Reichsarbeitsdienst (RAD)
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 174314 | Verfasst am: 02.08.2009 - 17:50    Titel: Reichsarbeitsdienst (RAD) Antworten mit Zitat

Der Reichsarbeitsdienst

erwuchs aus einer ähnlichen, früheren Organisation der NSDAP, die 1931 geschaffen worden war und den Namen NS-Freiwilliger Arbeitsdienst (FAD) trug. [1]
Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl legte bereits kurz nach der Einführung der Wehrhoheit einen Gesetzentwurf zur Einführung der Arbeitsdienstpflicht vor, der am 26.06.1935 im Reichskabinett beraten und selbigen Tages als Reichsarbeitsdienstgesetz verabschiedet wurde.
Die ersten beiden maßgeblichen Sätze des Art. 1 hießen: "Der Reichsarbeitsdienst ist Ehrendienst am Deutschen Volke. Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihrem Volke im Reichsarbeitsdienst zu dienen."
Die allgemeine Arbeitsdienstpflicht begann am 01.10.1935 mit der Einstellung des Geburtenjahrganges 1915. Zum Dienst im RAD waren alle männlichen Deutschen verpflichte, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Die Dienstpflicht endete mit dem 25. Lebensjahr. Freiwilliger Arbeitsdienst war vor Vollendung des 17. Lebensjahr an möglich. Die Arbeitsdienstpflichtigen wurden durch eigene Meldeämter des RAD ausgehoben. Für auslandsdeutsche Dienstpflichtige war die Meldestelle beim Polizeipräsidium Berlin zuständig.

Die Führung des RAD (unterstand dem RM d. Innern) lag in den Händen des Reichsarbeitsführers mit seinem Arbeitsstab der Reichsleitung des RAD in Berlin. Der Reichsleitung des RAD unterstanden 30 Arbeitsgaue (1935-1936), 13 Bezirksleitungen des RADwJ, 32 Haupt- und 270 Meldeämter sowie die Schulen.
Gliederung des RAD 1937 (ohne RADwJ):
Reichsleitung (Berlin-Grunewald)
Reichsarbeitsführer: Konstantin Hierl
1. Adjutant: Arbeitsführer Erb
Amts-Chef: Dr. Stamm
Amtsleitungen (Berlin-Grunewald)
Dienstamt: Generalarbeitsführer v. Gönner
Personalamt: Generalarbeitsführer Frhr. Loeffelholz von Colberg
Erziehungs- und Ausbildungsamt: Generalarbeitsführer Dr. Decker
Amt für Arbeitsleitung: Generalarbeitsführer Tholens
Verwaltungs- und Wirtschaftsamt: Dr. Schmeidler
Gesundheitsamt: Oberstarbeitsarzt Dr. Schroeder
Rechtshof: Generalarbeitsführer Busse
Presseamt: Ehrengauführer Kampmann
Arbeitsgauleitungen
I = Ostpreußen (Generalarbeitsführer Eisenbeck)
IV = Pommern-Ost (Oberstarbeitsführer v. Wenckstern)
V = Pommern-West (Oberstarbeitsführer Oswald)
VI = Mecklenburg (Generalarbeitsführer Schroeder)
VII = Schleswig-Holstein (Oberstarbeitsführer Triebel)
VIII = Ostmark (Oberstarbeitsführer v. Rautter)
IX = Brandenburg (Oberstarbeitsführer Bormann)
X = Niederschlesien (Generalarbeitsführer Koch)
XI = Mittelschlesien (Oberstarbeitsführer Arndt)
XII = Oberschlesien (Oberstarbeitsführer Heinze)
XIII = Magdeburg-Anhalt (Oberstarbeitsführer Prentzel)
XIV = Merseburg-Halle (Generalarbeitsführer Simon)
XV = Sachsen (Generalarbeitsführer v. Alten)
XVI = Westfalen-Nord (Generalarbeitsführer Köhler)
XVII = Niedersachsen-Mitte (Oberstarbeitsführer Klein)
XVIII = Niedersachsen-Ost (Generalarbeitsführer Dr. Wagner)
XIX = Niedersachsen-West (Oberstarbeitsführer zur Loye)
XX = Westfalen-Süd ( Oberstarbeitsführer Krichbaum)
XXI = Niederrhein (Oberstarbeitsführer Blanck)
XXII= Hessen-Nord (Oberstarbeitsführer Neuerburg)
XXIII = Thüringen (Generalarbeitsführer Schmückle)
XXIV = Mittelrhein (Oberstarbeitsführer Etterich)
XXV = Hessen-Süd (Oberstarbeitsführer Faatz)
XXVI = Württemberg (Oberstarbeitsführer Müller)
XXVII = Baden (Oberstarbeitsführer Helff)
XXVIII = Franken (Generalarbeitsführer Dr. Henrici)
XXIX = Bayern-Ostmark (Generalarbeitsführer Laur)
XXX = Bayern-Hochland (Generalarbeitsführer Baumann)
XXXI = Emsland (Generalarbeitsführer Schinnerer)
XXXII = Saar-Pfalz (Oberstarbeitsführer Klockner)
Schulen
Reichsschule = Potsdam
Bezirksschulen = Murnau, Rendsburg, Steinach, Eisenach und Burg Katz
Feldmeisterschulen = Golm, Großstädtln, Lünen, Murnau und Bad Schwalbach -
hinzu kamen noch 16 Truppführerschulen.
Die Anzahl der Arbeitsgaue hatte sich 1939 infolge der 'Zellteilung' (z.B. aus Gau XIX) erhöht. Diese Arbeitsgaue verfügten über 182 Arbeitsgruppen mit 1260 Arbeitsabteilungen. Die Stärke des RAD betrug im Jahr 1937 ca. 200.000 Mann.
Eine RAD-Abteilung bestand aus drei Zügen mit insgesamt 156 Mann. Hierzu gehörten 3 Führer der mittleren und ca. 10 Führer der unteren Laufbahn sowie ein Amtswalter. Je nach Anforderung konnten Führeranwärter, Köche und Monteure - letztere im Zivilvertrag - zugewiesen werden.
A.H. stiftete am 30.01.1938 die "Dienstauszeichnung für den Reichsarbeitsdienst"".
Diese Auszeichnung wurde in vier Stufen verliehen (Bronze, Silber, Gold und Gold mit eingewebtem Hoheitszeichen am Bande). Diese ovalförmige Auszeichnung trug Spaten und Ähre, für den RADwJ das Hakenkreuz über zwei Ähren.
Am 19. April 1938 wurde die Verordnung über die Einführung des RAD in Österreich zu, 01. Oktober 1938 erlassen. Die Bildung der Arbeitsgaue XXXIII (Innsbruck), XXXIV (Linz), XXXV (Wien) und XXXVI (Graz) erfolgte am 01. Juli 1938.
Das Jahr 1939 brachte am 27. April die Reichsarbeitsdienstpflicht für die Bewohner des Memellandes. Der Reichsprotektor in Böhmen und Mähren erließ am 01. August die Anordnungen über die RAD-Pflicht im Protektorat und am 01. Oktober 1939 wurde in den sudetendeutschen Gebieten die RAD-Pflicht eingeführt.
Im Sommer 1939 bestanden 39 Arbeitsgaue (XXXVII = Sudetenland-West, XXXVIII = Sudetenland-Ost, XXXIX = Böhmen und Mähren). Es existierten derzeit 43 Hauptmeldeämter mit den entsprechenden Meldeämtern, diese befanden sich oftmals mit den gleichartigen Wehrmachtsdiensstellen in einem Haus.
Uniformierung
Die Uniform des RAD entsprach weitgehend der frühen Uniform des FAD. Beide verwendeten als Uniformfarbe das Erdbraun, auch die Besatz- und Paspelierungsfarbe, ein Dunkel- oder Schokoladenbraun. Diese Farben sollten die Verbundenheit zur Erde und zum Acker hinweisen. Das Rangabzeichen-System begann mit Verwendung einfacher silberfarbenen Abzeichen auf schwarzen Kragenspiegeln beim FAD und einfachen Schulterstücken. 1939 begann die Einführung von roten und weißen Abzeichen auf den Kragenspiegeln, die 1940 eine weitere Änderung erfuhren, wobei die Schulterstücke unverändert blieben. 1943 erfolgte eine erneute Änderung der Dienstgradabzeichen, d.h. die Form der Schulterstücke wurde militärischer, neue "Waffenfarben eingeführt und die Kragenspiegel erfuhren ebenfalls eine Veränderung.
Ein dunkles Flaschengrün als "Waffenfarbe" war für das Personal der RAD-Verwaltung, Kornblumenblau für den medizinischen Dienst vorgesehen. Der Gebrauch des "Spaten-Ärmelabzeichens" galt von Erschaffung des RAD bis Ende des 2. Weltkrieges. In geringer Zahl waren auch Ärmelbänder getragen. Das farbenprächtigste war das Ärmelband "Anhalt" (Rot und Grün), das von ausgesuchten Einheiten des RAD getragen wurde. Dieses erinnerte daran, dass der Freistaat Anhalt und dessen Führung immer Sympathien für den Nationalsozialismus gehegt haben, und der erste war, der den Arbeitsdienst auf staatlicher Grundlage eingeführt hatte.


[1] Ein Beitrag hierzu folgt später bzw. am Ende!

Gruß Uwe2


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BeitragBeitrags-Nr.: 174330 | Verfasst am: 03.08.2009 - 08:51    Titel: Weiblicher Arbeitsdienst (RADwJ) 1933-1939 Antworten mit Zitat

Der dt. Frauenarbeitsdienst hatte sich außerhalb der männlichen Organisation des Freiwilligen Arbeitsdienstes entwickelt. Im Mittelpunkt dieses Dienstes stand die Erziehung der weiblichen Jugend zu Hausfrauen und Müttern sowie der praktische Einsatz der Mädchen in den Familien der Bauern und Siedler. Die spätere Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink war die Organisatorin und Leiterin dieses Arbeitsvorhabens bis 1935. Sie setzte auch durch, dass Ende 1933 Richtlinien für die Anerkennung der Arbeitsvorhaben im Deutschen Frauenarbeitsdienst vereinbart wurden.
Der Frauenarbeitsdienst verfügte am 17.06.1935 über 382 Frauenarbeitsdienstheime mit 11.457 Mädchen. Mit dem 01. April 1936 wurden Reichsleitung und der bisherige selbständige Verein des Frauenarbeitsdienstes aufgelöst und als "Arbeitsdienst für die weibliche Jugend" dem Reichsarbeitsführer unterstellt. Zu dieser zeit gab es im Reich 108 Bauern-, 116 Siedler- und 103 Kinder- und Krankenbetreuungslager. In diesen Lagern waren ca. 25.000 Arbeitsmaiden eingesetzt. Sie waren entweder auf Bauernhöfen als Hilfskräfte (Mägde) oder in landwirtschaftlichen Siedlungen als Kindermädchen tätig. Ausserdem als Säuglingsschwestern, Lehrerinnen, Sanitätspersonal und auch als Haushaltshilfen bei kinderreichen Familien in landwirtschaftlichen Betrieben. In den Städten gab es keine Lager des RADwJ.
Die Anzahl der Lager hatten sich bis 1937 auf 600 erhöht und hatten jeweils eine einheitliche Belegung, d.h. 35 Arbeitsmaiden, 3 Kameradschaftsälteste und Gehilfinnen sowie eine Lagerführerin. Diese 600 Lager waren zu 32 Lagergruppen zusammengeschlossen, die den 13 Bezirksleitungen (1937) unterstellt waren:
Bezirk
I = Ostpreußen (Bezirksführerin Valendy)
II = Pommern (Bezirksführerin Eckert)
III = Nordmark (Bezirksführerin Wolf)
IV = Kurmark (Bezirksführerin Dr. Lemke)
V = Schlesien (Bezirksführerin Wolter)
VI = Mitteldeutschland (Bezirksführerin Kindscher)
VII = Sachsen (Bezirksführerin Strathmann)
VIII = Niedersachsen (Bezirksführerin Sagemühl)
IX = Westfalen (Bezirksführerin Buhtz)
X = Rheinland (Bezirksführerin Haas)
XI = Hessen (Bezirksführerin Hornung)
XII = Südwestdeutschland (Bezirksführerin Hammer)
XIII = Bayern (Bezirksführerin Möricke)

Die Führerinnen des RADwJ wurden auf den 4 Bezirksführerinnenschulen in Book (Pommern), Bingenheim (Hessen), Marklohe (Weser) und Groß-Sedlitz (Sachsen) ausgebildet. Den Führerinnen der höheren Laufbahn war die Reichsschule in Finowfurt bei Eberswalde vorbehalten.
Die Einführung der RADwJ-Dienstpflicht erfolgte ziemlich spät, d.h. erst am 04. September 1939.


Gruß Uwe2


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BeitragBeitrags-Nr.: 192943 | Verfasst am: 08.03.2011 - 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Standorte im Arbeitsgau XVII (17) Niedersachsen-Mitte am 01.10.1936
Sitz der Arbeitsgauleitung: Bremen

Sitz der Gruppenleitung 170: Bremervörde
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/170 = Bremervörde
2/170 = Klenkerholzer Moor
3/170 = Bornberg
4/170 = Kahnlager Kehdingen
5/170 = Sahlenburg
6/170 = Cappel
7/170 = Stickenbüttel
8/170 = Neuwerk
9/170 = Assel
10/170 = Osten(?)

Standort der Gruppenleitung 171: Osterholz-Scharmbeck
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/171 = Oldendorf
2/171 = Wremen
3/171 = Wurthfleth
4/171 = Osterholz-Scharmbeck
5/171 = Frankenburg
6/171 = Rüten
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Burko, Werderhöhe]

Standort der Gruppenleitung 172: Rotenburg/Wümme
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/172 = Hämelheide
2/172 = Gothard
3/172 = Achim
4/172 = Ottersberg
5/172 = Zeven
6/172 = Thedinghausen
7/172 = Wilstedt

Standort der Gruppenleitung 173: Sulingen
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/173 = Barnstorf
2/173 = Petershagen
3/173 = Sulingen
4/173 = Oppenwehe
5/173 = Harpstedt
6/173 = Wagenfeld-F
7/173 = Wagenfeld-N
8/173 = Preussisch-Ströhen
9/173 = Schmalförden

Standort der Gruppenleitung 174: Nienburg/Weser
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/174 = Nienburg/Weser
2/174 = Stolzenau
3/174 = Neustadt/Leine
4/174 = Barsinghausen
5/174 = Wunstorf
6/174 = Rodewald
7/174 = Eldagsen
8/174 = Siedenburg
9/174 = Borstel
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 26.06.2011 - 08:30, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 192947 | Verfasst am: 08.03.2011 - 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Standorte im Arbeitsgau XI (11) Mittelschlesien am 01.10.1936
Sitz der Arbeitsgauleitung: Breslau

Sitz der Gruppenleitung 110: Wohlau
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/110 = Wohlau
2/110 = Herrnstadt I
3/110 = Köben
4/110 = Dyhernfurth
5/110 = Wilhelmsbruch
6/110 = Friedrichshain
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Herrnstadt II, Ostrawe]

Sitz der Gruppenleitung 111: Trebnitz
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/111 = Trebnitz
2/111 = Werdermühle
3/111 = Groß Ujeschütz (?)
4/111 = Militsch
5/111 = Trachenberg
6/111 = Jagatschütz
7/111 = Bartnig
8/111 = Neumittelwalde

Sitz der Gruppenleitung 112: Breslau
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/112 = Oels
2/112 = Kraftborn
3/112 = Bernstadt
4/112 = Langewiese
5/112 = Zobben
6/112 = Vogelherd
7/112 = Fürsten Ellguth
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Striegau]

Sitz der Gruppenleitung 113: Ohlau
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/113 = Ohlau
2/113 = Eckersdorf
3/113 = Brieg
4/113 = Strehlen
5/113 = Steindorf
6/113 = Riebnig
7/113 = Namslau
8/113 = Bachwitz

Sitz der Gruppenleitung 114: Glatz
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/114 = Glatz
2/114 = Silberberg
3/114 = Grunwald
4/114 = Kamnitz
5/114 = Habelschwerdt
6/114 = Dörnikau
7/114 = Landeck
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Kudowa]

Sitz der Gruppenleitung 115: Freiburg
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/115 = Freiburg
2/115 = Langenbielau
3/115 = verlegt
4/115 = Friedland
5/115 = Nimptsch
6/115 = Gräditz
7/116 = Groß Ellguth
8/115 = Schweidnitz
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Waldenburg, Göbersdorf]
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Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 09.03.2011 - 11:19, insgesamt einmal bearbeitet
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SP4
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BeitragBeitrags-Nr.: 192951 | Verfasst am: 08.03.2011 - 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo UHF51!

Könntest Du mir die Personalstärke des RADs für das Frühjahr 1939 mitteilen? Winken

Vor allem,was an Arbeitern wirklich verfügbar war(ohne Verwaltungspersonal).

Gruss Marc
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BeitragBeitrags-Nr.: 192957 | Verfasst am: 09.03.2011 - 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

SP4 hat Folgendes geschrieben:
Hallo UHF51!

Könntest Du mir die Personalstärke des RADs für das Frühjahr 1939 mitteilen? Winken

Vor allem,was an Arbeitern wirklich verfügbar war(ohne Verwaltungspersonal).

Gruss Marc


Das kann m.E. niemand bzw. ist unmöglich! Aber dafür gibt es ja die wirklichen "Crack's" im FdW, viell. können diese es Dir mitteilen.

[...]
Der Reichsarbeitsdienst
Das Reichsarbeitsdienstgesetz 1935

Reichsarbeitsführer Hierl legte bereits kurz nach Einführung der Wehrhoheit einen Gesetzentwurf zur Einführung der Arbeitsdienstpflicht vor, der am 26.06.1935 im Reichskabinett beraten und noch am selben Tag als Reichsarbeitsdienstgesetz verabschiedet wurde. Die ersten beiden Sätze des Artikels 1 lauteten: "Der Reichsarbeitsdienst ist Ehrendienst am Deutschen Volke. Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihren Volke im Reichsarbeitsdienst zu dienen."
Damit war die Unterstellung des Reichsarbeitsdienstes unter die NSDAP aufgehoben. Die Angehörigen des Reichs-arbeitsdienstes - kurz RAD genannt - durften zwar der Partei angehören, sich jedoch im Dienste derselben oder ihrer Gliederungen nicht betätigen. Bereits am Tage nach der Erlassung des Gesetzes erfolgte der Erlass über die Dauer der Dienstzeit und die Stärke des RAD. Die Dauer wurde endgültig auf ½ Jahr und die Stärke zunächst auf 200.000 und dann allmählich steigend auf 300.000 Mann einschließlich dem Stammpersonal festgelegt.
Die allgemeine Arbeitsdienstpflicht begann am 01.10.1935 mit der Einstellung des Geburtsjahrgangs 1915. Zum Dienst im RAD waren alle männlichen Deutschen verpflichtet, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Die Dienstpflicht endete mit dem 25. Lebensjahr. Freiwilliger Eintritt in den RAD war von Vollendung des 17. Lebensjahres an möglich. Die Arbeitsdienstpflichtigen wurden durch die eigenen Meldeämter des RAD ausgehoben, für die auslandsdeutschen Dienstpflichtigen waren die Meldestelle beim Polizeipräsidium Berlin zuständig.
Der Diensteid der Arbeitsdienstpflichtigen lautete:
"Ich schwöre: Ich will dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, unverbrüchliche Treue wahren, ihm und den von ihm bestellten Führern unbedingten Gehorsam leisten, meine Dienstpflicht gewissenhaft erfüllen und allen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes ein guter Kamerad sein!"
[...]
Doch mittlerweile zeichneten sich bereits die Vorläufer verschärfter außenpolitischer Geschehnisse ab. Schon am 19.04.1938 wurde die Verordnung über die Einführung des RAD in Österreich zum 01.10.1938 erlassen. Die Bildung der Arbeitsgaue XXXIII (Innsbruck), XXXIV (Linz), XXXV (Wien) und XXXVI (Graz) erfolgten am 01.07.1938.
Das Jahr 1939 brachte am 27.04.1939 die Reichsarbeitsdienstpflicht für die Bewohner des Memellandes. Der Reichsprotektor in Böhmen und Mähren erließ am 01.08.1939 die Anordnungen über die RAD-Pflicht im Protektorat (XXXIX Böhmen und Mähren) und am 01.10.1939 wurde in den sudetendeutschen Gebieten (XXXVII Sudetenland-West und XXXVIII Sudetenland-Ost) die RAD-Pflicht eingeführt.
Der Sommer 1939 zeigte insgesamt eine Organisation von 39 Arbeitsgauen. Es existierten ferner 43 Hauptmeldeämter mit den entsprechenden Meldeämtern, wobei sich diese oft mit denselben Dienststellen der Wehrmacht in einem Haus befanden.
[...]
Quelle: Der Reichsarbeitsdienst, Werner Haupt in DSJB 1983-1987
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BeitragBeitrags-Nr.: 192959 | Verfasst am: 09.03.2011 - 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Standorte im Arbeitsgau XX (20b) Westfalen-Süd am 31.03.1937
Sitz der Arbeitsgauleitung: Dortmund

Sitz der Gruppenleitung 204: Olpe/Westf.
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/204 = Herscheid
2/204 = Kierspe
3/204 = Valbert
4/204 = Rönsal
5/204 = Olpe/Westf.
6/204 = Prün
7/204 = Kirchhundem

Sitz der Gruppenleitung 205: Menden
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/205 = Schwitten
2/205 = Lanstrop
3/205 = Lendringsen
4/205 = verlegt
5/205 = verlegt
6/205 = Frömern
7/205 = Sümmern
8/205 = Ergste
9/205 = Alt-Gruland
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Bergkamen, Kurl]

Sitz der Gruppenleitung 206: Hagen/Westf.
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/206 = Heedfeld
2/206 = Herzkamp
3/206 = verlegt?
4/206 = Wiblingwerde
5/206 = Breckerfeld
7/206 = Bredenscheid
8/206 = Hagen/Westf.
9/206 = Lüdenscheid
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Silschede]

Sitz der Gruppenleitung 207: Soest
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/207 = ?
2/207 = Hultrop
3/207 = Rhynern
4/207 = Hirschberg/Westf.
5/207 = Rüthen
6/207 = Nord-Dinker
7/207 = Lippstadt
11/208 = Arnsberg
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Geseke, Neheim]

Sitz der Gruppenleitung 208: Bestwig
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/208 = Velmede
2/208 = Eslohe
3/208 = Felbecke
4/208 = (verlegt, früher Hallenberg?)
5/208 = Brilon
6/208 = Bredelar
7/208 = Winterberg
8/208 = Winkhausen
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Hallenberg]

Sitz der Gruppenleitung 209: Siegen
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/209 = Ferndorf
2/209 = Würgendorf
3/209 = verlegt
4/209 = Hilchenbach
5/209 = Berleburg
6/209 = verlegt
7/209 = Niederschelden
8/209 = Seelbach b.Siegen
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Elsoff, Beienbach]
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BeitragBeitrags-Nr.: 192996 | Verfasst am: 10.03.2011 - 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

Arbeitsgau XXVII (27) Baden, Stand vom 01.10.1936
Sitz der Arbeitsgauleitung: Karlsruhe

Sitz der Gruppenleitung 270: Heidelberg
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/270 = Schollbrunn
2/270 = Buchen
3/270 = Kirchheim
4/270 = ?
5/270 = Neckargerach

Sitz der Gruppenleitung 271: Baden-Baden
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/271 = Offenburg
2/271 = Achern I
3/271 = Bühl
4/271 = Sinzheim
5/271 = Rippoldsau
6/271 = Baden-Baden
7/271 = Achern II
8/271 = Leiberstung
9/271 = Wagshurst
10/271 = Renchen
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Rastatt]

Sitz der Gruppenleitung 272: Freiburg/Breisgau
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/272 = verlegt?
2/272 = Ettenheim
3/272 = Breisach
4/272 = Freiburg/Breisgau
5/272 = Wies
6/272 = Lahr
7/272 = Amrigschwand
[Ehem. StO. einer RAD-Abt. die verlegt wurde: Emmendingen, Müllheim]

Sitz der Gruppenleitung 273: Überlingen
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/273 = Donaueschingen
2/273 = Überlingen
3/273 = Konstanz
4/273 = Messkirch
5/273 = ?
6/273 = Villingen
7/273 = Grasbeuren

Sitz der Gruppenleitung 274: Bruchsal
Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/274 = Bruchsal
2/274 = Kammerforst
3/274 = Graben
4/274 = Neudorf
5/274 = Russheim
6/274 = Huttenheim II
7/274 = Huttenheim I
8/274 = Lidolsheim
9/274 = Germersheim

Sitz der Gruppenleitung 275: Durlach

Standorte und Nummern der RAD-Abteilungen:
1/275 = Leopoldshafen
2/275 = Eggenstein
3/275 = ?
4/275 = Durlach
5/275 = Grötzingen
6/275 = Blankenloch
7/275 = Büchenau
8/275 = Pforzheim
9/275 = ?
10/275 = Langensteinbach
Winken
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gebirgsmarine
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BeitragBeitrags-Nr.: 194605 | Verfasst am: 09.05.2011 - 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zum Arbeitsgau XXVII (27) Baden,

Gruppe 270: Heidelberg

1/270 = Schollbrunn

--------------------------

Dieses Lager ist zwar geplant, und auch durch Pachtvertrag u.ä. mit der Gemeinde Schollbrunn bestätigt, aber nie erbaut worden.

Grund dafür könnte die unmittelbare Nähe des Lagers 5/270 bei Neckargerach , wenige Kilometer südlich gewesen sein. Dort wurden ua.a ab 44 auch KZ-Häftlinge untergebracht, zur Arbeit in den nahen unterirdischen Flugzeugfabriken.
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BeitragBeitrags-Nr.: 195483 | Verfasst am: 23.06.2011 - 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Arbeitsgau XXVII Baden 1939
Generalarbeitsführer Helff

Gruppe 271 "Mittelbaden": Baden-Baden
Arbeitsführer Dr. Schneider
Stabsleiter: Oberstfeldmeister Kämpf

RAD-Abt. 2/271 "Christoph von Grimmelshausen" = Achern, Oberstfeldmeister Eiermann
RAD-Abt. 4/271 "Carl Guwang" = Sinzheim Post Kartung, Oberfeldmeister Zaglauer
RAD-Abt. 8/271 "Viktor von Scheffel" = Leiberstung, Oberfeldmeister Mittelstädt
RAD-Abt. 9/271 "Marschall von Bieberstein" = Freistett, Oberstfeldmeister Koepfer
RAD-Abt. 10/271 "Markgraf Karl Friedrich" = Wagshurst, Oberfeldmeister Frotscher
RAD-Abt. 11/271 "Rheingraf v. Salm-Grumbach" = Rastatt, Oberstfeldmeister Pouplier
RAD-Abt. 12/271 "Altreichskanzler" = Memprechtshofen, Oberfeldmeister Rothenburger
RAD-Abt. 13/271 "Jakob Wimpfeling" = Rheinbischofsheim, Oberstfeldmeister Tinsel

Gruppe 272 "Schwarzwald": Freiburg i. Breisgau:
Arbeitsführer Scheurlen
Stabsleiter: Oberstfeldmeister Dr. Reußner

RAD-Abt. 1/272 "Hans Baldung" = Laufenburg, Oberstfeldmeister Preuß
RAD-Abt. 2/272 "Franz Anslinger" = Ettenheim, Oberstfeldmeister Teufel
RAD-Abt. 3/272 "Josef Wasmer" = Achkarren, Oberstfeldmeister Schäfer
RAD-Abt. 4/272 "Albert Leo Schlageter" = Freiburg i. Breisgau, Oberstfeldmeister Weber
RAD-Abt. 5/272 "Winter-Steinen" = Wies, Oberstfeldmeister Stantke
RAD-Abt. 6/272 "Alt-Breisach" = Achkarren II, Oberstfeldmeister Ey
RAD-Abt. 7/272 "Hans Thoma" = Amringschwand, Oberfeldmeister Spurk

Gruppe 273 "Ortenau": Offenburg
Arbeitsführer Lehmann
Stabsleiter: Oberstfeldmeister Bierkamp

RAD-Abt. 1/273 "Markgraf Georg Friedrich" = Offenburg, Oberstfeldmeister Dr. Löw
RAD-Abt. 2/273 "Johann Peter Hebel" = Rippoldsau, Oberstfeldmeister Haag
RAD-Abt. 3/273 "Ernst von Schwaben" = Renchen III, Oberfeldmeister Firnhaber
RAD-Abt. 4/273 "Heinrich Gutsche" = Renchen I, Oberstfeldmeister Albert
RAD-Abt. 5/273 "Gugelbastian" = Renchen II, Oberstfeldmeister Fundis
RAD-Abt. 6/273 "Paul Billet" = Lahr, Oberstfeldmeister Mairon
RAD-Abt. 7/273 = Urloffen, Oberstfeldmeister Dalheimer
RAD-Abt. 8/273 "Sebastian Brant" = Dundenheim, Oberstfeldmeister Pfahl
RAD-Abt. 9/273 = Schutterzell, Oberstfeldmeister Dolch
RAD-Abt. 10/273 "Friedrich Lienhard" = Willstätt, Oberfeldmeister Scheller

Gruppe 275 "Pfinzgau": Karlsruhe-Durlach
Arbeitsführer Dummlert
Stabsleiter: Oberstfeldmeister Breiding

RAD-Abt. 1/270 "Heinrich Lanz" = Schollbrunn, Oberfeldmeister Gasser
[Abt. ist seit 01.07.1936 auf dem Arbeitsvorhaben "Bauernsiedlung Lauerskreuz" angesetzt.]
RAD-Abt. 4/270 "Eugen Friedrich Klink" = Odenheim, Oberstfeldmeister Burger
RAD-Abt. 5/270 "Jakob Ihrig" = Neckargerach, Oberstfeldmeister Serr
RAD-Abt. 2/274 "Carl Benz" = Kammerforst, Oberstfeldmeister Wetz
RAD-Abt. 5/274 "Karl Freiherr von Drais" = Rußheim, Oberstfeldmeister Werner
RAD-Abt. 7/274 "Robert Gerwig" = Huttenheim, Oberstfeldmeister Hänsel
RAD-Abt. 8/274 "Gustav Kammerer" = Liedolsheim, Oberstfeldmeister Bischoff
RAD-Abt. 2/275 "Leo Berger" = Eggenstein, Oberstfeldmeister Benner
RAD-Abt. 4/275 "Franz Sigel" = Karlsruhe-Durlach, Oberstfeldmeister Ackermann
RAD-Abt. 6/275 "Joß Fritz" = Blankenloch, Oberstfeldmeister Gaartz
RAD-Abt. 7/275 "General von Gallwitz" = Büchenau, Oberstfeldmeister Jochim

Anmerkung: Obige RAD-Abt. beiteiligten sich u.a. zusammengefasst am Groß-Arbeitsvorhaben "Pfinz-Saalbach-Korrektion".

Gruß Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 11.04.2014 - 16:39, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 195493 | Verfasst am: 24.06.2011 - 10:55    Titel: Gruppen/RAD-Abteilungen beim Bau des Westwalles Antworten mit Zitat

Die beim Bau des Westwalles in Baden disloszierte und beteiligte RAD-Gruppen, sowie deren unterstellten RAD-Abt. mit den jeweiligen 'Tarnbezeichnungen' in Klammern

Gruppe 274 (R I) "Kraichgau": Bruchsal
Arbeitsführer Vaupel
Stabsleiter: Arbeitsführer Stüber

RAD-Abt. 3/292 (R I/1a) "Walhalla" = Rußheim, Oberstfeldmeister Lunz
RAD-Abt. 6/260 (R I/1b) "Friedrich von Schiller" = Liedolsheim (fr. Großbottwar), Oberstfeldmeister Bunk
RAD-Abt. 3/295 (R I/2) "König Albrecht I." = Hochstetten, Oberstfeldmeister Döblin
RAD-Abt. 2/220 (R I/3a) "Rudolf von Eschwege" = Eggenstein, Oberstfeldmeister Nonnenmacher
RAD-Abt. 1/275 (R I/3b) "Markgraf Karl Wilhelm" = Leopoldshafen, Oberstfeldmeister Heinz
RAD-Abt. 1/261 (R I/4) "Wilhelm Tell" = Knielingen, Oberstfeldmeister Mußotter
RAD-Abt. 1/238 (R I/5) "Berthold von Schweinfurt" = Knielingen, Oberstfeldmeister Lerm
RAD-Abt. 1/286 (R I/6a) "Heinrich von Schaumberg" = Forchheim, Oberstfeldmeister Löhlein
RAD-Abt. 1/264 (R I/6b) = Forchheim, Oberstfeldmeister Tietz
RAD-Abt. 2/293 (R I/7a) "Friedrich Graf von Bogen" = Au am Rhein, Oberstfeldmeister Reinemer
RAD-Abt. 1/265 (R I/7b) "Siegfriedshalde" = Au am Rhein, Oberstfeldmeister Baumetz
RAD-Abt. 7/304 (R I/8a) "Georg von Frundberg" = Steinmauern, Oberstfeldmeister Grün
RAD-Abt. 5/285 (R I/8b) "Florian Geyer" = Steinmauern, Oberstfeldmeister Halbig

Gruppe 296 (R II): Rastatt (früher Neumarkt/Oberpfalz)
Arbeitsführer Firgau
Stabsleiter: Bühler

RAD-Abt. 1/274 (R II/1a) "Anton Eisenhut" = Plittersdorf, Oberfeldmeister Graß
RAD-Abt. 2/290 (R II/1b) "Franz Freiherr von Mercy" = Plittersdorf, Oberstfeldmeister Bär
RAD-Abt. 3/274 (R II/2a) "Suebenkönig Ariovist" = Wintersdorf, Oberstfeldmeister Häber
RAD-Abt. 5/293 (R II/2b) "Maximilian Schmidt" = Wintersdorf, Oberstfeldmeister Weber (? 3/293)
RAD-Abt. 3/270 (R II/3a) "Gottfried Nadler" = Söllingen, Oberstfeldmeister Repple
RAD-Abt. 4/296 (R II/3b) "Herzog Ludwig der Strenge" = Hügelsheim, Oberfeldmeister Vernekohl
RAD-Abt. 1/304 (R II/4a) "Lechfeld 955" = Stollhofen, Oberstfeldmeister Rosenlehner
RAD-Abt. 6/271 (R II/4b) "Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden" = Greffern, Oberstfeldmeister Gromann
RAD-Abt. 1/295 (R II/5a) "Graf Witigo" = Ulm-Lichtenau, Oberstfeldmeister Bach
RAD-Abt. 8/275 (R II/5b) "Berthold Deimling" = Ulm-Lichtenau, Oberstfeldmeister Pauly
RAD-Abt. 6/295 (R II/6a) "Johann Georg Meindl" = Freistett, Oberstfeldmeister Badhorn
RAD-Abt. 7/271 (R II/6b) "Fritz Kröber" = Memprechtshofen, Oberstfeldmeister Kowall
RAD-Abt. 6/220 (R II/7a) "Otto der Schütz" = Diersheim, Oberfeldmeister Zeumer
RAD-Abt. 1/162 (R II/7b) "Ravensberg" = Diersheim, Oberstfeldmeister Süllwald

Gruppe 304 (R III): Kork (Baden)
Arbeitsführer Buz
Stabsleiter: Arbeitsführer Bauer

RAD-Abt. 3/280 (R III/1a) "Ernst Pöhner" = Leutesheim, Oberstfeldmeister Topp
RAD-Abt. 1/301 (R III/1b) "Ritter von Stransky" = Leutersheim, Oberstfeldmeister Leis
RAD-Abt. 3/302 (R III/2a) "Admiral von Hipper" = Sundheim, Oberstfelmeister Neißendörfer (2/302?)
RAD-Abt. 3/306 (R III/2b) "Der Türkensieger Max Emanuel" = Sundheim, Oberfeldmeister Pacius
RAD-Abt. 6/193 (R III/3a) "Friedrich Wilhelm von Steuben" = Goldscheuer, Oberstfeldmeister Abt
RAD-Abt. 6/70 (R III/3b) ""Rungholt" = Goldscheuer, Oberstfeldmeister Carstens
RAD-Abt. 2/70 (R III/4a) "Jürgen Ovens" = Altenheim, Oberstfeldmeister Micheels
RAD-Abt. 3/304 (R III/4b) "Herzog Konrad der Rote" = Altenheim, Oberstfeldmeister Martin
RAD-Abt. 7/221 (R III/5a) "Wilhelm Konrad Röntgen" = Meißenheim, Oberstfelmeister List
RAD-Abt. 3/306 (R III/5b) "Oberland" = Ottenheim, Oberstfeldmeister Bedall

Gruppe 270 (R IV): Waldkirch im Breisgau
Oberarbeitsfüher Groß
Stabsleiter: Arbeitsführer Schmolinski

RAD-Abt. 3/192 (R IV/1) "Focko-Ukena" = Nonnenweier, Oberstfeldmeister Pfeiffer
RAD-Abt. 9/303 (R IV/2) "Johann Jäger" = Kappel am Rhein, Oberfeldmeister Schmaus
RAD-Abt. 5/261 (R IV/3) "Alemannenherzog Theutbald" = Weisweil, Oberstfeldmeister Dönch
RAD-Abt. 5/296 (R IV/4) "Martin Faust" = Sasbach bei Endingen, Oberstfeldmeister Schneider
RAD-Abt. 2/265 (R IV/5) "Oskar Freiherr von Watter" = Jechtingen, Oberstfeldmeister Messinger
RAD-Abt. 7/264 (R IV/6) "Herzog Ludolf von Schwaben" = Breisach, Oberstfeldmeister Friz
RAD-Abt. 5/292 (R IV/7) "Luitpold von Babenberg" = Breisach, Oberstfeldmeister Wagner

Gruppe 261 (R V): Müllheim in Baden
Arbeitsführer Pflaum
Stabsleiter: Oberstfeldmeister Weißer

RAD-Abt. 8/300 (R V/1) "Kurfürst Karl Theodor" = Hartheim, Oberstfeldmeister Adam
RAD-Abt. 2/286 (R V/2) "Hans Sauer" = Grißheim, Oberstfeldmeister Walther
RAD-Abt. 7/260 (R V/3) " Philipp von Hutten" = Neuenburg, Oberstfeldmeister Kramer
RAD-Abt. 4/261 (R V/4) "Gottlieb Daimler" = Schliengen, Oberstfeldmeister Ochsenwadel
RAD-Abt. 6/274 (R V/5) "Schloß Heidelberg" = Wintersweiler, Oberstfeldmeister Sauter
RAD-Abt. 5/275 (R V/6) "Freiherr von Tettenborn" = Eimeldingen, Oberstfeldmeister Leiblein

Gruß Uwe2
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BeitragBeitrags-Nr.: 195519 | Verfasst am: 26.06.2011 - 08:37    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zusammenarbeit mit der Wehrmacht 1938 - 1939

Eine Annäherung von RAD an die Wehrmacht erfolgte erst spät und stieß bis Anfang 1938 auf Misstrauen des OKW. Lediglich am 01.06.1937 wurde von Seiten des RFSS der RAD gebeten, 400 Freiwillige für die SS-Standarten "Germania" und "Deutschland" freizustellen.
Da befahl Hitler am 28.05.1938 den beschleunigten Ausbau der Festungsanlagen im Westen. Neben Bau-Bataillonen des Heeres und Einheiten der "Organisation Todt" [OT] wurde der RAD [1] mehr und mehr zu diesem Einsatz herangezogen. Die Arbeitsgaue XXI, XXXI, XXXII und XXVII stellten 3 Abschnittsstäbe mit 27 Gruppen zu 78 RAD-Abteilungen bereits im Sommer 1938 ab. Der Gau Emsland rückte mit 30 Abteilungen vornehmlich aus dem linksemsländischen Mooren als erster RAD-Gau an den "Westwall".
So waren im Herbst 1938 ca. 10.000 Arbeitsmänner eingesetzt. Die Arbeitsaufgaben wurden ausschließlich durch die leitenden Arbeitsbaustäbe des Heeres bestimmt.
Das veranlasste Hitler u.a., am 10.09.1938 die Unterstellung des RAD unter Befehl des OKW anzuordnen. Der entsprechende Erlass des OKW trug die Nummer 2044-38 g.K./WFA/L IIc. Der Reichsarbeitsdienst verlor damit seine Eigenständigkeit. Der Chef des OKW regelte den Einsatz im Benehmen mit dem Reichsarbeitsdienstführer und die jeweilige Zuteilung der RAD-Abteilungen an die Truppenteile der Wehrmacht. Das OKW befahl bereits am 14.09.1938 den Einsatz des RAD zu Übungen bei der Wehrmacht. Vier Wochen später wurde aufgrund eines Erlasses des OKW die Unterstellung aufgehoben. Lediglich die zum Arbeitseinsatz am "Westwall" verbliebenen Verbände des RAD erhielten ihre Einsatzbefehle weiterhin von den Arbeitsbaustäben des Heeres bzw. der Luftwaffe.
Der von Hitler eingerichtete Reichsverteidigungsrat, zu dem auch der Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl gehörte, traf sich am 18.11.1938 zu seiner ersten Sitzung. Das Hauptthema der Besprechung war der Arbeitseinsatz aller deutschen im Hinblick auf einen eventuellen Krieg. Dabei wurde der Entschluss gefasst, den RAD in seiner jetzigen Struktur zu erhalten, ohne denselben zu vergrößern. Eine Vergrößerung sollte lediglich beim RADwJ vorgenommen werden.
Die Reichsleitung des RAD entschloss sich im Zuge der langsam anlaufenden Kriegsvorbereitungen am 05.02.1939 zu Einführung einer vormilitärischen Ausbildung. Dabei war noch nicht an einen militärischen Einsatz gedacht. Noch in der 2. Sitzung des Reichsverteidigungsrates am 23.06.1939 bestand der Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums, Dr. Syrup, darauf, den Ausbau des RAD sofort abzublocken, um keine weiteren jugendlichen Arbeitskräfte mehr der Volkswirtschaft zu entziehen. Dagegen sollte der Ausbau des RADwJ vermehrt erfolgen, da hierbei Kräfte für die Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden könnten.
Mit dem Anlaufen der Vorbereitungen für die Mobilmachung im August 1939 musste der RAD erste vorbereitende Maßnahmen treffen. Als eine von diesen war der Erlass des Reichsarbeitsführers vom 19.08.1939 anzusehen, nach dem die Amtswalter des RAD jederzeit als Sonderführer der Wehrmacht freizugeben waren.
Die Reichsregierung rief im Sommer 1939 öffentlich zu den Vorbereitungen einer groß angelegten Gedenkfeier für die Schlacht bei Tannenberg auf. In Wirklichkeit dienten diese Vorbereitungen dem verschleierten und getarnten Aufmarsch deutscher Truppen in Ostpreußen. Dazu waren bereits die Reservisten des Wehrkreises I (Königsberg/Ostpreußen) eingezogen, die nun der heimischen Landwirtschaft entzogen wurden. Die Arbeitsgauleitung I (Ostpreußen) erhielt daraufhin den Befehl, den "Ernteeinsatz Tannenberg" durchzuführen. Der Arbeitsgaustab bildete einen Ernteeinsatz-Stab mit Sitz in Königsberg. Dieser war für den Großeinsatz im Sommer 1939 verantwortlich. Zwei Abschnittsstäbe Nord (Tilsit) und Süd (Allenstein) mit 8 unterstellten Erntegruppenstäben leiteten die örtlich bedingten Arbeiten. Bei Beginn der Ernte waren 85 RAD-Abteilungen im Einsatz. Ihre Zahl vermehrte sich auf 115 bis zum Ausbruch des Krieges. Der Schwerpunkt lag vorerst im südlichen Abschnitt, dem gedachten Aufmarschraum der 3. Armee. Weitere Abteilungen das RAD aus allen Gauen des Reiches waren nach wie vor an Flussregulierungen (Frischling, Nogat, Guber, Memel), an der Verbesserung von bereits genutztem Land (Memelniederung und Kurisches Haff) sowie an der weiteren Erschließung von Moor und Ödland (Frisches Haff) eingesetzt. Diese Arbeiten hielten noch an, als am 01.09.1939 der Geschützdonner entlang der Reichsgrenze den Beginn des 2. Weltkrieges ankündigte.

[1]Seidler (Die Organisation Todt, S. 15) gibt eine Zahl von 300 RAD-Abteilungen an.


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 26.06.2011 - 09:15, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 195520 | Verfasst am: 26.06.2011 - 08:40    Titel: Antworten mit Zitat

Der Reichsarbeitsdienst und sein Einsatz im Krieg 1939 - 1945
I. RAD-Baubataillone der Wehrmacht 1939 -1941

Die Vorbereitungen der Deutschen Wehrmacht im Hinblick auf den Ende August 1939 zu erwartenden Kriegsausbruch trafen den Reichsarbeitsdienst mitten in der friedlichen Aufbauarbeit in allen Teilen des Reiches. Die bisherige Zusammenarbeit mit den Dienststellen des Heeres und der Luftwaffe war praktisch erst seit Mai 1938 verstärkt worden, als RAD-Abteilungen am Aufbau des "Westwalls" mitarbeiten mussten. Als sich dann im Hochsommer 1939 der Aufmarsch des Heeres gegen Polen abzeichnete, wurden mehr und mehr Abteilungen nach Ostpreußen verlegt, um hier noch rechtzeitig die Ernte einzubringen.
Mit Beginn der geheimen Mobilmachung Ende August 1939 musste die RAD-Führung darangehen, aus den verschiedenen Arbeitsgauen so genannte Bau-Bataillone aufzustellen. Diese Bau-Bataillone bestanden aus aktiven RAD-Abteilungen, durch Ergänzungspersonal der Heeres- und Luftwaffen-Ersatzeinheiten (Landsturm) aufgefüllt wurden.Am 26. August 1939 bildetet der RAD 29 Abschnitts-Baustäbe. Die ersten 5 Baustäbe entstanden im Wehrkreis II (Stettin), die Baustäbe 6 - 10 im Wehrkreis III (Berlin); 14 - 19 im Wehrkreis V (Stuttgart), 23 - 26 im Wehrkreis VI (Münster) und 31 - 39 im Wehrkreis VIII (Breslau). Damit waren die RAD-Abteilungen in den Grenzgebieten für einen eventuellen Kriegseinsatz als vollwertige leichte Strassenbau-Bataillone der Wehrmacht unterstellt.
Das äußere Kennzeichen dieser Unterstellung bestand aus der gelben Armbinde, die zusätzlich zur bisherigen Uniform angelegt wurde, und die Aufschrift "Deutsche Wehrmacht" trug.
Die 62 für den Wehrmachteinsatz aufgestellten RAD-Bataillone erhielten neue Nummernbezeichnungen, die nun im KSTN von Heer und Luftwaffe geführt wurde. Es entstanden die Bau-Btle. 1 - 15 im Wehrkreis II, 16 - 19 im WK III, 30 - 37 im WK VIII und 40 - 64 im WK V. Die Änderung der RAD-Abt.Nr. in Nummernbezeichnung der Bau-Btle. wurde vom OKH durchgeführt.
Beispielsweise:
RAD-Gruppe 63 Hagenow (Mecklenburg) = Bau-Bataillon 3,
RAD-Gruppe 80 Finsterwalde = Bau-Bataillon 19,
RAD-Gruppe 86 Landsberg/Warthe = Bau-Bataillon 26,
RAD-Gruppe 265 Göppingen = Bau-Bataillon 42,
RAD-Gruppe 271 Rastatt/Baden = Bau-Bataillon 46,
RAD-Gruppe 273 Ottersweil-Bühl = Bau-Bataillon 47,
RAD-Gruppe 264 Überlingen = Bau-Bataillon 64.
Die bisher zum Ernteeinsatz in Ostpreußen eingesetzten 85 RAD-Abteilungen blieben der Arbeitsgauleitung I unterstellt, die wiederum auf Zusammenarbeit mit dem AOK 3 des Heeres angewiesen war. Der Arbeitsgau I stellte außerdem 2 motorisierte Straßenbau-Bataillone auf. Ein weiteres Bataillon dieser Art entstand im ostmärkischen Raum.
Der Reichsarbeitsführer musste einen kleinen Teil des Führer-Stammpersonals zum Fronteinsatz bei der Wehrmacht als Offiziere und Unteroffiziere freigeben. Darunter befanden sich RAD-Führer aller Dienstränge. (Generalarbeitsführer Dr. Henrici, Führer des Arbeitsgau XXVIII (Franken) übernahm z.B. als Generalmajor die Führung der 443. später 555. Inf.Div., die 1940 Straßburg besetzte.)
Mit Beginn und Ausbruch des Krieges wurde am 09. September 1939 das bisherige RAD-Gesetz neu formuliert, das nun die Grundlage für eine Reihe von Verordnungen bildete, die bis 1945 den Geltungsbereich aller RAD-Gesetze, Gebührnis- und Besoldungsfragen, Dienstbeschädigungen und Versorgungen, das Strafrecht und die Disziplinarordnung regelten. Grundsätzlich blieb die Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht weiterhin Voraussetzung für die Einziehung zur Wehrmacht.
Zusätzliche Regelungen wurden selbstverständlich in den nächsten Jahren erlassen. Der Kriegseinsatz des RAD wurde durch Verordnung des Ministerrats für die Reichsverteidigung vom 20. Dezember 1939 (RGBl. I, Seite 2465) festgesetzt, u.a.m.
Die in Bau-Bataillone des Heeres umbenannten RAD-Gruppen mussten vom 26. August 1939 an unverzüglich ihre Ausrüstung ergänzen, wurden teilweise mit leichten Infanterie-Waffen ausgestattet und hatten für zusätzliche Transportmittel Sorge zu tragen. Besondere Mühe machte die Eingliederung und Einkleidung des eingezogenen Ersatzes, wobei es sich um ungediente Jahrgänge handelte.
Mit Beginn des Polenfeldzuges traten einige Abteilungen und Gruppen der Arbeitsgaue I (Ostpreußen) und X bis XII (Schlesien) sofort hinter den Kolonnen des Heeres den Vormarsch nach Osten an. Die meisten Bau-Bataillone folgten aber erst Wochen später.
Die unter Führung des Oberbaustabes z.b.V. in Ostpreußen stehenden Bataillone erhielten vom Oberkommando der 3. Armee den Befehl, unverzüglich alle Straßen vom Ende der Reichsbahnstrecken an den Grenzen in voller Breite befahrbar zu machen, dabei mussten u.a. die beschädigten Brücken instandgesetzt werden.
Fortsetzung folgt.


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 26.06.2011 - 09:03, insgesamt einmal bearbeitet
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Die mit Fahrrädern beweglich gemachten Bataillone rückten dicht hinter den Fronttruppen nach vorn, besserten notdürftig die Straßen aus, bauten Behelfsübergänge über die Wasserläufe und legten kilometerlange Knüppeldämme durch versumpfte Landstriche an. Weitere Bataillone wurden im rückwärtigen Heeresgebiet zu Aufräumungsarbeiten herangezogen. Dazu gehörten u.a. die Beseitigung von Sperren und Hindernissen, Abräumen der Trümmer, Sammeln und Sichtung der Kriegsbeute und die notwendigen Erntearbeiten. Einige Bau-Bataillone wurden mit Teilaufgaben beim Wiederaufbau der zerstörten Weichselbrücke in Dirschau betraut.
Die am Westwall stehenden RAD-Einheiten setzten ihre Armierungsaufgaben weiter fort. Daneben mussten Verkehrs-wege durch die unzugänglichen Waldgebiete der Eifel angelegt, Unterkünfte für die Truppen des Heeres erstellt und der Neubau von Behelfsflugplätzen vorgenommen werden.
Der Abschlussbericht des OKW über den Polenfeldzug vom 23. September 1939 enthielt u.a. folgende Sätze:
"Die hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Nachrichtenverbindungen, der rückwärtigen Dienste, insbesondere der Wiederherstellung der Straßen, Brücken und Eisenbahnen, bei der sich auch der Arbeitsdienst besonders bewährte, haben der Führung ihre Aufgaben außerordentlich erleichtert."
Reichsarbeitsführer Hierl traf am 26.09.1939 in Danzig ein, um seinen persönlichen Dank den Arbeitsmännern abzustatten, die vom ersten Kriegstage an am Kampf um die "Westerplatte" und bei Gotenhafen eingesetzt waren. Wenige Tage später - am 06. Oktober - sandte der OBdL an den Reichsarbeitsführer einen Dankbrief, in dem er sich lobend über den Einsatz der RAD-Abteilungen im Rahmen der Luftwaffe aussprach.
Die ersten in Polen eingesetzten Bau-Bataillone kehrten bereits Mitte Oktober 1939 in das Reichsgebiet zurück. Einige wurden davon in den neu besetzten Gebieten zurückgehalten und bildeten hier die Stämme für die im November neu gegründeten Arbeitsgaue II (Danzig-Westpreußen/Generalarbeitsführer Dr. Wagner) und III (Warthegau/Generalarbeitsführer Triebel).
Die RAD-Abteilungen dieser beiden neuen Arbeitsgaue wurden vorrangig an der Wiedererrichtung zerstörter Bauwerke, an Straßen und Brücken, zum Hochwasserschutz an der Weichsel, zur Flussbettregulierung der Brahe und Kamionka und zur Entwässerung sumpfiger Gebiete im südlichen Westpreußen eingesetzt - also Arbeiten, die bereits im Anfangsstadium auf die friedliche Erschließung des neu gewonnenen Landes hindeuteten.
Die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Teilen der Wehrmacht hatten gezeigt, dass die Belange des RAD nicht im vollen Umfang gewährleistet worden waren. Deshalb wurde in der bereits erwähnten Verordnung des Reichsverteidigungsrates vom 20.12.1939 die Dienststelle des "Höheren RAD-Führer" geschaffen. Diese "Höheren RAD-Führer" wurden militärischen Dienststellen zugeteilt - "...zur Bearbeitung der Belange des RAD und zur Leitung, Erziehung und Ausbildung der RAD-Einheiten". Die Reichsarbeitsführung wollte damit unterstreichen, dass die eigentliche Aufgabe des RAD nur aus kriegsbedingten Gründen zurückgestellt war und die Eigenständigkeit des RAD im Rahmen des Möglichen gewahrt werden sollte.
Der RAD konnte aufgrund dieser Verordnung vom 20. Dezember 1939 am Jahreswechsel an eine Neugliederung seiner Arbeitsgaue und an Neuaufstellungen von Abteilungen gehen, da der kriegsbedingte Einsatz weggefallen war. Lediglich wenige Abteilungen verblieben im Bereich des Oberkommando Ober-Ost im ehemaligen Polen, um hier Verteidigungs-anlagen entlang der neuen Grenzen zu erstellen. Die im Rahmen des Ausbaus des Westwalles stehenden RAD-Abteilungen blieben an Ort und Stelle. Die bei Kriegsbeginn gebildeten Bau-Bataillone wurden aufgelöst bzw. in das Heer überführt. Die Männer legten die gelbfarbene Armbinde "Deutsche Wehrmacht" ab.
Die ruhige Aufbauphase wurde vom Nordfeldzug 1940 unterbrochen. Das OKW trat Ende April an den Reichsarbeits-führer heran, Arbeitsdienst-Abteilungen zur Durchführung militärisch notwendigen Aufbauarbeiten nach Norwegen in Marsch zu setzen. Der Arbeitsgauführer XXXVII (Sudetenland-West), Generalarbeitsführer Pfrogner, erhielt am 01.05.1940 Befehl, den Einsatz in Norwegen zu leiten. Nach Zusammenstellung des Führungsstabes flog dieser bereits am 08. Mai nach Oslo. Gleichzeitig wurden erste RAD-Abteilungen des Arbeitsgaues XXXVI (Steiermark) [1] per Bahn und später mit dem Schiff nach Norwegen in Marsch gesetzt.
Es war Aufgabe dieser Verbände, die Vormarschstraßen des Heeres zwischen Drontheim und Narvik instandzusetzen, damit ein gesicherter Nachschub nach Nordnorwegen möglich wurde. Die ersten 2 steiermärkischen RAD-Abteilungen trafen bereits am 12.05. ein und wurden zum Mjössa-See im Raum Drontheim vorgezogen. Die nächsten 2 Abteilungen wurden zur Luftflotte 5 verlegt, um hier neue Flug- und Landeplätze zu errichten. Zwei weitere Abteilungen bauten die Straße Majusta-Elsfjord aus und im Juni wurden 2 neu eingetroffene Abteilungen zum Eisenbahnbau nach Mösjen eingesetzt. Die ersten Abteilungen zogen am 16.06.1940 nördlich des Polarkreises, und Anfang Juli wurde 1 weitere Abt. im Lkw-Transport über Kirkenes bis zur finnischen Grenze gebracht. Am Endes des Jahres 1949 befanden sich 24 RAD-Abteilungen in Norwegen, wovon 5 dem neu gebildeten Luftgau Norwegen unterstellt waren.
Bei Beginn des Westfeldzuges am 10.05.1940 wurde der RAD - im Gegensatz zum Polenfeldzug - nicht als militärische Truppe (wie Bau-Btle. u.a.m.) eingesetzt, sondern einzelne Abteilungen operierten im rückwärtigen Gebiet unter dem Befehl der "Höheren RAD-Führer". Zunächst waren es die Abteilungen, die am "Westwall" entbehrlich wurden und nun den vorrückenden Heeres- und Luftwaffeneinheiten folgten.
Da der Feldzug unter normalen Witterungsverhältnissen durchweg über zivilisierte Gegenden auf guten Straßen rasant vor sich ging, wurde der RAD als so genannte Bau-Truppe bald entbehrlich. Die Hauptaufgabe der eingesetzten Abteilungen bestand deshalb im Aufräumen der Schlachtfelder, Sammeln und Sichten des erbeuteten Materials sowie Hilfestellungen bei der Rückführung der evakuierten oder geflohenen Zivilbevölkerung.
Nach Ende des Feldzuges wurde die Mehrheit der Abteilungen dem OKL zugewiesen. Die RAD-Männer bauten Flugplätze, Flugzeughallen, Rollbahnen oder taten als Bodenpersonal Dienst. Nach der Besetzung der Kanalinseln wurden 2 Abteilungen auch dorthin verlegt, die u.a. nicht nur an den Befestigungsanlagen bauten sondern auch eine eigene Schafzucht betrieben. GFM Kesselring, OB der Luftflotte 2, bedankte sich mit folgenden Worten:
"Der Reichsarbeitsdienst hat uns erst einmal anständige Flugplätze gebaut; diese sind für die Tätigkeit der Luftwaffe in den Wintermonaten unentbehrlich gewesen und werden es für den kommenden Einsatz erst recht sein. Wir können mehr als zufrieden mit ihm sein."
Da der RAD immer mehr Führer- und Unterführer an die Wehrmacht abgeben musste - Anfang 1941 belief sich die Zahl der abgestellten RAD-Führer bereits auf 40% des Stammpersonals - erging am 06.12.1940 eine Anordnung des Reichsarbeitsführers um den Mangel an Ausbildungskräften auszugleichen. Es wurde die Stelle des Hilfsausbilders geschaffen, die als freiwillig Längerdienende oder als Dienstverpflichtete 12 Monate im RAD blieben. Diese Verordnung wurde am 30.05.1941 erneuert.
Da zum Jahreswechsel bereits die Vorbereitungen der Wehrmacht für das "Unternehmen Barbarossa" liefen, musste der RAD sich jetzt in diese Entwicklung mit einschalten. Der Reichsarbeitsführer erließ richtungsweisende Befehle, die im Einvernehmen mit dem OKH und OKL getroffen worden waren. Danach sollte die Masse der einzusetzenden RAD-Abteilungen zu Bauaufgaben unter eigener Führung bereitgestellt werden. Bei diesen vorzunehmenden Bauaufgaben musste es sich um Straßen-, Flugplatz- und Brückenbauten handeln. Einige Kräfte wurden für den Nachschubdienst vorgesehen.
Eine so genannte "feste Gruppengliederung" wurde eingeführt, bei der jeweils 4 bis 6 RAD-Abteilungen zur Gruppe zusammengefasst wurden. Es stellte sich dann im Einsatz heraus, dass die Gliederung von 4 Abteilungen zur Gruppe die effektivere war. Mehrere Gruppen waren zu "Bereichen" oder anfangs zu "Abschnitten" gegliedert.
Die Führung der RAD-Gruppen bei einer Heeresgruppe oder Luftflotte übernahm der "Höhere RAD-Führer" als oberster Befehlshaber des in seinem Bereich eingesetzten RAD, unmittelbar dem Reichsarbeitsführer unterstellt und diesem voll verantwortlich. Zu "Höheren RAD-Führern" wurden bestimmt die Generalarbeitsführer Bormann (Norwegen), Eisenbeck (HGr. Nord), Schinnerer (HGr. Mitte), Roch (HGR. Süd), Band (Luftflotte 1), Pfrogner (Luftflotte 2), Arndt (Luftflotte 4), Simon und Triebel für die Befh. der rückw. Gebiete. Generalarbeitsführer Dr. Schmeidler übernahm die aus 5 Gruppen zu je 3 Abteilungen zusammengestellte vollmotorisierte Einheit, die der 1. Pz.Armee unterstellt wurde.
Die für den Osteinsatz bestimmten Einheiten mussten vorrangig ausgerüstet werden, obwohl es allenthalben an Material und Fahrzeugen fehlte. Die Masse der Kraftfahrzeuge des RAD war bereits an die Wehrmacht abgegeben, so dass viele Abteilungen mit Fahrrädern ausgestattet wurden. Lediglich der Abschnitt Generalarbeitsführer Dr. Schmeidler war sehr gut mit Fahrzeugen aller Art ausgerüstet. Die Einsatzvorbereitungen des RAD innerhalb des Heeres erfolgte ab 26.02.1941 und waren Ende März beendet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich alle Einheiten im Generalgouvernement bzw. Ostpreußen in festen Ortsunterkünften [O.U.], die allerdings noch dementsprechend errichtet und gestaltet wurden. Mit Anfang April begann nicht nur die soldatische und vormilitärische Ausbildung der Männer, sondern die Abteilungen mussten zur Hälfte für den Straßen- und Wegebau und die andere Hälfte zum Transport und zur Lagerung von Munition, Verpflegung und Gerät eingesetzt werden.
Reichsarbeitsführer Hierl besuchte im April und Mai zweimal die zwischen Ostpreußen und der ungarischen Grenze stehenden Abteilungen und konnte sich vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen. Die militärischen Befehlshaber sprachen sich bereits damals lobend über die Einsatzfreude der jungen Arbeitsmänner aus.
Der Arbeitseinsatz für die bevorstehende Offensive wurde in 10 Punkte aufgeschlüsselt:
1.) Ausbau der Vormarschstraßen;
2.) Brückenbauten und Brückenausbesserungen;
3.) Bau von Knüppeldämmen im versumpften Gelände;
4.) Marschhilfe bei steckengebliebenen Fahrzeugen der Fronttruppe;
5.) Erkundung des Straßen- und Waldzustandes;
6.) Fällen von Bäumen zum Brückenbau und Bau von Leitungsmasten der Nachrichtentruppe;
7.) Aus- und Verladen von Munition;
8.) Bewachung und Abtransport von Gefangenen;
9.) Bewachung lebenswichtiger Objekte;
10.) Sammlung und Bewachung von Beutegut.

[1]Vgl. Kaltenegger, Krieg am Eismeer, S. 249 (RAD-Abt. K 3/373 und K 6/376); DSJB 1975 erwähnt Oberfeldmeister [Wolfram] Mallebrein und
Oberstfeldmeister Pollich; DSJB 1981 erwähnt auf S. 133 die RAD-Abt. Rottenmann.


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 26.06.2011 - 12:17, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 195524 | Verfasst am: 26.06.2011 - 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Als am 22. Juni 1941 der Angriff der Wehrmacht gegen die Sowjetunion begann, rückten schon am ersten Tag des Feldzuges die mot. RAD-Einheiten mit über die Grenze. Dicht hinter der mot. Gruppe folgte bis Monatsende die Masse der 44 RAD-Abteilungen des Generalarbeitsführers Roch. Beide Großverbände wurden bereits bei der Überwindung des Bug durch Bau von Behelfsbrücken und Brückenstege eingesetzt. Die mot. Gruppen des Generalarbeitsführers Dr. Schmeidler folgten der über Luck, Dubno, Zwiahel, Kiew durchgebrochenen Pz.Gruppe 1. Die Abteilungen halfen später den Dnjepr bei Krementschug zu überbrücken. Teile der mot. Gruppe befanden sich unter den ersten Einheiten, die im September 1941 in Kiew einrückten. Diese Abteilungen hatten u.a. über den 100 m breiten Irpenfluss einen Schwimmsteg erstellt, über den es überhaupt erst den Infanterie-Divisionen gelang, nach Kiew vorzurücken.
Andere Einheiten des Gen.Arb.Fhr. Roch stießen mit dem III. A.K mot. auf Kirowograd und Dnjepropetrowsk vor, bauten über den 1.200 m breiten Dnjepr erste Floßbrücken und kamen mit den Pz.Divisionen bis zum Asowschen Meer. Einige Abteilungen konnten überraschend im rückwärtigen Gebiet ein riesiges Benzinlager bei Berditschew sichern und retteten damit für die HGr. Süd mehrere Millionen Liter Treibstoff.
Die 50 RAD-Abteilungen des Gen.Arb.Fhr. Schinnerer, der später wegen Erkrankung durch Gen.Arb.Fhr. Dr. Wagner abgelöst wurde, folgten in Gewaltmärschen den über Minsk, Smolensk und in Richtung Moskau vordringenden Divisionen der HGr. Mitte. Die hier eingesetzten RAD-Einheiten konnten sich teilweise durch Beute-Kfz ausrüsten, um der Truppe schneller folgen zu können. Die Abteilungen wurden im Sommer zur Aufräumung des Schlachtfeldes um Bialystok und Minsk und im Oktober 1941 im Kampfraum Wjasma-Brjansk gebraucht. Andere Abteilungen schufen Vormarschwege bis nach Rshew und im Winter bis Kaluga.
Die RAD-Gruppen des Generalarbeitsführers Eisenbeck rückten hinter den Divisionen folgten der HGr. Nord, halfen beim Übergang der Divisionen über die Düna, sicherten das große Verpflegungslager der "Roten Armee" in Riga und mussten sich in Estland mit ersten versprengten Partisanengruppen herumschlagen. Bei Einbruch des überaus harten und strengen Winters lagen die vordersten RAD-Abteilungen dicht vor Leningrad.
Als der Vormarsch des Heeres durch den unerbittlichen Winter zum Erliegen kam, wurden die RAD-Verbände aus den Frontabschnitten herausgelöst. Sie wurden nach und nach in die Heimat transportiert, um hier ihren ureigensten Aufgaben nachzugehen. Entlassungen fanden statt und Dienstpflichtige wurden eingezogen. Die alltägliche Ausbildung und Schulung ging weiter.
Lediglich 18 RAD-Abteilungen des Gen.Arb.Fhr. Bormann blieben in Nordnorwegen zurück. Im Abschnitt des Geb.Korps des General Dietl standen 4 dieser Abteilungen und erlebten hier, 500 km nördlich des Polarkreises, den arktischen Winter, der mit Temperaturen bis zu 53° Kälte über die in der Tundra nur in Schneebunkern und schneeumhüllten Zelten hausenden Arbeitsmännern hereinbrach.
Die Aufgabe dieser Abteilungen war der Ausbau und die Sicherung der einzigen Nachschubstraße im äußersten Norden der Ostfront. Neben dem streckenweisen Ausbau dieser gehörten der Bau von Unterkünften, Nachschublager und Verbindungswege zu den Aufgaben des RAD. Diese Abteilungen kehrten im Juli 1942 in die Heimat zurück.
Der Kom.Gen. des Geb.Korps, Generaloberst Dietl, verabschiedete persönlich seine jüngsten Soldaten, die meisten waren österreichische RAD-Männer, am 30.06.1942 in Rovaniemi (Nordfinnland) mit den Worten:
"Ich freue mich, ich bin glücklich, heute nochmals zu meinem Arbeitsdienst kommen zu können! Uns verbindet ja ein besonderes Schicksal und Geschehen. Im Namen des Gebirgskorps Norwegen und der gesamten Armee danke ich Ihnen heute herzlichst für das, was Sie an der Front geleistet haben. Ich erkenne von ganzem herzen Ihre hervorragenden Leistungen an und betone immer wieder, der Arbeiter und der Soldat gehören zusammen.
Sie kehren jetzt in die Heimat zurück. Sie sollen Soldaten werden. Sie, der Arbeitsdienst oben an der Eismeerküste, das werden die besten Soldaten des Großdeutschen Reiches! Eine bessere Vorbereitung kann niemand erleben!
Ich kann Ihnen nur eines versichern: ich freue mich und bin glücklich, dass ich Sie geistig, seelisch und körperlich so frisch nach Haus schicken und dem Heere übergeben kann. Und wenn Sie der Weg wieder zu mir führt, freu ich mich, wenn Sie mich - ganz gleich wo und bei welcher Gelegenheit - ansprechen und melden: ich war beim Arbeitsdienst in Lappland! Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute!"
Bei ihrer Ankunft in Danzig wurden sie vom Reichsarbeitsführer willkommen geheissen.
Drei Monate vorher - im April 1942 - waren die 15 motorisierten RAD-Abteilungen des Gen.Arb.Fhr. Dr. Schmeidler vom Asowschen Meer zurückgekehrt. Die Angehörigen dieser Einheiten wurden ausnahmslos mit der "Wintermedaille" ausgezeichnet.
Fortsetzung folgt.
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