Kriegsverrat - Hochverrat?
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Reiter
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 31.05.2007
Beiträge: 2307

BeitragBeitrags-Nr.: 166886 | Verfasst am: 30.01.2009 - 19:44    Titel: Kriegsverrat - Hochverrat? Antworten mit Zitat

Heute ist bei SPON ein Artikel zum Thema drin:

Zitat:
Autor: Georg Bönisch
ZEITGESCHICHTE
Moralisches Zeichen
Einige wollten helfen, andere sahen nur eigenen Nutzen - sollen von den Nazis zum Tode verurteilte "Kriegsverräter" nun pauschal rehabilitiert werden?

Die Aktenlage produziert nur einen dürren Sachverhalt, aber er ist bewegend genug. Am 3. Mai 1944, ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, versuchten zwei Soldaten der Hitler-Wehrmacht, angeblich mit Aussicht auf Bezahlung, 13 Juden in einem Lkw über die ungarische Grenze nach Rumänien zu schmuggeln - es wäre wohl deren Rettung gewesen.

Doch die Aktion flog auf, beide gerieten in die Fänge der Justiz und wurden zum Tode verurteilt, "wegen Kriegsverrats".

Kriegsverrat - unter anderem deswegen stand auch der General Edgar Feuchtinger vor dem Reichskriegsgericht, ein Divisionskommandeur, den der "Führer" durchaus schätzte. Feuchtinger hatte ganz offenbar betrogen, unterschlagen und einer Freundin militärische Geheimnisse verraten: Todesstrafe.

Hitler intervenierte, Feuchtinger überlebte, degradiert zum einfachen Kanonier. In der neuen Republik genoss er später die Pension eines Generals.


Ganzer Artikel


Was meint Ihr denn dazu?
Kann man so pauschal jedem der Verurteilten eine "Absolution" erteilen?
Ich denke, der Fall Feuchtinger zeigt doch mehr als deutlich, was dabei rauskommt, wenn man es sich so leicht macht. Immerhin hat der Mann zweimal seine Truppe im Stich gelassen, im ersten Fall sogar eine ganze Division, die 21.Panzerdivision!

Horrido!

Nicole
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23704
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 166905 | Verfasst am: 31.01.2009 - 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Interessantes Thema Lachen Also Feuchtinger zum Beispiel ist meines Erachtens völlig zu recht verurteilt worden, eine Rehabilitierung seiner Person wäre ein Schlag in die Fresse seiner ehemaligen Untergebenen, die eben nicht einfach ihre Zeit in Paris bei der Geliebten verbringen konnten Zunge rausstrecken

Das angegebene Buch von Wette/ Vogel kann man übrigens für 4 Euro bei der Bundeszentrale für politische Propaganda bestellen, was ich auch sogleich getan habe. Mal schauen, was das Buch so neues zu Tage fördert

Winken

Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 31.01.2009 - 12:40, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Hoover
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 09.05.2004
Beiträge: 7793
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 166907 | Verfasst am: 31.01.2009 - 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Typisch. Davon auszugehen, dass alle Urteile der Nazis UNrechtsurteile waren, ist völlig blauäugig.

Ich hoffe, die prüfen jeden Fall, bevor sie Urteile aufheben.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
schwarzermai
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 06.08.2005
Beiträge: 2973
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 166909 | Verfasst am: 31.01.2009 - 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:
Typisch. Davon auszugehen, dass alle Urteile der Nazis UNrechtsurteile waren, ist völlig blauäugig.
.


genau, ein sehr gutes Beispiel dazu:

Arthur Nebe

Uwe Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3709

BeitragBeitrags-Nr.: 166915 | Verfasst am: 31.01.2009 - 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, wenn heute jeder Deserteur der WH schon als Widerständler seliggesprochen und rehabilitiert und diesen Leuten auch noch ein "Denkmal" gesetzt wird, obwohl solche Leute zu jeder Zeit, von jeder Armee der Welt, selbst der demokratischsten, wenn es so eine geben würde, entsprechend verurteilt wurden/würden/werden, dann wird wird so etwas hier auch schon gehen und jeder Landesverrat zum widerständischen Heldenpos. Völlig bekloppt natürlich, auch der bundestdeutsche Landesverräter geht erbarmungslos in den Bau, aber so ist D in dieser Frage und zu diesem Thema nun mal. Siehe auch Thema Zeitungszeugen. Zwinkern Verrückt Lachen Rofl

Armes Deutschland!


Zuletzt bearbeitet von PIV am 02.02.2009 - 16:20, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23704
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 166972 | Verfasst am: 02.02.2009 - 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Auszug aus der taz:

Zitat:
"Haarsträubend" findet dies der grüne Rechtspolitiker Wolfgang Wieland. Denn in der Tat ist kein Fall nachgewiesen, in dem die NS-Justiz einen Soldaten zu Recht als Kriegsverräter hinrichtete.


Ganzer Artikel

Da würde mich eher interessieren wieviele Fälle überhaupt bis heute untersucht wurden, und vor allem: inwieweit heutzutage dahingehend überhaupt noch ein wirklicher Nachweis führbar wäre Idee

Das zeigt mal wieder, mit welchem Tunnelblick hierzulande solche Diskussionen geführt werden Verrückt

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Einfacher Soldat
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 27.06.2005
Beiträge: 1194

BeitragBeitrags-Nr.: 167014 | Verfasst am: 03.02.2009 - 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Einige wollten helfen, andere sahen nur eigenen Nutzen - sollen von den Nazis zum Tode verurteilte "Kriegsverräter" nun pauschal rehabilitiert werden?


Nun wie schon angesprochen ist der Raum zwischen einem feigen, ehrlosen, nur auf Eigennutz bedachten Fahnenflüchtigen und einem fahnenflüchtigen Widerstandskämpfer gegen das Regime ein nicht immer leicht zu überblickender.

Daher gilt stets das Prüfen von Einzelfällen, nicht aber die pauschale "Heiligsprechung" von Fahnenflüchtigen, wie sie gewisse politische Kräfte fordern.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast






BeitragBeitrags-Nr.: 167026 | Verfasst am: 03.02.2009 - 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Einfacher Soldat hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Einige wollten helfen, andere sahen nur eigenen Nutzen - sollen von den Nazis zum Tode verurteilte "Kriegsverräter" nun pauschal rehabilitiert werden?


Nun wie schon angesprochen ist der Raum zwischen einem feigen, ehrlosen, nur auf Eigennutz bedachten Fahnenflüchtigen und einem fahnenflüchtigen Widerstandskämpfer gegen das Regime ein nicht immer leicht zu überblickender.


Es gab genügend Soldaten die aus " feigen, ehrlosen, nur auf Eigennutz bedachten" Gründen weiterkämpften.
Nach oben
Stratege
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 06.03.2006
Beiträge: 342
Wohnort: bei Rottweil

BeitragBeitrags-Nr.: 167047 | Verfasst am: 03.02.2009 - 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von Stratege am 22.02.2010 - 19:24, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Einfacher Soldat
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 27.06.2005
Beiträge: 1194

BeitragBeitrags-Nr.: 167066 | Verfasst am: 04.02.2009 - 00:58    Titel: Antworten mit Zitat

Vermutlich wollte er mal wieder nur etwas Wind machen.

Stefan,

besser Du schaust Dir zum abreagieren einmal dieses Video an, müsste Dir ja zusagen:

http://de.youtube.com/watch?v=5CmEJfCgLOo&feature=related

Lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pantherfibel
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 15.01.2007
Beiträge: 411
Wohnort: Gummersbach

BeitragBeitrags-Nr.: 167097 | Verfasst am: 04.02.2009 - 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Richtig amüsant sind auch die Kommentare. Lachen

MfG Pantherfibel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23704
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 167161 | Verfasst am: 07.02.2009 - 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Kriegsverrat ist Friedenstat

Das letzte Tabu ist bei mir angekommen, nach dem Anlesen ist klar, die Intention der beteiligten Autoren ist, das jeder Verurteilte per se per Bundesgesetz rehabilitiert wird, ohne Prüfung des Einzelfalls. Also analog zur Handhabung der Fälle von Fahnenflucht.

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Markus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 20.03.2005
Beiträge: 574

BeitragBeitrags-Nr.: 167195 | Verfasst am: 08.02.2009 - 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:


Da würde mich eher interessieren wieviele Fälle überhaupt bis heute untersucht wurden, und vor allem: inwieweit heutzutage dahingehend überhaupt noch ein wirklicher Nachweis führbar wäre Idee

Das zeigt mal wieder, mit welchem Tunnelblick hierzulande solche Diskussionen geführt werden Verrückt

Winken

Jan-Hendrik


Oder auch nicht?! Dem interessierten User sei ein Blick in "Die Wehrmachtsjustiz 1933 - 45" von M. Messerschmidt empfohlen. Ist zwar reichlich trocken, aber der Umstand dass Kriegsgerichte regelmäßig gegen zeitgenössisches Recht verstiessen, erklärt warum man heute auf eine Einzelfallprüfung verzichtet.


Zuletzt bearbeitet von Markus am 08.02.2009 - 22:21, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast






BeitragBeitrags-Nr.: 167200 | Verfasst am: 08.02.2009 - 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Stratege hat Folgendes geschrieben:
blog999 hat Folgendes geschrieben:


Es gab genügend Soldaten die aus " feigen, ehrlosen, nur auf Eigennutz bedachten" Gründen weiterkämpften.


Interessanter Denkansatz?! Hast du Beispiele? Oder hast du nur versucht, einen klugen Satz in die Diskussion zu werfen?

Ein etwas verwirrter Stratege

Du kennst keine Beispiele - Stratege?
wie wäre es mit den Offizieren die GENAU wußten das der Krieg verloren war,
das Regime nicht nur ein bißchen verbrecherisch,
evtl Zeuge von ungerechtfertigten Erschießungen oder Kriegsverbrechen waren (nichts dagegen taten) und
trotzdem alle ihre Kraft einsetzten das der Krieg nicht verloren geht.

Ich halte DAS für durchaus ehrlos, feig und nur auf den Eigennutz bedacht.

@ES
Winken

@Markus
Gut gemacht!
Nach oben
Tobias Giebel
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 12.02.2005
Beiträge: 3648
Wohnort: Wittingen, Niedersachsen, Deutschland

BeitragBeitrags-Nr.: 167207 | Verfasst am: 08.02.2009 - 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

was für einen Nutzen zieht bitte eine Person die auf der verlierenden Seite weiterkämpft? Weniger Nutzen viel mehr Nachteile, oder nicht?

Winken

Gruß
Tobias
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 1 von 4

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.