Gewehr 1898
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 159652 | Verfasst am: 16.09.2008 - 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

War auch nur zur Ergänzung Deines obigen Beitrages gedacht.


...
Zitat:
"Bei der Einführung des deutschen Gewehrs 88 waren die Mauser-Werke übergangen worden, ihnen blieb nur der Auslandsmarkt. Doch verbesserten sie, beginnend mit dem belgischen Gewehr M 89 laufend das System. Beim spanischen Gewehr M 1893 setzten sie erstmalig die zukunftweisende Zickzacklagerung der Patronen im Mittelmagazin ein, die mit Hilfe eines Ladestreifens eingesetzt waren. So trachtete man auch in Deutschland bei der Suche nach einem Nachfolgemodell die Erfahrungen Mausers zu nutzen. Die vorhandene, wenn auch nicht ganz vollkommene Waffe gestattete dabei eine ruhige, mit sehr großer Sorgfalt durchgeführte Entwicklung. Das Kaliber sollte, schon der großen Munitionsvorräte wegen, dem Vorgänger entsprechen, doch auch die neue Waffe alle bewährten Elemente beibehalten. Der Lauf erhielt nun keinen Laufmantel sondern eingearbeitete Absätze und ein kurzes Handschutzholz, um Verbrennungen zu vermeiden. An den Schaft kam ein Pistolengriff, um ein Abrutschen zu verhindern, an der rechten Kolbenseite eine Stahlplatte für die Truppenstempelung. Die neue Seitengewehrhalterung am Oberring reichte tief in den Griff des Seitengewehrs und ließ den Lauf außer Betracht. Ein Kurvenvisier gestattete Einstellungen bis 2.000 Meter." ...

Diese neuen Waffen (Gewehr 98 und Karabiner 98) hatten das gleiche Kaliber/Munition und die gleichen ballistischen Eigenschaften wie Gewehr und Karabiner 88 sowie Gewehr 91.
Hauptunterschiede: Handschutz, Magazinkasten kleiner und zum Schutz gegen Eindringen von Schmutz unten geschlossen, verbesserte Verschlußeinrichtung, Treppenvisier an Stelle des Klappenvisiers. Leichteres Seitengewehr, Befestigung desselbigen vorn unten (früher seitlich), Patronen auf Ladestreifen geschoben, statt in Patronenrahmen gesteckt.

..."Die neuen Gewehre 98 dienten zunächst nur als Versuchsmuster. Die Umrüstung der aktiven Truppen war, auch aus finanziellen Gründen bis 1907 vorgesehen; erst dann sollte der Bedarf der Reserveformationen gedekt werden. Die Produktion lief im Jahr 1900 an; die ersten Waffen erhielt das Ostasiatische Expeditionskorps, erst nach 1901 die Armee. Auch bei diesem neuen Gewehr 98 mußten nach Einführung der S-Munition die Patronenlager erweitert und wegen der rasanten Flugbahn die Visiere geändert werden. Der dazugehörige Karabiner 98 a mit nur 60 cm langem Lauf, gebogenem Kammerstengel und anderem Visier war wegen der neuen S-Patrone eigentlich nur ein verkürztes Gewehr und hatte ebenfalls eine Aufpflanz- und Zusammensetzvorrichtung. Er war sowohl für Reiter als auch für Spezialtruppen gedacht und wurde ab 1907 ausgegeben.
Diese ausgereifte Mauser-Konstruktion als Ergebnis einer drei Jahrzehnte langen, kontunuierlichen Entwicklung sollte dann bis Mitte des letzten Jahrhunderts hinein kaum Änderungen erfahren, eiZeichen ihrer vollendeten Brauchbarkeit.".
..

Quelle: Georg Ortenburg, Heerwesen der Neuzeit - Waffen der Millionenheere 1871-1914
Bernhard & Grafe Verlag, Bonn 1992, Seite 71f, ISBN: 3-8289-0521-8

Siehe auch:
Lidschun/Wollert
Infanteriewaffen Gestern 1 - Illustrierte Enzyklopädie der Infanteriewaffen aus aller Welt
Seite 151 ff

Gruß, Uwe2

Edit: 89 a auf 98 a berichtigt.


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 16.09.2008 - 10:36, insgesamt einmal bearbeitet
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 159654 | Verfasst am: 16.09.2008 - 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

UHF51 hat Folgendes geschrieben:
... Der dazugehörige Karabiner 89 a mit nur 60 cm langem Lauf, ...
Gruß, Uwe2


Bei der 89 hast Du Dich vertippt, muß richtig 98 lauten.

Schöne Kurzzusammenfassung eines umfangreichen Themas, auch wenn ich nicht mit allen Einzelheiten einnverstanden bin, aber das führt hier zu weit. Zwinkern
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John Hilly
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BeitragBeitrags-Nr.: 160805 | Verfasst am: 04.10.2008 - 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn Ich Junge war Ich Schosse -98. Ein gutes Waffe es war.
Grüsse von Juha
Gut gemacht!
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Jagdtiger45
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BeitragBeitrags-Nr.: 160928 | Verfasst am: 07.10.2008 - 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Halo zur Information habe ich hier eine Liste mit allen(?) G98 Herstellern und einen Link zu einer sehr guten und Informativen Seite zum Gewehr 1898.

Hersteller: (Systemhülsenbeschriftung) Ob alle Firmen alles Hergestellt haben weiss ich nicht jedenfals sind diese Beschriftungen auf Systemhülsen zu sehen

Spandau

Danzig

Erfurt

Amberg

Deutsche Waffen und Munitionsfabriken Berlin

Waffenfabrik Mauser A.G Oberndorf A/N

V.CHR Schilling Suhl

C.G Haenel Suhl

Waffenwerk Oberspree Zornbusch

Simson & Co. Suhl

J.P Sauer & Sohn Suhl


Hier noch der Link:
http://tirmilitairefabrice.ifrance.com/site%20mauser1/G%2098.htm

Unbedingt auch noch zu unterst auf SOMMAIRE klicken

Hat auch noch Infos zu K98 und anderen Mauser Gewehren, Lohnt sich Gut gemacht!

Gruss Jagdtiger45
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160929 | Verfasst am: 08.10.2008 - 05:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jagdtiger,
Danke für den Tip. Tolle Bilder.
Werde mir jemand suchen der sich mit der franz. Sprache auskennt.
Gruß Andreas
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 160937 | Verfasst am: 08.10.2008 - 06:20    Titel: Antworten mit Zitat

Möglicherweise steht es auch auf der Seite, jedoch sind meine Sprachkenntnisse beschränkt. Eigentlich schade.
Daher als Ergänzung:
Die Suhler Firmen Schilling, Sauer und Haenel bildeten das sogenannte „Suhler Konsortium“ und wickelten gemeinsam dem nach Kriegsbeginn vom Staat erteilten Auftrag ab. Wer von diesen Werken welche Teile fertigte, ist nicht mehr bekannt. Es erscheint jedoch als gesichert, daß keines der Werke alle Teile eines Gewehres selbst produzierte. Es muß eine reger Austausch stattgefunden haben. Auch die Seriennummern der Waffen bringen eher Verwirrung als Aufklärung.

Die Königliche Gewehrfabrik Erfurt fing erst im Jahr 1916 an, G98 zu bauen. Vorher hatte man sich rein auf den Karabiner beschränkt.

Auch die Sachsen wollten glücklich sein und unterhielten so etwas ähnliches wie eine Gewehrfabrik. Schon vor dem Krieg wurden in der Munitionsfabrik Dresden Gewehre und Karabiner aus fertig angelieferten Teilen zusammengebaut. Diese Waffen zu identifizieren ist schwierig, aber durchaus möglich. Ab dem Zeitpunkt der Sternkennzeichnung wird dies natürlich erleichtert – den Preußen sein Dank!
Lachen
Über die 98er gäbe es noch sehr viel zu sagen…
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Eland90
Interessiertes Mitglied


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BeitragBeitrags-Nr.: 164728 | Verfasst am: 14.12.2008 - 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

dauerwelle hat Folgendes geschrieben:
Die Behauptung dco hätte Waffenteile für den K98k hergestellt, ist so spekulativ, wie die Behauptung, es gibt Leben auf dem Mars.
Nebenbei: Eine an einem K98k von Mauser Oberndorf verbaute „gqm“ Kolbenkappe macht die Waffen deswegen nicht zu einer Waffe aus Idar-Obernstein. Aber solch einen Unterlieferant gab es tatsächlich.
Das bedeutet also, selbst wenn es vermeintlich einen Amberger Zulieferer gegeben hätte (zur Wahrscheinlichkeit habe ich mich eingangs geäußert), wird ein damit versehener K98k nicht zu einer Waffe, die aus Amberg stammt.
Es gibt eine ganze Reihe von Zulieferern zum K98k, die auch bekannt sind und auch welche, die sich nicht mehr entschlüsseln lassen. Selbst Mauser Oberndorf ist 1944 bei dem Versuch gescheitert, hier vollständige Klarheit zu erlangen. "Kam ja immer mal vor." ist einfach geraten und hat mit einer belegbaren Argumentation nichts zu tun.
Das angegebene Seitengewehr scheint mir etwas merkwürdig. Im Zusammenhang mit dem 84/98 wird dieser fragliche Hersteller nie genannt.
Wie wäre es mir Bildern des Stückes, auf dem die Stempel ersichtlich sind?


Um Deine Argumentaion zu unterstützen: bei Waffen gilt generell - wer das System also Systenhülse bzw. Systemkasten hergestellt hat, ist der Hersteller. nicht der Lauf oder Schaft oder sonstwas. z.B. SMLE Mark 3 aus meinem Archiv: Hersteller RSAF Enfield 1916, Lauf- BSA birmingham (19)43. Oder K98k Amberg 1912 - umgeschäftet, gekürzt und aptiert von Mauser (S/42). Die Stempel auf der systemhülse sind ausschlaggebend.
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