Unbekannte Geschütze 1. WK aus DOA / Tanzania
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 175033 | Verfasst am: 26.08.2009 - 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

Das sind Auszüge aus der Cape Corps Chronik

1.Januar 1917 Dutumi/Mgeta Region

The Nigerians, backed up by the Howitzer battery and 15-pounders and 4.1 inch naval guns, rushed their positions, whilst Lyall cut the enemy's line of retreat and captured a 6 inch (sic) Howitzer at Kiderengwa.

Sheppard's fight at Kibambawe lasted two days (January 7th and 8th 1917).
His own camp was on the north bank of the river, where he had two field guns taken from the enemy, one, the howitzer, captured by Lyall near Kiruru and another found abandoned.
A battery of S.A. Field Artillery, under Major Gordon Grey (later D.S.O., M.C.), was supporting Sheppard. The latter's camp was under rifle and machine gun fire from the south bank, and a party who had managed to cross the river had to resist a determined attack by the enemy, who had evidently rallied and had brought up two field guns.

Die suchen wir zwar nicht, aber weil sie erwähnt wurden:

(Nähe Luita Berg während Naumanns Verfolgung Juli/August 1917)
At Saisa the enemy were so hard pressed that they destroyed and abandoned two light Hotchkiss pom poms (one pounders) and three machine guns, and also left behind large quantities of ammunition.

Mit den Rhodesiern bin ich noch nicht fertig, ich gleiche die verschiedenen Berichte noch ab

Zu den Kanonen, die ich nicht sicher zuordnen kann:

http://i32.tinypic.com/nz4o08.jpg
Quelle: siehe Bildunterschrift

http://i32.tinypic.com/2rx90.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de


Zur 6-cm habe ich übrigens noch eins aus Kamerun:

http://i32.tinypic.com/zvejhj.jpg

Olav

P.S.: Ich habe noch mehrere Bilder von den zehn-fünfern der KBG, die ich auch noch nicht zugeordnet habe
Soll ich dazu einen Thread aufmachen, oder willst Du erst mal was dazu schreiben?
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 175048 | Verfasst am: 26.08.2009 - 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav

Zitat:
captured a 6 inch (sic) Howitzer at Kiderengwa.

6 inch sind 15-cm. Dieses Kaliber gab es zwar in Daressalam als 15-cm-Ring oder Mantelkanone,
(siehe) http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=9919.0 , aber nicht bei Kiderengwa
am 1. Januar 1917 (siehe) http://www.traditionsverband.de/forum/viewtopic.php?f=3&t=111

Bis zum 15. Januar 1917 sind keine weiteren Geschützverluste zu verzeichnen.

Zu Wintgens / Naumann:
Zitat:
they destroyed and abandoned two light Hotchkiss pom poms (one pounders) and three machine guns, and also left behind large quantities of ammunition.

Bei dieser Abteilung gab es keine! 3,7-cm-Revolverkanonen (pom-pom); nur 3 Stück 3,7-cm-SK L/30 (FK)
Diese gingen aus der Batterie Ruanda hervor.
1 Stück 3,7-cm-SK wurde am 1. April 1917 bei St. Moritz (Rukwa-See) wegen Munitionsmangels zurückgelassen.
2 Stück 3,7-cm-SK wurden am 9. August 1917 bei Ssoissa (nördlich Dodoma) aufgrund Munitionsmangels gesprengt.


Bild 1
Es müsste sich meinem Wissen nach um die besagte, einzige 6-cm-Kolonial- und Bergkanone
Modell 1898 Krupp die es in der Kolonie Deutsch-Ostafrika während des 1.WK gab.
Bei meiner Aufstellung von 77 Geschützen der Schutztruppe taucht auch nur dieser als `Einzelgänger´
auf. (Ausgenommen unsere zwei Modelle am Anfang dieses Threads sowie ein weiterer Eigenbau)

Bild 2
Wahrscheinlich haben sich auch schon andere gefragt welches Geschütz dies sein könnte. Die
Proportion der Lafette und des Geschützrohr passen ja eindeutig nicht zusammen. Habe allerdings
schon ungewöhnlich viele Fotos aus der damaligen Zeit gesehen, auf denen, sogar nachweislich,
ein kleineres Geschützrohr, aus welchen Gründen auch immer, auf größere Lafetten gelegt wurde.

Die ganzen Recherchen und Analysen werden heutzutage natürlich sehr durch die damalige
Typenvielfalt erschwert. Zu diesem Thema gab es allein von Krupp und Gruson die Kaliber:
5,7-cm, 6-cm, 6,5-cm, 7-cm und 7,5-cm, und zwar teilweise im selben Kaliber für unterschiedliche
Versionen; als Feldgeschütz, Gebirgskanone- und Haubitze, Kolonialgeschütz und Bootslandungskanone.
Das ganze in kleinen Serien, denen nach kurzer Zeit eine neue Version folgte, und um das ganze
noch zu komplizieren; natürlich noch mit geringfügigen Kaliberunterschieden für die Exportversion.

Zu deiner Frage: Nein weiß ich nicht welche Kanone das ist.
Ich könnte nicht mal mit Sicherheit beantworten, ob das Foto aus dem 19.- oder 20. Jahrhundert stammt.

Bild 3
Höchstwahrscheinlich eine: 6-cm-Gebirgskanone Krupp

Zitat:
P.S.: Ich habe noch mehrere Bilder von den zehn-fünfern der KBG, die ich auch noch nicht zugeordnet habe
Soll ich dazu einen Thread aufmachen, oder willst Du erst mal was dazu schreiben?

Gute Idee; Mach doch einen neuen Thread auf. Ist bestimmt nicht nur für uns übersichtlicher.

Gruß Holger
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 175049 | Verfasst am: 26.08.2009 - 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

detailliert wie immer, klasse!

das mit dem 6" Howitzer ist garantiert ein Übermittlungsfehler
Bei den Rhodesiern wurde z.B.. eine "1,6cm light gun" gemeldet

Die 15-cm kenne ich auch, die wurde beim Abzug aus DeS gesprengt
So steht es jedenfalls im Navy Despatch der Briten

Deine Aussage:
Bis zum 15. Januar 1917 sind keine weiteren Geschützverluste zu verzeichnen. macht mich allerdings stutzig
Eigentlich ist die Chronik recht seriös, und dann sollen die zwei Beutegeschütze erfunden haben?


Was die Naumann-Kanonen angeht:

Ssoissa (nördlich Dodoma) ist bestimmt identisch mit Saisa
(Denn der Luita Berg ist ebenfalls "nördl. Dodoma")
Ich muß feststellen, das ein und der selbe Ort je nach Quelle unterschiedlich geschrieben wird, gleiches trifft auf meine Karten zu
Das kostet manchmal echt Nerven

Zu Bild 2.
Dann werde ich das Ding weiter als "Salutkanone" verbuchen
Es gibt ja ein Bild mit den in Bagamojo erbeuteten Kanonen, da steht am rechten Bildrand eine uralte Schiffskanone
Die hat wohl dem selben Zweck gedient

Ich werde dann morgen einen Königsberg-Kanonen-Thread aufmachen
Freue mich schon auf Deine Einlassungen Gut gemacht!

Übrigens bin ich beim stöbern über einen Eintrag im TanEdu e-newsletter, Issue 15 gestossen
Laut Museumsangabe ist das Geschütz in in der Hall of Culture
A German field gun made in the railway workshop at Tabora and
subsequently captured in Dar es Salaam during World War I.

Überprüfen kann ich das natürlich nicht

Hast Du übrigens ein detailliertes Bild von einer Schneider-Canet?

Olav
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 175052 | Verfasst am: 26.08.2009 - 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav

Zitat:
Bis zum 15. Januar 1917 sind keine weiteren Geschützverluste zu verzeichnen

Diese Aussage entspringt natürlich nur meiner Verlustliste. Ich bin auch den umgekehrten Weg
gegangen: Immer wenn ich einen Geschützverlust ausfindig gemacht habe, versuchte ich
den Weg dieses Geschützes, anhand aller zu Verfügung stehender Quellen, zurückzuverfolgen.

Zitat:
A German field gun made in the railway workshop at Tabora and
subsequently captured in Dar es Salaam during World War I.

Soweit ich mich entsinne, steht das auch auf der Blechplakette an dem Geschütz.

Zitat:
Hast Du übrigens ein detailliertes Bild von einer Schneider-Canet?

Es waren zwei Versionen bei den Portugiesen in PEA im Gebrauch. Beide Typen wurden von den Deutschen
erbeutet und benutzt.

7-cm Schneider-Canet 1906/11 Gebirgskanone:
http://1914-1918.invisionzone.com/forums ... mp;mode=threaded&start=#entry1243405


7-cm-Schneider-Canet c/1907 Gebirgskanone:
Anbei Auszug von Karl Ernst Göring, Deutsch Ostafrika, Kriegserlebnisse 1914-1918, Erfurt 1925/1927
http://i29.tinypic.com/xcr7u0.jpg

Sowie drei Fotos dieses Geschütztyps im Gebrauch bei der Schutztruppe.
(Nicht irritieren lassen von der Bildunterschrift auf dem ersten Foto!)
http://i25.tinypic.com/23w4pqc.jpg http://i29.tinypic.com/1zqqs.jpg

http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/frames/hauptframe.html
http://i27.tinypic.com/2wmj72b.jpg

Gruß Holger
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BeitragBeitrags-Nr.: 175073 | Verfasst am: 27.08.2009 - 07:09    Titel: Antworten mit Zitat

Olav, Hab es erst beim zweiten mal gelesen.
Zitat:
Die 15-cm kenne ich auch, die wurde beim Abzug aus DeS gesprengt
So steht es jedenfalls im Navy Despatch der Briten

Navy Despatch? - Steht wo? - welche Quelle?
Holger
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BeitragBeitrags-Nr.: 175079 | Verfasst am: 27.08.2009 - 08:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

Ich habe ein Exemplar vom Fleet Annual 1917
Werde Dir den entsprechenden Eintrag einstellen, wenn ich ihn wiederfinde
(Ich habe zur Zeit 24 verschiedene Texte offen Verrückt )

Was den Textauszug von Karl Ernst Göring angeht:
Besteht die Möglichkeit, das irgendwo eine Schneider-Canet Mle04 vorkommt?

Die Rhodesier müssen auch noch etwas warten, mein Wanderer-Fahrrad macht doch etwas mehr arbeit als ich dachte

Olav
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BeitragBeitrags-Nr.: 175087 | Verfasst am: 27.08.2009 - 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav,

Da ich erst durch dich das Thema Artillerie in DOA wieder intensiver aufgenommen habe,
habe ich meine alten Unterlagen noch mal auch im Keller durchstöbert.

Dabei stieß ich noch auf ein altes Dokument. Es handelt sich um eine Abschrift vom 28. Juli 1915.
Verfasser ist Vizewachtmeister d. R. Hermann Sabath an General Major z. D. Kurt Wahle.
Sabath war zu diesem Zeitpunkt Artillerieführer der Leichten Artillerieabteilung Daressalam.

Interessant, ist hierbei die Aufstellung im 2. Zug:
Neben der Kolonialkanone wird hier die 6,5-cm-Kanone erwähnt.
Das heißt es gab zwei Unterschiedliche Kanonen. Eine Kanone ist damit also neu hinzugekommen und
auch nicht in meiner Aufstellung vorhanden. Ich werde mich also erneut auf die Suche machen müssen.

Sabath war wohl ein besonders fähiger Mann. Er hat ja bei den Kämpfen im Russissi-Tal (Congo)
erstmalig ein indirektes Richtverfahren für seine C 73 Kanone entwickelt und erfolgreich eingesetzt.
Darüber hinaus hat er den Feldzug bis zum 25. November 1918 als Offiziersaspirant als Führer der
13. Feldkompanie mitgemacht. http://www.traditionsverband.de/magazin/verzeichn.html

Holger

http://i32.tinypic.com/oqd5yc.jpg
http://i25.tinypic.com/2580x9g.jpg
http://i30.tinypic.com/260pg6x.jpg
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BeitragBeitrags-Nr.: 175104 | Verfasst am: 28.08.2009 - 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

Ich musste wirklich schmunzeln,als ich las, das Du Dich jetzt meinetwegen wieder intensiver mit Artillerie in DOA beschäftigst
Bisher lag mein Fokus auf den leichten Waffen, über 3,7cm war eigentlich wenig konkretes vorhanden
Rate mal, wegen wem das jetzt anders ist

Zurück zum Thema, Du wolltest eine Quelle für das 6“ Geschütz:
Der Eintrag stammte nicht, wie irrtümlich geschrieben aus dem Navy Despatch im
Fleet Annual and Naval Year Book, 1917, S.155 ff.
sondern aus
The Times History of The War, 1917, Vol. XII, S.114
The Germans had determined not to defend Dar-es-Salaam, where they
had gathered a large number of European non-combatants.
Simultaneously with the appearance of Col. Prince before Dar-es-Salaam
British warships entered the harbour and the town was ceremoniously occupied
on September 4.
The garrison had retired south some days previously, taking with them their artillery, except one 6-in. Gun, which was blown up. The harbour works and the railway station had also been effectively destroyed. Many of the German locomotives were
run into the sea.


Ich hatte die beiden verwechselt, weil ich sie als korrespondierende Quellen genutzt habe

Nun muß ich aber los

Olav
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BeitragBeitrags-Nr.: 175122 | Verfasst am: 29.08.2009 - 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav

Erst mal Danke für die Info. War bisher immer nur Vermutung, daß dieses Geschütz gesprengt wurde.
Die wäre der erste schriftliche Hinweis. Darüber hinaus gibt es wohl keine weitere Erwähnung über Standort
oder Einsatz; weder in deutschen oder englischen Quellen.
(Hab noch ein paar andere Bemerkungen, die ich Dir aber als Pin sende, da dies weniger Artilleriethemen in dieser Region betrifft)

Gruß Holger
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BeitragBeitrags-Nr.: 175246 | Verfasst am: 01.09.2009 - 07:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

Smuts 2nd Despatch v. 27.Okt. 1916 (Nelson´s History o.t. War Vol. XXI, S.343-390)
war etwas ergiebiger
(Die Königsberger sind im entsprechenden Thread, wg. übersichtlicher)

09. Juni - Ukerewe Insel -2x light field guns (Nyansa)
17. Juni - Pongwe - 1x pom-pom
24. Juni - Lukigura Brücke - 1x pom-pom
15. Juli - Segera Hill - 1x Hotchkiss gun
15. Juli - Stuhlmann Sund -1x Colt Gun (Nyansa)
15. August - Bagampjo - 1x pom-pom
25. August - Kisagale Hill - 1x 3.4-inch W Uluguru-Berge
03. September - DeS - 1x 6 inch gun*

* Evtl. stammt der ensprechende Eintrag in Times History o.t.War
aus dieser Quelle
Noch genaueres dazu habe ich auch nicht

Bin gespannt, was Du sonst zur obigen Liste hast
Besonders mit Colt Gun kann ich wenig anfangen

Zitat:

Neben der Kolonialkanone wird hier die 6,5-cm-Kanone erwähnt.
Das heißt es gab zwei Unterschiedliche Kanonen. Eine Kanone ist damit also neu hinzugekommen und
auch nicht in meiner Aufstellung vorhanden. Ich werde mich also erneut auf die Suche machen müssen.


6,5 cm L/35 1908 Krupp ?
http://www.activeboard.com/forum.spark?forumID=63528&p=3&topicID=12542255


Olav
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BeitragBeitrags-Nr.: 175274 | Verfasst am: 02.09.2009 - 07:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Holger

Zitat:

Erst mal Danke für die Info. War bisher immer nur Vermutung, daß dieses Geschütz gesprengt wurde.
Die wäre der erste schriftliche Hinweis. Darüber hinaus gibt es wohl keine weitere Erwähnung über Standort
oder Einsatz; weder in deutschen oder englischen Quellen.


Bin Ich gestern drüber gestolpert:

Das Bild dürfte die 150mm Kanone zeigen, die in DeS zurückgeblieben ist
http://i27.tinypic.com/11tvrxz.jpg
(Illustrated War News, Vol.5, July 1917)
Wenn ich den Text richtig interpretiere, war die Kanone in die Verteidigungsstellungen eingebunden
In jedem Fall wurde sie geborgen und an Bord eines Kriegsschiffes gebracht – den Proportionen und Details nach einer der Monitore, SEVERN bzw MERSEY
http://i28.tinypic.com/akzyoy.jpg
Als möglicher Verbringungsort fällt mir da spontan Zanzibar ein, weil die Monitore dort ihre temporäre Basis hatten

Olav
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 175282 | Verfasst am: 02.09.2009 - 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav,

Ja, erst mal dank für die Suche. Hochinteressant der Text dazu. Als Beute ja eindeutig durch das Schild
gekennzeichnet. Wie schon die Bildunterschrift aufzeigt; ein Haubitzen-Typ. Das kurze Rohr weist deutlich
darauf hin. Zum ursprünglichen Foto von Dobbertin sind allerdings deutliche Unterschiede, nicht nur in der
Rohrlänger erkennbar. Aufgrund eines bestimmten Texthinweises habe ich da so meine Vermutung. Diesen
muß ich aber erst noch `digitalisieren´. Komme auf jeden Fall noch darauf zurück.
Bezeichnen wir es doch einfach mal als von den Engländern erbeutete Haubitze.

Solange wir uns nicht den `Zorn der Götter´ (unserer Web-Moderatoren) wegen Themenverfremdung
aufhalsen, können wir von mir aus, Artillerietechnisch, den gesamten Ostafrikanischen Feldzug durchgehen.

Ich hoffe ja immer noch, daß sich auch noch ein paar Andere beteiligen. Manchmal sind ja auch die neben-
sächlichsten Hinweise hilfreich. Eines gilt immer; Keiner weiß alles und nur gemeinsam kommt man weiter.


Zitat:
09. Juni - Ukerewe Insel -2x light field guns (Nyansa)

Bei der Eroberung der größten Insel im Victoria-See, Ukerewe, durch die 4. Kings African Rifles gingen
zwei 3,7-cm-SK L/30 Gruson / Krupp verloren (die ursprüngliche Bezeichnung Schnellladekanone
wurden nicht verwendet; - Man sprach immer von Feldkanone, wohl als deutlichere Unterscheidung zu
den Revolverkanonen (pom-pom) gleichen Kalibers.
Am 9. Juli (nicht Juni!) 1916 ging eine 3,7-cm-SK L/30 (FK) im Südostteil der Insel Ukerewe, bei Rugesi verloren.
Das zweite Geschütz, gleicher Bauart, ließ Unterzahlmeister a. D. Rhese, wahrscheinlich am gleichen Tag
auf der Insel im Südosten vergraben.
(Habe mich übrigens im September 2002 mit einem einfachen Metalldetektor, mal zwei Wochen vor Ort,
auf die Suche nach diesem vergrabenen Geschütz gemacht; - allerdings erfolglos. Wenn es auf einer engl.
Verlustliste auftaucht, - weiß ich jetzt warum.)


Zitat:
17. Juni - Pongwe - 1x pom-pom

Pongwe liegt 15 km Südöstlich von Korogwe am Fluss Pangani. Da passt aber die Örtlichkeit nicht ganz
Mit dem Datum zusammen. Oder es ist ein anderes Pongwe gemeint.


Zitat:
24. Juni - Lukigura Brücke - 1x pom-pom

Der Fluss Lukigura ist ein Zufluss des Wami, der zwischen Sadani und Bagamojo in den Ind. Ozean mündet.
Am 24. Juni 1916 fiel eine 3,7-cm-RK an der Lukigura-Linie in die Hand der Kolone von General Hoskins.
Geschützführer unbekannt; Einsatz bei der 5. Sch.K. innerhalb der Abteilung Doering unter dem Kommando
der Nordtruppen von Hptm. Georg Kraut.


Zitat:
15. Juli - Segera Hill - 1x Hotchkiss gun

Der Segera Hill liegt nördlich der Kreuzung Tanga – Korogwe – Chalinze
Eine 4,7-cm (Hotchkiss?) Kanone ging am 15. Juli 1916 morgens um 04:00 Uhr am Segera-Berg
verloren. Geschützführer unbekannt; Teil des Bataillon `Tanga´ unter Hptm. Julius von Boemcken;
Wurde von der Kolonne Wilkinson unzerstört erbeutet.


Zitat:
15. Juli - Stuhlmann Sund -1x Colt Gun (Nyansa)

Der Stuhlmann Sund (heute Mwanza-Gulf) ist ein ca. 50 km lang-verzweigter Arm am südlichen
Victoria-See bei Muansa (heute Mwanza). In einem östl. Seitenarm, bei Neu-Hanerau (heute Nyanzimba)
verließen am 15. Juli 1916 die letzten deutschen Truppen diesen Teil des Victoria-See. Es wurden eine
Reihe von Dampfern selbstversenkt. Es liegen zwei detailierte Augenzeugenberichte zu diesen Vorgängen vor:
Der Gefr. d.L. Carl Jungblut in seinem Buch Vierzig Jahre Afrika auf den Seiten 100 - 106.
Weiterhin ein persönlicher Bericht des Oblt. Werner von Oppen über die Ereignisse vom 11. Bis 23. Juli 1916.
Ein weiterer Geschützverlust wurde aber von beiden nicht verzeichnet. Die verbliebenen drei Geschütze
(zwei C 73 Feldkanonen und eine 3,7-cm-RK) der Batterie Vogel tauchen auch später noch allesamt auf.
Die engl. Bezeichnung Colt-Gun ist sowieso etwas verwirrend. Waffentechnisch ist dieser Name ja
hinreichend bekannt; aber im 1.WK in Ostafrika?
Der einzige Bezug der mir einfällt ist das s.MG der Firma Colt M 1895 im Kaliber 236 (Lee Navy 6mm x 60)
Meinem Wissen nach, wurde dies aber nicht von den Beteiligten in Ostafrika verwendet. Vielleicht wissen ja
Andere noch mehr dazu.
1888 verwendete Hptm. Hermann von Wissmann in Ostafrika noch eine Nordenfeldt Gun Mod. 1886
mit (450 / 577-Munition)
beim sogenannten Buschiri-Aufstand. Dieses Geschütz war, als Geschenk
von Queen Victoria an ihren Enkel, aber ein Einzelstück. Der Verbleib ist ungewiss. Außerdem stimmt die Bezeichnung ja nicht.


Zitat:
15. August - Bagamojo - 1x pom-pom

Ort und Datum dürfte keine Fragen mehr aufwerfen. Es gibt sogar ein Foto von dieser 3,7-cm-RK
(Revolverkanone)
nach der Erbeutung durch die Engländer am 15. August 1916 bei Bagamojo
(Rechts unten) http://www.sacktrick.com/igu/germancolonialuniforms/militaria/koenigsberggun.htm
Geschützführer war: Lt. d.R. Dr. Wilhelm Holtz in der Abteilung unter Hptm. Wilhelm Bock von Wülfingen.


Zitat:
25. August - Kisagale Hill - 1x 3.4-inch W Uluguru-Berge

Haben wir in dem anderen Thread zu den Königsberg-Geschützen abgehandelt. (8,8-cm-SK L/30 bei Mlali)


Zitat:
03. September - DeS - 1x 6 inch gun*

Ist hier in diesem Thread besprochen worden. (15-cm-RK in Daressalam)

Zitat:
6,5 cm L/35 1908 Krupp ?

Glaub ich nicht so recht. Im Jahre 1908 gab es bei diesen Ballon-Abwehr-Kanonen garantiert schon
Rohrrücklaufbremsen durch Rohrvorholer. Kann ich zwar nicht beweisen; - aber bei der Kanone in
DOA war dies bestimmt noch nicht der Fall.
Zeit und Ort für den Verlust dieser Kanone konnte ich mittlerweile ausfindig machen.
6,5-cm-Kanone wurde am 9. Juni 1916 8 km östlich von Usumbura am Tanganjika-See gesprengt.
Artillerieführer: Lt. d.R. Max Wentzel als Führer der Abteilung `Urundi´ innerhalb der Abteilung Hering
unterstellt der Abteilung von Langenn-Steinkeller bei den Westtruppen unter Generalmajor Wahle.

Gruß Holger
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Hallo Holger

Mir gehen bei Dir langsam die Superlative aus Gut gemacht!
Jetzt bin ich derjenige, der kaum noch hinterherkommt
Macht aber nichts, ich lasse mir das ganze ausdrucken und werde es übers
Wo-Ende goutieren

Zitat:

Zum ursprünglichen Foto von Dobbertin sind allerdings deutliche Unterschiede, nicht nur in der
Rohrlänger erkennbar. Aufgrund eines bestimmten Texthinweises habe ich da so meine Vermutung. Diesen
muß ich aber erst noch `digitalisieren´. Komme auf jeden Fall noch darauf zurück.

Jetzt bin ich aber gespannt!
Zitat:

Solange wir uns nicht den `Zorn der Götter´ (unserer Web-Moderatoren) wegen Themenverfremdung
aufhalsen, können wir von mir aus, Artillerietechnisch, den gesamten Ostafrikanischen Feldzug durchgehen.

Das Einverständnis der Forenleitung vorausgesetzt, könnte man den Titel dann ja umwidmen
Aber was sagen denn Admin/Mod dazu?
Ich wäre auf jeden Fall dafür Lachen
Zitat:

Ich hoffe ja immer noch, daß sich auch noch ein paar Andere beteiligen. Manchmal sind ja auch die neben-
sächlichsten Hinweise hilfreich. Eines gilt immer; Keiner weiß alles und nur gemeinsam kommt man weiter.

Das sehe ich ganz genauso
Manchmal helfen auch die richtigen Fragen

Zitat:

Zeit und Ort für den Verlust dieser Kanone konnte ich mittlerweile ausfindig machen.
6,5-cm-Kanone wurde am 9. Juni 1916 8 km östlich von Usumbura am Tanganjika-See gesprengt.

Ist das bestätigt, das es sich um ein dt. Modell handelte?

Ich habe da noch die eine oder andere Vorstellung zum weiteren Vorgehen, aber da warte ich erst einmal eine Rückmeldung der Forenleitung ab

Olav
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Hallo Holger

Noch mal hierzu:
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=175033#175033
Mittleres Bild, unbek. Kanone

Ich habe den Aufsatz von Holger Doebold,
“Arab Uprising in German East Africa 1888-90”, Spanien 2001 durchgelesen:
Da sind 11 antike Frontlader aus der Zeit 08.Mai 1889 - 04.Mai 1890, die der Wissmanntruppe in die Hände fielen
Gemäß Deinem Lehrsatz von der mathematischen Wahrscheinlichkeit ist es nicht unwahrscheinlich, das die Salutkanone auf Lafette eine davon ist

Im Repertorium der Deutsch-Kolonialen Literatur 1884-1890, Berlin 1891 fand ich dann noch folgende Verweise:

Allerhöchste Ord., betr. den Verbleib von in den Kämpfen bei
Bagamoyo erbeuteten Geschützen. Vom 6. Mai 1890. D. K. Bl.
1890 S. 65.

Allerhöchste Ord., betr. die Verwendung der bei der Einnahme von
Kilwa erbeuteten Geschütze. Vom 21. Oktober 1890. D. K. Bl.
1890 S. 287.

(D. K. Bl. = Deutsches Kolonialblatt. Berlin)

Wenn man darin Einsicht bekäme, hätten wir es quasi amtlich


Olav

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Holger Kotthaus
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Anmeldedatum: 27.07.2009
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BeitragBeitrags-Nr.: 175347 | Verfasst am: 04.09.2009 - 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Olav,

Zitat:
Da sind 11 antike Frontlader aus der Zeit 08.Mai 1889 - 04.Mai 1890, die der Wissmanntruppe in die Hände fielen


Fünf befinden sich noch heute in Kilwa Kivinje, im Süden an der Küste des Indischen Ozeans.
Vier Stück, mit der Mündung nach unten, als Einfassung für das Denkmal.
http://i29.tinypic.com/x3ig6o.jpg
http://i32.tinypic.com/66d6wg.jpg

Und eine (mit selbstgebauten Metallrädern) vor der alten Boma (Bezirksamtsnebenstelle) vor der Bucht.
http://i29.tinypic.com/35hrd4y.jpg

Die Kaliber sind allerdings alle deutlich größer.

Gruß Holger
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