Uran-Bombe
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 10720 | Verfasst am: 09.05.2004 - 16:45    Titel: Re: Uran-Bombe Antworten mit Zitat

LEO 1 A4 hat Folgendes geschrieben:
Liebe Panzerfreunde !

Wer hat Informationen über die Uran-Bombe, die deutsche Atombombe. Rollene Augen


Hi Leo

Zur deutsche Atombombe

Nachdem die Alliierten die Norwegischen Schwerwasservorräte vernichtet hatten, stellten sich der deutschen Atomforschung beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg. Meiner Meinung nach hatte das nationalsozialistische Deutschland nicht:

- die naturwissenschaftliche Akzeptanz für die neuartigen Phänomene gehabt ( das war "jüdische Physik"). Die Relativitätstheorie war "Rassisch entartet"
- die industriellen Ressourcen bereitstellen wollen (Niedrigste Prioritätsstufe für Atomforschung)
- die geistigen Kapazitäten gehabt (Der grösste Teil der Theoretischen- und Versuchs-Physiker (Darunter mehrere Nobelpreisträger) wurden durch das Regime ins Ausland vertrieben)
- den strategischen vorausschauenden Blick zur rechten Zeit (Gröfaz hatte nie ein strategisches Konzept)
- die Grundlagen noch Konzepte zur Isotopentrennung (U 395 / 398) oder Plutoniumanreicherung.
- irgendwelche theoretischen Ansätze zur Zusammenführung einer überkritischen Masse (Weder für die Uran- noch für die Plutoniumfission).
Meine Meinung


Eines der ungelösten Rätsel des zweiten Weltkrieges bleibt die Frage, warum die amerikanischen Geheimdienste sich nicht frühzeitig und intensiv um eine Klärung des Standes der deutschen Atombombenforschung bemühten.
Eine von General Grooves Ende 1943 ermächtige Einheit mit dem Decknamen "Alsos" (Griechisch für "Hain", welches im Englischen "Grove" heisst) erhielt den Auftrag im bereits amerikanisch besetzten Gebiet nach Beweisen oder Spuren der deutschen Atomforschung zu suchen. Der Leiter war Oberstlt Boris T. Pash. 1944 richtete Pash in London sein Hauptquartier ein. Die Alliierten rückten nach der Landung in der Normandie durch Frankreich vor.

Die erste Spur führte ins elsasslothringische Strassbourg, dessen Eroberung die alliierten Streitkräfte Mitte November einleiteten. Dort fand Pash ein auf dem Gelände des Strassbourger Krankenhauses eingerichtetes deutsches Physiklabor. Der theoretische Physiker Samuel A. Goudsmit schrieb: "Wir studierten die Papiere zwei Tage und Nächte bei Kerzenschein [...]. Es gab keinen Zweifel. Das vorliegende Material bewies eindeutig, dass die Deutschen eine Atombombe weder hatten, noch in irgendeiner praktikablen Form konstruieren konnten.

In der Zwischenzeit jagte Boris Pash immer noch die deutschen Atomwissenschaftler. Alsos-Unterlagen zufolge hielten sich Werner Heisenberg, Otto Hahn, Carl von Weizäcker, Max von Laue und die anderen dieser Gruppe im Südwesten Deutschlands im Schwarzwälder Erholungsort Haigerloch auf. Gegen Ende April war die deutsche Front zusammengebrochen und die Franzosen waren im Vormarsch.

Pash schrieb: "Sie fanden eine auf geniale Weise gegen Luftaufklärung und Bomben getarnte und geschützte Anlage - bei einer Kapelle hoch oben auf einem Felsen. Als ich zu der Stelle eilte, sah ich, seitlich in die gut 20 Meter hohe Felswand am unteren Ortsende gehauen, einen kastenförmig betonierten Höhleneingang. Die schwere Eingangstür aus Stahl war verschlossen. Ein Papierschild an der Tür nannte den Namen eines Verwalters. Als mir der Verwalter vorgeführt wurde, versuchte er mich davon zu überzeugen, dass er nur Buchhalter sei. [...] Der Verwalter machte die Tür auf [...]. In der Hauptkammer befand sich eine Betongrube von etwa drei Metern Durchmesser. In dieser Grube hing ein schweres Metallschild, das das Ende eines dicken Metallzylinders abdeckte. Letzterer enthielt einen kesselähnlichen Behälter, ebenfalls aus schwerem Metall, der sich einen guten Meter unterhalb des Bodens befand. [...] Ein deutscher Gefangener bestätigte, dass wir die sogenannte Uranmaschine der Nazis gekapert hatten - in Wirklichkeit ein Atommeiler."

Der Reaktor von Haigerloch hatte der letzten Runde der Neutronenanreicherungsstudien des Kaiser-Wilhelm-Instituts gedient. Von anderthalb Tonnen kostbarem Norsk-Hydo-Schwerwasser gekühlt, wurde der Reaktor von 664 Würfeln metallischen Urans gefeuert, die von 78 Ketten gehalten wurden. Mit diesem eleganten Aufbau und einer zentralen Neutronenquelle war dem Team des Kaiser-Wilhelm-Instituts im März eine 70fache Neutronenvervielfältigung geglückt. Heisenberg hatte daraufhin errechnet, dass eine 50%ige Vergrösserung des Reaktorvolumens eine Kettenreaktion hervorbringen müsste.

"Die Bestätigung der Tatsache, dass eine deutsche Atombombe keine unmittelbare Bedrohung darstellte", schrieb Pash mit verständlichem Stolz, "war vermutlich das bedeutendste einzelne Spionageaufklärungsergebnis der Kriegszeit. Diese Information alleine rechtfertigete Alsos.


Deutschland ist während dem zweiten Weltkrieg nie auch nur in die Nähe zur Produktion einer funktionsfähigen Fissionsbombe gekommen.

Hauptquelle:
Simon and Schuster, The making of the atomic bomb, New York 1986

Gruss, bantam

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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 10725 | Verfasst am: 09.05.2004 - 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

LEO 1 A4 hat Folgendes geschrieben:
Wenn aber die Atomphysik als jüdische Physik galt, wieso ist dann Otto Hahn im Dritten Reich die Kernspaltung gelungen? Eigentlich hätte er sich damit doch garnicht befassen dürfen.

Und wieso wurde eine HE 177 A5 für die Mitnahme einer Atombombe modifiziert?

Gepanzerte Grüße

FRANK

LEO 1 = Die Nummer 1 !!! Rollene Augen


Hi Leo,

Zu a) einige interessante Links:
http://idw-online.de/public/pmid-42771/zeige_pm.html
http://www.uni-leipzig.de/archiv/heisenb ... nberg_und_die_Deutsche_Ph/heisenberg.htm
http://www.friedensblitz.de/sterne/krieg/DeutschePhysik.html

Zu b): Weiss ich auch nicht Fragend . Kann jemand helfen?

Gruss, bantam Winken

PS: Leo, wir haben nen BW Leo 1 für unser Museum gekriegt **freu!**

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Tomimi
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BeitragBeitrags-Nr.: 11211 | Verfasst am: 13.05.2004 - 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Uran ist bestandteil der ALTEN Atombombe: Das Prinzip basiert auf Kernspaltung!! Heute bzw. dei modernen Nuklearwaffen ist das Prinzip ein anderes, es basiert heute auf dem Prinzip der Kernschmelzung (H-Bombe bzw Thermonuklearwaffe!)
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 11223 | Verfasst am: 13.05.2004 - 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tomimi hat Folgendes geschrieben:
Uran ist bestandteil der ALTEN Atombombe: Das Prinzip basiert auf Kernspaltung!! Heute bzw. dei modernen Nuklearwaffen ist das Prinzip ein anderes, es basiert heute auf dem Prinzip der Kernschmelzung (H-Bombe bzw Thermonuklearwaffe!)


Das folgende bezieht sich nur auf Energiegewinnung durch atomare Umwandlungen.

Um ein freiwerden von Energie (=Stahlung) zu erreichen, existieren zwei Methoden:

a) Eine Anordnung, in der Atome bestimmter Elemente in Atome von anderen Elementen gespalten werden. Dies erfolgt mit Hilfe von Neutronen mit definierter Geschwindigkeit (=langsame Neutronen). Diese Bombe heisst:
-) Atombombe (Bürgerlicher Name)
-) Fissionsbome (Technischer Name)

Als Elemente kommen angereichertes Uran 235 oder Plutonium in Frage.

b) Eine Anordnung, in der Atome des Wasserstoffes (rsp. dessen Isotope) zu Heliumatomen vereinigt (veschmolzen) werden. Dies bildet den Prozess in unserer Sonne teilweise ab. Diese Bombe heisst:
-) Wasserstoffbombe (Bürgerlicher Name)
-) Fusionsbombe (Technischer Name) (Englisch: Thermonuclear Bomb)

Als Elemente kommen die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium in Frage.
Um eine Wasserstoffbome zu zünden wird als Initialquelle (=Zünder) eine Fissionsbombe (vulgo: Atombombe) gebraucht. Anderfalls sind die elementaren Abstossungskräfte nicht zu überwinden.
Eine solche Bombe kann - bei korrekter Konfiguration - Energie freisetzen die um mehrere Zehnerpotenzen über einer Fissionsbombe liegt.



Zusammenfassung
Es existieren beide Bombentypen gleichzeitig parallel. Der gewünschte Einsatz entscheidet über den Typ.

Ansatz:
Taktisch bis operativ: Fissionsbombe
Strategisch: Fusionsbombe

Du hast recht, dass die praktische Anwendung der Fusionsbombe (Team um Eduard Teller) NACH der Entwicklung der Fissionsbombe (Team um Robert Oppenheimer) entwickelt wurde.

Jedoch ist es unzulässig von "alter" und "neuer" Bomber sprechen. Meine Meinung


Allenfalls würde ich anregen, einen entsprechenden Thread zu eröffnen. Ich mache gerne mit. Gut gemacht!

Für Interessierte unbedingt lesen:
The making of the Atomic Bomb, Simon and Schuster, New York, 1986
Oder die Übersetzung:
Die Atombombe, Greno Verlagsgesellschaft, 1988, ISBN 3-89190-522-X


Gruss, bantam
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 11234 | Verfasst am: 13.05.2004 - 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Es wird gesagt dass im Johnastal, Thüringen die Deutschen bereits eine Atombombe hatten! Dort soll auch die Amerika- Rakete gestanden haben! Für die Rakete gibt es Beweise: Luftaufnahmen der Vereinigten Staaten von Amerika. Selbst heutige Bildauswärter (oder wie man die nennt) sagen dass dort eine Interkontinentalrakete stand (darunter war auch der US-Amerikaner der die Raketen auf Kuba 1962 entdeckte). Ich glaube es war die A9 (??????) oder so. Für die Atombombe gibt es folgende Interpretation: W. von Braun setzte sich Ende 1944 nach Thüringen ab und wohnte dann auch dort (Bewiesen!!). Der Führer war auch mehrmals dort auf Besuch (aber wahrscheinlich nur um die Int.Kont. Rakete zu sehen) Ausserdem wurden dort mehrere SS-Divisionen (oder kleiner) stationiert. Zudem haben die Deutschen dort mehrere Tunnels mit Zwangsabeiter gebaut! Ein wichtiger Punkt dazu: Die Deutschen haben im März 1945 ein U-Boot (U-235) nach Japan geschickt. In dem U-Boot waren neben einer Vollständigen Me 262 in Kisten sowie der Bauplan dazu, der Bauplan der V2 (A4),2 Japaner die 3 Jahre lang in Deutschland die Waffen studierten und Kisten mit der Aufschrift: U-238! Die grauen Wölfe hatten am anfang der Reise gedacht es handelt sich um einen Fehler. Aber nachdem die deutsche Nordküste kapituliert hatte und an die U-Boote der Befehl erging die schwarze Flagge zuhissen, haben sich die Japaner umgebracht, und die U-Boot Besatzung ergab sich Südlich von Malaysia den US-Amerikanern. Als diese die Kisten öffneten war dort ca 500kg Uran 238 enthalten sowie der Bauplan einer Atombombe! Es ist anzunehmen dass die Amis sozusagen eine deutsche Atombombe auf Japan schmiss.(Bewiesen!!)
Weitere Quellen kann ich euch per E-Mail schicken, denn es würde den Rahmen dieses Forums sprengen!


MfG

Rommel
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 11237 | Verfasst am: 13.05.2004 - 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hier sind ma n paar Links:
http://www.lonlygunmen.de
http://www.deutsche-atombombe.de
http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite1128.php

so das dürfte euch erst einmal Beschäftigen
Viel Spaß



MfG

Rommel
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Gunship
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BeitragBeitrags-Nr.: 11240 | Verfasst am: 13.05.2004 - 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Hätte man mit Deuteriumhydroxid wirklich eine Atombombe bauen können? Und was hat dieses mit dem Wasserstoffisotop Deuterium zu tun(nur der Name oder auch eine chemische bzw. physikalische Verwandschaft)?


Gunship
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 11245 | Verfasst am: 13.05.2004 - 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hab gehört die Iwans hätten in den 60erJahren bereits eine Drei-Phasen-Bombe (Fusion-Fision-Fusion-Bombe) mit 52-Mt-Sprengkraft gezündet. Es wurde ein 30km Durchmesser Krater ausgehoben. Die Erschütterung war noch in 36 Stunden zu spüren und ging 4 mal um die Welt. Wisst ihr mehr?



MfG

Rommel
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 11295 | Verfasst am: 14.05.2004 - 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

So, jetzt werde ich mich auch mal unbeliebt machen:

Rommel hat Folgendes geschrieben:
Es ist anzunehmen dass die Amis sozusagen eine deutsche Atombombe auf Japan schmiss.(Bewiesen!!)


Was nu? Annahme oder Beweis?
Wo kann ich den Beweis einsehen?
Wohl nicht das Uranoxid aus dem U-Boot, oder? Das wurden von den Amis beschlagnahmt und direkt in die Calutrons in Oak Ridge eingespiesen. Zur Zeit der Explosion von Little Boy hat es sich wahrscheinlich bereits in einer hohen Anreicherungsstufe befunden. Danach wurde es für die Erstellung irgendeiner - nie zur Detonation gebrachen - Fissionsbombe verwenden.



Rommel hat Folgendes geschrieben:
Hier sind ma n paar Links:
http://www.lonlygunmen.de
http://www.deutsche-atombombe.de
http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite1128.php




Meiner Meinung nach sind die Links lustig. Allerdings gehören sie in das Gebiet der Religion, in dem Glauben wichtig ist.
Die Aussagen in den Links welche die Atombombe, die Flugscheiben und die Gravitationsexperimente beschreiben haben nichts, aber auch gar nichts mit sauber dokumentierten, überprüfbaren Tatsachen zu tun. Es ist reine Phantasie und Spekulation (Klar, wenn ein Religionsstifter tot ist, bleibt auch nur der Glauben). Insbesondere lassen sie jeden, wie auch immer entwickelten, Sachverstand zur Materie vermissen. Zumindest auf dem Gebiet der Nuklearphysik bin ich gerne breit, über jeden Satz zu argumentieren.
Meine Meinung

Aber schlussendlich ist's egal. Die Schweizer glauben auch an Wilhelm Tell. Dafür Meine Meinung

Schöner Gruss - cool down - , bantam
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Tomimi
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BeitragBeitrags-Nr.: 11324 | Verfasst am: 14.05.2004 - 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Gunship hat Folgendes geschrieben:
Hallo!
Hätte man mit Deuteriumhydroxid wirklich eine Atombombe bauen können? Und was hat dieses mit dem Wasserstoffisotop Deuterium zu tun(nur der Name oder auch eine chemische bzw. physikalische Verwandschaft)?


Gunship


Deuterium bzw. Tritium ist vom Atombau her instabil (vieleicht Radioaktiv bin aber nicht sicher) somit werden beim verschmelzen die neutronen schnell abgegeben und es entstehen so extrem hohe temperaturen, dass dann die H- Bombe zündet!!! Aber Bantam kann mich ruig verbessern
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Tomimi
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BeitragBeitrags-Nr.: 11327 | Verfasst am: 14.05.2004 - 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

1. Die Atombombe (Spaltbombe)



Bei der Atombombe wird die Explosionsenergie durch die Verbrennung von Plutonium, welches in der Natur nicht vorkommt und künstlich aus Uran 238 hergestellt wird und U-233 (künstliches hergestelltes Uran-Isotop) und U-235, natürliches Isotop von Uran, welches das letzte natürliche Element ist, ausgelöst. Das natürliche Uran besteht aus drei Isotopen, U-234, U-235 und U-238. Der Anteil von U-234 ist verschwindend gering, er beträgt nur 0,006% und spielt bei Spaltbomben keine Rolle. U-235 ist mit 0,7% beteiligt, der Rest fällt auf U-238, welches für die Bombe auch nicht nötig ist. Um die drei oben genannten Atomkraftstoffe zum brennen zu bringen, benötigt man kein "Streichholz". Sie entzünden sich selbst, wenn sie ein bestimmtes Mindestgewicht haben. Bei U-235 beträgt diese "kritische Masse etwa 50 kg. Der Vorgang der Selbstzündung und der Explosion wird als "Spaltprozess" bezeichnet. Zur Spaltung und Selbstzündung kommt es durch die zufällige Zersetzung eines Uranatoms, wobei Neutronen abgegeben werden, die mit thermischer Geschwindigkeit andere Uranatome spalten. Ist die Masse des Urans jedoch zu gering, so "fliegen" zu viele Neutronen aus der Masse heraus und spalten kein Atom, es kommt also zu keiner Kettenraktion. In der Natur kommt es deswegen zu keiner spontanen Verbrennung und Explosion von Uran, da es nur sehr stark verdünnt vorkommt und für seine Nutzung als Atomkraftstoff erst mit einem langwierigen und kostspieligen Arbeitsgang abgetrennt werden kann. Die Explosion der Atombombe kann genau gesteuert werden. Das funktioniert folgendermaßen: 9/10 des für die Explosion nötigen Mindestgewichts werden durch ein Uhrwerk gesteuert im Bruchteil einer Sekunde mit der Restmasse vereinigt. Es kommt sofort zur Explosion. Wird 1 kg Uran vollständig gespalten, so kommt es zu einer Explosion, die der von 10.000 t TNT gleichkommt.





2. Die Wasserstoffbombe (Sinterbombe)



Das Prinzip der Wasserstoffbombe, normalerweise H-Bombe genannt, beruht auf der Verschmelzung von vier Wasserstoffatomen zu einem Heliumatom. Dabei werden riesige Energiemengen freigesetzt, die die A-Bombe bei weitem übertreffen. Jedoch kann man keinen "normalen" Wasserstoff zum Helium-Sintern verwenden, sondern muß schweres Wasser (Deuterium, Atomkern Deutron) verwenden, das aus "leichtem Wasser" gewonnen werden kann, rein aber nicht in der Natur vorkommt. Zum verschmelzen von 4 Deuterium-Atomen zu einem Helium-Atom braucht man eine Temperatur von 50.000.000° C. Denn entgegen der A-Bombe braucht man für die H-Bombe ein "Streichholz". Und dieses Streichholz ist die Atombombe. Da in ihrem inneren Temperaturen von über 50.000.000° C entstehen, wird das Deuterium in die A-Bombe eingebettet und auf die Atom-Explosion erfolgt eine 1000-mal stärkere H-Bomben Explosion.
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Gunship
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BeitragBeitrags-Nr.: 11338 | Verfasst am: 14.05.2004 - 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Erstaml danke für die Antworten!
Also lagen die deutschen Kernphysiker mit der verwendung von schwerem Wasser doch nicht so falsch?

Ich habe vor einiger Zeit einen Film gesehen, in dem ging es um die Zündung der ersten Neutronenbombe in der Wüste von Nevada. Gibt oder gab es echt funktionierende Neutronenbomben?

Es wäre nett, wenn ihr mir diese Fragen beantworten könntet!!
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 11339 | Verfasst am: 14.05.2004 - 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Tomimi hat Folgendes geschrieben:

Deuterium bzw. Tritium ist vom Atombau her instabil (vieleicht Radioaktiv bin aber nicht sicher) somit werden beim verschmelzen die neutronen schnell abgegeben und es entstehen so extrem hohe temperaturen, dass dann die H- Bombe zündet!!! Aber Bantam kann mich ruig verbessern


Sorry, ich wollte nicht "Oberlehrer" spielen. Verrückt

Bedanke mich für alle Beiträge an diesem String! Dafür

Gruss, bantam Winken

Was in jedem Lexikon zu finden ist:

Deuterium (von griechisch deýteros »der zweite«)
ist neben Protium und Tritium ein Isotop des Wasserstoffes. Sein Atomkern wird auch Deuteron genannt.
Das korrekte chemische Symbol ist 2H, aus Gründen der Vereinfachung in der Formelschreibweise ist auch D geläufig. Im Gegensatz zum 1H Wasserstoff, bei dem der Atomkern aus einem einzigen Proton besteht, besteht der Deuteriumkern aus einem Proton und einem Neutron. Der Anteil an Deuterium in natürlich vorkommendem Wasserstoff beträgt 0,015 %.
Ersetzt man beim Wasser (H2O) den Wasserstoff durch Deuterium, so erhält man schweres Wasser (D2O). Die Dichte von D2O beträgt 1,1047 g/cm³ bei 25 °C, Der Schmelzpunkt liegt bei 3,8 °C und der Siedepunkt bei 101,4 °C. Das Dichtemaximum liegt bei 11,2 °C (Wasser: 3,98 °C). Wasser, in dem nur ein H-Atom durch ein D-Atom ersetzt ist, hat die Summenformel HDO.
Deuterium lässt sich leichter anreichern als Isotope der schweren Elemente wie z. B. Uran, weil das Massenverhältnis zwischen Protium und Deuterium sehr groß ist (ca. 2). In den ersten Anreicherungsstufen kommt gewöhnlich der Girdler-Sulfid-Prozess zum Einsatz. Dabei wird ausgenutzt, dass in einer wässrigen Schwefelwasserstoff-Lösung beide Molekülarten Wasserstoff austauschen können. Bei niedrigen Temperaturen wandert das Deuterium bevorzugt zum Wasser, bei hohen Temperaturen ist es umgekehrt. In der letzten Anreicherungsstufe wird das Gemisch aus H2O, HDO und D2O durch Destillation getrennt.
Eingesetzt wird Deuterium als Moderator in Kernreaktoren (hier in Form von schwerem Wasser), als Brennstoff in Wasserstoffbomben und als Tracer in der Chemie und Biologie. In zukünftigen Fusionsreaktoren soll ein Gemisch aus Deuterium und Tritium als Brennstoff dienen.
Deuterium wurde 1931 von Harold Clayton Urey entdeckt, wofür er 1934 den Chemienobelpreis erhielt.


Tritium (von griechisch tritós »der dritte«)
ist neben Protium und Deuterium ein Isotop des Wasserstoffes. Sein Atomkern wird auch Triton genannt. Das chemische Symbol ist 3H, vereinfacht wird häufig auch T geschrieben. Im Gegensatz zum Deuterium besitzt es neben dem Proton nicht nur ein Neutron im Atomkern, sondern zwei. Dieser Atomkern ist aber instabil und zerfällt mit einer Halbwertszeit von 12,32 Jahren wieder durch Emission eines Elektrons in 3He (Betazerfall). Tritium ist also radioaktiv.

Herstellung:
Tritium entsteht auf natürliche Weise durch Neutronen aus der kosmischen Strahlung in den oberen Schichten der Atmosphäre.
Künstlich wird Tritium in Kernreaktoren hergestellt. Dies geschieht durch Beschuß eines 6Li-Targets mit Neutronen im Reaktorkern durch Extraktion aus dem Kühlwasser von Schwerwasserreaktoren, bei dem es als "Abfallprodukt" anfällt.

Verwendung:
Unter anderem in Biologie, Chemie und Medizin wird Tritium als sog. Tracer zur Markierung bestimmter Substanzen verwendet.
Als Leuchtmittel wird gasförmiges Tritium zusammen mit einem Borsilikat in versiegelten Glasröhrchen verwendet. Die Betastrahlung des Tritiums regt das Borsilikat zu einem schwachen, phosphoreszierenden Leuchten an. Diese "kalten Leuchten" haben eine theoretische Lebensdauer von 12 Jahren und sind in verschiedenen Farben unter dem Handelsnamen Traser zu finden.
Tritium ist ein wichtiger Bestandteil von Atomwaffen.
In zukünftigen Fusionsreaktoren soll ein Gemisch aus Deuterium und Tritium als Brennstoff dienen.
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bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 11341 | Verfasst am: 14.05.2004 - 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Gunship hat Folgendes geschrieben:
Also lagen die deutschen Kernphysiker mit der verwendung von schwerem Wasser doch nicht so falsch?


Absolut nicht. Cool
Schweres Wasser findet hauptsächlich als Moderator in einigen Arten von Atomreaktoren (Schwerwasserreaktor, CANDU-Reaktor) Verwendung. Schwerer Wasserstoff ist geeignet, die im Kernreaktor entstehenden schnellen Neutronen abzubremsen; die entstehenden thermischen Neutronen sind in der Lage, auch natürliches Uran zu spalten.

Gunship hat Folgendes geschrieben:
Gibt oder gab es echt funktionierende Neutronenbomben?


Auch das gibts leider schon. Krank

Eine Neutronenbombe ist eine Wasserstoffbombe mit Deuterium-Tritium-Brennstoff, grundsätzlich entspricht ihre Bauweise dem Teller-Ulam Design. Allerdings werden Neutronenbomben meist mit sehr kleiner Sprengkraft gebaut, beispielsweise hatte der amerikanische Sprengkopf Mk79 eine Sprengkraft von 1 kt, wobei 0,25 kt durch Kernspaltung von Plutonium und 0,75 kt durch Kernfusion freigesetzt wurden. Eine solche Bombe ist vergleichsweise klein, dieser Sprengkopf enthält nur ca. 10 kg Spaltmaterial und wenige Gramm Deuterium-Tritium-Gas. Um möglichst viel Neutronenstrahlung zu erzeugen, werden besonders Bauteile aus Materialien eingesetzt, die schnelle Neutronen wenig absorbieren, wie z. B. Chrom oder Nickel. Genannt werden mehrere Gründe für den Einsatz einer Neutronenbombe:
Menschliches Leben soll durch die Strahlung getötet werden, ohne die Infrastruktur im Zielgebiet zu zerstören.
Es ist schwierig, Panzer mit Atomwaffen zu zerstören, außer durch sehr nahe Explosionen. Die Besatzung kann jedoch durch Neutronen, die die Panzerung durchdringen können, kampfunfähig gemacht werden. Die betroffenen Soldaten sterben nach kurzer Zeit.
Durch einen hohen Neutronenfluss können gegnerische Atomwaffen, z. B. in anfliegenden Raketen, unbrauchbar gemacht werden.
Oft wird vergessen, dass die intensive Neutronenstrahlung geeignet ist, durch Neutroneneinfang eine großflächige radioaktive Verstrahlung zu bewirken. Anders als bei der Atombombe, wo vor allem der Fallout strahlt, der sich zumindest theoretisch einsammeln und abwaschen lässt, wird bei der Neutronenbombe alles verstrahlt, was der Neutronenstrahlung ausgesetzt ist. Dort, wo die Strahlung besonders intensiv ist, kommt es außerdem zur Entzündung des bestrahlten Materials und folglich zu Großbränden unterhalb des Explosionszentrums. Auch die Neutronenbombe ist also alles andere als "sauber".
In den USA wurden seit 1974 etwa 800 Neutronensprengsätze gebaut. Die letzten wurden 1992 verschrottet.
(Bin mir jedoch nicht sicher, ob WIRKLICH alles verschrottet wurde.. )Teufel


Einen guten Überblick findet man unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Atommacht

Gruss, bantam
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BeitragBeitrags-Nr.: 11377 | Verfasst am: 15.05.2004 - 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Cool!
Vielen Dank für die Antworten Bantam!! Echt super!

Also wenn ich das richtig verstanden habe:

Atombombe: Zerstört lebewesen und "Wrikungsort" der Bombe
H-Bombe: Zerstört dasselbe, ist aber leistungsfähiger(Strahlt das Einsatzgebiet nach der Detonation oder nicht? Jemand hat mir mal erzählt, es würde nicht strahlen, aber ich glaube, das war die Neutronenebombe, oder?)
Neutronenbombe: Zerstör ausschließlich Organismen und Lebewesen, aber "lässt die Umgebung ganz"(Weil sie die Umgebung nicht zerstört, verstrahlt die Bombe sie, oder ist der Einsatzort nach Abwurf unverstrahlt?)

Stmmt das so in etwa?
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