Wegbereiter das Faschismus?
Gehe zu Seite 1, 2, 3 ... 9, 10, 11  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149715 | Verfasst am: 11.06.2008 - 06:58    Titel: Wegbereiter das Faschismus? Antworten mit Zitat

Da diese Fragestellung im Freikorpsthread aufkam und dort den Rahmen sprengt mache ich hier, wie dort angeboten, einen separaten Thread auf. Wie weit oder eng wir das Thema fassen hängt von Euch ab, daher hätte ich dahingehend gerne erstmal eure Ansichten Zwinkern

Den es ist vom Arbeitsaufwand ein großer unterscheid, ob wir uns den Zeitrahmen von der Oktoberrevolution bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges spannen oder "nur" von der dt. Revolution bis zur Ernnenung Hitlers zum Reichskanzler, ob wir gleich den ganzen eurpoäsichen Kontext als Arbeitsfläche nehmen oder uns auf das Territorium des Deutschen Reiches beschränken.

Eine Bitte voraus:

Dies ist eine sehr komplexe Thematik, also bitte inhaltsleere Zweizeiler und leere Polemik vermeiden, ich werde jedem derart Einsteigendem sachlich gehörig auf den Pelz rücken Zwinkern

Zur allgemeinen Einarbeitung und Einleitung in das Thema hier zwei Artikel von Ernst Nolte, die er in den VjhfZG veröffentlicht hat:

- In Heft 4/1964 Zur Phänomenologie des Faschismus

- In Heft 3/1967 Zeitgenössische Theorien über den Faschismus

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
steffen04
Engagiertes Mitglied


Anmeldedatum: 12.01.2007
Beiträge: 190
Wohnort: SchwAlb

BeitragBeitrags-Nr.: 149798 | Verfasst am: 11.06.2008 - 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fühl mich bzgl. Nationalsozialismus selbst schon recht gut informiert, würde mich daher eher interessieren für

- Faschismus in Europa
- nationalrevolutionäre Bewegungen in Deutschland

Die Frage ist natürlich, ob man da nicht gleich zwei Threads draus macht:

Beim Thema F. in Europa kommt man wahrscheinlich schnell zu Kollaboration und fremdvölkischen Freiwilligen (und damit in den Zeitraum bis bitteres Ende in Berlin)

Bei den Nationalrevolutionären ist eher die Zeit vor 33 interessant, natürlich Freikorps, aber auch Jünger, Salomon, Bauernrevolten etc...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Stratege
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 06.03.2006
Beiträge: 342
Wohnort: bei Rottweil

BeitragBeitrags-Nr.: 149828 | Verfasst am: 11.06.2008 - 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von Stratege am 22.02.2010 - 18:56, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149832 | Verfasst am: 11.06.2008 - 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Da du meine Einleitungsfrage ignorierst komme ich dann auch gleich mal zur Sache:


Zitat:
Nichtsdestotrotz halte ich an meiner Aussage grundsätzlich fest; ohne die Freikorps hätte es vermutlich später auch keinen Nationalsozialismus gegeben.


Halte ich für erschreckend naiv, ohne Rote Revolution hätte es weder Freikorps noch später die Nazis gegeben, an dieser Stelle hätte ich schon ein wenig mehr von dir erwartet.

Zitat:
- und die Parole von 'Ein Volk, ein Reich, ein Führer, wäre später nicht auf einen solch fruchtbaren Boden gefallen


Hier würde mich interessieren, wie du von den FKs zur Programmatik der NSDAP kommst Zwinkern


Zitat:
- Es hätten sich keine Warlords herausbilden können, die ihrerseits wiederum später oft, soweit systemkonform, Karriere unter den Braunen gemacht haben


Komisch, warum hat Hitler diejenigen, die Anfang der 30er noch existent und aktiv waren dann 1934 liquidieren lassen? Die, die später Karierre machten waren während der Hochzeit der FK in der Masse kleine Nummern, unter ferner lieven.

Zitat:
wo wäre denn für Otto Normalverbraucher der Unterschied zwischen den braunen und den roten Horden gewesen? In beiden Regimes wurden andersdenkende massivst unterdrückt, gefoltert und ermordet.


Nur das der Kommunismus nach Sowjetmuster seine Untertanen zu völligen Sklaven der Partei degradierte...und im Gegensatz zu dem, was kommen würden, wenn Adolf und seine Truppe die Regierung stellen würden, wußte man in Mitteleuropa (oder konnte es zumindest wissen), wie der real existierende Kommunismus in der neuen UDSSR handelt, es genug Emigranten, die als Augenzeugen Bericht erstatteten Idee

Zitat:
Vielleicht mit dem Unterschied, daß es bei einem Sieg der Roten in Deutschland damals hinterher keinen zweiten Weltkrieg mit 55 (in Worten fünfundfünfzig) Millionen gegeben hätte.


Ein mächtig gefährlicher, weil bös simplifizierender Satz...denk noch mal drüber nach Zunge rausstrecken

Inssofern kann ich auf deine Schlußfolgerung kontern:

Du verwechselst Ursache und Wirkung, und das ist letztlich die Quintessenz meiner vorherigen Erwiderung im FK-Thread Lachen

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Stratege
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 06.03.2006
Beiträge: 342
Wohnort: bei Rottweil

BeitragBeitrags-Nr.: 149850 | Verfasst am: 11.06.2008 - 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von Stratege am 22.02.2010 - 18:55, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149852 | Verfasst am: 11.06.2008 - 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Für heute Abend belasse ichs mal bei der "Kurzmitteilung" Grins

Zitat:
Deiner Logik folgend, könnte man ja nun sagen, der Nationalsozialismus ist eine Folge der roten Revolution. Aber DAS wäre dann tatsächlich erschreckend naiv!


Ich würde es umformulieren, dann triffts schon recht gut ins Schwarze:

Der Erfolg der Nationalsozialisten war in nicht unerheblichen Maße eine Folge der Roten Revolution (natürlich unter der Vorraussetzung der Weltwirtschaftskrise und dem damit einhergehenden Erstarken der KPD sowie dem Versagen des bürgerlichen Lagers in dieser Situation) Zunge rausstrecken

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
eisenhans
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 149860 | Verfasst am: 11.06.2008 - 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Mal ein paar Gedankengänge von mir zu dieser doch ziemlich komplexen Thematik:
Es wäre für den Anfang vielleicht sinnvoll, sich tatsächlich erst einmal auf Deutschland zu beschränken (Zumal der Faschismus hier ja auch zu seiner extremsten Ausprägung fand):
Die deutsche "Oktoberrevolution" scheint mir ein recht guter Ansatzpunkt zu sein, da der Zusammenbruch bzw Untergang der Monarchie doch wohl erst das Machtvakuum schuf, das mir ein wesentlicher Auslöser der weiteren Entwicklungen innerhalb Deutschlands zu sein scheint.
Dadurch könnte man dann ja zuerst mal die chronologischen Abläufe beleuchten, da ja, wie J.H. treffenderweise anmerkte, z. B. die FK nicht "im luftleeren Raum" entstanden. Andere Faktoren, wie Motivation der beteiligten Parteien, äussere Einflüsse, politische Strömungen etc könnte man dann in diesem Zusammenhang anhand besonderer Geschehnisse innerhalb dieser Zeitlinie detailliert behandeln
Nur so als kleine Anregung am Rande....

gruss

Oliver
Nach oben
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3784

BeitragBeitrags-Nr.: 149865 | Verfasst am: 12.06.2008 - 07:16    Titel: Antworten mit Zitat

Und man sollte nicht vergessen, wie nah sich die links-und rechtsextremen Strömungen waren und sind in ihrer Radikalität, ihrem Sozialismus und vielen macht-polit. Punkten.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2306

BeitragBeitrags-Nr.: 149867 | Verfasst am: 12.06.2008 - 07:25    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich möchte doch mal gerne was zu eurem Thema hier schreiben und euch etwas Licht ins Dunkel bringen! Zwinkern

Nachdem die Donaumonarchie im September 1918 ankündigte, langsam zusammenzubrechen und die Türken aus dem Krieg ausschieden, gingen Ludendorff die Nerven durch. Verrückt
Der Chef der Operationsabteilung Heye hatte Kaiser und Auswärtiges Amt informiert, das unbedingt ein Waffenstillstand nötig sei, worauf hin der Staatssekretär v. Hintze zur OHL entsandt wurde, wo er am 29.September 1918 mit Ludendorff zusammentraf. Hier schlug Ludendorff den sofortigen Rücktritt von Kanzler von Hertling vor, umfassende Reformen und die neue Regierung sollte dann in Waffenstillstandsverhandlungen auf Basis von Wilsons 14 Punkten eintreten. Nachdem auch unser Kaiser seine Zustimmung gegeben hatte, kam die Revolution von oben in gang. Max von Baden wurde Kanzler und erhielt sofort Druck von Ludendorff, er möge umgehend um Waffenstillstand ersuchen. Insofern ging die Inititativ zur deutschen Revolution von der OHL aus, spezifisch Ludendorff war ihr Antreiber (und er war auch derjenige, der Ende Oktober dann kalte Füße bekam und den Kaiser bekniete, er möge die Verhandlungen abbrechen lassen)!

Das war´s schon mal für den Anfang...

Quelle war mir der Der deutsche Bürgerkrieg von Koch, Kapitel 1

Horrido! Winken

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149870 | Verfasst am: 12.06.2008 - 07:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Unter den Nazis waren die Menschen etwa keine Sklaven der Partei? Den guten (=arischen) Deutschen ging es materiell besser als den Menschen in der SU, aber dies auch nur, solange sie taten, was sie sollten. Stalins Terror war in der Tat willkürlicher, Hitlers Terror war planmäßiger und zielgerichteter. Aber willst du dies wirklich in Kategorien wie besser und schlechter einteilen?


Als kurzer Exkurs, weil eigentlich diese Ebene schon übers Ziel hinaus ist: Die NSDAP hat niemals eine solche totale Durchdringung des öffentlichen und privaten Lebens geschafft wie die KPDSU, dahingehend ist deine Argumentation ein Irrweg. Zwinkern

Oliver, ich würde es auch vorziehen, die Sache mit Geduld und anhand der zeitlichen Chronologie zu behandeln, das spart Energie und verhindert unergiebige "Kreuz- und Querdiskussionen" Idee

Zitat:
Und man sollte nicht vergessen, wie nah sich die links-und rechtsextremen Strömungen waren und sind in ihrer Radikalität, ihrem Sozialismus und vielen macht-polit. Punkten.


Eben dies wäre auch ein Punkt, der dezidiert herausgearbeitet werden müßte. Danke fürs freiwillig-melden, Bernd Lachen

Nicole, vielen Dank für diesen Einstieg in den Zusammenbruch 1918 Gut gemacht!

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149894 | Verfasst am: 12.06.2008 - 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Offtopic-Beiträge von Hoovers Frank, Nicole und mir gelöscht.

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
eisenhans
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 149895 | Verfasst am: 12.06.2008 - 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Um mich mal einer Allegorie zu bedienen: Die Kapelle hat aufgespielt (OHL,Ludendorff), die ersten Teilnehmer betreten die Tanzfläche:

"Am 29. Oktober 1918 verweigerten Matrosen der Hochseeflotte in Kiel und Wilhelmshaven den Gehorsam, um ihr Leben bei einem letzten "ehrenvollen" Gefecht gegen britische Verbände nicht aufs Spiel zu setzen. Wie ein Flächenbrand weitete sich der Matrosenaufstand innerhalb weniger Tage über Deutschland aus. Bis zum 10. November bildeten sich praktisch in allen größeren deutschen Städten ohne nennenswerten Widerstand revolutionäre Arbeiter- und Soldatenräte, welche die städtische Verwaltung übernahmen. Zunehmend verlagerte sich dabei die Initiative zur Revolte von den Soldaten und Matrosen auf die Arbeiterschaft. Nunmehr stellten die Aufständischen über das Militärische hinausgehend politische Forderungen. Der Ruf nach Abdankung des Kaisers und nach Umwandlung des Deutschen Reichs in eine demokratische Republik wurde lauter."

gruss

Oliver

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/revolution/index.html
Nach oben
Hoover
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.05.2004
Beiträge: 7847
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 149896 | Verfasst am: 12.06.2008 - 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Geht schon wieder ins Off-Topic, aber ich kann die Maßnahmen der Matrosen und auch der Aufständischen Bevölkerung nur zu gut verstehen.

Ist es nciht genau das, was man scih 1939-1945 auch gewünscht hätte: Den Aufstand, um einen nicht zu gewinnenden Krieg endlich zu beenden?

der Aufstand war ehrenvoll, nur der Umgang damit nicht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2306

BeitragBeitrags-Nr.: 149900 | Verfasst am: 12.06.2008 - 09:56    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso "Off-Topic"?
Und wohin dieser "ehrenhafte" Aufstand geführt hat, wisst ihr ja Rollene Augen Hätten sich die Kräfte bis zum Rest erschöpft, hätte die Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen Meine Meinung

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23731
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 149902 | Verfasst am: 12.06.2008 - 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Den Aufstand, um einen nicht zu gewinnenden Krieg endlich zu beenden?


*räusper* der Matrosenstreik hat den Krieg beendet? Haarsträubend Komisch, warum verhandelte die dt. Regierung schon vorher wegen dem Waffenstillstand?

Entschuldigt bitte, aber wir wollen den Thread doch bitte sachlich angehen. Also sollten wir schon die Reihenfolge der Ereignisse im Blick behalten, um bei der Berwertung nicht ins Blaue zu schießen.

Winken

Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 21.10.2008 - 17:46, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3 ... 9, 10, 11  Weiter
Seite 1 von 11

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.