Kptlt. v. Möllers letzte Fahrt . . . von der SMS „Tsingtau“
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186268 | Verfasst am: 21.06.2010 - 12:09    Titel: Kptlt. v. Möllers letzte Fahrt . . . von der SMS „Tsingtau“ Antworten mit Zitat

Kptlt. v. Möllers letzte Fahrt . . . oder in den `Fußstapfen´ des Landungszuges der SMS „Emden“

Für diese Geschichte, die genügend Stoff für einen Abenteuerspielfilm bietet, habe ich mal einen eigenen Thread aufgemacht.
Den abenteuerlichen Weg des Landungszuges vom kleinen Kreuzer SMS „Emden“ werden die meisten sicher kennen. . .

. . . Weniger bekannt ist das es keine vier Wochen später einen ähnlichen Versuch einer kleineren Gruppe
von deutschen Marinesoldaten unter Führung des Kptlt. Erwin v. Möller gab, in die Heimat zu gelangen.

Die Geschichte beginnt am Vorabend des 1. WK auf dem deutschen Fluß-Kanonenboot SMS „Tsingtau“,
fernab des späteren Kriegsgeschehens in Europa, auf dem chinesischen Fluß Whampoa bei der Stadt Kanton .


Technische Daten der SMS „Tsingtau“ (1903 - 1917):

Größe: 249 BRT / 280 Tonnen
Länge: 50,10m / Breite: 8,00 m / Tiefgang: 0,93m
Bewaffnung: 1 x 8,8-cm-SK L/30 , 1 x 5-cm-SK L/40 , 2 -3 MG 08


http://i47.tinypic.com/34gswfr.jpg

Weitere interessante Details und Hintergründe des Fluß-Kanonenbootes SMS „Tsingtau“ unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/SMS_Tsingtau + http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_tsingtau_flusskanonenboot.htm



Die SMS „Tsingtau“ wird bei Kriegsbeginn, am 1. August 1914 in Kanton befehlsmäßig aufgelegt. Die Mannschaft teilt sich daraufhin in drei Gruppen auf:
    Eine Gruppe macht sich unter Kptlt. Erwin v. Möller auf den Weg nach Manila und später weiter auf ihre lange und abenteuerliche Reise in die arabische Wüste.
    Der Großteil der Mannschaft aber schlägt sich auf dem Landweg nach der deutschen Kolonie Tsingtau durch um an den zu erwartenden Kämpfen um diese Festung gegen die Japaner teilzunehmen. Sie bilden aber später die Besatzung des Hilfskreuzers SMS „Cormoran“, der noch vor dem Beginn der Belagerung ausläuft. Aufgrund von Kohlemangel wird das Schiff , nach einer kurzen und erfolglosen Kapperfahrt, am 12. Dezember 1914 in Guam von den Amerikanern interniert und die Besatzung geht 1917 in Kriegsgefangenschaft.
    Eine kleine Restmannschaft verbleibt auf der SMS „Tsingtau“ und versenkt das Boot beim Kriegseintritt Chinas am 21. März 1917 am Liegeplatz.


Holländische Internierung, Manila, Batavia und Surabaia

In der britischen Kronkolonie Hongkong wird Möller im deutschen Konsulat mitgeteilt den auf Reede liegenden deutschen Dampfer „Machew“ zu nutzen um nach Manila in Holländisch-Indien, zu gelangen. Es wird zuerst noch überlegt das Kreuzergeschwader des Grafen Spee zu erreichen oder der SMS „Emden“ hinterherzufahren. Diese Idee muß aber wieder fallen gelassen werden, da weder Freund noch Feind den Überblick haben wo sich die deutschen Schiffe gerade befinden, geschweige den deren zukünftige Standorte abzusehen sind. In Manila gelingt den Deutschen der Anschluss mit dem deutschen Etappenschiff, dem Dampfer „Hoerde“ um nach Batavia auf Java in Niederländisch-Ostindien zu reisen, welches sie am 9. September 1914 erreichen. Dort werden sie interniert und weiter nach Surabaia auf Java gebracht. Mit dem 40 Tonnen große holländische Zweimastschoner „Marboek“, der ordnungsgemäß dem holländischen Eigentümer abgekauft wird, soll eine Flucht aus der drohenden Internierung gelingen. Dieser Segler wird in Erinnerung an den erfolgreichen Kommandanten von U 9 feierlich in „Wedding“ umgetauft. Es wir der Plan gefasst den Indischen Ozean über die Tschagos-Inselgruppe Diego Garcia zu überqueren und dem Weg des Landungszuges der Emden mit der „Ayesha“ zu folgen. Unter deutschen Landsleuten finden sich genügend Interessenten für diese waghalsige Aktion. Aus Gründen der Geheimhaltung werden aber nur wenige eingeweiht. Die Unterstützung deutscher Händler ist wichtig für die Ausstattung mit Proviant und allem nötigen für diese 6000 Seemeilen lange Überfahrt durch den Indischen Ozean, auf einen anderen Kontinent.


http://i50.tinypic.com/1tastc.jpg http://i47.tinypic.com/1g20lk.jpg


Hier stellt sich auch endgültig die Sieben-köpfige Mannschaft zusammen
    Kapitänleutnant Erwin von Möller (ehem. Kommandant des Fluß-Kanonenbootes „Tsingtau“)
    Leutnant a.D. Gottfried von Arnim aus Coblenz
    Vizesteuermann d.R. Hein Deike aus Bremervörde
    Bootsmannsmaat d.R. Schwarting aus Elsfleth / Oldenburg
    Matrose d.Ldst. Gründler aus Berlin (ehem. Offizier des Norddeutschen Lloyd)
    Matrose d.Ldst. Mau aus Steinberg-Holz (ehem.1.Offizier des internierten Frachtschiffes „Offenbach“)
    Said Achmed ; türkischer Staatsbürger schließt sich ebenfalls der Gruppe an, nachdem bekannt wird das der Rückweg über osmanisches Hoheitsgebiet führen soll.


Überfahrt auf dem Indischen Ozean

Südwestlich der Insel Bali werden sie erneut für zwei Wochen von den Holländern festgehalten, bevor die „Weddigen“ am Morgen des 11. Dezember 1914 durch den Südlichen Ausgang der Lombokstraße in den Indischen Ozean entkommt. Fernab der üblichen Schifffahrtswege, segelt man südlich der Inseln Bali, Java und Sumatra vorbei. Südlich der Kokosinseln, auf der das Wrack der SMS “Emden“ liegt, geraten sie während des Jahreswechsels 1914/1915, noch vor Diego Garcia drei Tage in ein schweren Monsun-Sturm einen sogenannten Mauritius-Orkan. Nur mit knapper Not entgeht der Segler und seine Mannschaft dem Untergang. Mitte Februar 1915 läßt man die Tschagosinselnin Sichtweite hinter sich, und gerät westlich, beim Äquator und dem Überqueren der Dampferstraße Aden - Colombo in eine mehrtägige Flaute. Die englisch kontrollierte Insel Sokotra wird, einen Monat später nördlich umrundet, um auch hier feindlichen Schiffen aus dem Wege zu gehen. In der ersten Märzwoche 1915 wird schließlich die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem afrikanischen Festland am Bab al-Mandab (Das Tor der Tränen) glücklich und ohne weitere Zwischenfälle passiert.



Auf der arabischen Halbinsel

Es wird bei einem mit den Osmanen verbündetem Stamm, knapp nördlich der letzten türkischen Hafenstadt Mocca an Land gegangen. Hier sind die türkischen und arabischen Sprachkenntnisse von Said Achmed von großem Vorteil. Sie werden dann unmittelbar dem Oberkommandierenden der türkischen Streitkräfte (Siebtes Armeecorps der Vierten Armee) Ali Sa´id Pasha vorgestellt, der sie ebenfalls, wie schon zwei Wochen zuvor den Landungszug der SMS „Emden“, versucht zu überreden nicht weiterzureisen und sich seinen Truppen im Kampf gegen die Engländer, anzuschließen. Am 18. März 1915 verlassen sie das Türkische Hauptquartier in Lahadsch und über Dala, Kataba, Djerim und Dhamar geht der Weg durch das Gebirge nachSanaa, welches sie am 4. April 1915 erreichen; - nur vier Wochen später nachdem Kptlt. Helmut v. Mücke mit seinen Leuten die Stadt verlassen hat. Warum hier nicht Versucht wird eine Verbindung zwischen beiden deutschen Karawanen herzustellen ist heute nicht mehr ersichtlich. Auch Kptlt. Erwin v. Möller und seine Leute müssen den Plan aufgeben über Land nach Medina zu reisen, da dieses Gebiet nicht mehr unter Kontrolle der Osmanen steht und nach wenigen Tagen machen sich weiter auf den Weg zur Hafenstadt Hodeïda. Da Ihr Trupp von der Tsingtau wesentlich kleiner ist als die Gruppe von der Emden gelingt Ihnen schnell eine Sambuk für die Weiterfahrt nach Konffida zu finden. Südlich dieser Hafenstadt landet der Trupp am 25. April 1915. Auch hier hat man die Gruppe von der Emden nur um vier Wochen verpasst. Konffida wird am 28. April 1915 in den frühen Morgenstunden mit einer Kamelkarawane verlassen um auf dem Landweg Dschidda zu erreichen.


Zu diesem Zeitpunkt, dem 6. Mai 1915 erreicht der Landungszug der SMS „Emden“ unter Führung von Kptlt. Helmuth v. Mücke
die Hedschas-Bahn beim Bahnhof El Ula, 600 km weiter nördlich.


http://i46.tinypic.com/ru1zye.jpg http://i49.tinypic.com/rwi552.jpg

Schöne Fotos des Bahnhofs El Ula, damals und heute, sowie weitere Hintergründe:
http://nabataea.net/AIUla.html + http://www.rogersstudy.co.uk/hejaz/hejaz_narative/narative.html


http://i46.tinypic.com/1ihq4k.jpg



Dschidda und das Ende

Nach 400 Kilometern auf dem Landweg wird Dschidda am 16. Mai 1915 erreicht:
Hier scheint die Reise ein Ende finden zu sollen. Schon in Friedenszeiten sind die in der Umgebung hausenden Wüstenstämme ihres religiösen Fanatismus wegen berüchtigt. Dazu kommt noch, daß sie ganz im Solde der Engländer stehen, die sie mit modernen Handwaffen ausgerüstet haben. Über fünfhundert Kilometer führt der Weg zur Bahn durch Ihr Gebiet. Ohne überaus starke Deckungsmannschaften, die gerade jetzt nicht abkömmlich sind, ist das Unternehmen mehr als gefährlich. In überzeugender Weise versucht der Oberkommandierende von Möller von seinem Vorhaben abzubringen, hält ihm immer wieder das Tollkühne seiner Absicht vor. Umsonst . . . . . Die Kamele stehen bereit, ein arabischer Soldat und ein Basch Tschausch, die als Führer dienen sollen, warten auf den Befehl zum Abmarsch. Noch einmal tritt der Kommandeur an von Möller heran.
„Herr Kapitänleutnant, ich habe leider nicht die Macht, Sie an Ihrem Vorhaben zu hindern, aber bitten kann ich Sie wieder und wieder, bleiben Sie hier. Sie wissen nicht, wie gefährlich der Weg ist, den Sie gehen wollen, wie verhetzt die Beduinen, die seit langem schon nur englisches Geld kennen. Denken sie and die „Ayesha“- Leute! “
Eindringlich spricht der türkische Offizier auf den deutschen ein, dessen hohe Gestalt ihn weit überragt. Einen Augenblick scheint es wie ein Zögern über das dunkelbraune, hager gewordene Gesicht von Möller zu gehen, dann lächelt er:
„Wenn Sie nun wüßten, Ihr Vaterland braucht Sie, über kurz oder lang kommt es zu einer großen Entscheidungsschlacht, in der jedermann nötig ist, würden Sie zögern, weil es zu gefährlich ist?“
Nicht einen Augenblick besinnt sich der Angeredete.
„Ich würde gehen. Trotzdem möchte ich Sie warnen und bitten, bleiben Sie, tun Sie es nicht. Freilich, Sie sind ja fest entschlossen! So wünsche ich Ihnen nur, Ihr Gott möge mit Ihnen sein und Sie glücklich nach dem ersehnten Ziele geleiten.“
Ein fester Händedruck, dann wendet sich Kapitänleutnant von Möller an seine Begleiter, die mit ihm so manche Gefahr bestanden haben und die wie er bereit sind, neue aufzusuchen, um heim, in den Krieg zu kommen. Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. In gleichmäßigen Schritt geht es durch die Straßen in die Wüste hinaus, die im Scheine der untergehenden Sonne blutigrot leuchtet. . . . . Jetzt winden sie sich zwischen zwei Dünen hindurch, überschreiten den Wadi, sind draußen. . . . . Kleiner und kleiner werden die Gestalten. . . . . bläuliche Nebel fallen ein. . . . . ein weißer Burnus leuchtet. . . . . der letzte Sonnenstrahl blitzt auf einem Gewehrlauf . . . . . Wie Pünktchen noch sind sie zu erkennen . . . . . dann verschwinden sie dort, wo der gelbe Sand in die violetten Abendschatten übergeht . . . . . fern . . . . . in der Wüste.


http://i45.tinypic.com/ivd06t.jpg http://i49.tinypic.com/33042oi.jpg

(Aus heutiger Sicht muß es geradezu sträflich leichtsinnig erscheinen, welches wohl nur aus Unkenntnis der Sachlage und Mangelndem Hintergrundwissen geschah, sich als Ungläubiger im näheren Umkreis der beiden heiligsten Stätten des Islam Mekka und Medina zu bewegen. Schon bis zur Eröffnung 1908 durfte der Bau der Hedschas-Bahn unter Leitung des Deutschen Eisenbahningenieurs Meißner Pascha nur von Muslimen ausgeführt werden.)



Arabische Beduinen unter Führung des Sherif Husayn bin Ali während des 1. WK bei Kämpfen im südlichen Hedschas Gebirge

http://i49.tinypic.com/25u5j0y.jpg

(Zu beachten; - bei vier ersichtlichen Gewehren; - sind vier verschiedene Modelle / Typen erkennbar)


Quellen:

Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945, Band 1, Erich Gröner, Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1982, S.171+172.
Kapitänleutnant v. Möllers letzte Fahrt; K.E. Selow-German; August-Scherl GmbH; Berlin 1917.
AYESHA; Kapitänleutnant v. Mücke; August Scherl GmbH; Berlin 1926
Kampf in der Wüste; Clemens Laar; Paul Reff Verlag GmbH; Berlin 1936.


Sollte jemand Korrekturen oder Ergänzungen haben; - sind absolut erwünscht; - keine Hemmungen; - keiner weiß alles und nur gemeinsam kommt man weiter.

Gruß Holger
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186479 | Verfasst am: 01.07.2010 - 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Noch etwas Erklärendes:

Der Bericht ist eine Kurzfassung der am Ende aufgeführten Quellen, eines wenig bekannten Vorganges, auf einem wenig
bekannten Kriegsschauplatz während des 1.WK. Einige bekannte Fakten, Daten und Tatsachen wurden ohne reißerische
Pathetik in einen logischen und nachvollziehbaren Zusammenhang gebracht. Subjektiv erscheinende Textpassagen sind
ohne weiteren Kommentar als solche deutlich kenntlich gemacht. Die Bewertung der Quellen bleibt jedem Leser überlassen.

Abschreiben muß man natürlich dabei, und zwar ein jeder, sonst erfindet er etwas. Das gilt für jede Quelle und jeden Autor.
Es wurde darüber hinaus auch nur ein Thread aufgemacht und kein eingefrorener, unveränderlicher Internetbeitrag eingefügt.

Gruß Holger
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 186480 | Verfasst am: 01.07.2010 - 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Die Problemlichkeit dabei ist: ich habe von den Männern der S.M.S. 'Tsingtau' auch erst durch deinen Beitrag was erfahren...ist mir sonst nirgends untergekommen....sonst ist immer nur die Rede von der abenteurlichen Reise des v.Mücke-Trupps...oder dem Schicksal der Männer der S.M.S. 'Dresden' (die eigentlich auch mal ein Thema wert wäre Grins ).

Anbei: ich finde eure akribische Arbeit zu diesen "Randthemen" (keineswegs abwertend gemeint) rund um den 1.Wk hochinteressant Gut gemacht!

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 186496 | Verfasst am: 02.07.2010 - 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Kurz OT, wenn Jan-Hendrik es schon mal angeschnitten hat

Zitat:
oder dem Schicksal der Männer der S.M.S. 'Dresden' (die eigentlich auch mal ein Thema wert wäre ).


Die ist wirklich klasse dokumentiert:

http://www.kleiner-kreuzer-dresden.de

http://www.kreuzer-dresden.de/


Beim ersten link mal "S.M.S. Dresden", dann "Internierung" anwählen Zwinkern

Beides sehr liebevoll gemachte, äusserst gut recherchierte Seiten Gut gemacht!
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186500 | Verfasst am: 02.07.2010 - 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Unter die Überschrift `Auf Abenteuerlichen Wegen während des 1.WK´ würde sicher auch diese kleine aber
feine Geschichte, in der neusten Ausgabe des Marinenachrichtenblatt http://www.seekrieg14-18.de/ , passen:

Hab´s selber noch nicht gelesen; handelt sich aber wohl um die Heimkehr einiger Besatzungsmitglieder des kleinen
österreichischen KuK Kreuzers SMS “Kaiserin Elisabeth“. http://de.wikipedia.org/wiki/SMS_Kaiserin_Elisabeth

Sieben Mann und ein Befehl: Heimkommen! http://www.mnb.seekrieg14-18.de/MNB_001_I-2010.htm
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 187345 | Verfasst am: 05.08.2010 - 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Im Folgenden eine kurze Ergänzung zum Thema deutsche Marineangehörige während des 1.WK in der arabischen Wüste:

Dr.Captain Feridun Kandemir M.D. who served at the holy city of Medina, Hijaz during WW1 wrote in his book "Fahrettin Paşa'nın Medine Müdafaası, Peygamberimizin Gölgesinde Son Türkler" (Fahrettin Pasha's Defence of Medina, The Last Turks under The Shadow of our Prophet) 12th edition 2010, p.370
"5 or 6 german officers and men from german battleships who were coming from Cava islands via Hadramut and Yemen, have reached to Cidde. They who were unarmed were escorded by a man of Emir of Hijaz to Medina from Cidde in April of 1916. But they were murdered by arabs on their way to Medina. All such murderous killings could be done only by order of the Emir of Hijaz. Emir of Hijaz ordered this killing as a sign of royalty to British.Turkish reserve captain Hüsnü Efendi who was a son of the sister of Ali Said pasha (Lt. gen. Akbaytugan) the commander of Turkish Forces in Yemen was the only surivor. Arabs told him that his live is saved because he was a muslim.
Those germans who were slaughtred by the Arabs in Hijaz were under protection of the Turkish Government but this murderous incident was taken a side as if it was not important. Nothing was done to revenge the murder. This was the first sign of great arap revolt."


Quelle: Tosun Saral; http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=80&t=167365


Ob es sich hierbei um die Gruppe von Kptlt. Erwin v. Möller handelt, die Ende Mai 1915 nördlich von Dschidda
ums Leben kam, oder bisher unbekannte Mannschaften eines deutschen Schiffes, die erst ein Jahr später,
im April 1916, an ziemlich genau der gleichen Stelle getötet wurde, läßt sich wohl heute nicht mehr recherchieren.

Welche deutschen Marineangehörigen auch immer dieses Eingangstor von Dschidda im Mai 1915 und im März 1916
Richtung Nord-Osten verlassen haben;- Sie sind nie wieder aufgetaucht und bleiben wohl auch für immer verschollen.

http://i33.tinypic.com/24nlegg.jpg

Gruß Holger
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BeitragBeitrags-Nr.: 188836 | Verfasst am: 28.09.2010 - 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Möllers Schicksal wurde auch dokumentiert von:

Militärbevollmächtigter Pera 2250 vom 7.Juni an Generalstab Sektion Politik Berlin
NARA/T-137/139/0221

ferner in:

The Arab bulletin : bulletin of the Arab Bureau in Cairo, 1916 - 1919 (4 Bde)
Gibt es für lächerliche 900-1200 € (ISBN 1-85207-025-0)

Siehe auch McKales Text über die Stotzingen-(Neufeld) Mission nach dem Yemen in "War by Revolution" bzw HIER
(Etwas zum Schicksal der Mission Stotzingens findet sich auch in Kap. XXV von Lawrences "Seven Pillars of Wisdom": Danach warf ein Owdi ibn Zuweit die Funkanlage in den Hafen von Yenbo)

Beide Vorkommnisse waren offenbar mit Anlass für den vorzeitigen Ausbruch des Araberaufstandes im Hedjas
Den Rest hast Du ja schon per PN Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 188953 | Verfasst am: 02.10.2010 - 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Möllers Schicksal wurde auch dokumentiert von:
Militärbevollmächtigter Pera 2250 vom 7.Juni an Generalstab Sektion Politik Berlin NARA/T-137/139/0221

Rate mal wo ich lande wenn ich das bei Google eingebe?

Zitat:
Den Rest hast Du ja schon per PN

Habe ich, zum Teil jedenfalls; - herzlichen Dank.Gut gemacht!

Die deutsche Übersetzung von Lawrence, mit dem poetischen Titel „Die sieben Säule der Weisheit“ hab ich
mir zwar auch besorgt, bin aber noch nicht bis zu diesem Kapitel XXV vorgedrungen.

Ralf Raths scheint mit seinem; Der falsche Ruhm nicht der einzige Deutschsprachige Autor zu sein, der da
neuzeitlich versucht, `Etwas´ vom Sockel zu stürzen. Hans Werner Neulen beschreibt in Kapitel XXII seines
Buches, Feldgrau in Jerusalem ja ähnlich kritische Anmerkungen zu dieser Legende. Aber seien wir `vorsichtig´,
da lassen die Engländer nicht mit sich spaßen, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.


Das mit der Mission Stotzingen (Neufeld) klingt ja äußerst spannend. Gebe aber zu, noch nie davon gehört zu haben,
obwohl in letzter Seit einige Deutsche Namen in entfernteren Gebieten auftauchen, die auch sofort notiert werden,
und denen man `später´ ja mal gezielter nachgehen könnte.

Wobei Yenbo ja eigentlich nicht mehr zu Jemen gehört. Oder gelangten die beiden, Stotzingen und Neufeld etwa bis in den Jemen???

Das Thema wäre ja echt mal einige Nachforschungen wert! Zwinkern
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BeitragBeitrags-Nr.: 189005 | Verfasst am: 04.10.2010 - 09:45    Titel: Antworten mit Zitat

Den Stotzingen-Beitrag stelle ich bei MILITÄRISCHE OPERATIONEN rein

http://www.archives.gov/research/captured-german-records/index.pdf

Records of the German Foreign Office Received by the Department of State from the University of Michigan. Microfilm Publication T137. 53 rolls.

Militärbevollmächtigter Pera 2250 vom 7.Juni an Generalstab Sektion Politik Berlin NARA/T-137/139/0221
D. McKale: War by Revolution S. 278, Fußnote 44,

Pera ist übrigens der europäische Stadtteil Konstaninopels
Der Militärbevollmächtigte war Generalmajor Otto v. Lossow (seit 19.April 1916)
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BeitragBeitrags-Nr.: 189112 | Verfasst am: 06.10.2010 - 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Am 1.Juni 1916 traf die dt. Sondermission in Yanbu ein.
Man war wohl über die Gruppe v. Möller informiert worden und wollte hier auf sie warten, um dann mit deren Eskorte weiter nach Qunfidhah zu reisen. Man war sich wohl bewusst, das etwas in der Luft lag, doch weder wusste man etwas von tragischen Schicksal der anderen Gruppe, noch konnte man ahnen, was sich mittlerweile wirklich zusammenbraute
Denn ohne sich dessen bewusst zu sein, war man mit der entscheidende Auslöser für den vorzeitigen Ausbruch des Araberaufstandes, wodurch auch die Briten umdisponieren mussten
Bei Baker und Neulen wird zweifelsfrei auf v. Möller eingegangen
Könnte sich um eine Verwechslung mit der zweiten, im o.g. link recherchierten Gruppe handeln, ich versuche noch, das zu prüfen


New Arabian studies, Band 4, J. R. Smart,G. Rex Smith, B. R. Pridham, S. 173
legt das Datum auf den 5.Mai 1916 fest
Demnach wurde „a party of shipwrecked german sailors“ acht Stunden nördlich von Djedda ermordet
(Bericht Agent Wyman Bury)

Baker hat fast 1:1 aus The Memoirs of Sir Reginald Storrs zitiert, hier liegt das Todesdatum eine Woche vor dem 31.Mai, also um den 24.Mai herum
Storrs war damals der Mastermind hinter allen Aktionen im Hejaz und kannte alle Zusammenhänge
aus erster Hand

McKale verweist in
German policy toward the Sharif of Mecca, 1914-1916
Germany and the Arab Question in the First World War

auf folgende Quellen:

War Office London, 11. Oct. 1916, FO 372 (Treaties)/piece no.8641/file no.257971
und
17 July 1916, FO 882, 4, HRG/ 16/36. 43.
See the War Office 'Summary of the Hejaz Revolt'

das führte mich hierher:

http://www.nationalarchives.gov.uk/a2a/records.aspx?cat=059-iorlps_6&cid=-1#-1

sollte enthalten

Eastern Committee. Summary of the Hejaz Revolt. General Staff, War Office, 31 Aug 1918 IOR/L/PS/18/B287 31 Aug 1918

doch da steht

Zitat:
These documents are held at British Library, Asia, Pacific and Africa Collections

28pp

Note: Secret. 4106/18 Put away [as Memo B 287]

und verweist auf:

http://www.bl.uk/reshelp/bldept/apac/apacoll/apac.html

und da endet diese Spur erst einmal, weil es mir bislang nicht gelungen ist, dieses Dokument dort ausfindig zu machen

Neulen hat als Quellenangabe:
Holzhausen, Die Mission Stotzingen und der Beginn des Arabischen Aufstandes (1916) Süddeutsche Monatshefte, München 1936
Waugh, The German Counter to Revolt in the Desert Journal of the Central Asian Society, London, 1937

Danach suche ich noch

Was sich aus der bisherigen Quellenlage ergibt, ist folgendes:
Im Mai 1916 wurden mehrere deutsche Marineangehörige zwischen Jeddah und Yanbu von Arabern getötet
Die Quellen nehmen direkt oder indirekt Bezug auf v. Möller

ZWISCHENFAZIT:
Entweder haben wir zwei Gruppen deutscher Marineangehöriger, die im Hedjaz getötet wurden

Oder die Jahresangabe 1915 für die Gruppe v. Möller ist kritisch zu prüfen

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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 189144 | Verfasst am: 06.10.2010 - 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Tolle Detailrecherche! Gut gemacht!

Die Angabe des Syrischen Armeecorps mit der Zeitangabe der Todesmeldung vom 3. Juni 1916 hat mich damals schon stutzig gemacht.

Die Gruppe Möller verließ ja schon nachweislich ,1914 China; daher ist es für mich eigentlich glaubwürdiger, daß sie 1915 getötet wurde und nicht erst 1916, da sonst ja ein ganzes Jahr irgendwo in der Luft hängen würde´. Die Zeitangabe des Jahres 1915, für den Aufenthalt der Gruppe im Jemen taucht mehrmals in dem Buch Kapitänleutnant v. Möllers letzte Fahrt auf.

Deine weiteren Nachforschungen sowie der Hinweis von Tosun Saral lassen mich umso mehr vermuten, daß es sich wirklich um eine zweite Gruppe Deutscher Seeleute handelt. Vielmehr muß in dem Zusammenhang geklärt werden: - von welchem Schiff sie stammen?

Spannende Sache. . . . . . . . Meine Meinung
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BeitragBeitrags-Nr.: 189164 | Verfasst am: 07.10.2010 - 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Angabe des Syrischen Armeecorps mit der Zeitangabe der Todesmeldung vom 3. Juni 1916 hat mich damals schon stutzig gemacht.


Laut dieser Meldung wurde die Gruppe Möller Ende Mai 1915 getötet
http://i49.tinypic.com/33042oi.jpg
Was auch sonst "offiziell" ist (Wiki)

Aber alle anderen Quellen berichten von einer Gruppe deutscher Seeleute, die exakt ein Jahr später getötet wurde
Die Stärkeangaben schwanken zwischen 5 -7 Mann, allerdings wird wiederholt darauf Bezug genommen, das die Gruppe von Java kam
In dem Zusammenhang könnte man auch schlicht einen Übermittlungsfehler unterstellen

Zitat:
daher ist es für mich eigentlich glaubwürdiger, daß sie 1915 getötet wurde und nicht erst 1916, da sonst ja ein ganzes Jahr irgendwo in der Luft hängen würde´

Daas hat nicht unbedingt etwas zu sagen, wer weiß, ob und wie lange man sich während der verschiedenen Etappen aufhielt

EDIT:
Wyman Bury schreibt in seinem Buch Pan-Islam, S.75 ff:

Zitat:
We were in close touch with the shore through fishing-canoes by day and secret emissaries by night, who brought us news that some German "officers" had been done to death by Hejazi tribesmen some eight hours' journey north of Jeddah.
They had evidently been first overpowered and bound, then stabbed in the stomach with the huge two-handed dagger which the Hejazis use, and finally decapitated, as a Turkish rescue party which hurried to the spot found their headless and practically disembowelled corpses with their hands tied behind them.

Their effects came through our hands in due course, and we ascertained that the party consisted of Lieut.-Commander von Moeller (late of a German gunboat interned at Tsing-Tao) and five reservists whom he had picked up in Java.

They had landed on the South Arabian coast in March, had visited Sanaa, the capital of Yamen, and had come up the Arabian coast of the Red Sea by dhow, keeping well inside the Farsan bank, which is three hundred miles long and a serious obstacle to patrol work. They had landed at Konfida, north of the bank, and reached Jeddah by camel on May 5. Against the advice of the Turks they continued their journey by land, as they had no chance of eluding our northern patrol at sea.

They were more than a year too late to emulate the gallant (and lucky) "Odyssey" of the Emden's landing-party
from Cocos Islands up the Red Sea coast in the days when our blockade was more lenient and did not interfere with coasting craft. They hoped to reach Maan and so get on the rail for Stamboul and back to Germany, as the Sharif would not sanction their coming to the sacred city of Medina, which is the rail-head for the Damascus-Hejaz railway.

After so staunch a journey they deserved a better fate. Among their kit was a tattered and blood-stained copy of my book on the Aden hinterland.


http://ia351406.us.archive.org/2/items/panislam00buryrich/panislam00buryrich.pdf

Vorausgesetzt, Bury hat sich die Geschichte nicht aus den Fingern gesogen, würde ich doch sehr stark dahin gehend tendieren, das tatsächliche Todesdatum der Gruppe auf den Mai 1916 festzulegen
Alle mir bekannten Quellen korrespondieren mit diesem Datum Keine Ahnung

Falls das zutreffen sollte, hast Du mit Deinem Bericht über v. Möller eine interessante Entdeckung angestoßen Gut gemacht!
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 189186 | Verfasst am: 07.10.2010 - 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

. . . . Am 18. März 1915 verlassen sie das Türkische Hauptquartier in Lahadsch und über Dala, Kataba, Djerim und Dhamar geht der Weg durch das
Gebirge nach Sanaa, welches sie am 4. April 1915 erreichen. . . . . . Südlich der Hafenstadt Konffida landet der Trupp am 25. April 1915. . . . .
Konffida wird am 28. April 1915 in den frühen Morgenstunden mit einer Kamelkarawane verlassen um auf dem Landweg Dschidda zu erreichen.

Diese Daten und Ortsangaben stammen aus dem Buch und Bericht; und demnach müßten alle genannten Daten um ein Jahr verschoben werden!?!.


Zitat:
Daas hat nicht unbedingt etwas zu sagen, wer weiß, ob und wie lange man sich während der verschiedenen Etappen aufhielt

Ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass die Gruppe ein ganzes Jahr in Dschidda, Umgebung oder auch nur im Jemen verweilte, ohne in den Quellen
irgendwelche weitere Hinweise hinterlassen zu haben. Ein Mann wie Möller der solch eine Reise begonnen hat, hätte bestimmt nicht ein ganzes Jahr
tatenlos herumgesessen. In türkischen Quellen muss es dazu doch irgendwelche Spuren dazu geben, wenn die Gruppe über diese Zeitperiode bei den
verbündete Truppen im Jemen, Asir oder Hedjaz verweilte. Ich werde der Sache auf jeden weiter nachgehen.


Zitat:
Vorausgesetzt, Bury hat sich die Geschichte nicht aus den Fingern gesogen, würde ich doch sehr stark dahin gehend tendieren, das tatsächliche Todesdatum der Gruppe auf den Mai 1916 festzulegen

Den Vorgang selber natürlich nicht! Irgendeine Quelle hat da nur die Jahre 1915 und 1916 verwechselt. Dies braucht ja nur in einer handschriftlichen
Orginal-Notiz geschehen sein; - und schon addiert sich dieser `Fehler´ als `Selbstläufer´ um ein Vielfaches. Auf jeden Fall hat deine Recherche viel
Neues, und uns, schön weitergebracht.

Gruß Holger Winken
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189212 | Verfasst am: 08.10.2010 - 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Diese Daten und Ortsangaben stammen aus dem Buch und Bericht


Woher hat der Verfasser denn diese Daten?
Ich habe wie schon gesagt nur die britischen Primärquellen vorliegen, und die legen das Datum ganz zweifelsfrei auf Mai 1916 fest

Zitat:
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass die Gruppe ein ganzes Jahr in Dschidda, Umgebung oder auch nur im Jemen verweilte, ohne in den Quellen
irgendwelche weitere Hinweise hinterlassen zu haben. Ein Mann wie Möller der solch eine Reise begonnen hat, hätte bestimmt nicht ein ganzes Jahr
tatenlos herumgesessen.


Dr.Captain Feridun Kandemir M.D gibt ja auch das Jahr 1916 für die letzte Etappe in Jedda an. Zudem sollte man die Reisezeiten zwischen Aden und Jeddah nicht unterschätzen
Stotzingen hat für die vergleichsweise kurze Etappe von al-Úla bis Yambu einen Monat benötigt

Bevor wir uns aber auf vermutlich sinnleeres Spekulieren verlegen, sollten wir in der Tat zuerst die Daten der Quellen abgleichen und versuchen, auf diesem Wege eine Annäherung zu erreichen

Nur mal auf blauen Dunst: Lahadsch (Lahaj) wurde lt. türkischem Heeresbericht am 21. August 1915 zurückerobert
Du bist ja nun sehr gut in die Details zu Aden eingearbeitet, vlt. könnte man da ansetzen?
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189472 | Verfasst am: 15.10.2010 - 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Habe was gefunden:

The Netherlands Indies and the Great War 1914-1918 Cornelis Dijk,Kees Van Dijk

Dabei wird Julius Lauterbach*, Prisenoffizier von der SMS Emden erwähnt. S.323 ff

Der traf Möller in Surabaya auf der Hörden
Möller war demnach im März 1915 noch in Badung und hat sich von dort nach Surabaya abgesetzt
D.h.: Er wird wohl kaum 2 Monate später bereits in Djedda gewesen sein
Evtl erfährt man genaueres aus Lauterbachs Buch?

*1000 Pfund Kopfpreis - tot oder lebendig - Fluchtabenteuer des ehemaligen Prisenoffiziers der S.M.S Emden

Wie hattest Du Eingangs geschrieben?
Zitat:
Geschichte, die genügend Stoff für einen Abenteuerspielfilm bietet

Das Material reicht für eine ganze Serie Gut gemacht!
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