Kommisarbefehl 1941
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 164642 | Verfasst am: 13.12.2008 - 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Vom Spiegel nichts Neues. Ich habe den Artikel auch neulich gelesen und ich rege mich nach wie vor auf, wie solche Leute Geschichtswissenschaft betreiben. Wie üblich fehlt jeder Hinweis auf die völkerrechtswidrige Kriegsführung der Sowjetunion, bei dem Massenmord und Folter von Kriegsgefangenen zum Standartprogramm gehörte. Und damit meine ich nicht nur das NKWD, sondern auch die Rote Armee, deren Generäle zweifellos zu Kriegsverbrechen aller Art aufriefen. Das rechtfertigt Hitlers völkerrechtswidrige Befehle nicht, zeigt aber, dass der Vernichtungskrieg von beiden Seiten geführt wurde. Interessant ist auch, dass in diesem Artikel wieder behauptet wird, dass der Mythos der sauberen Wehrmacht wieder mal am Ende sei. Es gibt jedoch auch hier keinen Beweis dafür. Die Wehrmacht war nämlich nicht Teil des Vernichtungsprogramms gegen die Sowjetunion war. 40% der Befehlshaber haben den Befehl nicht weitergegeben, was für eine Armee wie die Deutsche sehr hoch ist. Noch höher ist der Anteil, der die Verbrechen nicht ausführte oder zumindest den Einsatzgruppen überließ. Auch hat die Wehrmachtsführung im Jahre 1942 erreicht, dass dieser Befehl zurückgenommen wurde. Ich will ich nicht Kriegsverbrechen rechtfertigen, aber eine nähere Beschreibung der Tätigkeit der Kommissare wäre angebracht. Diese waren nämlich hauptsächlich für die Verbrechen des Stalinregimes und Kriegsverbrechen an deutschen Soldaten verantwortlich.

MfG
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 164645 | Verfasst am: 13.12.2008 - 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, aber wieder diese Art der Diskussion?
Egal, wie die UdSSR ihren Krieg führte, Morde sind Morde, von beiden Seiten. Da ist die Kriegsführung der UdSSR keine Entschuldigung oder Begründung, ebenso wie die Verbrechen der Deutschen in Russland keine Entschuldigung für die russischen Verbrechen sind.

Und der Mythos der "sauberen Wehrmacht" ist doch schon lange am Ende. Auf diesen Fall bezogen haben 60% der Befehlshaber den Befehl weitergegeben, wie auch die Meisten den Morden der Einsatzkommandos zugesehen haben. Alle höheren Befehlshaber wussten von den Verbrechen und haben ihren Eid über ihr Gewissen gestellt (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen).

Ich frage mich, wo der Ruf einer sauberen Wehrmacht herkommen soll?

Dass das Thema Kommissarbefehl regelmäßig ausgegraben wird ist kein Wunder, kann doch jeder Autor damit in der Gesellschaft punkten, wenn er die Wehrmacht mal wieder als Teil des Vernichtungsapparates hinstellt.

Nur, sie war ein Teil davon, nciht der Hauptträger, aber doch ein gewichtiger Gehilfe.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 164657 | Verfasst am: 13.12.2008 - 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sorry, aber wieder diese Art der Diskussion?
Egal, wie die UdSSR ihren Krieg führte, Morde sind Morde, von beiden Seiten. Da ist die Kriegsführung der UdSSR keine Entschuldigung oder Begründung, ebenso wie die Verbrechen der Deutschen in Russland keine Entschuldigung für die russischen Verbrechen sind.

Ich erlaube mir, mich selbst zu zitieren:

"Das rechtfertigt Hitlers völkerrechtswidrige Befehle nicht, zeigt aber, dass der Vernichtungskrieg von beiden Seiten geführt wurde."

"Ich will ich nicht Kriegsverbrechen rechtfertigen, aber eine nähere Beschreibung der Tätigkeit der Kommissare wäre angebracht."

Wieso schreibe ich solche Sätze überhaupt? Es geht nicht um Rechtfertigung, sondern um das Zurückhalten von Fakten, die offensichtlich unbequem sind.

Zitat:
Und der Mythos der "sauberen Wehrmacht" ist doch schon lange am Ende.

Wieso? Kein Befehlshaber der Wehrmacht hat jemals behauptet, dass diese Armee nicht in Kriegsverbrechen verwickelt war. Eine solche Armee gibt es nicht. Aber die Behauptung, die Wehrmacht sei als Organisation am Holocaust beteiligt gewesen ist absurd. Die Befehlshaber haben nach dem Krieg behauptet, die Verbrechen seien im Wesentlichen von SS-Einsatzgruppen oder der Waffen-SS begangen worden, was im Wesentlichen auch stimmt. Und Leute vom Schlage eines Hannes Heer erkennen darin den "Mythos der sauberen Wehrmacht". Der Kommissarbefehl war zwar völkerrechtswidrig, aber seine vereinzelte Durchführung zerstört nicht das Bild einer Armee, die als militärische Organisation gegen das Militär feindlicher Nationen kämpfte und dabei im Großen und Ganzen anständig geblieben ist.
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sturmgeschütz
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BeitragBeitrags-Nr.: 164658 | Verfasst am: 13.12.2008 - 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

>>> Der Kommissarbefehl war zwar völkerrechtswidrig, aber seine vereinzelte Durchführung zerstört nicht das Bild einer Armee, die als militärische Organisation gegen das Militär feindlicher Nationen kämpfte und dabei im Großen und Ganzen anständig geblieben ist.

Dieser Satz gibt den Kenntnisstand bis Ende der 50er Jahre wieder.
Wer dieser Meinung ist, dem sei sie belassen. Sie ist im übrigen töricht und absurd. Denn das Unternehmen "Barbarossa" war „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt.“


Einen lieben Gruß vom

Sturmgeschütz
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 164659 | Verfasst am: 13.12.2008 - 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Befehlshaber haben nach dem Krieg behauptet, die Verbrechen seien im Wesentlichen von SS-Einsatzgruppen oder der Waffen-SS begangen worden, was im Wesentlichen auch stimmt


Damit ist für dich die Wehrmacht raus aus der Verantwortung? Die Wehrmacht hat dafür gesorgt, dass die Einsatzgruppen im Hinterland ihr Spiel treiben konnten. Die milit. Führer wussten davon (Manstein z.B. schon seit 1941), trotzdem hat man nichts unternommen. Ob und wie ein Einspruch möglich gewesen wäre ist eine andere Frage, aber die Wehrmacht ist nicht dafür verantwortlich, aber mit Schuld. Auch, dass Wehrmachtseinheiten aktiv oder passiv sich an den Verbrechen beteiligt haben wirst du nicht verleugnen.

Der Kommissarbefehl ist jetzt kein Alleinanklagepunkt, es geht ja um die ganzen Punkte, die sich summieren und der Wehrmacht soch arg auf die weiße Weste tropfen.

Die Wehrmacht war dabei so anständig wie alle anderen Nationen auch, die als Hauptakteure mitmischten. (Von den frühen Opfern wie die Niederlande, Belgien etc will ich nicht sprechen, da kenne ich bisher keine Verbrechen).

Nur der Begriff der "sauberen Wehrmacht" will mir dabei nciht gefallen. Winken
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 164679 | Verfasst am: 14.12.2008 - 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dieser Satz gibt den Kenntnisstand bis Ende der 50er Jahre wieder.
Wer dieser Meinung ist, dem sei sie belassen. Sie ist im übrigen töricht und absurd. Denn das Unternehmen "Barbarossa" war „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt.“

Wen willst du mit diesen hohlen Phrasen beindrucken? Mich jedenfalls nicht.

Zitat:
Damit ist für dich die Wehrmacht raus aus der Verantwortung?

Die Verantwortung für diese Befehle trug Hitler selbst. Einige Generäle, wie Keitel, trugen ein Mitverantwortung. Aber die Wehrmacht als Gesamtorganisation blieb sauber. Wegen ein paar schwarzen Schafen kann man nicht sofort die Organisation a la Antiwehrmachtsausstellung als verbrecherische Organisation verdammen. Hinter dem Kampf gegen den "Mythos der sauberen Wehrmacht" steckt im wesentlich der Versuch von Hannes Heer und Konsorten, die Wehrmacht als verbrecherische Organisation darzustellen: "Die Wehrmacht führte 1941 bis 1944 auf dem Balkan und in der Sowjetunion keinen "normalen Krieg", sondern einen Vernichtungskrieg gegen Juden, Kriegsgefangene und Zivilbevölkerung, dem Millionen zum Opfer fielen." Daher wehre ich mich gegen den Versuch, indem ich behaupte und beweise, dass die Wehrmacht als Gesamtorganisation im Wesentlichen sauber geblieben war. Die Wehrmacht nahm nicht am Holocaust teil, sie führte keine planmäßige Vernichtung gegen die Kriegsgefangenen () durch und sie führte ebenso keine planmäßige Vernichtung der russischen Zivilbevölkerung durch. Diese war im Wesentlichen ein Opfer der brutalen Partisanenkrieges oder Stalins Politik der Verbrannten Erde, die der Wehrmacht eine ökonomische Wüste hinterließ.

Ich kann jedem interessierten Leser nur dieses Buch empfehlen:
Vergleiche: Klaus Jochen Arnold: "Die Wehrmacht und die Besatzungspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion - Kriegführung und Radikalisierung im 'Unternehmen Barbarossa"
Der Autor widerlegt gründlich die Legenden vom Hungerplan, vom geplanten Massensterben der Kriegsgefangenen und eine aktiven, allgemeinen Beteiligung der Wehrmacht als Organisation am Holocaust, bzw. dem Vernichtungswerk der Einsatzgruppen. Die Wehrmacht war nie frei von Verbrechen, aber die Leute, die den "Mythos von der sauberen Wehrmacht" widerlegen wollten, haben den Mythos von der verbrecherischen Wehrmacht erschaffen.

Zitat:
Die Wehrmacht hat dafür gesorgt, dass die Einsatzgruppen im Hinterland ihr Spiel treiben konnten.

Hitler und Himmler haben entgegen den Wünschen der Wehrmacht diese Einsatzgruppen aufgestellt und neben der Militärverwaltung eine zivile Verwaltung eingerichtet.

Zitat:
Die milit. Führer wussten davon (Manstein z.B. schon seit 1941), trotzdem hat man nichts unternommen.

Manstein ist ein denkbar schlechtes Beispiel für einen Offizier, der "es" wusste. Das britische Militärgericht stellte einst fest, dass er es hätte wissen müssen, nicht, dass er es wusste. Ebenso gilt das für viele andere Offiziere, von denen die wenigstens das Große und Ganze erkanntne.

Zitat:
Ob und wie ein Einspruch möglich gewesen wäre ist eine andere Frage, aber die Wehrmacht ist nicht dafür verantwortlich, aber mit Schuld.

Die Wehrmacht ist nicht mit Schuld, vielleicht ein Teil der hohen Generalität im OKW und OKH, aber nicht die Wehrmacht als Organisation.

Zitat:
Auch, dass Wehrmachtseinheiten aktiv oder passiv sich an den Verbrechen beteiligt haben wirst du nicht verleugnen.

Der Begriff "den Verbrechen" geht mir zu weit. Kriegsverbrechen gab es, aber meine Forschung und andere Forschungen widerlegen die Behauptung, die Wehrmacht hätte sich als Organisation am Holocaust beteiligt oder einen gezielten Ausrottungskrieg gegen Zivilbevölkerung und Kriegsgefangenen geführt.

Zitat:
Der Kommissarbefehl ist jetzt kein Alleinanklagepunkt, es geht ja um die ganzen Punkte, die sich summieren und der Wehrmacht soch arg auf die weiße Weste tropfen.

Hier geht es um den Kommissarbefehl und wie der Spiegel Autor Felix Römer diesen dazu verwendet, den "Mythos der sauberen Wehrmacht" zu widerlegen, was nicht gelang. Wie üblich fehlt jeder Hinweis auf die sowjetische Kriegsführung und den Widerstand der Wehrmacht gegen den Befehl. Es geht mir in erster Linie um die komplette Darstellung aller Fakten. Erst danach kommt dieser Punkt: Das ein paar tausend Kommissare ermordet wurden bedeutet nicht, dass die Wehrmacht im Großen und Ganzen sauber geblieben ist. Man würde auch die Amerikanische Armee nicht gleich auf Ganze verdammen, nur weil 500 Zivilisten im vietnamesischen My Lai 1968 umgebracht wurde.

Zitat:
Nur der Begriff der "sauberen Wehrmacht" will mir dabei nciht gefallen. Winken

Überzeugt dich selbst davon, wie sauber die Wehrmacht war:
http://www.konservativ.de/wma/home.htm
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Jagdtiger45
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BeitragBeitrags-Nr.: 164680 | Verfasst am: 14.12.2008 - 01:20    Titel: Antworten mit Zitat

Amen Gut gemacht!

Du sprichst mir aus der Seele Panzerlexikon Gut gemacht! Meine Meinung

Gruss Jagdtiger45
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Gast






BeitragBeitrags-Nr.: 164694 | Verfasst am: 14.12.2008 - 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.focus.de/politik/deutschland/ ... emontage-der-dilettanten_aid_178493.html
der Focus zur Wehrmachtsausstellung am 08.11.99
Zitat:
Schon vor 18 Jahren hatte Helmut Krausnick in seiner grundlegenden Studie „Hitlers Einsatzgruppen“ festgestellt, es sei „zu einer weit gehenden, in ihrem Ausmaß erschreckenden Integration des Heeres in das Vernichtungsprogramm und die Vernichtungspolitik Hitlers gekommen“. Während der Forscher Krausnick sich und die Leser in eine quälend genaue Analyse der Dokumente zwang, um die historische Wahrheit Millimeter um Millimeter auszugraben,
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Stratege
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BeitragBeitrags-Nr.: 164713 | Verfasst am: 14.12.2008 - 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von Stratege am 22.02.2010 - 18:30, insgesamt einmal bearbeitet
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 164715 | Verfasst am: 14.12.2008 - 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Manstein ist ein denkbar schlechtes Beispiel für einen Offizier, der "es" wusste. Das britische Militärgericht stellte einst fest, dass er es hätte wissen müssen, nicht, dass er es wusste. Ebenso gilt das für viele andere Offiziere, von denen die wenigstens das Große und Ganze erkanntne.


Stahlberg gelesen? Winken Ich zweifle nciht an den Angeben seines OrdOffzes.

Zitat:
Die Verantwortung für diese Befehle trug Hitler selbst. Einige Generäle, wie Keitel, trugen ein Mitverantwortung. Aber die Wehrmacht als Gesamtorganisation blieb sauber.

Danke, das ist dein Standpunkt. Andere sehen es anscheinend anders. Da du ebenso wenig das Recht auf den maßgebenden Strandpunkt hast wie ich ist deiner ebenso richtig wie meiner...

Zitat:
Die Wehrmacht war nie frei von Verbrechen, aber die Leute, die den "Mythos von der sauberen Wehrmacht" widerlegen wollten, haben den Mythos von der verbrecherischen Wehrmacht erschaffen.


Das sehe ich nciht so. Ich sehe die Wehrmacht nicht als verbrecherisch an sich, nur die militärische Führung in der Verantwortung. Trotzdem ist die Wehrmacht für mich nciht "sauber", was die anderen Armeen im Übrigen auch nicht sind.

"Sauber" impliziert "fair", "gerecht", "moralisch nicht beanstandet" etc, und das trifft nicht zu.

Zitat:
Hitler und Himmler haben entgegen den Wünschen der Wehrmacht diese Einsatzgruppen aufgestellt und neben der Militärverwaltung eine zivile Verwaltung eingerichtet.

Die Wehrmacht (-Führung, Befehlshaber etc) wusste es, hat es hingenommen, zu oft geholfen. Da ist es eher flach, dann der Wehrmacht den "Persilschein" auszufüllen.


Daher meine Aussage, die WH sei mitschuldig. Nicht unschuldig, nicht alleinschuldig.

Und klar, dass jetzt die unselige Wehrmachtausstellung kommt. Das scheint ja die Entschuldigung schlechthin zu sein. Gut gemacht!
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 164731 | Verfasst am: 14.12.2008 - 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

@blog999

Zitat:
Schon vor 18 Jahren hatte Helmut Krausnick in seiner grundlegenden Studie „Hitlers Einsatzgruppen“ festgestellt, es sei „zu einer weit gehenden, in ihrem Ausmaß erschreckenden Integration des Heeres in das Vernichtungsprogramm und die Vernichtungspolitik Hitlers gekommen“. Während der Forscher Krausnick sich und die Leser in eine quälend genaue Analyse der Dokumente zwang, um die historische Wahrheit Millimeter um Millimeter auszugraben,

Sweit ich weiß, wurden die Einsatzgruppen aus Wehrmachtsbeständen versorgt und es gab einige Wehrmachtssoldaten, die an Erschießungen teilgenommen haben sollen. Aber viele Beispiele der Wehrmachtsaustellung für angebliche Beteiligungen von Wehrmachtssoldaten an Judenmassakern stellten sich als unwahr heraus. Genau gesagt: Nicht ein einziges Beispiel machte deutlich, dass die Wehrmacht daran beteiligt war.

@Stratege

Zitat:
Das bedeutet aber wiederum nicht, daß jeder Wehrmachtsangehörige als Verbrecher zu betrachten ist, daß die Gesamtorganisation Wehrmacht aber teilweise Verbrechen begangen oder zumindest unterstützt hat! Und insofern ist sie, im juristischen Sinne zumindest eindeutig, der Mittäterschaft schuldig!

Das Problem ist, dass die Anhänger der These von der verbrecherischen Wehrmacht genau das behaupten, wenn sie angeben, die These von der sauberen Wehrmacht zu widerlegen.

@Hoover

Zitat:
Stahlberg gelesen? Winken Ich zweifle nciht an den Angeben seines OrdOffzes.

Nicht gelesen, aber ich weiß, was Stahlberg behauptete. Das Problem ist, dass solche Aussage nicht so viel wert sind wie Dokumente. Und aus diesen Dokumenten ging eben nur hervor, dass Manstein es hätte wissen müssen und nicht mehr.

Zitat:
Danke, das ist dein Standpunkt. Andere sehen es anscheinend anders. Da du ebenso wenig das Recht auf den maßgebenden Strandpunkt hast wie ich ist deiner ebenso richtig wie meiner...

Nun, mein Standpunkt stimmt im Wesentlichen mit den Quellen überein, während dein Standpunkt doch noch zu sehr von der Antiwehrmachtsaustellung beeinflusst wird.

Zitat:
Das sehe ich nciht so. Ich sehe die Wehrmacht nicht als verbrecherisch an sich, nur die militärische Führung in der Verantwortung. Trotzdem ist die Wehrmacht für mich nciht "sauber", was die anderen Armeen im Übrigen auch nicht sind.

"Sauber" impliziert "fair", "gerecht", "moralisch nicht beanstandet" etc, und das trifft nicht zu.

Ich versuche es nochmal zu erklären: Wenn heute ein Geschichtswissenschaftler kommt und die erklärt, die Wehrmacht sei nicht sauber gewesen, da sie am Holocaust teilgenommen und vorsätzlich Millionen von Kriegsgefangenen und Zivilisten ermordet hatte. Ich meine dagegen, dass die Wehrmacht weitgehend sauber geblieben ist in dem Sinne, weil die Beschuldigungen falsch sind. Ich meine damit nicht, dass sie keine Kriegsverbrechen wie den Kommissarbefehl begangen hat. Das der Kommissarbefehl ein Kriegsverbrechen war, steht außer Frage. Aber oft wird einfach verschwiegen, wer die Kommissare sind, wer diesen Befehl zu verantworten hatte und das aufgrund des Widerstandes der Wehrmacht dieser Befehl oft nicht durchgeführt und 1942 schließlich abgesetzt wurde.

Zitat:
Daher meine Aussage, die WH sei mitschuldig. Nicht unschuldig, nicht alleinschuldig.

Mitschuldig am Kommissarbefehl, aber unschuldig am Holocaust.

Zitat:
Und klar, dass jetzt die unselige Wehrmachtausstellung kommt. Das scheint ja die Entschuldigung schlechthin zu sein.

Leider lässt sich dies nicht vermeiden. Mit der Wehrmachtsaustellung fing praktisch alles an. Ihre Thesen erkennt man auch in dem verlinkten Artikel.

MfG
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 164753 | Verfasst am: 15.12.2008 - 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Code:
Nicht gelesen, aber ich weiß, was Stahlberg behauptete. Das Problem ist, dass solche Aussage nicht so viel wert sind wie Dokumente. Und aus diesen Dokumenten ging eben nur hervor, dass Manstein es hätte wissen müssen und nicht mehr.


Normal sehe ich es genauso, aber in diesem Falle ist es sehr explizit beschrieben, und ich zweifel nciht an der Schilderung. Manstein wusste es, ebenso wie sehr viele andere Führer.

Zitat:
Nun, mein Standpunkt stimmt im Wesentlichen mit den Quellen überein, während dein Standpunkt doch noch zu sehr von der Antiwehrmachtsaustellung beeinflusst wird.


Ich habe die (erste) Version der Ausstellung angesehen, und sicher bin ich davon nciht beeinflusst, denn es waren viele Beildunterschriften so offensichtlich falsch, dass man die Ausstellung vergessen konnte. Der Sinn mag berechtgigt gewesen sein, die Durchführung war schlampig und konnte so nur scheitern.

Zitat:
Ich meine dagegen, dass die Wehrmacht weitgehend sauber geblieben ist in dem Sinne, weil die Beschuldigungen falsch sind.


Ah, jetzt verstehe ich. Du beziehst dich bei der Frage der sauberen Wehrmacht nur auf die Beteiligung am Holocaust und den Morden an den KGF. Nun, in dem Punkt können wir übereinstimmen. Ich sehe die Frage der sauberen Wehrmacht aber in Zusammenhang mit allen anderen Fragen (Partisanenbekämpfung, die Morde an den ital. KGF in Griechenland etc).

Zitat:
Um es klarzustellen, ich sehe auch die anderen Armeen nicht mit einer sauberen Weste. Auch die Wehrmacht nicht.


Daher verbietet sich mir die Bezeichnung der Wehrmacht mit eben einer solchen.
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Herr Rommel
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BeitragBeitrags-Nr.: 164755 | Verfasst am: 15.12.2008 - 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

-= Hallo Kameraden =-


Ich glaube auch nicht das 1941/42 schon so viele den Befehl nicht ausgeführt hätten. 1945 glaube ich es schon eher.

Mkg Herr Rommel
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Michate
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BeitragBeitrags-Nr.: 176854 | Verfasst am: 17.10.2009 - 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Ich kann jedem interessierten Leser nur dieses Buch empfehlen:
Vergleiche: Klaus Jochen Arnold: "Die Wehrmacht und die Besatzungspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion - Kriegführung und Radikalisierung im 'Unternehmen Barbarossa"
Der Autor widerlegt gründlich die Legenden vom Hungerplan, vom geplanten Massensterben der Kriegsgefangenen und eine aktiven, allgemeinen Beteiligung der Wehrmacht als Organisation am Holocaust, bzw. dem Vernichtungswerk der Einsatzgruppen. Die Wehrmacht war nie frei von Verbrechen, aber die Leute, die den "Mythos von der sauberen Wehrmacht" widerlegen wollten, haben den Mythos von der verbrecherischen Wehrmacht erschaffen.


Arnold wendet sich völlig zu Recht gegen Übertreibungen hinsichtlich "Hungerplan", Vernichtungsabsicht gegen das Gros der sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilbevölkerung.

Er zeigt aber auch die erhebliche Verwicklung von Wehrmachtseinheiten in die Aussonderung und Vernichtung der Juden und Zusammenarbeit von Wehrmachtsdienststellen mit den Einsatzgruppen. Das übrigens auf eine wohltuend sachliche Weise, ohne gleich die ganze Wehrmacht als ideologisierte Mörderbande zu denunzieren, wie es bei einigen Mode geworden zu sein scheint.
Die Tatsache an sh ist ja auch seit der schon erwähnten Studien von Wilhelm und Krausnick bekannt.
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 176859 | Verfasst am: 17.10.2009 - 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:

Der Autor widerlegt gründlich die Legenden vom Hungerplan, vom geplanten Massensterben der Kriegsgefangenen und eine aktiven, allgemeinen Beteiligung der Wehrmacht als Organisation am Holocaust, bzw. dem Vernichtungswerk der Einsatzgruppen. Die Wehrmacht war nie frei von Verbrechen, aber die Leute, die den "Mythos von der sauberen Wehrmacht" widerlegen wollten, haben den Mythos von der verbrecherischen Wehrmacht erschaffen.


Und es wird ewig dauern dies aus den Köpfen herauszubringen. Aber erfreulich das sich immer mehr diesem Thema annehmen.

Fred
Winken
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