Besatzung auf dem Gebiet der Sowjetunion
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152776 | Verfasst am: 11.07.2008 - 13:13    Titel: Besatzung auf dem Gebiet der Sowjetunion Antworten mit Zitat

Ausgehend von diesem Thread wollen wir hier die realen Auswirkungen der Besatzung für die Bevölkerung erörtern, Fred hat hierzu am Beispiel der Krim und dem dortigen Fiskalwesen bereits einen interessanten Ansatz eingebracht Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 152894 | Verfasst am: 12.07.2008 - 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

Gute Idee, dann hier zum Fiskalwesen. Meine Frage war, was man mit den Millionen geklauter Rubel anfangen konnte.

Davon ausgehend, daß Jan-Hendriks Antwort "auf Märkten einkaufen" ironisch gemeint war, möchte ich die Fragestellung konkretisieren:

- war der Rubel eine konvertierbare Währung? (meines Wissens nicht)
- gab es Staaten, die Rubel freiwillig akzeptierten und dafür kriegswichtige Güter lieferten??
- wurden die Rubel "Verbündeten" auf´s Auge gedrückt?
- wurde Wehrsold in Rubel ausgezahlt? Evtl. an Hilfstruppen?
-......sonstiges?

Mir erschliesst sich bisher der Sinn des Einzugs einer nicht-konvertierbaren Währung nicht.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 152895 | Verfasst am: 12.07.2008 - 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Meines Wissens blieb der Rubel ja die Währung im besetzten Rußland. Was sollten die Russen auch mit RM anfangen, wenn keine Währungsumstellung erfolgt. Also wurde das requirierte Geld als "Kriegsrubel" zum Wirtschaften der dt. Besatzungs-und Wirtschaftsorgane, z. B.Bezahlung der russ. Arbeitskräfte, Ankauf von Waren etc. und für die dt. Soldaten eingesetzt, die einen Teil des Wehrsoldes umtauschen und damit ebenfalls Waren oder Dienstleistungen der russ. Bevölkerung bezahlen konnten. Gleichzeitig floß auf diese Weise ein ordentlicher Betrag RM wieder zurück ins Reich. Also ein ganz normaler Geldfluß innerhalb eines besetzten Gebietes, mit dem Vorteil, daß man die Stabilität der Kriegswährung steuern kann, indem man Einfluß auf die zur Verfügung stehende Geldmenge und die entsprechenden Umtauschkurse etc. nehmen kann.
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 152896 | Verfasst am: 12.07.2008 - 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

@steffen 04

mal angenommen, nur mal angenommen, die Deutschen wären wirklich einer Aggression der Russen nur um wenige Tage zuvorgekommen, würdest Du da immer noch von "geklauten Rubeln" reden?

Was ist im Gegenzug mit den "geklauten Reichsmark", den geklauten Uhren, Wertgegenständen, Gemälden, Kulturgegenständen, Schätzen, Bibliotheken, Fahrrädern ... Menschen ..."?
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Olli
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BeitragBeitrags-Nr.: 152901 | Verfasst am: 12.07.2008 - 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

bleib mal ruhig ...

wir sollten jetzt ideologisierte betrachtungsweisen mal aussen vor lassen und das thema rational diskutieren / erörtern. Dafür
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 152902 | Verfasst am: 12.07.2008 - 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

@Olli

deswegen ja Lachen
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Nabilianer
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BeitragBeitrags-Nr.: 152906 | Verfasst am: 12.07.2008 - 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Für was Wehrgüter in Russland kaufen wenn man die doch im besetzten Land umsonst produzieren kann????? Ich denek das Geld wurde vllt an die Hilfstruppen ausgegeben oder einfach vn den Deutschen Soldaten selbst verwendet.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152914 | Verfasst am: 12.07.2008 - 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Davon ausgehend, daß Jan-Hendriks Antwort "auf Märkten einkaufen" ironisch gemeint war, möchte ich die Fragestellung konkretisieren:

Wenns ironisch gemeint wäre, wäre da auch ein Grinser gewesen. Die entsprechenden Anweisungen in Form von Original-Dokumenten liegen sowohl Fred als auch mir vor ( Bestand 17. Armee 1943/44 ).
Es war den deutschen Soldaten bei Strafe verboten, die Märkte für russische Bevölkerung auch nur zu betreten!
Wir sollten wirklich langsam anfangen, die Thematik auf sachliche Füße zu stellen. Insofern sind hier Ironie und Polemik völlig fehl am Platze.

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152916 | Verfasst am: 12.07.2008 - 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Da möchte ich auch mal was nachfragen, wie das rechtlich geregelt war? Wie war das verwaltungstechnisch geregelt ( und wo )? Welche Verantwortung hatte die Armee und welche die Zivilverwaltung?
Das müsste meiner Meinung nach zu erst geklärt werden Dafür

Horrido! Winken

Nicole
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 152985 | Verfasst am: 13.07.2008 - 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

@ JH:Gesamtbetrag des Steueraufkommens : 23.179.175,02

Stammt aus dem Ausgangsthread. Bischen viel für Tomaten und Kohlköpfe auf regionalen Märkten. Deshalb dachte ich, daß du den "Einkauf auf Märkten" nicht ganz ernst gemeint hattest.

Daß deutsche Soldaten dort nicht einkaufen durften, bezweifle ich nicht. Kannst die Befehle ja mal einstellen


@ PIV: denke auch, daß mit den Rubeln ausschliesslich innerhalb der besetzten Gebiete gewirtschaftet wurde. Ich weiss aber, daß parallel zu Rubeln und RM auch eine Besatzungswährung kursierte, die ähnlich wie der Rubel eine regional und faktisch begrenzte Geldfunktion hatte.


@ gdc: es ist etwas mühselig und dem Diskussionsfortgang nicht förderlich, hinter jede Aussage "die Russen waren genauso schlimm", zu schreiben.

Deswegen einmal nur für dich:

Ich halte National-/Sozialismus für gleichermassen kriminelle Ideologien.


Zuletzt bearbeitet von steffen04 am 13.07.2008 - 14:52, insgesamt einmal bearbeitet
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152987 | Verfasst am: 13.07.2008 - 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Kann ich derzeit nicht, die NARA Roll T310 R166 (aus der Erinnerung) habe ich hier im Böhmerwald nun mal nicht zur Hand. Allderings hab ich auch nirgends geschrieben, daß das Steueraufkommen lediglich aus diesen Märkten für die Zivilverbraucher resultiert Zwinkern

Nur so manch einer wird solche Tatsachen wie eben jene Verbote wohl kaum glauben Idee

Winken

Jan-Hendrik
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 152988 | Verfasst am: 13.07.2008 - 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaub´s. Galt aber nicht für alle besetzen Gebiete. Im Westen wurde vom Kognac bis zu Damenstrümpfen alles geshoppt. Die Landser kamen anch Hause wie Paris Hilton
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 153001 | Verfasst am: 13.07.2008 - 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Wir reden hier ja auch vom Territorium der SU, siehe Threadüberschrift Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 153002 | Verfasst am: 13.07.2008 - 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo steffen04, woher nimmst Du Dein Wissen? Im Westen lief es nicht anderst als im Osten.

Besondere Anordnungen für die Versorgung und für die Versorgungstruppen Nr 31

22.06,1943

Um ein weiteres Ansteigen der Ferkel-und Läuferschweinepreise zu verhindern, wurde der Ankauf von Schweinen durch die Einführung einer Ankaufsbescheinigung beschränkt. Bei Ankauf von Läuferschweinen durch die Einheiten der Wehrmacht ist mit sofortiger Wirkung ein Wehrmachtsbezugsschein, der durch die zuständige Feldkommandantur ausgestellt wird, zu verwenden. Der Wehrmachtsbezugschein ersetzt die vom franz. Landwirtschaftsministerium vorgeschriebene Ankaufsbescheinigung.
Ferner wurden ab sofort folgende Höchstpreise für für Schweine unter 80 Kg bei Ankauf vom Erzeuger festgesetzt:

Sauferkel (20 Kg und darunter in Kg Lebendgewicht) 37 France
Ferkel (von 20,100 bis 29,900kg)
die ersten 20 kg 740
jedes weitere kg 21
Läufer (30 bis 45 kg)
die ersten 30 kg 950
jedes folgende kg 10
Schweine die über 45 kg und unter 89 kg wiegen
die ersten 30 kg 1 100
jedes weitere kg 20

Die Preise gelten ab Aufzuchtsort für Tiere, die nach 6-stündigen Fasten gewogen werden. In dem Falle, in dem das Tier nicht zum fasten gekommen ist, unterliegen die ermittelten Gewichte den nachstehenden Abzügen:
Sauferkel 2 Prozent
Ferkel 3 "
Läufer und Schweine
über 45 kg 4 Prozent.

Bei Kauf durch einen Händler können zu diesen preisen bis zu 10 % aufgeschlagen werden.
Diese Preise dürfen von den Truppenteilen und Dienststellen der Wehrmacht nicht überboten werden.

Im Übrigen war eigenständiges Requirieren bei Strafe verboten, alle Feldgendamariestreifen waren angewiesen bei erkennen sofort einzuschreiten.

Der Rest war Plündern und stand ebenfalls unter Strafe.

Fred
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 153077 | Verfasst am: 14.07.2008 - 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Im Westen durften Wehrmachtsangehörige privat einkaufen. Ich nehm mal an, daß du auch schon über Beschreibungen über Paketsendungen in die Heimat und Maultier-Urlauber gestolpert bist.

Jan-Hendrik hat aber gepostet, daß es auf der Krim ein Einkaufsverbot für Wehrmachtsangehörige auf öffentlichen Märkten gab. Er will den Befehl noch einstellen. Davon ausgehend, daß JH sich nicht irrt, gab es also wohl Unterschiede zwischen Ost und West. Möglicherweise wegen der angespannteren Versorgungslage sowohl für Wehrmacht wie für Bevölkerung.

Allerdings stösst man in allen Beschreibungen des Ostfeldzugs insbesondere Truppengeschichten auf Beispiele von Einkaufs- und Tauschaktionen mit Bauern, betreffend Schnaps und Lebensmittel gg. Wehrmachtsausrüstungen (Decken, Kochgeschirre u.ä.). Das Einkaufsverbot wurde von den Frontschweinen wohl nicht allzu ernst genommen.
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