Hätte die Türkei der Achse was gebracht?
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 90663 | Verfasst am: 27.03.2006 - 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute !

Das Thema heisst zwar Irak 1941, aber in dieser Problematik kommt auch die Türkei mit vor. Persönlich interessant fand ich dabei den letzten Absatz dieses Textes in Bezug auf die Türken in der "großen strategischen Lage":

Hitlers >>heroische Geste<<: Die deutsche Luftwaffe in Mossul und Kirkuk, Mai 1941

Zu diesem Zweck ist vorzusehen, so frühzeitig als möglich so starke Kräfte in Bulgarien zu versammeln, wie nötig sind, die Türkei politisch gefügig zu machen oder ihren Widerstand mit Waffengewalt zu brechen.
Adolf Hitler (1889-1945)1
Es war nur eine Episode, die so gut wie unbekannt blieb. Doch ihr Ausgang entschied über Leben und Tod von Millionen Menschen, wahrscheinlich auch über den Zweiten Weltkrieg, der nicht sieben, sondern zehn oder noch mehr Jahre gedauert hätte, wenn ... ja wenn nicht der türkische Staatspräsident Ismet Inönü und sein Außenminister Numan Menemencioglu kühlen Kopf und klaren Verstand bewahrt und trotz der für die Türkei dramatischen, ja als >>zwingend<< beschriebenen Umstände ihr Land nicht aus dem Krieg - an der Seite Hitlers - herausgehalten hätten. Denn im Mai 1941 standen deutsche Truppen an der türkischen Nordgrenze in Bulgarien und Rumänien, an der Westgrenze entlang der Ägäis und in Thrakien (Griechenland und der ganze Balkan waren soeben unterworfen worden).
Auch die mit Hitler verbündeten Truppen der französischen Vichy-Regierung in Syrien, durchaus bereit und willig, an der Seite der deutschen Wehrmacht gegen England zu kämpfen (sie leisteten den Briten im Sommer 1941 in Syrien auch erbitterten Widerstand), sowie die Italiener im Dodekanes stellten ein Einkreisungspotential dar. Und dazu erschienen überraschend schnell, über Nacht, die Deutschen an der empfindlichsten Flanke der Türkei, in der Gegend von Mossul.
Mossul und Kirkuk - die deutsche Luftwaffe beherrschte plötzlich eine Region, eine Landschaft, die von den Türken nur 16 Jahre zuvor an die Briten (nominell an den Irak) abgetreten worden war, einen Landstrich, in dem noch zahllose Türken und Turkmenen neben Arabern und Kurden lebten und den viele Türken trotz des offiziellen Verzichts als legitimen Teil der Türkei sahen - ganz ähnlich wie die Österreicher für Südtirol oder damals Deutsche für Elsaß-Lothringen empfanden.Dazu kam, um die Einkreisung der Türkei vollständig zu sehen, das immer noch bestehende Bündnis zwischen Hitler und Stalin. Daher drohte Ankara Gefahr auch vom Osten, womit sich die Blockade vervollständigte; denn daß im Falle eines Überfalls Hitlers auf die Sowjetunion anstelle der Russen die Deutschen an der Ostgrenze stünden und Persien von den Achsenmächten besetzt würde, war Ankara klar, zumal die Türken über einen hervorragenden Geheimdienst verfügten und der inzwischen zur Legende gewordene >>Cicero<< sie ständig mit Informationen versorgte.
Die deutsche Luftwaffe begann ihr spektakuläres Landeabenteuer im Irak am 4. Mai 1941, als der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, die Einleitung des Unternehmens >>Irak<< befahl. Hitler hatte tags zuvor in einer Lagebesprechung seinen Willen zu einer >>heroischen Geste<< gegenüber dem Irak bekundet. Wir wissen über diesen speziellen Ausdruck insofern gesichert Bescheid, als sich im Nachlaß des Kommandanten dieses abenteuerlichen Unternehmens, Oberst Werner Junck2, eine solche Bemerkung findet und er sie auch im Gespräch mit dem Verfasser ausdrücklich mündlich bestätigte.
Die >>heroische Geste<< war für Hitler deshalb so zwingend notwendig geworden, weil die Engländer tags zuvor, am 3. Mai 1941, wieder wie schon 1916, eine ihrer wohl vorbereiteten Landungen in Basra begonnen hatten, um die unbotmäßige irakische Regierung Gailani zu beseitigen. Die deutsch-italienische Propaganda hatte eben offenbar doch so stark auf die Araber gewirkt, wie es die Briten befürchtet und einkalkuliert hatten. Wenn Deutschland angesichts des antibritischen Aufstandes im Irak in der arabischen Welt nicht sein Gesicht verlieren wollte, mußte es jetzt eingreifen oder zumindest jene schon zitierte >>heroische Geste<< setzen, in der Hoffnung, die Türkei werde, eingeschüchtert und eingekreist, endlich mitziehen und dadurch den Triumph Hitlers auch im Orient ermöglichen. Doch Ankara widerstand.
Hitler ging es bei der Invasion des Nordirak selbstverständlich nicht nur um jene schon genannte >>heroische Geste<<, sondern um den Zugang zu den Ölquellen, den Weg in das durchaus achsenfreundlich gesinnte Nachbarland Iran - und um den Kaukasus. Einmal mehr erwies sich der Raum Kurdistan als ein Schlüsselraum zur Herrschaft über den Mittleren Orient.
Um das deutsche Invasionskorps in Kurdistan wirksam gegen die mit aller Macht von Basra her vorrückenden Briten ausrüsten und mit ausreichend Nachschub versorgen zu können, bedurfte es der berühmten>>Bagdadbahn<<, aber damit der Türkei und auch Frankreichs, das damals noch über sein Mandatsgebiet Syrien herrschte. Die Nuß >>Türkei<< konnte Hitler noch nicht knacken, hoffte aber dabei auf die syrische Flanke der Türkei. Denn Vichy-Frankreich, an das sich Damaskus angeschlossen hatte, war durchaus bereit, den Deutschen zu helfen.
Dazu die Vorgeschichte: Der Krieg zwischen Deutschland und Polen hatte am 1. September 1939 begonnen, unmittelbar darauf, am 3. September, kamen Frankreich und England ihrer Bündnispflicht nach und erklärten Hitlerdeutschland den Krieg. Am 10. Mai 1940 begann Hitler seine Offensive gegen Frankreich, entledigte sich parallel dazu Hollands und Belgiens und besiegte danach den >>Erzfeind<< im Juni. Der 22. Juni 1940 besiegelte vorläufig das Schicksal Frankreichs; die auf Einlenken und Verständigung bedachte neue Regierung Pétain unterzeichnete zu Compiègne einen Waffenstillstand. In der Folge gab es >>zwei Frankreich<<: den besetzten Nordteil und den >>freien<< Süden. Dort herrschte die von Marschall Pétain geführte Regierung, die nicht nur - und das wird heute geflissentlich übersehen - halb Frankreich, sondern auch fast das gesamte französische Kolonialreich unter ihren Fittichen hatte: Madagaskar, Französisch-Indochina, Tunesien, Algerien, Marokko und Syrien, und alle diese Kolonialgebiete waren zur Kooperation mit Vichy und damit Hitler - bereit, wie edel oder verräterisch auch immer ihreMotive gewesen sein mochten.
Als Deutschland erkannte, daß die Royal Airforce spätestens im September 1940 die Luftherrschaft wiedererlangt hatte und das >>Unternehmen Seelöwe<< (Invasion Englands) dadurch unmöglich geworden war, verlegte sich Deutschland auf einen >>Untergriff<<. England sollte von der Außenwelt, vor allem vom Süden, abgeschnitten und seine Dominien zwischen Gibraltar und Indien dem Machtbereich Hitlers einverleibt werden.
Der Haß der arabischen Welt auf die Briten kam Hitler dabei sehr zugute. Als im April 1941 im Irak ein Aufstand gegen die Engländer ausbrach, ging es plötzlich auf Hopp oder Topp. Die Briten, längst auf so einEreignis vorbereitet, landeten sofort Truppen in Basra, und die Regierung Gailani rief verzweifelt die Deutschen zu Hilfe.

Das Abenteuer >>Irak<< begann unmittelbar darauf, brach aber wegen der unüberwindlichen Versorgungsschwierigkeiten alsbald zusammen. Nur die Mitwirkung der Türkei, der ihr Eingreifen mit der hohen Belohnung >>Mossul<< schmackhaft gemacht werden sollte, hätte dem deutschen Expeditionskorps den nötigen Rückhalt verschaffen können. Welche Folgewirkungen ein solcher Schritt der Türkei auf den Iran gehabt haben würde, wo die Bevölkerung unter der Last der Verpflichtungen gegenüber Rußland und England stöhnte, ist leicht vorstellbar. Doch die Türkei blieb hart, trotz aller Drohungen und Verlockungen. Das abenteuerliche deutsche Unternehmen in Kurdistan brach innerhalb weniger Wochen in sich zusammen. Der Irak und gleich darauf auch Syrien wurden von den Briten besetzt. Vier Jahre später, am 23. Februar 1945, erklärte die Türkei den >>Achsenmächten<< formell den Krieg, ohne allerdings in die Kampfhandlungen einzugreifen. Unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945 erhob Stalin Ansprüche auf Ostanatolien. Damit erlangten die Ergänzungen zum Sykes-Picot-Abkommen vom März 1916, abgeschlossen zu St. Petersburg 3, plötzlich wieder bedrohliche Aktualität. Damals war Rußland Ostanatolien versprochen worden, jenes Territorium also, das sowohl Armenier wie Kurden für sich beanspruchen, das aber auch die Sowjets annektieren wollten. Die Westmächte wiesen Stalin energisch in die Schranken, wohl auch eingedenk der Haltung der Türkei in jenen kritischen Wochen, als Hitler im Nordirak seine >>heroische Geste<< setzen wollte.

Anmerkungen:
1. Hitlers Weisungen für die Kriegsführung,1939-1945, Dokumente des
Oberkommandos der Wehrmacht, Weisung Nr. 32; Hrsg. Walther
Hubatsch, Bernard & Graefe, Frankfurt am Main
2. Bernd Philipp Schröder, Irak 1941, Verlag Rombach, Freiburg. S. 66
3. Einzelheiten dazu im Kapitel >>Zwischen Rebellion und Revolution<<, Anm. 1

MfG ...
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Red_Warrior
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BeitragBeitrags-Nr.: 126520 | Verfasst am: 19.07.2007 - 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Das die Türkei neutral blieb hatte nebenbei noch einen Vorteil im weiteren Verlauf des Krieges, der abzusehen war:
Bei Deutschlands Krieg, spätestens gegen die zahlenmäßig um ein vielfaches stärkere Sowjetunion war es wahrscheinlich, dass Deutschland langfristig scheitern würde (was es auch tat).
Klar, für deutschland wäre die Türkei als Verbündeter günstig, aber solch ein Bündnis würde aus türkischer Sucht auch bedeuten, dass bei Deutschlands Scheitern die Türkei selbstvon den Alliierten (in dem Fall am ehesten von den Sowjets) angegriffen und besetzt wird.
Da war der Türkei die Neutralität um ein vielfaches sicherer...
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 131097 | Verfasst am: 07.10.2007 - 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Mal noch ne kleine Lageübersicht Britanniens im Mai 41 und die in meinen Augen verpasste Chance, den Krieg gegen England siegreich zu beenden. Lassen die Deutschen den Russlandfeldzug fallen und die Russen greifen umgekehrt auch 41 nicht an, ist England Ende 41 fertig und stellt nix weiter als eine amerikanische Insel mitten in Europa dar.

Die Deutschen hatten bis zum 1.5.41 das griechische Festland besetzt. Rommel war gerade in Afrika erfolgreich gewesen, auch wenn Tobruk sich noch halten konnte. Das es erst ein Jahr später fallen sollte, konnte da noch keiner wissen.
Am 10.5. findet der bisher schwerste Bombenangriff auf London statt und Heß landet dazu noch in Schottland um auf einmal über Frieden zu reden. Die Bismarck läuft aus und versenkt am 24.5. die Hood. England ist geschockt, auch weil am 20.5. die Luftlandeoperation gegen Kreta beginnt. Der 27.5. 41 ist da in dem Chaos für die Engländer wenigstens ein kleiner Lichtblick. Da die Deutschen aber keine wirklich - mir bekanntes - tragfähiges Nahost Konzept haben, lassen sie die Chancen verstreichen. Am 1.6. 41 standen den Engländern im Mittelmeer noch 2 Schlachtschiffe, 0 Flugzeugträger, 3 Kreuzer und 17 Zerstörer in Dienstbereitschaft. Der Rest war in Reparatur.
Churchill schrieb über die kritische Situation, dass sie froh sein konnten, durch die Seeschlacht bei Kap Maatapan im Frühjahr 41 "wir es wenigstens geschafft hatten, die italienische Flotte in ihre Häfen zurückzutreiben." Was hätte da ein kühner Achsen-Admiral alles erreichen können.
Im März 41 wurde Raschid Ali - ein Deutschlandfreund - Ministerpräsident des Iraks. Die proenglische Regierung setzte sich ins Ausland ab. Um sich das Öl zu sichern, blieb den Tommys nix anderes übrig, als "nicht vorhandene" Truppen in Basra am 18.4. 41 landen zu lassen. Daraufhin kesselten die Iraker mit 9000 Mann und 50 Geschützen die in Habbaniya stationierten 11.000 Commonwealth-Leute ein. 82 Flugzeuge allen Typs (i.d.R. alte) boten die Engländer auf. Am 2.5.41 begann der Kampf.
Die deutsche Luftwaffe flog vom Dodekanes mittlerweile Luftangriffe gegen den Suezkanal. Raschid Ali ersuchte Hitler um Waffenhilfe gegen uns "und Admiral Darlan schloß mit den Deutschen ein vorläufiges Abkommen, wonach dreiviertel des in Syrien befindlichen Kriegsmaterials, das unter der Verwaltung der italienischen Waffenstillstandskommission stand, nach dem Irak transportiert werden solle und der deutschen Luftwaffe Landungsmöglichkeiten einzuräumen seien." Bis Ende Mai landeten etwa 100 deutsche und 20 italienische Maschinen in Syrien. General Wavell, der aktueller Gegenspieler Rommels, zeigte sich über diese Gesamtlage höchst unzufrieden. Schließlich hatte er 5 Kriegsschauplätze zu betreuen:
1.
den Irak, wo man am 29.4. noch ein britisches Bataillion aus Indien zur Verstärkung heranführte. (Deutschland ließ zur selben Zeit x - Divisionen an der Grenze zu Russland aufmarschieren)
2.
Syrien, wo die Achse i.V.m. Vichy immer aktiver wurde und die Türkei somit VOLLSTÄNDIG von der "Achse" umzingelt war. In Europa die Bulgaren/Griechen - Grenze, im Osten unsere damals noch verbündeten Russen, im Süden die Syrer und ab Mai 41 in Mossul schon leichte deutsche Luftwaffenverbände
3.
Der Kampf im Westen (Lybien) gegen Rommel, der im April/Mai Verstärkungen erhielt, wo die Briten damit wussten, das bald wieder Ärger im Hause anstehen wird. s. verlorene Operation Battelaxe Mitte Juni seitens der Tommys
4.
Äthiopien - Feldzug in Ostafrika (wobei ich keine Zahlen zu habe)
5.
der im April/Mai stattfindente Feldzug in Griechenland

(6.)
Die Angst vor den Japanern im Nahen Osten und damit kein Nachschub aus Indien mehr für den Nahen Osten

Aber Wavell sollte, nachdem im Irak der Kessel von Habbaniya aufgebrochen werden konnte, mit "riesigen" Verstärkungen für die für den Syrienfeldzug schon bereitstehenden 1 Brigade, mit 5 neuen Infanteriebrigaden samt Hilfstruppen aus Indien rechen, "falls der nötige Schiffsraum gestellt würde". Die Lage war den Engländern aber nicht geheuer, so daß man lieber erst den Irak-Feldzug beenden wollte, was dann in der zweiten Maihälfte auch geschah, nachem die Verstärkung aus Palästina am 18. Mai Habbaniya erreichte.
"Unsere Vorhuten erreichten am 30. Mai die Vororte von Bagdad. So schwach sie zahlenmäßig waren, und trotz einer irakischen Division innerhalb der Stadt, erwies sich ihre Ankunft für Raschid Ali und seine Kumpane nicht mehr tragbar." (schrieb Churchill) Was hätten da 1,2 deutsche Divisionen über den Luftweg oder durch die Türkei rangebracht, alles ändern können... Aber die Türkei sperrte sich erfolgreich dem deutschen Anliegen, trotz Gebietsversprechungen durch Deutschland.

Jetzt konnte der Syrien Feldzug beginnen (8.6.41). Man hoffte, dass die Vichy-Franzosen sich nicht wehren würden, "doch als diese erkannten, wie wenig zahlreich unsere Kräfte waren, faßten sie Mut und wehrten sich tapfer, vielleicht nur iher Waffenehre halber. Nachdem man eine Woche gekämpft hatte, wurde es Wavell klar, dass Verstärkungen nötig seien." Er musste dazu die Irak Truppen heranholen, um dann mit taktisch klugen Manövern die Franzmänner in Syrien auszuhebeln und im Juli 41 den Feldzug erfolgreich zu beenden.

Nachdem die Lage im Nahen Osten wieder hergestellt war - für die Engländer- , konnten sie dann gemeinsam mit den Russen im August 41 an die Besetzung des Irans gehen, was die so dringend benötigte Nachschubstrasse für die mittlerweile gegen die Deutschen kämpfenden Russen öffnete.

Grüße
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 131098 | Verfasst am: 07.10.2007 - 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Quelle war hauptsächlich Winston Chruchill "Der 2. Weltkrieg"
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 131130 | Verfasst am: 08.10.2007 - 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich hätte die Türkei hauptsächlich einen strategischen Wert gehabt, wenn sie auf der Seite der Achse in den Krieg eingetreten wäre. Aber bedenkt dies: Auch eine Armee auf dem Stand des Ersten Weltkrieges ist eine Armee, die etwas bewirken kann, vor allem dann, wenn ihr kein starkter Feind entgegentritt. Weder England noch Russland hätte einer türkischen Offensive im Jahr 1941 in den Kaukasus oder den Nahen Osten irgendetwas entgegensetzen können, dass diese Offensive dauerhaft gestoppt hätte.
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 131138 | Verfasst am: 08.10.2007 - 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Vor allem die Engländer nicht. Bei den Russen bin ich mir nicht so sicher - fragt sich ausserdem, ob die Türkei überhaupt nochmals mit Russland hätte Krieg führen wollen.... Zwinkern

mfg

alex
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Tom Heyer
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BeitragBeitrags-Nr.: 131147 | Verfasst am: 08.10.2007 - 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Quelle war hauptsächlich Winston Chruchill "Der 2. Weltkrieg"


Welcher Teil?
Ich habe die selber zuhause und würd das ganze gerne einmal nachlesen

Gruß

Tom Heyer
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 131150 | Verfasst am: 08.10.2007 - 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hi !

Aus seinem über 1000 Seiten dicken Werk wars das 2. Buch, Kaitel 20 und 21

Gruß
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Einfacher Soldat
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BeitragBeitrags-Nr.: 131232 | Verfasst am: 09.10.2007 - 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Natürlich hätte die Türkei hauptsächlich einen strategischen Wert gehabt, wenn sie auf der Seite der Achse in den Krieg eingetreten wäre. Aber bedenkt dies: Auch eine Armee auf dem Stand des Ersten Weltkrieges ist eine Armee, die etwas bewirken kann, vor allem dann, wenn ihr kein starkter Feind entgegentritt. Weder England noch Russland hätte einer türkischen Offensive im Jahr 1941 in den Kaukasus oder den Nahen Osten irgendetwas entgegensetzen können, dass diese Offensive dauerhaft gestoppt hätte.


Welche (technischen) Entwicklungen hatten die türkischen Streitkräfte in den knapp über 20 Jahren seit der militärischen Niederlage der Osmanen überhaupt durchlaufen?
Kann man hier noch geschlossen von einem Heer sprechen, welches sich noch auf dem Stand des Jahres 1918 befand, oder haben die Reformen unter Kemal Atatürks modernen Republik Türkei auch beim Militär Früchte getragen?
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Andre
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BeitragBeitrags-Nr.: 131234 | Verfasst am: 09.10.2007 - 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin der Meinung die Türkei wäre ähnlich wie Spanien, auf den ersten Blick und in den ersten Kriegsmonaten ein attraktiver Verbündeter gewesen. Aber im Verlauf, auch eines etwas anderen Krieges mit einem etwas anderen Kriegsverlauf hätte ihr Beitritt zur Achse große Probleme mit sich gebracht.

Die Grenzen hätten gesichert werden müssen, auch vor Luftangriffen. Die Türkei hätte viele Kilometer unsicherer Grenze gehabt.
Die Achse, in diesem Fall wohl Deutschland, hätte insgesamt massive Militärhilfe leisten müssen um mit der türkischen Armee eine schlagkräftige Offensiv-Hilfe zu haben. Vorher bzw. zeitgleich schrien aber schon andere Bündnispartner nach deutscher Hilfe bei Grenzsicherung, Ausbildung, Material und bei Unterstützung von eigenen vermurksten Offensiven.

Englische Quellen und Zeitzeugen beurteilen die Lage von 1939-1941 immer als dramatisch und schicksalsentscheidend. Was sie zweifellos auch war, aber auch die Achse MIT der Türkei hätte auf Dauer nicht dem Britischen Commonwealth und den USA standhalten können.

Gruß
Andre
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 131425 | Verfasst am: 12.10.2007 - 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Welche (technischen) Entwicklungen hatten die türkischen Streitkräfte in den knapp über 20 Jahren seit der militärischen Niederlage der Osmanen überhaupt durchlaufen?
Kann man hier noch geschlossen von einem Heer sprechen, welches sich noch auf dem Stand des Jahres 1918 befand, oder haben die Reformen unter Kemal Atatürks modernen Republik Türkei auch beim Militär Früchte getragen?

Ich kann dir leider beide Fragen nicht beantworten. Aber eines weiß ich: Wenn die Türken auch mit einem schlecht ausgerüsteten Heer angetreten wäre hätte dieses Heer den Briten und später den Russen große Probleme bereiten können. Sicher, diese Truppen waren alles andere als im deutschen Sinne ausgerüstet, ausgebildet und geführt, aber sie waren da und wenn man nichts und nur sehr wenig hat, das man ihnen entgegenstellen kann, dann ist ein Durchbruch dieser Truppen zu erwarten, was für England im Nahen Osten zu eine Katastrophe geworden wäre.
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tomx992
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BeitragBeitrags-Nr.: 131677 | Verfasst am: 18.10.2007 - 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Welche (technischen) Entwicklungen hatten die türkischen Streitkräfte in den knapp über 20 Jahren seit der militärischen Niederlage der Osmanen überhaupt durchlaufen?
Kann man hier noch geschlossen von einem Heer sprechen, welches sich noch auf dem Stand des Jahres 1918 befand, oder haben die Reformen unter Kemal Atatürks modernen Republik Türkei auch beim Militär Früchte getragen?

Ich kann dir leider beide Fragen nicht beantworten. Aber eines weiß ich: Wenn die Türken auch mit einem schlecht ausgerüsteten Heer angetreten wäre hätte dieses Heer den Briten und später den Russen große Probleme bereiten können. Sicher, diese Truppen waren alles andere als im deutschen Sinne ausgerüstet, ausgebildet und geführt, aber sie waren da und wenn man nichts und nur sehr wenig hat, das man ihnen entgegenstellen kann, dann ist ein Durchbruch dieser Truppen zu erwarten, was für England im Nahen Osten zu eine Katastrophe geworden wäre.


das sehe ich auch so Gut gemacht!
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stefan w
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BeitragBeitrags-Nr.: 131707 | Verfasst am: 19.10.2007 - 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Bei einem Kriegseintritt der Türkei 1941, mit deutscher Unterstützung, hätte England "keine" Probleme mehr gehabt. Das Empire wäre ziemlich sicher zusammengebrochen.

Den Einwand daß die Türkei ein schwacher Verbündeter gewesen wäre ist sicherlich richtig, aber ein gemeinsamer Angriff hätte gesamte Lage im Nahen verändert und nicht nur dort. Mit sehr sehr weitreichenden Auswirkungen auf Indien, Australien, Japan, Holland (Indonesien) und natürlich auch der USA.

Ein deutscher Vorstoß (mit und als Unterstützung Türkei) hätte aber den Verzicht auf die Operation Barbarossa nötig gemacht.

Ich kann nicht sehen was den Sowjets dann Probleme bereitet hätte. Immerhin standen im Kaukasus starke RA-Verbände.
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Tom Heyer
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BeitragBeitrags-Nr.: 131727 | Verfasst am: 19.10.2007 - 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einer erfolgreichen einnahme Ägypten des Suez Kanals und dem Nahen Osten im Jahre 1941 hätte man vieleicht generell auf die Operation Babarossa verzichtet.

Gruß
Tom
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 131836 | Verfasst am: 21.10.2007 - 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Im Sommer 1940 wurde auf zwei Führerkonferenzen diese Möglichkeit diskutiert. Man wollte in erste Linie die gigantischen Erdölvorräte des Nahen Osten unter Kontrolle bringen.
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