Die Kinder von Sokolniki - Blutspender für Wehrmachtsoldaten
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 172488 | Verfasst am: 18.06.2009 - 01:55    Titel: Die Kinder von Sokolniki - Blutspender für Wehrmachtsoldaten Antworten mit Zitat

Da ich nix zu Heerelazarettwesen gefunden hab, eröffne ich dazu mal hier einen Beitrag.

Es geht hier um die Tatsache, das "kriegsgefangene" Kinder in der besetzten Gebieten zum Zwecke des Frischblutspendens missbraucht worden unter bewussten Inkaufnahme ihres Todes. Mir war schon bewusst daß das Feldlazerettwesen im 2.WK auf einem sehr rückständigen Stand war, aber solche Maßnahmen waren mir bisher unbekannt. Auch schein es sich hier nicht um einen Einzelfall zu handeln, sondern zumindest in der Ukraine und Weissrussland mit System betrieben worden zu sein.

TAZ.de hat Folgendes geschrieben:
Heute lebt von den malträtierten Kindern des Heims in Charkow nur noch ein gutes Dutzend. Auch in zwei anderen Städten der Ukraine gibt es ähnliche Berichte über Blutentnahmen an Kindern. Nach Erzählungen weißrussischer Zeitzeugen gab es vergleichbare Gräueltaten in ihrem Land ebenso. Fast nur mündliche Belege für diese Taten finden sich, aber die wesentlichen Fakten stimmen bei allen überlieferten Schreckensgeschichten überein. Nichts als Menschenmaterial sind auch die verbliebenen Kinder: Nach den Berichten der Überlebenden wird ihr Blut für ein Lazarett der deutschen Luftwaffe gebraucht, es liegt gleich um die Ecke. Ein- oder zweimal die Woche wird Blut gesammelt - anscheinend auch auf Bestellung, wie der Kiewer Journalist Wladimir Rudyuk vor ein paar Jahren recherchiert hat. Den Kindern sagt man, es handle sich um Impfungen. Sie wissen es besser, denn ihnen geht es danach nie besser, nur schlechter.


http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/blutspender-fuer-wehrmachtssoldaten/

http://www.maximilian-kolbe-werk.de/aspe ... r=205546&form_typ=115&ag_id=8339
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 172501 | Verfasst am: 18.06.2009 - 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michael, was meinst Du mit Rückständig?
Das Lazarettwesen war hinsichtlich der Wundversorgung und Operation im Felde sehr fortschrittlich.
Wenn es um die Ausstattung zu Mitte,-Ende des Krieges geht hast Du natürlich Recht.
Da gab es aber in allen militärischen Bereichen Defizite.

Fred Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 172503 | Verfasst am: 18.06.2009 - 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bisher wäre mir der Ort Sokolniki nur im Zusammenhang mit der Vorwuf der SU bekannt, die Deutschen hätten dort Menschen mit Kohlenmonoxid vergast.

Winken

Jan-Hendrik
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 172509 | Verfasst am: 18.06.2009 - 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Fred hat Folgendes geschrieben:
Hallo Michael, was meinst Du mit Rückständig?
Das Lazarettwesen war hinsichtlich der Wundversorgung und Operation im Felde sehr fortschrittlich.


Kommt auf die Vergleichsbasis darauf an. Gegenüber dem russischen Lazarettwesen bestimmt. Gegenüber Amerikaner und Briten wohl eher nicht. Direkte Bluttransfusion und Amputationen sind eben kein fortschrittlicher Standard in den 1940iger gewesen. Vom Mangel an Opiaten, Morphinen und ähnlichen Medikamenten ganz zu schweigen.

Ich habe hier im Forum allerdings noch nichts ergiebiges zum Lazarettwesen der Wehrmacht gefunden. Vielleicht machen wir mal dazu etwas auf um dazu Material zusammenzutragen? Die Sanität ist ja eine immer gern unterschätzte Truppe bei der Armee, aber unverzichtbar bei der Erhaltung der Kampfkraft der selbigen... Winken




Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Bisher wäre mir der Ort Sokolniki nur im Zusammenhang mit der Vorwuf der SU bekannt, die Deutschen hätten dort Menschen mit Kohlenmonoxid vergast.


War mir bis jetzt, ebenso wie die "Blutspenden", unbekannt. In was für einem Zusammenhang genau?
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 172512 | Verfasst am: 18.06.2009 - 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Thema Sanitätswesen/Sanitätruppen können wir gerne einen gesonderten Thread basteln, das wäre von meiner Sete sogar zu befürworten Zwinkern

Im Netz hab ich den Bericht von 1944 bsiher nur auf englisch gefunden:

Verweis zum AHF

Winken

Jan-Hendrik
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 172514 | Verfasst am: 18.06.2009 - 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, der entscheidende Vorteil der Westalliierten im Vergleich der Sanitätsdienste und der mediz. Versorgung von Verwundeten, insb. von Schwerverwundeten, war wohl zum einen der Masseneinsatz von Antibiotika (Penicellin) und der schnelle Lufttransport von Verwundeten weit ins Hinterland in die besser ausgestatteten mediz. Einrichtungen, der bei denen ja Normalität war. Dazu natürlich die rein entfernungsmäßig sowieso schnellen Verbindungen etc. und einen in keinster weise mit dem Umfang, den Verhältnissen und vor allem den Widrigkeiten der Ostfront vergleichbaren Kriegsschauplatz.

Allein die großen Entfernungen und die grundsätzlichen Transportschwierigkeiten aufgrund der Wegeverhältnisse, Partisanen etc., dürfte sich auf die dt. Verwundeten verheerend ausgewirkt haben. Dazu kommt ein gerade im Osten zahlenmäßig weit höherer Verwundetenanteil als ihn die westalliierten Sanitätsdienste überhaupt jemals zu versorgen hatten, insb. an den Großkampftagen, die zahlenmäßig und umfänglich mit denen an der Westfront überhaupt nicht zu vergleichen sind und nur sehr selten auftraten. In den Feldzügen vor "Barbarossa" in West-und Südosteuropa, ja selbst in Afrika, hatte jedenfalls die mediz. Versorgung sehr gut geklappt.

Auch die Versorgung von alliierten Soldaten im Westen in extremen Situationen durch dt. Sanitätsdienste, wie z. B. während der Schlacht um Arnheim, wurden von den Alliirten zumindest meines Wissens nach nicht bemängelt etc.

Aber so ein Thread wäre auch für mich grundsätzlich sehr interessant! Gut gemacht!


Zuletzt bearbeitet von PIV am 18.06.2009 - 14:08, insgesamt einmal bearbeitet
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 172515 | Verfasst am: 18.06.2009 - 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Zwei, bin dafür das mal ausführlich zu behandeln.
Also machen wir einen neuen Thread zu Sanitätswesen/Sanitätruppen.

Fred Winken
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 172520 | Verfasst am: 18.06.2009 - 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Das Sanitärswesen der Briten und Franzosen Westen 1944/45 war so toll auch nicht. Nur die Amis hatten da einzigartiges zu bieten. Es gibt eine Statistik, nach der nur 3 % aller Verwundeten, die in ein Feldlazarett kamen, an den Verwundungen starben. Das Problem war halt, die Verletzen erst einmal dahin zu bekommen. Aber da hatten die Amis dank Motorisierung und Luftverlegen ja alle Möglichkeiten. Das SanWesen der Wehrmacht war da doch eher auf dem Stand von 1914/18.
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Fakum12
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BeitragBeitrags-Nr.: 172523 | Verfasst am: 18.06.2009 - 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:
Auch die Versorgung von alliierten Soldaten im Westen in extremen Situationen durch dt. Sanitätsdienste, wie z. B. während der Schlacht um Arnheim, wurden von den Alliirten zumindest meines Wissens nach nicht bemängelt etc.

Ja, das die gegenseitige Versorgung verwundeter Allierter/Deutscher und umgekehrt an der Westfront relativ gut gehandhabt wurde, habe ich auch schon öfters gelesen - und zwar von beiden Seiten. Interessant wird das dadurch, das es zu der Ostfront keine oder kaum (jedenfalls sind mir noch keine untergekommen) ähnliche Berichte gibt.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 172525 | Verfasst am: 18.06.2009 - 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, zumindest von dt. Seite gibt es genügend Berichte darüber, daß auch gefangene russ. Verwundete versorgt bzw. ggf. nach hinten zu den Sanitätseinrichtungen zusammen mit dt. Verwundeten abschoben wurden. Und das nicht nur in den Anfangsmonaten und Jahren sondern selbst bis weit zum Kriegsende hin.

Russischerseits war das wohl schon ab Kriegsbeginn eher die Ausnahme und die Tötung die Regel.

Arnheim hat gegenüber der Ostfront ja den "Vorteil", daß hier diese gegenseitige Versorgung auf engstem Raum stattfand und damit gut bezeugt, belegt und dokumentiert werden konnte.

Mal von den besonderen grundsätzlichen Unterschieden in der gegenseitigen Kriegführung von Ost-und Westfront abgesehen.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 172527 | Verfasst am: 18.06.2009 - 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe zwar schon von ähnlichen Verbrechen gehört, aber es scheint unglaubwürdig, dass dies in großem Ausmaß an Kindern praktiziert worden sein soll. Ich meine, es gab doch zigmillionen Erwachsene überall im Reich und den besetzten Gebieten, bei denen es sich lohnen würde, da mehr Blut vorhanden wäre. Ganz auszuschließen ist dieser Vorwurf leider aber nicht.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 172540 | Verfasst am: 18.06.2009 - 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Ich habe zwar schon von ähnlichen Verbrechen gehört, aber es scheint unglaubwürdig, dass dies in großem Ausmaß an Kindern praktiziert worden sein soll. Ich meine, es gab doch zigmillionen Erwachsene überall im Reich und den besetzten Gebieten, bei denen es sich lohnen würde, da mehr Blut vorhanden wäre. Ganz auszuschließen ist dieser Vorwurf leider aber nicht.


Kinder sind ja aus immunologischer Sicht "reiner", das heisst wenig bis garnicht mit Bakterien und Viren infiziert. Gerade die im östliche Raum damals weitverbreitete Tuberkulose schloss ja viel Erwachsene als Spender aus. Was mich wundert, das hier die NS-Ideologie vom "reinen Blut" mit der Notwendigkeit des Erhaltung der Kampfkraft der Armee nicht kollidierte... .

Traurig an der ganzen Sache ist noch dazu, das die wenigen Überlebenden in der Sowjetunion, wir sprechen hier von Kindern, als Kollaborateure angesehen und entsprechend geächtet worden. Als ob die sich das aussuchen konnten.

Mich frierts immer wenn ich solche Berichte lese...
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 172545 | Verfasst am: 18.06.2009 - 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Obwohl man sich immer wundern muß, was denn alles immer so Jahrzehnte danach ausgebuddelt wird. Es mag vielleicht solche Einzelfälle gegeben haben, schlimm genug wenn. Aber wenn so was flächendeckend passiert wäre, dann hätten das die Sowjets schon lange aufgegriffen.

Wie auch immer, weshalb nicht mal ein Artikel über die vielen WH-Soldaten, die sich auch in den besetzten Ländern als Blutspender z. B. für durch alliierte Bombenangriffe verletzte Zivilisten zur Verfügung gestellt haben, die unter Einsatz ihres Leben Verschüttete geborgen, Brände gelöscht und Blindgänger beseitigt haben.

Stattdessen dann wieder die bekannten Grusel-und Gräuelgeschichten, die niemand nachprüfen kann und stets immer als gegeben gewertet werden. Zumindest in Deutschland, je oller desto toller.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 172547 | Verfasst am: 18.06.2009 - 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie auch immer, weshalb nicht mal ein Artikel über die vielen WH-Soldaten, die sich auch in den besetzten Ländern als Blutspender z. B. für durch alliierte Bombenangriffe verletzte Zivilisten zur Verfügung gestellt haben, die unter Einsatz ihres Leben Verschüttete geborgen, Brände gelöscht und Blindgänger beseitigt haben.


Weil dann jemand kommt und die Tausenden von Gefangenen und KZ´lern anspricht, die für Deutschland Blindgänger räumen mussten.

Das Aufzählen bringt nichts. Und die Kinder zahlen den höchsten Preis.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 172563 | Verfasst am: 19.06.2009 - 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte sehr:

Das deutsche Sanitätswesen

Winken

Jan-Hendrik
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