Schweiz??
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Marc
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BeitragBeitrags-Nr.: 10255 | Verfasst am: 04.05.2004 - 11:44    Titel: Schweiz?? Antworten mit Zitat

hallo,

ich hab mal eine Frage, was für eine Rolle spiele eigetnlich die schweiz im ww2 ? ich meine ganz europa war ja im krieg, aber ich habe noch nie etwas über die Schweiz gelesen oder gehört?
waren die auch damals schon neutral? aber anderer Seits hätte das Hitler bestimmt nicht gejuckt odeR?

sollte die Schweitz auch zum "Großdeutschenreich" gehören? man spricht ja auch fast Lachen deutsch da!?

oder gabs die da noch garnicht Lachen

was wisst ihr darüber?

MFG
Marc
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Tribun
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BeitragBeitrags-Nr.: 10257 | Verfasst am: 04.05.2004 - 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe diese Informationen beantworten fast alle Deine Fragen. Es gab mal einen Plan die Schweiz zu erobern, aber wurde aufgegeben, da vermutlich zu verlustreich und es keinerlei strategische Notwendigkeit gab dies zu tun, da alles Staaten drumherum sowieso in der Achse waren, ob nun besetzt oder beigetreten. Außerdem brauchte Hitler die Schweiz um das Gold der Juden zu verkaufen!

Vorgeschichte
Aus der Altsteinzeit gibt es Funde, die auf bewohnte Höhlen (Wildkirchli) hinweisen.
Im Neolithium war die Schweiz besiedelt. Es gibt zahlreiche Fundstellen.

Vor Eroberung durch die Römer leben auf dem Territorium der heutigen Schweiz die verschiedensten keltischen Stämme und Völker: Helvetier, Lepontier, Seduner, Raetier, usw.


Römerzeit
Im 1. Jahrhundert v. Chr. wollten die Helvetier ins Rhonetal auswandern, wurden aber bei Bibracte von Gaius Julius Cäsar aufgehalten und zurückgeschickt. Noch in der republikanischen Zeit wurden Colonia Julia Equestris (Nyon) und Augusta Raurica (Kaiseraugst) gegründet.
Im 1. Jahrhundert wird das Gebiet der heutigen Schweiz ins Römische Reich integriert. Zuerst gehört die Schweiz zur römische Provinz Gallia Belgica, dann zur Provinz Germania Superior, der Osten zur Provinz Raetia. Die Zentralalpen (Wallis und Hochsavoyen) gehörten zur Provinz Vallis Poenina und Alpes Graiae. Das Zentrum der Schweiz war Aventicum (Avenches).

Die Römer bauten Verkehrswege, an denen sich Siedlungen (vici) entwickelten, hauptsächlich auf einer Linie zwischen Genf und Arbon (Arbor Felix (Arbon), Basilia (Basel), Curia (Chur), Genava (Genf), Lousanna (Lausanne), Octodurus oder Forum Claudii Vallensium (Martigny), Salodurum (Solothurn), Drusomagus(?) (Sion), Turicum (Zürich), Urba (Orbe), Vitudurum (Winterthur)). Römische Legionslager (lat: Castra) gab es in Tenedo (Zurzach) und Vindonissa (Windisch).

Nach dem Fall des Limes kann das Weströmische Reich die Provinzen Rhätien und Helvetien nicht mehr halten und zieht sich zurück. Die gallo-romanischen Stämme ziehen sich in die Alpen zurück, während Alemannen das Flachland besiedeln.


Christianisierung
Eine Christianisierung ist in der Schweiz erst ab dem 3. Jahrhundert nachgewiesen, allerdings bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts nur in spärlichen Funden. Das Christentum verbreitete sich entlang der römischen Strukturen. Die anfänglichen Schwerpunkte lagen dabei in der Westschweiz.
Es gibt Legenden von Märtyrern während der Christenverfolgung von Diokletian (Mauritius in St. Maurice, Ursus und Viktor in Solothurn, Felix und Regula in Zürich), die vermutlich auf die historischen Säuberungen des römischen Heers von Christen 298 zurückgehen.

In Genf, Sion und Basel entstanden im 4. Jahrhundert Kirchen und Bischofssitze. In Genf und Martigny gibt es Überreste von sakralen Bauten aus dieser Zeit. In Kirchendokumenten ist 381 ein Bischof Theodul von Martigny bezeugt, um 400 ein Bischof Isaak von Genf, 451 ein Bischof Asinio von Chur.

In Graubünden und im Tessin entstanden im 5. Jahrhundert zahlreiche Kirchen und einige Klöster. In der Westschweiz wurde die Christianisierung durch die Burgunderkönige gefördert, die z.B. in Saint-Maurice und Romainmôtier Klöster gründeten. Als die Franken im 6. Jahrhundert die Burgunder ablösten, war die Westschweiz bereits christlich.

In der Ostschweiz gab es vereinzelte christliche Gemeinschaften aus der Römerzeit (z.B. Arbon), aber es dominierten die mehrheitlich heidnischen Alemannen. Als die irischen Wandermönche Columban, Gallus, und Fridolin im 7. Jahrhundert an den Bodensee kamen, fanden sie starken Widerstand, weil die Einwohner dort Wodan verehrten. Die ersten Kirchen auf alemannischem Gebiet waren Säckingen und die Einsiedelei von Gallus an der Steinach, das spätere Kloster St. Gallen.

Die Wandermönche waren jedoch in ihrer Mission recht erfolgreich, und die zahlreichen Klostergründungen im 8. Jahrhundert in der Ostschweiz (z.B. St. Gallen, Disentis, Pfäfers, Luzern) finden in einem christianisierten Land statt. Wie andernorts hielten sich jedoch heidnische Volksbräuche noch lange Zeit parallel zum Christentum.


Frühmittelalter
534 wurde die burgundische Westschweiz, 536 das Herzogtum Alemannien ein Teil des Frankenreiches.
Durch den Vertrag von Verdun kam das Gebiet der Westschweiz zu Lothringen (ab 888 Westschweiz zum Herzogtum Burgund), das übrige Gebiet zum deutschen Reich.

Die Königspfalz Zürich, seit 800 die südlichste Königspfalz in Schwaben, wird von den Karolingern häufiger besucht. Ludwig der Fromme gründet für seine Töchter das Fraumünster, das zu einem der reichsten Grundbesitze in der Zentral- und Ostschweiz wird, auch Karl der Dicke ist mehrfach in Zürich.


Hochmittelalter
Auch die Ottonen und Salier reisen öfters via Zürich, wahrscheinlich auf dem Weg nach Italien.
Die Zähringer gründen im 12. Jahrhundert im Mittelland einige Städte: Bern, Murten, Freiburg im Üchtland, Thun, ein Zeitlang gehört ihnen auch Zürich.

Die Habsburger haben in der Schweiz ihr Stammschloss, die Habsburg und in der nahen Brückenstadt Brugg (unweit von den Ruinen des römischen Kastells Vindonissa) ihre erste städtische Residenz im 11. Jahrhundert. Der Aargau gehört zu ihren Stammlanden.

Durch das Aussterben einiger lokaler Grafengeschlechter im 13. Jahrhundert, konzentriert sich der Grundbesitz beim Adel - die Habsburger erben durch geschickte Heiratspolitik ausgedehnte Ländereien der Zähringer, Lenzburger und Kyburger auf dem Gebiet der heutigen Kantone Schwyz, Nidwalden, Glarus, Zürich..

Städte wie Zürich, Bern, Basel und Freiburg werden im 13. Jahrhundert Zeit reichsfrei.


Beginn der Eidgenossenschaft
Im 13. Jahrhundert wird der Gotthardpass durch den Bau der Teufelsbrücke zu einer Handelsstrasse, und zu einem wichtigen politischen Faktor. Besonders die Habsburger, die bereits mit Zürich und Aargau die wesentlichen Zugänge beherrschen, sind an der Kontrolle dieses Übergangs sehr interessiert.
Die Waldstätte Uri und Schwyz holen sich aber im 13. Jahrhundert Freiheitsbriefe von Friedrich II., die ihnen die Reichsunmittelbarkeit mit weitgehender Selbstverwaltung durch einen Landammann zusichern. 1273 wird Rudolf I. von Habsburg deutscher König. Er setzt in den Waldstätten Vögte ein, offiziell als Gerichtsvertreter für den Kaiser, de facto als Interessenvertreter für das Haus Habsburg. Er plante auch, seinem Sohn Albrecht das Herzogtum Schwaben (einschließlich dem Gotthard) als erbliches Herzogtum zu übertragen - womit die reichsfreien Gebiete dort natürlich nicht mehr reichsfrei gewesen wären.

Das führt zum Bundesschluss vom 1. August 1291: Die Waldstätte (Orte) Uri, Schwyz und Unterwalden schließen, der Legende nach auf dem Rütli, einen Ewigen Bund. Der schriftliche Bundesbrief ist erhalten und befindet sich im Bundesbriefarchiv in Schwyz. Etwa zur gleichen Zeit werden die habsburgischen Vögte vertrieben.

1292 Rudolfs Sohn Albrecht bestätigt die Freiheitsbriefe nicht.

1315 will Leopold I. von Österreich Habsburgischen Machtanspruch in der Innerschweiz durchsetzen. Sein gepanzertes Ritterheer gerät jedoch in einen Hinterhalt der Eidgenossen und wird in der Schlacht bei Morgarten fast vollständig vernichtet.


Die Acht Alten Orte
Um seine Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schließt sich Luzern 1332 dem Bund der Waldstätte an.
In Zürich bekommt Bürgermeister Rudolf Brun nach der Zunftrevolution Schwierigkeiten mit dem Habsburgischen Rapperswil, wo sich die vertriebenen Adligen und Handelsherren festgesetzt haben und löst sie 1351 durch ein Bündnis mit den Waldstätten.

Auch Glarus suchte den Beitritt zur Eidgenossenschaft, um dem Habsburger Druck zu widerstehen, bekam jedoch 1352 nur einen Beitritt als Zweitklass-Eidgenosse.

Zug war der Habsburgische Handelsumschlagsplatz auf der Gotthardroute und nach dem Beitritt Zürichs zur Eidgenossenschaft ein ziemliches Hindernis. Die Stadt Zug war habsburgisch gesinnt, das Amt Zug (die Umgebung) hatte starke Sympathien für die Eidgenossen. Nach einer Belagerung wurde Zug eingenommen, und dann 1352 Stadt und Amt in den Bund der Eidgenossen aufgenommen.

1353 schloss auch Bern einen "ewigen Bund" mit den Waldstätten.

Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet. Es handelt sich allerdings nicht einen Staatenbund sondern eher um ein Konglomerat von Bündnissen der einzelnen Partner untereinander.

Die nächste Auseinandersetzung mit den Habsburgern erfolgte 1386: Leopold III. von Österreich wird bei Sempach in offener Feldschlacht von den Eidgenossen besiegt (nach der Legende aufgrund des Heldentods von Arnold von Winkelried).

Innerhalb der Eidgenossenschaft kommt es 1449-1450 zum Alten Zürichkrieg, weil sich Zürich und Schwyz um die vom letzten Grafen von Toggenburg hinterlassenen Ländereien am oberen Zürichsee streiten. Bei Sankt Jakob an der Birs wird eine Minderheit von Schweizern durch das französische Heer aufgerieben, jedoch nach so starker Gegenwehr, dass die Franzosen auf einen Weitermarsch verzichten.

Von 1474-1478 setzten sich die Eidgenossen in den Burgunderkriegen mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund auseinander.
Kurzfassung: Karl der Kühne verlor bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut. Nachdem die Berner die savoyische Waadt, die zu Burgund gehörte, erobert hatten, unternahm Karl der Kühne einen Feldzug. Nach der Belagerung von Grandson wird er am 2. März 1476 in der Schlacht bei Grandson am Neuenburgersee in die Flucht geschlagen. Die Eidgenossen erbeuten nicht nur Hunderte von Geschützen sondern auch das Lager des Herzogs, der als damals reichster europäischer Fürst auch im Feld nicht auf prunkvolle Hofhaltung verzichtete. Die für Schweizer Verhältnisse unermesslich große Burgunderbeute brachte in der Folge die sozialen Verhältnisse ins Wanken. Wenige Monate später belagerte Karl die Stadt Murten, wo sein Söldnerheer 22. Juni 1476 in der Schlacht bei Murten von den Eidgenossen aufgerieben wurde. Im nächsten Jahr kamen die Eidgenossen dem befreundeten Herzog von Lothringen zu Hilfe. Karl der Kühne fällt am 5. Januar 1477 in der Schlacht bei Nancy.

Eine wesentliche Folge der Burgunderkriege war, dass die Siege von Grandson und Murten gegen eine militärische Großmacht die Fürsten Europas veranlassten, die erfolgreichen Eidgenossen als Söldner zu werben. Gleichzeitig verschob sich das Kräftegleichgewicht zugunsten der Städte. Eine schwere Krise entstand, als die zwei Städte Freiburg im Üchtland und Solothurn, die in den Burgunderkriegen auf der Seite der Eidgenossen gekämpft hatten, ebenfalls Aufnahme in den Bund forderten. Beim Stanser Verkommnis kam es durch die Vermittlung von Nikolaus von Flüe in letzter Minute zu einer Einigung.


Die Dreizehn Alten Orte
1499: Nach dem Schwabenkrieg erhalten die Eidgenossen ("Oberdeutscher Bund") von Maximilian I. auch de facto die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich.
Mit dem Beitritt von Solothurn und Freiburg (1481), Basel und Schaffhausen (1501), und Appenzell (1513) erweitert sich die Eidgenossenschaft auf Dreizehn Alte Orte. Die Waadt wird erobert, Lugano und Locarno werden dem Bund ebenfalls angeschlossen. Dazu kommen als Verbündete die Städte St. Gallen, Biel, Rottweil, Mülhausen und Genf, die Abtei St. Gallen und Neuenburg.
1506: Papst Julius II. errichtet die Schweizergarde (Cohors Helvetica), die bis heute die eigentliche Armee des Vatikans darstellt.
1513: Höhepunkt der eidgenössischen Militärmacht. Die Eidgenossen sind sogar Schutzherren des Herzogs von Mailand.
1515: Nach der Schlacht bei Marignano schließen die Eidgenossen Frieden mit Franz I. von Frankreich, verzichten auf weitere militärische Interventionen in Italien und erklärten sich für neutral. Als Söldner kämpfen Schweizer (besonders aus den katholischen Kantonen) jedoch bis zur französischen Revolution weiter in fremden Kriegsdiensten.

Reformation und Gegenreformation
1519: Die von Ulrich Zwingli in Zürich eingeführte Reformation breitete sich im Mittelland aus.
1525: Auswanderung der Jenischen Volksgruppe.
1531: Nach kriegerischen Auseinandersetzungen kommt es im Kappeler Landfrieden zum Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von Graubünden bleiben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg bleiben katholisch.
1541: Johannes Calvin setzt in Genf die Reformation durch.

Ancien Régime
1648 (24. Oktober): Die Schweiz erreicht im Westfälischen Frieden die völkerrechtliche Anerkennung ihrer faktisch längst erreichten Souveränität.
1789: Mit der Französischen Revolution fällt das eroberte Mülhausen wieder an Frankreich.

Helvetik, Mediation, Restauration
1798 (5. Mai): Die Alte Eidgenossenschaft wird von Frankreich erobert. Errichtung der Helvetik (Helvetische Republik).
1803: In der Mediationsakte verordnet Napoleon Bonaparte eine neue Verfassung und Gebietsaufteilung und gibt der Schweiz weitgehend ihre Autonomie zurück. Die ehemaligen Untertanengebiete und zugewandten Orte St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt werden zu eigenständigen Kantonen (19-örtige Eidgenossenschaft).
1815: Anerkennung der immer währenden Neutralität der Schweiz durch die europäischen Großmächte am Wiener Kongress. Eine neue Verfassung, der "Bundesvertrag", stärkt die Eigenständigkeit der Kantone (s.g. Restauration). Das Wallis, Neuenburg und Genf kommen als neue Kantone dazu (22-örtige Eidgenossenschaft).

Der Schweizer Bundesstaat
1845: Nach einer fortlaufenden Polarisierung zwischen liberalen (mehrheitlich städtisch-reformierten) und konservativen (mehrheitlich ländlich-katholischen) Kantonen schließen sich die katholischen Orte Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis zum Sonderbund zusammen.
1847 (November): Der Antagonismus zwischen den katholischen und reformierten Kantonen führt zum Sonderbundskrieg. Der Sonderbund wird schließlich nach militärischen Auseinandersetzungen unter General Henri Dufour beendet.
1847 (9. August): Die erste Eisenbahnlinie der Schweiz zwischen den Städten Zürich und Baden wird eröffnet.
1848 (12. September): Die Schweiz konstituiert sich als parlamentarischer Bundesstaat und gibt sich eine Bundesverfassung.
1864 (August): Auf Initiative von Henri Dunant (1828-1910) erfolgt in Genf die Gründung des Roten Kreuzes.
1874 (19. April): Gesamtrevision der Bundesverfassung.

20. Jahrhundert
1914-1918: Erster Weltkrieg. Die Schweiz bewahrt ihre Neutralität. Mobilisierung der Armee.
1920 (16. Juni): Die Schweiz wird Mitglied des Völkerbundes, der seinen Sitz in Genf hat.
1938 (20. Februar): Das Rätoromanische wird vierte Landessprache.
1939-1945: Zweiter Weltkrieg. Die Schweiz beruft sich auf ihre bewaffnete Neutralität und ordnet die allgemeine Mobilmachung der Armee an (Oberbefehlshaber: General Henri Guisan; 1874-1960). Trotz einer strengen Asylpolitik erhalten über 26'000 Juden und weitere Verfolgte Zuflucht in der Schweiz.
1963 (6. Mai): Beitritt zum Europarat.
1971 (7. Februar): Einführung des Frauenstimmrechts.
1979 (1. Januar): Errichtung des Kantons Jura (bisher zum Kanton Bern gehörend).
1988 (13. September): Der Bundesrat lehnt den Beitritt der Schweiz zur Europäischen Gemeinschaft (EG) ab.
1989 (26. November): Volksabstimmung über "Die Schweiz ohne Armee", die wider Erwarten 35,6% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt.
1992 (6. Dezember): In einer Volksabstimmung wird der Beitritt der Schweiz zum EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) abgelehnt.

21. Jahrhundert
2000 (1. Januar): Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung.
2000 (21. Mai): Abschluss der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union (EU).
2002 (10. September): Die Schweiz tritt den Vereinten Nationen (UNO) bei.
2003 (10. Dezember): Christoph Blocher von der SVP wird an Stelle von Ruth Metzler (CVP) in den Bundesrat gewählt. Damit ändert zum ersten Mal seit 1959 die parteipolitische Zusammensetzung des Bundesrats, die sogenannte "Zauberformel".

Weblinks
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 10289 | Verfasst am: 04.05.2004 - 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Also, dazu möchte ich folgendes sagen:

Die Gefahr
Heute wissen wir, was niemand vorassehen konnte: dass für die Schweiz eine Epoche schwerster Prüfungen begann, als der 43jährige Parteiführer Adolf Hitler am 30.01.1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde. Die ersten bösen Ahnungen dämmerten am Abend des 30.01.1933 auf. Einheiten der einer Bürgerkriegsarmee, 25'000 uniformierte SA-Männer, marschierten mit Hakenkreuzfahnen und lodernden Fackeln durch den Triumpfbogen des Brandenburger Tors zum Palais des Reichspräsidenten und zur Reichskanzlei. Die nationalsozialistischen Minister entliessen Staatsbeamte zu Hunderten, ersetzten sie durch zuverlässige Parteigenossen.
Zeitungen wurden verboten, Wahlversammlungen gesprengt. Eine hauptsächlich aus SA-Männern rekrutierte Hilfspolizei geschaffen. In wenigen Tagen wurden 51 Morde verübt.

Terror in Zürich
Noch bevor die schweizer Nationalsoziasten weitere deutsche Lektionen zu üben begannen, griff ihnen das in Zürich erscheinende Amtsblatt der NSDAP ("Der Reichsdeutsche") mit einem ungemein aggressiven Artikel gegen das Zürcher Schauspielhaus vor: Das Theater wurde als eine "Brutstätte der Völkervehetzung" bezeichnet; die dort tätigen, aus Deutschland geflüchteten Autoren und Künstler wurden "Parasiten" genannt, die "überall nur Schmutz und geistestötenden Bazillen hinterlassen." Die unverhüllte Drohung an den Schweizer Bundesrat war unverkennbar.

Übergriffe deutscher Gewalt
Die Krawalle spielten sich in aller Öffentlichkeit ab, die Zeitungen waren voll davon; Terror will Furcht erzeugen. Bald konnte man das Unvermeidliche kommen sehen: dass die Schweiz aus der Rolle des blossen Zuschauers herausgerissen wurde.

Am 30.06.1934 hatte Hitler die Ermordung des Stabschef der SA, seines Freundes Ernst Röhm befohlen. Am gleichen Tage wurden 150 SA-Führer an die Wand gestellt, Freunde und Feinde des Führers niedergemacht. Besonders abstossend war, dass der Massenmord durch einReichsgesetz in aller Form legalisiert, das Blutbad "als Staatsnotwehr rechtens" erklärt wurde.

Deutsche Aktivitäten
Es war erwiesen, dass die deutsche Geheimpolizei sich in der Schweiz betätige und auch hier vor der Anwendung krimineller Methoden nicht zurückschreckte. Sie hatte das Völkerrecht missachtet, die Souverenität eines fremden Staates vorsätzlich verletzt. Mindestens dreimal in zwei Jahren hatte sie sich auf Schweizer Boden eines politischen Gegners bemächtgrt, ihn gewaltsam nach Deutschland verschleppt. Der letzte Fall, die Entführung Jacobs, hatte die Weltpresse beschäftigt.

Die Lage spitzte sich zu
Am 04.02.1936 erschoss ein jugoslawischer Studen jüdischen Glaubens den Chef der in der Schweiz lebenden deutschen Nationalsozialisten, Wilhelm Gustloff. Der Attentäter stellte sich der Polizei. Er erklärte, die Schüsse hätten eigentlich Adolf Hitler treffen sollen. Nur weil Hitler unerreichbar war, schoss er auf dessen höchsten "Hoheitsträger" in der Schweiz.
Das Attentat setzte die Organisation des ermordeten Gustloff, seinen "Staat im Staat", mit überraschender Präzision in Bewegung.
Der Ermordete wurde im Chor der Davoser Alexanderkirche aufgebahrt. Seine SA-Mütze, ein Ehrendolch und ein nationalsozialistisches Ehrenkreuz lagen auf dem in Blumen und Kränzen gebetteten, mit einer Hakenkreuzfahne verhüllten Sarg.

In Deutschland wurden Strassen und Plätze nach Gustloff benannt. Ein grosses Schiff trug später seinen Namen. Ein jüdischer Attentäter hatte dem Dritten Reich einen Märtyrer geliefert.


Der Sturm
28.08.1939 Der Bundesrat biete die Grenztruppen auf. Die ersten 80'000 mann rücken, wie vorgesen und oft geübt, ein die befestigten Stellungen ein.
Am folgenden Tag wurde der General gewählt, Henri Guisan übernahm den Oberbefehl. Ehe der Abend dämmerte wurden die Aussenmister von 40 Staaten unterrichtet, dass die Schweiz im Kriegsfall neutral bleiben werde.

Im Rückstand
Es ist kein Geheimniss, wer für die Schwächen sowohl der Schweizer Landesverteidigung als auch der ungnügenden Kriegsbereitschaft anderer Heere verantwortlich war: Die Friedensliebe des Volkes, das zögernde Parlament, nicht zuletzt die Wirtschaftskrise.
So kam es, dass in der Schweiz noch vier Jahre vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges noch die Militärorganisation von 1907 in Kraft war, eine Organisation, die geschaffen worden war, als es noch keine Maschinengewehre und Minenwerfer, keine Handgranaten und keine Flugzeuge gab.

Widerstand
Noch am 10.05.1940, am Tage des deutschen Angrifs auf Holland, Belgien und Luxemburg, wäre die Frage, wie man sich verhalten sollte, sinnlos gewesen. Es gab keine Alternative.
Die Empörung über den deutschen Überfall auf die drei neutralen Kleinstaaten war einhellig, das Widerstandsrecht der Angegriffenen standen ausser Frage.

Im OKW entstand die erste Planungstudie "Tannenbaum" für eine militärische Operation gegen die Schweiz.
Wie aus Landkarten ersichtlich beansprucht Italien die Südschweiz.

Die Idee des Réduit
Die Schweizer Armee konnte unmöglich das gesamte Land gegen einen modernen Gegner behaupten. Das Réduit plante den Rückzug der Armee auf eine stark befestigte Alpenstellung. Die wichtigsten Alpentransversalen (Gotthard und Simplon) sollten unter allen Umständen als Faustpfand behalten werden. Vorhandene Festungswerke als Pfeiler einer zentralen Alpenfestung in die Verteidigung der Alpenübergänge mit einbezogen werden.

Stärkung der deutschen Aktivitäten
Der Krieg hatte die deutschen Kolonien in der Schweiz nicht geschwächt, im Gegenteil. Die Siege der Wehrmacht hatten die NSDAP befähigt, mehr und mehr Deutsche zu "erfassen". Damit wuchs die Gruppe der in der Schweiz jederzeit einsetzbaren Deutschen Volksgenossen.

Ärzte für die Ostfront
Es ist heute nicht mehr möglich, den Auswirkungen dieser Kampagne im einzelnen nachzugehen, sie zu wägen, zu messen. Wahrscheinlich bereitete dieser Einsatz eine Entscheidung vor ausschlaggebender Bedeutung für die Standfestigkeit der Eindgenossenschaft vor.
Insgesamt 37 Ärzte und 30 Krankenschwestern waren im Oktober 1941 nach Smolensk gegangen. In ein Zentrum einer deutschen Nachschubbasis für 40 - 50 Divisionen, Standort von 12 Kriegslazaretten für 14'000 Verwundete. Ärzte wurden hier dringend benötigt.
"96 Amputationen in 40 Stunden", notierte Dr. Bucher, der Delegationsleiter, an einem der ersten Tage. Er hielt fest, es sei ihnen vom deutschen Sanitätsdirektor verboten worden, russische Verwundete und russische Zivilisten zu betreuen.
Die Delegation erlebte - ungehindert - die Tötung von Kriegsgefangenen, feindlichen Verwundeten und Juden mit.
Nach der Rückkehr verlangte der deutsche Gesandte in Bern Dr. Bucher sei strafrechtlich zu Verfolgen, da er über das Erlebte offen berichtete.

Schlussphase des Krieges
Die wirtschaftlichen Überlegenschancen der Eidgenossenschaft waren so gering, dass die Lage hoffnungslos erscheinen konnte. In keinem Augenblick des Krieges hatte die Schweiz es in der Hand, selbst zu bestimmen, welche Ware sie im Ausland kaufen konnte. Sie konnte nicht allein entscheiden, welche Produkte sie auführte, wen sie belieferte. Ihre eigene Versorgung mit Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln war nicht gesichert.
Die wirtschaftliche Lage des Kleinstaates war die unvermeindliche Folge seiner Machtlosigkeit.

Die Überzeugungskraft des Réduitgedankens lag zweifellos in der Wahl, die er einem potentiellen Angreifer überlies: Der Wahl zwischen einer intakten Wirtschaft und einem Trümmerfeld.
Die Rechnung war einfach. Wenn Deutschland aufhörte, Eisen, Treibstoff und Chemikalien zu liefern, dann standen die Räder der Schweizer Indurstrie still. Ohne Kohle aus Deutschland gab es keinen Zement, ohne Zement weder Bauten noch Festungen, keinesfalls ein Réduit. Das dritte Reich war in der imstande, die Schweiz abzuwürgen.

Wie die Kraftproben am grünen Tisch ausgingen, das hing nicht allein von der Verhandlungskunst der Delegierten ab. Massgebend waren die Machverschiebungen, die sich auf den Schlachtfeldern ergaben.


So, hoffentlich habe ich die wichtigsten Gedanken. Meine Meinung

Source:
- Werner Rings, Schweiz im Krieg, Ex Libris / Zürich, 1974
- Wiliam Shirer, The rise and fall of the third Reich
- Nef Max, Die schweizer Presse im Abwehrkampf, Thun 1967
- Kurz Hans Rudolf, Die Schweiz in der Planung der kriegsführenden Mächte während des Zweiten Weltkrieges, Biel 1957

Gruss, bantam


Visit fortification and tanks at
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gurion
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BeitragBeitrags-Nr.: 10318 | Verfasst am: 04.05.2004 - 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich mal zusammenfassen darf:
Die Schweiz war während des zweiten Weltkrieges neutral.
Zwinkern

PS:
Es gab aber Pläne für eine Invasion und Annektion.
Operation Grün/Tannebaum
Am Anfang hies der Plan Grün, aber als Pläne für die Invasion Irlands gemacht wurden, hat man sich entschlossen Grün lieber für Irland zu nehmen.
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panzerpeter
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BeitragBeitrags-Nr.: 10336 | Verfasst am: 04.05.2004 - 23:55    Titel: ganz Europa? Antworten mit Zitat

Hallo Alle!

man könnte es fast wie bei Asterix formulieren:

Ganz Europa war von der deutschen Wehrmacht besetzt. Ganz Europa?
Nein! in der Mitte hatte es einen kleinen Fleck von ein paar untentwegten ...

Die Schweiz versuchte, sich so unbeschadet wie immer möglich aus der Affäre zu ziehen. Peace
Heute wird ihr das zuweilen zum Vorwurf gemacht Schreien
Ich denke aber, dass das damals eigentlich alle versuchten Keine Ahnung
Formal war die Schweiz neutral Dafür
In der praxis - umgeben von den Achsenmächten - war das nicht immer so einfach. Peace
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 13080 | Verfasst am: 05.06.2004 - 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Passt vielleicht nicht ganz in die Runde, aber soweit ich weiß sollte die Schweiz nach ihrere Eroberung in einen deutschen, französischen und einen italienischen Teil aufgeteilt und in die jeweiligen Länder (die nach dem Sieg ja von deutschland abhängig gewesen wären) eingegliedert werden. Allerdings gibt es da ja noch eine Gegend in der man irgend eine altertümliche Sprache spricht, (weiß nicht wie sie heißt) was wäre daraus geworden?
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 13642 | Verfasst am: 09.06.2004 - 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

flask03 hat Folgendes geschrieben:
Allerdings gibt es da ja noch eine Gegend in der man irgend eine altertümliche Sprache spricht, (weiß nicht wie sie heißt) was wäre daraus geworden?


Im Kanton Graubünden spricht man - je nach Region - Deutsch, Italienisch oder Romantsch, von letzterem gibt's wiederum drei Hauptdialekte. Romantsch ist wahrscheinlich die von Dir angesprochene Sprache.
Meines Wissens wäre Graubünden dem "Deutschen Teil" zugeordnet worden. Jedoch kenne ich die deutsche Detailplanung für die italienischsprechenden Gebiete Graubündens nicht.

bantam
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Iceman007
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BeitragBeitrags-Nr.: 168359 | Verfasst am: 08.03.2009 - 01:59    Titel: Antworten mit Zitat

fälschlicher weise wurde die schweiz auch mal von der usa bombardiert
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HannesKrötz
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BeitragBeitrags-Nr.: 168372 | Verfasst am: 08.03.2009 - 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

Öfters wurde auch der Schweizerische Luftraum duch die Achsenmächte sowie den Allierten "verletzt" Die Schweizer Luftwaffe soll auch mehrere Flugzeuge abgeschoßen haben.

Gruß Hannes
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PIV
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Beiträge: 3775

BeitragBeitrags-Nr.: 168373 | Verfasst am: 08.03.2009 - 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Also ings., den Schweizern gehts gut, nicht dabei, das Geld von Opfern und Tätern verwaltet und alle anderen möglichen in der Kasse zu haben, und davon, wenn überhaupt nur einen kleinen Teil zurück zuzahlen. Toll! Gut gemacht! Verrückt

Verlogener und eiskalter geht es eigentlich nicht mehr. Aber eben AntiHitlerkoalition und da ist eben alles möglich. Vor allem wenn es ums Geld geht und die Juden überall am Drücker sitzen. Zwinkern

Und erstaunlich, wo bleibt da die Judenpolemik, bei Geld doch sowieso immer ganz schnell dabei. Nur wenn ihnen Geld fehlt?

Gut, kann man sich denken weshalb nicht...


Zuletzt bearbeitet von PIV am 08.03.2009 - 12:58, insgesamt einmal bearbeitet
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HannesKrötz
Erfahrenes Mitglied


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BeitragBeitrags-Nr.: 168374 | Verfasst am: 08.03.2009 - 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

Zitat:
Die Schweizer Flieger- und Fliegerabwehrtruppen mobilisierten am 28. August 1939, drei Tage vor Kriegsausbruch. Sie verfügten über 86 Jagd- sowie 121 Beobachtungs- und Erdkampfflugzeuge. Von den 21 Fliegereinheiten galten nur drei als kriegstüchtig; fünf besassen keine Flugzeuge. Die Lücke wurde sukzessive durch Ankauf von weiteren Messerschmitt Bf 109, italienischen Macchi MC.202 und in Lizenz gefertigten französischen Morane-D-3800 (alle drei Typen Jäger) geschlossen. 1943 nahm das Eidgenössische Flugzeugwerk in Emmen seinen Betrieb auf. In kürzester Zeit zog sich die Fliegertruppe ins Schweizer_Reduit zurück. Es entstanden geschützte Flugzeugkavernen, z.B. in Alpnach, Meiringen und Turtmann. 1942/1943 wurde der Fliegerschiessplatz Ebenfluh/Axalp in Betrieb genommen. Das 1941 gegründete Überwachungsgeschwader konnte ab 1943 aktiv eingreifen. 1944 wurde versuchsweise ein Nachtgeschwader gebildet, das 1950 wieder aufgelöst wurde. Die Fliegertruppe stand gemeinsam mit der sich im Aufbau begriffenen Fliegerabwehr, teils gesamthaft, teils in Ablösungen im Aktivdienst. In den ersten Kriegsmonaten kamen die Flieger- und Fliegerabwehrtruppen nur sporadisch zum Einsatz. Erst als am 10. Mai 1940 die deutsche Offensive gegen Westen und damit die zweite Generalmobilmachung der Armee ausgelöst wurde, mehrten sich die Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge.

Der Angriffsgeist der Schweizer Besatzungen, die insbesondere anfangs Juni ihre defensive Aufgabe erfüllten, wurde zum eindrücklichen Symbol des Widerstandswillens. Die Fliegertruppe schoss im Luftkampf 11 Flugzeuge der deutschen Luftwaffe ab (6 Kampftage). Sie hatte aber in dieser Zeit auch selber drei Todesopfer zu beklagen (2 abgeschossene Schweizer Flugzeuge).

n Folge protestierte die Deutsche Reichsregierung am 6. Juni 1940 gegen die schweizerischen Angriffe auf deutsche Flugzeuge, die sich nach ihrer Darstellung grösstenteils im französischen Luftraum befunden oder die schweizerische Lufthoheit nur irrtümlich verletzt hätten. Deutschland verlangte Schadenersatz und eine Entschuldigung durch den Bundesrat. In einer zweiten, noch schärferen Note vom 19. Juni 1940, bezeichnete die Deutsche Reichsregierung die Abschüsse als flagranten feindseligen Akt und drohte der Schweiz im Wiederholungsfalle Sanktionen und Vergeltungsmassnahmen an. Am 20. Juni (und bis Ende Oktober 1943) verbot General Guisan deshalb aus politischen Gründen Luftkämpfe über schweizerischem Hoheitsgebiet. Am 1. Juli 1940 entschuldigte sich der Schweizer Bundesrat bei der Deutschen Reichsregierung für allfällige Grenzverletzungen durch schweizerische Piloten, ohne solche einzugestehen. Am 16. Juli liess die Deutsche Reichsregierung daraufhin verlauten, die Fliegerzwischenfälle seien beigelegt.

Im September 1944 gab es noch einen Abschuss eines Schweizer Flugzeuges mit Todesfolge, diesmal durch eine US-Besatzung.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 6.501 Grenzverletzungen gezählt, 198 fremde Flugzeuge landeten auf Schweizer Hoheitsgebiet, 56 stürzten ab.


Quelle : Wikipedia

Winken


Zuletzt bearbeitet von HannesKrötz am 08.03.2009 - 13:23, insgesamt einmal bearbeitet
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Kimura
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BeitragBeitrags-Nr.: 175341 | Verfasst am: 04.09.2009 - 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:
Also ings., den Schweizern gehts gut, nicht dabei, das Geld von Opfern und Tätern verwaltet und alle anderen möglichen in der Kasse zu haben, und davon, wenn überhaupt nur einen kleinen Teil zurück zuzahlen. Toll! Gut gemacht! Verrückt

Verlogener und eiskalter geht es eigentlich nicht mehr. Aber eben AntiHitlerkoalition und da ist eben alles möglich. Vor allem wenn es ums Geld geht und die Juden überall am Drücker sitzen. Zwinkern

Und erstaunlich, wo bleibt da die Judenpolemik, bei Geld doch sowieso immer ganz schnell dabei. Nur wenn ihnen Geld fehlt?

Gut, kann man sich denken weshalb nicht...


Ist das von Babelfish vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden? Inhalt absolut wirr.
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 175701 | Verfasst am: 13.09.2009 - 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

"Der Armeestab teilt mit:
Heute nachmittag wurde im Jura schweizerisches Hoheitsgebiet durch fremde Flieger verletzt. Die schweizerische Alarmpatrouille nahm sofort die Verfolgung auf. Dabei geriet sie mit einem deutschen Bomber in einen Luftkampf und schoß das Flugzeug in der Gegend von Tassenberg (Lignieres) ab. Eine Stunde später geriet ein weiterer schweizerischer Jäger mit einem anderen deutschen Flugzeug über den Freibergen in einen Luftkampf. Die deutsche Maschine stürzte brennend jenseits der schweizerischen Grenze auf französischem Gebiet bei Oltingen ab."


1. Juni 1940

Winken

Gruß
Tobias
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