Die Heinkel He-219 Uhu
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 9836 | Verfasst am: 01.05.2004 - 19:26    Titel: Die Heinkel He-219 Uhu Antworten mit Zitat

Die He 219 galt als bester Nachtjäger des 2.WK , kam aber leider viel zu spät in Serie . Hat jemand Einsatzberichte und/oder Abschußzahlen für dieses Flugzeug auf Lager ?

Jan-Hendrik
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 10558 | Verfasst am: 07.05.2004 - 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Mit welchem Hintergrund wird die Begründung mit dem "Besten Nachtjäger des 2.W.K.´s" belegt ?

Ronin
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 10560 | Verfasst am: 07.05.2004 - 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Im Bezug auf Geschwindigkeit , Bewaffnung , Reichweite , Wendigkeit .

Jan-Hendrik
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 18445 | Verfasst am: 15.07.2004 - 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht nicht mehr ganz aktuell, aber Jan-Hendrik hat m.E. völlig Recht.
Eine relativ hohe Geschwindigkeit für zwei-motorige Jagdmaschinen (590Km/h) auf Volldruckhöhe, hohe Reichweite (d.h. lange Operationsdauer, für Nachtjäger ganz wichtig) und eine starke Bewaffnung (4 MG151/20, 2 MK108)

(Daten für A7/R2)

Die leichtere Variante A6 zur Jagd auf Nachjägerjäger der Briten Verrückt , erreichte mit zweistufigem Lader, MW50 und GM1 sogar über 650Km/h und konnte in 12Km Höhe operieren!

Allerdings war die He219 laut Pilotenaussagen auf dem Papier besser als in der Realität, wo sie "unter der schlimmsten aller Flugzeugkrankheiten litt", der Untermotorisierung (-nach Eric Brown). Die DB603 waren sehr leistungsfähig, wurden aber von der schweren Maschine überbeansprucht und waren wenig zuverlässig...

Dennoch, das Design war überaus fortschrittlich und der Jäger mag 1943 vielleicht eher futuristisch als Modern angemutet haben. Allerdings blockierte Milch den Serienbau dieser Maschine wo er nur konnte.

Dabei hatten schon frühe Einsätze die Wirksamkeit bewiesen. Die erste He219A0 flog im Juni 1943 mit der I./NJG1, Kennung G9FB mit dem Flugzeugführer Maj. Werner Schreib.
Beim ersten Kampfeinsatz in der Nacht des 11. auf den 12. Juni schoss er fünf schwere Bomber ab.
Allerdings verpatzte er die Landung, er kam zu schnell runter, die Landeklappen brachen, das Flugzeug verlor den Auftrieb und knallte auf den Boden, wo es zerschellte.
Ein weiterer Beweis für die Qualität dieses Flugzeugs mag die Tatsache sein, dass die Besatzung überlebte - ohne einen Kratzer!
In den folgenden zehn Tagen schoss er aber mit einer neuen Maschine 20 weitere Feindflugzeuge ab, darunter 6 Mosquito.

Im Oktober 1943 wurden dann erste Einheiten mit diesem Flugzeugtyp aufgestellt, die Serienproduktion stockte aber aus verschiedenen Gründen (Motorenverfügbarkeit, Werkauslastung etc.).
Mit dem Jägernotprogramm wurde das Muster endgültig von der Produktionsliste gestrichen.

Zwar erziehlten die damit ausgerüsteten Geschwader hervorragende Ergebnisse, aber der Bestand nahm kontinuierlich ab.
So wurde der wahrscheinlich vielversprechendste Nachtjägerentwurf zu einer Nebenrolle im Luftkrieg degradiert.

Ein weiterer von unzähligen Beweisen, wie chaotisch und Konfus der Sauladen "Luftwaffe" war, den eigentlich nur die Komodores und Staffelkapitäne am Laufen hielten - um so mehr bewundere ich die Pilotenleistungen... aber ich schweife ab...
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 18465 | Verfasst am: 15.07.2004 - 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Danke , FliegerAD , das RLM hat so einiges versaubeutelt ...

Nach den Angaben der Piloten , die den "Uhu" geflogen hatten , war sie eine äußerst leistungsfähige Maschine , grade für die Spezialisten , die Jagd auf "Mosquitos" machten !


Jan-Hendrik
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Olli
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BeitragBeitrags-Nr.: 18583 | Verfasst am: 15.07.2004 - 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm, heisst das, die UHU wurde nur 43 bis max. 44 gebaut??

Mal ne dumme Frage: Mit welchen Maschinen wurden die Nachjagdgeschwader denn dann ersetzt???
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 18586 | Verfasst am: 15.07.2004 - 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Die NJGs waren von 1941/42 an bis zum Ende des Krieges hauptsächlich mit Me110 und Ju88 in verschiedenen Versionen ausgestattet.
Zwischenzeitlich gab es dann noch die Do217, Ju188 oder He219.
Ganz spät kam noch die Me262 in einer Nachtjägervariante zur Truppe, was nach dem Jägernotprogramm die einzige materieller Verstärkung bedeutete.
Anderen Ersatz gab es nach dem Jägernotprogramm nur in Form von wenigen Me110 und Ju88.
Es ist mehr als verwunderlich, wieso man den "Uhu" hat auslaufen lassen und weniger Leistungsstarke Modelle weiterproduzierte...
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 18597 | Verfasst am: 15.07.2004 - 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Bewährten sich die Ju´s denn wengistens? Bei meinem Simulator haben die mehr erfolge als die kleinen Jäger gegen die Bomberpulks.
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 18606 | Verfasst am: 15.07.2004 - 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Fragend

Bisher gibt es keinen Simulator, der den Luftkampf bei Nacht auch nur annähernd umgesetzt hat.

Dieser unterscheidet sich nämlich ganz gravierend vom Luftkampf am Tage und ist eher mit der Vorgehensweise der U-Boote zu vergleichen.

Es ging hauptsächlich darum sich mit allen elektronischen Hilfsmitteln möglichst unbemerkt an feindliche Bomber heranzuschleichen, mit aller Kraft zuzuschlagen und dann wieder zu verschwinden. Dabei spielen vorsichtige Anäherung, umsichtiger Einsatz der Elektronischen Geräte und eventuell die Anführung durch Jägerleitoffziere am Boden an den Feind eine wichtigere Rolle, als Flugleistungen.
Es wurde im Zweiten Weltkrieg in der Nacht eine gewaltige Schlacht geschlagen, und zwar eine elektronische.
Alles basierte auf der Entdeckung des Feindes und dem Verschleiern der eignen Positionen.

Große Bomberpulks wie die Amerikaner sie bildeten gab es auch nicht. Die Engländer flogen in kleinen Gruppen zum Ziel und versammelten sich erst über diesem.
Logisch! Was nützt der Schutz der Dunkelheit denn, wenn einer entdeckt wurde und alle anderen fliegen schön dahinter?! Das wäre ein Schlachtfest für die Nachtjäger geworden.


Daneben gab es noch das Konzept der "Wilden Sau", wobei man einmotorige Jäger den versammelten Bomberpulk über der brennenden Stadt angreifen ließ. Die Flak feuerte auf die untere Grenze des Pulks und darüber kreisten die Jäger, die wenigstens die Schattenumrisse der Bomber sehen konnten, d.h. es war kein Radar oder andere elektronische Mittel nötig. Daher war diese Methode auch sehr viel zuverlässiger, als das Heranführen einzelner Maschinen an einzelne Feindbomber beim Anflug.

Die Evolution der Nachtjagdtaktiken und deren Zusammenwirken würde jetzt etwas zu weit führen, zumal man ja auch auf den elektronischen Krieg eingehen müsste.

Um die Frage zu beantworten, in ihrer Rolle als Nachtjäger hatte sich die Ju88 mehr als bewährt, was zusammen mit der Tatsache, dass die Piloten mit ihr vertraut waren, ein Grund gewesen sein mag, dieses Muster weiterzuführen und nicht auf den "Uhu" zu setzen.
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Ta152
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BeitragBeitrags-Nr.: 44452 | Verfasst am: 01.01.2005 - 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die He 219 gehört auch zu den meiner Meinung nach stark überbewerteten Flugzeugen. Die Leistung war nicht ausreichnd viel höher um eine extra Produktionsstraße für sie aufzuhalten. Die Ju88/Ju188/Ju388 hatten fast die gleiche Leistung (bzw. das Potential), aber den Vorteil des 3. Besatzungsmitgliedes und eine längere Einsatzdauer. Dazu kam einfach das sie sowiso in Produktion war, man konnte also realtiv kurzfristig ohne größere Werkzeugkosten umsteigen von Bomber auf Nachtjäger.

Mosquito Jagd war auch mit der He 219 ein Glücksspiel.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 44465 | Verfasst am: 01.01.2005 - 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Dann spezifiziere bitte , auf welche der jeweiligen Varianten der Ju-x88 Du Dich beziehst . Wenn Du die "S" meinst , dann sollte man sich auch über den Aufwand gedanken machen , der nötig war , um diese Varianten dementsprechend schnell zu bekommen .

Außerdem lag im Ju-Konzept immer der Nachteil eines "Behelfsnachtjägers" , also eines Derivats einer für andere Zwecke ausgelegten Maschine .


Jan-Hendrik
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Ta152
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BeitragBeitrags-Nr.: 44470 | Verfasst am: 02.01.2005 - 00:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine spezeille die Ju 88G und Ju 388J (wobei letztere etwas spät kam)
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Erich
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BeitragBeitrags-Nr.: 74465 | Verfasst am: 10.10.2005 - 04:24    Titel: Antworten mit Zitat

For the Luftwaffe, the Ju 88G-6 was the best. although I would agree that probably the Me 262A-1a in 10./NJG 11 could of been the best nachtjäger of the war there were too few flying.

The He 219 was NOT the best NJ in the Luftwaffe arsenal. 12 victories only against the RAF Mosquito, plenty of engine problems, many a/c did not have Rückswart fitted. Also the ejection seats did not work all the time killing the crews. The armament was to heavy with only four 2cm weapons needed to accomplish the job.

A/C to I./NJG 1 was A-0 and A-2 variants. there were not A-5's or A-7 used on operations.

Erich ~
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NagaSadow
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BeitragBeitrags-Nr.: 75720 | Verfasst am: 28.10.2005 - 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Olli hat Folgendes geschrieben:
Hmm, heisst das, die UHU wurde nur 43 bis max. 44 gebaut??


Also meines Wissens wurde beispielsweise die He 219 A-7 von Dezember 1944 bis kurz vor Kriegsende bei Heinkel in Wien gebaut.
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 75726 | Verfasst am: 28.10.2005 - 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

@Olli

Also der erste Prototyp (insgesamt wurden 10 gebaut) wurde in den ersten Monaten des Jahres 1942 gebaut. Von allen Serienausführungen wurden 268 Stück gebaut. Hinzuzurechnen sind noch 130 Vorserienmodelle und die Prototypen. Der "Uhu" wurde bis Kriegsende gebaut!

1943: 11 Serienmuster
1944: 195 Serienmuster
1945: 62 Serienmuster

@Ta152

Die Wahl viel nach einem Vergleichsfliegen zwischen Ju188 und He219 am 25. März 1943 auf die 219, da sie die Junkers um 25 Km/h überholte und restlos auskurvte.

Gruß
Tobias

Quellen:

- Chris Chant, "Deutsche Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg", Gondorm Verlag
- Heinz J. Nowarra und Karlheinz Kens, "Die deutschen Flugzeuge 1933-1945", J. F. Lehmanns Verlag
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