Fertigungsaufwand Heinkel He 100 - Messerschmitt Bf 109
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Quetschkopf
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BeitragBeitrags-Nr.: 185549 | Verfasst am: 27.05.2010 - 18:09    Titel: Fertigungsaufwand Heinkel He 100 - Messerschmitt Bf 109 Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Ernst Heinkel schreibt in "Stürmisches Leben" u.a. auch über die Optimierung der Fertigungsprozesse zwischen Heinkel He 112 und Heinkel He 100. So sollen bei den später gebauten He 100 gegenüber der 112

nur noch 969 (!) Einzelteile anstatt 2.885
und nur noch 11.543 Nieten anstatt 26.964 nötig gewesen sein.

Die Anzahl der genormten Teile wurde bei der 100 von 1.279 (112) auf 2.186 erhöht.

Die Fertigungszeit für einen Flügel verminderte sich um 1150 Stunden / was wahrscheinlich auch auf den "Spitfire"-Flügel der 112 zurückzuführen war.

Hat jemand von den Forumsmitgliedern verlässliche Zahlen, wieviel Fertigungsaufwand / -zeit für eine Bf 109 und eine He 100 benötigt wurden ???

Tschö
Quetschi

PS: Gibt es ein verfügbares Buch, in dem man genauere Daten über die Heinkel "Exoten" (100, 112, 118) nachlesen kann, speziell technische Daten / Zeichnungen / Fertigung ??
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HR
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BeitragBeitrags-Nr.: 194387 | Verfasst am: 28.04.2011 - 22:47    Titel: Fertigungsaufwand Bf109/He100 Antworten mit Zitat

Hallo Forum,

Die Fa. Messerschmitt gab 1945 den Fertigungsaufwand für eine Bf 109 mit 4500 Std. an. Das kann eine G oder K gewesen sein. Mir ist unklar, ob sich die Zahl auf eine abnahmebereite Maschine bezieht mit dem Motor, der Waffen und Einbauten (wobei der Aufwand für die Fertigung dieser Zulieferteile außer acht gelassen wird) oder auf die komplette Zelle, ohne Motor und Waffen. Dies macht einen ziemlichen Unterschied.

Ernst Heinkel kann keine verläßlichen Zahlen angeben haben, denn die He 100 ist ja nie als Einsatzjäger fertig gestellt worden. Da würde noch Einiges fehlen für Waffen, neuer Kühlereinbau unter den Flächen, O²-Flaschen usw. Diese Teile können ja nicht in Luft aufgehängt werden. Als Beispiel gegenüber der He 112 mögen diese Zahlen einige gute Information liefern, aber generell würde ich den Zahlen von Ernst Heinkel nicht allzuviel Vetrauen entgegen bringen. Die He 112 war bautechnisch schlecht und viel zu konservativ in der Auslegung. Die He 100 mag ja für sich ein gutes Flugzeug gewesen sein, hätte aber sicher wenige Vorteile, möglicherweise sogar hier und da einen Rückschritt bedeutet (z.B Jaboeinsatz wegen der kleineren Fläche). Auch die Geschwindigkeit bringt nur eine kleine Verbesserung, sie ist durch die Flügelfläche und die Antriebsleistung schon fast allein festgelegt. Eine elegante Linienführung oder runde Haube bringen da wenig.

Schließlich ist der Fertigungsaufwand kein gutes Maß für eine wirtschaftliche Konstruktion. Die Differentialbauweise von Messerschmitt bringt auch erhebliche logistische Vorteile, man denke nur an die abnehmbaren Flügel und das am Rumpf aufgehängte Fahrwerk. Bf 109 können bei Außenlandungen zur Not als Anhänger zum Horst gerollt werden. Bahnverladungen können ohne Kran erfolgen.

Zusätzlich bringen die Vorflügel (Slats) Bauaufwand, aber auch ziemliche fliegerische Vorteile. Besonders beim Flug in Bodennähe ist dies wichtig. Die Bf 109 ist wegen der Anzahl der Landeunfälle viel kritisiert worden, aber kaum jemand nimmt Notiz an den Einsatzbedingungen auf kleinsten, täglich wechselnden Notplätzen, in Schlamm und Staub. Wer das Buch "die Strasse von Messina" (Steinhoff) gelesen hat, bekommt einen Eindruck davon.

Durch die bei der Bf 109 voll verstellbare Dämpfungsflosse des Höhenleitwerks kann die Trimmung leistungmäßig besser erfolgen, zusätzlich ist damit ein Abfangen bei hohen Geschwindigkeiten möglich. Zusätzlich ist der Maschinenaufwand und Aufwand bei den Halbzeugen bei integraler Bauweise (möglichst wenige Teile) erheblich größer. Fertigungsverlagerungen sind damit schwieriger, der Materialaufwand ist größer.

Gruss HR
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