Seefahrzeuge in Deutsch-Ostafrika
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186777 | Verfasst am: 12.07.2010 - 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Gerstmeier,

Ganz herzlich willkommen hier im Kreis der Ostafrika-Interessenten oder darf ich sagen Fetischisten.
Nett das Sie sich hier zu Wort melden. Kann mich nur Olav anschließen `Wir freuen uns über jeden Beitrag´
und lernen immer wieder gerne hinzu bzw. teilen mit was wir so wissen (- oder auch nicht wissen)


Olav,

Sollten wir also davon ausgehen, dass es sich hier um eine Vorkriegsaufnahme der beiden späteren Gegner
ALEXANDRE DELCOMMUNE und HEDWIG VON WISSMANN handelt, ergeben sich doch noch Detailfragen bzw. Konsequenzen.

Die HEDWIG VON WISSMANN soll nach Gröner exakt 20,00 Meter lang und 4,26 Meter breit sein.
Die ALEXANDRE DELCOMMUNE soll nach Angabe in dem o.g. Forum 27,60 Meter lang und 5,10 Meter breit sein.
Trotz eventuell perspektivischer Verzerrung, kann da meiner Ansicht nach, irgendetwas nicht stimmen.

Sollte es die ALEXANDRE DELCOMMUNE doch sein, kann meine Aussage, es handelt sich auf dem unteren Foto
um die UKEREWE / GENERAL JUNGBLUT; Motorboot auf dem Victoria-See; 20 t; 11,50m, eigentlich so nicht stehen
bleiben. Meiner Ansicht nach handelt es sich auf beiden Fotos um das gleiche Fahrzeug. Für die ALEXANDRE DELCOMMUNE
spricht auch der lange, wenn auch nicht lesbare Namen auf dem ersten, der beiden unteren Fotos
Zitat:
Hedwig v. Wissmann und unbek.
http://i29.tinypic.com/2v2zayw.jpg
http://i27.tinypic.com/2v14684.jpg
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R. Gersmeier
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BeitragBeitrags-Nr.: 186924 | Verfasst am: 19.07.2010 - 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus du hast das Buch "Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945" Band 7 hast du auch noch das Band 8/2 sonst stelle ich die Sachen ein

MFG Gersmeier
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 186938 | Verfasst am: 20.07.2010 - 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo R. Gersmeier

Die Bände von Erich Gröner habe ich mir alle schon mal vor ein paar Jahren zugelegt.
Band 7 (u.a. Kolonialfahrzeuge) und Band 8/2 (u.a. Beiboote) sind zu diesem Thread ja dann schon fast Pflichtlektüre.
Ich vermute uns könnten seltene Fotos und Tagebuchaufzeichnungen aus bisher unveröffentlichten Quellen, am besten weiterhelfen. Aber diese sind natürlich sehr selten.

Gruß Holger
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195267 | Verfasst am: 13.06.2011 - 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Da das Thema Seefahrzeuge in Deutsch-Ostafrika keine Begrenzung bezüglich des Antriebes, Größe und Zeitraumes
aufweist, und Küste, Flüsse und Seen einschließt, will ich mal weitermachen, und ein paar Fotos, Infos und auch Fragen
hier reinstellen. Zumindest für solche Fahrzeuge die während der deutschen Kolonialzeit die deutsche Flagge trugen.


Machen wir mal mit einem Motorboot weiter, welches für kurze Zeit, vor dem 1.WK auf dem Nyasa-See fuhr. Es handelt sich
um das 8,20 Meter lange und 1,65 Meter breite Motorboot „SAROTTI“ des deutschen Oblt. Paul Greatz. Mit einem 5 PS Ein-
zylinder- Petroleummotor erreichte es 15 km und startete vom britischen Fort Johnston im Süden des Sees am 7. Juni 1911.

http://i56.tinypic.com/2djdx5l.jpg

Nach Verlassen des Portugiesischen Teils des Sees hinter Cóbue erreicht das Boot am Abend des 14. Juni 1911 die Mbampa Bucht,
und damit Deutsches Hoheitsgebiet. Über das deutsche Sphinxhafen (Liuli) und Wiedhafen (Manda) geht die Fahrt am 16. Juni 1911
wieder zurück auf englisches Gebiet nach Deep Bay (Chilumba). Hier sogar ein paar Aufnahmen: http://www.karlhoeffkes.de/wp/?p=329.

http://i52.tinypic.com/161avs4.jpg . http://i53.tinypic.com/fo2gbm.jpg

Viele weitere Details und bisher unveröffentlichte Fotos der Motorbootexpedition gibt es hier von Carsten Möhle:
http://www.paulgraetz.de/pdf/Graetz%20Sarotti%20Film+%20Boot.pdf
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 195274 | Verfasst am: 14.06.2011 - 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Wie geil!
davon hatte ich mal im Northern Rhodesia Journal gelesen

Übrigens:
Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:
HEDWIG; S/Leichter; 571 BRT, 51,83m; selbstvers. 9.10.1915 Rufidji. Foto: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/frames/hauptframe.html
CD/7255/3192/2220/7255_3192_2220_0033


Wenn Du Dir mal den Namen am Bug etwas genauer betrachtest, dann steht da entweder HERTHA oder MARTHA
Im letzteren Fall könnte das auch diejenige welche sein, den Wissmann seinerzeit mitbrachte
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195296 | Verfasst am: 14.06.2011 - 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt machst du mich aber fertig; - du hast Recht; -

Auf dieser Karteikarte steht sogar MARTHA; CD/6263/3051/3427/6263_3051_3427_0047
Auf dieser Karteikarte steht hingegen nichts: CD/7255/3192/2220/7255_3192_2220_0033
Obwohl es die gleichen Fotos sind, wie weitere drei.

Großes Indianerehrenwort; Ich habe (hatte?) ein fast Identisches Foto mit dem Hinweis HEDWIG.
( -und das jetzt, wo meine Festplatte noch nicht den alten Stand wieder hat.)


Gehen wir also mal deiner ominösen MARTHA nach. Der Schornsteinkennung zufolge tippe ich auf DOA Linie.

http://i55.tinypic.com/wkjxjs.jpg . http://i52.tinypic.com/rmsqq0.jpg

Gemäß „FÜNFZIG JAHRE deutscher Afrikaschiffahrt “ (Dr. Karl Brackmann, Berlin 1935) gab es außer einer MARTHA WOERMANN
(1901 / 2293 BRT) sonst kein Schiff welches ansatzweisen beider Namen ähnelt. Bei der Größe von 2293 BRT schließe ich aber aus, dass
dies das abgebildete Schiff darstellt, außerdem fuhr sie bei der Linie, A.C. Woermann und nicht bei der DOA Linie. Meine HEDWIG wird
hingegen dort und auch bei Gröner gelistet. Hier zwei frische Scans alter Fotos aus: „ In Monsun und Pori “ Richard Wenig, Berlin 1922.

http://i52.tinypic.com/34ozvbo.jpg . http://i55.tinypic.com/dvqz5v.jpg

Das rechte Foto zeigt meine Hedwig im Hintergrund. Das Bild gibt´s auch irgendwo in besserer Qualität, (Aber wohl nicht mehr bei mir) und zeigt
ansatzweise die gleichen Merkmale des kleinen Küstenfrachters mit dem geraden Schornstein und den zwei Ladebäumen auf dem Mitteldeck.



Zitat:
. . . . . . .HERTHA oder MARTHA. Im letzteren Fall könnte das auch diejenige welche sein, den Wissmann seinerzeit mitbrachte

Hmm; - deine MARTHA bei Wissmann? Glaub ich nicht. Du hast ja auch das Buch: „H.v.W. Unser größter Afrikaner . . . „ Und ich
habe noch den Gröner Band 7, S. 219. Dort werden nur folgende Fahrzeuge aufgeführt, außerdem sieht deine MARTHA moderner aus.

HARMONIE (1886 / 335 BRT / 45,56 m)
JÜHLKE (1887 / 15 BRT / 14,22 m)
MAX ( 1884 / 45 BRT / 19,26 m)
MÜNCHEN (1876 / 24 BRT / ? m)
VESUV (1875 / 73 BRT / 21,65 m)
VULKAN (1872 82 BRT / 24,24 m)

BARAWA (1888 / 330 BRT / ? m)
CUTCH (1884 / 324 BRT / ? m)
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195302 | Verfasst am: 14.06.2011 - 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag; deine MARTHA gegen meine HEDWIG

Hier ein Foto ohne weitere Ortsangabe oder sonstige Hinweise. Ich behaupte trotzdem es ist der gleiche
Dampfleichter MARTHA / HEDWIG und zwar ebenfalls in Pangani, wo auch das erste Foto herstammt.

http://i51.tinypic.com/2elt3co.jpg

Da ich mich zuletzt vor sechs Jahren 3 Wochen dort intensiver umgesehen habe,
behaupte ich jetzt einfach mal, dass dies ebenfalls die Küstenortschaft Pangani ist.
http://i55.tinypic.com/14w5bfc.jpg
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 195312 | Verfasst am: 15.06.2011 - 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Bilder, kannte ich noch gar nicht Gut gemacht!

Zitat:
Hmm; - deine MARTHA bei Wissmann? Glaub ich nicht. Du hast ja auch das Buch: „H.v.W. Unser größter Afrikaner . . .

Stimmt, habe ich.
Und dort ist auch ein Bild mit den Uffzen der ST an Bord des Dampfers "MARTHA"
http://i55.tinypic.com/iqvlo4.jpg


HIER steht:
Zitat:
Ueber die Kämpfe, die am 21. Januar in Bagamoyo und am 25. Januar in Dar=es=Salaam stattgefunden haben, veröffentlicht die "Norddeutsche
Allgemeine Zeitung" jetzt die offiziösen Berichte, aus denen hervorgeht, daß besonders bei dem letzteren von den Arabern der größte Theil entweder getödtet oder doch kampfunfähig gemacht worden ist. In Folge dessen soll unter den Arabern große Niedergeschlagenheit herrschen, die durch das vom Sultan erlassene Verbot der Einfuhr von Waffen noch vermehrt werde. Der am Dienstag in Sansibar eingetroffene Dampfer "Schwan", der sämmtliches Gepäck des Hauptmanns Wißmann und seiner Expeditionsmannschaften enthalten hat, ist alsbald nach Bagamoyo weitergesegelt. Der Dampfer "Martha" wird in Neapel den Pr.=Lieutenant v. Gravenreuth und an der ägyptischen Küste die von Wißmann dort angeworbenen Mannschaften aufnehmen.


Somit ist klar belegt
- das es einen Dampfer "MARTHA" gegeben hat
- das dieser Dampfer 1889 unter Wissmann zum Einsatz gelagte Cool

Ob das abgebildete Schiff diese "MARTHA" ist oder nur eine Namensgleichheit vorliegt, weiss ich nicht
Eben so wenig, ob die "MARTHA" vielleicht irgendwann in "HEDWIG" umbenannt wurde, es sich um ein baugleiches Schiff handelt, oder, oder ,oder Zwinkern
Daher ja auch meine Einschränkung:
Zitat:
Im letzteren Fall könnte das auch diejenige welche sein, die Wissmann seinerzeit mitbrachte

(Ich hatte Dir auf der letzten CD ein Bild mitgesandt, auf dem ein Schlepper "KADETT" in DeS im Schwimmdock abgebildet ist, der Baugleich mit "ADJUTANT" ist: Der taucht auch in keiner Liste auf)

Bleibt also noch immer ein klein wenig Neues zu entdecken, ist doch klasse Meine Meinung
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 195313 | Verfasst am: 15.06.2011 - 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Um unsere Fachsimpelei etwas jenseits der Relevanzgrenze auszudehnen:

Dieses Bild mit "Deiner HEDWIG" Zwinkern
http://i51.tinypic.com/2elt3co.jpg
zeigt am rechten Bildrand eine hohe "Gitterstruktur", die ich als Funkmast ansprechen würde

Auf dieser Karte
http://i53.tinypic.com/2w6cpl4.jpg
ist jedoch keine solche Anlage (falls es wirklich eine ist) bei PANGANI verzeichnet
UTETE im RUFIJI-Delta wäre allerdings ein geeigneter Kandidat

Was meinste?
Cu
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195721 | Verfasst am: 07.07.2011 - 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

(War wegen Umzugs, usw. nicht früher in der Lage entsprechend zu antworten.)


Zitat:
Somit ist klar belegt - das es einen Dampfer "MARTHA" gegeben hat - das dieser Dampfer 1889 unter Wissmann zum Einsatz gelangte

Stimmt! Es hat ihn gegeben. Ich schließe aber aus, dass er zur DOA-Linie gehörte, obwohl er ansatzweise diese Schonsteinkennung
erkennen lässt. Es wundert mich das Gröner diesen Dampfer, im Gegensatz zu den anderen Schiffen nicht aufführt. Eventuelle wurde
er nur kurzfristig angemietet. Auch taucht während der späteren Jahre kein Dampfer mit dem Namen MARTHA in meinen Unterlagen auf.


Zitat:
Ob das abgebildete Schiff diese "MARTHA" ist oder nur eine Namensgleichheit vorliegt, weiß ich nicht. Eben so wenig, ob die
"MARTHA" vielleicht irgendwann in "HEDWIG" umbenannt wurde, es sich um ein baugleiches Schiff handelt, oder, oder ,oder

Der Dampfleichter HEDWIG (571 BRT) wurde erst 1913 gebaut, womit eine Namensänderung nicht in Betracht fällt. Auch hätte die
weitere `Dampferarchitektur´ in dieser Zeitspanne von fast 30 Jahren auch bestimmt optische Unterscheidungsmerkmale hinterlassen.


Zitat:
, auf dem ein Schlepper "KADETT" in DeS im Schwimmdock abgebildet ist, der Baugleich mit "ADJUTANT" ist: Der taucht auch in keiner Liste auf

Das die KADETT (I) (1902 / 226 BRT) als Barre Schlepper ein Schwesterschiff der ADJUTANT(II) (1905 / 231 BRT)
War, taucht nicht nur in der Liste der DOA Linie auf. Die KADETT nahm nur nicht an unmittelbaren Kampfhandlungen
in DOA teil, sondern wurde im Oktober 1914 in Beira / POA aufgelegt und 1916 von den Portugiesen beschlagnahmt,
und zwar gemeinsam mit dem weiteren, aber etwas größeren Schwesterschiff, der LEUTNANT (I) (1912 / 340 BRT)
Einige Besatzungsangehörige der beiden Barre Schlepper KADETT und LEUTNANT gelang es dann noch, mit dem
gleichfalls in Beira liegenden DOAL Dampfer PRÄSIDENT Kilwa (Kiwindsche) und später Lindi in DOA zu erreichen.


Zitat:
Dieses Bild mit "Deiner HEDWIG" zeigt am rechten Bildrand eine hohe "Gitterstruktur", die ich als Funkmast ansprechen würde. . . Auf dieser Karte
ist jedoch keine solche Anlage (falls es wirklich eine ist) bei PANGANI verzeichnet UTETE im RUFIJI-Delta wäre allerdings ein geeigneter Kandidat

Eigentlich sind mir sämtliche schiffbaren Flüsse, die ansatzweise dafür in Frage kämen, bzw. deren Mündungen in DOA / Tanzania bekannt. Dazu
zählen der Pangani, Wami, Ruvu (Kingani), Rufiji, Lindi Bay und der Rovuma. Keiner dieser Flüsse hat aber, wie für einen Küstendampfer wie der
HEDWIG, im schiffbaren Mündungsgebiet, eine derart ausgeprägte Hügelsituation. Die gesamte Küste ist ausgesprochen flach und nur der Pangani
hat die wie auf dem Foto dargestellte steile Felsformation; und zwar auf der südlichen Seite an der unmittelbaren Mündung, bei Benue. Auf der
gegenüberliegenden Seite, also im Norden befindet sich die Ortschaft Pangani, welche sich wiederum auf einer flachen Sandbank befindet.
Weiter links, außerhalb des Fotos befindet sich übrigens Ras Muhesa, das Kap welches H.v. Wissmann damals angegriffen hat. Von daher bin ich
mir ziemlich sicher, das es sich um den Fluss und die Ortschaft Pangani handelt. Außerdem habe ich noch die Originalvorlage mit Titel gefunden.
http://i53.tinypic.com/288w1us.jpg

Und in Pangani scheint es wohl doch schon 1905 einen Funksendemast gegeben zu haben.
http://i56.tinypic.com/30xgdbm.jpg
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BeitragBeitrags-Nr.: 195731 | Verfasst am: 08.07.2011 - 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz Exzellent!
Danke Dir für die ausführlichen Antworten, damit bin ich wieder ein Stück kompletter Gut gemacht!

Wie bereits weiter oben erwähnt:
Zitat:
Bleibt also noch immer ein klein wenig Neues zu entdecken, ist doch klasse
Cu
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195774 | Verfasst am: 10.07.2011 - 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Damit haben wir aber leider immer noch nicht klären können um
welchen ominösen Dampfer MARTHA es sich auf dem Foto
handeln könnte. Also erst mal zu den unerledigten Fällen.
http://i54.tinypic.com/4kdv0m.jpg
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195787 | Verfasst am: 11.07.2011 - 12:44    Titel: DIE DEUTSCHEN MARITIMEN ANFÄNGE AM TANGANJIKA-SEE Antworten mit Zitat

DIE DEUTSCHEN MARITIMEN ANFÄNGE AM TANGANJIKA-SEE
Die Dhow BISMARCK, der Dampfer HEDWIG VON WISSMANN und WISSMANN-HAFEN mit der Station BISMARCKBURG


Neben dem schon bekannten Dampfer HEDWIG VON WISSMANN gab es schon vorab, die unter deutscher Flagge fahrende,
motorlose Segel-Dhow BISMARCK auf dem Tanganjika-See. Der damalige Oberleutnant Otto Schloifer hatte Mitte 1898 eine
Dampferexpedition ausgerüstet und war in den äußersten Westen der Kolonie DOA an diesen gigantischen See gereist.
(Der Tanganjika-See ist mit ca. 33.000 km2, mehr als sechzigmal so groß wie der Boden-See mit 536 km2.)


Hier das einzig bekannte Foto der BISMARCK und seinem `Erbauer´ Oblt. Otto Schloifer. Aus seinem Buch „Bana Uleia“, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1941.
http://i51.tinypic.com/xgffk8.jpg . http://i53.tinypic.com/r9o5zc.jpg


Bei der Ankunft von Schloifer´s Dampferexpedition, am 1. Februar 1899, sah das Dorf Kassanga am späteren Wissmann-Hafen wohl so aus:
http://i55.tinypic.com/2ee9d2d.jpg . http://i54.tinypic.com/2q2jyuc.jpg
Bildquelle: http://www.traditionsverband.de/ , Galerie, Rudolf Hellgrewe; „Dorf bei Bismarckburg“


In der weitläufigen Bucht am Dorf Kassanga wurde ein Dampfer-Haus als Basis für den zukünftigen Wissmann-Hafen gebaut.
http://i54.tinypic.com/fcnrkp.jpg . http://i51.tinypic.com/2m51jfc.jpg


In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1899 vernichtete dann ein Feuer unersetzliches Zubehör und fast den gesamten Dampfer.
Schloifer reiste zurück nach Deutschland um für Ersatz zu sorgen. Der Stapellauf verzögerte sich dadurch um mehr als ein Jahr.
http://i52.tinypic.com/23w1fm9.jpg


Anschließend reiste Frau Schloifer mit Ihrem Mann extra den beschwerlichen aus Europa an, um die Taufe des Dampfes zu initiieren und
dem Stapellauf des ersten deutschen Dampfers auf dem Tanganjika-See am 20. September 1900 um 6:00 Uhr Morgens beizuwohnen.
http://i56.tinypic.com/v8270w.jpg . http://i54.tinypic.com/2nhoj6d.jpg


Vier Wochen zuvor, in der letzten Augustwoche des Jahres 1900 war auf der gleichen, bereits fertiggestellten Helling in Wissmann-Hafen,
die Dhow BISMARCK vom Stapel gelaufen und als erstes offizielles deutsches Fahrzeug auf dem Tanganjika-See Dienst gestellt worden.
Das Foto rechts zeigt zwei Dhow´s die bereits im Dezember 1898 in Kituta / BNR angekauft wurden, aber in einem Sturm wieder sanken.
http://i53.tinypic.com/25f6fyb.jpg . http://i54.tinypic.com/2whgs46.jpg
Bildquellen: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/frames/hauptframe.html, Bild: 5060_1611_1148_0073 und 5060_1611_1148_0068


Noch zwei kleine personelle Randepisoden aus den beiden unten abgebildeten Büchern; Als Kommandant für die Dhow und den Dampfer auf dem
Tanganjika-See war Kapitän Manfred Prager vorgesehen. 1889 hatte er für Hptm. Hermann von Wissmann an der Küste einen Dampfer während
des Araberaufstandes geführt und war 1893 - 1898 Kapitän auf dem Dampfer HERMANN VON WISSMANN auf dem Nyassa-See. Schließlich
führte aber eine Auseinandersetzung mit Oblt. Otto Schloifer zu seiner Entlassung. Dafür sprang dann vor Ort der Österreicher Robert Unterwelz
ein, der sich seit Jahren als Gr0ßwildjäger im Südöstlichen Afrika befand. Schon mehrmals hatte er aushilfsweise den britischen Dampfer GOOD
NEWS der A.L.C. und auch Dhow´s auf dem Tanganjika-See gesteuert und führte als `Aushilfskapitän´ die HEDWIG VON WISSMANN, bis am
21. Dezember 1900 der neue Kapitän Hans Neumüller und Steuermann Heß in Bismarckburg eintrafen. Unterwelz verblieb in DOA und meldete
sich zu Beginn des 1.WK als Kriegsfreiwilliger bei der Schutztruppe in Bismarckburg in der dortigen Polizei-Abteilung und späteren 29. F.K. Beim
Ausbruch der Kompanie aus Fort Namema, unweit von Fort Bismarckburg, geriet er dann am 4. Juni 1916 verwundet in englische Gefangenschaft.
(Siehe auch hier: The abortive attack on Namema und The abortive siege of Bismarckburg Fort http://www.kaiserscross.com/188001/366822.html)

http://i53.tinypic.com/r9rbj7.jpg . http://i51.tinypic.com/9iramd.jpg


1906 wurde dann das neue Verwaltungsgebäude der Station Bismarckburg auf dem äußersten Ende der Halbinsel fertiggestellt.
http://i53.tinypic.com/uo31x.jpg . http://i52.tinypic.com/t649s4.jpg


Wen es interessiert, hier noch ein paar sehr schöne Aufnahmen von Fort Bismarckburg:

Der Haupteingang des Forts von der Landseite, Richtung Osten. Im Vordergrund Unterkünfte
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/3317/2014/0609/3317_2014_0609_0094.jpg

Mit umgekehrter Blickrichtung vom Fort, auf die angetretene Polizei-Abteilung-Bismarckburg
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/3317/2014/0621/3317_2014_0621_0043.jpg

Das Hauptgebäude und spätere Bezirksamt während der Bauphase
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/3317/2014/0609/3317_2014_0609_0096.jpg

Blick vom südlichen See auf die Station Bismarckburg, noch ohne das neue Hauptgebäude
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/3317/2014/0609/3317_2014_0609_0093.jpg

Der innere Hof der Station Bismarckburg (frühe Aufnahme)
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/5060/1611/1148/5060_1611_1148_0071.jpg

Die Unterkünfte der Polizei-Abteilung-Bismarckburg vor der Station
http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/CD/3317/2014/0609/3317_2014_0609_0091.jpg


Die große, weitläufige Bucht Wissmann-Hafen, heute wieder Kasanga Bay, mit dem gleichnamigen Dorf, rechts im Bild . . . . .
http://i56.tinypic.com/spi245.jpg http://i55.tinypic.com/jag8jp.jpg http://i55.tinypic.com/2mpx4cw.jpg
Bildquellen: Eigene Fotos (09/2005)


. . . . . und der Anlegestelle am Nordöstlichen Ausläufer der Halbinsel, wo auch schon 1915/16 die GÖETZEN anlegte.
http://i51.tinypic.com/24w4ynr.jpg
Bildquelle: Eigenes Foto (09/2005)


Kaum ist etwas geblieben aus deutscher Zeit, bis auf die, heute wieder vom tansanischen Militär genutzte
alte Festung, ein paar verstreuten Hinweisen und dem allgemeinen Erscheinungsbild, wie vor hundert Jahren.
http://i54.tinypic.com/25g8biw.jpg http://i56.tinypic.com/nvtge1.jpg
Bildquellen: Eigene Fotos (09/2005)


Auch heute noch regeln Dhow´s den größten Teil des Verkehrs auf dem gigantischen See und so ist
es immer noch eine Reise in eine Welt der Bedächtigkeit; – der Ruhe und unbedingten Langsamkeit.
http://i53.tinypic.com/166jbqp.jpg
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BeitragBeitrags-Nr.: 195986 | Verfasst am: 26.07.2011 - 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Können wir den Dampfer irgendwo zuordnen?

http://i51.tinypic.com/amtf6h.jpg

Der Bildtitel lautet:
Kleiner Küstendampfer der Deutsch-Ostafrikalinie im Hafen von Daressalam
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BeitragBeitrags-Nr.: 195990 | Verfasst am: 26.07.2011 - 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Habe ich auch schon als `noch nicht identifiziert´ vermerkt. Ist definitiv kleiner als unsere HEDWIG / MARTHA
auf dem oberen Bild. Besitzt außerdem nur einen Ladebaum und der Schornstein befindet sich hinter der Kajüte,
aber ebenfalls Kennzeichen der DOA-Line am Schornstein. Die Hafenfront im Hintergrund sollte Daressalam darstellen.

Da ich immer gerne ein paar Vermutungen einwerfe um die die Diskussion zu beleben:

EMIN (1891) Küstendampfer der DOA-Linie mit 595 BRT;
Der ging allerdings 1893 im Indischen Ozean zwischen Durban und Laurenco Marques verloren,
womit die Aufnahme zwischen 1891 und 1893 aufgenommen sein müsste.

ADJUTANT (I) (1899) Dampfleichter der DOA-Linie mit 372 BRT;
Wurde 1904 an die Woermann-Linie verkauft und in PRÄSIDENT BARCLAY umgetauft und 1906 wieder weiterverkauft.(?)
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