Gustav Rau
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156424 | Verfasst am: 15.08.2008 - 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Kaiserulan hat Folgendes geschrieben:
Die Eskadron lässt sich nur nicht mehr steuern.


Siehe meine Ausführungen oben.
Es war möglich eine Eskadron auch noch in voller Karriere in der Hand zu haben.
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 156453 | Verfasst am: 16.08.2008 - 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
@ Nicole: Das mit dem Durchgehen bei der Attacke war häufig so. Ist so bei Mars-la-Tour, Vionville und Lagarde passiert. "Durchgehen" heisst hier nicht, dass die Pferde wild durcheinander gestoben sind. Hier greift der Herdentrieb. Die Eskadron lässt sich nur nicht mehr steuern. Die Pferde beissen auf die Kandarenbäume und entziehen sich jeder Wirkung.
Das ist im übrigen nicht nur in der Schlacht passiert.


Willst Du damit also behaupten, daß hier ganzen Schwadronen, gar Regimenter durchgegangen sind? Tut mir leid, aber das ist doch Quatsch.
Durchgehen und Herdentrieb sind zwei Paar Schuhe: ich kann den Herdentrieb des Pferdes nutzen und es trotzdem unter Kontrolle behalten; beim Durchgehen habe ich keine Einwirkung mehr auf mein Pferd.
Wie wäre Bredow denn sonst durch die franz. Linien gebrochen mit seiner Brigade, wenn sie ihre Pferde nicht unter Kontrolle gehabt hätten?

Zitat:
Das mit dem Pferd als Kugelfang ist doch Unsinn. Ich weiss, es gibt Bilder davon, aber das ist weit von der Praxis entfernt und nur Propaganda. Solche Zirkuslektionen waren nicht Teil der Reitausbildung.


Meinst Du nicht daß die Reiter, die besonders gut waren, nicht auch noch etwas mehr gemacht haben, als das bisschen was in der H. Dv. 12 drin steht Rollene Augen

Zitat:
Ein Grund, warum die Reichswehr den Parademarsch im Galopp abgeschafft hat war, dass sich in den 20er Jahren das Durchgehen von Eskadrons häuften.


Ich zitiere mal Herrn Richter:
Im Gegensatz zur Parade 1924 in Döberitz, wo die 6 Regimenter der 2. KD damals noch mit angefassten Lanzen vor dem Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant von Poseck, im Galopp Revue passierten, und was tadellos klappte, waren an dem nebelich-nassen Herbsttag 1930 die Verhältnisse und die Begleitumstände anders. Erstens wurde 1930 der Parademarsch im Galopp kaum noch geübt, zweitens hatte die Kavallerie bei Römhild so lange warten müssen, bis die Infanterie vorbei marschiert war. Die Pferde waren daher verfroren, unmutig und hatten einen kalten Rücken. Das erste Regiment, RR 10, Torgau, kam noch in verhältnismäßig guter Ordnung an dem Feldmarschall vorbei. Jedoch stürzten, fast vor Hindenburg, 2 MG-Fahrzeuge während der rasenden Fahrt um und bildeten mit dem ebenfalls gestürtzen Zugpferden ein gefährliches Hindernis. Da die folgenden Regimenter schon in Bewegung waren, ließen sie sich nicht mehr anhalten. Infanteristen eilten, auch auf die Gefahr hin überritten zu werden, herbei, um Hilfte zu leisten. Das dauerte allerdings seine Zeit. Während dessen nahm die Parade ihren Fortgang. Schwadron nach Schwadron passierte, immer scharf links und rechts an dem Hindernis vorbei reitend die Unfallstelle in starkem Galopp, bis diese zwischen zwei Verbänden geräumt werden konnte. Obwohl die Geschwindigkeit durch den Unmut der Pferde ständig wuchs, so daß die Parade, Augenzeugen zu Folge, in eine wilde Jagd ausartete, war es denoch ein faszinierendes Bild, welches sich dem Beschauer in dieser Form letztmalig bot.
Das keine weiteren Unfälle oder Unregelmäßigkeiten eintraten, zeugt von dem guten Ausbildungsstand jedes einzelnen Reiters. Man vergegenwärtige sich: Die erregten Pferde eines jeden Gliedes waren naturgemäß bestrebt, die vor ihnen galoppierenden Artgenossen einzuholen, dem Reiter stand zum Regulieren des Tempos nur die linke Hand zur Verfügung. Die rechte führte den "Säbel-Auf".

Siehe "Die Geschichte der deutschen Kavallerie 1919-1945, S. 67

Noch Fragen?

Horrido! Winken

Nicole
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 156670 | Verfasst am: 18.08.2008 - 07:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die Ausbildung der Pferde lag in der Verantwortung der jeweiligen Schwadron.
Je besser die Ausbildung der Pferde um so höher der Stellenwert der Schwadron.

Das schießen vom Aufgelegten Sattel war kein Unsinn das war Tatsache hier lassen sich auch Parallelen zur US-Cavallerie ziehen.

Fred Winken
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156805 | Verfasst am: 19.08.2008 - 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Attacke verlangt der Große König folgendes:
„Wenn der General befiehlt zu attaquiren, so ebranlirt sich die Linie im Schritt, fällt in Trab und, wenn sie 200 Schritt vom Feinde ist, soll sie den Pferden die Zügel völlig abandonniren und hineinjagen. Der Einbruch muß mit ganzer Gewalt und Geschrei geschehen, dabei aber die Ordre de bataille in ihrer Ordnung unverändert conserviret werden, daß die drei Treffen jederzeit 300 Schritt auseinander bleiben und die Husaren auf den Flanken.“

...

„Seine Königliche Majestät erinnern hierbei noch, daß die Commandeurs der Escadrons währender Action Höchstderoselben Ordres wohl observiren und sich niemalen, es sei nach dem ersten oder nach dem zweiten Choc, von dem hier oder da ralliirten Feinde attaquiren lassen sollen, sondern in der Action nach der ersteren Attaque soll ein jeder Commandeur von den Regimentern oder Escadrons auctorisiret sein, dem Feinde, wo er sieht, daß er sich versammeln will, auf den Hals zu gehen, um ihn zu verhindern, sich wieder ordentlich zu setzen und zu formiren.“

Friedrich der Große, aus: „Disposition, wie sich die Officiere von der Cavallerie in einem Treffen gegen den Feind zu verhalten haben“, vom 25. Juli 1744
In den späteren Instructionen steht Sinngemäßes.

Die Schußabgabe aus dem Sattel, vom Sattel usw. hatten wir schon mal diskutiert. Man muß sich unbedingt vor Augen halten, daß die Attacke mit der blanken Waffe DAS Ziel war und nicht der Feuerkampf. Diese Auffassung blieb bis in den Ersten Weltkrieg hinein im deutschen Heer erhalten. Erst der ungeheure Blutzoll bei Attacken auf Infanterie –noch dazu auf nicht erschütterte- brachte manchen zum Umdenken. Auch die Unterschiede der Kriegsschauplätze im ersten Weltkrieg spielen hierbei eine Rolle. An der Ostfront war der Einsatz der Kavallerie möglich.

Ab der Bewaffnung mit dem Karabiner 88 halte ich eine Schußabgabe in der Nähe der Pferdeohren für unmöglich! Das macht kein Pferd mit und an diesen Schmerz kann man es auch nicht gewöhnen. Man stelle sich einmal das stümperhafte menschliche Ohr in der Nähe einer Laufmündung vor. Wer so etwas jemals dummerweise erlebt hat, wird dies kein zweites Mal geschehen lassen. Haarsträubend

Der Vergleich von Rasanz und ballistischen Daten der alten Schwarzpulverpatrone zur Nitro Patrone 88 spricht hier Bände:
M/71 Anfangsgeschwindigkeit: 430m/sec
Geschoßumdrehungen in der ersten Sekunde: 836

P88 Anfangsgeschwindigkeit: 630m/sec
Geschoßumdrehungen in der ersten Sekunde: 2625

Was die US Kavallerie getrieben hat, weiß ich nicht.

Aber eigentlich hat das ja alles nicht mehr viel mit Gustav Rau zu tun…
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 156846 | Verfasst am: 19.08.2008 - 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Dauerwelle

Gute Argumentation!

Mit Gustav Rau hat das wenig zu tun, doch finde ich die Diskussion interessant, da sie um einige Mythen und Legenden der Kavallerietaktik geht.

Zum Schiessen aus dem Sattel:
Das hat ja über die Jahrhunderte eine stetige Wandlung erfahren. Erstmalig wurden Reiterpistolen im 16. Jahrhundert durch die damals neuen Reiterregimenter (aus ihnen entwickelten sich die Kürassiere) verwendet, um ein Mittel gegen die übermächtigen Infanterieterzios zu haben. Man verwendete die Caracolentaktik, bei der die Reiterregimenter tiefgestaffelt in kontinuierlichen Wellen vor die Terzios ritten, und ihre Pistolen abfeuerten, um so allmählich die Infanterieformation zu erschüttern. Es kamen dann auch Arkebusen zum Einsatz, die eine etwas größere Reichweite als die Reiterpistolen hatten.
Die Caracole ist später oft verteufelt worden, aber wie immer hat sie, wenn richtig eingesetzt, auch ihre Berechtigung und hatte ihre Erfolge. Jedoch nur im Kampf Kavallerie gegen Infanterie.
Die Schweden erlitten Anfang des 17. Jahrhunderts gegen die polnische Kavallerie vernichtende Niederlagen und führten deshalb im 30jährigen Krieg die Attacke mit der blanken Waffe wieder zu Ehren.
Völlig verschwunden ist die Caracole dann mit dem Spanischen Erbfolgekrieg. Die caracolierende franz. Kavallerie wurde von der mit blanker Waffe attackierenden Kavalliere Prinz Eugens und Marlboroughs bei Höchstätt 1704 vom Schlachtfeld gefegt.
Vor einer Attacke war aber häufig noch üblich, alle Feuerwaffen abzufeuern. Friedrich der Grosse verbot auch dies, und lies nur mehr mit blanker Waffe attackieren. Er hatte erkannt, dass beim Kampf Kavallerie gegen Kavallerie der in der Regel die Überhand hatte, der zuerst attackierte. Und die Feuerwaffen waren dabei nur Zeitverschwendung und ineffektiv.
Im Nahkampf hatten sie jedoch immer noch eine gewisse Berechtigung. So wird im preussischen Exerzierreglement für Kavallerie 1855 ausgiebig die Handhabung von Karabiner und Pistole beschrieben.
Bezeichnenderweise fehlt die im Exerzierreglement von 1909. a) Hielten die Pferden in der Regel den lauten Mündungsknall der verbesserten Karabiner nicht mehr aus und b) machte der Schuss aus dem Sattel auf Grund der vergrößerten Kampfentfernungen keinen Sinn mehr (die Ziele sind weiter entfernt und kleiner und der Anschlag im Sattel zu wackelig).
Das Schießen mit dem abgelegten Pferd als Deckung ist schon auf Grund der Knallproblematik unsinnig. Auch taktisch macht das keinen Sinn. Bis zum Ersten Weltkrieg ist dies definitiv nicht geübt worden! Und dann kann ich es mir auch nur als Showeinlage bei Publikumsvorführungen vorstellen.

Zum Durchgehen bei der Attacke:
Da bitte mich nicht falsch verstehen. Ist die Attacke im Rollen, ist die Einflussnahme des militärischen Führers eingeschränkt. Das ganze entwickelt seine eigene Dynamik.
Ich kenne nur drei Beispiele aus der Kriegsgeschichte, bei der ein Kavallerieführer mit seinen Verbänden in grossem Umfang nach einer gerittenen Attacke noch einmal eine zweite reiten konnte. Roßbach ist hier ein leuchtendes Beispiel und zeigt den vorzüglichen Ausbildungsstand der preussischen Regimenter unter Seydlitz zu dieser Zeit. Die anderen beiden Beispiele sind die polnischen Flügelhusaren bei Kirchholm 1605 und die hannoverschen Dragoner 1812 bei Garcia Hernandez.
In der Regel waren die Eskadrons nach einer Attacke zerstreut oder plünderten (was bei den Husaren und Panduren vorgekommen sein soll) und konnten nur mühsam gesammelt werden; waren somit für einen weiteren Gefechtseinsatz in derselben Schlacht nicht verwendbar.
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 156857 | Verfasst am: 19.08.2008 - 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Eurer Argumentation bin ich nicht einverstanden.

1. Die deutsch Kavallerie durchlief ab 1870 zwei Heeresreformen die zum Teil Erfahrungen des Armerikanischen Krieges (1861-65) und des Deutsch-Französischen Krieges beinhalteten. darunter waren auch Truppenversuche mit dem amerikanischen Repetierer M1895 mit der leichten Patrone .308.
Übrigens wurde die 1. und 3. Eskadron des 1. Königlich Sächsischen Ulanenregiment No. 17 damit ausgestattet.

2. Es wurde serwohl vor dem 1. Weltkrieg vom Pferd geschossen.

3. Woher wollt Ihr wissen was ein Pferd aushalten kann.

4. habe ich nie behauptet das das schießen vom abgelegten Pferd Standart ist.
Im Notfall muß ich aber in der Lage sein Deckung hinter meinem Pferd zu finden. Wie bitte schön soll das funktionieren wenn es das Pferd nicht kennt.

Ich habe mich natürlich nicht mit der gesamten deutschen Kavallerie beschäftigt kann mir aber nicht vorstellen das die Sachsen die einzigen verrückten waren.

Diese Thematik als unsinnig darzustellen ist arrogant.

Sollte Ihr weiterhin Interesse haben dieses Thema weiter zu verfolgen schlage ich einen eigenen Thread dafür vor da es nun wirklich nichts mit Herrn rau zu tun hat.

Fred
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 156863 | Verfasst am: 19.08.2008 - 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn für mich die Diskussion sehr interessant ist, wollte ich mit meiner Frage natürlich keinen Streit hervorrufen.

Kann man sich so einigen, daß Kavallerie-Pferde durchaus schußgewöhnt wurden. Das heißt in der Ausbildung dies Thema war? Bei der Diskussion ging es bislang ja mehr um die praktische Seite der Frage im Gefecht, weniger darum, ob man tatsächlich tausende und abertausende Pferde dieser Ausbildung/Übung unterzog. War das praktisch überhaupt möglich?

Meines bescheidenen Wissens zu dem Thema Kavallerie wegen wage ich dennoch weiterhin einzuwerfen, daß zumindest zu Friedrichs Zeiten die Pistole auch Bewaffnung der Kavallerie war, und daher also zumindest diese Waffe schon sehr dicht am Gehör des Pferdes abgefeuert wurde.

Oder liege ich da falsch?
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 156864 | Verfasst am: 19.08.2008 - 22:07    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry. Ich wollte nicht arrogant sein. Mea culpa.

Im übrigen: die bayerische Kavallerie hat immer Sympathien mit der sächsischen, da wir uns in Deutschland als einzige gewisse Eigenheiten bewahrt haben.

Ich halte das für ein spannendes Thema und machen einen Thread "Kavallerie-Taktiken" auf.

Gruss
Peter
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156875 | Verfasst am: 20.08.2008 - 05:42    Titel: Antworten mit Zitat

Fred hat Folgendes geschrieben:
Mit Eurer Argumentation bin ich nicht einverstanden.

1. Die deutsch Kavallerie durchlief ab 1870 zwei Heeresreformen die zum Teil Erfahrungen des Armerikanischen Krieges (1861-65) und des Deutsch-Französischen Krieges beinhalteten. darunter waren auch Truppenversuche mit dem amerikanischen Repetierer M1895 mit der leichten Patrone .308.
Übrigens wurde die 1. und 3. Eskadron des 1. Königlich Sächsischen Ulanenregiment No. 17 damit ausgestattet.


Fred


@Fred
Uuups, erkläre mir doch bitte mal, wann die Patrone .308 entwickelt wurde?

Der deutsche Generalstab hat ständig die auswärtigen Konflikte beobachtet, um daraus seine Schlüsse zu ziehen. Man studiere nur einmal Biographien Moltkes.

@Kaiserulan
Kaiserulan hat Folgendes geschrieben:
Im übrigen: die bayerische Kavallerie hat immer Sympathien mit der sächsischen, da wir uns in Deutschland als einzige gewisse Eigenheiten bewahrt haben.


Gruss
Peter


Na, na, na. Zwinkern Ohne Preußen wäre Bayern längst von der Landkarte verschwunden gewesen.

Die "Eigenarten" hatten diese Länder der Weitsicht Bismarcks zu verdanken, der der Bevölkerung nach der Reichsgründung weiterhin die Identifikation mit ihrem angestammtem Herrscherhaus ermöglichen wollte. Er war sich bewußt, daß man ein Zusammengehörigkeitsgefühl nicht von oben befehlen kann, sondern es Zeit braucht, bis es gewachsen ist!
Lachen Vergleiche mit unserer EU will ich hier nicht anstellen... Lachen

So stürzen wir uns von mir aus wieder auf das nimmer endende Thema des Gebrauches der Schußwaffe vom Pferd oder mit dem Pferd.... Verrückt
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 156876 | Verfasst am: 20.08.2008 - 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte nur noch kurz hier auf dauerwelle antworten.

Du hast natürlich Recht, es war die Patrone .30-06 entspricht etwa der .308.
Ich neige dazu mich zu verhaspeln wenn ich mich "aufrege".

Ich möchte mich gleichzeitig bei dauerwelle und kaiserulan für die friedliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik bedanken.
Ich hatte Gestern wirklich schon Bedenken das es hier zu ähnlichen verbalen Atacken wie in gewissen anderen Threads kommt.
Man sieht sich bei den Kavallerietaktiken.

Fred Winken
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156882 | Verfasst am: 20.08.2008 - 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Du mußt Dich doch nicht aufregen... Zwinkern
Und warum sollte man bei einer Diskussion ausfallend werden, das würde nur davon zeugen, daß einem Argumente fehlen.

Auch die .30-06 macht doch keinen Sinn. Sie wurde bekanntlich im Jahre 1906 in den USA eingeführt und aus einer Patrone von 1903 entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt war in Deutschland längst die Entscheidung für das 8mm Kaliber gefallen und in der Patrone 88 verwirklicht. Die Versuche der GPK mit verschiedenen Pulver- und Geschoßarten führten nur zu einer Weiterentwicklung und die Einführung des S-Geschosses im Jahr 1903. Visierung und Patronenlager der alten Waffen mußten geändert werden, auch von dem gerade erst eingeführten G98! Es waren also Unmengen an 8mm Munition vorhanden und eine erneute Kaliberänderung kam nicht in Frage – allein schon aus Kostengründen.
Deswegen leuchten mir die von Dir angegebenen „Truppenversuche“ nicht ein. Zumindest ist es keinesfalls mit einer angestrebten Änderung in Verbindung zu bringen.

Die .308 entspricht nicht der .30-06. Schieß sie beide und Du wirst einen enormen Unterschied feststellen.
Die Einführung der .308 für das Sturmgewehr des Infanteristen war eine Fehlentwicklung und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern durchgepaukt. Richtungsweisend wäre die Entwicklung der deutschen Kurzpatrone 8x33 und auch das sowjetische Gegenstück dazu gewesen. Nicht wieder ein Brummer, der dem Normalschützen beim Dauerfeuer aus dem Ziel läuft.
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 156893 | Verfasst am: 20.08.2008 - 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann leider nicht den genauen Zeitraum der Ausstattung definieren. Aus der Regimentschronik geht aber hervor das die Königlich Sächsischen Ulanen mit Karabiner 98 und Browning M1895 sowie Pistole 08. (Die etatmäßige Beschaffung der Pistolen war durch den Reichshaushalt 1904/05 geregelt. Der Karabiner 98 wurde wenn ich mich nicht irre zum 16. Januar 1908 eingeführt) Somit könnte man die betreffende Zeit schon eingrenzen.
Wann das M1895 eingeführt wurde kann ich nicht genau sagen jedoch hat das Deutschen Reich etwa 8.000 M1895 gekauft.
Ein zweiter Versuch mit 429 Karabinern M 1895 lief noch 1913.

Eine .30-06 habe ich noch nicht geschossen das ist richtig.
Ich schieße aber .308 und 8 x 57 IS und denke das ich es in etwa einschätzen kann.

Fred Winken
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156898 | Verfasst am: 20.08.2008 - 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Offiziell eingeführt wurde bei der Kavallerie als Langwaffe nur der Karabiner 98, wie Du selbst angibst im Jahr 1908. Bei allem anderen kann es sich nur um Versuche handeln sonst nichts.

Auch die Problematik der Munitionsversorgung solltest Du bei solchen Angaben immer bedenken. Waffen, die vom Standardkaliber abweichen, bedürfen eines enormen Aufwandes, der im Kriegsfall praktisch nicht mehr lösbar ist.

Aber all das hat nichts mit der Schußabgabe vom Pferd zu tun, denn ob .30-06 oder .308 oder 8x57IS, das ist einerlei.
Ich glaube, wir sollten es daher einfach dabei bewenden lassen.
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 156991 | Verfasst am: 21.08.2008 - 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Versuch, einer Rückkehr zu Gustav Rau.
Finden wir doch einmal den Grund, warum Gustav Rau seine Ämter niederlegen mußte. Recht aufschlußreich ist sein Vortrag am 27.09.1933 auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde.
Er begrüßt hier ausdrücklich den nationalsozialistischen Weg, einer Organisation eine Leitung zu geben, in der der verantwortliche Führer nicht auf Mehrheitsbeschlüsse und unendliche Diskussionen angewiesen ist. Er schildert in seinem Vortrag, welch großer Schaden in der Vergangenheit durch uneinheitliche Führung und öfters wechselnde Ziele in der deutschen Pferdezucht entstanden sind. Ein autoritärer Aufbau der deutschen Pferdezucht, sollte Vorteile bringen. Auch die vielen umfangreichen Körkommissionen sollten verringert werden, um eine tatsächlich einheitliche Beurteilung zu gewährleisten. In Preußen sollte z.B. nur noch eine Person und ein Helfer für diese umfangreiche Arbeit eingesetzt werden.
Das A und O an der ganzen Sache ist aber, daß Rau auf unbedingte unabhängige Fachleute setzt! Dies macht der Oberlandstallmeister in seinem Vortrag mehr als deutlich:

„Die geordnete Landespferdezucht darf nie wieder durch die egoistischen Interessen einzelner Persönlichkeiten und Gruppen gefährdet und erschüttert werden.“

Zur Neuorganisation der Landespferdezucht führt er noch aus:

„Eine solche Neuorganisation ist eine fachtechnische Aufgabe, die von der fachtechnischen Behörde, also für Preußen von der Preußischen Gestütsverwaltung, ausgehen muß.“

Zu einem Zeitpunkt, in der viele Parteigenossen, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, in Ämter, Posten und Pöstchen drängten, war das wohl eine Klatsche in deren Gesicht. Das hat man ihm übel genommen und über die Parteischiene ihn ausgehebelt. Verzichten konnte man trotzdem nicht auf ihn und Rau war nicht der Nachtragende, sondern stellte sich auch weiterhin in den Dienst des deutschen Pferdes.
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 157064 | Verfasst am: 22.08.2008 - 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du als Quelle "100 Jahre Pferdezucht und Pferdesport in Deutschland" aus dem FN-Verlag benutzt?
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