Gustav Rau
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Personen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Felix S.
gesperrter Account


Anmeldedatum: 17.08.2005
Beiträge: 827

BeitragBeitrags-Nr.: 156272 | Verfasst am: 13.08.2008 - 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

dauerwelle hat Folgendes geschrieben:

Nachtrag:
Wo wir gerade bei Olympia sind. Ohne die Siege unserer Reiter in Peking schmälern zu wollen, lasse man sich die Übersicht von 1936 auf der Zunge zergehen.
Ein Erfolg, der zu einem maßgeblichen Teile Gustav Rau zu verdanken war!

Genau!

"Wir wollen nichts Improvisiertes, sondern die sorgfältige gymnastische Ausbildung von Reiter und Pferd bis zur höchsten Geschmeidigkeit und Losgelassenheit. Durch die im Reiterkörper und im Pferdekörper erzielte Geschmeidigkeit, durch den Sitz und die Führung, die wir unseren Reitern lehren, erhalten wir ein für jede Leistung richtig vorbereitetes, gehorsames Pferd, das sich auch in den schwierigsten Situationen dem Reiter nicht entzieht, vielmehr von diesem in den kritischsten Momenten großer Leistung zum Gehorsam und zu einer Steigerung seiner Leistung gezwungen werden kann."

"Man muß ohne Einschränkung die deutschen Reiter bewundern. Sie ritten alle in einer überlegenen Manier und waren im Stile vollendet ausgeglichen. Man steht hier einer vernünftigen und durchdachten Methode gegenüber, die so einheitlich und gewissenhaft befolgt wird, daß sie keine individuellen Unterschiede bei den Reitern zuläßt. Die deutschen Reiter sind alle in derselben Manier hingesetzt, vollkommen sicher, Beine und Knie absolut fixiert, die Hände tief und nach vorne gerichtet, der Rücken außerordentlich geschmeidig. Diese Manier zu reiten, elegant und leicht, ist wunderschön anzusehen. Es besteht vollkommenes Vertrauen zwischen dem Reiter und seinem Pferde, welches alles allein zu machen scheint."
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fred
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.10.2005
Beiträge: 2683

BeitragBeitrags-Nr.: 156281 | Verfasst am: 13.08.2008 - 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, wenn ich mir die Liste so anschaue muß man aber doch gestehen, daß das Militär ein großer Förderer des Reitsportes war. Welche Gründe auch imer sich dahinter versteckt haben.

Fred
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2307

BeitragBeitrags-Nr.: 156284 | Verfasst am: 13.08.2008 - 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, da hast Du natürlich Recht, denn das Militär brauchte Pferde und damit die "funktionierenden" guten Reiter und Ausbilder. Heute braucht die keine Armee mehr, daher fällt das Militär weg und überlässt zivilen vermögenden Idioten das Feld... daher kommen immer "unverständlichere" Lehren auf die Welt und keiner weiß mehr so genau, wohin der Reitsport und die Pferdezucht steuern sollen.

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
dauerwelle
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 19.02.2008
Beiträge: 466

BeitragBeitrags-Nr.: 156299 | Verfasst am: 14.08.2008 - 07:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich freue mich, daß die Worte Rau’s doch scheinbar von Interesse sind.

So lassen wir ihn weiter zu Wort kommen und hoffen, daß noch mehr Leser angeregt werden, sich mit ihm zu beschäftigen:

„Kavallerie ist nie Selbstzweck. Sie dient den anderen Waffen und wirkt als deren Ergänzung. Große Attacken, die den Ausgang der Schlacht prägten, wie Roßbach, Zorndorf und Mars la Tour können nur einmal geritten werden. Sie lassen sich unter anderen Verhältnissen und auf Anhieb nicht wiederholen.

Eine Kavallerie, die nicht zu Fuß fechten kann, hat nie einen vollen Wert gehabt. Der größte Kavallerist aller Zeiten, Seydlitz, der Held von Roßbach und Zorndorf, begann seine militärische Laufbahn, indem er als Kornett seinen Zug zum Gefecht zu Fuß absitzen ließ und eine Brücke gegen die Österreicher besetzte. Damals schon wurde Friedrich der Große besonders auf ihn aufmerksam, denn ihm mußte ein Offizier gefallen, der die Gesamtlage übersah und nicht an die Attacke als einzige Lösung dachte.


Nach manchen Auffassungen können Kavallerieführer nicht jung genug sein. Seydlitz, der heute noch als Stern über der Kavallerie schwebt, ist mit 36 Jahren General geworden. Die Engländer ließen im Großen Kriege massenhaft „außer der Tour“ avancieren, es ging nur nach Verdienst und Ruhm. Genau wie Napoleon I. Dagegen mußte sich im deutschen Heere schon jemand die Sterne vom Himmel geholt haben, wenn er, wie Richthofen, ein paar Jahre frühere Rittmeister werden wollte.


Die Jugend, daher die Spannkraft, hängt nicht allein von der Anzahl der Jahre ab, sondern von der Frische des Geistes und des Körpers. Gewiß, wer jahrelang in einem Krieg bei der Kavallerie Tag und Nacht im Sattel sitzen soll und fortdauernd die wichtigsten Entschlüsse zu treffen hat, wird mit jüngeren Jahren besser durchhalten, als wenn der Körper schon mehrere Jahrzehnte hinter sich hat. Das Problem liegt weniger darin, daß der Führer an Jahren möglichst jung sein soll, sondern daß man für die Kavallerie die Männer herausfindet, die geborene Kavalleristen mit genialem Schwunge und nicht zu brechender Tatkraft sind. Und daß man diese Männer nicht an Stellen schickt, wo sie für die Kavallerie vollkommen verloren sind, an Stellen, die ein Nichtkavallerist ebensogut auszufüllen vermag. Der Entschluß muß beim Auftauchen der Situation beim Kavallerieführer bis zum jüngsten Leutnant herab aufblitzen. Wer überlegt oder Kriegsrat hält, hat die Situation bereits ungenutzt vorübergehen lasse. Man kann natürlich nicht jedem Kavalleristen einen besonderen Platz aussuchen und diesen Platz für ihn halten.“
Aus: Buch der Kavallerie

Usw. usw., man könnte stundenlang weitermachen Lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2307

BeitragBeitrags-Nr.: 156300 | Verfasst am: 14.08.2008 - 07:40    Titel: Antworten mit Zitat

Das sind sehr schöne und wahre Worte, aber doch muß ich da einwenig Einspruch erheben:
Die Jugendfixierung darf man nicht zu sehr generalisieren! Das ist persönlich sehr unterschiedlich, man denke doch nur mal an einen Herrn Zieten oder einen Herrn Blücher. Ist der Geist jung und der Körper noch willig, so sonst auch hier noch überdurchschnittliche Leistungen drin.

Horrido! Winken

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
dauerwelle
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 19.02.2008
Beiträge: 466

BeitragBeitrags-Nr.: 156303 | Verfasst am: 14.08.2008 - 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Rau sieht das doch genauso:
"Die Jugend, daher die Spannkraft, hängt nicht allein von der Anzahl der Jahre ab, sondern von der Frische des Geistes und des Körpers."
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Remontenreiter
Engagiertes Mitglied


Anmeldedatum: 11.05.2007
Beiträge: 181
Wohnort: Unterfranken

BeitragBeitrags-Nr.: 156308 | Verfasst am: 14.08.2008 - 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Reiter hat Folgendes geschrieben:
Ja, da hast Du natürlich Recht, denn das Militär brauchte Pferde und damit die "funktionierenden" guten Reiter und Ausbilder. Heute braucht die keine Armee mehr, daher fällt das Militär weg und überlässt zivilen vermögenden Idioten das Feld... daher kommen immer "unverständlichere" Lehren auf die Welt und keiner weiß mehr so genau, wohin der Reitsport und die Pferdezucht steuern sollen.

Horrido!

Nicole


Na ja, ohne Vermögen hatte man auch früher schlechte Karten, ein "Großer" im Reitsport zu werden. Die meisten der kaiserlichen Kavallerieoffiziere kamen aus adeligen Familien oder dem reichen Bürgertum. Sie hatten z.T. auch noch zusätzlich eigene Pferde im Dienst. Ein guter Reiter aus dem Manschaftsstand hatte da keine Möglichkeit, bei den Großen mitzureiten.
Was die höhere Reiterei anging, so gab es dann die Kavallerieschulen, die aus einem sehr guten Kavalleristen, dann noch einen sehr guten Renn-, Jagd- oder Tunierreiter machten.
Die Ausbildung bei der Truppe kann man anhand der HdV-Reitvorschriften nachvollziehen. Hier sieht man eine sehr lange und gut struktruierte Ausbildung von Pferd und Reiter. Es ist auch auffallend, dass das Pferd hier eine bessere Behandlung erfährt, als der Soldat.
Über die Lehren heutzutage habe ich keine Ahnung, nur ganz so schlecht können sie auch nicht sein, sonst wären unsere Reiter nicht so erfolgreich.
Gruß Andreas
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2307

BeitragBeitrags-Nr.: 156318 | Verfasst am: 14.08.2008 - 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Über die Lehren heutzutage habe ich keine Ahnung, nur ganz so schlecht können sie auch nicht sein, sonst wären unsere Reiter nicht so erfolgreich.


Wir sind nicht mehr besser als die Briten, Holländer oder Franzosen...

Diese wenigen Erfolgreichen sind eine kleine Schicht, weit oberhalb der blanken Masse, die in den berüchtigten Reitvereinen vor sich hin vegitieren. Helden der Reithalle mit Helmchen und Leggings. Haarsträubend
Eine solche Dominanz, wie einst unsere Militärreiter, bekommt selbst diese "Elite" nicht mehr zu stande. Ich rede nicht nur von den Olympischen Spielen 1936 (Preis von Aachen, Coppa d´Oro usw.)
Man darf auch nicht vergessen, daß die Reitlehre die aus der Reitvorschrift von 1937 übernommen und jahrzehnte beibehalten wurde, nun von anderen fremden Vorgaben verdrängt wird oder sich in blankem Schematismus ergibt.

Der einfache Kavallerist sollte sich im Ernstfalle auf jedes beliebige Pferd setzen und es fortbewegen können, um sein Ziel zu erreichen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Reiter, die eben genau dies vermögen.

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3713

BeitragBeitrags-Nr.: 156324 | Verfasst am: 14.08.2008 - 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Mal hierzu eine Frage ohne extra einen neuen Thread aufmachen zu wollen.

Jagdhunde muß man schießgewöhnen um sie perfekt auszubilden. Hat man die "Kriegspferde" auch entsprechend trainiert? Ich meine nicht nur im 2.Wk. Auch zu Zeiten Seydlitz etc. waren Kanonendonner und Musketenfeuer ja normal. Also alles das, was normalerweise Pferde zu absoluter Panik und wilder Flucht oder "einfach" zu Ungehorsam oder Unkontrolliertheit treibt.

Hat man also auch die entsprechenden Reiterheere und deren Pferde dafür ausgebildet? Wenn ja, wie? Gibt es dazu Aussagen, Dokumente etc? Wie sieht es mit den Pferde für den Art.Zug aus, die ja sozusagen ständig unweit in Lärm und Krach standen?

Ich stelle mir das bei den sehr vor allem gehörsensiblen Pferden insg. sehr schwierig vor.

Weiß jemand etwas dazu?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fred
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.10.2005
Beiträge: 2683

BeitragBeitrags-Nr.: 156328 | Verfasst am: 14.08.2008 - 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Jawoll PIV, gute Frage.
Für die Ausbildung der Einsatzpferde wurde viel Zeit aufgewendet.
Die Pferde mußten nicht nur Schussfest sein, sie sollten sich auch auf Kommando ablegen können. Dazu kam nicht nur indirekte Schussfestigkeit sondern auch direkte.
Das heißt die Pferde wurden daran gewöhnt das nach dem Ablegen der Sattel als Gewehrauflage verwendet wurde, also (so schlimm es sich auch anhört) quasi ein lebender "Sandsack". Das treue Pferd war für den Kavalleristen in jeder Lage überlebenswichtig.
Die Ausbildung der Pferde begann in der Regel im Alter von 3 bis 4 Jahren und wurde durch erfahrene Kavalleristen durchgeführt.

unter Anderem: Frank Helmut Noack „Ausbildungsanweisung zur Waffenhandhabung bei Pferdeausbildung“

Fred Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kaiserulan
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 129

BeitragBeitrags-Nr.: 156329 | Verfasst am: 14.08.2008 - 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Pferde in der Masse verhalten sich ganz anders als Einzeltiere, und darauf basierte die Wirkung der Attacke. Viele schneidige Reiterattacken wurden nur deshalb so schneidig geritten, weil die Pferde nicht mehr zu halten waren und schlicht in der Masse durchgegangen sind.

Man versuchte natürlich die Pferde schrittweise während der Remontenzeit an Waffen- und Gefechtslärm zu gewöhnen.

Solange mit Schwarzpulver geschossen wurde, konnte man die Pferde auch noch recht gut Schuss fest bekommen. Mit den rauchlosen Pulversorten, die einen erheblich stärkeren Knall verursachten, war das dann nicht mehr so möglich.

Es war dann auch nicht mehr so wichtig, mit dem Ersten Weltkrieg fast nur noch im Fussgefecht vorgegangen wurde und man kaum noch aus dem Sattel schoss.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fred
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.10.2005
Beiträge: 2683

BeitragBeitrags-Nr.: 156330 | Verfasst am: 14.08.2008 - 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Das stimmt so nicht, da sagt die KDV 10/88 „Das Kavalleriepferd im Gefecht“ noch was anderes über das Schießen mit Karabiner 98 und Pistole Mauser.

Fred
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
dauerwelle
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 19.02.2008
Beiträge: 466

BeitragBeitrags-Nr.: 156331 | Verfasst am: 14.08.2008 - 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Die durchgegangen Pferde kann man nicht ganz ausschließen. Die Regel dürfte es nicht gewesen sein, denn es könnte ja das Signal zum Sammeln folgen (nach Seydlitz natürlich nach vorn Zwinkern ). Kavallerie, deren Pferde durchgegangen sind, verschwindet auf nimmer wiedersehen vom Schlachtfeld und ist für dieses Gefecht abzuhaken.
Ich erinnere auch nur an die mehrfach wiedergegebene Geschichte, in der Seydlitz bei einer Revue eine Attacke auf seinen König reitet und erst im allerletzten Augenblick Einhalt gebietet. Dem Großen König muß es wohl in diesen Moment nicht sonderlich wohl in seiner Haut gewesen sein…
So etwas kann man nur machen, wenn man ALLE Pferde im Griff hat. Das war auch der eigentliche Sinne und Zweck der Dressur: Nämlich GEHORSAM, komme was da wolle.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2307

BeitragBeitrags-Nr.: 156396 | Verfasst am: 15.08.2008 - 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das heißt die Pferde wurden daran gewöhnt das nach dem Ablegen der Sattel als Gewehrauflage verwendet wurde, also (so schlimm es sich auch anhört) quasi ein lebender "Sandsack"

Wobei das wohl eher eine Gehorsamsübung dargestellt hat, weil der Kavallerist ja sein Pferd nur im absoluten Notfall opfern darf. Man muß ja bedenken, daß das Pferd so ja den feindlichen Beschuß abgefangen hätte. Anders verhält es sich wohl bei einem verwundeten Pferd. Nichts desto trotz, setzen solche Übungen immer absolutes Vertrauen und einen hohen Ausbildungsgrad von Roß und Reiter voraus.

Daher muß ich auch zu den Attacken schreiben,
Zitat:
Viele schneidige Reiterattacken wurden nur deshalb so schneidig geritten, weil die Pferde nicht mehr zu halten waren und schlicht in der Masse durchgegangen sind.

Ist wohl sehr realitätsfern, denn, wie jeder Reiter weiß, durchgehende Pferde rennen dem Feind sicher nicht ins Feuer, sondern würden zu den Seiten raus preschen und die Attacke würde auf jeden Fall in die Hose gehen. Es wurde nicht umsonst soviel Wert auf Dressur- und Gehorsamsübungen gelegt und es gab ja genug Hilfsmittel um die Pferde unter Kontrolle zu halten.

Zu dem Gefechtslärm: viele Kavalleristen berichten auch, daß die Pferde sich sehr schnell an diesen gewöhnt haben, ja teilweise sorglos den Hafer dabei gefressen haben (wenns nicht grad direkt bei ihnen eingeschlagen hat.) Bitte denkt nur mal an meine Lieblinge, die franz. Beutepferde Berber- und Araber-Hengste, die vom Reiter-Regiment 41 in Rußland verwendet wurden und sogar bei schwerem Pak-Beschuß gelassen und kontrolierbar waren.

Man sollte die Kriegsreiterei nicht unterschätzen; nicht umsonst war das Pferd seit Jahrhunderten in allen Nationen ein treuer Kriegskamerad.

Horrido! Winken

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kaiserulan
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 129

BeitragBeitrags-Nr.: 156400 | Verfasst am: 15.08.2008 - 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

@ Nicole: Das mit dem Durchgehen bei der Attacke war häufig so. Ist so bei Mars-la-Tour, Vionville und Lagarde passiert. "Durchgehen" heisst hier nicht, dass die Pferde wild durcheinander gestoben sind. Hier greift der Herdentrieb. Die Eskadron lässt sich nur nicht mehr steuern. Die Pferde beissen auf die Kandarenbäume und entziehen sich jeder Wirkung.
Das ist im übrigen nicht nur in der Schlacht passiert. Ein Grund, warum die Reichswehr den Parademarsch im Galopp abgeschafft hat war, dass sich in den 20er Jahren das Durchgehen von Eskadrons häuften.

Das mit dem Pferd als Kugelfang ist doch Unsinn. Ich weiss, es gibt Bilder davon, aber das ist weit von der Praxis entfernt und nur Propaganda. Solche Zirkuslektionen waren nicht Teil der Reitausbildung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Personen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 2 von 4

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.