Kavallerie-Taktiken
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » militärische Operationen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Kaiserulan
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 129

BeitragBeitrags-Nr.: 158093 | Verfasst am: 30.08.2008 - 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zu Samosierra gibt es auch einen Film:

http://www.youtube.com/watch?v=IjuaW9ZMZPM
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kaiserulan
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 129

BeitragBeitrags-Nr.: 159138 | Verfasst am: 09.09.2008 - 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch ein Nachtrag zu Samosierra, welche die Attacke ganz gut verdeutlicht.

http://i37.tinypic.com/35iaz2t.gif
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rellem
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 11.12.2007
Beiträge: 458

BeitragBeitrags-Nr.: 159156 | Verfasst am: 10.09.2008 - 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hi @ll
Reiter hat Folgendes geschrieben:
Also, ich hab noch ein wenig in meiner Literatur geschmöckert.

Man unterscheidet beim "Lanzenfechten" zwei Sticharten:

- Aktive Stiche: der Arm macht eine bohrende Stichbewegung aus dem Handgelenk heraus, gegen seitwärts, rückwärts oder am Boden liegende Gegner, sowie bei der Verfolgung.

- Stiche mit Auflauf: bei stehenden oder entgegenkommenden Ziele, die in schneller Gangart angeritten werden (Attacke). Da das Handgelenk diesen Stoß nicht aushalten würde, wird die Lanze unter den Oberarm geklemmt. Es ist beim Stich mit Auslauf nur "links-vorwärts" und "rechts-vorwärts" möglich.

Horrido! Winken

Nicole

Nachtrag zur Kugel: Das neue Lanzenmodell mit der Kugelspitze sollte eigentlich 1927 eingeführt werden. Doch stattdessen ging die Lanze entgültig in Rente.

Es gab wohl eine Menge von Gewandtheitsübungen für den Lanzenreiter, um seine Armmuskeln zu stählen, dessen Körper geschmeidig zu machen und ihm Sicherheit und Vertrauen zur Lanze zu geben:

-Deckungen
-Doppel-und Wurfstiche
-Kreuzdeckungen
-Radschlagen
-Lanzenwerfen


Horrido!

Nicole

Btw.
Ich konnte es mir schlicht nicht vorstellen, wieder was gelernt Winken
Gruss
Rene
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eland90
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 06.12.2008
Beiträge: 48
Wohnort: Nürnberg

BeitragBeitrags-Nr.: 164709 | Verfasst am: 14.12.2008 - 17:59    Titel: Re: Kavallerie-Taktiken Antworten mit Zitat

[quote="Kaiserulan"]Thema Schuss vom Sattel:

Ich sehe es so:

1. Seit dem 16. Jahrhundert war die Pistole und Arkebuse (dann Karabiner) Kavalleriewaffe, die vom Sattel aus zum Nahkampf verwendet wurde.

2. Mit der Veränderung des Gefechtsfelds (höhere Reichweiten) und der Entwicklung brisanterer Munition als Schwarzpulver ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, machte ein Schuss aus dem Sattel keinen Sinn mehr, da
a) die Pferde den nahen Geschossknall nicht aushielten
b) man vom Pferd nicht die Ruhe hatte - die nun weiter entfernteren Ziele - zu treffen

zu a) hat vermutlich keiner von uns praktische Erfahrung. Mit Platzpatronen habe ich am Pferd schon geschossen und das geht auch so lala. Gefechtsmunition ist aber deutlich lauter. Ich kann nur Richter aus "Die feldgrauen Reiter" zur Ausbildung nach 1919 zitieren (S.86): "Die Truppenpferde wurden soweit wie möglich "schussfest" gemacht. Mit Platzpatronen war das einigermassen möglich. Den scharfen Geschossknall der Gefechtspatronen hielten die Pferde zumeist nicht aus."



Pferde können sehr gut "schussfest" ausgebildet werden, siehe sämtliche Polizeien weltweit die sich heut noch berittene Streifen leisten. Ich kann bezeugen dass auch sehr hervorragend vom Pfred geschossen werden kann. Wir haben (hatten) in der SADF berittene Infantrie. Die "Mounties" wie sie in Südafrika genannt wurden hatten zuerst R1 und später R4 Gewehre. Zum Schuss wurden die Pferde angehalten und vom Sattel oder auch auf dem Pferd stehend geschossen. Der Gaul stand hierbei still. Bei entsprechender Ausbildung geht das. In der Terroristenbekämpfung übrigens ein sehr bewehrtes Waffensystem (Pferd und Reiter).
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2306

BeitragBeitrags-Nr.: 164712 | Verfasst am: 14.12.2008 - 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich kann bezeugen dass auch sehr hervorragend vom Pfred geschossen werden kann. Wir haben (hatten) in der SADF berittene Infantrie.


Von wann bis wann hast Du denn dort gedient?

Zitat:
Pferde können sehr gut "schussfest" ausgebildet werden, siehe sämtliche Polizeien weltweit die sich heut noch berittene Streifen leisten.

Das sehe ich ähnlich, allerdings ist nicht wirklich jedes Pferd dazu geeignet bzw. hält den Lärm nicht aus; das sollte man schon beachten.

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eland90
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 06.12.2008
Beiträge: 48
Wohnort: Nürnberg

BeitragBeitrags-Nr.: 164743 | Verfasst am: 14.12.2008 - 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Von 1983 bis 1997 Wehrplicht und aktive Reserve (mit Unterbrechungen) Zusammen gerechnet fast vier Jahre, die noch zuleistende Zeit wurde uns "wegen veränderten politischen Verhältnissen" erlassen.

Du hast natürlich recht, nicht jedes Pferd eignet sich für den "Kriegsdienst" wie Menschen auch. Mir wurde einmal erzählt das die Pferde von besonderen Lieferanten stammten also Farmer die eigens für die Armee Boereponies züchteten. Es waren fast durchweg Boereponies. In meiner Reserveeinheit haben wir einmal Pferde zur Parade benutzt. Es waren über den kurzen Dienstweg geliehene Apfelschimmel. Allerdings waren hier keine Schusswaffen im Gebrauch.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2306

BeitragBeitrags-Nr.: 164746 | Verfasst am: 14.12.2008 - 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist äußerst interessant.

Zitat:
Boereponies


Hast Du zufällig ein Bild von diesen Pferdchen? Wie fandest Du sie im praktischen Einsatz?

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eland90
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 06.12.2008
Beiträge: 48
Wohnort: Nürnberg

BeitragBeitrags-Nr.: 164821 | Verfasst am: 16.12.2008 - 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Reiter hat Folgendes geschrieben:
Das ist äußerst interessant.

Zitat:
Boereponies


Hast Du zufällig ein Bild von diesen Pferdchen? Wie fandest Du sie im praktischen Einsatz?

Horrido!

Nicole


Hallo Nicole,
vordem Mißver. entstehen, ich war "moderne Kavallerie" will heissen Panzeraufklärer. Wir haben mit den Mounties zusammen gearbeitet in sog. Follow-up Operations. Boereponies kenn ich vom Reiten auf eines Kumpels Farm. Sehr genügsam, sehr sicher im Gelände auch im Gebirge. Sehr wetterfest. Auch sehr leicht schußfest auszubilden habe ich mir sagen lassen. Sie sind kleiner als europäische Pferde. Bilder habe ich leider keine.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
McClellan
Neues Mitglied


Anmeldedatum: 20.08.2009
Beiträge: 6

BeitragBeitrags-Nr.: 174843 | Verfasst am: 20.08.2009 - 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Reiter hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Mich würde mal interessieren, wie tief ein Bajonett in die Pferdebrust eindringen musste, um es lebensgefährlich/tödlich zu verletzen und wie groß die Heilungschancen beim Pferd nach einem solchen Stich waren


Also, ich kann aus eigener Erfahrung schreiben - mein Pferd wurde auf der Weide ( hatte ich bei Bekannten untergestellt ) ein Pfeil seitlich schräg in die Brust geschossen von irgendjemandem. Diesen Pfeil habe ich auch gefunden. Das Loch war um die 15 cm tief und ist gut verheilt. Dem Pferd tat es nicht mehr weh, als ein ordentlicher Huftritt eines Artgenossen - es hat normal gefressen und verhielt sich nicht auffällig.

Das Herz ist meines Wissens in der Höhe der Vorderhand, also muß man da schon genau wissen, wo man hin sticht. Ob ein Bajonett genügt die Brust durchzustechen und das Pferd zu töten, weiß ich nicht. Es wird aber sicher vor Schreck und Schmerz den Reiter abwerfen oder sogar kurz stürzen. Wie gesagt, der Fußsoldat sollte in die Stirn schießen, da er so Pferd tötet und den Reiter einen Bauchschuß verpasst im besten Fall.
Das ist aber alles Theorie und in der Praxis wohl nicht sehr einfach.

Aber eine sehr interessante Frage und wenn jemand mehr Infos dazu hat, wäre es super toll, wenn er sie uns mitteilen könnte.

Horrido!

Nicole


Ein wirklich interesanter Thread den ihr da habt! Ich kann vielleicht ein paar Dinge klären:

1. es ist fast unmöglich ein Pferd in vollen Gallop in die Stirn zu treffen. Ich musste leider schon ein paar Pferde erschiessen, und das Gehirn ist verdammt klein. Wehe du triffst nicht genau, dann kann es passieren daß das Pferd abhaut, blutet und schreit wie verrückt! Einen Reiter, selbst sein Pferd zu treffen wenn er im Gallop kommt ist sehr schwer und erfordert einen hohe Feuerdisziplin!
2. Ein Pferd von vorne mit dem Bajonett zu töten dauert etwas. Da reciht ein Stich nicht, nicht mal wenn man das Herz trifft, da ist aber das Brustbein im Weg (meistens). Mit Bajonetstichen bei Pferden habe ich keine Erfahrung, aber mit Splittern und Schußwunden. Es ist erstaunlich was die Pferde aushalten, und wie schmerzunempfindlich sie bei starkem Adrenalinausstoß sind.
3. Es kann sehr wohl auch mit modernen Waffen vom Pferd geschossen werden, ich kann da aber nur vom FN in 7.62, G3, AK 47 und hauptsächlich dem R5 in 5.56 sprechen. Allerdings wurde sowas zu meiner aktiven Zeit (1980er Jahre) nur als Immediate Action Drill verwendet wenn man in einen Hinterhalt kam.


Mehr später.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kaiserulan
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 129

BeitragBeitrags-Nr.: 174844 | Verfasst am: 20.08.2009 - 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo McClellan.

Bin gespannt auf weiteres.

Es gibt ja leider nicht mehr viele mit aktuellem Praxiswissen zu diesen Fragen. Mein Wissen ist auch nur aus Büchern angelesen oder aus Reenactment Veranstaltungen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
McClellan
Neues Mitglied


Anmeldedatum: 20.08.2009
Beiträge: 6

BeitragBeitrags-Nr.: 174855 | Verfasst am: 20.08.2009 - 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Niedrreiten/überrennen: das musste mit den Pferden gesondert trainiert werden. Dummies mit feindlicher Uniform oder Zivilkleidung wurden aus Stroh gebaut, mit Gewichten von ca. 80 kg versehen und dann niedergeritten. Das hat je nach Pferd ein bis zwei Wochen gedauert. Dazu muß allerdings gesagt werden das die verwendeten Pferde reine südafrikanische Buschpferde/Burenpferde waren, die in einem sehr rauen Umfeld aufgewachsen waren.

Gefechtslärmgewöhnung/Schießen: begonnen wurde grundsätzlich beim Füttern und Tränken, mit Sturmgewehr Einzellschüße auf ca. 50 Meter Entfernung. Steigerung des Ganzen im Laufe einer Woche. Bis dann zeigten die Pferde großes Interesse am Schießen, vor allem wenn auf Termitenhügel in der Nähe geschossen wurde und es hat gestaubt. Dann Schießen beim Reiten. Erst im Schritt, dann Gallop. Beim Trab irgendetwas zu treffen ist unmöglich, im Gallop nur mit sehr viel Übung. Wir reden hier aber nicht von Dauerfeuer o.ä. Nur Schnellfeuer im Einzelschuß, um im Notfall durch einen Hinterhalt durchbrechen zu können und die Köpfe unten zu halten (des Gegners natürlich). Dazu wurden die Zügel in der linken Hand gehalten, die den Vorderschaft fasste. Der Schuß erfolgte instinktiv (beide Augen offen) über den Lauf geschaut, das Ziel im Auge. Zu oft wurde das aber nicht geübt weil die Pferde dann taub werden! Jeder kann sich vorstellen was passiert wenn ein Sturmgewehr am Ohr (und da befand sich der flash hider) abgefeuert wird. Die Pferde wurden dabei extrem hitzig, die Aufregung des Reiters überträgt sich dabei auch aufs Pferd. Geritten wurde über Gewichtsverlagerung. Der Schuß nach rechts war schwieriger als nach vorn oder links (als Rechtshänder).
Hiernach kam das Gewöhnen an starken Gefechtslärm, Granatwerfer, Artillerie, MG Feuer (30er und 50er), ganz wichtig war Rauchgranate und Leuchtrakete (1.000 footer). Das Zischen vertrugen die Pferde am wenigsten. Aber auch das war nach Abschluß (ca. 3-4 Wochen) kein Problem mehr. Nervösere Pferde wurden mit altgedienten und erfahrenen Pferden ausgebildet, was alles sehr erleichterte.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
McClellan
Neues Mitglied


Anmeldedatum: 20.08.2009
Beiträge: 6

BeitragBeitrags-Nr.: 174856 | Verfasst am: 20.08.2009 - 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmals zum Schießen: es wurde grundsätzlich abgesessen gekämpft!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » militärische Operationen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
Seite 9 von 9

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.