Kavalleriedegen 89
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160742 | Verfasst am: 03.10.2008 - 16:17    Titel: Kavalleriedegen 89 Antworten mit Zitat

Hallo Kavalleristen,
bezüglich des KD89 habe ich einige Infos von einem Blankwaffensammler bekommen, sowie ein Bild mit den zwei Ausführungen des Säbels.Es handelt sich auf dem Bild um eine private Ausführung (Eigentumstück) mit Ätzung und der untere Säbel ist ein sogenanntes Kammerstück, also die dienstliche Ausführung für den richtigen Gebrauch.
Im Handel erreichen gerade die Kammerstücke meist einen Preis von jenseits der 500 Euro. Die Privatstücke liegen preislich etwas günstiger. Hierbei spielt noch die Herkunft des Säbels eine Rolle. Zu erkennen an den unterschiedlichen Wappen und Adlern im Korb:
preussisch: Adler
bayrisch: stehender Löwe mit Rautenschild
Württemberg: Wappen
Mecklenburg: Wappen
Es gibt eine ganze Reihe von KD89 die nach Südamerika geliefert wurden
(Peru, Chile), die dann die dementsprechenden Wappen haben.
Hier noch die Bilder.
Gruß Andreas
http://i36.tinypic.com/15zf49.jpg
http://i38.tinypic.com/2z8qblk.jpg
http://i36.tinypic.com/24yd2q1.jpg
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160746 | Verfasst am: 03.10.2008 - 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch ein preussisches Kammerstück.
Gut zu erkennen ist der verstärkte Klingenrücken (Schörklinge).
Die gerade zulaufende Klinge weisst darauf hin, dass dieser Säbel als Stichwaffe konzipiert war. Sie ist so konstruiert, dass sie nach erfolgtem Stich sich wieder leicht aus dem Körper löst (ähnlich den Dreikantbajonetten). Eine gebogene Klinge wie z.B. beim Blüchersäbel ist mehr für den Hieb ausgelegt.
http://i37.tinypic.com/29eq3ut.jpg
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 160760 | Verfasst am: 03.10.2008 - 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Der KD 89 ist eine sehr leichte Waffe. In Bayern hieß er übrigens KS 91 (Kavalleriesäbel 91) bzw. KOS 91 (Kavallerieöffiziersäbel 91). Warum er hier Säbel genannt wurde, bleibt offen, da es ja definitiv kein Säbel mit gekrümmter Klinge war. Ich habe einen KS 91 einen KOS 91 und einen Pallasch der Schweren Reiter. Der Pallasch ist ca. 1 kg schwerer und im Vergleich zu den Degen ein richtiger "Prügel". Ich bin ja wirklich ganz gut durchtrainiert, aber ihn längere Zeit in Auslage zu halten, bringt einen ganz gut ins Schwitzen.
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160882 | Verfasst am: 06.10.2008 - 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kaiserulan,
könntest Du ein Bild des KS91 und des KOS 91 einstellen?
Leider bin ich auf diesem Gebiet ein blutiger Laie.
Vielleicht könnte man in diesem Thread etwas Licht hinter die Blankwaffen der Kavallerie bringen.
In der Dienstvorschrift der Kavallerie ist ein Säbel mit gebogener Klinge abgebildet. Mir wurde aber gesagt, dass die Kavallerie am KD 89 ausgebildet wurde. Wurden da auch noch andere Säbel eingesetzt?
Z.b. würde mich auch der Pallasch interessieren. Bei welchen Kavallerieverbänden wurde er, in welchem Zeitraum eingesetzt?
Wie wurde er gehandhabt?
Fragen über Fragen
Gruß Andreas
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160887 | Verfasst am: 06.10.2008 - 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Aber den Säbel, den Du meinst haben wir doch schon vor Monaten im Kav-Ausrüstungsthread behandelt.

Horrido!

Nicole
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 160890 | Verfasst am: 06.10.2008 - 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas

Ich kann erst am Wochenende Bilder machen und einstellen. Blankwaffen im 19. Jahrhundert ist ein sehr sehr weites Feld. Dauert ein bischen, bis ich mich melden kann.

Gruss
Peter
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 160902 | Verfasst am: 07.10.2008 - 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Reiter hat Folgendes geschrieben:
Aber den Säbel, den Du meinst haben wir doch schon vor Monaten im Kav-Ausrüstungsthread behandelt.

Horrido!

Nicole

Sorry Nicole,
unter all den Packtaschen und Riemen habe ich ihn nicht mehr vermutet.
Danke trotzdem
Gruß Andreas
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 160903 | Verfasst am: 07.10.2008 - 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hab doch schon was.

Hier ein realtiv seltener KOS91 mit 2 Ringen und geschwärzter Scheide. 2 Ringe für Trage- und Schleppriemen. Nach der Bekleidungsvorschrift von 1904 war die Scheide noch vernickelt. Dann wurde sie aus Tarnungsgründen geschwärzt und schliessliche wurde der 2. Ring für den Schleppriemen weggelassen, da der Degen am Pferd nur mehr in einer Tragevorrichtung am Sattel getragen wurde. Man brauchte deshalb keinen Schleppriemen (auch Schwungriemen genannt) mehr.

http://i38.tinypic.com/14t6jnq.jpg
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 161096 | Verfasst am: 11.10.2008 - 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

So, jetzt habe ich das Bild machen können. Leider nicht perfekt ausgeleuchtet, aber es verdeutlicht die Sache ganz gut.

http://i36.tinypic.com/15r1f6g.jpg

Oben der Pallasch M 26. Er wurde von den beiden bayerischen Kürassierregimentern und dann von den Schweren Reitern getragen. Es ist ein Replikat und kein Originalstück. Ich habe ihn mir als Replikat zum Üben auf dem Pferd angeschafft, da mir da die Originalstücke zu Schade sind. Der M26 ist im übrigen identisch mit dem französichen Kürassierpallasch zur selben Zeit. Während der napoleonischen Kriegen waren ja Bayern und Frankreich lange Zeit Alliierte. Aus dieser Zeit hat Bayern einige französische Ausrüstungsgegenstände geerbt.

In der Mitte ein KOS 91. Er hat eine geschwärzte Scheide mit einem Ring und ist kriegsmässig geschliffen. Da dies immer nur kurz vor dem Ausrücken gemacht wurde, wurde der Degen vermutlich im 1. Weltkrieg geführt.

Unten ein KS 91 mit vernickelter (die Beschichtung ist schon stark abgenutzt) Scheide und 2 Ringen. Er wurde vermutlich zwischen 1891 und 1905 getragen. Die Klinge ist nicht geschliffen.

Man sieht deutlich, dass der Pallasch ein erheblich schwerere Waffe als die Kavalleriedegen waren.
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Remontenreiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 161144 | Verfasst am: 11.10.2008 - 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kaiserulan,
vielen Dank für das Bild der Bay. Kavalleriesäbel. Der KS91 und der KOS 91 sehen richtig zierlich aus neben dem Pallasch. Ist der Offizierssäbel noch leichter als der Mannschaftssäbel? Auf dem Bild sieht er etwas kürzer aus, oder kommt das nur vom Schleifen?
Dabei dachte ich immer, dass militärische Blankwaffen, laut Haager Landkriegsordnung, nicht geschliffen werden dürfen.
Der Pallasch ist schon ein ganz schönes Trum. Du schreibst, Du verwendest diese Replika auch zum Fechten. Da wird man ein ganz schön dickes und starres Handgelenk benötigen damit man sich nicht selbst dabei den Arm bricht.
Ich habe mal im Zusammenhang mit einem amerikanischen Kavalleriesäbel, mit geradem Griff, den Begriff "Wristbreaker" (Handgelenksbrecher) gehört.
Bis wann wurde der Pallasch noch im Einsatz verwendet?
Gibt es speziell für den Pallasch eine andere Fechtausbildung als für den Säbel? bzw. gab es generell eine Unterschiedliche Ausbildung für Hieb- und Stichwaffen?
Gruß Andreas
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 161147 | Verfasst am: 11.10.2008 - 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Offiziersäbel ist etwas leichter als der Mannschaftssäbel. Die Offiziersäbel waren ja Eigentumsstücke. Da gab es einige Freiheitsgrade, wie er gefertigt werden durfte, eben auch leichter oder schwerer, oder auch etwas kürzer oder länger. Auch Mannschaften und Unteroffiziere durften Eigentumsstücke tragen. Da gibt es z.B. auch KS91 mit zusammenklappbarem Korb.
Also alles nicht so ganz einheitlich.

Die Seitengewehre mussten natürlich geschliffen werden, das hat nichts mit der Haager Landkriegsordnung zu tun. In der Regel wurden sie jedoch erst mit dem Ausrücken geschliffen. Das ist einfach ein Sparmaßnahme.

Der Pallasch muss mit starrem Handgelenk geführt werden, d.h. der Hieb wird nur mit dem Arm geführt. Das ist eigentlich aber auch nicht anders als beim Säbel. Nur geht es halt beim Pallasch wirklich nicht anders.

Die Fechtausbildung war nicht wesentlich anders. Es war nur so, dass die großen Rekruten zu den Kürassieren kamen und die kleinen zu den Husaren oder Chevaulegers. Was dazwischen übrig blieb wurde Ulan oder Dragoner.

Der schwere Pallasch war im Reitergefecht, wenn Kavallerie auf Kavallerie attackierte leichteren Seitengewehren überlegen, da er mehr Wucht und Reichweite hatte. Im ersten Aufprall - und oft gab es nicht mehr - war die Fechtkunst weniger wichtig.

Ich muß mir jetzt auch zu Übungszwecken einen leichteren Degen zulegen. Der Unterschied zum KOS91 ist zu groß. Bei Vorführungen verwenden wir nähmlich schon die originalen Waffen. Dann soll es so originalgetreu wie möglich sein.

Gruss
Peter
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gardereiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 166490 | Verfasst am: 20.01.2009 - 12:29    Titel: Tragevorrichtungen für den Pallasch Antworten mit Zitat

Hallo Remontenreiter!

Ich suche händeringend nach Tragevorrichtungen für den Pallasch der Kürassiere.
Wie haben die Kürassiere ihren Pallasch an der Uniform befestigt?
Ja wohl kaum an der Feldbinde. Zieht einem ja alles Krumm.
Gab es da spezielle Teile. Ein Unterschnallkoppel z.B.?
Wenn ja wie haben sie verhindert das der Uniformrock immer auf dem Pallasch auflag? Sieht ja auch nicht gerade schick aus.
Kannst Du mir da helfen?

Gruß
Gardereiter
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Reiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 166491 | Verfasst am: 20.01.2009 - 12:38    Titel: Re: Tragevorrichtungen für den Pallasch Antworten mit Zitat

gardereiter hat Folgendes geschrieben:
Hallo Remontenreiter!

Ich suche händeringend nach Tragevorrichtungen für den Pallasch der Kürassiere.
Wie haben die Kürassiere ihren Pallasch an der Uniform befestigt?
Ja wohl kaum an der Feldbinde. Zieht einem ja alles Krumm.
Gab es da spezielle Teile. Ein Unterschnallkoppel z.B.?
Wenn ja wie haben sie verhindert das der Uniformrock immer auf dem Pallasch auflag? Sieht ja auch nicht gerade schick aus.
Kannst Du mir da helfen?

Gruß
Gardereiter



Im Buch Die Deutsche Kavallerie 1871 - 1914 steht alles drin, was Du wissen willst.

Horrido!

Nicole
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Kaiserulan
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BeitragBeitrags-Nr.: 166492 | Verfasst am: 20.01.2009 - 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee trugen den Pallasch am Koppel über dem Koller.

Unteroffiziere mit Portepee und Offiziere trugen den Pallasch an einem Unterschnallkoppel unter dem Koller. Am höchsten hängt der Pallasch, wenn er am Entenschnabel mit Kette eingehängt wurde. Die Länge der Kette war aber so bemessen, dass der Pallasch ohne Aufliegen der Schösse des Kollers hervorsah. Also kein Problem.
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gardereiter
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BeitragBeitrags-Nr.: 166493 | Verfasst am: 20.01.2009 - 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für Eure schnelle Antwort.
Gibt es da eventuell Bilder der Unterschnallkoppel?
Das Buch krieg ich ja so schnell nicht.
Zwinkern Ihr würdet mir da echt helfen.
Vielen Dank.
Gardereiter
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