1. WK / Dt. Aktivitäten am Roten Meer / Kämpfe im Jemen
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186227 | Verfasst am: 19.06.2010 - 12:48    Titel: 1. WK / Dt. Aktivitäten am Roten Meer / Kämpfe im Jemen Antworten mit Zitat

In der Anfangsphase des 1. WK wurden 40 Angehörige deutscher Handelsschiffe in Massawa,
einer Hafenstadt im damaligen Italienisch-Eritrea am Horn von Afrika interniert.

Diese sollen dann, mit gekaperten Schiffen und Booten über das Rote Meer nach dem Jemen
geflohen sein, sich den verbündeten osmanischen Truppen unter dem Oberkommandierenden
Ali Sa´id Pasha und seiner Offensive gegen brit. Aden am 3. Juli 1915 angeschlossen haben.

Kennt jemand weitere Einzelheiten?
Schiffe? – Personen? – Hintergründe?

Gruß Holger

(X = Nacheditiert 02.07.2010)
(X = Nacheditiert 03.07.2010)
(X = Nacheditiert 24.07.2010)


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 07.11.2010 - 09:27, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186252 | Verfasst am: 20.06.2010 - 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Um mit dem Thema systematisch zu beginnen versuche ich erst mal die Schiffe zu finden, die dort interniert wurden,
bevor man einen eventuellen Bezug zu den Mannschaften erstellt. Folgende drei (sieben) Dampfer konnten bisher ausfindig gemacht werden.

S/S „CHOISING“ (1901 - 1917) Frachtschiff
Größe: 1657 BRT / 3.150 Tonnen
Länge: 81,50 m / Breite: 11,35 m / Tiefgang: 5,98 m

- -. - -. 1901 in Dienst als „Madeleine Rickmers“, Rickmers A.G., Geestemünde (Nr.120)
- -. 06.1906 umbenannt in Choising
- -. 08.1914 Etappenschiff (Südetappe Batavia)
16.12.1914 Übernahme des Landungszuges der SMS „Emden“ von „Ayesha
09.01.1915 Überführt nach Hodeïda / osmanisches Reich, südl. arabische Halbinsel, Rotes Meer
12.01.1915 Aufgelegt in Massawa / Italienisch Eritrea, Rotes Meer
Som. 1916 Beschlagnahmt von italienischer Regierung und umbenannt in „Carraccio

15.05.1917 Versenkt durch Art. KuK Zerstörer „Balaton“, südliche Adria / `Otranto Straße´

http://i49.tinypic.com/n6rr09.jpg



S/S „AXENFELS” (I) (1904 -1933) Frachtschiff X Foto: http://www.ddghansa-shipsphotos.de/
Größe: 4.464 Tonnen
Länge: 114,48 m / Breite: 15,42 m / Tiefgang: 8,41 m

- -. 03.1904 Fertiggestellt von Flensburger Schiffsbau Gesellschaft, Flensburg (Nr.233) für Deutsche Dampfschiffahrts-Gesellschaft „Hansa“
15.12.1915 Beschlagnahmt von Italienischer Regierung in Massawa / ital. Eritrea und umbenannt in „Alberto Cavalletto
- -. - -.1933 Abgebrochen in Italien



S/S „STURMFELS“ (I) (1912 - 1958) Frachtschiff X Foto: http://www.ddghansa-shipsphotos.de/
Größe: 5.660 Tonnen
Länge: 128,38 m / Breite: 16,92 m / Tiefgang: 8,72 m

- -. 11.1912 Fertiggestellt von J.C. Tecklenborg A.G., Geestemünde (Nr. 249) für Deutsche Dampfschiffahrts-Gesellschaft „Hansa“
- -. 08.1916 Beschlagnahmt von Italienischer Regierung in Massawa / ital. Eritrea und umbenannt in „Ferrara
- -. 09.1958 Abgebrochen von Sakurajima, Osaka / Japan.



X S/S „ELLEN RICKMERS“ Frachtschiff

- -. 08.1914 Interniert in Massawa
15.12.1915 Durch die Italiener beschlagnahmt.

13.08.1917 Auf Reise Cardiff - Barry - Genua - Tarent mit Kohle versenkt durch SMS "U 93” 220 sm W Scilly Island



X S/S „CHRISTIAN X“ Frachtschiff X Foto, Seite 8: http://www.dsm.museum/DBSchiff/pdf_files/kiedel_dampf_oder_diesel.pdf

02.08.1914 In Massaua / ital. Eritrea interniert.
16.12.1915 Hier durch die Italiener beschlagnahmt.




X S/S „SEGOVIA“ (1900-1929) Frachtschiff
Größe: 5.872 BRT / 7.988 Tonnen
Länge: 122,20 m / Breite: 16,20 m / Besatzung: 44

20.07.1900 Stapellauf bei Blohm & Voss (Bau-Nr. 141)
30.01.1901 Ablieferung an die Hamburg-Amerika Linie für Südamerika- und Ostasien Dienst
06.08.1914 In Massawa aufgelegt
- -. - -.1915 Von Italien beschlagnahmt. Umbenannt in „Creama

- -.03.1929 In Genua abgewrackt


X S/S ”OSTMARK“ (1911 - 1916) Frachtschiff
Größe: 4.570 BRT

- -. - -.1911 Stapellauf bei Blohm & Voss für HAPAG
- -. - -.1914 In Massawa aufgelegt
- -. - -.1915 Von Italien beschlagnahmt. Umbenannt in „Chieri

08.10.1916 Versenkt von SM U 20 südlich von Irland


Quellen:

Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 Band 4, Erich Gröner, Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1986, S.211+212
Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“ 1881-1966, Leonard Gray, WSS, Kendal / England 1967
X Hinweise freundlicher und hilfsbereiter Mitglieder im Forum Marinearchiv.
X Die Schiffe der Hamburg-Amerika Linie 1847-1906, A. Kludas H. Bischoff, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1979.


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 24.07.2010 - 12:38, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186489 | Verfasst am: 02.07.2010 - 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Militärische und Geopolitische Hintergründe und Zusammenhänge


Der eigentliche Hinweis über den Zusammenhang von Mannschaften internierter deutscher Handelsschiffe in Massawa / ital. Eritrea
und deren Beteiligung und Einsatz bei den Kämpfen im südlichen Jemen stammt aus: Lawrence and Arab Revolts
http://www.ospreypublishing.com/store/Lawrence-and-the-Arab-Revolts_9780850458886

Textauszug Seite 24:
. . . . . Neverless, without reinforcements, supplies or even regular communication from Istanbul, `Ali Saíd Pasha not only
kept the British penned in Aden but spread Ottoman influence east into the Hadramawt and south into to Horn of Africa.
Yet the pasha was not entirely isolated; 40 German sailors from ships interned at Massawa before Italy entered the war
made their way to Yemen
, as did some survivors from the German raider Emden who reached Hudaydah in a series of
commandeered ships after being stranded in the East Indies. . . . .



Da es um die Sache in themenübergreifenden Fachgebieten des 1.WK geht, - anbei die beabsichtigte Vorgehensweise.
Es wird versucht bei diesem Thema, ``das Pferd von zwei Seite aufzuzäumen´´:

1) ``Von vorne´´, mit Informationen über internierte dt. Handelsschiffe und ihre Besatzungen in Massawa / Ital. Eritrea
Bei den bisher o.g. fünf Handelsschiffen muß es sich ja schon um eine Anzahl von mindestens 150 Personen handeln.

2) ``Von Hinten´´, mit dt. Beteiligung an den sehr isolierten Kampfhandlungen im Jemen bei den verbündeten türk Truppen
Soviel ich weiß, gab es keine offiziellen deutschen Verbände im Jemen während des 1.WK. Es sind bisher nur wenige Namen
von deutschen Heeresoffizieren beim VII. Corps der 4. Türkischen Armee bekannt geworden.

Dies ist wieder eine Randepisode des 1. WK über die, auch in offiziellen Werken, relativ wenige Hintergründe bekannt sind.

Die Neuerungen und Ergänzungen werden dann hier nacheditiert und kenntlich gemacht. (In diesem ersten Fall durch ein X mit Datum)

Zur graphisch - geographischen Übersicht erst mal eine Karte mit den erwähnten Örtlichkeiten:
http://i49.tinypic.com/i5rbrs.jpg


Ein grober Frontverlauf der beteiligten Parteien von 1914 - 1916 und 1917 - 1918:
http://i48.tinypic.com/bevu9z.gif http://i50.tinypic.com/2j4xe35.gif

Quelle: http://www.atlas-historique.net/

Gruß Holger


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 07.07.2010 - 19:20, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 186604 | Verfasst am: 06.07.2010 - 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hafen Massawa (auch Massaua oder Mitsiwa) an der Küste des Roten Meeres in der Italienischen Kolonie Eritrea


Hintergrund:

http://i46.tinypic.com/347grad.jpg http://i45.tinypic.com/23ldt8g.jpg
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Massawa http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonie_Eritrea



Mit englischer Unterstützung landen italienische Truppen am 3. Februar 1885 unter dem General Antonio Baldissera in
Massawa. Damit wird das schon bestehende Gebiet um die südlichere Hafenstadt Assab wesentlich vergrößert und am
1. Januar 1890, mit Baldissera als neuem Zivil- und Militärgouverneur, offiziell zur ersten eigenständigen "Colonia Eritrea".
Massawa wird fortan Hauptsitz der Verwaltung unter Baldissera und bleibt dies bis 1900, als Asmara neue Hauptstadt wird.

http://i47.tinypic.com/117qkb8.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: CD/6264/3051/3149/6264_3051_3149_0026



Italienische Truppen beim Ausladen von Gleisen und Eisenbahnzubehör in Massawa 1885

http://i33.tinypic.com/2q3sykh.jpg
Quelle: Ricordi di Massaua 1885, Mauro Ledru, Eritrea 1885



Massawa bleibt aber, mit seiner Funktion als größter und bester Hafen der Kolonie, das Tor zur Außenwelt. Das Rote Meer
ist nur durch den Suez-Kanal im Norden und durch die Meerenge bei der Insel Perim im Süden zu verlassen. Beide Gebiete
werden von England durch die Royal Navy kontrolliert. Da das Königreich Italien zu Beginn des 1. WK noch dem Dreibund
angehört und neutral ist, flüchten deutsche Handelsschiffe in diesen Hafen und werden aufgelegt.

Der Hafen Massawa zu einem späteren Zeitpunkt.

http://i47.tinypic.com/2z4y8so.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: CD/6264/3051/3535/6264_3051_3535_0020



Die Türkische Marine ist mit ihren verbliebenen Einheiten im Roten Meer, der Britischen hoffnungslos unterlegen.
Daher reicht es der Royal Navy auch aus, völlig veraltete Einheiten mit mehr als 20 Dienstjahren dorthin zu Verlegen.
Ihre Stützpunkte sind Port Said im Norden und Aden im Süden.

Hier der englische Kreuzer HMS “Fox“ im Roten Meer, der noch am 8. Januar 1915 bei der Besetzung der Insel Mafia vor
der Küste von Deutsch-Ostafrika eingesetzt wurde, bevor er bei den folgenden Kämpfen um den Suez Kanal und Ägypten
1915-1916 teilnahm. Das Schiff spielte dann 1917-1918 im Roten Meer noch eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung
der Revolte gegen Türken bzw. das Osmanische Reich, die am 24. Mai 1916 bei Medina, auf der Arabischen Halbinsel beginnt.

http://i46.tinypic.com/27ytndc.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code : CD/3317/2014/0966/3317_2014_0966_0086



Der spätere Korv. Kapt. Hellmuth v. Mücke von der SMS “Ayesha“ / SMS “Emden“ gibt hierzu noch einen interessanten
Vorschlag über eine Kriegsführung im Roten Meer an Enver Pasha ab. Er beabsichtigt 2 einheimische Sambuks,
die sich schon im Roten Meer befinden, mit je einer Dampfbarkaß-Maschine, vier Torpedorohren, einer 8,8-cm und
zwei 3,7-cm-Kanonen sowie zwei MG auszustatten. So ausgerüstet soll die feindliche Handels-Schiffahrt angegriffen
und Erfolge gegenüber der alles beherrschenden British Navy erzielt werden. Zur Ausführung kam es dann aber nicht.
Quelle: http://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/00825/index.html.de

Typische Sambuk (Arabisch) oder auch Jahazi-Dhow (Swahili) im Roten Meer wie sie von den Türken,
bis in den 1.WK hinein zu militärischen Zwecken genutzt wird.

http://i48.tinypic.com/2zdytqq.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: CD/7199/3262/1592/7199_3262_1592_0063



Weitere historische Hintergründe zu Massawa und die Italienische Kolonie Eritrea:

http://unesdoc.unesco.org/images/0013/001340/134093mb.pdf
http://www.mein-italien.info/geschichte/colonia-eritrea.htm

Gruß Holger


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 05.08.2010 - 18:42, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 186643 | Verfasst am: 07.07.2010 - 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hier nun die ersten Fotos der internierten deutschen Handelsschiffe im Hafen von Massawa im Jahr 1915.


Bild 1 Die Funkstationen am Hafen von Massawa von der Seeseite aus.
http://i45.tinypic.com/292wppz.jpg
Quelle: http://www.frobenius-institut.de/ Mit freundlicher Genehmigung


Bild 2 Bildmitte, die CHRISTIAN X; Rechts davon die STURMFELS. Der Dampfer links konnte bisher nicht ermittelt werden.
http://i47.tinypic.com/11heaa9.jpg
Quelle: http://www.frobenius-institut.de/ Mit freundlicher Genehmigung


Bild 3 Die CHOISING mit Blickrichtung vom Bug.
http://i47.tinypic.com/23hrf2e.jpg
Quelle: http://www.frobenius-institut.de/ Mit freundlicher Genehmigung


Bild 4 Auf der CHOISING; Die rechte Person ist Kapitän Minkwitz der CHOISING
http://i50.tinypic.com/28wpi0h.jpg
Quelle: http://www.frobenius-institut.de/ Mit freundlicher Genehmigung

Damit taucht hiermit erstmalig ein konkreter Namen auf. Eventuell kennt jemand weitere Namen der Schiffsbesatzungen
der sechs im Hafen liegenden Frachter: CHOISING ; AXENFELS ; STURMFELS ; ELLEN RICKMERS ; CHRISTIAN X ; SEGOVIA ?



Hochinteressant ist die Entstehungsgeschichte dieser Aufnahmen, die alle von einem gewissen Mario Passarge stammen.
Passarge ist zu diesem Zeitpunkt, im Jahr 1915 wahrscheinlich Begleiter des Deutschen Afrika Forschers und Ethnologen
Leo Frobenius. Dieser ist kurz nach Kriegsbeginn zu seiner 7. Expedition nach Abessinien aufgebrochen. Auf dem Landweg
reist die Gruppe über Istanbul und Damaskus auf die Arabische Halbinsel nach Medalin Salih und El Ula and die Küste des
Roten Meeres. Bei dem Hafen El Weg führt die Reise auf dem Seeweg weiter über Janbo und Dschidda nach Konffida. Dort
wird der Osmanische Machtbereich des Türkischen Bündnispartners verlassen und die Überfahrt nach Massawa angetreten.

Frobenius der das Land und die Reiseroute bereits von seiner 5. Expedition im Jahr 1912 kennt, wird bei der Weiterreise in
Eritrea aufgehalten. Da Italien seit den militärischen Niederlagen gegen die Äthiopier am 24. Januar 1887 bei Dogali und am
1. März 1896 bei Adwa besonders misstrauisch gegenüber Besuchern ihres Nachbarlandes ist, wird ihnen die Weiterreise
nach Abessinien verwehrt. Frobenius versucht nun heimlich weiterzureisen, wird aber aufgrund eines Missgeschickes seines
Begleiters Friedrich Hall beim Grenzübergang entdeckt, festgenommen und für den Rest des Krieges in Eritrea interniert.
Während dieser Internierungszeit besuchen Frobenius und seine Begleiter mehrmals die im Hafen liegende CHRISTIAN X.

Als offizieller Reisegrund wird eine Wissenschaftliche Expedition angegeben. Es steht wohl außer acht, daß Frobenius mit einem
Geheimauftrag des AA in Berlin unterwegs ist. Der erste Nachweis für diese Mission ist das Überbringen von Instruktionen an die
Deutsche Gesandtschaft in Abessinien, die seit Kriegsbeginn von der Außenwelt abgeschnitten ist. Weiterhin soll das traditionell gute
Verhältnis zwischen dem Äthiopischen und Deutschen Herrscherhaus ausgebaut werden. Der deutsche Konsul Lorenz Jensen und
der Äthiopische Thronfolger überlegen gemeinsam an einem Plan auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg einzutreten. Weiterhin
wird an eine Unterstützung von Ali Osman Dīnār in Darfur / Sudan und Muhammad `Abd Allāh al-Hasan in British-Somalia gedacht.

Aufgrund des Sturzes des Thronfolgers 1916 können diese Pläne aber nicht weiterverfolgt werden. Auch ohne die Äthiopische oder
Deutsche Unterstützung kommt es während des 1.WK im Sudan und Somalia zu Aufständen gegen die Britische Kolonialherrschaft.
Die in ausländischen Medien weitverbreite Wertung von Frobenius als Deutschen Lawrence von Arabien ist unrealistisch. Frobenius
hat auch durch seine persönliche Freundschaft zu Kaiser Wilhelm II, nie die militärische und finanzielle Unterstützung bei seiner
Geheimtätigkeit genossen, wie das bei Colonel Thomas Edward Lawrence durch das Englische Kriegsministerium der Fall war.
Eine Einsichtnahme in die Akten des Auswärtigen Amtes in Berlin würde diesbezüglich bestimmt weitere Fakten zutage fördern.



Quellen:

http://bildarchiv.frobenius-katalog.de/doerg.FAU?sid=056137933&dm=1&rpos=Expeditionen
http://www.addis-abeba.diplo.de/Vertretu ... 100__jahre__dipl__bez,property=Daten.pdf
http://www.basisbanalitaet.net/docs/eisheuer_iz3w_317.pdf
http://wapedia.mobi/en/Battle_of_Dogali http://wapedia.mobi/en/First_Italo-Ethiopian_War#3.
http://www.kaiserscross.com/188001/224322.html http://www.kaiserscross.com/188001/257522.html
http://www.independent.co.uk/opinion/com ... live-up-to-ndash-and-failed-1816593.html

Gruß Holger
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BeitragBeitrags-Nr.: 186724 | Verfasst am: 10.07.2010 - 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Das spätere Kampfgebiet um das Britische Protektorat Aden (1839-1937) im Jemen vor dem 1.WK


Hintergrund:

http://i25.tinypic.com/a9v69d.jpg http://i29.tinypic.com/146x4k.jpg
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Aden http://www.adenairways.com/Aden%27s_Capture.htm



Am 19. Januar 1839 besetzt Marineinfanterie der British East India Company unter Commander Stafford Bettesworth Haines den Hafen
von Aden um das dortige Piratenunwesen zu unterbinden und eine Versorgungsstation zu errichten. Dem Sultanat von Lahej unter dem
Herrscher Sultan Àli Mushin bin Fadl von Lahej, welcher de facto dem Osmanischen Reich untersteht, wird damit der Zugang zum Meer
abgeschnitten und es kommt im Laufe der Jahre zu mehreren militärischen Auseinandersetzungen. Diese Zwischenfälle werden 1904
und 1907 durch verbale Abkommen zwischen den Parteien geregelt und die so entstandene Demarkationslinie unterteilt den Jemen
fortan in einen nördlicheren, Osmanisch-Arabischen Machtebereich und ein südlicheres, Britisches Einflussgebiet. Damit wird eine
endgültige Teilung des Jemen vollzogen und zementiert welche nicht nur bis zum 1.WK Konsequenzen hat. Das Protektorat Aden
wird künftig als Teil Britisch-Indiens von Bombay verwaltet und es werden auch entsprechende Indische Truppen dort stationiert.



Flaggen des Osmanischen Reiches, des Sultanat von Lahej und der Britischen East India Company

http://i25.tinypic.com/24fhitx.png http://i31.tinypic.com/2j2hlc5.gif http://i29.tinypic.com/2kpy11.png
Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_flag
http://en.wikipedia.org/wiki/Sultanate_of_Lahej
http://en.wikipedia.org/wiki/East_India_Company



Die Briten unterlassen jedoch Versuche, das 121 km2 große Protektorat Aden im Hinterland zu vergrößern. Nur einige strategisch wichtige
Inseln wie z.B. 1857 Perim im Roten Meer sowie 1868 Khuriya Muriya und 1886 Sokrota im Golf von Aden werden besetzt und fortan von
Aden aus verwaltet. Im Juni 1915 landen die Briten unter Commander D.G.L. Shaw noch kampflos auf der 108 km2 große Insel Kamaran
im Roten Meer. Nach der Eröffnung des Suez Kanal am 17. November 1869 und der Übernahme durch England 1875 gewinnt Aden als
Stützpunkt zunehmend an Bedeutung um die Interessen des Empire auf dem Seeweg nach Indien und in den Fernen Osten zu schützen.

http://i26.tinypic.com/4ug935.jpg http://i32.tinypic.com/2yltqag.jpg http://i28.tinypic.com/263kig4.jpg
Quelle: http://adencollege.net/html/body_aden_history.html



Da das Küstenvorland um Aden keinerlei Süßwasser Quellen besitzt, soll der Bedarf durch Importe gedeckt werden. Auch gibt
es Versuche die ersten Dampf-Entsalzungsanlagen zu installieren. Aufgrund des großen Bedarfs an Frischwasser für die Dampf
Schiffahrt werden beide Verfahren aus finanziellen Gründen aufgegeben. Das schon seit Jahrhunderten bestehende Zisternen-
System mit Speisung aus dem umliegenden Randgebirge wird weiter ausgebaut. Die Briten begeben sich aber dadurch in die
Gefahr in Krisensituationen von der notwendigen Wasserzufuhr aus dem Gebirge durch die Araber, abgeschnitten zu werden.
Man versucht dem, durch große finanzielle Zuwendung an den Sultan von Lahej und andere Herrscher aus dem Wege zu gehen.

http://i26.tinypic.com/ael2yh.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: 7199_3262_1581_0056
http://i30.tinypic.com/2lldbiu.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: 6264_3051_3535_0024


http://i32.tinypic.com/2v16tk0.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: 7201_3261_2652_0029
http://i30.tinypic.com/35ddq1z.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de CD-Code: 7199_3262_1552_0018




Quellen:

British Aden Protectorate
http://en.wikipedia.org/wiki/Aden_Protectorate

Sultanate of Lahej 1886-1967
http://en.wikipedia.org/wiki/Sultanate_of_Lahej

Aden History
http://adencollege.net/html/body_aden_history.html

States of the Aden Protectorate
http://www.worldstatesmen.org/Yemen_protectorate.html

History of the Ottoman Navy
http://www.barbaros.biz/Barbarossa.htm

The Armed Forces of Aden 1839-1967
http://www.al-bab.com/bys/books/lord.htm

Arabische Quellenliste
http://www.saudiaramcoworld.com/index/Subjects.aspx#MILITARYHISTORY

Webpage mit historischen Details zu Aden
http://www.adenairways.com/Bulletin_Boar ... amp;sid=43f34ce30808f65afa424114c53dba1e

Aden under British rule 1839-1967
http://books.google.de/books?id=cscbDgqC ... =0CBwQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false

The Sultan´s Yemen: nineteenth-century challenges to Ottoman rule
http://books.google.de/books?id=POsfZt8K ... CB8Q6AEwAjgK#v=onepage&q&f=false

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BeitragBeitrags-Nr.: 186842 | Verfasst am: 17.07.2010 - 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Die isolierten Kämpfe im südlichen Jemen bei Aden zwischen Türken und Briten im 1. WK

Teil I / Die Türkischen Einheiten
Teil II / Die Britischen Einheiten
Teil III / Die Kämpfe 1914 -1916
Teil IV / Die Kämpfe 1917-1918
Teil V / Die Suche nach dt. Seeleuten



Die Grenzen des Osmanischen und Britischen Einflussgebietes am 3. September 1914:

http://i29.tinypic.com/eqau7l.gif
http://www.terra.es/personal7/jqvaraderey/arabia.htm



Die 4. Türkische Armeegruppe mit Teilen auf der Arabischen Halbinsel

Zu Beginn des 1. WK ist der Jemen fernab der großen Schlachten in Europa ein zweitrangiger Nebenkriegsschauplatz. Die neugebildete,
4. Armee, mit Hauptquartier in Damaskus unter General Zeki Pasha, (ab November 1914 General Cemal Pasha), ist mit Vorbereitungen
der Operationen gegen den Suez Kanal in Ägypten beauftragt. Daher kann man dem unterstellten VII. Armee Korps mit Hauptquartier in
Medina und Sanaa auf dem 3000 km langen Abschnitt auf der Arabischen Halbinsel, keine weiteren Unterstützungen zukommen lassen.
Die Versorgung der Truppen ist schon zu Friedenszeiten sehr beschwerlich, da der nächste Eisenbahn Anschluss der Hedschas-Bahn in
Medina endet. Die nächsten 2000 Kilometer können noch in erster Linie über das Rote Meer zwischen El Weg und Hodeïda zurückgelegt
werden. Während des Krieges wird diese Aufgabe zusätzlich erschwert, da der Seeweg aufgrund der Britischen Überlegenheit auf dem
Roten Meer nicht mehr genutzt werden kann und die restliche Strecke nun auf dem Landweg nach Sanaa und Lahej zurückgelegt werden
muss. Die Strecke führt durch Gebiete unterschiedlich gesinnter Scheichs und bindet zusätzliche Kräfte zur Sicherung der Transportwege.

(Auch wenn es sich nicht um unsere 40 dt. Seeleute handelt, so tauchen doch hier die ersten bekannteren dt. Namen als Offiziere in
dieser 4. Türkische Armeegruppe im 1.WK auf: Werner von Falkenberg, Adolf Herrgott, Franz von Papen, Kress von Kressenstein)



Türkische Infanterie- und Kavallerie-Einheiten der 4. Armee

http://i27.tinypic.com/rjmogh.jpg http://i32.tinypic.com/wt672a.jpg
Quelle: http://memory.loc.gov/phpdata/pageturner ... pe=contact&agg=ppmsca&item=13709
http://www.ottomanpalestine.com/GALLERY_1.htm



Das VII. Türkische Armee Korps

21. Inf. Division unter Oberst Muhittin Bey Akyüz im Asir
22. Inf. Division unter Oberst Vehip Bey Kaçı im Hejaz
39. Inf. Division unter Oberst Ali Sait Bey Akbaytogan in Taiz
40. Inf. Division unter Oberst Hüseyin Ragıp Bey in Hodeïda

26. Kavall. Regiment (mit Teilen in Sanaa und Lahej)
7. Miliz-Bataillon mit Arabischen Irregulären
5. Ingenieure-Pionier-Bataillon
Eine unabhängige Ingenieure-Pionier-Kompanie (bei Lahej)
Zwei weitere Miliz-Bataillone (in Taiz und Tahema)
Etliche Arabische- und Somalische Freiwilligen-Verbände die noch
während des Krieges über das den Golf von Aden herüber kommen.

Berittene Artillerie-Abteilung mit:
3 MG-Kompanien (mit je 4 dt. Maxim-Maschinen-Gewehren)
9 Feld- und Gebirgs- Batterien
1 Haubitzen-Batterie
4 Schwere Batterien (in Sanaa, Taiz, Hodeïda, und weiteren Standorten)
1 Raketen Batterie (?)

Darüber hinaus weitere stationäre Truppen die während des Krieges die
Hedschas-Bahn, Djiddah, Mekka, Medina, Taif und Akaba schützen.
Quelle: http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=80&t=115521&p=1016030&hilit=Yemen#p1016030



Arabische Kavallerie und Freiwilligen Verbände während des Krieges auf Seiten der Türken

http://i28.tinypic.com/2lixzeo.jpg http://i27.tinypic.com/2eas193.jpg
Quelle: http://www.ottomanpalestine.com/GALLERY_1.htm



Von diesem doch recht beeindruckendem Aufgebot mit fast 29.000 Mann einschließlich aller Korps Truppen,
Irregulärer- und Freiwilligen-Verbände verbündeter lokaler Araber Scheichs, sind allerdings nur zwei Divisionen
im Jemen stationiert. Davon liegt die wiederum nur die 39. Inf. Division in folgender Gliederung um Aden.
(Eine generelle deutsche Beteiligung zu Beginn des 1.WK oder auch nur einzelner Personen, ist hier unbekannt.)



Die 39. Türkische Inf. Division in Taiz

Kommandeur: Brigade General Ali Sait Bey
Generalstabschef: Major Huseyin Husnu Bey

5. Inf. Regiment (1915 umben. 115. Inf. Rgt. nur mit dem 3. Bataillon) . . . . unter Major Rauf
6. Inf. Regiment (1915 umben. 116. Inf. Rgt. ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . unter Major Hüsnü / Major Salih
7. Inf. Regiment (1915 umben. 117. Inf. Rgt. , nur mit 1. und 2. Bataillon) . . unter Oberstleutnant Şevket
119. Inf. Regiment (nur mit dem 3. Bataillon)
120. Inf. Regiment (nur mit einer Kompanie des 2. Bataillons)
26. Kavall. Regiment (mit Teilen)
7. Miliz-Bataillon mit Arabischen Irregulären
Artillerie
38 Geschützen und 7 Maschinengewehren



Für die örtliche Verteilung der Einheiten um Aden gibt es folgende Aufstellung

Moza District und Sheikh Said: . 1 Kompanie mit 11 Geschützen
Taiz: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 Kompanie mit 4 Geschützen
Lahej: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 Bataillon (225 Türken und 100 Araber) mit 2 Geschützen
Subar: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Bataillone und ein Kompanie (775 Türken und 450 Araber) mit 13 Geschützen
Wahr: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Bataillone abzüglich einer Kompanie (600 Türken und 350 Araber) mit 8 Geschützen und 2 MGs
Fiyush: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Bataillone abzüglich einer Kompanie (600 Türken und 450 Araber) mit 8 Geschützen und 5 MGs

(Die angegebenen Gliederungen, Einheiten und Namen wechseln im Laufe des Krieges und können,
anhand weniger und unterschiedlicher Quellenangaben, auch nur der Übersicht dienen.)



1915 / 1916 erreichen einige hundert Somalische Freiwillige vom afrikanischen Festland
den Jemen über den Golf von Aden und beteiligen sich an den Kämpfen gegen die Briten.

http://i29.tinypic.com/2u9l6rd.jpg http://i29.tinypic.com/333z8kg.jpg
Quelle: Albumen della Somalia, Luigi Naretti, Collettiva Monas Hierogliphica, Milan 1922



Neben der klassischen Infanteriebewaffnung stehen den Türken an der Jemen-Front um Aden an Artillerie folgende Geschütztypen zu Verfügung:
Dt. 8,7-cm -Feldkanone L/24 Krupp C 1885, 7,5-cm-Gebirgskanone L/13 Krupp 1891 und 7,5-cm-Feldkanone L/27 Krupp 1903

http://i32.tinypic.com/2l8jgno.jpg http://i30.tinypic.com/ixusfa.jpg http://i25.tinypic.com/1fznyf.jpg
Quellen: Tosun Saral http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=80&t=109440&start=45
und Ralph Lovett http://www.bulgarianartillery.it/Bulgarian%20Artillery%201/Testi/T_Turkish%20guns.htm


Britischen Quellen zufolge setzen die Türken 1914/1915 mindestens zwei 6 inch/15-cm-Krupp-Geschütze westlich von Aden ein.
Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es ich um eines der drei folgenden Modelle, die an das Osmanische Reich geliefert wurden.
15cm-Ringkanone L/26 Krupp 1873 oder 15-cm- Feldhaubitze L/14 Krupp 1905 (nicht dargestellt: 15cm-SK L/40 Krupp 1896)

http://i28.tinypic.com/nwhjbs.jpg http://i27.tinypic.com/2q3ubgm.jpg
Quellen: http://www.geh.org/ar/chus/turkey/chusseau-tur_sld00007.html http://www.bulgarianartillery.it/Bulgarian%20Artillery%201/Krupp%20150mm%201905_Hb_Turkey.htm



Im südlichen Asir und dem Jemen befinden sich während des 1.WK keine Türkischen Fliegerverbände


Es befinden sich ebenfalls keine Türkischen Seestreitkräfte mehr im Roten Meer oder im Indischen Ozean.

(Während des Italienisch-Türkischen Krieges 1911-1912 wurden die letzten kleineren Einheiten am 7. Januar 1912 im Hafen von Konffida (zwischen
Dschidda und Hodeïda) im Roten Meer durch die italienische Marine zerstört. Dies sind die sechs Kanonenboote („Gambotlar“) der „Seddülbahir“-Klasse:
ORDU, BAFRA, AINTAB, GOCEDAG, REFAHIJE und KASTAMONU, Bewaffnung: 2 x 6,5-cm L/50; 2 x 4,7-cm L/50; BRT: 520; Stapellauf: 1907-1908)
Quellen: http://oceania.pbworks.com/TN+Malatya-1908
http://forum.axishistory.com/viewtopic.p ... amp;sid=06bb87bbeeebbcb3aa5a8e2f22ef7ea1
http://tr.wikipedia.org/wiki/Da%C4%9F%C4%B1lma_d%C3%B6nemi_Osmanl%C4%B1_donanmas%C4%B1#Gambotlar



Quellen:

Turkey in First World War / The Arabian Peninsula
http://www.turkeyswar.com/campaigns/arabia.htm

Aden The golden years
http://www.adenairways.com/page43/page48/page48.html

Perim Island (sehr detailierte Vorgänge)
http://www.perimisland.com/

The British Campaign in Aden 1914-1918
http://www.js-ww1.bham.ac.uk/articles/issue3_Connelly.pdf

Turkish 39th and 40th Divisions in Yemen (1914-18)
http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=80&t=115521&p=1016030&hilit=Yemen#p1016030

Turkish Army medical staff Asir, Yemen 1918
http://forum.axishistory.com/viewtopic.p ... 9396&hilit=39+40th+Division#p1209396

Turkish Guns
http://www.bulgarianartillery.it/Bulgarian%20Artillery%201/Testi/T_Turkish%20guns.htm

Action in Yemen
http://1914-1918.invisionzone.com/forums/index.php?showtopic=22526

Aden Garrison August 1915 Aden
http://1914-1918.invisionzone.com/forums/index.php?showtopic=13487

Ottoman Railway in Yemen
http://nabataea.net/hejazyemen.html

Hintergründe der Militärischen Verbindung zwischen Somalia und Jemen während des 1.WK
http://www.somalinet.com/forums/viewtopic.php?f=250&t=226051&start=225



Gruß Holger
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 187549 | Verfasst am: 15.08.2010 - 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Da das Thema, Jemen / Aden im 1. WK auch recht neu ist, bin ich verständlicherweise zurzeit sehr beschäftigt
mit der Suche nach Orginalquellen. Dies findet man natürlich nicht immer im Net und so muß man sich auch
ein paar klassische Bücher oder andere Hardcopy Unterlagen zulegen. Das heißt, man muß Geld ausgeben.

Auf der Suche nach solchem, stieß ich auf dieses sehr interessante Angebot.
http://www.archiveeditions.co.uk/titledetails.asp?tid=111#

Bei umgerechnet 5.260 Euro für acht Bücher kann man nicht mehr von einem wirklichen `Schnäppchen´ sprechen. - Krank -

Also habe ich jetzt mehrere Optionen: Ich vergesse diese hochinteressante Quelle recht schnell, ich stelle den
Neuwagenkauf ein paar Monate zurück oder ich rufe hiermit im Forum zu eine Spendenaktion für mich auf. - Cool -

Letzte Variante wäre man teilt sich mit ein paar Gleichgesinnten diese Bücher. Aber dies ist sicher genauso Absurd? – oder? - Grins -

Gruß Holger Winken
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 187552 | Verfasst am: 15.08.2010 - 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

The British Campaign in Aden, 1914-1918 by Mark Connelly

http://www.js-ww1.bham.ac.uk/articles/issue3_Connelly.pdf

Das Quellenverzeichnis dürfte für Dich ganz interessant sein Zwinkern

P.S.: Rennschnecke eingetrudelt, oder muß ich eine Vermisstenanzeige aufgeben?
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 187555 | Verfasst am: 15.08.2010 - 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
The British Campaign in Aden, 1914-1918 by Mark Connelly
http://www.js-ww1.bham.ac.uk/articles/issue3_Connelly.pdf
Das Quellenverzeichnis dürfte für Dich ganz interessant sein

Die Seite hatte ich schon genauer unter die Lupe genommen und zufälligerweise Gestern Nachmittag
im Imperial War Museum in London, im History Archiv einige dieser Aden Force War Diaries einsehen können.

Ich sage dir; ich könnte mich hier vier Wochen bei Wasser und Brot einschließen lassen. Die Dokumente die hier lagern lassen
nicht nur das DOA-Herz höher schlagen. Im Foto Archiv war ich noch gar nicht; da wären wahrscheinlich nochmal vier Wochen fällig. - Verrückt -

Zitat:
P.S.: Rennschnecke eingetrudelt, oder muß ich eine Vermisstenanzeige aufgeben?

Bin wie gesagt z.Z. nicht daheim. Aber gemäß Info von der Heimatfront ist noch nichts da.
Wenn sie in eine dieser tückischen Bierfallen geraten ist, haben wir nur noch eine Alkoholleiche. - Cool -
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 187641 | Verfasst am: 20.08.2010 - 23:34    Titel: Antworten mit Zitat

Anbei noch zwei Ergänzungen zum Thema ``Deutsche Tätigkeiten am Horn von Afrika und südlichen Arabien im 1.WK.´´


In der folgenden Textquelle taucht erstmalig der Hinweis in einer englischen Primärquelle auf, daß es einer Gruppe von
Deutschen gelang während des 1.WK die italienische Hafenstadt Massawa, über das Rote Meer Richtung Arabien zu
verlassen. Das geschah allerdings noch vor dem Italienischen Kriegseintritt im Juni 1915 und kann daher mehr als Flucht
und weniger als Kampfhandlung gesehen werden. Diese Aktion der Deutschen war dann wohl auch der ausschlaggebende
Faktor für die Briten die Insel Kamaran vor der Jemenitischen Küste zu besetzen und weitere türkische Hafenstädte am
Roten Meer zu blockieren. (siehe später: Teil III / Die Kämpfe 1914 -1916)

“ . . . . . On 3 March (1915) the Resident in Aden was therefore informed that his proposal could be sanctioned as it was
not considered a desirable time to undertake operations against Kamaran. The Resident insisted that Kamaran should
serve as a base for watching << these stealthy passages>> across the Red Sea. News then reached Aden that a group
of Germans was leaving Massawa for Arabia
and it was, in the Resident´s view, <<imperative>> that Britain occupied
Kamaran for use as a base to observe Turkish ports nearby. . . . . “


Quelle: British naval Operation against Turkish Yaman 1914-1919; page 160



Hier weitere Textpassagen die eine Tätigkeit Deutscher Agenten während des Krieges in diesem Gebiet aufweisen. Hierbei
handelt es sich um Aktionen der Jahre 1917/18 und den Versuch, der völlig von der Außenwelt abgeschnitten und bisher nicht
internierten Deutschen und Türkischen Mitglieder der Botschaften und Konsulate in Abessinien (Äthiopien), eine Verbindung
zu den verbündeten türkischen Truppen unter dem Führer General Said Pasha des VII Armeekorps im Jemen herzustellen.
Diese vergeblichen Versuche fanden von Französisch Dschibuti aus statt, da Abessinien keinerlei Zugang zum Roten Meer
besaß.

1917
January 9: The Governor Fillon orders the arrest of a German named Gurk, the manager of Max Klein House in Dire Dawa,
who was found in possession of 5 documents, including 2 coded messages, one destined for Berlin and the other for Istanbul.
Gurk, who had adopted Moslem customs and manners several years prior to his arrest, appeals to Abdul Aziz Ben Sheikh
Ahmed whose armed band of 8 men attempt to reach the coast near Zayla, British Somaliland to make an escape to Yemen.
They are chased into the French Somali Coast where they are captured a Doudah near Guissy.

February: An espionage network is discovered to be operating in Djibouti for the benefit of the German Consul General in
Addis Ababa. Two Ethiopian subjects are implicated, one in Addis Ababa and the other in Djibouti. The Ras Taffari (Haile
Selassie) imprisons the spy living in Addis Ababa, a supporter of deposed Crown Prince Lidj Yassou, for life and the German
and Turkish Legations in Addis Ababa are completely cut off from their capitals
.

March: The German Minister in Addis Ababa von Syburg decides to send documents to Berlin via General Said Pasha
commander of Turkish forces in Yemen
. The documents will be delivered by a special caravan led by the legation’s
secretary. Arnold Holtz with the assistance of an Austrian named Karmelich. The German Legation asks the Ethiopian
Government to issue passports allowing Consul Jensen, Holtz and Karmelich to go hunting in the south of the country.

April 12: The German-Turkish caravan leaves Addis Ababa in sections. Consul Jensen, Holtz and Karmelich, the last two
dressed in Ethiopian garb, leave the capital on horseback during the evening. The French Minister is notified and wires Djibouti.

June: The Holtz-Karmelich Caravan is thwarted in its attempt to deliver documents from the German Legation in Addis Ababa
to the General Pasha in Hoddeidah, Yemen. Holtz turns the documents over to an Arab emissary for final delivery and decides
to return to Addis Ababa. The Arab emissary to whom Holtz had entrusted his documents turns them over to Governor Fillon
in exchange for 2,000 Maria Theresa Dollars. Henry de Monfreid was contracted to ferry Holtz and Karmelich across the Street
of Bab el Mandeb to Yemen
aboard his boat the Fat el Raman. Monfreid is highly trusted because of his marriage to a German
but is in fact a double agent working for the French. Governor Fillon sends an armed column of about 60 men which
cuts off Holtz’s retreat and encircles him at Afasi on the Dakka Plateau near Wadi Sekayto 50 kilometers inside French territory.
After a brief skirmish Holtz and Karmelich surrender. They are transported to France and held prisoner until the end of the war.

1918
June: Jules Coppet reports that, "The Ethiopian Government certainly hoped that Holtz and Karmelich would easily embark
from a spot of the French Somali Coast before attracting the attention of the colonial authorities ... However now that things
have turned out badly and the two German adventurers did not succeed in crossing the Straits of Bab el Mandeb, the Ethiopian
Government realizes the mistake it made and ministers like the Ras Taffari have put the responsibility for this act of kindness
to the German Legation on others...It remains at present for the Allied Powers to decide what attitude the Entente will take in
the face of this flagrant violation of neutrality."

Later in the Year: German Minister von Syburg attempts to mount another expedition intended to cross the Afars region where
they will attempt to meet with Lidj Yassou before embarking between Assab and Obock, reach Sheikh Said and Yemen,
and return to Ethiopia with money and arms. It is to be organized by an Austrian named Franck and commanded by a German,
Greisamer with the assistance of his compatriot, Kessen and another Austrian, Abel. French authorities in Djibouti inform the
Ras Taffari (Haile Sellasie) that General Said Pasha, commander of the Turkish troops in Yemen
, has succeeded in
contacting deposed Crown Prince Lidj Yassou and has promised to help him create difficulties for the Ethiopian Government.
The RasTaffari orders strict controls placed on the movements of Germans and Austrian residing in Ethiopia.

Quelle: http://www.schudak.de/timelines/frenchsomalicoast1708-1946.html

Gruß Holger
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 188526 | Verfasst am: 17.09.2010 - 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Der Umfang und damit das Ergebnis der Detailrecherche ist wieder Erwarten doch größer als ursprünglich angenommen.
Um nicht einmalig 6 bis 10 A4 Seiten hier `reinzustellen´ werden die Ereignisse der jeweiligen Jahre einzeln abgehandelt.

Das eigentliche Thema des Beitrages; Die Suche nach deutschen Matrosen die sich von internierten Handelsschiffen in
Massawa / Eritrea über das Rote Meer in den Jemen absetzten und dort bis Ende des Krieges verbleiben, soll `aber nicht
aus den Augen verloren werden´. Ich hoffe ja immer noch bei der Recherche in all den Quellen auf den einen oder anderen
Hinweis oder Namen zu stoßen. Die Handlung im Jemen während des 1.WK zwischen den Türken und Briten ist also mehr
oder weniger ein `Abfallprodukt´ welches nebenbei entsteht. Es wurde mittlerweile beim Osprey Verlag nachgefragt aus welcher
Quelle diese Information stammt, welche dieses Thema erst entstehen ließ. Vielleicht gibt ja eines Tages noch eine Antwort dazu.



Die isolierten Kämpfe im südlichen Jemen bei Aden zwischen Türken und Briten im 1. WK

Teil I...........Die Türkischen Einheiten
Teil II..........Die Britischen Einheiten
Teil III.........Die Kämpfe 1914
Teil IV.........Die Kämpfe 1915
Teil V..........Die Kämpfe 1916
Teil VI.........Die Kämpfe 1917
Teil VII........Die Kämpfe 1918
Teil VIII.......Die Suche nach dt. Seeleuten



Britische Verbände im Süd-Jemen und der Garnison Aden 1914-1919

Britische Einheiten wurden meist nur für ein Jahr in Aden bzw dem Jemen stationiert. Aufgrund der Überlegenheit der Royal Navy, war man in der
Lage dieses `Rotationsprinzip´ auch während des 1. WK nicht nur weiter beizubehalten, sondern jederzeit nach Bedarf Verbände auszuwechseln,
die Garnison durch zusätzliche Einheiten zu verstärken, und Verluste auszugleichen. Die Britten schaffen es aber nie diesen Vorteil wirklich aus-
zunutzen und durch Verstärkung eine eindeutige Überlegenheit gegenüber den türkischen Truppen zu erzeugen. So liegen sich auf verschiedene
Kampfabschnitte verteilt, etwa gleich viele türkische und britische Truppen gegenüber. Die folgende Aufstellung beinhaltet daher sämtliche Einheiten
des Commonwealth die zwischen 1914 und 1919 im Jemen eingesetzt wurden. Da die Briten mit ihren europäischen Truppen auf dem kontinentalen
Kriegsschauplatz in Frankreich schon ausgelastet sind, werden auf diesem zweitrangigen Nebenkriegsschauplatz am äußersten Südwesten der
arabischen Halbinsel auch überwiegend Indischen Einheiten eingesetzt. Über die jeweilige Einsatzperiode- und Ort der einzelnen Truppenteile,
siehe später Teil III 1914 bis Teil VII 1918.

Der jeweilige zivile Verwalter war im Protektorat Aden auch gleichzeitig militärischer Befehlshaber und Oberkommandierender der Streitkräfte. Am
26. November 1914 wurde der bisherige Gouverneur Lieutenant-Colonel Jacobs durch Major-General D.L.B. Shaw ersetzt. Die dort stationierten
militärischen Einheiten wurden unabhängig von der jeweiligen Stärke in unterschiedlichen Jahren unter dem Begriff; Aden-Brigade zusammen-
gefasst und geführt. Die Einheiten im Protektorat Aden verteilen sich in erster Linie auf um die Stadt und den Hafen selber. Wenige Einheiten sind
auf der kleinen aber strategische wichtigen Insel Perim, im äußersten Südwesten des Jemen verteilt. Das, den Briten zugestandene, größere Gebiet
wird von Ihnen nur als Pufferzone zum Osmanischen Reich verstanden, und soll von Verbänden lokaler Scheichtümer geschützt werden.

http://i51.tinypic.com/a3jtk7.jpg



30. Indische Infanterie-Brigade unter Brigade General H.V. Cox (3.000 Mann)
14. Sikh-Bataillon
69. Punjab-Bataillon
89. Punjab-Bataillon



Lancashire Fusiliers Infanterie-Regiment

33. Punjab Infanterie-Regiment

69. Punjab Infanterie-Regiment

75. Carnatic Infanterie-Regiment

108. (Indisches) Infanterie Regiment

109. (Indisches) Infanterie Regiment

126. Baluchistan Infanterie-Regiment

129. Duke of Connaught's Own Baluchis Infanterie-Regiment

26. King George’s Own Leichtes Kavallerie-Regiment

11. Australian Light Horse Berittenes australisches Infanterie-Regiment in Bataillonsstärke



1. Bataillon / 23. Sikh Pioneers Regiment

1. Bataillon / 7. Duke of Connaught's Own Rajputs (Infanterie-Regiment)

4. Bataillon / Duke of Cornwall's Light Infantry (Indisches Regiment)

4. Bataillon / Royal East Kent Regiment `Buffs´ (Infanterie)

4. Brecknockshire Bataillon / Royal Irish Rifles (Infanterie-Regiment)

6. Bataillon / East Surrey Regiment (Infanterie)

7. Bataillon / Hampshire Regiment (Infanterie)

7. Bataillon / Rajputs Rifles Regiment (Infanterie-Regiment)

9. Bataillon / Gurkha Rifles Regiment (Infanterie-Regiment)

51. Sikhs Bataillon / The Prince of Wales's Own (Infanterie-Regiment)



2 Kompanien / 101. Grenadiers (Indisches Grenadier-Regiment)

1 Kompanie / 1. Brahmans (Infanterie Regiment)

1 Kompanie / Royal Irish Fusilier Regiment

Freiwilligen Verband der Malay States Guides

Abteilung der Royal Engineers



Indische Infanterie- und Kavallerie- Einheiten zu Begin des 1.WK, welche in Übersee eingesetzt werden
http://i51.tinypic.com/28ahsgj.jpg http://i52.tinypic.com/j5yohj.jpg
Quellen: http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=848 http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=847


Offiziere und Mannschaften eines Indischen Punjab-Infanterie-Regimentes
http://i52.tinypic.com/wvwp4l.jpg http://i56.tinypic.com/15q6zwk.jpg


Indische Gebirgsartillerie im Gefecht und auf dem Marsch
http://i55.tinypic.com/nrplw.jpg http://i56.tinypic.com/2dw9q88.jpg
Quelle: http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=843


Mobile Feld-Artillerieverbände:

Zwei Batterien / Territorial Horse Artillery

1. Batterie / Honourable Artillery Company

4. / Hampshire Batterie / Royal Horse Artillery

1. / 1. Berkshire Batterie / Royal Horse Artillery Territorial Force

Eine Batterie / Malay States Mountain Artillery

Camel Batterie / Royal Garrison Artillery

2. / 1. Devon Battery


Mobile Feld- und Gebirgs-Geschütze:

7,62-cm-Feldkanone (Ordnance BL 15 pounder / 3-inch / 7 cwt Field Gun)
http://i51.tinypic.com/35l8f8n.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Ordnance_BL_15_pounder


7,62-cm-Feldkanone MK I (Ordnance BLC 15 pounder / 3-inch / 7 cwt Field Gun)
http://i51.tinypic.com/33kzkv5.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Ordnance_BLC_15_pounder


7,62-cm-Feldkanone (Ordnance QF 15 pounder / Erhardt / 3-inch Field Gun)
http://i52.tinypic.com/30aqn2e.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Ordnance_QF_15_pounder


9,4-cm-Gebirgshaubitze (Ordnance QF 3,7 inch Mountain Howitzer)
http://i52.tinypic.com/33pfvxw.jpg
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=843


12,7-cm -Feldhaubitze (BL 5-inch Field Howitzer)
http://i53.tinypic.com/wuovv9.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/File:QF_4.5_inch_howitzer_Egypt_WWI_AWM_C00643.jpeg


12,7-cm-Marinegeschütz in Feldlafette (5 inch BL Navy Gun)
http://i56.tinypic.com/htg0ef.jpg
http://wapedia.mobi/en/BL_5_inch_gun_Mk_I_-_V



Stationäre Küsten-Artillerieverbände:

Artillerie Einheit / Indian Coast Artillery

Um den Hafen Aden gegen den Angriff feindlicher Seestreitkräfte durch Küstenartillerie zu schützen, ging eine Studie aus dem Jahre 1907
vom Angriff dreier Panzerkreuzer aus. 1912 wurde dieser Kalkulation vom britischen Marineministerium revidiert; nunmehr berechnete
man den Angriff dreier Leichter Kreuzer. Eingebaut waren mittlerweile zwei modernere 25,4-cm-Kanonen (10 inch / Mark VII 1903) bei
Ra's Tarshayn, südlich des Steamerpoint und acht ältere 25,4-cm-Kanonen (10 inch / Mark IV 1890) bei Ra's Marbut, nordöstlich davon.
Aufgrund der Überlegenheit der Royal Navy wurden diese aber niemals gegen feindliche Schiffe eingesetzt und spielten auch während der
Kämpfe im Jemen im 1. WK keine Rolle, da die Positionierung innerhalb der Hafenanlagen keinen Bestreichungswinkel Landseitig zulässt.


Stadt und Hafen Aden im Jahre 1912
http://i51.tinypic.com/4i2153.jpg


Übersicht der Aufstellungsorte der 25,4-cm-Marinekanonen in Küsten-Artillerielafette (10 inch / Mark IV 1890)
http://i53.tinypic.com/28gw8i9.jpg http://i55.tinypic.com/2nq8iuh.jpg

Quelle: http://www.adenhistory.com
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Artillery_of_the_United_Kingdom (Fotorechte wurden ordnungsgemäß erworben)



Lokale Einheiten verbündeter Scheichtümer

Da das britische Empire in seiner Geschichte schon immer gut verstanden hat, militärische Auseinandersetzungen zu kommerzialisieren,
haben sie die, sie umgebenden arabischen Stämme im Südjemen durch großzügige finanzielle Zuwendungen versucht dauerhaft an sich
binden. Der Sultan von Lahej erhält z.B. monatlich 25.000 Rupien um seine Loyalität zu sichern und das britische Protektorat auch durch
Stellung von militärischen Hilfstruppen zu unterstützen. Zu Beginn des Krieges waren offiziell drei lokale arabische Stämme mit den Briten
verbündet. Über deren Stärke waren sich aber nicht mal die Briten im Klaren. Während der Kampfhandlungen der ersten Jahre 1914 -1916
wendeten sich diese Verbündeten sogar gegen die Briten. Aufgrund größerer finanzieller Zuwendungen stieg die Zahl der Verbündeten die
für die Briten kämpften in den letzten beiden Jahre 1917 und 1918 wieder leicht an. (Siehe spätere: Teil III 1914 bis Teil VII 1918)
Für einen kontinuierlichen Stärkenachweis oder Gliederung dieser lokalen arabischen Verbände fehlen die Zahlenangaben in den Quellen.



Alliierte Seestreitkräfte die sich zwischen 1914-1918 im südlichen Teil des Roten Meeres und westlichen Teil des Indischen Ozeans im Einsatz befinden

Britische Marine-Einheiten:

Linienschiff HMS „SWIFTSURE
Bewaffnung: 4 x 25,4-cm L/45; 14 x 19,04-cm L/50; 14 x 7,6-cm L/45; 4 x 4,7-cm L/45
BRT: 11.800; Länge: 146,23m; Breite: 21,64m; Stapellauf: 1904

Linienschiff HMS „JUPITER
Bewaffnung: 4 x 30,5-cm L/35; 12 x 15-cm L/40; 16 x 7,6-cm L/40; 4 x 4,7-cm L/45
BRT: 15.150; Länge: 119,00m; Breite: 22,80m; Stapellauf: 1895

Panzerkreuzer HMS „DUKE OF EDINBURGH
Bewaffnung: 6 x 23,4-cm L/47; 10 x 15-cm L/50; 20 x 4,7-cm L/50
BRT: 13.750; Länge: 146,30m; Breite: 22,40m; Stapellauf: 1904

Panzerkreuzer HMS „BLACK PRINCE
Bewaffnung: 6 x 23,40-cm L/47; 10 x 15-cm L/50; 20 x 4,7-cm L/50
BRT: 13.750; Länge: 146,30m; Breite: 22,40m; Stapellauf: 1904

Panzerkreuzer HMS „EURYALAS
Bewaffnung: 2 x 23,4-cm L/47; 16 x 15,2-cm L/45; 12 x 7,6-cm L/40
BRT: 12.200; Länge: 134,00m; Breite: 21,20m; Stapellauf: 1901

`Geschützter´ Kreuzer HMS „TOPAZ
Bewaffnung: 12 x 10,2-cm L/40; 8 x 4,7-cm L/40
BRT: 3.050; Länge: 109,70m; Breite: 12,20m; Stapellauf: 1903

`Geschützter´ Kreuzer HMS „MINERVA
Bewaffnung: 2 x 15,2-cm L/40; 8 x 12-cm L/40; 8 x 5,7-cm L/40
BRT: 5.700; Länge: 106,80m; Breite: 16,30m; Stapellauf: 1895

`Geschützter´ Kreuzer HMS „FOX
Bewaffnung: 11 x 15,2-cm L/45; 8 x 7,6-cm L/40; 1 x 4,7-cm L/40
BRT: 4.450; Länge: 97,50m; Breite: 15,10m; Stapellauf: 1893

`Geschützter´ Kreuzer HMS „PHILOMEL
Bewaffnung: 8 x 12-cm L/40; 8 x 4,7-cm L/50
BRT: 2.600; Länge: 80,80m; Breite: 12,50m; Stapellauf: 1890

`Ungeschützter´ Kreuzer / Sloop HMS „CLIO
Bewaffnung: 6 x 10,2-cm L/40; 4 x 4,7-cm L/50
BRT: 1.070; Länge: 56,40m; Breite: 9,90m; Stapellauf: 1903

`Ungeschützter´ Kreuzer / Sloop HMS „ESPIEGLE
Bewaffnung: 6 x 10,2-cm L/40; 4 x 4,7-cm L/50
BRT: 1.070; Länge: 56,40m; Breite: 9,90m; Stapellauf: 1900

`Ungeschützter´ Kreuzer / Sloop HMS „ODIN
Bewaffnung: 6 x 10,2-cm L/40; 4 x 4,7-cm L/50
BRT: 1.070; Länge: 56,40m; Breite: 9,90m; Stapellauf: 1895

Monitor HMS „M 31
Bewaffnung: 2 x 15,2-cm L/50; 1 x 5,7-cm L/50
BRT: 570; Länge: 56,11m; Breite: 10,23m; Stapellauf: 1915

Hilfskreuzer HMS “EMPRESS OF RUSSIA
Bewaffnung: 8 x 12-cm L/40
BRT: 16.810; Länge: 188,10m; Breite: 22,44m; Stapellauf: 1912

Hilfskreuzer HMS „EMPRESS OF ASIA
Bewaffnung: 8 x 12-cm L/40
BRT: 16.909; Länge: 188,18m; Breite: 22,58m; Stapellauf: 1902

Hilfskreuzer HMS „EMPRESS OF JAPAN
Bewaffnung: (?)
BRT: 5.905; Länge: 139,12m; Breite: 16,00m; Stapellauf: 1890

Hilfskreuzer HMS „HIMALAYA“ (II) (Ende 1916 umgebaut zum Flugzeugmutterschiff)
Bewaffnung: 8 x 12-cm L/40
BRT: 6.898; Länge: (?)m; Breite: (?)m; Stapellauf: 1892

Flugzeugmutterschiff HMS „BEN-MY-CHREE
Bewaffnung: 4 x 7,62-cm L/40 ; 2 x 4,7-cm L/40; 2 x 4,0-cm-Schnellfeuerkanonen
Drei Seeflugzeuge Short Type 830 und zwei Sopwith Baby / Sopwith Schneider
BRT: 3.940; Länge: 114,00m; Breite: 14,00m; Stapellauf: 1908

Flugzeugmutterschiff HMS „RAVEN“ (II)
Bewaffnung: 1 x 7,62-cm zwei Seeflugzeuge Short Type 184
BRT: 4.678; Länge: 119,00m; Breite: 15,70m; Stapellauf: 1903

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „PERTH
Bewaffnung: 3 x 12-cm L/40

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „LUNKA
Bewaffnung: 1 x 15,2-cm L/45; 2 x 12-cm L/40

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „NORTHBROOK

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „HARDINGE

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „DUFFERIN

Bewaffnetes Stationsschiff HMS „SUVA



Französische Marine-Einheiten:

Panzerkreuzer „DESAIX
Bewaffnung: 8 x 16,4-cm L/45; 4 x 10-cm L/45; 10 x 4,7-cm L/50
BRT: 7.700; Länge: 130,00m; Breite: 17,90m; Stapellauf: 1901

Panzerkreuzer „DUPLEIX
Bewaffnung: 8 x 16,4-cm L/45; 4 x 10-cm L/45; 10 x 4,7-cm L/50
BRT: 7.700; Länge: 130,00m; Breite: 17,90m; Stapellauf: 1900

Panzerkreuzer „POTHUAU
Bewaffnung: 2 x 19,4-cm L/40; 10 x 14-cm L/45; 10 x 4,7-cm L/50
BRT: 5.500; Länge: 113,00m; Breite: 15,40m; Stapellauf: 1895

`Geschützter´ Kreuzer „D'ESTRÉES
Bewaffnung: 2 x 14-cm L/45; 4 x 10-cm L/45; 8 x 4,7-cm L/50
BRT: 2.460; Länge: 95,00m; Breite: 12,00m; Stapellauf: 1897

`Geschützter´ Kreuzer „D’ENTRECASTEAUX
Bewaffnung: 2 x 24-cm L/40; 12 x 14-cm L/30; 12 x 4,7-cm L/50
BRT: 8.100; Länge: 120,00m; Breite: 18,00m; Stapellauf: 1896

`Geschützter´ Kreuzer „CASSARD
Bewaffnung: 6 x 16,4-cm L/45; 10 x 10-cm L/45; 8 x 4,7-cm L/50
BRT: 4.000; Länge: 99,30m; Breite: 13,00m; Stapellauf: 1896



Italienische Marine-Einheiten:

`Geschützter´ Kreuzer „CALABRIA
sechs 12-cm L/40; sechs 5,7-cm L/40; zwei 3,7-cm L/35
BRT: 2.500; Länge: 76,00m; Breite: 12,80m; Stapellauf: 1894



Fliegerkräfte:

Im Jemen befinden sich zunächst keine Flughäfen. Daher sind die Briten gezwungen von Flugzeugmutterschiffen aus Wasserflugzeuge
einzusetzen. Anfang Juni 1916 werden die folgenden fünf Wasserflugzeuge äußersten Westen des Jemen bei Sheikh Said, eingesetzt.

Zwei Sopwith Baby / Sopwith Schneider als Aufklärer
http://i56.tinypic.com/m79fkg.png http://i55.tinypic.com/4t0f29.jpg

Drei Short Type 830 als Aufklärer und Bomber
http://i55.tinypic.com/2vs271d.png http://i55.tinypic.com/2uh9ztj.jpg
Quelle: http://www.wwiaviation.com/float-planes_Britian.html
http://www.adenairways.com/Air_Operations%201916-18.htm


Als Basis der Maschinen dient das Flugzeugmutterschiff HMS „BEN-MY-CHREE“; ein ehemaliger schneller Postdampfer, der seit
1915 im Dienst ist. Das Schiff wird am 11. Januar 1917 vor der Insel Kastelorizo im Mittelmeer von türkischer Artillerie versenkt.

http://i52.tinypic.com/34h7ubc.jpg
Quellen: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stern_of_HMS_Ben-my-Chree.jpg
http://www.oca.269squadron.btinternet.co ... /A_HMS_Ben-My-Chree/HMS_Ben-My-Chree.htm
http://www.shipstamps.co.uk/forum/viewtopic.php?f=2&t=8639&start=0#



1917 werden noch zwei Wasserflugzeuge vom Typ, Short Type 184 für Aufklärungsflüge und den Abwurf kleinerer Bomben eingesetzt.
(Die beiden Maschinen beteiligen sich übrigens noch 1917 und 1918 bei der Suche der beiden Deutschen Hilfskreuzern SMS „ILTIS“ und
SMS“ WOLF“ südlich und östlich von Aden, im Indischen Ozean, allerdings erfolglos)

Zwei Short Type 184 als Aufklärer und Bomber
http://i54.tinypic.com/2ivjug.png http://i55.tinypic.com/2s6r6sk.jpg
Quelle: http://www.wwiaviation.com/float-planes_Britian.html http://www.adenairways.com/Air_Operations%201916-18.htm

Die beiden Maschinen operieren von dem Flugzeugmutterschiff HMS „RAVEN“(II) Die „RAVEN“ ist ein erbeuteter und umgebauter, ehemals
deutscher Frachtdampfer (ex. S/S „RABENFELS“ 1903) und liegt während der Operationen im Hafen von Aden als Versorgungsschiff vor Anker.

http://i51.tinypic.com/okdbn9.jpg
Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/HMS_Raven_II http://www.adenairways.com/Air_Operations%201916-18.htm
(Das obige Foto wurde ordnungsgemäß erworben bei: http://www.battleships-cruisers.co.uk/sea_plane_carriers.htm ) Weiteres Foto bei:
http://www.ddghansa-shipsphotos.de/ ; Button auf linker Seite: Frachter 1881-1918; 2. Seite; 3. Reihe; Mitte: RABENFELS (1) 1903 )



Im November 1917 werden von einem, mittlerweile erstellten Flugplatz bei Khormaksar in der Stadt Aden die ersten landgestützten Maschinen
aus eingesetzt. Die aus Indien kommende 114 Squadron Royal Flying Corps ist mit dem leichten Bomber vom Typ Henry Farman M.F 11
Shorthorn
ausgestattet. Im Frühjahr 1918 erreichen weitere De Havilland Avro B.E. 2c mit dem gleichen Aufgabengebiet auf dem Seeweg Aden
und ersetzen die zum Teil nicht mehr einsatzbereiten Henry Farmans. Von dieser Einheit kommen aber nie mehr als fünf Maschinen zum Einsatz.

Henry Farman M.F 11 Shorthorn und De Havilland Avro B.E. 2c
http://i55.tinypic.com/qozhv8.jpg http://i52.tinypic.com/2urwbw0.jpg
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Farman_M.F.11 http://www.ancient-rome.info/Farman_MF.11#
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Royal_Aircraft_Factory_B.E.2?uselang=de
http://www.adenairways.com/Air_Operations%201916-18.htm


Die nächste britische Fliegereinheit ist die 14. Squadron der RAF in Janbo an der Küste des Roten Meeres im nördlichen Hejaz
Gebirge
. Verwendet werden neben B.E.2 und R.E.8 Airco DH.1. http://www.rogersstudy.co.uk/hejaz/hejaz_narative/narative.html
http://www.14sqn-association.org.uk/14_Squadron_Association/History.html




Zusätzlich Quellen die bisher noch nicht genannt wurden:


British campaigns in the nearer East Vol. I+II

Englische Einheiten während des 1.WK in Aden
http://www.1914-1918.net/results.htm?cx= ... iteurl=www.1914-1918.net%252Frha.htm#800

Aden Brigade
http://en.wikipedia.org/wiki/Aden_Brigade

British Indian Army Infantry Regiments
http://en.wikipedia.org/wiki/Category:British_Indian_Army_infantry_regiments

List of Regiments of the Indian Army
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_regiments_of_the_Indian_Army_%281903%29

Indische Infanterie im 1910-1940 Teil 1+ 2
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=719 http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=718

Das Indische Heer im 1. WK Teil 1+2
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=847

Indian Army during World War I
http://en.wikipedia.org/wiki/Indian_Expeditionary_Force#Indian_Expeditionary_Forces_1914-18

Defence of India (Teil über Indische Einheiten im Jemen)
http://www.greatwardifferent.com/Great_War/Brits_in_Caucasus/India_01.htm

Malay States Guides
http://www.allaboutsikhs.com/gurudwaras- ... ib-malay-states-guide-taiping-perak.html

The Honourable Artillery Company
http://www.1914-1918.net/hac.htm

Om Honourable Artillery Company, 1914-1916
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?lang=dk&n=938

The Royal Horse Artillery
http://www.wartimememoriesproject.com/greatwar/allied/royalhorseartillery-gw.php

The Royal Horse Artillery
http://military-genealogy.forcesreunited.org.uk/408/Royal_Horse_Artillery

The Royal Horse Artillery
http://www.1914-1918.net/rha.htm

Indische Gebirgsartillerie 1890-1940
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=843

Britische BLC 15 pounder Batterie im Jemen
http://en.wikipedia.org/wiki/File:BLC15pounderCamelBatteryHatum5Jan1918.jpg

Britische Küstenartillerie 1910-1940
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?lang=dk&n=872

Aden Coastal Artillery
http://www.adenhistory.com

British Naval Operations against Turkish Yaman 1914-1919
http://www.jstor.org/pss/4056533

Französische Verbände im Roten Meer
http://www.schudak.de/timelines/frenchsomalicoast1708-1946.html

British Seaplane Carriers 1914-1915
http://www.chakoten.dk/cgi-bin/fm.cgi?n=928

Britische Seeflugzeuge und Flugzeugmutterschiffe
http://www.oca.269squadron.btinternet.co.uk/history/squadron_history/chronology/1914-1919.htm


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 19.09.2010 - 19:21, insgesamt einmal bearbeitet
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 188533 | Verfasst am: 17.09.2010 - 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Wow Haarsträubend Gut gemacht!

Allererste Sahne Cool

Winken

Jan-Hendrik
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 188589 | Verfasst am: 19.09.2010 - 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Na so ein Kritik von der `GL´ lass ich mir gefallen. Da macht doch die Freizeitbeschäftigung gleich doppelt so viel Spaß.

Gruß Holger - Winken -
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 188937 | Verfasst am: 01.10.2010 - 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Die isolierten Kämpfe im südlichen Jemen bei Aden zwischen Türken und Briten im 1. WK


Teil I...........Die Türkischen Einheiten
Teil II..........Die Britischen Einheiten
Teil III.........Die Kämpfe 1914
Teil IV.........Die Kämpfe 1915
Teil V..........Die Kämpfe 1916
Teil VI.........Die Kämpfe 1917
Teil VII........Die Kämpfe 1918
Teil VIII.......Die Suche nach dt. Seeleuten



Die Kämpfe 1914 / Einleitung

Am 31. Oktober 1914 erfolgt die offizielle Kriegserklärung der Englischen Regierung an das Osmanische Reich. Weder Briten noch Türken sind aber auf
eine militärische Auseinandersetzung an der äußersten Südwestecke der Arabischen Halbinsel vorbereitet. Zwar liegt man sich seit 1872 erneut auf einer
870 km langen Grenze, mehr oder weniger gespannt gegenüber und versucht seinen Einfluss auf politischer Ebene zu erweitern, jedoch ist man darauf
bedacht, seinen jeweiligen Status Quo der Grenzen, seit den letzten Verhandlungen am 15. März 1905 beizubehalten und den Gegner nicht offen zu reizen.

Die Kräfteverteilung sieht bei Kriegsbeginn nun folgendermaßen aus: Die Türken liegen mit dem VII. Armeekorps unter dem Oberbefehl, von General Ali
Sa´id Pasha
, mit vier Inf.- Divisionen im Jemen und dem nördlichen Asir-Gebiet, sowie dem südlichen Teil des Hedschas-Gebirges. (Wir werden später
noch detailierter auf diesen außergewöhnlichen General eingehen). Das türkische Oberkommando befindet sich in der Hauptstadt Sanaa und verfügt an
Korps-Truppen über das 40. Art. - und Teile des 26. Kav.-Regiment. Die Hauptlast der nun folgenden ersten Kämpfe hat auf türkischer Seite, die in Taiz
liegende 39. Inf.- Division mit 8 Bataillonen unter dem Kommando von Oberst Ali Sait Bey / Pascha Akbaytogan zu tragen. Auf britischer Seite steht die
Aden-Brigade unter dem Kommando von Lieutenant-Colonel J. F. Jacobs. Seine, unmittelbar in Aden stehenden Einheiten in Stärke von 2 ½ Bataillonen
werden in diese ersten Kämpfe allerdings nicht verwickelt. Dafür taucht ein neuer und stärkerer Gegner am Horizont auf. . . . . . . . .


http://i53.tinypic.com/2zgvjf4.jpg
Quelle: Upper and lower Yemen, Garnet Publishing, London 1998, insert, 20-21



Die Kämpfe 1914 / Übersicht

Am 16. November 1914 (!) meldet das Reuters Büro in London, daß die englische Regierung keinerlei Kriegsoperationen zu Lande oder zu
Wasser gegen Arabien unternehmen werde, mit Ausnahme solcher, die zum Schutze der arabischen Interessen gegen Angriffe der Türken
oder anderer unternommen werden müßten, oder solcher zur Unterstützung der Araber, die sich der türkischen Herrschaft entledigen wollen.


`Die arabischen Stämme müssen allerdings erst noch überzeugt werden; dass sie befreit werden wollen´. Die Realität sieht nämlich anders aus. Nachdem
Sultan Abdulhamid II. am 11. November 1914 in Konstantinopel den Heiligen Krieg, unter anderem gegen England ausruft, folgt der mehrheitliche Teil der
Bevölkerung, auch im Jemen diesem Aufruf. Dazu muß als Hintergrund noch folgendes erklärt werden: Nach mehreren militärischen Auseinandersetzungen
im südlichen Asir und nördlichen Jemen um die Jahrhundertwende gegen den Sejjid Idris von Asir werden die Osmanen durchaus als ordnender Faktor von
der Bevölkerung anerkannt. Die `Hohe Pforte´ hat ihre Zentralisierungsbestrebungen im Jemen aufgegeben und einer Teilautonomie, unter der Bedingung
zugestimmt, dass die Oberhoheit des osmanischen Reiches unangetastet bleibt. Durch weitere Reformen ist der `Besatzer-Status´ soweit abgebaut, daß ab
1912 im Jemen durch eine allgemeine Wehrpflicht, die bestehenden Osmanischen Truppenteile durch lokale Rekruten ergänzt werden können und später
sogar rein Jemenitische Truppenverbände entstehen. Bis dahin lag die Dienstzeit für Mannschaften der dorthin verlegten Truppen aus anderen Gebieten des
Osmanischen Reiches bei drei Jahren, welche regelmäßig auf fünf Jahre verlängert wurde. Lediglich das Offizierskorps kommt überwiegend aus syrischen,
anatolischen und kaukasischen Gebieten. Der Imam von Jahijá und der Walí Mahm´d Bey Názim unterstellen sich mit ihren Truppen, zusammen 6000 Mann,
ganz dem türkischen Oberkommando, und sammeln sich Anfang November 1914 bei Hodeïda um gemeinsam das Land zu verteidigen. Bei diesen lokalen,
`Irregulären´ Einheiten handelt es sich um gemischte Infanterie- und Kavallerie-Verbände, welche mit Mauser-, französischen Gras Gewehren M. 1874/6,
Martini und Manlicher Karabinern, bewaffnet sind. Diese Einheiten erhielten außerdem, zwei M.G. und acht Gebirgs-Geschütze aus türkischen Beständen.

Die, in der innerarabischen Wüste Rub´al Khali (`Leeres Viertel´) stehenden, regimentsstarken Ikhwan-Verbände der Wahhabiten unter Ibn Saud spielen
für die Ereignisse während des 1.WK im Jemen keine Rolle und sind hier nur nachrichtlich dargestellt und erwähnt. Diese führen im nördlicheren Teil dieser
Wüste ab dem Jahr 1916, mehr oder weniger einen Zweifrontenkrieg gegen die unter britischer Führung kämpfenden Hashemiten des Emir Feisal aber auch
gegen die, mit den Osmanen verbündeten Shammar unter Ibn Rashid. Hier kämpft Jeder gegen Jeden und es kommt zu teilweise absurden Koalitionen. . . .

1914 starten die militärischen Auseinandersetzungen im Jemen zuerst im südwestlichsten Zipfel, auf der 10 km langen und 4 bis 7 km breiten Halbinsel
Sheikh Saíd
. Wie der Karte zu entnehmen ist beginnt hier auch gleichzeitig die gemeinsame Grenze. Die, unmittelbar dieser Landspitze gegenüberliegende
13 km2 große Insel Perim ist nur 3.800 Meter vom Festland entfernt und liegt damit durchaus in Reichweite der türkischen, mittlereren Artillerie. 1911, noch
vor Beginn des italienisch-türkischen Krieges, überlegt der deutsche General Imhoff (?) im Zusammenhang mit dem Bahnbau von Hodeïda nach Sanaa, eine
deutsche Großfunkstation im Süd-Jemen zu installieren um eine einwandfreiere Verbindung zu deutschen Kolonien zu ermöglichen. Um den Schutz dieser
Einrichtung zu gewährleisten, müssen allerdings die verbündeten türkischen Truppen im Jemen verstärkt werden. Ebenfalls wird an einem Ausbau der
Befestigungswerke von Fort Turbah bei Sheikh Saíd mit deutscher Hilfe gedacht. Weitreichende Küstenartillerie mit deutschen Krupp-Geschützen wäre
also durchaus in der Lage, die Schiffahrt durch die gesamte Meerenge ernsthaft zu gefährden. Die alten, aus dem Jahre 1885 unter Oberst Gáber Efendi
entstandenen Befestigungswerke wurden während des italienisch-türkischen Krieges 1911 zerstört und die Türken haben das Fort, Südöstlich des 880 Meter
hohen Berges Murád, zuletzt am 19. Oktober 1902 mit einem Infanterie-Bataillon mit 600 Mann besetzt. Aufgrund alter, aus dem Jahre 1804 stammenden
französischen Ansprüche und der daraus resultierenden Rechtsunsicherheit werden keine weiteren Arbeiten an dem Fort ausgeführt. Erst 1913 können nach
langen diplomatischen Verhandlungen klare Verhältnisse für das Osmanische Reich geschaffen werden. Jetzt ist es allerdings zu spät den Plan umzusetzen.


Die folgende Satelliten-Aufnahme gibt einen sehr deutlichen Überblick über die exponierte und beherrschende Lage der Halbinsel Sheikh Said, und die
unmittelbar gegenüberliegende, seit 1857 englisch besetzte Insel Perim (auch Barīm, Majún oder Mayyun) und der Sawabi Inseln (`Die sieben Brüder´).
Diese Meerenge, die `Straße von Perim´ (Bab el Mandeb = Das Tor der Tränen) ist an dieser Stelle nur 28 Kilometer breit.

http://i55.tinypic.com/otogmb.jpg
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Perim http://peter-hug.ch/lexikon/babelmandeb?Typ=PDF



Die Kämpfe 1914 / Details / Kämpfe um Shaikh Saíd

Drei Tage nach Kriegserklärung, eröffnen die Briten die Feindseligkeiten am 2. November 1914 im Jemen. Am frühen Vormittag dieses Tages wird die
türkische Hafenstadt Hodeïda von dem, im Roten Meer patrouillierenden, englischen Panzerkreuzer HMS „DUKE OF EDINBURGH“ zwei Stunden lang
beschossen. Zeitgleich eröffnet der Panzerkreuzer HMS „BLACK PRINCE“ 150 Kilometer weiter südlich das Feuer auf die kleinere Hafenstadt Mocca.


Die beiden, unverkennbar als Schwesterschiffe zu identifizierenden, Panzerkreuzer HMS „DUKE OF EDINBURGH“ und HMS „BLACK PRINCE

http://i51.tinypic.com/1xyla8.jpg http://i55.tinypic.com/168frd4.jpg
Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/HMS_Duke_of_Edinburgh http://de.wikipedia.org/wiki/HMS_Black_Prince_%281904%29


Am 23. Oktober 1914 wird vom Indischen Armeeoberkommando in Bombay eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Seit dem 31. Oktober 1914 befindet
sich ein Truppentransport mit der 30. Indischen Inf.-Brigade als Teil der 11. Indischen Division, auf dem Wege von Bombay zur Sinai Halbinsel in Ägypten.
Da der Weg zwangsläufig durch das Rote Meer führt, will die Royal Navy die Chance nutzen eine Gefahrenquelle an diesem neuralgischen Punkt, auf der
Route zum eigentlichen Ziel zu neutralisieren. Der Kommandeur der Einheit, Brigade General H. V. Cox CB. C.S.I. erhält am 4. November 1914, Befehl die
türkischen Befestigungen im Südwest-Jemen anzugreifen und innerhalb von 36 Stunden zu zerstören. Brigade-Major Bradshow, Truppen-Offizier in Aden
soll einen Angriffsplan erstellen sowie mit Kartenmaterial und Hintergrundinformationen den Konvoy ab Aden begleiten. Der Truppentransport wird nun am
8. November 1914 in Aden aufgeteilt und drei schnelle Truppentransporter für den Angriff ausgewählt. Am 9. November 1914 verlassen die Schiffe den Hafen
in Richtung Westen und erreichen am 10. November 1914 schließlich gegen 17:00 Uhr die Halbinsel Shaikh Saíd von Südosten kommend. Die ursprüngliche
Landungsstelle, 2 km weiter westlich kann aber aufgrund der dortigen, starken Strömung sowie eines schweren Sturmes, nicht genutzt werden. Obwohl ein
anderer Landungsplatz gesucht wird, bleibt schließlich keine andere Alternative als die geschütztere Bucht unmittelbar unterhalb von Fort Turbah zu wählen.


Diese alte Photographie wurde südlich der Insel Perim, mit Blickrichtung Nord-Osten aufgenommen. Links im Bild, die Ausläufer der
Halbinsel Shaikh Saíd mit Fort Turbah unterhalb des Berges Murád und der Landungszone der 30. Indischen Infanterie-Brigade.

http://i56.tinypic.com/2mhso6o.jpg
Quelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/frames/hauptframe.html, Bildkode: 7199_3262_1561_0116


Während nun die Transportschiffe des Landungsverbandes die Positionen für das Entladen der Truppen einnehmen, nimmt der Begleitschutz des Konvoys,
die „DUKE OF EDINBURGH“ mit ihren 23,4- und 15-cm- Geschützen, die Befestigungen von Fort Turbah, am nächsten Morgen, dem 11. November 1914
für 1 ½ Stunden, unter Feuer. Englischen Quellen zufolge erwidern die, in dem Fort vorhandenen vier Feldgeschütze und zwei 15-cm-Krupp-Kanonen,
der kleinen Türkischen Garnison mit heftigem Schrapnellfeuer den Beschuß gegen die Infanterie, unterliegen aber in dem Artillerieduell dem überlegenen
Panzerkreuzer und werden infolgedessen zerstört. Zwei Stunden später beginnt die Landung der 3.300 Mann des 14. Sikh- und dem 69.- und 89. Punjab-
Bataillon
, sowie zwei Kompanien des 23. Sikh Pionier-Regiments. Aufgrund des flachen Uferprofils in der sandigen Bucht müssen die Mannschaften aller-
dings in kleinere Dampfboote umsteigen, welches den Zeitplan um mehrere Stunden verzögert. An Infanteristischen Kräften steht auf Seiten der Türken nur
eine Kompanie des 7. Inf.-Regiments unter Oberstleutnant Şevket unmittelbar in Fort Turbah, die wohl mehr als Bedeckung der Geschütze zu verstehen ist,
da an dieser Stelle auch im Vorfeld nicht mit feindlicher Infanterie zu rechnen war. Nach der Landung der dreizehn Indischen Kompanien kommt es mit der
einzigen türkischen Kompanie zu einem kurzen aber heftigen Gefecht, in dessen Verlauf die Türken 6 Tote und die Inder 4 Tote und 16 Verwundete zu
beklagen haben. Die Türken ziehen sich daraufhin mit 200 Mann in das Landesinnere, Richtung Norden zurück. Nachdem das Fort eingenommen wurde,
beginnen nun die Indischen Pioniere des 23. Sikh Pionier-Regimentes die alten Befestigungen durch Sprengung nachhaltig zu zerstören. Diese Maßnahmen
dauern den ganzen folgenden Tag, den 12. Oktober 1914, an. Anschließend beginnt die Wiedereinschiffung der gesamten Einheiten. Die letzen Truppen der
30. Indischen Infanterie-Brigade verlassen am 13. Oktober 1914 die Südarabische Küste Richtung Sinai Halbinsel. Lediglich die beiden Kompanien des 23.
Sikh Pionier-Regimentes
werden wieder nach Aden verschifft und beteiligen sich in den nun folgenden vier Jahren weiterhin an diesem Kampf im Jemen.


http://i52.tinypic.com/25hlcuq.jpg
Quelle: http://www.adenairways.com


Vier türkische Feldgeschütze, welche ebenfalls noch im Süden der Halbinsel zwischen Shaikh Saíd und Husn Murád verteilt sind, kommen nicht zum mehr
zum Einsatz, da die rudimentären Transportwege keine schnellen Verschiebungen zulassen und die entsprechenden Transportkamele nicht zu Verfügung
stehen. Dies gilt ebenso für weitere drei Feldgeschütze und ein Inf.-Bataillon des 7. Inf.-Regiments welche 120 km weiter Nördlich im Moza District stehen.
In den ersten Wochen nach diesem Vorfall, sind auf Türkischer Seite keine weiteren Aktivitäten zu verzeichnen. Ende November beginnen aber bereits die
ersten Wiederinstandsetzungsarbeiten an den Befestigungen von Fort Turbah durch das 5. Ingenieure-Pionier-Bataillon welches im Jemen stationiert ist.

Dieser Britische Angriff wurde ohne die entsprechende Koordinierung zwischen Marine und Heer, bzw. Absprache zwischen Englischen und Indischen
Dienststellen beschlossen. Weder die bekannte starke Strömung am Ausgang des Roten Meeres, noch die, um diese Jahreszeit, immer vorherrschenden
Winterstürme des Südost Monsuns im Indischen Ozean, wurden mit einkalkuliert. Die Briten begehen die klassischen Fehler für eine kombinierte Landung,
die sie auch bei Tanga in DOA und bei Gallipoli wiederholen. Obwohl vorhanden, besitzen die landenden Truppen keine Karten, noch ausreichend Munition
und die Offiziere der Truppen werden nicht eingeweiht. Eine Detailplanung ist nicht erstellt worden und die Durchführung dauerte statt 36 Stunden, - 3 Tage.


Zeitungsmeldung der New York Times vom 16. November 1914 zu diesem Vorgang:

http://i52.tinypic.com/2wrhfh5.jpg
Quelle: http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F20810FA3C5C13738DDDAF0994D9415B848DF1D3



Hier eine eindrucksvolle Landschaftsaufnahme vom Berg Murád herab, Richtung Südwesten mit Blick auf die Insel Perim im
Hintergrund, welche gleichzeitig die Trennlinie zwischen dem Indischen Ozean; links und dem Roten Meer; rechts, darstellt.

http://i56.tinypic.com/azdwck.jpg
Quelle: Google Maps / Earth http://maps.google.de/



Diese Aufnahme zeigt die Bucht und die Landungszone der 30. Indischen Infanterie-Brigade. Der Standpunkt dieser Aufnahme stammt aller Wahr-
scheinlichkeit mit der Position von Fort Turbah überein, und die Trümmerreste im Vordergrund könnten durchaus von dieser alten Anlage stammen.

http://i54.tinypic.com/2d9e5gp.jpg
Quelle: Google Maps / Earth http://maps.google.de/



Die Kämpfe 1914 / Details / Vorgänge auf Perim

Seit August 1914 befindet sich eine Kompanie der Royal Irish Rifles (Infanterie-Regiment) mit 123 Soldaten unter dem Kommando eines Sergeanten auf
der Insel. Zur Verstärkung der Inseleinheit brachte der Panzerkreuzer HMS „BLACK PRINCE“ zwei 7,62-cm-Feldkanonen (BL 15 pounder) mit 500 Schuss
Munition und acht Mannschaftsdienstgrade der Indian Coast Artillery verstärken die bereits vorhandenen zehn Mann der 70. Royal Garrison Artillery.
Die auf der Insel stationierten Royal Irish Rifles werden am 29. September 1914 durch eine Kompanie der Lancashire Fusiliers (Infanterie-Regiment) mit
91 Mann unter Lieutenant Cuncliff ausgetauscht und die Zweite, der beiden in Aden stationierten Kompanien des 23. Sikh Pionier-Regiment, mit 162 Mann
wird unter Major Ottley, auf die Insel verlegt um die Infanterie- und Artilleriestellungen, auf der Nordostseite der Insel in der Nähe des Leuchtturmes, aus-
zubauen. Am 14. Dezember 1914 inspiziert der neue Oberbefehlshaber in Aden, Major-General D.L.B. Shaw die Ausbauarbeiten und berät sich mit dem
Inselkommandanten Captain Bannatyne über weitere militärische Maßnahmen.



Die Kämpfe 1914 / Details / Vorgänge in Aden

Die erste bedeutendere Aktion in dem Protektorat ist der Kommandowechsel auf Führungsebene. Lieutenant-Colonel J. F. Jacobs gibt sein Amt
als ziviler Gouverneur und Oberbefehlshaber der Aden-Brigade am 26. November 1914, an Major-General D.L.B. Shaw ab. Die als Aden-Brigade
zusammengefassten Truppen bestehen zu Begin des Krieges, Anfang November 1914 aus fast 2300 Mann in folgenden Truppenteilen:

4. Brecknockshire Bataillon / Royal Irish Rifles
1 Bataillon des 108. Indischen Infanterie Regiment
2 Kompanien / King George’s Own (Leichtes Kavallerie-Regiment)
2 Kompanien / 23. Sikh Pionier-Regiment
61. , 70. und 76. Batterie / Royal Garrison Artillery

Die Indischen Pioniere versuchen ebenfalls die Verbindungsstraße von Aden nach Lahej auszubauen und für LKW Verkehr bis 2,5 Tonnen passierbar
zu machen. Weiterhin beginnt man vom `Steamerpoint´ in den Hafenanlagen von Aden, eine direkte Telegraphenverbindung bis nach Lahej zu verlegen.
Gegen Ende des Jahres machen sich die ersten Unruhen unter den Muslimischen Mannschaften auf der Insel Perim und in Aden selber bemerkbar. Die
offiziell mit den Briten durch einen Vertrag gebundenen, Einheiten der Hausabi unter dem Sultan von Lahej, verhalten sich vorerst abwartend.



Die Kämpfe 1914 / Details / Vorgänge im übrigen Jemen

Unbestätigten Berichten zufolge soll es Mitte Dezember 1914 einen Landungsversuch der Engländer bei Mocca gegeben haben, der abgewiesen wurde.
Außer der Landung bei Shaikh Saíd hat es keine weiteren Kampfhandlungen hat es in den Monaten November und Dezember des Jahres 1914 gegeben.

Die türkischen Truppen versuchen sich auf kommende Ereignisse vorzubereiten. Der Ausbau des Sanitätswesen und der Infrastruktur haben hierbei den
Vorrang. Die Verteilung der Truppen wird nicht sonderlich verändert, da die alten militärischen Schwerpunkte auch die neuen bleiben; Dies ist die Grenze
zum britischen Protektorat Aden, im Südosten des Jemen und die extrem lange Küste des Roten Meeres, sowie die südwestlichste Ecke bei Shaikh Saíd.
Eine weitere unabhängige Ingenieure-Pionier-Kompanie aus Hodeïda, beginnt die direkte Verbindungsstraße zwischen Aden und Taiz auszubauen.


Im Gegensatz zu nördlicheren Gebieten des Osmanischen Reiches in denen der kabalak als militärische Kopfbedeckung üblich ist, sind die türkischen
Mannschaften im Jemen in erster Linie mit der arabische kufiya ausgestattet. Offiziere tragen den türkischen kalpak; eine Kopfbedeckung aus Schafsfell

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Quelle: http://www.ottomanpalestine.com/GALLERY_1.htm



Politische Randanekdote; Bei Beginn des Krieges flüchtet der englische Konsul Richardson in Hodeïda in das Haus des italienischen Konsuls Cecci, wird
aber dort von Türkischer Gendarmerie gefangen genommen Nachdem sich Cecci am 3. Dezember 1914 auf das, im Hafen liegende italienische Kriegsschiff
„GIULIANA“ begibt verlangen die Italiener die sofortige Freilassung des Engländers und Genugtuung. Weil die Verbindungen von und nach Hodeïda unter-
brochen sind ziehen sich diese Verhandlungen bis zum Anfang des nächsten Jahres hin. Am 6. Februar 1915 wird der Engländer freigelassen und durch
Hissen und Salutieren der italienischen Flagge, sowie Austausch von gegenseitigen Besuchen der `Zwischenfall von Hodeïda´ aus der Welt geschaffen



Die Kämpfe 1914 / Zusammenfassung

Aus militärstrategischer Sicht, ist der englische Angriff auf die türkischen Stellungen bei Shaikh Saíd durchaus logisch und nachvollziehbar. Aus taktischer
Sicht ist der Angriff ebenfalls erfolgreich abgelaufen, auch wenn er schlecht vorbereitet war. Die Resultate sind allerdings nur von kurzer Dauer. Die Anlagen
sind zwar ausgeschaltet worden, der Wiederaufbau beginnt allerdings bereits zwei Monate später und General Ali Sa´id Pasha wird in Zukunft aktiver denn je.

Unabhängig, vom nicht abzusehenden Ausgang dieser Operation haben die Entscheidungsträger die langanhaltenden Konsequenzen daraus allerdings nicht
vorausgesehen. Dieser Angriff ist die eigentliche Ursache für die Kämpfe in den nächsten vier Jahren im Jemen. Den Engländern ist nicht bewusst; daß sie
mit diesem Angriff eine Osmanische-Arabische Zusammenarbeit geradezu provoziert haben, und sich selber, aus der Sicht der Araber und Osmanen, als
fremdländischer Aggressor, darstellen. Für Osmanen und Araber bekommt die Verteidigung der gemeinsamen Heimat, in der Nähe der beiden heiligsten
Städten des Islam Mecca und Medina, nun oberste Priorität.

Die Türkei hat es zwar gerade auch nach Jung-türkischen Revolution 1908 Bestrebungen gegeben die Nationalistischen Aspekte des Reiches zu verstärken,
dies hat sich aber gerade in dieser entferntesten Ecke des Osmanischen Reiches noch nicht durchsetzen können. Während die Soldaten auf den Schlacht-
feldern Europas mit einem; `Für Kaiser und Vaterland´ auf den Lippen, aus den Gräben zum Angriff springen, hallt es gerade in dieser entlegensten Ecke der
traditionell schon immer, konservativeren Arabischen Halbinsel, wie schon seit Jahrhunderten; `Allah Aqbuah´




Zusätzlich Quellen die bisher noch nicht genannt wurden


Wegweiser zur Geschichte: Horn von Afrika, Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, 2007

Der Kampf um Arabien zwischen Der Türkei und England, Franz Stuhlmann, 1916

Der Aufsteigende Halbmond, Auf dem Wege zum deutsch-türkischen Bündnis, 1916

Feldgrau in Jerusalem, Das Levantekorps des kaiserlichen Deutschland, 1991

Fünf Jahre Türkei, Liman von Sanders, 1920

Die Türkei im 1. Weltkrieg http://tuerkei.wordpress.com/

Hubungan Arabia Dengan British Pada Masa Perang Dunia Pertama, 1914 - 1918, 1995 (dt.Übersetzungen)

Naval & Military dispatches 1914-1918, Parts VI to X, Operations in the Vicinity of Aden

Aden Force War Diaries, 1914-1918, Imperial War Museum, History Archive Centre, London before

Statistics of the Military Effort of the British Empire during the Great War 1914 - 1920

Power and Empire, Defending of the Arabian Peninsula, 1986

Fortifications in the Yemen, in: Arabia, in: The Cradle of Islam, Vol. V

Lawrence and the Arab Revolts, Men-at-Arms, Osprey-Verlag

The Arab Revolt 1916 -18, Campaigns, Osprey-Verlag

The Ottoman Army 1914 -18, Men-at-Arms, Osprey-Verlag

Ottoman Infantryman 1914 - 18, Warriors, Osprey-Verlag

A Brief History of Yemen http://yemenhrc.org/HistoryOfYemen.htm

The Sultan´s Yemen: nineteenth-century challenges to Ottoman rule
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