicht noch stehen lassen können, aber mit dem Anspruch, das geschichtlich korrekt wiederzugeben, wird es unverfroren. Zumindest der es später niederschreibende Autor, hätte hier deutlicher auf Distanz gehen müssen. Ich gehe auch nicht davon aus, daß der weitere Werdegang des Dietrich Wilhelm von Wackenitz so sehr herangezogen wurde, wie diese, seine angeblichen Worte.
Nehmen wir es also als – ich nenne es mal Aufmunterung- im Soldatenalltag und dies gerade in scheinbar ausweglosen Situationen. Aber bitte nicht historisch in die Schlacht bei Zorndorf belegbar.
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 162816 | Verfasst am: 10.11.2008 - 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Mich würde jetzt interessieren, ob es für den Gebrauch von "Adelheit" irgendeine weitere Quelle gibt als das Buch von Oechelhaeuser und die Verwendung als Ruf bei einer Aufklärungskompanie der BW. Die Verwendung als Ruf bei der oben im Thread genannten Aufklärungskompanie halte ich für keinen hinreichenden Beweis, da dies vermutlich aus der kritiklosen Lektüre des besagten Buchs kommt. Vielleicht war der Verursacher ja ein Kamerad, der wie ich 1987 auf der OSH.

Leider ist ja sehr viel Material im letzten Krieg verloren gegangen.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162817 | Verfasst am: 10.11.2008 - 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

Genau! Eine belgbare und auch noch halbwegs glaubwürdige Quelle.
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AG_Wittmann
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BeitragBeitrags-Nr.: 162827 | Verfasst am: 10.11.2008 - 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Darf ich also keinen Augenzeugenbericht á la Knopp vorbringen? Grins
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 162828 | Verfasst am: 10.11.2008 - 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich verstehe zwar nicht was Du meinst, aber warum schreibst Du ihn nicht einfach hier rein?
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 164950 | Verfasst am: 19.12.2008 - 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte mit Wacknitz hat mich nicht losgelassen. In "Das Deutsche Reiterbuch" von Vogt/Knötel von 1895 habe ich jetzt eine Variante der Geschichte gefunden. Allerdings ohne "Adelheit".

http://www.bilderhosting.info/144716.jpg
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 164980 | Verfasst am: 20.12.2008 - 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist die viel beschriebene Darstellung, die eigentlich jedem bekannt sein muß, mal abgehsehen von kleinen Abweichungen in der Wortwahl der Beteiligten. Die „Adelheid“ Behauptung bringt es überhaupt nicht weiter.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 165011 | Verfasst am: 21.12.2008 - 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

In der „Übersicht der Geschichte des Königlichen Regimentes der Gardes du Corps“ von 1890 wird die Begebenheit übrigens so wiedergegeben:
http://i42.tinypic.com/29ux3pt.jpg
http://i40.tinypic.com/23wuz2f.jpg
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Matte
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BeitragBeitrags-Nr.: 166643 | Verfasst am: 24.01.2009 - 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Geschichte der preußischen Armee von Curt Jany:
Zitat:
Der von Kalckreuth berichtete stolze Ausruf des Rittmeisters v. Wacknitz: "Eine Schlacht darf nicht verlorengehen, ohne daß die Gardes du Corps attackiert haben!" kann sehr wohl in dieser oder ähnlicher Form gefallen sein, wenn auch die von Kalckreuth angegebenen Nebenumstände romanhaft sind. Er drückt nur dieselbe Empfindung aus, die Warnery dem General v. Seydlitz zuschreibt:"disant qu'il ne voulait pas quitter la partie, sans etre aussi mesuré." Wacknitz wurde auf Vorschlag des Generals v. Seydlitz nach der Schlacht vom Rittmeister zum Oberstlieutenant befördert, sein hervorragendes Verdienst steht also außer Frage.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 166647 | Verfasst am: 24.01.2009 - 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Auch nichts mit der Adelheid. Zwinkern
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 166653 | Verfasst am: 24.01.2009 - 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, wird wohl immer unwahrscheinlicher, dass wir die liebe Adelheide finden. Oechelhäuser lebt leider auch nicht mehr, sonst hätt ich da mal angerufen.
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