Kptlt. v. Möllers letzte Fahrt . . . von der SMS „Tsingtau“
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 193178 | Verfasst am: 18.03.2011 - 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Christmas Day Plot

Zitat:
At the same time that Jatin's group was to strike in Bengal, a German raid was planned for the penal colony in the Andaman islands. This was to be carried out with a German volunteer force raised from East Indies which would release the political prisoners to raise an expeditionary Indian force that would threaten the Indian coast.[33] The plan was proposed by Vincent Kraft, a German planter in Batavia who had been wounded fighting in France. It was approved by the foreign office on 14 May 1915, after consultation with the Indian committee, and raid was planned for Christmas Day 1915 by a force of nearly one hundred Germans led by a former naval officer von Müller was raised. Knipping made plans for shipping arms to the Andaman islands. However, Vincent Kraft was a double agent, and leaked details of Knippings plans to British intelligence. His own bogus plans for the raid were in the meantime revealed to Beckett by "Oren", but given the successive failures of the Indo-German plans, the plans for the operations were abandoned on the recommendations of both the Berlin Committee and Knipping.[41]

Fraser, Thomas G (1977): Germany and Indian Revolution, 1914-18. Journal of Contemporary History, Vol. 12, No. 2 (Apr., 1977), pp. 255-272,

Könnte sich um eine zufällige Namensähnlichkeit handeln, eine Vermischung von Fakten, oder, oder, oder Keine Ahnung
Werds mir jedenfalls mal für den Berlinbesuch vormerken
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 193316 | Verfasst am: 21.03.2011 - 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Die Verhörprotokolle haben doch noch etwas ergeben

Der Kapitän der HÖRDE und von Möller wurden einander im deutschen Konsulat in Manila vorgestellt und von Möller dort auch als 4. Offizier vermittelt
Offiziell war die Kohleladung für Guam bestimmt
Auf See wurde dem Kapitän durch von Möller dann jedoch eröffnet, das sein tatsächliches Ziel Ndl-Ostindien sei, mit dem Zweck, die SMS EMDEN mit Brennstoff zu versorgen

Das ist nicht wirklich überraschend und bestätigt eigentlich nur, was man bisher ohnehin zwischen den Zeilen herauslesen konnte

Ein weiteres Detail führte dann aber zu einem unerwarteten Aha-Erlebnis:
Die Ladung selber gehörte laut Manifest „Messrs. Behn Meyer & Co., Ltd, Singapore“
Und dieselbe Firma war auch beteiligt an der „Cultuur Maatschappij Montaja“, einer Kautschukplantage auf Java im Distrikt Badoeng
Deren Direktor wiederum der bereits erwähnte Emil Helfferich war
In Badoeng selber war ja nun von Möller bis März 1915 zuletzt interniert
(Was wohl auch der Intervention des dt. Vize-Konsuls Windels mit zu verdanken war, jedenfalls finden sich dafür Hinweise im Dossier)

Und die Helfferich Brüder wie auch die Konsulate in Manila und Batavia waren tatsächlich direkt in die geplanten Operationen d. AA zur Unterstützung indischer Aufstände involviert

Soweit die Fakten bisher
Räumlich und zeitlich passt es verblüffend (Java von März bis November 1915, also ziemlich exakt auch der Zeitraum, für den über von Möllers Verbleib nichts greifbares dokumentiert ist)
Auch hat Dijk noch einige Indizien geliefert, die ich aber erst noch aus dem Dossier übersetzen lassen muß

Die ganze Java-Connection war jedenfalls ein ziemlich konspirativer Haufen
Wenn man nun die bisherigen Fakten großzügig auslegt, hätte man spätestens jetzt tatsächlich alle Bausteine für einen Hollywood-Film zusammen
Weil ich aber kein Drehbuchautor sondern nur dröger Chronist bin, interessiert mich jetzt eigentlich mehr, was ein seriöser Realitäts-Check davon übrig lässt

Denn ob oder wie weit von Möller tatsächlich in solche Planungen einbezogen war, ist ja noch völlig offen
Die Schwierigkeit liegt nur darin, das Belege dafür wohl kaum über die offiziellen Kanäle gehandelt wurden
Derzeit favorisiere ich Ridout und Fraser als aussichtsreichste Quellen

Quellen:
Dossier v. Möller
Swart (1911): Rubber companies in the Netherland East Indies
Jones/Hollister (1919): German Secret Service in America 1914-1918
Strachan (2001): First World War, Vol.1
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 193344 | Verfasst am: 22.03.2011 - 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Gebe dir auf jeden Fall recht was die Wertigkeit für ein Hollywood-Drehbuch angeht. Der einzige, aber wohl ausschlaggebende Faktor dabei ist; Es handelt
sich um das Indianer- Johns Abenteuer eine Deutschen; und da wir uns ja nun leider in das Image des „Bösen Deutschen“ haben reindrängen lassen, passt
so etwas natürlich nicht in´s Bild. Ich bin aber sicher was du da in erster Linie so an´s Tageslicht gefördert hast, wird nicht ohne einen `Nachspann´ bleiben.

Zitat:
Räumlich und zeitlich passt es verblüffend (Java von März bis November 1915, also ziemlich exakt auch der Zeitraum, für den über von Möllers Verbleib nichts greifbares dokumentiert ist)

Damit wäre das `Zeitoch´ über diesen Zeitraum wirklich gefüllt!




Habe die 18 Orginal-Seiten von Fraser: Germany and Indian Revolution, 1914-18 übrigens hier bestellt: http://www.jstor.org/pss/260216. Hierbei interessiert mich die Bemerkung. . .
Zitat:
. . . and raid was planned for Christmas Day 1915 by a force of nearly one hundred Germans led by a former naval officer von Müller was raised.

. . . natürlich am meisten. Dass sich 100 Deutsche an dieser militärischen Aktion beteiligt haben sollen, kann doch an keiner sonstigen Geschichtsschreibung vorbeigegegangen sein!?!




Mann hat sich übrigens dem aus Biblioteca Africana / Ravenna / Italien, zum Thema: „Internierte Deutsche in Massawa“ gemeldet, und mich `persönlich´
eingeladen, nachdem sich bei der Internet-Konversation; mein Italienisch, als schlechter herausgestellt hat als das Englisch der Mitarbeiter, dort. - Cool -
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 193388 | Verfasst am: 24.03.2011 - 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
und da wir uns ja nun leider in das Image des „Bösen Deutschen“ haben reindrängen lassen

Sieh´s mal so: Helden kommen und gehen, während wir seit Kaisers Zeiten auf die kompetenten Widersacher festgelegt sind, über die sich die Qualität eines Helden doch erst definiert
Und mal ehrlich: Was wäre ein Schurke ohne Luger? Lachen


Zusammenfassend noch etwas zu den Hintergründen:
Dieser Andamanen-Raid war Teil einer von mehreren Operationen, die Aufstände in Bengalen zum Ziel hatten
Die wiederum reihten sich ein in die strategischen Planungen des AA, Indien politisch zu destabilisieren
Das genauer zu erörtern würde aber entschieden zu weit vom eigentlichen Thema wegführen, deswegen kann ich es gerafft auf jene Aktionen reduzieren, die 1915 über Java abliefen

Am 9. Januar 1915 wurden 11.000 Gewehre mit 4 Millionen Schuß Munition von New York nach San Diego transportiert.
Organisiert wurde die Ladung von Hans Tauscher, der Krupp-Repräsentant in den USA, finanziert wurde über viele Umwege durch Franz von Papen, der dt. Militärattaché
Die Fracht wurde in San Diego auf den Schoner ANNIE LARSEN verladen und sollte offiziell nach Mexiko transportiert werden, wo zu dieser Zeit ja Bürgerkrieg herrschte

Zur gleichen Zeit kaufte „F. Jebsen & Co.“ in San Francisco den alten Öltanker „MAVERICK“
Der stach am 22. April 1915 in See und lief die Insel Socorro vor der mexikanischen Küste an
Dort sollte er die Ladung von der ANNIE LARSEN übernehmen und über Java an die bengalische Küste bei Rai Mangal bringen
Auf Grund einer völlig unzulänglichen Koordination verpassten sich jedoch beide Schiffe zwei mal am vereinbarten Treffpunkt
Danach lief die MAVERICK auf der Suche nach der ANNIE LARSEN nacheinander Hawaii, Celebes und schliesslich Java an

Dort hatten Emil und Theodor Hellferich ( nebenbei Repräsentant von Behn, Meyer & Co in Batavia) und das dt. Konsulat seit sechs Monaten mit indischen Kontaktleuten alles für den geplanten Aufstand vorbereitet, es fehlten lediglich die versprochenen Waffen.
Doch während die MAVERICK im Juli 1915 endlich in Batavia ankam, wurde die Ladung der ANNIE LARSEN in einem amerikanischen Hafen beschlagnahmt
(Als die deutsche Urheberschaft offenbar wurde, behauptete man übrigens, die Waffen wären für Deutsch-Ostafrika bestimmt gewesen)
http://i55.tinypic.com/154x578.jpg
Damit war diese Operation jedenfalls gescheitert
Ein Erfolg war zu diesem Zeitpunkt auch schon zweifelhaft, weil die britische Seite mittlerweile durch ihre Agenten davon wusste und ihre Kriegsschiffe bereits vor der bengalischen Küste patrouillierten

C. E. W. Bean’s History of World War 1914-1918 about the Royal Australian Navy.
Zitat:
But the various Maverick (a German Ship) rumours had by the middle of July convinced the Admiralty that the eastern rather than the western approaches to India were the area of greatest danger. Their reply to the board’s message of the 14th July was there to dispatch the Encounter instantly to Suva and Fanning Island, visiting Christmas Island thereafter, while the Psyche was to be kept in Australian waters. Almost at once, however, the situation began to clear up. On the 16th ............................

(Page 215 –July – Sept. 1915) news came that the Annie Larsen (a German ship) was on the Oregon coast of United States. On the 21st it was known that the Maverick, in custody of Dutch destroyers, had reached Batavia the day before, and that she carried no munitions. She might, of course, have transferred them to another vessel on the voyage, for not till nearly the end of August was definite information received that the Annie Larsen’s cargo was still in her.


Aber bereits im Mai 1915 wurde vom AA eine parallele Operation genehmigt.

Ein Schiff sollte direkt von Shanghai die Küste bei Hatia anlaufen, ein zweites lag „in einem niederländischen Hafen“, war für Balasore vorgesehen und sollte seinen Teil der Fracht auf See übernehmen
(Die bestand insgesamt aus 30.000 Gewehren, 9 Millionen Schuss Munition sowie Granaten und Sprengstoff)
Ein drittes Schiff sollte währenddessen Port Blair auf den Andamanen besetzen, und die im dortigen Gefängnis einsitzenden Gefangenen befreien (In der Hauptsache politische Häftlinge und Angehörige des Sepoy-Aufstandes in Singapur)
Da diese Operation jedoch von britischen Doppelagenten komplett unterwandert war, wurde sie im Dezember 1915 nach mehreren Fehlschlägen schon in der Vorbereitungsphase endgültig ad acta gelegt

Es waren die deutschen Konsulate in San Francisco, Honolulu, Shanghai, Manila und Batavia in diese Aktionen involviert , ebenso mehrere Kapitäne internierter deutscher Schiffe, die Hellferichs, die diesen Teil von Batavia aus koordinierten, sowie Behn Meyer, die sämtliche Transporte abwickelten
Letztere Firma wurde u. a. deswegen im Laufe des Jahres 1915 erst in Singapur und später Batavia(1) von den lokalen Behörden geschlossen.
Deren Manager in Singapur war übrigens jener Adolf Schönfeld, der zusammen mit Julius Lauterbach während des Sepoy- Aufstands floh und über Java nach Manila entkam

Zitat:
Dass sich 100 Deutsche an dieser militärischen Aktion beteiligt haben sollen, kann doch an keiner sonstigen Geschichtsschreibung vorbeigegegangen sein!?!

Weil die zweite Operation kaum über das Planungsstadium hinaus gelangte und mehrmals modifiziert wurde, ist sie in meinen Quellen entsprechend spärlich und uneinheitlich beschrieben, von Möller findet dort überhaupt keine Erwähnung
Trotzdem wäre diese Geschichte auch ein möglicher Grund, weshalb er Monate lang von der Bildfläche verschwand
Denn selbst für einen ausgemachten Skeptiker wie mich gibt es da inzwischen genug Schnittstellen, um das nicht mehr einfach nur als ungewöhnliche Häufung von Zufällen abzutun

Zitat:
Damit wäre das `Zeitloch´ über diesen Zeitraum wirklich gefüllt!

Nun muss ich "nur noch" belegen, das hier ein Zusammenhang besteht

Zitat:
Habe die 18 Orginal-Seiten von Fraser: Germany and Indian Revolution, 1914-18 übrigens hier bestellt

Kopie davon im Tausch gg. CD mit antiquarischer Afrika-Literatur? Grins

Quellen:
Sedition Committee for India: Report, Calcutta 1918
Strother: Fighting germany´s spies, New York 1918
Jones/Hollister: German Secret Service in America, Boston 1918
Strachan: First World War, Vol.1, London 2001
Dijk: The Netherlands Indies and the Great War 1914-1918, Leiden 2007

(1) Korrektur/Ergänzung:
nicht Batavia. sondern Penang
Nach dem GB diese Büros von Behn Meyer liquidiert hatte, wandelte Th. Helfferich
die Zweigstelle in Batavia in eine eigenständige Firma mit Eintrag im Niederl. Handelsregister um
Th. Helfferich war ferner "kaufmännischer Berater" des Konsuls und fungierte als dessen nomineller Stellvertreter
Als solcher hatte er Zugriff auf die geheimen Codes d. AA
(Dijk, S.326 ff)
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 193473 | Verfasst am: 25.03.2011 - 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Habe die 18 Orginal-Seiten von Fraser: Germany and Indian Revolution, 1914-18 übrigens hier bestellt.
Kopie davon im Tausch gg. CD mit antiquarischer Afrika-Literatur?

Digitale Kompensationsgeschäfte? Na klar doch! Hoffentlich ersäuft die nächste Rennschnecke nicht wieder in einer Bierfalle. - Grins - Send ich dir per Pin sobald ich es habe.

Schau übrigens mal hier rein: http://www.idcpublishers.com/ead/455.xml. Da gibt es ein `paar´Ergänzungen auf Mikro-Film; und zwar genau zu diesem Thema.
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BeitragBeitrags-Nr.: 193737 | Verfasst am: 31.03.2011 - 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte Kontakt zu Hans-Joachim Schmidt aufgenommen, der auf seiner
(übrigens sehr empfehlenswerten) Website http://www.tsingtau.info/
auch etwas zu von Möller hatte

Zitat:
Das niederländische Dossier ist mit
Sicherheit authentischer und genauer als die Literatur. Auch
Selow-Sermans Büchlein ist ja teils Tatsachenbericht, teils
Nacherzählung (mit wörtlicher Rede usw.), aber mehr hatte ich ncht zur
Verfügung.

Aufs offene Meer hinaus ging es laut S.-S. (S. 93) am 11.12.1915, dass
die "Weddigen" von da an 82 Tage unterwegs war, steht bei S.-S. auf S.
110 und 114. Die Reise müsste also am 2.3.1916 geendet haben, dann gab
es einige Ruhe- bzw. Vorbereitungstage, bevor man am 18.3. nach Sana
aufbrach (S. 116).

Die Angabe "11.1915" ist interpoliert. Gemeint ist das erstmalige
Auslaufen des Schiffes "am Leuchtfeuer von Maduro in die See hinaus" (S.
84), was zunächst mit der erneuten Internierung (S. 90) endete.

Diese Geschichte liegt ein wenig am Rande meines Projekts, das stark auf
diejenigen konzentriert ist, die am Kampf um Tsingtau teilgenommen
haben. Aber an weiteren Daten über das Personal bzw. über
Besatzungsmitglieder der SMS "Tsingtau" wäre ich sehr interessiert.


Da Wyman Bury ebenfalls schrieb, die Gruppe wäre im März im Hadramaut gelandet,
müssen wir das vorerst als gegeben ansehen.

Aber jetzt mal zurück zu von Möllers Ankunft in Sabang
Wir haben jetzt ja schon viel über ihn geschrieben
Hier ist mal etwas aus seiner Feder

http://i55.tinypic.com/1zr2byf.jpg
http://i55.tinypic.com/5a5e02.jpg
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BeitragBeitrags-Nr.: 193786 | Verfasst am: 02.04.2011 - 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Die beiden gescannten Seiten sind schwer einzuordnen. Es ist für mich nicht erkennbar in welchem
Zusammenhang sie mit den Ereignissen stehen. Um welches Torpedoboot handelt es sich hier?
Ein holländisches in Sabang oder gar noch S 90 in Tsingtau, und wer ist Leutnant von Mauritz?
Keine Ahnung
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BeitragBeitrags-Nr.: 193831 | Verfasst am: 04.04.2011 - 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Am 25. September 1914 entdeckte der niederländische Zerstörer Hr. Ms. BULHOND unter dem Kommando
des Lt. z. S. Mauritz die HÖRDE in der Bucht von Telok Dalam


von Möller hat diesen Zerstörer jedoch als Torpedoboot angesprochen
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BeitragBeitrags-Nr.: 193861 | Verfasst am: 05.04.2011 - 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist übrigens die Hr. Ms. BULHOND
http://i54.tinypic.com/xc7ef.jpg

Die korrekte Zuordnung von Kriegsschiffen dieser Größenordnung war keine exakte Wissenschaft
Es gab Torpedoboote, Torpedobootzerstörer und Zerstörer, wobei die Übergänge zwischen den Klassen fließend
und die Bezeichnungen auch uneinheitlich waren
Bestes Beispiel ist die durch SMS EMDEN versenkte franz. MOUSQUET, für die in den versch. Quellen tatsächlich alle drei Bezeichnungen zu finden sind
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BeitragBeitrags-Nr.: 194191 | Verfasst am: 20.04.2011 - 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Falls "Kuddel" hier noch mitliest:

Zitat:
Staatsarchiv Bremen
Abteilung Archivbestände
Ihre Anfrage: Personalinformationen des NDL

Heinrich Deike, Bremervörde, 1889-1916
Lloyd-Offizier/Vizesteuermann der Reserve
evtl Dienst auf ROON oder MACHEW


zu Ihrer Anfrage teile ich Ihnen mit:

a) Unterlagen über die genannte Person und die beiden Schiffe konnten leider nicht ermittelt werden.
b) Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die genannte Person in der zahlreichen Literatur zum NDL, eventuell auch in den veröffentlichten Ranglisten erwähnt wird.

Diese Publikationen und Unterlagen können von Ihnen im Rahmen unserer Öffnungszeiten eingesehen werden.
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BeitragBeitrags-Nr.: 194635 | Verfasst am: 11.05.2011 - 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Manchmal ist es schon verblüffend, auf welch unterschiedliche Information man in Zuge einer Recherche stößt.
Letzte Woche, erhielt ich zu dieser Thematik noch ein Buch eines Antiquariates aus Delhi / Indien.

http://i54.tinypic.com/2cxdtgx.jpg

Aden and Yemen, Dr. Ram Narain Mehra, Agam Prakashan Publishers, Delhi 1988. In drei Kapitel werden die Kämpfe zwischen
dem Osmanischen Yemen und dem Britischen Protektorat Aden behandelt. First World War and the two Yemens, Part I – Part III.
Bei Lesen stieß ich auf einer Seite auf deutliche Hinweise zu unserer Suche um den Verbleib der Gruppe von Kptlt. Erwin v. Möller.

http://i52.tinypic.com/11t3n7t.jpg http://i54.tinypic.com/2i0zq10.jpg


Aufgeführt werden folgende Details:

6 Deutsche (1 Offizier und 5 Mannschaften) sind an der Südarabischen Küste gesichtet worden.
• Der Zeitraum wird auf den 14. bis 16. März 1916 datiert
• Die nachgewiesene Anlandung geschah über den Hafen von Shugra (145 km Nord-Östlich von Aden)
• Als Verkehrsmittel wird ein 200 to (BRT ?) Segelschoner mit dem Namen `Kemtifahoat´ aufgefunden..
• An Bord werden codierte Unterlagen in Deutsch und Arabisch aufgefunden.
• Anhand dieser Unterlagen wird der Weg nachvollzogen den diese Gruppe nahm:
Über Jawa bei Madagaskar (?) nach Mukahla (Fuwwa und Burum) im Hadramaut und der Küste weiter Richtung West-Südwest.
• Der Weg der Gruppe von Deutschen ging anschließend über Land nach Lahej.
• Während der Kämpfe um Imad (12 km Nord-Nordost von Aden) sind alle 6 Deutschen getötet worden.

Anhand bisheriger Ergebnisse wird bestätigt; dass ein Gruppe von 6 Deutschen, über Java kommend mit einem Segelschoner, Mitte März 1916
an der Südarabischen Küste landen und über Land weiter nach Lahej reisen um anschließend auf der Arabischen Halbinsel den Tod zu finden.

Neu ist hierbei der genaue Anlandungspunkt bei Shugra und das Datum des 14. März 1916.

Der Name des 200 to großen Segelschoners „Kemtifahoat“ gibt gewisse Rätsel auf. Gemäß bisheriger Textquellen war es der
ursprünglich 40 to große holländische Zweimastschoner „Marboek“, den Kptlt. Erwin v. Möller in „Weddingen“ umtaufte.

Das diese Gruppe der 6 Deutschen bei den Kämpfen nordöstlich von Imad ums Leben gekommen ist hingegen nicht nachvollziehbar.

Abstrus ist wohl die Angabe, dass Java bei Madagaskar liegt.


Auch wenn es sich bei dem Buch um eine seltene und gut recherchierte Arbeit handelt und Dr. Ram Narain Mehra von mehreren Autoren
anderer Werke zu diesem Thema als Quellenbeleg aufgeführt wird, so verweisst aber auch er letztendlich immer wieder auf umfangreichere
Primärquellen. Gerade in diesem Fall ist aber zu dieser interessanten Textpassage kein weiterer Quellennachweis aufgeführt worden.


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 18.05.2011 - 16:11, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 194641 | Verfasst am: 11.05.2011 - 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Die meisten Daten passen ja recht gut

Jetzt haben wir auch das genaue Landungsdatum, was ja auch ungefähr mit unserer Rückrechnung bzw. Bury übereins geht

Und auch die britische Zeitungsmeldung wg. Imad deckt sich genau mit dem 16. März

So langsam wird ein Schuh draus Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 194776 | Verfasst am: 16.05.2011 - 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einer Anfrage über Eintragungen von Kptlt. Erwin v. Möller beim, Institut Deutsche Adelsforschung über Das Kaiserliche Deutsche
Marineoffizierkorps 1914 /18
http://home.foni.net/~adelsforschung1/rall07.htm wurde ich auf eine Norddeutsche Bibliothek verwiesen, die mir
eine Kopie aus dem KAM = Marine-Offizier-Verband (Hg.): Die Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine 1914-1918 zusendete:


Demnach wird das Todesdatum von Kptlt. Erwin v. Möller auf den 25. März 1916 festgelegt!

http://i53.tinypic.com/16bg67q.jpg

Jetzt frage ich mich nur wie denn dieses Datum in offizielle Akten geraten ist?
Gemäß unserer bisherigen Recherche müsste das Datum um 6 Wochen, auf Ende Mai / Anfang Juni 1916, nach hinten verlegt werden.
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BeitragBeitrags-Nr.: 194820 | Verfasst am: 18.05.2011 - 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Jetzt frage ich mich nur wie denn dieses Datum in offizielle Akten geraten ist?


Ich frage mich mittlerweile nach dem Verbleib derselben
In den USA haben sie zwar das Verzeichnis der Akten, aber keine nachvollziehbare Katalogisierung, bleibt als nur noch das AA

Und das Dossier von Ridout finde ich auch nirgends??

Dafür bin ich mit den ndl. v. Möller-Dossier etwas weiter
Aber das besteht zu einem großen Teil aus Bürokratenprosa, zudem noch etliche Seiten handschriftlich
Das gestaltet sich momentan extrem zäh, deswegen kommt derzeit wenig aus dieser Ecke
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BeitragBeitrags-Nr.: 194966 | Verfasst am: 25.05.2011 - 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alle!

Ich folge seit langer Zeit schon diese Diskussion über von Moeller. Ich studiere nähmlich Marinegeschichte an der University of New Brunswick, in Fredericton, Kanada. Der deutsche Kreuzerkrieg ist das thema für meine Magister These und während Ich meine Forschungen über Emdens Landungszug gemacht habe kam Ich auf v. Moellers versuch auch durch Arabien nach hause durchbrechen.

In v. Manteys 'Der Krieg zur See 1914-1918' wie wir ja schon wissen, steht das v. Moeller schon 1915 gefallen ist. Seit Ich diese Diskussion verfolge habe ich immer mehr geglaubt das das nicht stimmt und das v. Moeller erst im Sommer 1916 ermordet worden ist.

Ich bin gerade in Deutschland und vorgestern im Archiv des Auswärtigen Amts im Bundesarchiv, Berlin-Lichterfelde habe ich ein erstaunliches Dokument gefunden:

R 901/86688
Telegram 351, 19.III.1915, Ziffern aus Washington Nr. 443 v. 153 Marineattache an Admiralstab:
Aus Manila: "Herr v. Moeller festgehalten, Niederlandish Indien in Kotaradja."

Noch ein weiteres Beweis das von Moeller doch erst 1916 gefallen ist weil er in Indonesien erstmal festgehalten war! Er konnte nicht wie laut Offizelle Geschichte 18.III das Türkische Hauptquartier in Lahadsch verlassen haben weil er über 1000 sm entfernt war!

MfG,

Chris
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