Leben und Besatzungsherrschaft im Protektorat
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 153946 | Verfasst am: 24.07.2008 - 10:09    Titel: Leben und Besatzungsherrschaft im Protektorat Antworten mit Zitat

Resultierend aus der Diskussion in diesem Thread halte ich es für produktiv, an dieser Stelle zunächst einmal die Lebensumstände im Protektorat zw. Frühjahr 1939 bis Mai 1945 zu eruieren. Wie gestaltete sich die dt. Herrschaft über die Resttschechei, wie wichtig war dieses Gebiet für die Kriegsführung des Reiches?

Letztendlich: wie repressiv gestaltete sich die Besatzungsherrschaft für den "Ottonormalbürger"?

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 153951 | Verfasst am: 24.07.2008 - 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Die Nationalisten und Kommunisten unter den Tschechen waren stinkig bis 1945 - viele Tschechen waren der Auffassung, man hätte mit der tsch. Armee gegen Deutschland Krieg führen müssen und sich nicht kampflos besetzen lassen dürfen.
Andererseits, war man kein Widerständler und ging seiner Tätigkeit nach, ging das Leben beinahe wie gewohnt weiter.
Daß es den "Tschechen" vor 1938 besser ging, weil sie über sich allein bestimmten, ist schon klar...

Horrido! Winken

Nicole
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 153955 | Verfasst am: 24.07.2008 - 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Dann fangen wir doch mal an...

Zitat:
Die Organisation des Protektorats erfolgte durch eine autonome tschechische Verwaltung. Staatsoberhaupt blieb der von der tschechoslowakischen Nationalversammlung Ende November 1938 gewählte Staatspräsident Emil Hácha (1872-1945). Der Protektoratsregierung standen im März/April 1939 Rudolf Beran (1887-1954), von April 1939 bis September 1941 Alois Eliaš (1890-1942), von Januar 1942 bis Januar 1945 Jaroslav Krejci (1892-1956) und für wenige Wochen 1945 Richard Bienert (1881-1949) vor.


Quelle

Bezüglich der Verwaltungseinheiten hier das amtliche Ortverzeichnis

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 154534 | Verfasst am: 29.07.2008 - 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, da sich sonst niemand mehr beteiligen möchte, fahre ich einfach mal fort...

Eines der bedeutungsvollsten Vermächtnisse des tragisch verschiedenen Vertreters des Reichsprotektors SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich ist die Gründung des Kuratoriums für Jugenderziehung in Böhmen und Mähren, des Zentralamtes, welches die junge Generation des tschechischen Volkes auf neue geistige und Erziehungswege führen soll...
Diese Sendung, welche das Kuratorium heute verwirklicht, ist zwar eine schwere, doch dankbare Arbeit. Schwer deshalb, weil aus der Vergangenheit an nichts anzuknüpfen ist und die Erziehungstradition im tschechischen Volke schon mehrere Male unterbrochen wurde, so daß bis zur Gründung des Kuratoriums in Böhmen und Mähren kein Zentralorganismus existierte, welcher der Jungend auch in der Erziehung außer der Schule einen einheitlichen Auftrag und eine einheitliche Richtlinie hätte geben können, die in den durch die Eingliederung von Böhmen und Mähren ins Großdeutsche Reich gegebenen Wirklichkeit verankert gewesen wäre...
Hier gab es nur eine geringe Möglichkeit, die Bestrebungen junger Menschen nach Entwicklung alles dessen, was jedem jungen Einzelwesen eines rassisch vollwertigen Volkes als schöpferisch eingeboren ist, also auch dem jungen Tschechen, welcher doch durch seine Blutsverwandtschaft und dank seiner menschlichen und nationalen Tradition unter den Europäern zu dem jungen Deutschen sichtbar am nächsten steht, zur Geltung zu bringen...
Es gibt keine unüberbrückbare Gedankenkluft zwischen dem jungen Deutschen und Tschechen, man muß nur alle diejenigen Elemente ausfindig machen, welche die Welten beider geistig näher bringen und unseren jungen Menschen völlig in die kostruktive Anschauung des Neuen Europas eingliedern. Die praktische Grundlage der tschechischen Mentalität, die vor allem durch einen natürlichen Idealismus gekennzeichnet ist, bedeutet gewiss einen Wert, welcher volles Vertrauen und Pflege verdient. Das hohe moralische Potential der tschechischen Jugend, dem dem richtigen Wege zugeführt und geleitet, um allen menschlichen Bemühungen junger Tschechen einen richtigen Sinn zu geben, wird den ganzen nationalen Optimismus und auch das nötige Bewußtsein der eigenen Würde und des Stolzes heben, das doch für die geistige Einstellung eines Mitgliedes des großen Reiches unentbehrlich ist...
Wenn wir auch die Möglichkeit hatten, die Kraft des Gesetzes zu benützen, bleiben wir stets dem Standpunkte der Freiwilligkeit und der Auslese treu. Auf diesen Grundsätzen haben wir die erste Etappe des Aufbaues der tschechischen Jugenderziehung gegründet...Es wurde wirksam in die Tätigkeit aller Leibeserziehungs- und Bildungsvereine eingegriffen, deren Zahl einige Tausend beträgt; in diese wurden Einzelausbilder und Leiter eingesetzt, die so zu Gesteserziehungsrichtlinien der Jugenddienstpflicht wurden. Das Organisations- und Arbeitsverordnungsblatt "Unser Weg" - "Nas smer" erhält die Einheitlichkeit der ganzen Erziehung aufrecht und leitet in regelmäßigen Wochenfristen die Durchführung eines genau ausgearbeiteten Programmes, sowohl was die Leibeserziehung als auch die geistige und Ideenerziehung betrifft. Der Stoff wird aus den wirklichen kulturellen Schätzen des Tschechentums geschöpft, die durch den Einblick in historische, kulturelle, soziale, wirtschaftliche und militärische Ereignisse des Reiches ergänzt werden.

Quelle: Böhmen und Mähren / Volk und Reich Verlag Prag / Heft Juli/August 1943

Horrido! Winken

Nicole
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eisenhans
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BeitragBeitrags-Nr.: 154566 | Verfasst am: 30.07.2008 - 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von eisenhans am 31.07.2008 - 01:10, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 154568 | Verfasst am: 30.07.2008 - 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

eine Frage:
hast du das selber abgetippt, dass heißt, die orthografischen und stilistischen Fehler sind auf Grund Deines "Abtippens" entstanden oder hat Heydrich sein Abitur auf einer Dorfschule gemacht?
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eisenhans
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BeitragBeitrags-Nr.: 154617 | Verfasst am: 30.07.2008 - 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von eisenhans am 31.07.2008 - 01:09, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 154628 | Verfasst am: 30.07.2008 - 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, Halle/Saale - da stammte ja auch Genscher her, wenn er auch nicht eine Klassenstufe mit Heydrich besucht haben dürfte.
Jedenfalls kommen mir einige Passagen etwas "seltsam" vor. weswegen ich mal vorsichtigerweise löeise Zweifel ob der Echtheit anmelde...

Das was H. sagt (wirklich?) gibt den Zeitgeist wieder. Wie groß die Anspruchshaltung alter Nationen an andere Gebiete ist, dürfte spätestens nach der Falklandauseinandersetzung klar sein.

Böhmen und Mähren gehörte seit dem frühen Mittelalter zum "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation" - also zu DEUTSCHLAND, Prag war sogar zeitweilig Reichshauptstadt.

Die Masse der Stadtbevölkerung war Deutsch, die Landbevölkerung Tschechisch, niemand dachte - bis zu oben zitierten (?) Kraftausdrücken - daran, diese auszurotten.

Erst das Versailler bzw. Diktat v. St. Germain beendeten diese friedlichen (!) Zustand zwischen Tschechen und Deutschen
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 154629 | Verfasst am: 30.07.2008 - 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie groß die Anspruchshaltung alter Nationen an andere Gebiete ist, dürfte spätestens nach der Falklandauseinandersetzung klar sein.
Neben dem Thema darum nur als Hinweis.
Bei Falkland ging es um den Besitz von zukünftigen Bodenschätzen u.a. in der Antarktis. Sonst hätte GB darauf mit Freude verzichtet.
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BeitragBeitrags-Nr.: 154630 | Verfasst am: 30.07.2008 - 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Müll gelöscht! Reiß Dich am Riemen! Jan-Hendrik/ Moderator
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BeitragBeitrags-Nr.: 154634 | Verfasst am: 30.07.2008 - 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
http://www.mzv.cz/servis/soubor.asp?id=8613

Die Antrittsrede stammt aber widerum aus tschechischer Quelle.

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 154636 | Verfasst am: 30.07.2008 - 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Danke @Reiter
ich wollte es als "ewiger Nörgler" nicht anzweifeln Lachen

ich könnte Dich küssen
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BeitragBeitrags-Nr.: 154637 | Verfasst am: 30.07.2008 - 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Man muß aber zugeben, daß das Dokument doch ziemlich komisch verfasst ist, oder?

Horrido!

Nicole
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eisenhans
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BeitragBeitrags-Nr.: 154640 | Verfasst am: 30.07.2008 - 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von eisenhans am 31.07.2008 - 01:08, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 154646 | Verfasst am: 30.07.2008 - 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Oliver

man kann nicht alles beweisen, nicht für alles gibt es Quellen...

das heißt aber nicht, dass es keine Beweisführung gibt - denn es gibt auch empirische Erkenntnisse.

Auch wenn ich keinen schriftlichen Beweis liefern könnte, dass Wasser den Berg herunter - und nicht umgekehrt fließt - ist es im Volkswissen und - bewusstsein fest verankert.

es gibt hier einige Schlaumeier (Game-Level-Strategen) die für alles Beweise fordern ... aber es gibt nicht immer welche und trotzdem kann man sich an Feuer die Finger verbrennen!"

In der Religion gibt es auch keine Beweise, dennoch sind Milliarden gläubig
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