Der Einsatz von Gaskampfstoffen
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Harry64
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BeitragBeitrags-Nr.: 146661 | Verfasst am: 30.04.2008 - 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nicole,
hab für Dich nochmal wegen Aderlaß in dem Wälzer nachgeschlagen:

Der Zweck ist die Minimierung von Giftstoffen und festen Bestandteile im Blut, sowie der freigesetzten Gerinnungsstoffe, hervorgerufen durch die Lungen schädigende Wirkung der vom Gegner benutzten Kampfstoffe (Chlorgas, Surplite = identisch mit dem dt. Grünkreuz und Phosgen).
Da vom Körper zuerst das Blutplasma ersetzt wird, bevor mit der Produktion der anderen Blutbestandteile begonnen wird, erreicht man dadurch eine vorübergehende Blutverdünnung. Dieses hat den Vorteil leichter durch verengte Stellen (beschädigte Lunge) geschleust zu werden.

Ob as auch bei Menschen durchgeführt wurde, kann ich nicht sagen.

Harry Winken
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BeitragBeitrags-Nr.: 146679 | Verfasst am: 01.05.2008 - 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Harry, Winken

ach so ist das - klingt einleuchtend. Danke für´s Nachschauen!

Horrido!

Nicole
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 146683 | Verfasst am: 01.05.2008 - 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:


Wenn man also bedenkt, daß es auch Fotos gibt, auf denen Artilleristen mit Gasmaske "arbeiten" die nun wirklich zumeist weit hinten, zumindest hinter den Grabenlinien standen, dann kann man nicht nur das o.g. nachvollziehen, sondern auch, daß entsprechend Pferden diese Masken angelegt worden sein müssen, denn diese Zugpferde für die Art. dürften sich in der Nähe der Battr. zwecks Stellungswechsel etc. befunden haben.


Der Stellungskrieg war ein recht gut kalkulierbares Schachspiel. Die Artillerie hatte die Aufgabe, die feindlichen Schützenstellungen zu beharken. Die gegnerische Artillerie war nicht erreichbar, da man sonst selbst in Schußweite gewesen wäre. Gas verlängert bei gutem Wind die eigene Reichweite, so daß die gegnerische Ari erreicht werden kann, während man selbst trocken bleibt. Daher Gasmasken bei der der Defensiv-Artillerie. Ein Gasangriff allein ist aber für eine befestigte Stellung keine Bedrohung, die sitzt man locker aus. Für Zugpferde gab es in dieser Situation also keine Verwendung.

Vor der eigenen Ari, in den Gräben, konnte man Pferde kaum einsetzen, wobei ich natürlich nicht ausschliesse, daß "Grabenponys" in geringer Anzahl irgendwelche Drecksarbeiten geleistet haben, dann möglicherweise auch unter Gas.

Tatsächlich gab es im WW I kaum Beispiele für Angriffe, in denen die Infanterie bis zur gegnerischen Artillerie durchgebrochen ist. Die Angriffe blieben in der zweiten Grabenline stecken, dort riss immer (immer, immer, immer) die Kommunikation mit der eigenen Führung ab, der Angriff zerfaserte und der Angegriffene bereinigte die Lage mit Gegenstößen.

Ein Hauptgrund für den Mangel an Berichten über Tiere unter Masken liegt m.E. darin, daß es wenig zu berichten gab.

Die Typen, die Masken für Tiere entwickelt haben, gehören meiner persönlichen, bescheiden Meinung nach unter denselben eingegraben und vergessen. Eine gottverdammte und absolut 100%ig nutzlose Schinderei, sonst nichts
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 146692 | Verfasst am: 01.05.2008 - 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nur mal am Rande, steffen04, auch wenn ich nicht weiß woher Du Deine WK1-Info´s hast, ich habe das Thema Durchstöße bis zur Ari gar nicht angerissen. Es ging um Gas. Und natürlich konnte die Ari sich gegenseitig erreichen, es gab viele Frontabschnitte mit geringer Tiefe und viele Berichte zu Ariduellen und den entsprechenden Verlusten etc.
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steffen04
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BeitragBeitrags-Nr.: 146850 | Verfasst am: 04.05.2008 - 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Durchstoss keine Rückzug, ohne Rückzug keine Notwendigkeit, Gespanne einzusetzen. Ohne Notwendigkeit Gespanne einzusetzen, kein Gasmaskeneinsatz am Pferd. QED. Vor Gasschwaden ohne nachstoßende Infanterie ist damals keiner abgehauen, daher muss diesselbe hier thematisiert werden.

Artillerie kann sich selbstverständlich nicht im Einflußbereich der gegnerischen Kanonen halten. A) tut das einfach weh, b) liegt überhalb explosiver Kram rum, den man lieber außerhalb von Beschuß hält. Artilleristen sind da sehr heikel, glaub´s mir, ich war selber einer.

Artillerieduelle kamen vor - wenn ein paar Millionen Menschen ein paar Jahre lang aufeinander losgehen kommt natürlich alles vor - davon sollte man sich aber nicht den Blick auf´s große Ganze verstellen lassen.

Hoffe, damit etwas deutlciher geworden zu sein
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 146851 | Verfasst am: 04.05.2008 - 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hoffe, damit etwas deutlciher geworden zu sein

Nein, macht aber nichts.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 147331 | Verfasst am: 11.05.2008 - 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hier habe ich noch einen interessanten Link zu deutschen Pferdegasmasken aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg herum gefunden


Bei Versuchen des Lehr- und Versuchspferdelazaretts in Berlin im Zweiten Weltkrieg testete man die Pferdegasmaske 1941 als Narkosemaske, und sie wurde dahingehend als positiv beurteilt Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 147370 | Verfasst am: 12.05.2008 - 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gut, Jan-Hendrik! Zwinkern Ich muß sagen, die 41er sieht sehr unangenehm aus für´s Pferd Grins

Wie war das eigentlich so mit den Pferdegasmasken: Stückzahlen wie viele es in der Deutschen Armee gab, egal ob WK1 oder WK2, werden wir wohl niemals finden.
ABER: wo wurden sie aufbewahrt, wann wurden sie verteilt, wer entschied das? Wie lief das ab? Es trug ja nicht jeder Reiter oder Gespannfahrer noch die Masken für die Pferde mit.....höchstens noch die Futterbeutel.

Horrido!

Nicole
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dauerwelle
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BeitragBeitrags-Nr.: 147513 | Verfasst am: 14.05.2008 - 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

Es betrifft zwar schon die Wehrmacht und den Krieg, aber da wir schon dabei sind:
http://i28.tinypic.com/2l9jfhx.jpg
http://i25.tinypic.com/2zems5h.jpg
http://i31.tinypic.com/2ypmbf9.jpg
http://i25.tinypic.com/2v7temv.jpg

W. Zieger, „Das deutsche Heeresveterinärwesen im Zweiten Weltkrieg“
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 165079 | Verfasst am: 23.12.2008 - 01:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Interessantes Buch zum Thema Giftgas dürfte auch das Buch von Gerhard Grümmer, "Giftküchen des Teufels", sein. Erschienen im Militärverlag der DDR, auf Amazon und antiquarisch für kleines Geld zu bekommen.

Dort geht es von den Vorbereitungen des allerersten Blasangriffes über die Einsätze der Verschiedenen Kampfstoffe im ersten Weltkrieg über die Italienischen Giftgaseinsätze in Afrika hin zur Produktion in Dyherrnfurth. Außerdem ein großes Kapitel über die Entlaubungsmitteleinsätze in Südostasien und was auch noch interessieren dürfte....Es gibt werden auch Unfälle in Chemiefabriken wie Ludwigshafen und Seveso beleuchtet.
Alles in allem ein lesenswertes Buch. Ich habs selber im Schrank stehen.

Ach ja, die Japaner gabs im 2. Weltkrieg auch , allerdings hatten die weniger Chemiewaffen im Sinn...
Die Japaner haben Viel Energie in die Entwicklung von Biowaffen gelegt. Gerade im besetzten China wurden grausame Experimente mit diversen Erregern an Menschen durchgeführt.
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seekarnickel
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BeitragBeitrags-Nr.: 165084 | Verfasst am: 23.12.2008 - 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Franz. haben auch beim Überfall auf Frankreich im 2 Weltkrieg Giftgas eingesetzt hat aber nicht viel gebracht gehabt.
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BeitragBeitrags-Nr.: 165085 | Verfasst am: 23.12.2008 - 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Bei welchem Überfall auf Frankreich?

Horrido!

Nicole
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seekarnickel
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BeitragBeitrags-Nr.: 165086 | Verfasst am: 23.12.2008 - 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Meine den Angriff am 10.Mai 1940 auf Frankreich (man sagt auch Überfall dazu)
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Rellem
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BeitragBeitrags-Nr.: 165088 | Verfasst am: 23.12.2008 - 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi @ll
Gelöscht, wegen voll daneben....
Gruss
Rene


Zuletzt bearbeitet von Rellem am 23.12.2008 - 12:18, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 165089 | Verfasst am: 23.12.2008 - 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Wo denn??

Mir ist nur bekannt, daß Frankreich dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg erklärt hat.

Wüßte nicht, wie das funktionieren soll, wie man jemanden überfallen kann, der einem selber den Krieg erklärt hat.

Horrido!

Nicole
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